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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => D&D5E => Thema gestartet von: Tarendor am 9.06.2021 | 22:18

Titel: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 9.06.2021 | 22:18
Mal eine Frage an die Kenner: Ersetzt D&D5 in seiner aktuellen (2021) Gestalt die ganzen OSR-Spiele, die vor einigen Jahren sehr populär waren?

Wenn man jetzt eine D&D5-Runde ins Leben ruft, fühlen sich dann automatisch auch die ganzen OSR-Spieler im Boot? Kann man die gefühlt 1000 D&D-Klone entsorgen, wenn man D&D5 im Schrank hat?

Bewusst etwas zugespitzt formuliert, um die Diskussion anzustoßen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: schneeland am 9.06.2021 | 22:25
Mit den richtigen Leuten bin ich auch bereit, D&D5 zu spielen, von einem OSR-Ersatz ist es für mich aber weit entfernt - zu viel Magie, zu viele Sonderfertigkeiten, zu niedrige Tödlichkeit, zu wenig Fokus auf Exploration.

Abgesehen ist die OSR-Szene immer noch sehr lebendig und m.E. eher in den letzten Jahren nochmal gewachsen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 9.06.2021 | 22:34
Als Teil der OSR wäre mir D&D5e schon als Spieler viel zu überladen, ja. Ist halt ein ganz anderes Pferd, mit Charakterbuilds etc.. Der einzige Grund 5e zu spielen, wäre aus sozialen Gründen, aber nicht, wenn es regelleichtere Alternativen gäbe.  :)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Alexandro am 9.06.2021 | 22:43
Ersatz für ältere D&D-Versionen: eher nicht. Bei OSR kommt es drauf an, von welchen OSR-Spielen man jetzt genau redet.

Da fallen ja je nach Definition auch OSRIC (mit seinem Optionsregel-Bloat) oder Shadow of the Demonlord (mitsamt der Fülle an Splatoptionen, wie zur Hochzeit von D&D 3.5) oder Dungeon Crawl Classics (mit jeweils einer kompletten Seite Regeltext pro Zauber) drunter. Für diese Spiele könnte D&D5 ein Ersatz sein (je nachdem, wonach man sucht).
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Infernal Teddy am 9.06.2021 | 22:43
Mal eine Frage an die Kenner: Ersetzt D&D5 in seiner aktuellen (2021) Gestalt die ganzen OSR-Spiele, die vor einigen Jahren sehr populär waren?

Wenn man jetzt eine D&D5-Runde ins Leben ruft, fühlen sich dann automatisch auch die ganzen OSR-Spieler im Boot? Kann man die gefühlt 1000 D&D-Klone entsorgen, wenn man D&D5 im Schrank hat?

Bewusst etwas zugespitzt formuliert, um die Diskussion anzustoßen.

Für mich: Ja.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Mithras am 9.06.2021 | 23:00
Für mich nicht, OSR ist anders vom Spiel her. Einfach schon die Healing Surges und Vollheilung nach jeder Long Rest sind so weit von OSR weg wie es nur geht. Dann diese minimalen Unterschiede in den Fertigkeitswerten bei den Charakterklassen passen gar nicht zur OSR. Für mich ist das Spiel eine Fehlentwicklung, weder Fisch noch Fleisch, weder.D&D 4E noch D&D früherer Editionen. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Viral am 9.06.2021 | 23:03
Kurz: Nein
Lang: Neben vielen anderen Dingen ist es in D&D 5 viel schwieriger, dass eine Spielfigur stirbt oder ein TPK zustande kommt. Es gibt keine Save or Die - Würfe wie in OSR-Spielen. Damit ist das Spielgefühl ein ganz anderes.
Das trifft es evtl: D&D 5 ist Wildpark, OSR ist Wildnis
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: YY am 9.06.2021 | 23:31
+1 zu schneelands Beitrag, sehe ich genau so.



Ich würde andersrum sagen: Wer "sein" OSR-Spiel gefunden hat, braucht kein D&D5  :P
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: tartex am 9.06.2021 | 23:59
Wenn man jetzt eine D&D5-Runde ins Leben ruft, fühlen sich dann automatisch auch die ganzen OSR-Spieler im Boot?

Nein. (Und Shadow of the Demonlord ist übrigens auch nicht OSR, obwohl ein kleiner Schritt in diese Richtung.)

D&D5 ist fast genauso weit vom 5x Würfeln und losspielen entfernt wir D&D3.X.

Auch die ganze Philosophie dahinter ist nicht viel mehr OSR als im Jahr 2000. Man soll ja z.B. Proben würfeln statt Aktionen erklären, auf Stufe 1 kämpfen, statt dem auszuweichen
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 10.06.2021 | 00:17
Ganz generell tut es 5e nicht gut mit anderen Editionen verglichen zu werden, je mehr man das ganze als eigenständiges Spiel mit eigenem Spielstil betrachtet umso mehr macht es Spaß.

5e hat nicht den Old School Charm alter Editionen oder deren Neuauflagen, ist nicht so bastelfreundlich wie 3e/3.5 oder so flexibel und spielleiterfreundlich oder konsequent designed wie die 4e. Aber man findet damit leicht Spieler und solange man nicht zu fest dran rüttelt bleibt es ein stabiles System mit einem klarem Fokus auf eine angedachte Spielweise.

Man sollte es gar nicht als Ersatz für irgendetwas betrachten.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 10.06.2021 | 01:56
Ich gebe mal meinen differenzierten Senf dazu.

Zur Titel-Frage: "Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?" - ganz klares: Ja.

Und jetzt das "Aber": es ist kein Ersatz für das spezifische OSR-Spielgefühl. Jedenfalls nicht, ohne an den Regeln zu drehen. Warum ist es trotzdem ein Ersatz? Ganz einfach, weil die OSR-Systeme beschränkt sind. Das ist Feature und Bug zugleich. Feature: einfache Charaktererstellung, schnelles (wenn gewünscht tödliches) Spiel, und als Spielleitung kannst Du schnell Monster und Begegnungen improvisieren. Weil es einfach ist, erlaubt es viel Raum für Rollenspiel. Aber das ist auch gleichzeitig der Bug in der OSR: die Charaktere unterscheiden sich kaum in den Werten, es gibt kaum Optionen Charaktere differenziert zu entwickeln. Die Kämpferin 3. Stufe Adelheid und der Kämpfer 3. Stufe Bob sind systemseitig praktisch gleich. Das ist nun Geschmackssache. Die einen sagen: Top, so wie früher. Die anderen sagen: Das ist mir zu wenig. Heute ist der verwöhnte Rollenspieler gewöhnt, unterschiedliche Charaktere auch durch unterschiedliche Regeloptionen darzustellen. Das ist einfach so. Auch weil es da draußen genügend andere Systeme gibt, die solche Individualisierung entlang der Regeln unterstützen. Nur halt OSR nicht. Deswegen ist SotDL auch kein OSR.

Wenn ich mit D&D 5e meine Spielenden glücklich mache, und Spielende finde, warum sollte ich dann OSR nehmen? D&D 5e kann alles was OSR auch kann (ggf. kann ich da sogar den OSR Spielstil abbilden). Aber umgekehrt kann OSR bei weitem nicht so viel wie D&D 5e.

Zum Thema der angeblichen Tödlichkeit: Da OSR Monster auch meistens nicht besser treffen als SC, und gute Rüstungen nicht teuer sind, ist OSR im praktischen Spiel längst nicht so tödlich wie es sich liest. Auch gerade weil die neueren OSR Spiele die Tödlichkeit deutlich zurückschrauben (DCC, Beyond the Wall, Black Hack).

Was ich machen würde, um D&D 5e old-schooliger zu machen: Lange Rast nur noch in sicheren Orten (Gasthöfe, Dörfer, Städte), sonst nur kurze Rast. Fertigkeitsproben nur als letzter Ausweg und die Schwierigkeiten eher um 20 als um 10-15 ansetzen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Koruun am 10.06.2021 | 02:17
Nein, selbst mit viel Regeltweaks um das Spiel "grittier" zu machen, bleibt es ein Combat as Sports Taktikspiel für Leute die gerne und ausschließlich den Kampf als die primäre Problemlösung ansehen, weil die Fähigkeiten so cool sind.
Habe Runden gehabt die so Spaß gemacht haben und werde sicher irgendwann wieder eine gehausregelte 5E Variante leiten, wohl wissend dass es ein CoS-Kampffest wird und ähnlich weit vom OSR-Spielgefühl entfernt ist wie die 4E.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 10.06.2021 | 06:17
Das, was Schneeland sagt.

Hier mein zugespitzter Vergleich: Bei 5e spielt man überwiegend seinen Charakterbogen, bei OSR überwiegend seinen Charakter.

Ein wichtiger Unterschied im Spielgefühl ist außerdem, dass die OSR eher humanozentrisch ist, während in 5e die Welt und Abenteuergruppen aus den buntesten Exoten bestehen können dank der Zusatzbücher. Klar kann man als SL bestimmte Völker nicht erlauben, aber diese Vielfalt ist schon Teil der Spielkultur und damit der Erwartungshaltung geworden, zumindest in der amerikanischen Online- und Streamingszene.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 10.06.2021 | 07:22
Ein wichtiger Unterschied im Spielgefühl ist außerdem, dass die OSR eher humanozentrisch ist, während in 5e die Welt und Abenteuergruppen aus den buntesten Exoten bestehen können dank der Zusatzbücher. Klar kann man als SL bestimmte Völker nicht erlauben, aber diese Vielfalt ist schon Teil der Spielkultur und damit der Erwartungshaltung geworden, zumindest in der amerikanischen Online- und Streamingszene.
Naja. Schon irgendwie, kommt aber stark auf die Kampagne/Spielwelt an - ich leite gerade Unterwasser, das Menschlichste ist eine Unterwasserhalbelfe...  ;)
Und Stufenbegrenzungen, erlaubte Auswahl der Charakterklassen, etc. kann jeder Spielleiter ja ändern, wenn er will. Oder neue und andere erschaffen, wenn wir schon dabei sind... Das ist nämlich Teil der Spielkultur und Erwartungshaltung in der OSR, das man die Regeln an seinen Geschmack anpaßt.  ~;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Teylen am 10.06.2021 | 07:24
Wenn ich mir anschaue wieviele Kickstarter die Kombin "OSR und/oder D&D 5E" für Setting, Abenteuer und Ergänzungszeug haben, scheinbar ja ^^;
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Kaskantor am 10.06.2021 | 07:32
Ich finde, dass das Spielgefühl von zb. DCC komplett anders ist als 5e (was ich seit 2014 spiele).

Abgesehen von dem was der Schneeland sagt, merkt man den Unterschied auch schön in den Kaufabenteuern.

DCC kurz, knackig und Episodenhaft, in der 5e eher lange Kampagnen.

MMn ersetzt man da nicht das ein oder andere, sondern man kann zb. DCC und DnD5 wunderbar nebenher spielen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 10.06.2021 | 08:16
Wenn ich mir anschaue wieviele Kickstarter die Kombin "OSR und/oder D&D 5E" für Setting, Abenteuer und Ergänzungszeug haben, scheinbar ja ^^;
Ich würde behaupten, mit etwas Konvertierung kann man eh jedes EDO-Abenteuer mit jedem EDO-System bespielen - und ist ja meist schon irgendwie in einem Vorstellungsraum, dem irgendwie D&Digen, auch bei wichtigen und starken Regel- und Spielgefühlunterschieden (Klassen, Stufen, allgemein bekannte magische Gegenstände etc.).  :)

Wobei ich mal die Unterschiede in den Umsetzungen genau anschauen möchte, jetzt...  :think:
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Nodens Sohn am 10.06.2021 | 08:25
Mal eine Frage an die Kenner: Ersetzt D&D5 in seiner aktuellen (2021) Gestalt die ganzen OSR-Spiele, die vor einigen Jahren sehr populär waren?

Das ist eine gute Frage. Ich befinde mich genau in dem Zwiespalt welches System (Beyond the Wall oder D&D5e) ich meiner Gruppe vorlegen/zumuten möchte.

Eigentlich bin ich mit der 5e wieder bei D&D eingestiegen, gerade weil es mir das "alte" Spielgefühl vermittelte. Doch leider kommen meine SpielerInnen nicht alle mit diesen Charakter-Klassen-Subsystemen klar. Und genau diese Subsysteme sind es auch, die mir das OSR-Gefühl zunichte machen.

Andererseits ist es ja nicht so, als wäre damals alles aus einem Guss gewesen.

Also hadere ich immer noch mit mir und verfolge diese Disskussion mit Interesse.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Talwyn am 10.06.2021 | 08:59
Zum Thema der angeblichen Tödlichkeit: Da OSR Monster auch meistens nicht besser treffen als SC, und gute Rüstungen nicht teuer sind, ist OSR im praktischen Spiel längst nicht so tödlich wie es sich liest.

Der entscheidende Punkt in Sachen Tödlichkeit sind die Todesrettungwürfe in 5E. Streicht man diese und dreht zusätzlich - wie du schon sagst - an den Heilungsregeln beim Rasten, dann ist man in Sachen Tödlichkeit bzw. allgemeiner harten Konsequenzen ziemlich nah an der OSR.

Zitat von: Koruun
Nein, selbst mit viel Regeltweaks um das Spiel "grittier" zu machen, bleibt es ein Combat as Sports Taktikspiel für Leute die gerne und ausschließlich den Kampf als die primäre Problemlösung ansehen, weil die Fähigkeiten so cool sind.

Da würde ich vorsichtig widersprechen. Wenn das Risiko hoch ist, dass der Charakter mit den coolen Fähigkeiten im Kampf trotz dieser Fähigkeiten mal eben über die Klinge springt, dann hat man als Spieler schon eine Motivation einerseits nach alternativen Vorgehensweisen zu suchen, oder aber halt nach Strategien um die Chancen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Viel wichtiger als das Regelsystem ist hier IMO das Abenteuer: Als Beispiel sei mal die Festung im Grenzland genannt, wo man auf der ersten Stufe direkt mal in einen Raum mit 25 Goblins rennen kann. Da kann man jetzt selbst in der unmodifizierten 5E nicht viel machen, wenn die Gruppe da frontal reinstürmt gibt es einen TPK.

---

Unterm Strich würde ich behaupten, dass man 5E relativ leicht so weit hacken kann, dass es ziemlich nah an OSR ist: Todesrettungswürfe streichen, Heilregeln bei der Rast modifizieren, Moral-Regeln für Monster, und XP für Gold. Zusätzlich spielt man ohne Feats und würfelt die Attribute in Reihe aus (hier würde ich allerdings 4d6 drop lowest empfehlen, weil das ganze System eher darauf geeicht ist als auf 3d6, was in der OSR anders war).
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: tartex am 10.06.2021 | 09:00
Ich will noch ergänzen, dass es sicher - besonders in den USA - Leute gibt, die D&D5 mit OSR-Einstellung spielen. Die spielen halt an den Regeln vorbei.

Ich hatte selbst zu D&D3.5-Zeiten so einen Spielleiter. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass er die D&D3.X-Regeln überhaupt jemals gelesen hat. Er hatte seine Red Box halt noch im Kopf und wir haben die Charakter nach der aktuellen D&D-Edition erstellt, aber er hat fast alles gehandwedelt (und z.B. auch unseren Rogue auf im Kampf auf Old-School-Niveau generft). Die Monster-Werte hat er natürlich schon aus dem aktuellen Monster Manual geholt.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 10.06.2021 | 13:59
@Talwyn : natürlich kann man die 5e tödlicher machen und das Balancing zwischen Spielercharakteren und Monstern stärker hin zu den Gegenspielern verschieben.

Bloß wenn man dies will ist es einfacher D&D Editionen mit von Haus aus höherer Tödlichkeit zu nutzen oder diese anzupassen. Der Weg ist kürzer und auch an anderen Stellen ist es leichter.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: sorn am 10.06.2021 | 16:37
Wie viele Vorredner geschrieben haben, kann man mit Hacks 5E soweit verändern, dass es es zu einem OSR-Feeling passt. Von einem "Ersatz" werden diejenigen, die OSR spielen sicher nicht reden wollen ;D

Zustimmung kann ich jedenfalls allen Punkten geben, die @Talwyn aufgezählt hat, die auf jedenfall angepasst werden müssen. Ich würde auch unterstreichen, dass gerade die Heilaspekte in 5E teils absurd sind. Nicht umsonst klagen so viele Spielleiter, dass die Charaktere einfach nicht zu töten sind. Was jetzt nicht heißt, dass dies ein Ziel ist oder sein sollte, aber es nimmt eben fast jedes Gefühl von Gefahr und Tödlichkeit. Hier haben OSR-Spiele eben einen anderen Ansatz. Jede Handlung hat ggf. Konsequenzen.

Um vielleicht noch etwas aus der eigenen Hausregelung in 5E zu ergänzen, wie wir mit Heilung durch Long Rest verfahren:
 
Bei einer langen Rast in der Wildnis heilt jeder Charakter 1HP + Konstitutionsbonus über den "natürlichen" Heilweg. In einem Bett in einer Stadt haben wie 1d4HP + Bonus angesetzt.

Daneben gibt es noch Heilung über Trefferwürfel in 5E. Hier haben wir die Hausregel in einer kurzen Rast einen Trefferwürfel und einer langen Rast so viele Trefferwürfel einzusetzen wie man möchte. Allerdings ist die Voraussetzung, dass bei jeder Heilung eine Verwendung der Heilertasche mit Verbandsmaterial etc. von Nöten ist. Regeneriert wird dann in einer langen Rast nur 1 Trefferwürfel + etwaige Konstitutionsboni größer 1. Dadurch kann man dies auch nicht permanent durchführen und muss es als Ressource einsetzen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Seraph am 10.06.2021 | 17:02
Was sind denn so die gängigsten OSR-Systeme?
Das was ihr schreibt klingt sehr spannend und definitiv danach, einen genaueren Blick wert zu sein! :)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 10.06.2021 | 17:37
Was sind denn so die gängigsten OSR-Systeme?
Das was ihr schreibt klingt sehr spannend und definitiv danach, einen genaueren Blick wert zu sein! :)
Old School Essentials ist gerade der populärste Retroklon (Klon der Basic/Expert-Version, hat mutmaßlich Labyrinth Lord als entsprechenden Retroklon abgelöst). Swords & Wizardry ist ebenfalls weiterhin populär (Klon von OD&D mit den Erweiterungen).

Von den weiterentwickelten OSR-Spielen haben Dungeon Crawl Classics und Mörk Borg eine große Anhängerschaft.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: schneeland am 10.06.2021 | 17:44
Kann mich da Tegres anschließen. Nicht ganz so groß, aber spannend und sehr flexibel: Whitehack (in der 3. Edition auch als PDF erhältlich). Außerhalb der D&D-Tradition noch Warlock(!).
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Fezzik am 10.06.2021 | 17:46
Viel hört man auch immer noch von Lamentations of the flame Princess. Das versucht halt viel Augenmerk auf weirdness und grusel zu legen. Allerdings auch viel in den Beschreibungen, weniger durch Regeln.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 10.06.2021 | 17:48
Viel hört man auch immer noch von Lamentations of the flame Princess. Das versucht halt viel Augenmerk auf weirdness und grusel zu legen. Allerdings auch viel in den Beschreibungen, weniger durch Regeln.
Echt, findest du? Ich habe das Gefühl, dass Lamentations gar nicht mehr so besprochen wird. Dabei sind die Regeln sehr gut, denn sie sind sehr nach an Basic/Expert aber durch minimale Änderungen clever weiterentwickelt (sinnvollere Diebesfertigkeiten, Flexibilität des Diebs, stärkere Hervorhebung des Kämpfers und der nichtmenschlischen Klassen, Belastungsregeln).

Wenn es rein um Regeln gehen soll, die nah an alten D&D-Versionen sind, aber komfotabler sind und weniger Fragen aufwerfen, dann würde ich sofort zu Lamentations raten. Es gibt nur den Nachteil, dass es nicht auf Deutsch erhältlich ist und man Monster aus anderen Büchern braucht (aber Monsterbücher gibt es wie Sand am Meer und in Oldschool-Abenteuern stehen die Werte direkt in den Abenteuern). Das Artwork ist speziell, das muss man entweder gut finden oder zumindest aushalten.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Fezzik am 10.06.2021 | 17:53
Naja, der "Heilige von Bruckstadt" ist ja eigentlich mit Lotfp im Hinterkopf geschrieben und grad richtig aktuell. Und ich hab das Gefühl in den englischsprachigen Blogs " hacken" sie immer Lotfp statt anderer Klone.

Das geht aber dann ja schon wieder in Richtung neues Thema  :)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Mhyr am 10.06.2021 | 18:43
Frei nach Homer Simpson: O5R, O5R, O5R!!!

Sorry, kann nichts sinnvolles beitragen, aber finde die 5E hat schon irgendwie ein oldschooly Flair...

 :btt:
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: ghoul am 10.06.2021 | 18:47
Was sind denn so die gängigsten OSR-Systeme?
Das was ihr schreibt klingt sehr spannend und definitiv danach, einen genaueren Blick wert zu sein! :)

AD&D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Crimson King am 10.06.2021 | 19:48
Ganz generell tut es 5e nicht gut mit anderen Editionen verglichen zu werden, je mehr man das ganze als eigenständiges Spiel mit eigenem Spielstil betrachtet umso mehr macht es Spaß.

5e hat nicht den Old School Charm alter Editionen oder deren Neuauflagen, ist nicht so bastelfreundlich wie 3e/3.5 oder so flexibel und spielleiterfreundlich oder konsequent designed wie die 4e. Aber man findet damit leicht Spieler und solange man nicht zu fest dran rüttelt bleibt es ein stabiles System mit einem klarem Fokus auf eine angedachte Spielweise.

Man sollte es gar nicht als Ersatz für irgendetwas betrachten.

Wenn man die 5e mit überschaubarem Aufwand am Regelkern OSR-tauglich bekommt, hat das einen Riesenvorteil: Man kann die ganze 5e-Bibliothek ohne Konversionsaufwand nutzen. Wieviel aus dieser Bibliothek OSR-tauglich ist, steht auf einem anderen Blatt.


Allgemein: ich hatte den OSR-Primer eigentlich so verstanden, dass es im Wesentlichen nicht um die Regeln geht, sondern um die Herangehensweise ans Spiel. Ich würde zustimmen, dass Full Healups über Nacht sowie Charaktere, die mit dem üblichen Kropzeugs bereits zu Beginn ihrer Karriere den Fußboden aufwischen, dem Konzept ein Stück weit im Weg stehen. Ob man am Spieltisch seinen Charakter spielt oder sein Charakterblatt, liegt aber in der Verantwortung der Teilnehmer und nicht der Regeln.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: KhornedBeef am 10.06.2021 | 20:12
AD&D
Well,
(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=119504.0;attach=31431)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: tartex am 10.06.2021 | 20:38
AD&D

Ich denke, abseits eures Personaschen-Vereins ist AD&D1 nicht so verbreitet, weil man da schon einiges an Mannes-Jahren Spielpraxis braucht um die Streu vom Weizen zu trennen - sowohl was die Regeln als auch was die Sprache betrifft.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Haukrinn am 10.06.2021 | 21:22
Beyond the Wall darf hier auch nicht fehlen. Macht sicher einiges anders (ähnlich DCC), aber versucht sich ja dennoch am Old School Feeling. Und ist Materialkompatibel (auch wenn man das nicht wirklich braucht).

Ich würde andersrum sagen: Wer "sein" OSR-Spiel gefunden hat, braucht kein D&D5  :P

Exakt.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Rorschachhamster am 10.06.2021 | 21:27
Ich denke, Hot im OSR-Zirkus ist im Moment OSE (Old School Essentials) und mit den Erweiterungen für eine mehr Advanced-ähnliche Version kommt man dann auich bei AD&D an.

Allerdings gibt es ungefähr eine Millionen verschiedene Versionen mit den freien Regeln im Netz und als Download, Swords und Wizardry (http://www.swordsnwizardry.com/swords-and-wizardry-srd) z.B., OSRIC (https://osricwiki.presgas.name/doku.php?id=osric:index), OSE (https://oldschoolessentials.necroticgnome.com/srd/index.php/Main_Page) auch. Einfach mal selber schauen, was von Layout, Aufmachung und Regeln einem am besten gefällt und ausprobieren.  ;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 10.06.2021 | 21:49
Wenn man die 5e mit überschaubarem Aufwand am Regelkern OSR-tauglich bekommt, hat das einen Riesenvorteil: Man kann die ganze 5e-Bibliothek ohne Konversionsaufwand nutzen. Wieviel aus dieser Bibliothek OSR-tauglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Natürlich. Bloß: so überschaubar ist der Aufwand halt nicht und eigentlich wäre er in anderen Editionen wahrscheinlich geringer. Gerade was Tödlichkeit angeht aber auch Dinge wie Zaubersystem und Ressourcenmanagement angeht.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Greifenklaue am 11.06.2021 | 07:16
Evtl. Ist M20 / Microlight 20 bzw. Die 5e-kompatiblexVersiob Microlight 2020 ein Weg!?!

Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 11.06.2021 | 09:23
Mal eine Frage an die Kenner: Ersetzt D&D5 in seiner aktuellen (2021) Gestalt die ganzen OSR-Spiele, die vor einigen Jahren sehr populär waren?

Wenn man jetzt eine D&D5-Runde ins Leben ruft, fühlen sich dann automatisch auch die ganzen OSR-Spieler im Boot? Kann man die gefühlt 1000 D&D-Klone entsorgen, wenn man D&D5 im Schrank hat?

Bewusst etwas zugespitzt formuliert, um die Diskussion anzustoßen.

Nein, nicht wirklich. Es fehlen Moral- und Reaktionswürfe und Erfahrungspunkte für Gold. Dadurch hat 5e eine fundamental andere Textur/Struktur als altes D&D. Ich würde auch vermuten, dass Keep on the Borderlands sich nicht ohne weiteres mit 5e bespielen ließe.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: nobody@home am 11.06.2021 | 10:08
Nein, nicht wirklich. Es fehlen Moral- und Reaktionswürfe und Erfahrungspunkte für Gold. Dadurch hat 5e eine fundamental andere Textur/Struktur als altes D&D. Ich würde auch vermuten, dass Keep on the Borderlands sich nicht ohne weiteres mit 5e bespielen ließe.

Es sind auch viele klassische Effekte (magischer wie nichtmagischer Natur, auch wenn die ersteren natürlich prominenter sind) im Vergleich zu "früher" deutlich generft worden. Wobei das nun zwar ein Trend ist, der allerspätestens in der 3. Edition schon angefangen hat, aber das Spielgefühl ändert sich durch Dinge wie "Hold Person erlaubt einen Extra-Rettungswurf pro Runde? Polymorph-Zauber dürfen was alles nicht mehr? Und wo zum Geier ist der Stufenentzug durch Untote hin?" schon gehörig.

Im Vergleich dazu ist "ach ja, und eine lange Rast bringt alle Trefferpunkte zurück" geradezu schon Pipifax. Schließlich muß man dazu erst mal die Gelegenheit zu einer langen Rast haben und dann zu deren Beginn auch noch am Leben sein... >;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: General Kong am 11.06.2021 | 10:30
Ich habe nicht alles im Detail gelesen, aber sit jemand schon auf den unterschiedlichen Einsatz von Ressourcen bei D&D5 und "echtem" D&D eingegangen?

Bei D&D alter Schule ist alles begrenzt und kostbar: Trefferpunkte, Zauber, Heiltränke, Ladungen auf Zauberstäben usw.

Geht man auf Abenteuer und trifft auf der Reise auf ein Rudel Goblins, kann es auch für höherstufige Sc eine Überlegung wert sein einen Kampf zu umgehen, denn selbst wenn man die einweckt, man braucht dazu TP, Zauber, vielelicht Heiltränke und Ladungen - und die bekommt man so schnell nicht wieder. Zaubere ich wirklich Magisches Geschoss auf den Goblin oder schmeiße ich dem als Merlin nicht doch lieber nur einen Dolch hinterher?

Darüber hätte mein D&D 5 Zauberer keine Sekunde nachgedacht: FIREBOLT! Warum? Kann ich jede Runde. Den ganzen Tag.

Unser OSR-Kämpfer hat 12 TP verloren. Okay, da muss er bis zur Nacht durch als Lurch, denn erst dann, wenn alles sicher ist, bekommt er magische Heilung. und wenn wir keinen Kleriker haben, dannmuss man mal schauen, wieviele Heilzauber wir noch haben ...

Bei D&D 5 keine Sache: "Sollen wir noch ne Short Rest machen oder einfach weiter - morgen bin ich eh wie neu!"

Das hat Einfluss auf das Gestalten von Abenteuern, denn man kann sich "Ermüdungsgefechte" sparen - außer als Amüsenment.

OSR-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! Haltet sie auf! Entsendet Goblinreiter! Schickt Vampirfledermäuse! Schwächt sie und verzögert ihr Kommen. bis ich den Todeszauber vorbereitet habe! MUHAHAHA!"

D&D5-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! - Wer da auf deren Weg ist, der soll sich sofort zur Festung der Grausamkeit zurückziehen - Goblinreiter! Vampirfledermäuse! Alles was kriecht, stellt sich vor meine Tür und haut, kratzt und beißt, damit die sich vor dem Gefecht mit mir nicht mehr ausruhen können. Ich geh dann schon mal zaubern ... vielleicht klappt's ja. Muhuhu ... (ich Armer)"
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Kaskantor am 11.06.2021 | 11:12
Sehr lustig dargestellt, sehr gut:).

Das impliziert aber auch, dass man in der 5e nicht mehr so viele "unnötige" und "unspannende" Kämpfe bräuchte...
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Mhyr am 11.06.2021 | 11:34
Sehr lustig dargestellt, sehr gut:).

Das impliziert aber auch, dass man in der 5e nicht mehr so viele "unnötige" und "unspannende" Kämpfe bräuchte...

Alles wahr, ja.  ;D
Und vor allem wenn man mit Milestones o.ä. spielt...
Fühle eh, dass 5E weniger zäh ist wie Vorgängereditionen. Das mag gut oder schlecht sein. Kann halt erst ab 2E mitreden.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 11.06.2021 | 11:39
Sehr lustig dargestellt, sehr gut:).

Das impliziert aber auch, dass man in der 5e nicht mehr so viele "unnötige" und "unspannende" Kämpfe bräuchte...

Würde es implizieren, aber da kommt halt das Ressourcensystem ins Spiel welches verschiedene Klassen über eine recht fixe Anzahl Kämpfe zu balancen versucht.

Und das macht diese Möglichkeit leider wieder zunichte. Und erschwert ohnehin auch "kampfarmes" D&D (in Anführungszeichen weil naturlich jedes D&D in erster Linie Kampflastig ist und die Editionen erst in zweiter Linie Spiel mit weniger Kämpfen weniger oder mehr unterstützen)

Aber ganz grob gesagt: letztlich hat man mit der 5e wohl die Edition welche bezüglich vieler Aspekte am weitesten von AD&D weggeht und dementsprechend schnell stößt man an viele Kleinigkeiten wenn man dies umändern möchte. Oder besser gesagt: dementsprechend weit ist der Weg.

Denn natürlich geht es trotzdem, man hat nur halt mehr Stellen anzupassen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Alexandro am 11.06.2021 | 11:46
Leider schaffe es Old-School-Systeme nicht wirklich Ermüdungsgefechte adäquat darzustellen.

Wie auch mit den statischen Dungeons, die sich nicht mit verlorener Zeit weiterentwickeln (besonders peinlich bei "Temple of Elemental Evil", wo angeblich das super-duper Weltuntergangsritual vorbereitet wird, aber ohne irgendeine Angabe, wie lange die dafür brauchen). Hat dann immer was von Roguelikes (oder ihren modernen Epigonen: Doodlejump, Flappybird oder wie die gerade heißen) - sinnfreie "Aufwärmkämpfe", um Ressourcen zu ziehen, weil die Systeme es nicht hinkriegen Konflikte mit vollen Ressourcen spannend zu machen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 11.06.2021 | 11:55
Sehr lustig dargestellt, sehr gut:).

Das impliziert aber auch, dass man in der 5e nicht mehr so viele "unnötige" und "unspannende" Kämpfe bräuchte...

Mit nem W4 als Trefferwürfel ist jeder Kampf spannend. ;)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 11.06.2021 | 12:32
Wie auch mit den statischen Dungeons, die sich nicht mit verlorener Zeit weiterentwickeln.
Bitte lies dir erst einmal moderne Megadungeons wie Stonehell oder Dwimmermount durch, bevor du hier so steile Thesen äußerst. Außerdem wirst du in so gut wie jedem Oldschool-Artikel zu Megadungeons das Thema "Restocking the Dungeon" finden.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Little Indian #5 am 11.06.2021 | 12:57
Evtl. Ist M20 / Microlight 20 bzw. Die 5e-kompatiblexVersiob Microlight 2020 ein Weg!?!

Kenne mich bein OSR und D&D nicht so aus, aber M20 ist mir aufgrund des geringen Umfangs sehr sympathisch. Hat damit jemand Erfahrungen?
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 11.06.2021 | 13:01
Bitte lies dir erst einmal moderne Megadungeons wie Stonehell oder Dwimmermount durch, bevor du hier so steile Thesen äußerst. Außerdem wirst du in so gut wie jedem Oldschool-Artikel zu Megadungeons das Thema "Restocking the Dungeon" finden.

Es würde ja schon ein Blick ins AD&D DMG reichen...:)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Alexandro am 11.06.2021 | 13:17
Kenne ich, ebenso wie die von Tregres genannten Mini-Dungeons.

Aber wer "neue Monster rücken im Dungeon nach, um die Erschlagenen zu ersetzen" für den Höhepunkt der Interaktivität hält, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: schneeland am 11.06.2021 | 13:18
Meinungsverschiedenheiten sind ok, aber bitte ein bisschen auf den Tonfall achten.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Crimson King am 11.06.2021 | 13:19
Interaktivität ist meines Erachtens Sache der Spielrundenteilnehmer und weniger des Moduls selbst. Der kann unmöglich alle Eventualitäten abdecken. Hat aber mit dem Ursprüngthema nix mehr zu tun.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Haukrinn am 11.06.2021 | 14:17
OSR-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! Haltet sie auf! Entsendet Goblinreiter! Schickt Vampirfledermäuse! Schwächt sie und verzögert ihr Kommen. bis ich den Todeszauber vorbereitet habe! MUHAHAHA!"

D&D5-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! - Wer da auf deren Weg ist, der soll sich sofort zur Festung der Grausamkeit zurückziehen - Goblinreiter! Vampirfledermäuse! Alles was kriecht, stellt sich vor meine Tür und haut, kratzt und beißt, damit die sich vor dem Gefecht mit mir nicht mehr ausruhen können. Ich geh dann schon mal zaubern ... vielleicht klappt's ja. Muhuhu ... (ich Armer)"

ROFL! Beeindruckend treffend zusammengefasst!  ;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Alexandro am 11.06.2021 | 14:18
Interaktivität ist meines Erachtens Sache der Spielrundenteilnehmer und weniger des Moduls selbst. Der kann unmöglich alle Eventualitäten abdecken. Hat aber mit dem Ursprüngthema nix mehr zu tun.

Das selbe könnte man auch über Tödlichkeit sagen...

Aber das wäre in der Tat ein anderes Thema.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 11.06.2021 | 18:27
Nein, nicht wirklich. Es fehlen Moral- und Reaktionswürfe und Erfahrungspunkte für Gold. Dadurch hat 5e eine fundamental andere Textur/Struktur als altes D&D. Ich würde auch vermuten, dass Keep on the Borderlands sich nicht ohne weiteres mit 5e bespielen ließe.

Das finde ich interessant. Erstens: Moral- und Reaktionswürfe sind im DMG mit drin. Zweitens: ausgerechnet Goodman Games (die mit DCC) haben eine Konvertierung von Keep on the Borderlands für 5e gemacht.

Ich finde der Unterschied zwischen OSR und D&D 5e sind die Art der Abenteuer. Die Herangehensweise steuerst Du als Spielleitung. Ich habe ein halbes Dutzend AD&D 1st Edition Abenteuer für D&D 5e 1:1 geleitet - und es hat bestens funktioniert.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Ainor am 14.06.2021 | 09:58
Ich habe nicht alles im Detail gelesen, aber sit jemand schon auf den unterschiedlichen Einsatz von Ressourcen bei D&D5 und "echtem" D&D eingegangen?

Bei D&D alter Schule ist alles begrenzt und kostbar: Trefferpunkte, Zauber, Heiltränke, Ladungen auf Zauberstäben usw.

Ist das denn so ein grosser Unterschied ? Mag sein dass der Kleriker früher mehrere Tage brauchte um eine schwer verletzte Gruppe zusammenzuflicken. Aber in beiden Fällen hast du eine Phase ("Abenteuertag") in der alles begrenzt ist und es sich entsprechend lohnt unnötige Begegnungen zu vermeiden.

Darüber hätte mein D&D 5 Zauberer keine Sekunde nachgedacht: FIREBOLT! Warum? Kann ich jede Runde. Den ganzen Tag.

Firebolt ist mechanisch kaum was anderes als eine Armbrust. Solche Zauber sind eher eine Stilfrage.
Zauber wie Schlaf sind ja genauso begrenzt. (und hochstufige Zauber sind in 5E deutlich knapper.)

Der wichtige Unterschied liegt eher hier:

Mit nem W4 als Trefferwürfel ist jeder Kampf spannend. ;)

Die höhere Anzahl der TP wird in 5E zwar durch mehr Monsterschaden ausgeglichen. Aber durch die Death Save Regeln sind 5E Charaktere viel schwerer zu töten. Solange der Kleriker noch Healing Word hat steht man einfach wieder auf. Insofern gilt folgendes grade nicht:   

Das hat Einfluss auf das Gestalten von Abenteuern, denn man kann sich "Ermüdungsgefechte" sparen - außer als Amüsenment.

5E wird erst wirklich gefährlich wenn die Zauberslots ausgehen (abgesehen von ultraharten Kämpfen). Im Normalfall braucht man die Ermüdungsgefechte damit der letzte Kampf spannend wird. 
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 14.06.2021 | 10:40
Das finde ich interessant. Erstens: Moral- und Reaktionswürfe sind im DMG mit drin. Zweitens: ausgerechnet Goodman Games (die mit DCC) haben eine Konvertierung von Keep on the Borderlands für 5e gemacht.

Ich finde der Unterschied zwischen OSR und D&D 5e sind die Art der Abenteuer. Die Herangehensweise steuerst Du als Spielleitung. Ich habe ein halbes Dutzend AD&D 1st Edition Abenteuer für D&D 5e 1:1 geleitet - und es hat bestens funktioniert.

Stimmt, die sind als Option im DMG erwähnt, beides funktioniert aber deutlich anders als noch in anderen D&D Variationen (Moralwürfe sind Weisheitsrettungswürfe, Reaktionswürfe sind Skillchecks), d.h. ich kann z.B. Monster stat blocks weder übernehmen noch kann ich die 5e Statblocks nehmen ohne sie anzupassen; voraussgesetzt natürlich ich möchte ich ähnliche Wahrscheinlichkeiten beibehalten.
Dazu kommt, dass 5e Abenteuer ohne Moralwürfe etc. konzipiert sind.

Was die Konversion von Goodman Games anbelangt: Der Witz an OSR-Spielen ist doch, dass ich eben keine großartige Konversion brauche. Ich kenne allerdings die GG Konversion nicht. Hast du die beiden mal vergleichen können? Wie sehr unterscheiden sie sich denn?

Und es freut mich natürlich, dass du AD&D-Abenteuer 1:1 leiten konntest. Wie hast du denn Erfahrungspunkte verteilt?
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 14.06.2021 | 11:30
Stimmt, die sind als Option im DMG erwähnt, beides funktioniert aber deutlich anders als noch in anderen D&D Variationen (Moralwürfe sind Weisheitsrettungswürfe, Reaktionswürfe sind Skillchecks), d.h. ich kann z.B. Monster stat blocks weder übernehmen noch kann ich die 5e Statblocks nehmen ohne sie anzupassen; voraussgesetzt natürlich ich möchte ich ähnliche Wahrscheinlichkeiten beibehalten.
Dazu kommt, dass 5e Abenteuer ohne Moralwürfe etc. konzipiert sind.

Was die Konversion von Goodman Games anbelangt: Der Witz an OSR-Spielen ist doch, dass ich eben keine großartige Konversion brauche. Ich kenne allerdings die GG Konversion nicht. Hast du die beiden mal vergleichen können? Wie sehr unterscheiden sie sich denn?

Und es freut mich natürlich, dass du AD&D-Abenteuer 1:1 leiten konntest. Wie hast du denn Erfahrungspunkte verteilt?

Was die Konzeption der Abenteuer angeht: in den alten Modulen stand auch nie drin, dass Du Moralwürfe machen sollst. Denn das stand in den Grundregeln. Sprich: ich entscheide als SL nach welchen Regeln ich die Monster führe. Dafür brauche ich keine Anweisung im Abenteuer. Damit sind die Abenteuer dafür auch nicht „konzeptioniert“. Die Moralwürfe in D&D 5e sind so gestaltet, dass ich eben keine neuen Stats dafür brauche. Und die Ableitungen sind meiner Meinung nach sinnvoll.

Die GG Konvertierungen enthalten ja immer alles: Original, Neubearbeitung, Historie etc. Das sind gewaltige Wälzer. So genau habe ich sie aber noch nicht angeschaut.

Bei den AD&D 1st Edition Abenteuern habe ich EP nach D&D 5e Regeln vergeben. Hat genau gepasst.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 14.06.2021 | 13:41
Was die Konzeption der Abenteuer angeht: in den alten Modulen stand auch nie drin, dass Du Moralwürfe machen sollst. Denn das stand in den Grundregeln. Sprich: ich entscheide als SL nach welchen Regeln ich die Monster führe. Dafür brauche ich keine Anweisung im Abenteuer. Damit sind die Abenteuer dafür auch nicht „konzeptioniert“.

Die 5e Abenteuer sind auf die 5e Grundregeln ausgelegt. Dazu gehören weder Feats, noch Moralwürfe etc. Ich denke durchaus also, dass Abenteuer so ausgelegt sind, dass sie in erster Linie mit den Grundregeln zu bespielen sind.

Zitat
Bei den AD&D 1st Edition Abenteuern habe ich EP nach D&D 5e Regeln vergeben. Hat genau gepasst.

Also nur für das Überwinden von Monstern? Es überrascht mich, dass es sich damit genau so spielt wie mit 1e Regeln, bei denen ja deutlich mehr XP für Schätze als für das Überwinden von Monstern gibt, d.h. die Anreizstruktur ist da deutlich anders.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Koruun am 14.06.2021 | 16:26
Ich habe nicht alles im Detail gelesen, aber sit jemand schon auf den unterschiedlichen Einsatz von Ressourcen bei D&D5 und "echtem" D&D eingegangen?

Bei D&D alter Schule ist alles begrenzt und kostbar: Trefferpunkte, Zauber, Heiltränke, Ladungen auf Zauberstäben usw.

Geht man auf Abenteuer und trifft auf der Reise auf ein Rudel Goblins, kann es auch für höherstufige Sc eine Überlegung wert sein einen Kampf zu umgehen, denn selbst wenn man die einweckt, man braucht dazu TP, Zauber, vielelicht Heiltränke und Ladungen - und die bekommt man so schnell nicht wieder. Zaubere ich wirklich Magisches Geschoss auf den Goblin oder schmeiße ich dem als Merlin nicht doch lieber nur einen Dolch hinterher?

Darüber hätte mein D&D 5 Zauberer keine Sekunde nachgedacht: FIREBOLT! Warum? Kann ich jede Runde. Den ganzen Tag.

Unser OSR-Kämpfer hat 12 TP verloren. Okay, da muss er bis zur Nacht durch als Lurch, denn erst dann, wenn alles sicher ist, bekommt er magische Heilung. und wenn wir keinen Kleriker haben, dannmuss man mal schauen, wieviele Heilzauber wir noch haben ...

Bei D&D 5 keine Sache: "Sollen wir noch ne Short Rest machen oder einfach weiter - morgen bin ich eh wie neu!"

Das hat Einfluss auf das Gestalten von Abenteuern, denn man kann sich "Ermüdungsgefechte" sparen - außer als Amüsenment.

OSR-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! Haltet sie auf! Entsendet Goblinreiter! Schickt Vampirfledermäuse! Schwächt sie und verzögert ihr Kommen. bis ich den Todeszauber vorbereitet habe! MUHAHAHA!"

D&D5-Bösling: "Abenteuerer? Hier?! Noch zwei Tagesmärsche entfernt! - Wer da auf deren Weg ist, der soll sich sofort zur Festung der Grausamkeit zurückziehen - Goblinreiter! Vampirfledermäuse! Alles was kriecht, stellt sich vor meine Tür und haut, kratzt und beißt, damit die sich vor dem Gefecht mit mir nicht mehr ausruhen können. Ich geh dann schon mal zaubern ... vielleicht klappt's ja. Muhuhu ... (ich Armer)"

Bin ich voll bei dir und kann das so unterschreiben.

Die Ursache dafür sehe ich bei der Verschiebung der Spielinhalte/-ziele seit der 3. Edition (und teilweise der 2. Edition - dort begann der erste Schritt mit dem Ende von EXP für Gold).

In der 3E begann WotC damit, Schwierigkeitsgrade für Begegnungen zu definieren. In diesem Zusammenhang waren diese Schwierigkeitsgrade i.d.R. nicht all zu weit nach oben oder unten vom Partylevel entfernt (es gab sogar den Wert Effective Party Level o.Ä. meine ich).
Die Begegnungen wurden also alle "balanced", es war möglich (und gewollt) bei jeder Begegnung die Waffen zu zücken und die Dungeons am Ende dennoch lebend zu verlassen. Bei manchen "Old School" Systemen wäre das je nach Dungeon vermutlich auch möglich gewesen, aber in einer breiten Masse von Dungeons wohl eher nicht.
Dadurch entsteht natürlich ein völlig neues Spielgefühl. Zumindest ich als Spieler habe in der 5E oder der 3E keinen "Respekt" vor dem Dungeon in dem Sinne, dass ich meinen Char jede Türe untersuchen lassen würde. Im schlimmsten Falle verliere ich an einer Falle oder einer Trollmeute ein bisschen von meinem Berg an HP, die ich beim Mittagessen wieder regeneriere. Etwas überspitzt, aber ihr wisst, dass der Kern wahr ist.

Um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen:

Ist 5E ein Ersatz für OSR-Versionen (die Frage impliziert 5E in seinen Standardregeln)? Nein. Ganz anderes Spielgefühl.

Kann die 5E so weit angepasst werden, dass ein OSR-Spielgefühl aufkommen kann?
Gute Frage. Meiner Meinung nach müsstest du so viel am Kern der 5E ändern, dass es letztlich weniger Aufwand ist gleich ein OSR-System hierfür zu verwenden.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 14.06.2021 | 17:12
Die 5e Abenteuer sind auf die 5e Grundregeln ausgelegt. Dazu gehören weder Feats, noch Moralwürfe etc. Ich denke durchaus also, dass Abenteuer so ausgelegt sind, dass sie in erster Linie mit den Grundregeln zu bespielen sind.

Schon allein die ganzen Streamer spielen nicht nur mit Grundregeln. Da sind Xanathar und Tasha am Start. Genauso wie Feats, seltsame Völker und Multiklassen. Ich glaube, dass die Abenteuer so ausgelegt sind, dass Du sie auch gut spielen kannst, wenn Du nur die Grundregeln verwendest. Sie sind aber genauso gut zu leiten mit optionalen Regeln und Ergänzungen. Abenteuer werden ja sowieso erst am Spieltisch lebendig. Letztlich liefert D&D 5e genau solche Abenteuer wie frühere Versionen vor D&D 3e. Du hast keine Encounterstrukturen mehr wie bei 4e oder dem späten 3.5. Was D&D 5e tatsächlich hat, sind ein paar Eigenheiten aus dem Computerspielbereich, wann Ereignisse ausgelöst werden - aber selbst da erinnere ich mich an sehr klassische Abenteuer, wo das auch schon so war.

Also nur für das Überwinden von Monstern? Es überrascht mich, dass es sich damit genau so spielt wie mit 1e Regeln, bei denen ja deutlich mehr XP für Schätze als für das Überwinden von Monstern gibt, d.h. die Anreizstruktur ist da deutlich anders.

Da es bei D&D 5e deutlich mehr XP für Monster gibt, ist das am Ende kein Problem. Ich hab die Viecher 1:1 mit den namensgleichen Wesen aus 5e ersetzt und es hat gut funktioniert - okay Xvart und Skulk gab es damals noch nicht. Aber ich hab halt Goblins genommen und gut wars. Die SC waren immer im Level Bereich des Moduls.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 14.06.2021 | 17:17
Da es bei D&D 5e deutlich mehr XP für Monster gibt, ist das am Ende kein Problem. Ich hab die Viecher 1:1 mit den namensgleichen Wesen aus 5e ersetzt und es hat gut funktioniert - okay Xvart und Skulk gab es damals noch nicht. Aber ich hab halt Goblins genommen und gut wars. Die SC waren immer im Level Bereich des Moduls.

Um die Levelbereiche ginge es mir gar nicht, sondern um das Vorgehen der Figuren. Wenn ich nur Erfahrungspunkte kriege, um Monster zu überwinden, gibt es weniger Anreize Begegnungen clever zu umgehen oder zu flüchten etc. Allein daher meine Verwunderung. But you do you!
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 14.06.2021 | 17:23
Um die Levelbereiche ginge es mir gar nicht, sondern um das Vorgehen der Figuren. Wenn ich nur Erfahrungspunkte kriege, um Monster zu überwinden, gibt es weniger Anreize Begegnungen clever zu umgehen oder zu flüchten etc. Allein daher meine Verwunderung. But you do you!

Also, wenn es darum geht "Monster zu überwinden", gebe ich die Punkte sehr wohl auch für Umgehung der Gefahr oder andere clevere Ideen. Für mich heißt das nicht, dass die Monster am Ende am Boden liegen müssen (ob gefesselt oder tot, sei dahin gestellt). Flucht hingegen gibt maximal halbe EP. Denn das war dann nicht erfolgreich.

Ich mag diesen "Schnetzelmodus" nicht. Bei mir ziehen sich Gegner auch zurück, statt bis zur letzten Person zu sterben. Ich gehe davon aus, dass sie einen gesunden Überlebenstrieb haben.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 14.06.2021 | 18:33
In der 3E begann WotC damit, Schwierigkeitsgrade für Begegnungen zu definieren. In diesem Zusammenhang waren diese Schwierigkeitsgrade i.d.R. nicht all zu weit nach oben oder unten vom Partylevel entfernt (es gab sogar den Wert Effective Party Level o.Ä. meine ich).
Die Begegnungen wurden also alle "balanced", es war möglich (und gewollt) bei jeder Begegnung die Waffen zu zücken und die Dungeons am Ende dennoch lebend zu verlassen. Bei manchen "Old School" Systemen wäre das je nach Dungeon vermutlich auch möglich gewesen, aber in einer breiten Masse von Dungeons wohl eher nicht.
Dadurch entsteht natürlich ein völlig neues Spielgefühl. Zumindest ich als Spieler habe in der 5E oder der 3E keinen "Respekt" vor dem Dungeon in dem Sinne, dass ich meinen Char jede Türe untersuchen lassen würde. Im schlimmsten Falle verliere ich an einer Falle oder einer Trollmeute ein bisschen von meinem Berg an HP, die ich beim Mittagessen wieder regeneriere. Etwas überspitzt, aber ihr wisst, dass der Kern wahr ist.

Ich weiß gar nicht ob dies so sehr daran liegt das an einer Begegnung eine Nummer dran steht welche den Schwierigkeitsgrad angibt.

Zum einen gibt es diese Angaben natürlich schon in den guten alten D&D Editionen und zum anderen sind solche Angaben eher ein Mittel für den Spielleiter abzuschätzen welchen Schwierigkeitsgrad er möchte, keine Fixierung wie schwer eine Begegnung sein darf.

Das Problem entsteht eher dadurch, das die Angaben schlecht sind. Häufig zu weit vom tatsächlichen Schwierigkeitsgrad abweichen und auch im Durchschnitt zu einfache Begegnungen generieren.

Ein Spielleiter und auch ein Abenteuerdesigner der sich auf die Angaben zur Schwierigkeit verlassen kann wird viel eher bereit sein zu sagen "heute teste ich mal die Grenzen der Gruppe aus". Und einer der das nicht kann wird mehr Sicherheitspuffer einbauen.

Das sieht man auch in der Betrachtung der Tödlichkeit der unterschiedlichen Editionen, obwohl alle dran schreiben wie gefährlich etwas sein kann ist die tatsächliche Gefährlichkeit und Tödlichkeit sehr unterschiedlich. Nicht nur weil die Werte in der 5e eine höhere Gefährlichkeit suggerieren als dann tatsächlich im Spiel vorhanden ist.

Sondern auch weil konkrete Mechaniken um mit gefährlichern Situationen umzugehen reduziert wurden. Was dann leider ebenfalls dazu führt von vornherein etwas mehr Sicherheitspuffer einzubauen und Encounter weniger tödlich zu gestalten um sie mit den reduzierten Optionen dennoch erfolgreich gestalten zu können.

Klingt jetzt vielleicht abwertend, aber eigentlich hat D&D 5 damit irgendwo auch eine Nische innerhalb der D&D Editionen, eine Art Bier &Brezel D&D zum einfach losspielen und ein paar Monster verhauen. Ist jetzt auch nicht so als ob dies etwas falsches sei.

Nur ist es eben auch nicht zwingend die OSR Nische.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 14.06.2021 | 19:09
Klingt jetzt vielleicht abwertend, aber eigentlich hat D&D 5 damit irgendwo auch eine Nische innerhalb der D&D Editionen, eine Art Bier &Brezel D&D zum einfach losspielen und ein paar Monster verhauen.

Ach echt? Sind alle D&D5-Abenteuer so stupide?
Welches von den offiziellen ist denn am wenigsten Bier&Brezel?

Hätte nicht gedacht dass 'Curse of Strahd' oder 'Princes of the Apocalypse' so grütze sind. Wird oft viel Gutes von berichtet.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: caranfang am 14.06.2021 | 20:51
Klingt jetzt vielleicht abwertend, aber eigentlich hat D&D 5 damit irgendwo auch eine Nische innerhalb der D&D Editionen, eine Art Bier &Brezel D&D zum einfach losspielen und ein paar Monster verhauen.
Diese Aussage ist erwiesener Maßen falsch! D&D 5e ist weit mehr als das. Selbst das "MMO für Stromausfälle", auch D&D 4e genannt, ist mehr als das! So etwas kenne ich eher als wirklich alten D&D-Abenteuern oder von selbstgeschriebenen Abenteuern eher mittelmäßiger DMs, für die Hack & Slay das absolut wichtigste ist.

In meinen Augen ist D&D 5e ein sehr guter Ersatz für die diversen OSR-Versionen. kein Wunder hat man bei der damaligen Beta sehr darauf geachtet, dass man die Fans aller Versionen erreicht.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 14.06.2021 | 21:16
Ach echt? Sind alle D&D5-Abenteuer so stupide?
Welches von den offiziellen ist denn am wenigsten Bier&Brezel?

Hätte nicht gedacht dass 'Curse of Strahd' oder 'Princes of the Apocalypse' so grütze sind. Wird oft viel Gutes von berichtet.

Wie gesagt - es wäre völlig verkehrt dort von Grütze zu sprechen. Curse of Strahd haben wir bei uns in der Runde z.B. auch gespielt und hatten viel Spaß, das ist ein mehr als ordentliches Abenteuer welches durchaus auch viel mehr Mühe reinsteckt diese Effekte zu minimieren als beispielsweise Rise of Tiamat.

Wenn man über Regelsysteme redet dann immer auch über Werkzeugsets für Spieler und Spielleiter. Und wenn man dort dann auch sagen kann das manche Werkzeuge fehlen und andere nicht mehr so gut funktionieren wie zuvor so bedeutet dies doch noch lange nicht das deshalb alle Abenteuer Murks wären oder das Spielleiter nicht trotzdem mit ihrer Gruppe eine Menge positives herausholen können.

Ich glaube das beste was man machen kann ist die konkreten Regeländerungen ansprechen, erläutern welche Konsequenzen sich dahinter verbergen und damit Leuten ermöglichen sich ebenfalls ein Bild zu machen.

Wer OSR erwartet bekommt mit der 5e halt ein System welches wahrscheinlich weiter weg davon ist als eigentlich alle anderen Editionen von D&D und müsste am Ende um ein wirklich vergleichbares Spielgefühl hinzubekommen und trotzdem einen moderneren Rahmen zu nutzen deutlich mehr anpassen. Was sich lohnen kann - auch dahingehend muss man aufpassen nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten und nicht einfach nur zu sagen "ach das geht doch nicht" - was einfach nicht wahr wäre.

Aber es geht halt mit anderen Mitteln einfacher. Und die Gefahr ist hoch sich ein paar bekannte Probleme der 5E gleich mit einzukaufen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Arldwulf am 14.06.2021 | 21:23
Diese Aussage ist erwiesener Maßen falsch! D&D 5e ist weit mehr als das.

Ich denke es ist in erster Linie (wie alle Regelsysteme) das was man daraus macht. Aber natürlich bedeutet dies nicht, dass man Regeländerungen nicht bewerten könnte.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: General Kong am 14.06.2021 | 22:14
Die verschiedenen Versionen von D&D haben alle unterschiedliche Setzungen und Spielweisen, die man eher bevorzugen kann als andere.
Ich halte es mit dem Dungeon Bastard:
If a Game has Dungeons and if it has Dragons I wanna play it!
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: La Cipolla am 25.06.2021 | 14:12
Die 5E ist für mich kein Ersatz, aber sie hat mir geholfen, genauer zu verstehen, welche OSR ich haben will – und wann sie besser ganz zuhause bleiben sollte.

Wenn ich D&D spielen will, überlege ich daher eigentlich immer:

Mir ist übrigens klar, dass für die alten Säcke hier "so richtig D&D" eher nach OSR klingt, aber jetzt geht es ja um meine Erfahrungen. ;D Und da ist "so richtig D&D" nun mal eher das grundlegende Feeling der dritten Edition.

Die meisten OSR-Systeme, die ich früher mochte, hängen mir seit der 5E zu krass auf so einer komischen "Weder-Fisch-noch-Fleisch-Zwischenebene" herum. Wenn ich bspw. LotFP oder Old-School Essentials spiele, kann ich auch gleich noch etwas Balast abwerfen und habe simpleren Spaß mit Knave, ohne wirklich irgendwas zu verlieren, was mich persönlich daran reizt. Ich verstehe aber sehr gut, warum das für andere anders ist. Kommt halt drauf an, was man von der OSR – und von D&D5 – möchte.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 25.06.2021 | 14:21
Und dieses DCC, von dem einige schwärmen? Wie findest du das?

Ich muss sagen dass ich das Artwork von DCC was ich bisher gesehen habe teilweise besser finde als die Bilder von D&D5. Halt so richtig oldschool.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Ma tetz am 25.06.2021 | 14:58
Und dieses DCC, von dem einige schwärmen? Wie findest du das?

Ich muss sagen dass ich das Artwork von DCC was ich bisher gesehen habe teilweise besser finde als die Bilder von D&D5. Halt so richtig oldschool.

Probier es doch einfach mal aus. Am Samstag ist DCC-Tag. Schau einfach mal auf die System Matters Homepage.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: La Cipolla am 25.06.2021 | 16:38
DCC ist für mich immer so ein betont altes Spiel, das noch mehr als andere OSR-Dinger auf Nostalgie setzt, nach meinem ersten Eindruck (?) auch nicht nur in den Illustrationen – da lasse ich mich aber gerne von Veteranen korrigieren. Ich würde es daher allem voran denen empfehlen, die wirklich Nostalgie für irgendeine alte Variante von D&D haben.

Aber ja, das Coole an der OSR ist ja, dass man zu allem überall was findet. Wenn man keine Zeit zum Rumprobieren hat oder nicht mit Fremden Spielen will, kann man sich einfach nen Nachmittag hinsetzen und einmal die üblichen Verdächtigen (oder ihre Reviews) Überfliegen, dann kriegt man einen sehr guten Eindruck. Die OSR war für mich nie so wie die Indie-Szene, wo man vieles  wirklich spielen sollte; OSR-Spiele fühlen sich beim Spielen meistens genauso an wie sie sich lesen.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: schneeland am 25.06.2021 | 16:50
Das besondere an DCC ist m.E., dass es einerseits ein altmodisches Spielgefühl bieten möchte und das auch mit seiner Ästhetik untermauert, andererseits aber viel von der "Warzigkeit" älterer D&D-Editionen abwirft und im Kern eher ein auf Kernbestandteile kondensiertes D&D3/D20-System ist, das entsprechend des anvisierten Spielgefühls weitergedacht wurde.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 25.06.2021 | 16:51
@La Cipolla: Ich kann deinen Eindruck entkräften. DCC ist bewusst kein Retroklon, sondern mischt vielmehr das beste aus altem D&D und D&D3.X und legt den Charakteren beispielweise mit Glück und Zauberbrand viel mehr Werkzeuge und Macht in die Hand (man könnte es Player Empowerment nennen >;D).

Es geht zum Beispiel auch weniger darum, das Spielgefühl von alten D&D zu emulieren (wobei das auch gar nicht so viele OSR-Spiele wollen). Stattdessen setzt sich das Spiel sogar noch tiefer mit den Wurzeln von D&D auseinander (Stichwort Anhang N), macht daraus aber etwas eigenes. Gerade der Aufbau der Abenteuer ist sehr modern in dem Sinn, dass die Abenteuer sehr fokussiert und leicht vorzubereiten sind.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Alexandro am 25.06.2021 | 16:53
Ich würde sagen: das Schlechteste (besonders was die Verregelung der Zauber und die Unfairness/Beliebigkeit der Abenteuer angeht).
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tegres am 25.06.2021 | 17:03
Ich würde sagen: das Schlechteste (besonders was die Verregelung der Zauber und die Unfairness/Beliebigkeit der Abenteuer angeht).
Wie viele Abenteuer hast du gespielt/geleitet?
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: tartex am 25.06.2021 | 17:04
Ich würde sagen: das Schlechteste (besonders was die Verregelung der Zauber und die Unfairness/Beliebigkeit der Abenteuer angeht).

Vielleicht führen sie für dich ja bei DCC 2nd dann Challenge Ratings ein.  8]  >;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Neightmaehr am 25.06.2021 | 17:08
Ich würde sagen: das Schlechteste (besonders was die Verregelung der Zauber und die Unfairness/Beliebigkeit der Abenteuer angeht).

So unterschiedlich sind die Geschmäcker, gerade wegen den Magieregeln hab ich mich für DCC als OSR System entschieden.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Kaskantor am 25.06.2021 | 17:12
DCC ist für mich als langjähriger DnD-Anhänger die Offenbarung schlechthin.

Es hat auch meinen OSR-Ansatz-Slot gefüllt und ich würde sagen, dass nichts weiter von der OSR weg sein könnte, als DnD5.

Ich spiele wie schon gesagt beides nebenher und im guten Einklang.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 25.06.2021 | 19:04
Probier es doch einfach mal aus. Am Samstag ist DCC-Tag. Schau einfach mal auf die System Matters Homepage.

Danke, aber wir spielen D&D5. Da gibt es genug auszuprobieren.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Fezzik am 25.06.2021 | 19:55
Ich würde sagen: das Schlechteste (besonders was die Verregelung der Zauber und die Unfairness/Beliebigkeit der Abenteuer angeht).

Achtung Geschmäcker Diskussion im Anmarsch. ~;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Coltrane am 25.06.2021 | 20:03
Quatsch! Da gibt es nix zu diskutieren: DCC rockt!  >;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: nobody@home am 25.06.2021 | 20:25
Quatsch! Da gibt es nix zu diskutieren: DCC rockt!  >;D

Faltenrock, vermute ich mal. ~;D
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 26.06.2021 | 12:20
Was bietet denn DCC was D&D5 nicht bietet? Bis auf die wunderschönen Cover?

Hier schreibt jemand dass das Magiesystem broken sei (wahrscheinlich sind Magier übermächtig?). Und wie schneiden die Abenteuer im Vergleich zu den D&D5-Abenteuern ab?

Wir spielen aktuell die Kampagne aus der Einsteigerbox, und unser SL sagt das AB ist besser als so manche DSA5-Sachen. Also positiv überrascht.

Kann man DCC leicht nach D&D5 konvertieren?
Wir würden nicht umsteigen aber ein extrem gutes Abenteuer (vergleichbar mit dem  Einsteigerset) würdrn nutzen wenn es ein Konversionsdoc gibt wo drin steht was die Werte jeweils in DCC und D&D5 bedeuten
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: hassran am 26.06.2021 | 12:25
Quatsch! Da gibt es nix zu diskutieren: DCC rockt!  >;D

DCC stand doch für "D&D Cargo Cult", oder?
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Kaskantor am 26.06.2021 | 13:10
@ Tarendor mein Rat an dich. Bleibt bei der 5e und spielt euch erstmal satt. Es gibt viele DnD5-Kampagnen, aber weniger Einzelabenteuer (zumindest im Original).

Danach könnt ihr mit DCC mal einen Trichter spielen und dann ein Stufe 1 Abenteuer (um mal die DCC-Regeln gänzlich zu erleben). In DCC sind die Abenteuer auch eher Episodenhaft angelegt, also schon mal der erste Gegensatz zu DnD5.

Man kann alles hin- und herkonvertieren, aber es passt einfach nicht zum jeweiligen Spielgefühl.
In DnD5 heilt ihr per longrest alle TP, in DCC einen. In DCC hast auf Stufe 1 schon alle Klassenfähigkeiten, in DnD5 baut sich das über die Stufen auf. In DnD5 sind die Zauber so gut wie immer gleich, in DCC können sich die Ergebnisse durchaus unterscheiden (jedesmal wird auf einer Tabelle des jeweiligen Zaubers gewürfelt).
Sobald bei den Gegnern ein Spruchwirker dabei ist, greifen besondere Regeln in DCC (Zauberduelle) und auch gerade die Patrone sorgen mit gesonderten Zaubern für besondere Situationen. Es gibt Verderbnis und Ungnade und rein theoretisch, könnte man bei DCC (und guten Würfen) den ganzen, liebenlangen Tag zaubern. Auch die Ab- oder Aufwürfel sind etwas feingranularer, als einfach nur Vorteil und Nachteil bei DnD5.
Ansonsten sind es viele Kleinigkeiten (die ich hier nicht alle aufführen werde), die ein DCC für mich zu einem guten Spiel machen, zb. darf man bei der Benutzung von Zweihandwaffen nur einen W16 für die Inni würfeln, statt einem W20

Auch wenn ihr versucht mit DnD5 Regeln DCC-Abenteuer zu spielen, ist es mMn einfach nicht dasselbe!

BTW im Starter werden die Spieler in DnD5 recht verwöhnt. Spätere Kampagnen-Einstiege kamen mir nicht mehr ganz so einfach vor. 

Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 26.06.2021 | 13:17
@Kaskantor

Hey danke, das sind hilfreiche Empfehlungen.

Da es für das deutsche D&D5 massig Kampagnen gibt, sind wir wirklich noch lange beschäftigt.
Und wir wollen uns auch erstmal in das Regelwerk reinspielen sozusagen und nicht Systemhopping betreiben.
Ich glaube wer D&D5 nur oberflächlich antestet kann gar nicht wirklich sagen wie es ist. Ich sehe hier Ähnlichkeiten mit DSA 4,wo man auch erst eine Weile spielen musste um überhaupt alles verstanden zu haben.

Das heißt erstmal besser kein DCC.
Vor allem da wir eher Kampagnenspieler sind (DSA-sozialisiert, Phileasson, 7G usw.) und nur Episoden zu spielen ist uns zu lahm.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Kaskantor am 26.06.2021 | 13:24
Na, wenn man die Episoden lose um die SC-Story verbindet, hast in DCC auch eine Kampagne, zumal es in DCC auch richtige Kampagnen gibt. Aber erstmal eins nach dem anderen.

(Oh Gott, wenn meine Mitspieler das lesen, werden sie mich gnadenlos und verdient in den Boden stampfen  ~;D)
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 26.06.2021 | 13:33
Wir wollen sowieso längerfristig bei D&D bleiben, weil wir davon ausgehen dass D&D6 eine bessere D&D5 ist, aber nicht was völlig Neues wieder.

Also eher wie DSA3 zu DSA 2 anstatt DSA 4 zu DSA 3.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 26.06.2021 | 17:51
D&D 6 ist Zukunftsmusik bis SciFi... Da ist nichts, aber auch gar nichts geplant bisher. Dazu läuft D&D 5e viel zu gut
 
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 26.06.2021 | 18:46
D&D 6 ist Zukunftsmusik bis SciFi... Da ist nichts, aber auch gar nichts geplant bisher. Dazu läuft D&D 5e viel zu gut

Coole Sache!
Einfach toll dass D&D5 das erfolgreichste RPG der Welt ist.
Es scheint mir auch eines von den 'gespielten' Systemen zu sein, also die Leute kaufen es und spielen es auch. Viele RPGs werden einfach nur gesammelt und verstauben im Schrank.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: tartex am 26.06.2021 | 19:19
Wenn ihr von DSA kommt, ist D&D5 natürlich schon mal elegantes Back to Basics.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 27.06.2021 | 11:48
Auf Dauer braucht DSA eigentlich auch eine D&D 5e Version ;) Einfach um relevant zu bleiben. D&D 5e dürfte auch in Deutschland mit Abstand das beliebteste und bekannteste System sein. Das kennen inzwischen sogar Leute, die noch nie Rollenspiel gemacht haben.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: RackNar am 27.06.2021 | 12:02
gibt es schon https://www.ulisses-ebooks.de/browse.php?author=Stefan%20Urabl
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Tarendor am 27.06.2021 | 12:10
D&D 5e dürfte auch in Deutschland mit Abstand das beliebteste und bekannteste System sein. Das kennen inzwischen sogar Leute, die noch nie Rollenspiel gemacht haben.

Sieht man alleine schon im Tanelorn. D&D5 hat die meisten aktiven Diskussionen und war auch auf Platz 1 der besten 5te Editionen-Umfrage (anderer Thread).

Und dann findet man auch noch tausende Sachen im Netz dazu. Richtig cool, so eine riesige Community.
Titel: Re: Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 29.06.2021 | 01:46
gibt es schon https://www.ulisses-ebooks.de/browse.php?author=Stefan%20Urabl

Ich meinte eigentlich was offizielles von Ulisses. Kein Fan-Work ;)