Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Neuromancer am 7.03.2010 | 16:52

Titel: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Neuromancer am 7.03.2010 | 16:52
sodele ^^

Bitte gebt mir eure Meinung,was findet ihr besser?

Meine Erfahrung mit Kaufabenteuern:

bisher zu 80% negativ. ich musste viel daran herumschrauben und verbiegen bis es für mich gepasst hat.

Meine Erfahrung mit selbstgeschriebenen Abenteuern:

Positiv durchweg, und auch den Spielern hats meistens gefallen. Inspiration habe ich mir aus Büchern,Filmen, Serien und auch anderen Kaufabenteuern geholt.

Na los,lasst es krachen ^^
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Chiungalla am 7.03.2010 | 17:03
Also ich habe positive Erfahrungen mit beiden gemacht.

Ich mach mal eine Pro- und Contraliste, zu beiden, weil das einfach übersichtlicher ist:

Kaufabenteuer:
+ Nimmt einem viel Arbeit ab (Handouts, ausarbeiten der NSCs, Plot) und zum Teil ersetzt es sogar Kreativität (NSC-Namen, Plot, u.s.w.)
+ selbst dann noch weniger arbeitsaufwendig, wenn man es auf seine Gruppe anpasst
+ Oft mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet
+ Die Spieler murren meiner Erfahrung weniger, wenn ein gekauftes Abenteuer für sie nicht so spaßige Passagen hat, bzw. ihr Zorn richtet sich mehr gegen den Verlag als gegen den SL.  >;D
- Kaufpreis
- Eingeschränkte Kreativität
- Nicht immer vollständig auf die Gruppe maßzuschneidern

Selbstgeschriebene Abenteuer:
+ Man kann alles wirklich gut auf seine Gruppe zuschneidern.
+ Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.
+ Man überrascht auch Spieler, die dazu neigen sich wenigstens die grobe Beschreibung von Kaufabenteuern vorher durchzulesen.
+ (So gut wie) umsonst.
- Viel Arbeit, zu mindestens im Vergleich mit Kaufabenteuern.
- Erfordert Kreativität, die meiner Erfahrung nach gerade in Phasen mit stressigem Privatleben, nicht immer gegeben ist.

Ich nutze persönlich trotzdem nur recht selten Kaufabenteuer.
Und wenn dann lese ich sie meist einfach nur durch, und übernehme nur NSCs, Handouts und Grundplot aus dem Werk, und designe am Rest so viel rum bis es passt.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Village Idiot am 7.03.2010 | 17:13
Ich halte es für völlig unmöglich, hier festzulegen, was besser ist. Zu dem größten Mist, den ich gespielt habe, gehören sowohl "superdolle kreative selbstgeschreibene" Abenteuer, als auch höchstoffizelle superduper Autorenwerke. Umgekehrt gilt das natürlich genauso, wenn nicht noch mehr. ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Destroy all Monsters am 7.03.2010 | 17:50
Ich halte es für völlig unmöglich, hier festzulegen, was besser ist. Zu dem größten Mist, den ich gespielt habe, gehören sowohl "superdolle kreative selbstgeschreibene" Abenteuer, als auch höchstoffizelle superduper Autorenwerke. Umgekehrt gilt das natürlich genauso, wenn nicht noch mehr. ;)

Kann ich voll zustimmen!

Zuerst mal aus Spielersicht:
Es hängt auch viel vom SL ab... es gibt einfach SLs, die leiten können, wenn man ihnen Material an die Hand gibt, aber es nicht fertig bringen, gute Abenteuer zu schreiben. (Besonderes Problem sind dann diejenigen, die einigermaßen brauchbare Kaufabenteuer verschlimmbessern...)

Andererseits werden leider viele Abenteuer auf den Markt geschmissen, die eins der beiden üblen Extreme bedienen: Storytellertum (aka Railroading) oder billiges Hack&Slay in lieblosen Dungeons. In solchen Fällen denke ich mir dann wirklich, das hätte man auch billiger haben können.

Trotzdem freue ich mich aus Spielersicht über jeden SL, der vorgefertigte Abenteuer leitet und so nah wie möglich am Buch bleibt (wenns nicht grad von DSA ist). (Ja, ich bin voll gegen den DIY-Trend in der Szene, man hat einfach zu viel mitgemacht....)

Spielleitersicht:

Was mich persönlich angeht, so kenne ich meine Stärken und Schwächen als SL zumindest insoweit, als dass ich weiß, dass es für mich gut ist, wenn ich für dauerhafte Runden und Kampagnen auf vorgefertigtes Material zurückgreifen kann (weil ich sonst die Orientierung in der Story verliere und nie zum Abschluss komme). Im High Level Bereich bei fast jedem mir bekannten RSP sind gut ausgearbeitete Kaufabenteuer für mich auch immer eine Hilfe.

Hinsichtlich der "One Shots" kann ich mich dagegen i.d.R. auf meine eigene Kreativität verlassen, was Hintergrund, Ziele und Antagonisten angeht. Für untere bis mittlere Level reichen meine Regelkenntnisse immer aus, um eigenhändig spannende Situationen zu entwerfen, da brauch ich also keine externe Hilfe.

Tümpelritter
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: D. Athair am 7.03.2010 | 18:02
Bitte gebt mir eure Meinung,was findet ihr besser?
Beides!

Kaufabenteuer nehme ich am liebsten auseinander und stelle mir dann daraus einen Baukasten für ein Abenteuer zusammen.
Das Zusammenfügen zu einem Ganzen übernimmt z.T. meine SL-Vorbereitung und z.T. die Gruppe am Spieltisch.

Ein gut geschriebenes, relativ offenes Abenteuer spiele ich auch gerne mal nahezu unverändert.
Zum Probespielen für ein neues System nehme ich immer das/ein Einstiegsabenteuer - unverändert und mit rules as written. Das macht zwar nicht so viel Spaß, offenbart dafür Vorzüge und Nachteile des Systems.

Auch ganz gern spiele ich ein von einem Kaufabenteuer inspiriertes "eigenes Abenteuer".



Stärke und Schwäche der eigenen Abenteuer ist, dass sie stark von der Kreativität des Vorbereitenden abhängen.
Eigene Abenteuer sind besser skalierbar z.B. in der Entscheidungsreichweite von SC-Handlungen.
Das eigene Abenteuer ist vertrauter. Im Guten kann ich schnell und flexibel reagieren, weil ich das meiste im Kopf habe. Im Schlechten zieht mein Abenteuer an den Spielern ob meiner Betriebsblindheit völlig vorbei.
Spielmaterial kann besser eingebunden werden.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Yvo am 7.03.2010 | 18:13
Das hängt immer davon ab, wie GUT man im selbstschreiben von Abenteuern ist und WIEVIEL Zeit man darein investieren will/kann.

Lässt sich also meiner Meinung nach nicht verallgemeinern, was jetzt besser ist...
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Jed Clayton am 7.03.2010 | 18:20
Ich würde hierzu ohne große Überlegungen antworten: Selbstgeschriebene! Auf jeden Fall immer Selbstgeschriebene!

Schon seit meiner ersten richtigen Pen & Paper-Runde vor fast zwanzig Jahren spiele ich bevorzugt die selbstgeschriebenen oder sogar weitestgehend improvisierten Geschichten. Erfahrungsgemäß haben die einfach am besten funktioniert. Sie brachten den meisten Spaß, die meiste Spannung und wir haben darüber noch am meisten später geredet, manchmal noch Jahre später.

Ich habe ja wirklich schon viele verschiedene Abenteuer für die unterschiedlichsten Systeme gelesen, aber zusammenfassend kann ich dir für rund 99% der Abenteuer aus Büchern und Zeitschriften sagen:

Sie haben den großen Nachteil, dass ich sie nie bei einem Con oder an einem gemütlichen Spielnachmittag zu Ende spielen konnte, auch wenn es immer großspurig hieß "Dies hier ist ein Kurzabenteuer" oder "Dieses Abenteuer ist für einen Nachmittag/eine Session geschrieben". Die angeblichen Kurzabenteuer füllten so manches Wochenende, führten zu sehr unbefriedigenden Ergebnissen oder funktionierten überhaupt nicht so, wie von den Autoren geplant.

Gerade die so genannten klassischen Dungeon Crawls oder Schatzsuche-Abenteuer gehen ja meist davon aus, dass die Gruppe eine ganz bestimmte klassische Aufstellung von Magier / Krieger / Dieb / Paladin oder Ähnliches hat und in einer ganz bestimmten Weise strategisch zusammenspielt. Meine Spieler wollten das aber gar nicht oder es ergab sich nie so wie geplant... was ja im Grunde genommen auch wieder gut ist, da man ja nicht nur ein vorgedrucktes Drehbuch durchdrücken möchte. Ganz im Gegenteil: Der Spaß in einer Spielrunde entsteht doch gerade erst dann, wenn die meisten Dinge gar nicht nach Plan laufen, wenn nichts vorhersehbar ist oder nach Schema F verläuft. Lustig sind gerade die Missgeschicke und die dummen kleinen Fehler der Spielercharaktere, das Gezänk und die in-character-Gespräche. Ob und wann bestimmte Etappen auf einer "Erkundungsreise" gelöst werden, ist für mich heute ehrlich gesagt zweitrangig. Es ist vermutlich etwas anderes, wenn man generell im D&D-Stil "organized play" betreibt und daher quasi um Punkte spielt wie in einem Wettkampf - oder um das nächste entscheidende "Levelling Up". Das ist mir aber immer noch fremd.

Außerdem habe ich in der Regel gar keine Lust, in einem 20-30 Seiten langen Text ständig nachzuschlagen oder nach den offiziellen, vorgedruckten Stats von irgendwelchen Gegnern zu blättern. Die besten Abenteuer sind die, bei denen ich nie ein Buch zur Hand nehmen muss. :)

Positive Erfahrungen habe ich fast ausschließlich mit kleinen Independent-Abenteuern gemacht, die im Original auf 1 oder 2 A4-Seiten passen, sowie mit ganz kleinen "Story Seeds", zum Beispiel denen aus den GM's Cookbook (http://rpg.drivethrustuff.com/index.php?cPath=4492) PDFs von Big Finger Games. Da hat man praktisch jeweils nur einen kleinen Textabschnitt von 10-15 Zeilen, aus denen ein geübter Spielleiter problemlos ein langes Abenteuer bauen kann.

Ich halte mich selbst nicht für besonders kreativ oder fleißig. Daher suche ich nach solchen kleinen, neugierig machenden Story-Aufhängern oder Gimmicks, die ich für meine eigene aktuelle Spielrunde individuell zuschneiden kann.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Kaisen am 7.03.2010 | 18:47
Ich glaube auch daß jeder Spielleiter da anders ist. Einige können sich einfach keine guten Geschichten einfallen Lassen oder sind nicht in der lage sich dynamisch in einem Abenteuer zu bewegen.

Ich spiele seit dem ich klein bin nur selbstgeschriebene Abenteuer. Früher hatte ich kein Geld für Kaufabenteuer und keine Lust mich da hinein zu Arbeiten.
Heute mit Internet und mehr Geld in der Börse könnte ich zwar ohne probleme auf fertige Abenteuer zurückgreifen, aber bis ich mich hineingelesen habe habe ich selbst genügend Fäden zusammen gesponnen um eine Runde zu leiten.

Der Vorteil an einem eigenen Abenteuer ist immer, daß man sehr Felxibel spielen kann und man sich eigentlich nur ein großes Ziel setzen sollte. Meist habe ich gerademal genug für einen Abend vorbereitet (Handouts, Karten, Rätsel, Encounters, Schlüsselszenen). Je nachdem wie die Spieler sich verhalten nimmt das ganze dann eine unvorhergesehene Richtung ein und ich bereite den nächsten Abend entsprechend vor. Dadurch behalten die Spieler platz um sich in der Welt zu bewegen und als Spielleiter geräht man nicht in die Verführung die Spieler auf biegen und brechen auf der Spur halten zu wollen. Gott weiß wie oft ich schon lieb gewonnene NSC an Spieler verloren habe, die zu schnell mit der Axt waren.

Wichtig ist die Kontinuität in der Erzählstruktur. Es sollte also schon ein großes Ziel geben. Erfahrungsgemäß sind die letzten 2-3 Spielabende an einer Monsterkampagnie die Schwierigsten, weil dann die Fäden zusammen laufen müssen.

Wer gute Erfahrungen mit eigenen Abenteuern gemacht hat sollte dabei bleiben. Es gibt aber auch leute die ganz hervorragend fertige Abenteuer leiten. Es ist aber immer einfacher von seinen eigenen Ideen zu erzählen als von den Ideen eines anderen... finde ich zumindest.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Blutschrei am 7.03.2010 | 19:01
Ich als SL schreibe sehr gerne selbst, was aber auch damit zusammenhängt, dass ich keine Lust habe, mich einen Tag lang mit dämlichem Layout, grotesken Szenen und übertrieben tief verflochtenen Plots irgendwelcher Autoren auseinanderzusetzen.
Was nicht bedeutet, dass ich die Abenteuer die ich hier habe des öfteren mal als Inspirationsquellen benutze.

Letztendlich waren auch wenige Lichtblicke unter den Kaufabenteuern, die wirklich Spieler und Meister spaß gemacht haben.
Vorallem wenn ich ein neues Setting bespiele orientiere ich mich gerne erst einmal an einem Fertigabenteuer.

Anbei: Die Abenteuer-Autoren denken sich das auch nur aus ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Jed Clayton am 7.03.2010 | 19:12
@Blutschrei:
Nun, das ist auch interessant, finde ich. Gerade die oft im Regelbuch hinten angefügten Einstiegsabenteuer für ein neues System und Setting fand ich vor Jahren meist die schlechtesten Abenteuer, die man sich für das jeweilige System hätte ausdenken können. Das waren in vielen Büchern nur lieblos und an den Haaren herbeigezogen konstruierte Plots, anhand derer man irgendwie die Regeln ausprobieren können sollte. Auch waren sie oft viel zu geradlinig (rail-roaded). Es gibt Ausnahmen, aber ehrlich gesagt haben mich solche Einstiegsabenteuer nie besonders begeistert. Ich habe sie manchmal mangels Alternativen trotzdem genommen und dann erst während des Spiels gemerkt, wie schwach und uninteressant sie für mich waren.

Ich sollte außerdem dazu sagen, dass ich nicht prinzipiell oder ideologisch gegen alle ausgearbeiteten (Kauf-)Abenteuer wettere.

Ich denke mir eben: Wenn ich als Spielleiter eine einigermaßen klare Vorstellung von dem habe, was ich unbedingt mal mit meiner Gruppe spielen bzw. erleben möchte, kann kein gekauftes Abenteuermodul diesem Ziel so nahe kommen wie meine eigene Story. Woher kann denn der Autor eines Kaufabenteuers wissen, was gerade in meiner eigenen Runde so vor sich geht und welche Persönlichkeiten dort am Tisch zusammensitzen? Das weiß doch im Regelfall nur ich. Also kann auch nur ich die Story-Einfälle für meine Spieler, ihren Geschmack und ihre Persönlichkeiten abschätzen.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Bartimäus am 7.03.2010 | 19:15
Hängt meiner Ansicht nach absolut von dem Spielleiter und der Spielsituation ab.

Wenn der Spielleiter weis worauf es ankommt und genug Zeit hat das ganze vorzubereiten, dabei einen Plot für eine bestimmte Runde Plant, dann hat er beim Vorbereiten sehr viele Vorteile auf seiner Seite:
1. Er kennt die Spieler
2. Er kennt die Charaktere
3. Er kennt seine Vorstellung von der Welt und weis was er am besten rüberbringen kann.

Das alles kann jemand, der sich einen Plot für eine beliebige Runde ausdenkt, nicht berücksichtigen. Wenn es also darum geht mit einer unbekannten Spielerzusammensetzung und unbekannten Charakteren zu spielen egalisiert sich dieser Vorteil bis auf Punkt 3. Ansonsten würde ich sagen, das ein kompetenter SL bessere selbstgemachte Plots (für seine Runde) erstellen kann, als es eine neutrale Person je könnte.  
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Korig am 7.03.2010 | 19:17
Kann man so Pauschal nicht sagen. Ich habe festgestellt, dass vorgefertigte Abenteuer mir einfach nicht so viel Freude bringen. Für meinen Teil, war ich dann mit der Handlung oft unzufrieden und musste fast genau so viel Zeit investieren, als wenn ich das Abenteuer selber geschrieben hätte.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Blutschrei am 7.03.2010 | 19:22
Zitat
Nun, das ist auch interessant, finde ich. Gerade die oft im Regelbuch hinten angefügten Einstiegsabenteuer für ein neues System und Setting fand ich vor Jahren meist die schlechtesten Abenteuer, die man sich für das jeweilige System hätte ausdenken können. Das waren in vielen Büchern nur lieblos und an den Haaren herbeigezogen konstruierte Plots, anhand derer man irgendwie die Regeln ausprobieren können sollte. Auch waren sie oft viel zu geradlinig (rail-roaded). Es gibt Ausnahmen, aber ehrlich gesagt haben mich solche Einstiegsabenteuer nie besonders begeistert. Ich habe sie manchmal mangels Alternativen trotzdem genommen und dann erst während des Spiels gemerkt, wie schwach und uninteressant sie für mich waren.

Also ich finde das Abenteuer aus der DSA Basisbox 4.1 (Efferdors Fluch oder sowas?) Für Rollenspieleinsteiger ganz gut. Es scheint beim Lesen zwar wie typisches Railroading, lässt sich aber abgesehen von einem Szenensprung verhältnismäsig frei ausarbeiten. Zumal ein Anfänger mit einem völlig freien Abenteuer wohl etwas überfordert wäre. Auch der Plot an sich bringt eine schöne Stimmung mit sich und bietet etwas für jeden Geschmack.

Auch das Cthuluh-Abenteuer aus dem kostenlosen Einsteigerheft liest sich so, als würde es sich gut spielen lassen. Ich kam jedoch noch nicht dazu es auszuprobieren. Für Shadowrun hätte ich mir ein Abenteuer im GRW gewünscht, da ich absolut kein Plan hatte, wie ich einen Run aufbauen soll. Dementsprechend gering war auch die Motivation das Setting auszuprobieren oder gar weitere Bücher zu kaufen.

Das Abenteuer aus dem Warhammer-Fantasy-GRW fand ich zwar stellenweise scheiße ausgearbeitet aber es kam bei meinen Spielern sehr gut an, und gab mir Einblicke in das Feeling, das Warhammer herüberbringen soll und wie die Szenen so ablaufen sollen.


Zumal es "Einsteigerabenteuer" die als solche entworfen wurden und entsprechende Bemerkungen aufweisen, auch ermöglichen, mal schnell 5 Stunden nach Regelwerk-Erwerb eine runde auszuprobieren.(Vorausgesetzt man fängt nicht gerade erst mit Rollenspielen an)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Xemides am 7.03.2010 | 19:30
Hallo,

ich bevorzuge eindeutig Kaufabenteuer, das ist aber nur mein persönlicher Geschmack.

Meine Gründe:

1. Ich schaffe es nie, Abenteuer auch nur annähernd so weit auszuarbeiten, wie ich es will.
2. Mangelnde Kreativität
3. Ich mag die dietailreichen und komplexen Plots vieler Kaufabenteuer
4. Ich war wenn ich mal ohne Kaufabenteuer geleitet habe und mir was zu recht gestammelt hatte (aus meiner Sicht) immer unzufrieden mit mir.
5. Für mich  ist das Anpassen von Kaufabenteuern immer noch weniger Arbeit als Abenteuer komplett selber zu schustern.
6. Ich improvisiere lieber innerhalb eines Kaufabenteuers als ein ganzes ABenteuer zu improvisieren.

Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Blutschrei am 7.03.2010 | 19:36
Zitat
Ich improvisiere lieber innerhalb eines Kaufabenteuers als ein ganzes ABenteuer zu improvisieren.
Also ich muss in selbstgeschriebenem meist weniger improvisieren als in Kaufabenteuern, letztere sind meist stark auf einen oder Zwei Handlungsstränge konzentriert, und sehen nicht vor, dass die Helden noch bei Oma Else vorbeischaun o.ä. in meinem eigenen Plot weiss ich, dass es keine Oma Else mehr gibt und weiss auch, wer sie getötet hat.
Natürlich erfordert das ein wenig Arbeit und letztendlich wird es immernoch Lücken geben, in denen man improvisieren muss aber in 3 Stunden habe ich meist ein breiteres Spektrum an Handlungsmöglichkeiten skizziert als ich es in den meisten Fertigplots vorfinde. Wenn ich dann auch gleich am nächsten Tag meister, habe ich die Details noch im Kopf, zieht sich das hingegen eine Woche, so muss ich tatsächlich noch 2-3 Stunden in die Ausarbeitung stecken, aber mir macht das Plotwriting eh Spaß^^
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Glgnfz am 7.03.2010 | 20:06
Die Frage ist leicht beantwortet: KAUFABENTEUER!!













... von MIR! ;D
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Bad Horse am 7.03.2010 | 20:16
Ich ziehe selbstgeschriebene Abenteuer vor. Kaufabenteuer sind mir zu anstrengend, denn die muss ich sorgfältig lesen, ggf. noch umarbeiten, anpassen und auch wissen, was wo steht.

Eigene Abenteuer sind einfacher, weil ich da einfach Sachen erfinden kann, die ich nicht weiß oder die nicht festgelegt wurden, ohne später feststellen zu müssen "Hoppla, da war ja was".
Wobei meine selbstgeschriebenen Abenteuer mittlerweile auch dazu neigen, nur Szenarios zu sein und nicht eine ausgearbeitete Szenenabfolge.

Ich finde es auch leichter, meine eigenen Szenarios an Spielerideen und -pläne anzupassen. Das mag bei vorgefertigten genauso gut gehen, aber dann spielen wir ohnehin nur wieder die Version unserer Gruppe, ich improvisiere wild herum, und dafür brauche ich dann wieder kein vorgefertigtes Abenteuer.

Ich kenne aber auch Leute, die besser mit vorgefertigten Abenteuern sind. Ich selber nutze die meistens nur als Inspirationsquelle.  ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: 1of3 am 7.03.2010 | 20:20
Ich find Material, das ich von anderen Leuten geliefert bekomme, häufig gut. Ich finde es meist dann nicht gut, wenn sich das Material schon als Abenteuer für beliebige Charaktere verkaufen will. Das genügt nämlich in den meisten Fällen meinen Ansprüchen nicht.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Heretic am 7.03.2010 | 20:50
Hallo,

ich bevorzuge eindeutig Kaufabenteuer, das ist aber nur mein persönlicher Geschmack.

Meine Gründe:

1. Ich schaffe es nie, Abenteuer auch nur annähernd so weit auszuarbeiten, wie ich es will.
2. Mangelnde Kreativität
3. Ich mag die dietailreichen und komplexen Plots vieler Kaufabenteuer
4. Ich war wenn ich mal ohne Kaufabenteuer geleitet habe und mir was zu recht gestammelt hatte (aus meiner Sicht) immer unzufrieden mit mir.
5. Für mich  ist das Anpassen von Kaufabenteuern immer noch weniger Arbeit als Abenteuer komplett selber zu schustern.
6. Ich improvisiere lieber innerhalb eines Kaufabenteuers als ein ganzes ABenteuer zu improvisieren.



Wow, wenn das stimmt, was du das über dich schreibst, müssen einem deine Spieler echt leid tun, bei den überwiegend schlechten Abenteuern, die DSA anbietet.


@glgnfz: Zeig mir deine Abenteuer, und ich zerreisse sie.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Glgnfz am 7.03.2010 | 21:01
@glgnfz: Zeig mir deine Abenteuer, und ich zerreisse sie.

Such sie und kauf sie dir! Dann kannst du zerreißen so viel du willst! ::)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Callisto am 7.03.2010 | 21:02
Such sie und kauf sie dir! Dann kannst du zerreißen so viel du willst! ::)

Dazu musst du zumindest verraten wie sie heissen ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: ErikErikson am 7.03.2010 | 21:07
Kommt drauf an, wer sie schreibt.  ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Xemides am 7.03.2010 | 21:38
Wow, wenn das stimmt, was du das über dich schreibst, müssen einem deine Spieler echt leid tun, bei den überwiegend schlechten Abenteuern, die DSA anbietet.


Ich leite derzeit bei DSA nur die Borbarad-Kampagne. Jeder Spieler wußte das vorher und hat sich bewußt dazu entschieden, mitzuspielen, wissend um die Nachteile der Kampagne.

Trotzdem arbeite ich alle Abenteuer eingehend, gehe auf die Charaktere der Gruppe ein und bin auch während des Leitens zu fleixibel wie möglich.

Wirkliche Beschwerden kamen bisher eigentlich nicht dabei heraus, höchstens bei einigen Alt-Abenteuer die wir im Vorfeld gespielt haben, die natürlich sehr unterschiedlich sind.

Früher habe ich einige Zeit Cthulhu geleitet, außerdem leite ich noch Earthdawn und benutze Kaufabenteuer dabei.

Auch bei Midgard habe ich es mal mit Kaufabenteuern versucht und würde das wieder tun, weil ich viele daon als Spieler kenne und schätze.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Heretic am 7.03.2010 | 21:50
Such sie und kauf sie dir! Dann kannst du zerreißen so viel du willst! ::)

Ich glaub, dass du das Konzept von Rezensionen nicht ganz verstehst, oder?
Abgesehen davon: Ich kaufe nichts zu toten und mit hässlichem Artwork versehenen Systemen, die mir nicht gefallen.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Bad Horse am 7.03.2010 | 21:56
Ich glaub, dass du das Konzept von Rezensionen nicht ganz verstehst, oder?
Abgesehen davon: Ich kaufe nichts zu toten und mit hässlichem Artwork versehene Systeme, die mir nicht gefallen.


Das geht jetzt etwas Off-topic.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: ErikErikson am 7.03.2010 | 21:56
Why not? Du kannst sie als Verkleidung für Halloween benutzen.  ;)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Tourist am 8.03.2010 | 01:10
Gekaufte Abenteuer haben für mich den Vorteil dass ich, auf äußerst spaßige freundliche Weise, gegen meine Spieler spielen kann. Der Rahmen ist gesetzt und in dem wird agiert.


Das ist sicher nicht die einzig seeligmachende Art zu spielen, macht aber bei Zeiten Laune. :)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Heretic am 8.03.2010 | 02:24
Und was hindert dich daran, das bei einem selbstgeschriebenen Abenteuer zu tun? Häh?
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Village Idiot am 8.03.2010 | 02:44
Tja, was könnte einem bei einem selbstgeschreibenem Szenario daran hinder, in einem von jemand anderen festgelegten Rahmen zu agieren? Ich komm nicht drauf, ich komm nicht drauf. Was könnte das bloß ein?
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Heretic am 8.03.2010 | 03:00
Mangelnde Kreativität?
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Chiungalla am 8.03.2010 | 03:13
Der (offensichtliche) Punkt, den Du wohl nicht begreifen möchtest, ist einfach der, dass jemand anderes den Rahmen gesteckt haben sollte, wenn man fair und mit gleichen Mitteln gegen seine Spieler spielen möchte. Sonst hat jeder "Sieg" des Spielleiters den faden Beigeschmack, dass er einfach zu dicke Monster eingepackt hat, und den Plot absichtlich zu schwer designed hat.

Es macht eben einfach keinen Spaß gegen einen allmächtigen Spielleiter zu spielen, welcher sich in seinem sich selbst gesteckten Rahmen bewegt. Genau so wenig wie es (in Ermangelung einer Herausforderung) spannend ist, in so einer Konstellation den Spielleiter zu spielen.

Hat man hingegen einen fairen, durch spieltesten für die Spieler als schaffbar definierten, Rahmen an den der Spielleiter gebunden ist, hat man urplötzlich die Möglichkeit ein spannendes Spiel gegen seine Spieler zu betreiben.

Das hat mit mangelnder Kreativität mal rein gar nichts zu tun.
Eher damit das es unglaublich schwer ist zu sagen, was jetzt fair ist.
Und damit das man das testspielen auch kaum hinbekommt, um das ganze wirklich ausgewogen zu machen.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Heretic am 8.03.2010 | 03:43
Du glaubst ernsthaft, das publizierte Abenteuer fair sind?
Oder gar getestet wurden?
Nehm ich dir nicht ab.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Chiungalla am 8.03.2010 | 03:56
Mal ja, mal nein. Zu beidem, also sowohl zu der Fairness als auch zum getestet sein.
Fairer als ein Spielleiter mit selbst gestecktem Rahmen der gewinnen möchte? Fast immer.

Aber vielleicht viel entscheidender:
Wenn es nicht fair ist, und schief geht, dann ist das Abenteuer schuld, und vielleicht noch der Verlag, und nicht der Spielleiter.
Das reduziert nicht nur das böse Blut in der Gruppe, das entstehen könnte (nicht muss), sondern macht es auch viel leichter zu sagen "das war nichts, let's try it again".
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Glgnfz am 8.03.2010 | 06:57
@glgnfz: Zeig mir deine Abenteuer, und ich zerreisse sie.

...

Zitat
Ich glaub, dass du das Konzept von Rezensionen nicht ganz verstehst, oder?
Abgesehen davon: Ich kaufe nichts zu toten und mit hässlichem Artwork versehenen Systemen, die mir nicht gefallen.


Yeah! Wieder mal ein guter Nährboden für eine angemessene Rezension! ;D
... aber wir schweifen ab!




Zurück zum Thema: Mit ist es eigentlich egal, was ich leite/spiele. Derzeit leite ich ganz viele Kaufabenteuer - oder zumindest Teile daraus - die ich an die laufende Runde angepasst habe.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Samael am 8.03.2010 | 07:11

Oder gar getestet wurden?

Bei Wotzie D&D 3E war das üblich (siehe Listen von Playtestern in den Credits).
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Tourist am 8.03.2010 | 09:33
Ich denke meine Vorschreiber haben meine Intentionen bereits exzellent verteidigt, danke. :)

Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Der Narr am 8.03.2010 | 09:55
Grundsätzlich lässt sich die Frage für mich nicht so pauschal beantworten. Hat etwas von "Nachts ist es kälter als draußen". Ich habe in meinem Rollenspielleben schon viele Kaufabenteuer gespielt und gespielleitet (hauptsächlich DSA, aber auch D&D, Cthulhu, Earthdawn, Shadowrun sowie vereinzelt in anderen Systemen zum Ausprobieren). Die verschiedenen Rollenspiele haben da auch ihre Eigenarten, was Abenteuer betrifft. Und innerhalb der Spiele merkt man dann, dass der Autor des konkreten Abenteuers auch gewaltig Einfluss hat. Ein DSA-Abenteuer von Hlawatsch ("Tal der Finsternis") lässt sich eben nur schwer mit einem von Hennen ("Phileasson", "Jahr des Greifen") in einen Topf werfen. Kurz gesagt: Es gibt bessere, es gibt schlechtere. Manche sind grottig, manche können auch richtig gut sein. Ganz ähnlich ist es mit selbsterstellten (viele schreiben ja nicht auf) Abenteuern. Jeder Spielleiter hat halt so seinen eigenen Stil - und manchmal ist es auch schwierig, den konkreten Abenteuerentwurf von der Tätigkeit des Spielleitens zu unterscheiden.

Gründe für Kaufabenteuer sind für mich ähnlich gelagert wie bei Xemides. Hauptsächlich ist es für mich aber die mangelnde Kreativität. Ich tue mich unendlich schwer mit dem Entwickeln eines Abenteuers (und stoße damit immer wieder auf Ungläubigkeit). Auch schätze ich die Komplexität der Plots guter Kaufabenteuer, die meiner Erfahrung nach nur von wenigen Spielleitern in ihren eigenen Abenteuern erreicht wird (was ich z.B. auch an der Spielzeit festmache, die zur Bewältigung eines Abenteuers nötig ist).

Selber greife ich aber trotzdem kaum noch auf Kaufabenteuer zurück, da die Spielerreaktionen auf diese auch nicht besser ausfallen als auf eigene. Außerdem kann ich Kaufabenteuer meist nach den ersten paar Seiten als ungeeignet für die Gruppenkonstellation aussortieren. Der praktische Vorteil, der so noch geblieben ist, dass man sich wenigstens die Mühe erspart, Stunden über Stunden über einem eigenen Abenteuer zu brüten. Das Lesen eines Abenteuers finde ich wesentlich angenehmer. Insgesamt leite ich aufgrund im Allgemeinen negativer Kritiken und eigener Unzufriedenheit mit meinen SL-Künsten sowieso kaum noch und konzentriere mich auf das Spielen.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Jiba am 8.03.2010 | 10:11
Ich bevorzuge selbstgeschriebene Abenteuer, hauptsächlich, weil es für die Systeme, die ich so spiele und leite (Exalted, WoD, Scion, 7th Sea, diverse Indies...) kaum vernünftige gibt.  ::) Außerdem sind die meisten meiner Runden dramaorientiert und da sind vorgefertigte Plots nur wenig hilfreich. Offene Szenarien und Plot Hooks jedoch nehme ich immer dankend auf.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Destroy all Monsters am 8.03.2010 | 10:16
Ein gutes Abenteuer, zumindest im Fantasy-Rollenspiel-Bereich, erfordert an Vorbereitung:

- den Entwurf einer Hintergrundstory
- Entwurf des Umfeldes der Hintergrundstory
- Ausarbeitung der wichtigsten NSCs (hinsichtlich ihrer Motivation, ihrer persönlichen Fertigkeiten und sonstigen Ressourcen)
- Gestaltung der Karten
- Anfertigen der Handouts
- Strukturieren der Handlung in Szenen (die nicht perlenschnurartig geordnet sein sollen und in denen reale Chancen für die Spieler bestehen, sich die Hintergrundstory durch Eigeninitiative zu erarbeiten - oder dabei zu scheitern)
- regelkonforme Ausarbeitung der Hindernisse und Herausforderungen (Kämpfe, Dialoge, Fertigkeitsproben usw.)
- Skizzierung alternativer Lösungsmöglichkeiten für diese Hindernisse
- Entwicklung von Alternativen, wenn die Spieler/Charaktere an einem Hindernis scheitern oder eine Herausforderung umgehen (dazu gehören Zufallstabellen usw.)
- Qualitätskontrolle: Herausstreichen der "Deus ex machina"-NSCs/Pet-NSCs, Flaschenhals-Szenen, plotrelevanten Einbahnstraßen und unbesiegbaren Monster

Wenn ich diese Anforderungen sehe, und mir dann überlege, wieviel Zeit ich in ein Abenteuer zur Vorbereitung stecke, dann halte ich "mangelnde Kreativität" für das geringste Problem bei Abenteuervorbereitungen. Vor allem ist das ein Problem, dass man durch ein bisschen Stöbern im Netz, wo man abenteuertaugliche Plots und Intrigen für lau um die Ohren geworfen bekommt, ohne Schwierigkeiten lösen kann. Das Problem ist einfach, dass 98% aller Spielleiter glauben, sie seien brillante Erzähler, atemberaubende Schauspieler, einfühlsame Spielerkenner, Drehbuchautoren, Regelexperten und FX-Spezialisten gleichzeitig. Und deswegen sind leider viele selbstgeschriebene Abenteuer nur auf Spielleiterkreativität gebaut, die sich dann im Plot und/oder zwei guten Szenen erschöpft.  

Der Hauptteil der Vorbereitung eines guten Abenteuers ist eine Fleißarbeit, die ich mir gerne von anderen Leuten abnehmen lasse.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: sir_paul am 8.03.2010 | 10:22
Die meisten Abenteuer die ich gelitten habe waren selbst geschrieben. Der Hauptsächliche Grund dafür ist das ich mich nach der Ausarbeitung 100% in der Geschichte auskenne und dann bei eventuell nötigen Improvisationen (Spieler machen eh nicht das was sie sollen) eine gute Basis habe.

Aus Kaufabenteuern hole ich mir meistens nur Inspirationen.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Das Grauen am 8.03.2010 | 11:56
Ich habe früher auch realtiv viele Kaufabenteuer gespielt, habe die aber schon nach einiger Zeit meist schon abgewandelt (ich denke da zum Beispiel an meine Phileasson-Saga, bei denen ich einige Elemente geändert habe). Generell habe ich nichts gegen Kaufabenteuer, auch wenn ich, wie sir_paul, lieber eigene Abenteuer meistere, da ich da die Details und Hintergründe besser kenne, als bei Kaufabenteuern.

Deshalb ein Pro für selbstverfasste Abenteuer  :)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Bitpicker am 8.03.2010 | 12:23
Ich habe schon immer selbst geschriebene Abenteuer bevorzugt. Für mich ist es mehr Aufwand, ein fremd geplantes Abenteuer zu erfassen und brauchbar umzusetzen, als selbst eins zu schreiben. Ich kenne die Motivation und die Reaktionen meiner NSCs - bei Kaufabenteuern zeigte sich immer schnell, dass mir solches Wissen fehlte, wenn die Spieler irgendwie aus dem geplanten Umfeld ausbrachen, was ja eigentlich immer passiert.

Außerdem fehlt mir bei Kaufabenteuern meist die Verbindung zu den SC. Ich halte nicht viel von der häufig anzutreffenden Söldner-Mentalität, bei der es ausreicht, das Abenteuer in einer Kneipe beginnen zu lassen, wo die SC ihre Dienste feilbieten. Ich mag meine Abenteuer persönlicher. Da ich am liebsten Horror-RPGs spiele, ist ein fehlender persönlicher Bezug oft sehr von Nachteil. Bei Call of Cthulhu lässt sich ein roter Faden für die vorhandenen SCs oft noch eingermaßen konstruieren, aber bei WoD, Kult oder Unknown Armies kriege ich das kaum hin. One Shots sind da noch halbwegs machbar, aber mehr nicht.

Natürlich alles IMO und YMMV.

Robin
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Elwin am 8.03.2010 | 12:34
Ich halte es für völlig unmöglich, hier festzulegen, was besser ist. Zu dem größten Mist, den ich gespielt habe, gehören sowohl "superdolle kreative selbstgeschreibene" Abenteuer, als auch höchstoffizelle superduper Autorenwerke. Umgekehrt gilt das natürlich genauso, wenn nicht noch mehr. ;)
Mit diesem Posting war zu diesem Thema mMn alles Wesentliche gesagt worden. Ich will nur eine Ergänzung vornehmen: Eigene Abenteuer "schreibe" ich nicht, das ist der große Unterschied. Eigene Abenteuer sind bei mir immer eine wüste Zettelsammlung, mit Ideen, Elementen, Listen und Versatzstücken und über die Hälfte des Abenteuer findet sich bei mir bloß im Kopf wieder.

Gruß
Chris
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Village Idiot am 8.03.2010 | 12:54
Zitat von: Chris Gosse
Eigene Abenteuer "schreibe" ich nicht, das ist der große Unterschied. Eigene Abenteuer sind bei mir immer eine wüste Zettelsammlung, mit Ideen, Elementen, Listen und Versatzstücken und über die Hälfte des Abenteuer findet sich bei mir bloß im Kopf wieder.
Ich habe ja lange gedacht, daß das alle unter "selbstgeschreiben" verstehen. Bis ich SL kennen gelernt habe, die ihre Abenteuer, wirklich sozusagen komplett ausformulieren. :)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Bad Horse am 8.03.2010 | 13:21
Ich habe ja lange gedacht, daß das alle unter "selbstgeschreiben" verstehen. Bis ich SL kennen gelernt habe, die ihre Abenteuer, wirklich sozusagen komplett ausformulieren. :)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Joerg.D am 8.03.2010 | 13:29
Kommt auf das System an.

Bei D&D 3.5 würde ich immer einen Adventure Path den Vorzug geben, weil die einfach super gut gemacht sind. Bei fast allen anderen Systemen schreibe ich lieber selber, weil ich ergebnisoffen leite und am Anfang des Abenteuers eh nicht weiß, was am Ende rauskommt.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Grey am 8.03.2010 | 13:51
... Geschmackssache?

Wenn ich selbst leite, ist der Fall klar: ausschließlich Selbstgeplantes! Um mich in die Gedankenwelt eines anderen reinzulesen, bin ich viel zu faul. Eigene Ideen dagegen produzieren meine Hirnlappen ohnehin im Sekundentakt, wenn auch nicht unbedingt immer Verwertbare... ::)

Wenn ich spiele, ist es mir egal, solange der SL sich darauf versteht, das Abenteuer lebendig zu machen. Auch da bevorzuge ich Selbstgeplantes, aber das ist eher ein Erfahrungswert als ein theoretisch begründbares Urteil. Die besten Kaufabenteuer, die ich bis jetzt mitgespielt habe, konnten mit den besten Eigenbau-Abenteuern nicht mithalten. Umgekehrt waren die miesesten Eigenbau-Abenteuer, die ich bis jetzt erlebt habe, immer noch schöner und stimmungsvoller als die miesesten Kaufabenteuer. An beiden Enden der Skala sagt also einfach meine Erfahrung: Self-Made rulez! 8)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Darkling am 8.03.2010 | 14:20
Immer bedenken:
Das Gekaufte des Einen ist auch immer das Selbstgemachte eines Anderen! ;D
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Grey am 8.03.2010 | 14:31
Das Gekaufte des Einen ist auch immer das Selbstgemachte eines Anderen! ;D
OK, dann formulieren wir's um: ich würde als SL nie das Selbstgemachte eines Anderen leiten wollen, und als Spieler habe ich die Erfahrung gemacht, daß SLs mit dem eigenen Selbstgemachten im Regelfall besser leiten als mit fremdem Selbstgemachtem.

So besser? ::)
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Darkling am 8.03.2010 | 14:40
So besser? ::)
Ich hab mich nichtmal auf dich bezogen...  ^-^
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: Hotzenplot am 8.03.2010 | 14:53
Immer bedenken:
Das Gekaufte des Einen ist auch immer das Selbstgemachte eines Anderen! ;D
Wie neulich beim Metzger (kein Witz!): "Heute im Angebot: Springbock aus heimischen Wäldern". Es handelte sich in der Tat um einen südafrikanischen Springbock und nunja, da wo er abgeballert wurde, war er vermutlich auch heimisch. :D

@Topic:
Für mich ganz klar: Selbstgeschriebene. Warum? Weil das selbstgeschriebene Abenteuer direkt für die Gruppe geschrieben wurde, in der es auch gespielt wird. Die Abenteuer, die ich entwickle (selten im Sinne von niederschreiben), denke ich mir aus, während ich immer meine Spieler vor Augen habe.
Titel: Re: Gekauft oder selbstgeschrieben-Welche Abenteuer sind besser?
Beitrag von: alexandro am 8.03.2010 | 15:35
Selbstgeschriebene (bzw. umgeschriebene) Abenteuer haben den Vorteil, dass der SL die Möglichkeiten der Gruppe kennt und bestimmte Details gründlicher ausarbeiten kann, weil er weiß dass sie wichtig werden. Damit erlangt er größere Flexibilität und Immersion, als bei "generischen" Abenteuern.

Kaufabenteuer haben den Vorteil, dass sie "generisch" und damit nicht-wertend sind: wenn sich die Gruppenkonstellation verändert (weil einer der Spieler aussteigt oder an dem Abend nicht kann) kann man das Kaufabenteuer (wenn es gut geschrieben ist) unverändert verwenden.

Daher verwende ich idR eine Kombination aus beiden: Entweder ein Selbstgeschriebenes, welches mit einem (abgespeckten) Kauf-Szenario "aufgepeppt" wird, um etwas Weltsimulation reinzubringen oder ein Kauf-Szenario, welches einen selbstgeschriebenen "Subplot" bekommt, um Spielerinteressen anzusprechen.