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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Pen & Paper - Umfragen => Thema gestartet von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:20

Titel: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:20
Hallo! Mich interessieren derzeit Möglichkeiten, die Spielerfiguren bei der Erschaffung miteinander zu verknüpfen.

Zwei recht unterschiedliche Beispiele:
Fate Core: Jeder Spieler bzw. jede Spielerin denkt sich ein vergangenes Abenteuer aus, in dem seine bzw. ihre Figur bereits zwei anderen Gruppenmitgliedern begegnet ist. Auf welche Art und Weise ist völlig offen.
Hillfolk: Die Figuren gehören einer gemeinsamen Gruppe an (Clan, o. ä.) und definieren ihren Status, Verwandtschaft untereinander, ihre Wünsche, inneren Konflikte und vor allem was sie von einer anderen Figur wollen. Der Spieler der anderen Figur legt dann fest, warum die Figur das von ihrer Figur nicht bekommt!

Bei Fate Core entsteht also ein Netz, das aber sehr unterschiedlich ausfallen kann (von den treuen Gefährten, die für die Kameraden ihr Leben riskieren bis zu mörderischem Versteck- und Intrigenspiel á la Spionagethrillern wie Ronin ist alles denkbar).
Die Figurenerschaffung bei Hillfolk ist darauf ausgerichtet, möglichst oft dramatische Clashs der Figuren untereinander herbeizuführen.

Jetzt meine Frage: Kennt ihr noch andere Möglichkeiten? Vielleicht sogar irgendetwas dazwischen? Ein Mechanismus, der die Standardannahme Wir-sind-eine-Gruppe-und-verfolgen-deshalb-immer-ein-gemeinsames-Ziel etwas aufweicht, ohne gleich ein permanentes PvP zu erzwingen? So etwas suche ich jedenfalls.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: AndreJarosch am 18.07.2021 | 21:25
Ich bin mit dem Stichwort "Verwandtschaft" völlig bei dir.

Verwandte können sich wunderbar unterschiedlich sein und sich miteinander fetzen, aber wenn eine Bedrohung von Außen kommt, dann ist man doch EINE FAMILIE.

Es können auch Adoptivkinder des selben Adoptivvaters sein; so könntest du z.B. in EDO-Systemen sogar verschiedene menschliche Volksgruppen, Elfen, Zwerge, etc. zu einer Familie machen.

Ansonsten: Vettern/Basen, Nichten/Neffen, Halbgeschwister, etc.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:32
Das ist eine Möglichkeit, da stimme ich dir zu. Ich suche aber eher so ein allgemeines Verfahren bei der Figurenerschaffung. Ich möchte eigentlich nicht erzwingen, dass alle Spielerfiguren miteinander verwandt sind.

Ach... ich merke gerade, dass ich es gar nicht so leicht erklären kann. Muss noch ein bisschen nachdenken.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 18.07.2021 | 21:32
ihre Pfade haben sich gekreuzt zusammen aufgewachsen, Akademie, Mitglieder der gleichen gruppe, Clan, Regiment, Lehnsleute des gleichen Herren, Clans, Orden, sie schuften alle unfreiwillig in Lord Evils Steinbruch
verknüpft ihre Mentoren sind Abenteurer derselben Party im Ruhestand, Lord Evil hat sie auf dem Kicker oder alle haben was gegen ihn,
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:34
Nochmal:
Es geht mir hauptsächlich darum, die weitverbreitete Ansicht "eine Gruppe - eine Meinung" schon bei der Figurenerschaffung in Frage zu stellen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Vecna am 18.07.2021 | 21:35
D&D5: Charaktere können Hintergründe und Lebensereignisse haben. Zu letzteren gehören auch Sachen wie zuvor erlebte Abenteuer.
Die Verknüpfung der Charaktere ergibt sich ganz simpel, indem man die jeweiligen Ereignisse und Persönlichkeiten, die sich durch die individuellen Hintergründe und Lebensereignisse ergeben, als gemeinsame Ereignisse und Persönlichkeiten definiert oder überschreibt. Hierbei können sich die Hintergründe und Lebensereignisse von allen oder nur von einigen Charakteren überschneiden.

Weil sich durch die vielen Tabellen (aus denen man auch ohne zu würfeln einfach wählen kann) ein großer Fundus an Ereignissen und Persönlichkeiten ergibt, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass die Charaktere auf mehreren Ebenen verknüpft sein können, ohne dass es direkt mit dem gegenwärtigen Abenteuer oder dem roten Faden der Kampagne zu tun hat.

Die oben genannten Überschneidungen und Verknüpfungen zwischen Charakterhintergründen und -lebensereignissen können sowohl zum Vorteil als auch zum Nachteil gereichen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:37
@Vecna: Und wie wird ermittelt, ob diese Verknüpfungen für die Figuren vorteilhaft oder nachteilig sind?
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Timo am 18.07.2021 | 21:44
D&D5 hat doch die Einteilung in Ideal, Bindung und Makel, da trägt man dann dementsprechend ein.

Kindheitsfreunde wäre auch eine Option um Figuren zusammenzubringen, sie müssen nichtmal befreundet geblieben sein, kommen dann durch ein Ereignis (Tod eines weiteren gemeinsamen Freunds zB) wieder zusammen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 21:45
Entsprechend WAS? trägt man ein?
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: männliche HEXe am 18.07.2021 | 21:48
Bei Forbidden Lands suchst / denkst du dir für jedes andere Gruppenmitglied einen Satz aus, der deine Einstellung zum Gruppenmitglied beschreibt. Es sind Ideen vorgegeben, aber eigene gern gesehen. Diese Einstellungen müssen nicht auf Gegenseitigkeit beruhen. Dadurch ergibt sich mitunter ein sehr interessantes Spannungsverhältnis.

Bei Kids on Bikes beantwortet man bis zu 2 Fragen aus Tabellen für jede andere Figur. Das ist ebenfalls sehr spannend und ist noch etwas mehr auf das Genre Fokussiert. Es gibt jeweils eine Tabelle für "Charaktere die man kennt -Positives", "Charaktere, die man kennt - Negatives" und "Charaktere, die man nicht kennt" mit jeweils 20 Einträgen, die Ausgewürfelt werden.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: schneeland am 18.07.2021 | 21:54
Entsprechend WAS? trägt man ein?

D&D5 liefert eine Reihe vorgefertigter Charakterhintergründe, die dann über Tabellen verfügen, aus denen man auswählt bzw. auf sie würfelt oder entsprechend etwas eigenes definiert. Für den Gelehrten liefert die Tabelle für Ideale beispielsweise:

Knowledge. The path to power and self-improvement is through knowledge. (Neutral)
Beauty. What is beautiful points us beyond itself toward what is true. (Good)
Logic. Emotions must not cloud our logical thinking. (Lawful)
No Limits. Nothing should fetter the infinite possibility inherent in all existence. (Chaotic)
Power.Knowledge is the path to power and domination. (Evil)
Self Improvement The goal of a life of study is the betterment of oneself. (Any)

Agiert ein Spieler in Übereinstimmung mit diesen Idealen, kann der SL u.a. Inspiration (einen Bonuswürfel für eine Aktion nach Wahl des Spielers) vergeben.

Dasselbe gibt es auch noch für Bonds und Flaws. Wenn man möchte, kann man darüber dann entweder gemeinsame Ideale einer Gruppe oder persönliche Verbindungen konstruieren, die sich auch mechanisch (eben über Inspiration) auswirken.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Issi am 18.07.2021 | 21:54
Nochmal:
Es geht mir hauptsächlich darum, die weitverbreitete Ansicht "eine Gruppe - eine Meinung" schon bei der Figurenerschaffung in Frage zu stellen.

Die finde ich persönlich auch extrem unspannend.
Ebenso wie das "verwandt."

Aber ich sag mal salopp - "Funken dürfen ruhig zwischen den SC sprühen" aber "Detonationen sollen wenn möglich ausbleiben."
eine Pauschale Lösung gibt es sicher nicht.
Ich würde jetzt ne Mischung nehmen aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden.

Beispiel:
A. Die SC haben grundsätzlich das gleiche Ziel oder ein sehr ähnliches  (Verbindend) aber sehr unterschiedliche Persönlichkeiten( Zündstoff) und/oder Arten ihr Ziel zu verfolgen.
B. Die SC haben nicht unbedingt dieselben Ziele: Also verfolgen vielleicht nebenbei noch Ziele von denen die anderen nicht wissen dürfen (Konfliktstoff) aber dafür ergänzen sich ihre Persönlichkeiten ganz gut (Verbindend)


Ein ganz einfaches Ziel um diese "wir haben uns alle lieb und kennen uns schon ewig"- Sauce etwas zu lösen, sind persönliche Geheimnisse (Aufgaben, Motivationen,Ziele)- von denen die anderen SC zunächst nichts wissen.- Das  kann aber u.U. auch zu ziemlich konfliktlastigen Situationen führen.


Oder aber man konzentriert sich darauf sehr unterschiedliche Persönlichkeiten zu erschaffen, die dann gezwungen sind zusammen zu arbeiten.
Beispiel: Der Typ der immer alles dreimal durchdenkt, bevor er handelt- und der der lieber improvisiert.
Oder aus zwei sehr unterschiedlichen - Fraktionen, Gemeinschaften, Gesellschaftsschichten etc. - die gegenseitige ihre Vorurteile  haben.
Oder einer der nie etwas ungesetzliches tun würde, zusammen mit einem der Gesetze nicht so eng sieht. etc.



Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: KhornedBeef am 18.07.2021 | 21:56
Night's Black Agents: Man kann jedem Mitglied der Gruppe Trust zuweisen. Steigerungen dieses Pools werden wie für andere Fähigkeiten erworben. In Situationen, in denen die Figuren von Teamwork profitieren können, kann man Punkte aus dem Pool für Proben ausgeben. Sollte aber irgendeiner der Charaktere einmal einen anderen verraten oder sonstwie gegen ihn arbeiten, kann er bei einer entsprechenden Probe die investierten Trust-Punkte des anderen gegen diesen ausgeben. Et tu, Brute...
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Dr. Beckenstein am 18.07.2021 | 22:00
Ich denke, da braucht kein spezielles System oder eigene Regeln.

Der Spielleiter kann sich für die SC eine Hintergrundgeschichte wünschen, und da finden sich sicher lockere Enden, die man verknüpfen kann ("Wer hätte es gedacht, dein neuer Weggefährte ist der Sohn des Erzmagus, der dich auf der Akademie so schikaniert hat! Bist du Profi genug, das zu ignorieren?").

Ansonsten bleibt noch der Klassiker: "Ihr sitzt alle in der selben Taverne ..." :D
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 22:08
@ HEXer: Gute Möglichkeiten! In die Richtung geht es, was ich suche. Der Forbidden Lands Mechanismus ist deshalb interessant, weil überhaupt nach dem Verhältnis gefragt wird. Nur sehr phantasielose Spielerinnen und Spieler werden für jede Figur eines Mitspielers dasselbe aufschreiben. Schon deshalb wird die Einstellung zu den Gefährten ein bisschen differieren.

Zu D&D5E: Ist mir wahrscheinlich zu viel "wenn man möchte" dabei. Ich suche keinen allgemeinen Vorteil/Nachteil Mechanismus, bei dem dann die Beziehungen zu den Gefährten vielleicht irgendwo mal auftauchen, sondern etwas Direkteres und Verbindlicheres.

Zu Night´s Black Agents: Der Mechanismus funktioniert bei uns leider nur als Punktegeber für Notsituationen. Erstmal sind es nicht gerade viele Punkte. Im Falle eines Verrats verdreifachen sie sich... ja, aber... die Kampagne ist dann vorbei: "Was? Du verdreifachst meinen Trust um ihn gegen mich zu verwenden? Ich ziehe meine Maschinenpistole und blaste alle meine Punkte auf Automatikfeuer, du mieser Verräter!" Nach einer solchen Tat gibt es kein gemeinsames Abenteuer mehr.

Die Hintergrundgeschichten mit Biss hatte ich mir bisher auch ausgedacht. Aber ich dachte, vielleicht gibt´s eine Möglichkeit, ähnliche Konstellationen zu erzielen und die Spielerinnen und Spieler dabei mehr selbst entscheiden zu lassen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: schneeland am 18.07.2021 | 22:14
Zu D&D5E: Ist mir wahrscheinlich zu viel "wenn man möchte" dabei. Ich suche keinen allgemeinen Vorteil/Nachteil Mechanismus, bei dem dann die Beziehungen zu den Gefährten vielleicht irgendwo mal auftauchen, sondern etwas Direkteres und Verbindlicheres.

Dann vielleicht noch in Runde geworfen: in Dungeon World definieren Charaktere bei der Erschaffung Bande untereinander (jeweils zwei) - diese Bande bestimmen den Bonus, wenn ein Charakter dem anderen hilft. Bei ihrer Auflösung (durch Weiterentwicklung der Beziehung) erhält der Spieler, dessen Band aufgelöst wird, einen Erfahrungspunkt.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 22:20
@schneeland: Nicht ganz das, was ich suche, aber interessant. Ist das ein Erfahrungspunkt für gewonnene Selbständigkeit? Das führt dazu, dass der Zusammenhalt in einer Gruppe später loser wird, nicht wahr? Spannende Idee. Hat sie genug Wumms um Wirkung zu zeigen?
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: nobody@home am 18.07.2021 | 22:23
PbtA-Spiele neigen gerne dazu, jedem Playbook eine Reihe von recht spezifischen, aber nicht schon bis ins letzte Detail ausformulierten Beziehungen mitzugeben; bei der Charaktererschaffung geht man dann reihum, weist jedem anderen Gruppenmitglied eine davon zu, und definiert die dann genauer (wobei der jeweilige "Empfänger" teilweise ganz offiziell Mitspracherecht hat). Als Beispiel etwa die Einträge aus dem "The Chosen"-Playbook für Monster of the Week:

Zitat von: Monster of the Week, p. 33
HISTORY
Go around the group again. On your turn, pick one of these for each other hunter:
  • You are close blood relations. Ask them exactly how close.
  • They are destined to be your mentor. Tell them how this was revealed.
  • Your best friend in the world, who you trust totally.
  • A rival at first, but you came to a working arrangement.
  • Romantic entanglement, or fated to be romantically entangled.
  • Just friends, from school or work or something. Ask them what.
  • They could have been the Chosen One instead of you, but they failed some trial. Tell them how they failed.
  • You saved their life, back when they didn't know monsters were real. Tell them what you saved them from.

Besondere Regeln hängen da speziell bei MotW nicht dran, aber das kann von Spiel zu Spiel variieren.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Crimson King am 18.07.2021 | 22:25
@schneeland: Nicht ganz das, was ich suche, aber interessant. Ist das ein Erfahrungspunkt für gewonnene Selbständigkeit?

Nein. Das Band wird durch ein neues ersetzt. Der XP symbolisiert in dem Zusammenhang eher die Lebenserfahrung, durch die sich das Band verändert.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 22:28
Danke, Crimson King... dann ist die Sache doch nicht ganz so ungewöhnlich.
Das Monster of the Week Beispiel finde ich zwar ziemlich aufwändig, aber auch nicht schlecht. Hat jedes playbook eine andere Liste?
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Koruun am 18.07.2021 | 22:28
Es gibt ein "Totally not a D&D Fiasco" Dokument von Dyson Logos mit Tabellen, u.A. die Tabelle "Relationships" die sich dazu eignet und sich bei uns mehrfach als tauglich erwiesen hat.

Zweimal nacheinander W6 würfeln und dann eine Geschichte zum Ergebnis überlegen. Bei 4+ Spielern hat es gut gepasst, wenn ein Charakter eine Beziehung zu zwei weiteren hat.

PDF File im Anhang.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: KhornedBeef am 18.07.2021 | 22:31
[...].

Zu Night´s Black Agents: Der Mechanismus funktioniert bei uns leider nur als Punktegeber für Notsituationen. Erstmal sind es nicht gerade viele Punkte. Im Falle eines Verrats verdreifachen sie sich... ja, aber... die Kampagne ist dann vorbei: "Was? Du verdreifachst meinen Trust um ihn gegen mich zu verwenden? Ich ziehe meine Maschinenpistole und blaste alle meine Punkte auf Automatikfeuer, du mieser Verräter!" Nach einer solchen Tat gibt es kein gemeinsames Abenteuer mehr.

[...].
Ah, dann kennst du das. No offense, aber spielt ihr dann vielleicht falsch? Also, klar ist das eine Option, ist ja auch immer eine endliche Kampagne im Hintergrund. Aber ich habe das immer so verstanden, dass das eine andere Option ist, das man auf SpielerInnen-Ebene kooperiert, und der Verrat der betroffenen Figur eben sofort klar wird.
Aber selbst wenn, dann sterben eben Figuren. Das ist ein Thriller. Dann macht man Ersatz und spielt weiter. Oder?
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: nobody@home am 18.07.2021 | 22:32
Danke, Crimson King... dann ist die Sache doch nicht ganz so ungewöhnlich.
Das Monter of the Week Beispiel finde ich zwar ziemlich aufwändig, aber auch nicht schlecht. Hat jedes playbook eine andere Liste?

Grundsätzlich ja. Einige Einträge werden sich ähneln, weil die auf so ziemlich jedes Playbook passen (kurzes Durchblättern zeigt, daß beispielsweise die "nahe Verwandtschaft" gerne auftaucht), aber andere sind dann wieder individueller auf das spezielle Playbook zugeschnitten.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 22:40
@Koruun: Ach ja, stimmt ja, Fiasco hat ja immer diese Seite mit den Beziehungen... und ihr würfelt das aus... hm. Vielleicht probiere ich´s mal aus. Schlecht finde ich´s nicht. Danke jedenfalls.

@KhornedBeef: Klar geht´s nur um Figurenebene... ich habe als Spieler kein Maschinengewehr dabei. Im Ernst: Das ist in meinen Augen die Ronin-Regel... du kannst niemandem trauen - Paranoia! Der Typ, mit dem du schon einiges durch hast, zeigt sein wahres Gesicht, zieht seine Waffe und die Kampagne ist vorbei. Wenn sich dabei die Spieler wohlfühlen, ist das wunderbar. Ich kann nur kein Zalozhniye Quartet damit spielen, weil das bei uns knapp 20 Sitzungen gebraucht hat.

@Monster of the Week: O.K., hört sich nach guten Anregungen an. Ich muss es mir mal anschauen. Danke.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: KhornedBeef am 18.07.2021 | 22:46
D.h. euch ist das schon klar, aber in der Konsequenz wollt ihr ein längeres Stück so nicht spielen. Verstehe ich.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Gemeiner am 18.07.2021 | 22:52
Ich finde es interessant, wenn die Charaktere einander formal in der Spielwelt untergeordnet sind.

Bei Cyberpunk 2020 war bei uns der Solo der Leibwächter des Fixers und bei D&D waren die Erststufler die Gefolgsleute der viertstufigen Kämpferin usw.

Das bietet jede Menge Rollenspielpotenzial, auch und gerade wenn der ranghöchste Charakter eben kein Chef-der-auf-Kumpel-macht ist.

Manch einer mag vermuten, dass das zu Konflikten auf Spielerebene führt, aber zumindest in meiner Erfahrung macht eine formale Rangordnung der Charaktere die Problematik unterschiedlicher Meinungen in einer Schicksalsgemeinschaft/Kommandoeinheit/... allen womöglich erst richtig bewusst -- und das ist dann reizvoll auszuspielen.

Der Fixer hat den Solo damals eiskalt geopfert.  >;D Und der hat das mit seinem Ehrenkodex (vermutlich inspiriert von Turner aus Gibsons Count Zero) mit sich machen lassen.  :o Sehr geil, sehr Cyberpunk.

Das ist freilich kein generell praktikabler Ansatz, wie er hier gesucht wird. Aber vielleicht ein interessanter Gedanke zum Thema...
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 18.07.2021 | 22:53
@KhornedBeef: Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich schreibe dir mal ´ne pm.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Yney am 18.07.2021 | 23:11
Ich denke, da braucht kein spezielles System oder eigene Regeln.

Der Spielleiter kann sich für die SC eine Hintergrundgeschichte wünschen, und da finden sich sicher lockere Enden, die man verknüpfen kann

Regeln nutze ich dafür auch nicht. Ich mag es, wenn eine neue Gruppe sich am Anfang nicht kennt und das Kennenlernen Teil des Spiels ist. Dabei stricken die Spieler ihre Figuren mit ihren Eigenschaften und beschreiben sie mir und, umgekehrt wie bei Dr. beckenstein, ich bette sie dann passend in die Welt ein und versuche eine Umgebung zu schaffen, in der es ihnen möglich ist, ein Miteinander zu finden (das keineswegs völlig harmonisch sein muss). Da allen Beteiligten klar ist, dass man natürlich auf lange Sicht eine gemeinsame Geschichte spinnen will, ist es sicherlich auch ab und zu mal notwendig ein Auge der absoluten Logik zuzudrücken oder den eigenen Charakter einen kleinen Sprung über seinen Schatten machen zu lassen. Aber insgesamt hat das bisher eigentlich immer ganz gut geklappt – ein oder zwei Fälle von Vollblutindividualisten einmal ausgenommen ;)
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Vecna am 19.07.2021 | 00:04
@Vecna: Und wie wird ermittelt, ob diese Verknüpfungen für die Figuren vorteilhaft oder nachteilig sind?

Die anderen haben es schon beantwortet - und das ist wohl auch das, was du gesucht hast.

Was ich beschrieb, ist im Prinzip ein kreativer Rahmen für die Session 0, mit dessen Hilfe in sehr kurzer Zeit Charaktere miteinander verknüpft werden können. Das bietet D&D5 mit den Hintergründen und Lebensereignissen.

Zwar gibt es, wie schon erwähnt, mit den Idealen, Bindungen und Makeln implizite Regeleffekte, aber eigentlich ist es nur eine heuristische Methode. Du suchst anscheinend eher soetwas wie einen Algorithmus oder eine Formel.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Doc-Byte am 19.07.2021 | 00:20
Jetzt meine Frage: Kennt ihr noch andere Möglichkeiten? Vielleicht sogar irgendetwas dazwischen? Ein Mechanismus, der die Standardannahme Wir-sind-eine-Gruppe-und-verfolgen-deshalb-immer-ein-gemeinsames-Ziel etwas aufweicht, ohne gleich ein permanentes PvP zu erzwingen? So etwas suche ich jedenfalls.

Hm, ich bin mir nicht sicher, ob es in die Richtung geht, die du suchst, aber schau doch mal hier (https://www.dropbox.com/s/qldwiftfuwcxdyp/Star%20Reeves%20-%20Das%20Space%20Western%20Rollenspiel.pdf?dl=0) (keine Werbung) ab Seite 116 rein. Das stammt im Kern aus equinox. Es enthält zwar auch Konfliktstoff aber mehr der Art "wir als Gruppe mit unseren Partnern gegen eine oder mehrere externe Bedrohung(en)". :think:
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Feuersänger am 19.07.2021 | 00:59
Stichwort PBTA, das ist iirc bei Urban Shadows noch etwas greifbarer verregelt. Ich weiss es aber nimmer genau weil es schon x Jahre her ist. Jedenfalls wird bei der Gruppenzusammenstellung ein Netzwerk aus Beziehungen zwischen den SCs geknüpft, es gibt etwa "Bond" und "Debt" und iirc noch ein Dings. Und diese Beziehungen sind dann auch im Spiel abrufbar: "Du schuldest mir doch noch was? Dann tu jetzt bitte das für mich".

Allerdings weiß ich ebenfalls nicht mehr, wie bindend das dann wirklich ist -- damals in der Treffen-Runde hat es halt hervorragend funktioniert weil die Spieler auch alle an einem Strang gezogen haben - man hat schon durchaus Schulden und Gefallen eingefordert, aber immer in einem vernünftigen Rahmen, der das Abenteuer an sich vorangetrieben hat. War cool.

--

Was ich mir allerdings wünschen würde, wäre so eine Verflechtung, die es auch eher "unorthodoxen" Gruppenzusammenstellungen ermöglicht, miteinander auf Abenteuer zu gehen. Beispielsweise sowas wie "magischer Zaubermagier + extrem magiehassender Barbar" oder gar den D&D Gruppen-GAU "LG Paladin + CE Assassine". Aber auch wenn man nicht mit Gesinnungen spielt, wird jeder so ein Szenario schonmal erlebt haben: "Spieler C möchte einen schurkischen Opportunisten spielen - wie soll man so eine tickende Zeitbombe vernünftig in eine Gruppe einbinden?" Meines Erachtens geht das nur durch genau solche Konstellationen, die ein wenig Verlässlichkeit ins Gefüge bringen. Und da sind m.E. diejenigen Spieler in der Bringschuld, die so eine "loose cannon" spielen wollen.

Anekdotenzeit:
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Und man muss nichtmal so tief ins Klischeefach greifen, um so ein Netzwerk als wünschenswert erscheinen zu lassen. Ich war auch mal in einer Gruppe, da gab es halt einfach quasi keine Chemie zwischen den Spielern. Da hat halt quasi jeder nur für sich agiert und niemand für die Gruppe. Die SCs hatten halt von Anfang an keine Beziehung zueinander, und ab da ist man sich meistens auf die Nerven gegangen. Man ist halt zusammengeblieben, weil hier gerade ein kleiner Weltuntergang verhindert werden musste, und diese Motivation musste reichen. Das hieß dann aber eben auch, dass man unmittelbar nach Abschluss dieses Arcs keinen Grund mehr hatte, sich die dämlichen Visagen der Mitstreiter noch einen Tag länger anzutun.
Und das lag jetzt meines Erachtens nicht daran, dass die Spieler alles Armleuchter gewesen wären -- und ich meine durchaus, dass eine entsprechende unterstützende Mechanik für ggs Verknüpfung da die Gruppenatmosphäre deutlich hätte verbessern können.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 19.07.2021 | 02:24
@Doc-Byte: Was ich suche, findet sich in deinem Regelwerk auf S. 139 (Beziehungen erschaffen). Wenn ich das richtig verstehe, lagerst du das, was ich ganz gern innerhalb einer Gruppe hätte, allerdings größtenteils auf Nichtspielerfiguren aus.

@Feuersänger: nochmal pbta, o.k. Ist das bei Urban Shadows ein Mechanismus, der den individuellen playbooks übergeordnet ist? Ich glaube, ich habe keine Lust, diese ganzen Details aus allen playbooks zusammenzuschreiben um hinterher festzustellen, dass das sowieso ziemlich settingspezifisches Zeugs ist. Wenn´s aber irgendwie allgemeiner geregelt wäre, würde ich´s mir mal anschauen.

Vielleicht noch ein paar Worte zu deinen allgemeinen Erklärungen. Bei mir geht eine Kampagne ihrem Ende entgegen, in der die Spielerfiguren nur relativ locker miteinander verbunden waren. Eigentlich haben alle ihre eigenen Leben gehabt, die allerdings auch von äußeren Umständen geprägt waren, sodass sie doch immer mal wieder zusammen kamen. Die Spielerinnen und Spieler haben sich geduldig angehört, was die anderen so treiben. Ich habe dafür für meine Verhältnisse ziemlich flott die Szenen geframet und etwas penibler darauf geachtet, dass niemand unter den Tisch fällt. Insgesamt verfolgten die Figuren in der Regel ihre eigenen Anliegen, fanden dann aber immer mal wieder ganz zwanglos zueinander. Das hat mir gut gefallen. Dass so ein Spiel mit einer anderen Gruppe (Ungeduldige, Egomanen, etc.) auch problematisch werden kann, glaube ich sofort. Aber vielleicht kann man an den Startvoraussetzungen wenigstens ein bisschen rütteln und so dafür sorgen, dass da Figuren entstehen, die etwas mehr als den nächsten Plot im Kopf haben. Der Strang hat ja gezeigt, dass das auch schon viele Systeme auf die ein oder andere Art und Weise machen. Ist ja erfreulich! Ich hab´s bisher allerdings noch nicht oft so richtig gelungen im Spiel erlebt.

Für mein nächstes Vorhaben fand ich die Fährte von Fiasco bisher am vielversprechendsten. Da gibt es in den Basis-Playsets so eine Art von Standard-Beziehungen; übergeordnete Begriffe, von denen einige immer wieder vorkommen:
Familie, Freunde, Romantik, Verbrechen, Gemeinde/Öffentlichkeit, Vergangenheit, Seelenverwandte, Geschäfte.
Das könnte doch ein Inspirationsansatz sein!
Vielleicht kann ein Spieler bzw. eine Spielerin darauf aufbauend positive (+1), negative (-1), ambivalente (0) und nicht vorhandene (0) Beziehungen frei wählen (ja, vielleicht mit so ´nem Beispielsatz), die sich insgesamt die Waage halten sollten. Um zu verhindern, dass extrem faule Spieler ausschließlich nicht vorhandene Beziehungen wählen, lässt sich ja vielleicht sagen, es muss mindestens einmal +1 und -1 dabei sein. Und damit wäre insgesamt auch ein wenig Zündstoff dabei.
Die Beziehungen eine nach der anderen reihum zu etablieren, ist wahrscheinlich sinnvoll. Nach einer solchen Ansage kann ja der Mitspieler bzw. die Mitspielerin auf Anfrage hin vielleicht direkt erwidern, ob die Sache von seiner bzw. ihrer Figur her auf Gegenseitigkeit beruht.
Könnte ich mal so ausprobieren. Danke soweit!
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Rorschachhamster am 19.07.2021 | 07:20
Ich hab mal den Spielern eein paar Umschläge am Anfang einer (Stadt-)Kampagne gegeben mit je einer Handvoll unterschiedlichen NSC, die sollen sich kurz in einem Satz oder so überlegen, wie und warum sie den NSC kennen. Was die nicht wußten, das ein NSC überall drin war, und der hat ihnen dann ein Haus vermacht...  ;D
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Issi am 19.07.2021 | 07:46
Regeln nutze ich dafür auch nicht. Ich mag es, wenn eine neue Gruppe sich am Anfang nicht kennt und das Kennenlernen Teil des Spiels ist.
Mache ich auch so.
Aber danach war nicht gefragt. 

@
Feuersänger
Denke bei den unparadoxen Gruppenzusammenstellungen helfen auch keine Regeln. Da braucht es Vor allem Spieler mit denen das gut funktioniert.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Doc-Byte am 19.07.2021 | 21:49
@Doc-Byte: Was ich suche, findet sich in deinem Regelwerk auf S. 139 (Beziehungen erschaffen). Wenn ich das richtig verstehe, lagerst du das, was ich ganz gern innerhalb einer Gruppe hätte, allerdings größtenteils auf Nichtspielerfiguren aus.

Du meinst Konfikte / -potential? Ja, das stimmt schon. Aber man könnte das Grundsystem sicher auch so abändern, dass die Gruppe weniger einhellig daher kommt. Wobei auch beim Match-System nicht zwangsläufig alle SCs "bester Freunde" sein müssen. Aber ist das überhautp das, was du suchst? Denn das hier wiederum:

Zitat
Aber vielleicht kann man an den Startvoraussetzungen wenigstens ein bisschen rütteln und so dafür sorgen, dass da Figuren entstehen, die etwas mehr als den nächsten Plot im Kopf haben.

ist doch eigentlich ziemlich genau das, was beim Erschaffen eines Settings und der Hauptfiguren beim Match-System heraus kommt. Charaktere, die mit ihrem Umfeld verbunden sind, was man dann als SL als Aufhänger für Geschichten nutzen kann, die eben nicht (nur), ihr hab heute Job xy zu erledigen, weil euch wer eine fette Bezahlung dafür geboten hat, sind. :think:
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 19.07.2021 | 23:26
Da gibt´s sicherlich mehrere Wege zum Ziel. Ich probier´s jetzt erstmal wie in Antwort #31 beschrieben.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Runenstahl am 19.07.2021 | 23:43
Und nochmal PbtA: Dungeon-World bietet sehr D&D spezifische Verknüpfungen zwischen den Charakteren an.

Beispiele:

Barbar
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Magier
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Auf diese Weise kann man die Charaktere der Gruppe miteinander verzahnen.

Und da sind m.E. diejenigen Spieler in der Bringschuld, die so eine "loose cannon" spielen wollen.

Absolutes +1 von mir dafür.

Da sollte dann auch der SL bzw die Gruppe ein Auge drauf haben. Wenn jemand unbedingt den Lone-Wolf-Halbdämonen-Barbaren mit Blutgier, Berserkerwut und dem Nachteil "Leicht Reizbar" in einer "guten" Gruppe spielen möchte, dann sollte die Person sich mit den anderen absprechen wie und warum man überhaupt zusammenarbeitet und gemeinsam mit der Gruppe Wege finden und ausarbeiten die das möglich und plausibel machen.

Das ist leider ein Punkt der gerne übersehen wird. Ja, der einsame starke Held ist eine coole Sau, aber auch in den Filmen wird er letztlich immer den anderen zur Hilfe eilen wenn Not am Mann (oder Frau) ist. Selbst Riddick und Wolverine helfen anderen statt stets nur ihr eigenes Ding zu drehen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 20.07.2021 | 11:13
Mir geht´s überhaupt nicht um "coole Säue" (und mit dem "lone wolf" hatte ich auch schon meine Probleme).

Mir geht´s um Figuren, die noch ein anderes Anliegen haben, als den Hauptplot abzuwickeln.
Vielleicht, weil sie einen Beruf haben, der nicht immer ganz einfach ist.
Vielleicht, weil sie in einem anderen Bereich Interessen oder Verantwortung haben.
Was auch immer.

In meiner letzten Runde hat sich durch die individuellen Lebensentwürfe der Figuren manchmal ganz zwanglos eine Verbindung ergeben, die dann auch eine Auswirkung für den weiteren Verlauf der Handlung hatte. Das fühlte sich sehr real an und hat mir gut gefallen.

Hier geht´s mir darum, für solche Figurenkonstellationen bei der Erschaffung eine Starthilfe zu geben.
Mehr nicht.

Die Dungeon World Beispiele gefallen mir ganz gut. Sieht so aus, als wäre es vorteilhaft, wenn die Hilfestellungen ein bisschen auf das Genre oder das Setting angepasst sind. Das war in meiner Runde übrigens auch so. Vielleicht ist es keine gute Idee, nach einem allgemeinen Mechanismus für so etwas zu suchen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 20.07.2021 | 11:29
Hallo,

ich habe mir die Ausgangsfrage durchgelesen und eventuell wurde das schon erwähnt. Man könne sich die Welt anschauen und die Politische Lage genauer ansehen.
Zwerge können Politisch gesehen, eine Verbindung an Menschen und Elfen haben. Zumindest könne das Territorium so liegen das Handel betrieben wird. Dadurch könne sich Freundschaften oder Handelspartner entwickeln. Eventuell werden sie Politisch miteinander beauftragt. Kleinigkeiten oder doch etwas Außergewöhnliches.

Das andere ist, es könne anders herum sein und es kommen welche an in das Territorium. Dadurch kann auch etwas entstehen. Sofern dieses mit Menschen oder Kurzlebenden Rassen, möglich macht dieses Länger zu bespielen.

Was an Berufen auch Möglich sein kann, dass Söldner in das Territorium kommen könne und Freundschaften oder Zuneigung entstehen kann und das der Söldner die Entlassung einreicht.
Das könne auch mit Magier und anderen Berufen möglich sein.   
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Nodens Sohn am 20.07.2021 | 11:51
Hallo! Mich interessieren derzeit Möglichkeiten, die Spielerfiguren bei der Erschaffung miteinander zu verknüpfen.

Zwei recht unterschiedliche Beispiele:
Fate Core: Jeder Spieler bzw. jede Spielerin denkt sich ein vergangenes Abenteuer aus, in dem seine bzw. ihre Figur bereits zwei anderen Gruppenmitgliedern begegnet ist. Auf welche Art und Weise ist völlig offen.
Hillfolk: Die Figuren gehören einer gemeinsamen Gruppe an (Clan, o. ä.) und definieren ihren Status, Verwandtschaft untereinander, ihre Wünsche, inneren Konflikte und vor allem was sie von einer anderen Figur wollen. Der Spieler der anderen Figur legt dann fest, warum die Figur das von ihrer Figur nicht bekommt!

Bei Fate Core entsteht also ein Netz, das aber sehr unterschiedlich ausfallen kann (von den treuen Gefährten, die für die Kameraden ihr Leben riskieren bis zu mörderischem Versteck- und Intrigenspiel á la Spionagethrillern wie Ronin ist alles denkbar).
Die Figurenerschaffung bei Hillfolk ist darauf ausgerichtet, möglichst oft dramatische Clashs der Figuren untereinander herbeizuführen.

Jetzt meine Frage: Kennt ihr noch andere Möglichkeiten? Vielleicht sogar irgendetwas dazwischen? Ein Mechanismus, der die Standardannahme Wir-sind-eine-Gruppe-und-verfolgen-deshalb-immer-ein-gemeinsames-Ziel etwas aufweicht, ohne gleich ein permanentes PvP zu erzwingen? So etwas suche ich jedenfalls.

In "Beyond the Wall" geht man den Weg, dass man bei der Erschaffung der Charaktere gleichsam das gemeinsame Heimatdorf und seine Umgebung, vergangene Ereignisse und Geheimnisse erschafft. Es ergeben sich damit Beziehungen, wichtige Orte und Personen die für den Einzelnen und die Gemeinschaft prägend sind. Dieses Geflecht an Beziehungen hält die Spielercharaktere zusammen und bietet Möglichkeiten für die ersten Abenteuer, bevor es dann in die weite Spielwelt hinausgeht, um dem einen großen Plot zu folgen.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 20.07.2021 | 12:22
Ja, solche Mechanismen kenne ich auch. Finde ich auch gut. Das Vorgehen ist eben relativ aufwändig. Wenn dann eine längere Kampagne folgt, finde ich´s super. Ob ich´s vor jedem FewShot haben muss, weiß ich nicht. Aber Danke, ich halte mal die Augen auf, nach diesem kollektiven Worldbuilding zu Beginn.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: aikar am 20.07.2021 | 13:27
Was wir schon verwendet haben:

FATE-Phasentrio (Gemeinsam aufgebaute vernetzte Vorgeschichte, jeder schreibt sich in die Geschichte der anderen rein)
Dungeon-World-Fragen (Vordefinierte Sachen wie "______ kennt ein Geheimnis von dir, was und wer ist es?")
Gemeinsame Vergangenheit als Kommando-Einheit im Krieg (Eberron, inkl. einem ausgespielten Einsatz in Session Zero).
Gemeinsame Vergangenheit mit Microscope gespielt
Gemeinsame Traumvision (etwas lahm, aber hat gereicht)
Alle aus einem Dorf + Fragerunde (X, was verbindet dich mit Y?)
Gemeinsamer Dorfbau + gemeinsam aufgewachsen (Beyond the Wall)
Ein SC als Auftraggeber der anderen SCs
Alle Mitglieder der selben (Piraten-)Schiffscrew (mit einer SC als Captain)
Runner-Pool mit gemeinsamem Schieber, der Teams für Aufträge zusammenstellt
Gemeinsam entflohene Sklaven, die sich dann gejagt durch Feindesgebiet schlagen müssen
Gemeinsam von einem NSC für eine Langzeit-Mission (=Kampagne) angeheuert
Alle SCs Agenten der gleichen Geheimorganisation
Ersterkundergruppe aus dem selben Kaer (Earthdawn)
SCs als Ermittler und Besitzer einer Privatdetektei
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: unicum am 20.07.2021 | 14:09
Ich mache das mittlerweile fast immer.

Die Spielfiguren kommen aus dem gleichen Dorf, ist dabei fast das einfachste und auch mit das häufigste was ich dabei als SL gemacht habe.
Sie haben alle den gleichen Mentor der sie ausgebildet hat.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Supersöldner am 20.07.2021 | 14:58
Akademie.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Skarabäus am 20.07.2021 | 14:59
Es geht mir hauptsächlich darum, die weitverbreitete Ansicht "eine Gruppe - eine Meinung" schon bei der Figurenerschaffung in Frage zu stellen.

Ich finde es spannend hier die andere Seite der Medaille "Wie bekomme ich bloß die Spieler dazu als Gruppe zusammen zu arbeiten?" beleuchtet zu sehen. Meiner Erfahrung nach leben Spieler gerne den Hintergrund ihrer Charaktere aus, wenn man ihnen als SL genug Freiraum gibt. Bei meinen Runden bestand die Kunst eher darin das richtige Maß zu finden, so dass "Selbstverwirklichung" möglich war, aber gleichzeitig der Plot nicht ohne die Spieler weiterlief. Ein Regelmechanismus wie von dir erfragt, könnte natürlich bei diesem Balanceakt helfen. Meiner Meinung nach hängt es auch sehr stark vom Spielsystem ab, wie sich solche Dynamiken entwickeln: Bei D&D und ähnlichen System hat man vermutlich schneller das Phänomen der "Bandenbildung", aber z.B. bei Vampire spielt man Individuen, die meist durch äußere Umstände dazu gebracht werden müssen zusammen zu arbeiten.

Reine Neugier: In welchem System/Setting/Genre seid ihr unterwegs und warum besteht dort die Tendenz der Verbrüderung so stark? Und noch eine Verständnisfrage: Der gesuchte Regelmechanismus soll dann die Dynamik in der Gruppeninteraktion erhöhen? 
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: QuantizedFields am 20.07.2021 | 15:27
In Against the Darkmaster muss man drei Passions ausfüllen:  Motivation, Natur und Loyalität.

Motivation möchte wissen, was dein persönliches Ziel ist. Wofür kämpt dein Charakter? Beispiele sind:

- I will find out the fabled Sword of the Tuatha, and prove myself worthy of wielding it.
- I will wipe out the Orcs that burned down my village and killed my family.
- I will reclaim the Crown of the Realm.


Natur ist wie du mit Situationen umgehst und oder was dir am wichtigsten ist:

- I will live by the Laws of Nature under the Silver Stars.
- Trust no one, and have your sword ready.
- As a Holy Knight, I’m sworn to protect the meek, avenge the wrongs, and fight Evil.


Loyalität beschreibt eine Liebe, eine Beziehung oder einen Feind:

- My loyalty is to my King, whom I swore to protect and serve.
- The love for my family drives me forward.
- I will follow my companion and master Eoin wherever our path will lead us.


Umso besser ist es, wenn Spieler sich untereinander erwähnen als Teil ihrer Loyalität oder Motivation :)
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Haukrinn am 20.07.2021 | 15:33
Viele ptba-Spiele verwenden vorgebene Listen von "Bonds/Relationships", die Charaktere miteinander verbinden. Also nicht nur allgemein Mag ich/Neutral/Kann ich nicht leiden, sondern sehr konkrete Situationen, sondern eher "X hat dir einmal etwas gestohlen und du hast ihm/ihr das durchgehen lassen. Was war es und warum hast du X nicht zur Rede gestellt?".

Ich finde diese sehr konkreten Vorgaben gerade bei so etwas sehr hilfreich. Weil es Spannungen aufzeigt, die angespielt werden können, die aber in unterschiedliche Richtungen ausschlagen können. Und natürlich weil man nicht so völlig im leeren Raum hängt was da so zwischen zwei Charakteren passiert sein könnte.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Chiarina am 20.07.2021 | 15:40
Ich weiß nicht viel über Vampire... vermutlich stimmt´s aber und es gibt tatsächlich Systeme, in denen die Figuren schon von der Anlage des Spiels her eigenständiger sind.

aikar, deine Liste ist bemerkenswert, Danke dafür. Wichtig ist mir aber, dass das nicht nur Werkzeuge sind, mit denen sich eine Gruppe zusammenbringen lässt. Das wäre mir etwas zu wenig. Ich würde mir wünschen, dass die Figuren einer Gruppe auch dann noch, wenn sie ein gemeinsames Anliegen erkennen, ein paar eigene Interessen behalten.

Die "Against the Darkmaster" Geschichte ist auch bedenkenswert, zumindest Motivation und Loyalität... die Natur geht ja in Richtung Charaktergestaltung.

Auf alle anderen Ideen bin ich weiter oben schon auf die ein oder andere Art und Weise eingegangen, denke ich.

Insgesamt wünsche ich mir statt dem gemeinsamen großen Ziel, dem sich alle Figuren komplett unterordnen, mehr Nebeneinanderher, bei dem dann einfach mal gesehen wird, was miteinander geht und was man vielleicht lieber allein oder zu zweit macht.

Danke jedenfalls! Ich habe ein paar gute Anregungen erhalten mit denen ich jetzt mal ein bisschen herumspielen werde. Ihr dürft gern weiter diskutieren.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Maarzan am 20.07.2021 | 15:44
Meiner Erfahrung nach hat das nicht gemeinsame Erstellen der Figuren bezüglich deren Moral und Fraktionszugehörigkeiten in einem bestehenden politisch/sozialen Umfeld (also nicht nur rein in die abseits gelegene Ruine und holt was raus) bisher schon recht zuverlässig genügend Spannungen mit herein gebracht.

Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Feuersänger am 20.07.2021 | 16:37
Noch ein Gedanke:
Ich finde es völlig legitim, bei der Gruppenerstellung einen gemeinsamen Nenner als sine qua non vorzugeben. Eben entsprechend der geplanten Kampagne. Das können Ziele sein, die dem SC zu Spielbeginn noch gar nicht klar sein müssen -- aber dann muss es halt klick machen.

Beispiele anhand typischer D&D/PF Kampagnen etwa:
- Ihr seid die Dorfjugend und hegt Loyalität gegenüber eurer Heimat und Mitbürgern. (Lies: wenn es knallt, haut keiner ab und verkauft auch nicht das Dorf an die Orks)
- Piratenkampagne: ihr wollt Piraten sein. Gut, ihr hattet Pech dass ihr erstmal geschanghait wurdet, aber nach der Meuterei wollt ihr bitte eure eigene Operation aufziehen und nicht im erstbesten Hafen abmustern.
- Kingmaker: es geht darum, einen wilden Landstrich zu zivilisieren. Ihr seid als Herrscher vorgesehen und sollt Verantwortung tragen. Also macht euch einen SC der Geschmack an dieser Aufgabe findet.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 20.07.2021 | 16:53
Noch ein Gedanke:
Ich finde es völlig legitim, bei der Gruppenerstellung einen gemeinsamen Nenner als sine qua non vorzugeben. Eben entsprechend der geplanten Kampagne. Das können Ziele sein, die dem SC zu Spielbeginn noch gar nicht klar sein müssen -- aber dann muss es halt klick machen.

Beispiele anhand typischer D&D/PF Kampagnen etwa:
- Ihr seid die Dorfjugend und hegt Loyalität gegenüber eurer Heimat und Mitbürgern. (Lies: wenn es knallt, haut keiner ab und verkauft auch nicht das Dorf an die Orks)
- Piratenkampagne: ihr wollt Piraten sein. Gut, ihr hattet Pech dass ihr erstmal geschanghait wurdet, aber nach der Meuterei wollt ihr bitte eure eigene Operation aufziehen und nicht im erstbesten Hafen abmustern.
- Kingmaker: es geht darum, einen wilden Landstrich zu zivilisieren. Ihr seid als Herrscher vorgesehen und sollt Verantwortung tragen. Also macht euch einen SC der Geschmack an dieser Aufgabe findet.

Die wilden Gruppenzusammenstellungen sind mir auch irgendwann auf den Geist gegangen. Bei Star Wars hatte mal eine Diplomatengefolge vorgegeben, da konnte auch jeder die typischen Aufgaben einer Abenteuerergruppe ausfüllen. Diplomat (Sozialcharakter), Leibwächter (Kampfcharakter), Pilot (Schurke/Technikcharaker), Jedi-Padawan (Magiercharakter) bzw. Sith-Schüler (war die Alte Republik als Setting, daher konnte sich die Gruppe entscheiden, auf wessen Seite sie stehen).
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 20.07.2021 | 19:04
Hallo,

man kann natürlich eine Kampagne vorgeben wo eine Gruppe von Rasse Gespielt wird. Da sollte es einfacher sein, ein miteinander verzahnen. Da können die Ziele und Motivation schon direkter Sein. Zumindest die Motivation könnte auf das eigene Volk schon ein Zusammen Gefühl geben. Es gibt auch eventuell schneller Optionen die man bespielen kann oder die Möglichkeit dieses noch zutun.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 20.07.2021 | 19:18
Hallo,

eventuell wenn die Klassen auch Berufe haben und diese Nachgehen, dass man versucht eventuell die Berufe Zusammen zuführen. Eine Verbindung zu Schaffen. Da könnten Menschen zu dem Zwerg gehen der Schmiede arbeiten kann. Wenn es nun ein Handelsplatz gibt. Versuchen sie gute Qualität zubekommen und Gespräche eröffnen sich.
Genauso anders herum würden Priester und Kleriker die Kultur erfahren wollen, grade die in Jungen oder Jugend Alter damit sie wissen mit wem und mit was man zutun hat. Wenn die Kultur nicht weit sein sollte. Sollte es eine Verbindung geben.

-Edit:- Sollte auch möglich sein andere Kulturen zu Bespielen da man eventuell zugereist ist, also die Eltern sind zum Ort gereist da sie auf Wohlstand, Glück oder nur Ruhe haben wollen.-
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Jiba am 21.07.2021 | 10:48
Es gibt ein "Totally not a D&D Fiasco" Dokument von Dyson Logos mit Tabellen, u.A. die Tabelle "Relationships" die sich dazu eignet und sich bei uns mehrfach als tauglich erwiesen hat.

Zweimal nacheinander W6 würfeln und dann eine Geschichte zum Ergebnis überlegen. Bei 4+ Spielern hat es gut gepasst, wenn ein Charakter eine Beziehung zu zwei weiteren hat.

PDF File im Anhang.

Ziemliche Mogelpackung, diese "Family"-Kategorie in der Tabelle. Ein Eintrag "Actual family related by blood" (zum Beispiel "Parent/Child", "Married to each other" oder "Cousins") fehlt völlig. Stattdessen doppelt man Punkte aus der Friends-Kategorie. Ich frage mich nun, warum...  :think:
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: 1of3 am 21.07.2021 | 14:25
Ich weiß nicht viel über Vampire... vermutlich stimmt´s aber und es gibt tatsächlich Systeme, in denen die Figuren schon von der Anlage des Spiels her eigenständiger sind.

Jup. Das sieht man auch schön an Dungeonworld von Runenstahl und Monsterhearts, was Haukrinn zitiert hat. Denn bei Monsterhearts funktioniert das und alle DW-Adaptionen werfen das als nicht funktional raus.

Du kannst halt das schönste Vorbereitung haben, wenn dann nicht das Gameplay dahinter passt.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Supersöldner am 21.07.2021 | 14:41
sie waren alle an der selben Akademie.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: nobody@home am 21.07.2021 | 14:49
sie waren alle an der selben Akademie.

Und ihre Erzfeinde ebenso. ;)

Gerade zu Kampagnenanfang ist ja "die Gegner von heute kennt ihr noch persönlich von früher" zumindest unter anderen auch keine ganz schlechte Methode, speziell schon mal ein paar SC/NSC-Beziehungen zu knüpfen. Schließlich stehen die SC da ihren Ursprüngen noch am nächsten.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Maarzan am 21.07.2021 | 14:54
Und ihre Erzfeinde ebenso. ;)

Gerade zu Kampagnenanfang ist ja "die Gegner von heute kennt ihr noch persönlich von früher" zumindest unter anderen auch keine ganz schlechte Methode, speziell schon mal ein paar SC/NSC-Beziehungen zu knüpfen. Schließlich stehen die SC da ihren Ursprüngen noch am nächsten.

Ein Problem sehe ich bei vielen solcher Hintergründe, dass die Figuren und damit die Spieler dann auch so einiges an weiterem Hintergrundswissen haben sollten. Und da wird es eben oft mau.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 21.07.2021 | 14:58
Ein Problem sehe ich bei vielen solcher Hintergründe, dass die Figuren und damit die Spieler dann auch so einiges an weiterem Hintergrundswissen haben sollten. Und da wird es eben oft mau.
Hallo,

vielleicht war es auch nur ein Schüler der Aufgefallen ist, aber Persönlich kannte man sich, aber aus irgend einem Grund dann doch von der Schule Verschwand.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: KhornedBeef am 21.07.2021 | 15:17
Ein Problem sehe ich bei vielen solcher Hintergründe, dass die Figuren und damit die Spieler dann auch so einiges an weiterem Hintergrundswissen haben sollten. Und da wird es eben oft mau.
Das kann man mit Erzählrechten lösen, schätze ich. Klar, wenn ein bestimmter Plot vorbereitet ist, in dem die AntagonistIn bestimmte Sachen macht, braucht das Grenzen. Das macht man typischerweise so, dass man etwas lenkende Fragen vorbereitet, die man an passender Stelle bei Nachfragen den SpielerInnen an ihre Köpfe wirft. Das gleiche Prinzip wie bei den Bindungen in Dungeon World, bloß nicht zwangsläufig schon bei der Charaktererstellung.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: aikar am 21.07.2021 | 15:47
aikar, deine Liste ist bemerkenswert, Danke dafür. Wichtig ist mir aber, dass das nicht nur Werkzeuge sind, mit denen sich eine Gruppe zusammenbringen lässt. Das wäre mir etwas zu wenig. Ich würde mir wünschen, dass die Figuren einer Gruppe auch dann noch, wenn sie ein gemeinsames Anliegen erkennen, ein paar eigene Interessen behalten.
War bei uns eigentlich fast immer auch der Fall. Wenn ich eine Gruppe aus dem selben Dorf spiele, ist das Dorf (bzw. Bedrohungen des selbigen) auch Thema der Kampagne.

Wenn sie gemeinsam im Krieg waren, dann kommen NSCs oder Probleme aus der gemeinsamen Vergangenheit während der Kampagne hoch.

Wenn die ganze Kampagne eine Langzeitmission ist, für die die Gruppe angeheuert würde, ist der Antrieb ja schon gegeben.
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Don-Lope am 21.07.2021 | 16:14
Wir machen es schon mal so, dass jeder bei der ersten Sitzung was zu seinem Charakter erzählt und dann haben wir ein paar Karten selbst gestaltet mit Beziehungsandeutungen. (Mentor, alter Freund, ewiger Rivale, mißtrausch ect.)
Dann schnappt sich jeder nach und nach ein bis drei Karten und erschaft damit eine Verbindung zu einem andern Charakter. Oft reagieren die anderen dann darauf und es kommen spontan einge interessante Ideen dabei heraus.

Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 21.07.2021 | 21:47
Hallo,

wenn ich ein Kampagne Vorbereite. Sollten die SPL sich Gedanken machen wie sie Ihre SC da hinein Fügen. Ach und, Sry- und wenn...
Ich eine Kampgange spielen möchte wo nur eine Rasse beherrschen soll, sollte würde Ich Das Gerne Begrüßen!!!!
Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Issi am 22.07.2021 | 09:36
Bei uns schafft sich jeder seine Figur nach Wunsch, und die SL hilft dann die Figur ins Setting einzubinden.(Als SL kennt man auch die SC Ideen der anderen SPL und zudem das Setting)

Dass die SC sich schon vorher kennen, machen wir jetzt nicht. - Die Figuren lernen sich erst im Spiel kennen.

Die Verknüpfungen die vor dem Spiel erstellt werden, dienen dazu, das spätere Kennenlernen und die Zusammenarbeit sicherzustellen.

Vorteile (aus meiner Sicht):
1.Man muss keine gemeinsame Vergangenheit simulieren, die es nie gegeben hat.
2. Die Beziehungen fühlen sich natürlich an, und bauen sich natürlich auf.
3. Man kann sich überraschen lassen, was sich die Mitspieler für Figuren ausgedacht haben. Und selbst überraschen.
4. Wenig bis keine Einschränkungen/Vorgaben für SPL bei der Charakter Erstellung.


Dass es nicht zusammen passt habe ich selten bis nie erlebt. Solange die SL bei der Verknüpfung hilft, und die SPL zusammen spielen wollen, findet sich auch ein Weg.

Edit.
Die SL hat hier zumindest Anfangs die Aufgabe  des "Verknüpfens" und "Einfädelns".
Wobei das so schwer auch nicht ist.
Es geht im Prinzip darum sicherzustellen, dass alle
1. Aufeinander treffen
2. Zusammen arbeiten (müssen)



Titel: Re: Figuren bei der Erschaffung miteinander verzahnen - aber wie?
Beitrag von: Erbschwein am 22.07.2021 | 09:45
Hallo,

glaube Ich auch. Es gibt immer Möglichkeiten die Glaubhaft sind und Realisierbar sind. Was Nur ist, man steht sich selbst auf den Füßen. Bekommt kein Bild, Verknüpft oder Bilderreihe zustande.
Das es gleich Klick macht.