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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielberichte => Thema gestartet von: Gorai am 14.02.2011 | 20:28

Titel: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 14.02.2011 | 20:28
Moin!

Auf dem Fun- Con³ hat mich unsere Spielleitung (Blechpirat) mich für Dresden Files begeistert und mittlerweile hat er für uns zum 2.Mal geleitet.
Ich danke Dir und allen Mitspielern fürs tolle Spiel. :d

Im Vergleich zur Jörgs Runde: "[SoIaF] Soap und Mehr oder Ein Haus auf dem Weg an Westeros Spitze!"
gibt statt Tagebucheinträge zwei Polizeiberichte aus dem Datenpool meines Charakters Edeltraut Manske jun. .

Viel Spass beim Lesen!

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Zu Gesamt- Fall 495                                 
                                 
Hauptverantwortlich:      
F. Ginselbert   Alter    107 Jahre
ehem. Leutnant 2.Weltkriegs      
Fliesenlegermeister bis zum Ruhestand      

Tathergang:                  
Aufgrund seiner unerkannten und geschulten magischen Fähigkeiten entwickelte der Täter                  
während eines Komazustands Risse in die zeitlichen Vergangenheit und Soldaten konnten                  
in die unsrige Zeitepoche temporär wechseln.                  
Der Riss konnte mit Hilfe eines Bannkreises erfolgreich geschlossen werden.   



weitere wichtige Mittäter      
Sasse      
Fernsehtechniker   Alter    unbekannt
als Tarnidentität      
Schwarzer Vampir      

hat im Zimmer des komatösen Haupttäters ohne Einverständnis der Familie eine Kamera und eine                   
Lautsprecheranlage installiert und somit die unbewußten Fähigkeiten von F. Ginselbert negativ                  
beeinflußt.                  
Ausserdem hat er seine Verbindungen zu der in Berlin operierenden Nazi-Gruppen genutzt,                  
um weitere magische Energien zu erhalten und diese zu nutzen, das Phänomen der Zeitmanipulation                   
zu verstärken.                  
Am 06.12.2010 konnte seiner unheiligen Existenz ein endgültiges Ende gesetzt werden.                   

               

                                 
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zu Gesamt- Fall 498, ehemals 001/B/1977      

Hauptverantwortlich:      
Hermann Raith      
Mitglied einer Familie    Alter    unbekannt
weißer Vampire   

Motiv                     
Im Haus der Familie Manske befand sich eine Tür ins eine dimensionale Blase, eine Höhle ins Nevernever,                     
die von Feenwesen, sogenannte Nixen bewohnt wurden.                     
Von hier aus wäre seine physische und psychische Kraft um ein Vielfaches seiner natürlichen Kraft                     
gestiegen .                     
Er hätte dadurch eine große Gefahr für sich selbst und seine Umwelt dargestellt.   

Tathergang:                     
Mitte der 70er des letzten Jahrhunderts beeinflusste der weiße Vampir die Gefühle der Geschädigten                      
Edeltraut sen. Manske für seine Zwecke.                      
Er und/oder seine Verbündeten manipulierten die Untersuchungsunterlagen und Beweise                     
ihres Ehemanns Wilhelm Alexander Manske gegenüber den Beamten Grothe der Staatskanzlei West-Berlin                     
Sein Ziel war es, den Ehemann dadurch zu diskreditieren. Die Scheidung der Ehepartner Manske wäre die Folge.                     
Der Hochzeit mit Edeltraut Manske sen. sowie der Erwerb des Manske Anwesens stände nichts mehr im Weg.                     
Edeltraut Manske Sen. konnte den Plan von Hermann Raith Ende November 1976 erkennen.                     
Hermann Raiths Plan war weit fortgeschritten, so dass Frau Manske seine Spielchen mitspielte .                     
Um ihre Familie zu schützen, teilte sie ihren Vorgesetzten mit, das sie in Schwierigkeiten steckt.                     
Details verheimlicht sie.                     
Sie bittet ihren Vorgesetzten, ihrem Mann und ihrer Tochter mit zu teilen,                      
das sie im Einsatz verstorben sei  und nicht mehr nach Hause zurückkehren werde.                     
Diese Nachricht wurde am 30.November 1976 der Familie zugestellt.                     
                     
22.01.11   Neueröffnung Fall 001/B/1977 durch neue Anhaltspunkte im Haus der Hinterbliebenen.                  
Im Schlafzimmer der Totgeglaubten und ihres Witwers Wilhelm- Alexander befand sich eine versteckte                     
Tür in eine dimensionale Globule, in der die Realität durch eine Illusion verschoben war.                     
In der Höhle befand sich Teich, bewohnt von Nixen,  äußerst attraktive humanoide Feenwesen                     
 mit Fischschwänzen.                     
Durch die Illusion wirkte die Höhle hell, friedlich und angenehm.                     
In der Realität war es dunkel, dreckig, voller Unrat und Knochen.                     
 Die Nixen entpuppten als hungrige Bestien, auf dessen Speiseplan die Menschen stehen.                     
Auf einer versteckten und gut abgeschotteten Lichtung konnte das Einsatzteam zwei Wesen                     
innerhalb eines hermetisch abgeriegelten Sarges feststellen.                     
Nach einer kurzen Rückkehr in die Realzeit/-Welt und diversen sicherheitstechnischen                      
Vorbereitungen konnte der Sarg geöffnet werden.                     
Hermann Raith sprang wahnsinnig aus seinem jahrzehntelangen Gefängnis und griff die                      
Einsatzkräfte an.                      
Am 27.01.2011 konnte Hermann Raiths unheiligen Existenz ein endgültiges Ende gesetzt werden.                      
Edeltraut sen.   Manske   geb.McMasters  konnte aus der Höhle lebendig geborgen                
werden und konnte in unsere Welt zurückkehren.                     
                  
   


                           
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 14.02.2011 | 21:11
Vielen Dank für das Diary! Das ist superlieb!!!

Ich erlaube mir für die Leser noch den Hinweis zu meinem Blogeintrag, der sich mit dem Entwurf des zweiten Abenteuers (http://richtig.spielleiten.de/2011/01/24/wie-entwerfe-ich-ein-abenteuer-fur-dresden-files/) befasst.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 10.03.2011 | 20:39
Ein großen Dank zurück an unsere Spielleitung  und den Mitspielern :d .

Das Spiel von Samstag (5.3.2011) war wieder genial  :d.


Hierzu wieder der offizielle Polizeibericht meines Charakters zum letzten aktuellen Fall, diesmal im Auftrage des BKA.

Falls jemand von unseren Mitspielern Lust und/oder Zeit hätte, könnte der/diejenige auch einen persönlichen Bericht hinzufügen. 8)

Bis zum nächsten Mal..... +O)... :fecht:


................................................. ..

Zu Gesamt- Fall 500 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2011-03-4 SH]

Tätergruppe
mehrere Drachenechsen, humanoid sowie menschengroß,
Davon 3 Exemplare physisch manifestiert
sowie eine elefantengroße Drachenechse,
alle extrem aggressiv

töteten 13 Urlauber [siehe Auflistung im Anhang]  in einer Ferienwohnung in Wenningstedt/ Sylt.
Haupt-Todesursache: Multiple Bissverletzungen
Dabei entwendeten sie zum dem den Großteil der gesamten Blutmenge der Opfer.



Hauptverantwortlich& Auftraggeber:
Nyblas Iblis, Dämon unbekannter Ebene

- beauftragte und kontrollierte die Drachenechsen.

- beeinflußte negativ die Emotionen der Polizistin [*** siehe Anhang] und führte sie somit  in den Selbstmord.

- In der Keitumer Heide konnte der Dämon gestellt und am 07.03.2011 in seine Ebene zurück gebannt werden.



Resumé
Eine Menschliche Beteiligung an den oben genannten Tötungsdelikten ist direkt oder 2.Grades
 mit den derzeit verfügbaren naturwissenschaftlichen Methoden nicht nachweisbar.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 25.04.2011 | 20:16
Moin!

Gestern war es wieder soweit:

Danke für das leckere Essen, Corinna! :d

....Danke auch an die Spielleitung und an die Mitspieler!

nun zu den Fällen des BKA SOKO Übernatürlich:


Zu Gesamt- Fall 501 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2011-03-21 HH]                        
                           
I.   Ein Zauber eines nicht identifizierbaren Mitglied der Familie der Papadopoulos bannte eine Nixe seit Jahrzehnten durch eine  
        durch sie getragene Hals- Kette mit Anhänger innerhalb der Hamburger Hafen-City.                        
   Der Zauber konnte durch die einfache Zerstörung der Kette gebrochen werden.                        
                           
                           
II.   Im Rahmen einer Bergung eines entführten, ebenfalls magisch gebannten Gegenstands griffen das Bergungsteam jeweils ein
        Dutzend Mitglieder der HH- Russischen Mafia                        
   und der HH- Griechischen Mafia an.                        
   Diese wollten jeweils den Gegenstand für sich an sich bringen.                        
   Im Laufe des Gefechtes konnten die Verfolger außer Gefecht gesetzt werden.                        
   Das entführte Objekt konnte mittlerweile dem Besitzer übergeben werden.                        
                           
                           
III.   Im Rahmen der Ermittlungen zu Fall I lernte das Team den Warden Georg kennen.                        
   Folgende Zeilen (übersetzt in der Lateinischen Sprache) überbrachte ich ihn zur meiner
        Entlastung:                        
                           
   Sehr geehrter Warden Georg,                        
                           
   kein Mitglied meines hier in Hamburg anwesenden Teams möchte Ihnen Ärger verursachen.                        
   Sie arbeiten bereits seit geraumer Zeit mit mir zusammen und kennen die weltliche                         
   Gesetzgebung, das Deutsche Strafgesetzbuch  als auch die sieben Gesetze der Magie.                         
   Durch einen Zufall erfuhr das Team, das Ihr Leben akut bedroht wird.                        
   Ihr Gegenspieler Georgios ist zwar psychisch & physisch verletzt. Er plant aber einen Angriff auf                         
   die Ihrige Person, in dem er die Kräfte göttlicher Macht anruft und potentiell nutzt.                        
   Unsere Vermutung liegt anhand unserer Beobachtungen nahe, das es sich um seinen Verbündeten                         
   um ein Wesen des griechischen Pantheons (Poseidon wäre wahrscheinlich) handeln könnte.                         
   Ihm zu ehren (und ihn zu bezahlen) soll ihm ein Fährschiff geopfert werden.                        
   Wann und wo ist uns zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht bekannt.                        
                           
                           
                           
   Mit freundlichen Grüßen                        
                           
   Edeltraud Manske junior, BKA, SOKO Übernatürlich                        
                           
                           
Neue, verwertbare Spuren deuten als potentielles Ziel das Schiff „Queen Mary 2“ in.                        
                           
Der Warden Georg hat auf den Brief bisher nicht geantwortet und verhielt sich mir gegenüber abweisend bis feindlich.                        
Eine gemeinsame Zusammenarbeit ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erwarten.                        
persönlicher Nachtrag zu II.: Georg wird potentiell in Zukunft eine Gefahr für das Team darstellen, da wir ihn mit großer Wahrscheinlichkeit eine der Basen seiner Macht entfernt und vermutlich durch die Rückgabe an den rechtmässigen Besitzer auch zerstört haben.
Ich bin mir nicht sicher, aber der Name sowie sein Verhalten deuten auf den heiligen St. Georg, dem Drachentöter hin.
Aber kann ein Mensch so lange leben?
 
                           
                           
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 26.04.2011 | 11:32
also, inhaltlich rockte das vorgestern. Wir haben nach der Schießerei der vorletzten Session (in der wir den Reeder/Zuhälter Papadopoulos Jr. erledigten, und zumindestens dachten, Gregorius verletzt zu haben) weiter die Hafen City durchforstet. Schließlich galt es die Nixe zu befreien und das Versenken der Queen Mary 2 zu verhindern.

Auf der Haben-Seite stand Poseidons Dreizack und eine handvoll Informationen, allerdings half uns das nur beschränkt weiter. Mein Auftragskiller Jan versuchte irgendwie Gregorius aus der Reserve zu locken, zwischenzeitlich wurden wir von griechischen Mafiosi beschossen, aber im Endeffekt kamen wir nicht die Bohne weiter.

Anscheinend ist aber die Sight ein prima Allgemein-Problemlöser-Hinweisgeber, also wurde damit die magische Barriere um die Hafen-City untersucht (in der Annahme, dass diese die Nixe festhält). Heraus kam, dass es einige Fokuspunkte gab, einer davon war ein alter Turm in dem unten ein Restaurant war. Jan trat dreist als Mann vom Ordnungsamt auf, nahm das Schmiergeld an und behauptete oben im Turm mit den Damen des Teams in Ruhe irgendwas schweinisches veranstalten zu wollen, dafür würde er dann bei der Kontrolle auch die Augen extra zudrücken.

Der Dachstuhl war unschwer zu erkennen magisch aufgebaut - und am liebsten hätte ich den einfach weggesprengt, wovon aber deutlich abgeraten wurde: Die freiwerdenden magischen Energien hätten dann wohl halb Hamburg zerbröselt.

Also wurde wieder einmal die Sight angeworfen: Anscheinend wurde die Barriere von einer Quelle im Hafenbecken "gefüttert". Einen Tauchgang später hatten wir dann eine Kiste mit einem schlagendem Drachenherz von der Größe eines Kleinwagens am Haken...

Just da trafen dann sowohl die Polizei zur Ablenkung sowie natürlich die überfälligen Mooks für die Schießerei als auch Warden Georg und Schwarzmagier Georgius für die Pyroeffekte ein. Letztere waren leider tatsächlich nur Gewitter am Rande, der SL machte uns unmissverständlich klar dass diese
a) von uns nicht beinflussbar seien und
b) sich schon seit Ewigkeiten kloppen, und daher auch diese Nacht nicht mit mehr als einem Patt gerechnet werden müsste.

hm.. episch, aber auch etwas überflüssig um ehrlich zu sein. Demzufolge wurden die Beiden von uns auch im folgendem Kampf komplett ignoriert.


Mit knapper Not entkamen wir inkl. dem Drachenherz und leckten die Wunden. Unsere Drachin Melanie stellte fest, dass das Herz wohl zum Drachen unter Sylt gehörte, und dorthin auch zurückgebracht werden muss. Ok, weil sie so nett fragte und sonst auch gar nicht von dessen Seite wich, fuhren wir ohne Zwischenfall nach Sylt, brachten das in die schon aus dem Sylt-Abenteuer bekannte Grube, unterhielten uns mit dem schlafenden Drachen (der sich als das gesamte Fundament der Insel entpuppte), handelten eine mittelprächtige Belohnung und Sicherheit für Deutschland aus (hier schlugen leider alte Rollenspielinstinkte durch: Nie zuviel fordern, das kriegt man hinterher eh nicht, bzw. nur mit viel Extra-Ärger) und ...

..wurden nach Hause teleportiert, alle Sylter fanden sich plötzlich auf Grönland wieder, Erdbeben und Tsunami brandeten über Norddeutschland (ohne mehr als blaue Flecken zu verursachen) und... das wars. Leicht antiklimaktisch, zumal wir dann auch noch feststellten, dass die Nixe gar nicht durch die Wand-Drachenherz-Combo gefangenhalten wurde, sondern nur durch so ein blödes Halsband, das in nullkommanix zerschnitten war...

Die Sache mit der Queen Mary 2 haben wir jetzt noch vor uns, aber da jeder von uns einen großen Haufen Gold hat, werden wir uns da schon irgendwas passendes zu kaufen können...


Fazit: Es sind große Dinge passiert, und wir hatten als Spieler im Grunde sehr viel Spaß. Dennoch hinterließ der Abend einen leicht schalen Nachgeschmack bei mir, weil sich das leider alles gar nicht so groß anfühlte. Ob das jetzt an den Spielern, allen voran mir, lag, die die Ereignisse einfach nur abhakten, oder daran, dass die wirklich GROßEN Dinge aus unserer Sicht eigentlich ja die Nebenhandlung (Ziel war ja die zu befreiende Nixe) waren kann ich gerade noch nicht sagen.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 26.04.2011 | 16:26
Danke für Deine Off-Play- Zusammenfassung,  JollyOrc :d

Der Griechische Schwarzmagier heißt Gregorius, meinen Unterlagen nach  ;).



Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 27.04.2011 | 00:49
Georgios ist richtig.

Vielen Dank für das Diary, ihr beiden!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 8.06.2011 | 18:43
Moin!

Leider bin ich die letzte Woche nicht zum Schreiben des Berichtes gekommen, da ich anderweitig zeitlich gebunden war. 8)

Herzlichen Dank an Blechpirat, für seine tollen Ideen. :d... Ich bin gespannt, welche Überraschungen Du für uns noch bereit hältst  ::) :o 8) 8).
Danke auch an Corinna für Ihre tolle Kochkunst :d

Falls ich irgendetwas vergessen habe, bitte kommentieren! ...Danke im Voraus! :Ironie:
    
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Nun zum offiziellen Polizeibericht der Soko Übernatürlich des BKA

Zu Gesamt- Fall 502 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2011-0-29 HH]               
Ein Unbekannter entführte 5 führende Mitglieder der Hamburger Patrizierfamilie.               
Im Laufe der Ermittlungen konnte aufgrund  öffentlicher und privater Aufzeichnungen
eine Spur zu den Entführten entdeckt werden.
Nahe des Haddebyer Noors, bei Schleswig, konnten die Vermissten aufgefunden und
wieder zurück in die Hansestadt Hamburg gebracht werden

Was geschah tatsächlich:

Boris Janzen, unser Magier bekommt zu Hause in Berlin Besuch von Georg, dem Warden aus Hamburg.
Sein Auftrag: Boris soll heraus finden, wer für die Entführung von fünf Mitglieder Hamburger Patrizierfamilien verantwortlich ist.

Hauptkommissarin Edeltraud Manske jun. ist zu dem Zeitpunkt ebenfalls in Berlin anwesend und zu Besuch bei ihrem Vater.
Sie macht sich gemeinsam mit ihrem Vater Sorgen um ihre Mutter (siehe *zu Gesamt- Fall 498, ehemals 001/B/1977*), ehemalige Warden, die sich vor einigen Wochen nach Edinburgh begab, um sich dem White Council zu stellen und/oder zu berichten. Genaueres wissen weder Vater noch Tochter.
Edeltrauds Trouble ist "Deutschlands letzte Frau gegenüber allen Übernatürlichen", so dass sie beruflich und auch gewissenhaft verpflichtet ist, Boris bei seiner Suche zu helfen.

Die 3. im Bunde, aktive Assistentin von Edeltraud und seit kurzem Polizeibeamtin auf Probe: Melanie Klein, wird mit in den Fall miteinbezogen.
In Hamburg erhält das Team Hinweise, das die Entführungen tatsächlich übernatürlich und nachgewiesen durch Drachenmagie gewirkt wurden.

Folgende Informationen können aus den öffentlichen Datenquellen gezogen werden:
1.) Es wurden die führenden Familienmitglieder 5 alter Patrizierfamilien in Hamburg entführt, egal welchem Geschlechts.

2.) Die Familien sind intern seit Jahrhunderten durch eine stramme Heiratspolitik tief miteinander verbunden.

3.) In den Adern aller Familienmitglieder aus Hamburg  fließt Feen- Blut des Winterhofs.
Um weitere Daten zu sammeln,  war es dem Team nach einem längeren, sozialen aber für die  Einsatzgruppe erfolgreichen Gefecht mit dem Familienanwalt einer der betroffenen Familien  möglich, Einblicke in die Familienchronik zu erhalten.
Nach dem der Anwalt dem Raum verlassen hatte, muss Boris Janzen dem Großvater Rickmer, den Eid schwören, keine dort gefundenen Informationen weiter zu reichen.

Folgendes war aus der Familienchronik zu extrahieren:

1.) Sylt(ano) wurde anno 1362 (während der Zweite Marcellusflut)  gebunden,
anno 1634 kurz vor und während der Burchardiflut stahlen Lübecker  temporär das Herz Sylt(ano)s und wollten ihn damit befreien. Ihr Plan schlug fehl und die Vorfahren der  5 Hamburger Patrizierfamilien verhinderten den Diebstahl und somit das Erwachen des großen Drachen.
Seit dem befand sich wahrscheinlich das Herz unter dem Schutz und in dem Versteck im Hamburger Hafen.

2.) Seit dem Zeitpunkt verstärken sich die Rivalitäten zwischen den Hansestädten Lübeck und Hamburg ohne jedoch offiziell offen zu eskalieren.
Anhand der vom Team bereits im letzten Fall [BKA Fall 2011-03-21 HH] gefundenen
Kiste (darin lag das Herz Sylt(ano)s,) zeigen die Schriftzeichen an der Kiste, das der verwendete Zauber gleichzeitig das Herz als auch den Drachen am Leben hielt.
Deshalb liegt es nahe, das auch der Sommerhof an diesem Ritual beteiligt war/ist.
Weitere Hinweise deuten auf eine bestimmte Familie in der Hansestadt Lübeck hin.
 
3.) Sylt(ano)s Hort liegt/ lag in der Nähe der historischen (Wikinger)Stadt Haithabu.

4.) Einige Namen/ Begriffe innerhalb der Chronik sind unleserlich und machen eine weitere Analyse der Schriften unmöglich.

Im Anschluss überprüfen die Drei die Unterlagen im Stadt- Archiv und die Kirchenbücher Lübecks.
Dort bestätigen die Unterlagen den in Punkt 2.) aufgefundenen Angaben und geben zu dem Preis, das um die Zeit des versuchten Diebstahls (anno 1634) ein führendes Mitglied der Lübecker Familie
gleichzeitig auch der Ritter des Sommerhofs war.

Um die entdeckten Informationen zu bestätigen, macht das Team einen Spaziergang in der Nähe des Anwesens der Familie.
Anstatt einen Einblick in den Garten zu erhalten, wo sie ein Artefakt als Geschenk des Sommerhofs (ein besonderer Baum) vermuten, attackieren krebsartige Wesen das Team.
Die Kreaturen aus Ectoplasma sind vernichtet.

Sie besuchen den Sommerhof, werden dort zunächst von Elfenkriegern aufgehalten.
Der Anführer des Trupps lässt sie erst nachdem Boris ihm einen Gefallen zugesteht passieren und führt sie zur Königin Titania.
Ein anderer Elf findet Edeltraud niedlich und flirtet mit ihr.
Während des Gesprächs mit der Königin beobachtet die Hauptkommissarin Reaktionen ihrer Lady Inca und enttarnt sie.
In Anbetracht der neuen Sachlage bittet Königin Titania das Team den erwachten Drachen mit zu teilen, das sie eine Unterredung mit ihm wünscht.

Zurück in der Realwelt besucht die Einsatzgruppe des BKA Soko Übernatürlich das Haddebyer Noor und findet in einem nahegelegenen Hünengrab den Hort und das Versteck des Drachen Syltanos.
Er ist nicht gerade erfreut, bestätigt aber, das er für die Entführungen der 5 Hamburger Patrizier verantwortlich ist.
Nach einer anstrengenden telepathischen Sendung der vorliegenden Daten seiner damaligen Entführung lässt er seine Gefangenen frei und ist für eine Unterredung mit Königin Titania bereit.

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 8.06.2011 | 19:11
Du hast hier ja in bestem, staubtrockenem Polizistendeutsch eine Zusammenfassung gewählt, das - wie es Polizisten so machen - jedes persönliche Drama vergessen lässt!  :d

Ich fand übrigens ganz großartig, wie ihr die Möglichkeiten von FATE genutzt habt um unglaublich viele und großartige Ideen in Spielweltfakten zu übertragen. Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, dass ich die von euch bestimmte Wettlust des Drachen nicht mehr nutzen konnte... aber die Zeit lief davon. Und Syltanus wird bestimmt weiter ein wichtiger Faktor eures Dresdenverse bleiben!

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 16.07.2011 | 14:35
Letzte Woche Sonntag ware es wieder so weit!
Blechpirat hat uns für einen weiteren Fall der SoKo Übernatürlich nach Mecklenburg-Vorpommern geschickt.

Danke an alle Mitwirkenden  :d!

Hier ist der offizielle Polizeibericht der Hauptkkommisarin Edelstraud Manske jun. :


                              
Zu Gesamt- Fall 513 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2011-07-10 MV]
                     
                              
Durch einen  Anruf und der Aussage  von Jan Hirt, externer Mitarbeiter ihres Teams erhielt Edeltraut Manske                               
Beschreibungen einer mysteriösen Ausgangssituation:                              
                              
An der A19- Raststätte "Recknitz-Niederung" verbrennt vor Jans Augen ein etwa 9- Jähriger Junge.                              
Seine Überreste entwickeln sich zu silbrig, glänzenden Würmern, die ihr Heil durch die Kanalisation suchen.                              
Bei der der folgenden Unterredung mit dessen Eltern fällt eine Amnesie beider Elternteile auf, die                               
dabei behaupten, sie besäßen nur ein Kind, jenes in der Babyschale, im Alter von knapp 2 Jahren.                              
Das Auto, ein alter Kombi- Astra, Kennzeichen XX-XX-XXX  ist vollgepackt,  als wenn die Familie aus Angst                              
die Flucht ergriffen hätte.                              
Bei der Überprüfung der Familienangaben des Fahrzeughalters ergeben sich zu dem weitere Unklarheiten.                              
Laut den Einwohnermeldedaten gehören zur Familie 3 Kinder.                              
Da Edeltraut  für die weiteren Familienmitglieder Gefahr in Verzug wittert, fährt das Team, vollständig bestehend                               
aus Haupt-Kommissarin Edeltraut Manske jun., Jan Hirt (externer Mitarbeiter sowie Informant), Polizeianwärterin                              
Melanie Klein sowie den mittlerweile ständigen Berater des Teams und Vollmagier Boris Janzen zum Wohnsitz                               
der Familie in Teterow.                              
Jan Hirt bricht unauffällig in das verlassene Wohnhaus ein und findet ein Tagebuch der ältesten Tochter.                              
Das Tagebuch berichtet, das die Besitzerin zuerst über Personen schreibt, die ab einen definierten Zeitpunkt mit                               
keinem Wort mehr erwähnt werden.                              
Edeltraud unterhält sich währenddessen mit der Nachbarin.                              
Die Nachbarin verweigert zunächst die Aussage. Erst als sie sie sich ihr gegenüber ausweist, kann die Hauptkommisarin Edeltraut Manske jun.                              
sie über ihre Nachbarn befragen.                               
Ein Foto an der Flurwand, das ein 5Jähriges Kind zeigt, erregt Edeltrauds Aufmerksamkeit.                              
 Edeltraut wundert sich, aber die Nachbarin findet das Bild nur hübsch.                                
Bei der oberflächlichen, psychologischen Beurteilung der Frau, erkennt Edeltraut Blockaden,                     
die anscheinend Erinnerungen unterdrücken.                              
Des weiteren ergibt sich als weiteren Anhaltspunkt die hier ansässige Spielzeugfabrik, da dort sowohl der Vater als auch der      
Ehemann der Nachbarin arbeitet.                              
Melanie Klein untersucht die Gärten der nebeneinander liegenden Wohnhäuser.                              
Sie findet heraus, das hier unnatürliche Magie, weder bekannte Feen, Dämonen, oder Drachenmagie am Werk gewesen ist.                              
Die Herkunft der Magie ist für alle beteiligten Ermittler unbekannt.                              
Auf dem Weg zur Spielzeugfabrik befindet sich ein Kinderspielplatz.                              
Ein Kind beginnt dort unnatürlich zu brennen.                              
Nach einigen Versuchen kann das Team  in gemeinsamer Zusammenarbeit den magischen Angriff so lange blocken,                              
bis der Zauber endgültig unterbrochen werden kann.                               
Zwei der anwesenden Mütter verwandeln sich während dessen in Zombies und greifen an.                              
Beide tragen als Gemeinsamkeit Firmenanstecker der hiesigen Spielzeugfabrik.                              
Jan Hirt reagiert besonnen und hält die Frauen von ihrem Angriffen ab, in dem er u.a. die Anstecker abreißt.                              
Nach dem Angriff  Kampf muss Edeltraut sich um die offiziellen Formalitäten kümmern, während der Rest des Teams                               
die Dämmerung nutzt, um die ersten Ermittlungen in der Spielzeugfabrik zu führen.                              
Bei einer zweiten gemeinsamen Observationen des Zielgebietes findet die vollständige Gruppe wieder diese seltsam silbrigen Würmer.                              
Sie folgt ihnen durch die Kanalisation zu einem Höhlensystem unter der Spielzeugfabrik.                               
In einer großen Kaverne existieren sich zwei mit Silberkabeln umfasste magische Schutzkreise.                     [=> siehe beiliegende Zeichnung]         
In dem kleineren Rund befindet sich der Eigentümer der Spielzeugfabrik Sigurd Karlow, in dem größeren Kreis dreht sich ein Mühlrad aus Feuer.                              
Edeltraut manipuliert die Kabelstränge, sodass die direkten Verbindungen zum Rad unterbrochen sind.                              
Melanie Klein fordert nacheinander  Herrn Karlow zur Aufgabe auf und unterbricht die 2.Kabelverbindung zwischen den beiden Beschwörungskreisen.                              
                              
Da die dortige Sachlage aufgrund fehlender naturwissenschaftlicher Beweise nicht in den Zuständigkeitsbereich des Deutschen Strafgesetzbuchs                               
und dadurch nicht in den Aufgabenbereichs des BKAs fällt ,informiert Boris Janzen das White Council,  aktueller Ansprechpartner                              
 der Warden Georg aus Hamburg (siehe BKA Fall 2011-03-21 HH),  und übergibt ihn den Fall.                              
                              
                              
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 16.07.2011 | 14:56
Danke!  8)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: SPR'ler am 18.07.2011 | 09:24
Nice. Jetzt fehlt nur noch der Bericht mit dem persönlichen Drama :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 18.07.2011 | 15:53
Nice. Jetzt fehlt nur noch der Bericht mit dem persönlichen Drama :)

Danke!
Für den IT- Bericht in Drama-Form ist mein Charakter in diesen Fall aber nicht zuständig  ::).... :engelteufel:
Titel: Edinburgh Blues - Teil 1
Beitrag von: JollyOrc am 29.08.2011 | 13:46
[das wird mal wieder eines dieser Mehrteiler-Diaries. Mit Glück hab ich den zweiten Teil fertig, bevor Alyne mit dem Polizeibericht kommt :) ]

Dienstag morgens, nach einer durchzechten Nacht...

brrrrRRRING!

brrrrRRRING!

Verfluchtes Telefon, warum hab ich das Mistding nicht aus der Wand gerissen?

brrrrRRRING!

Fluchend, grummelnd, und über die am Boden verstreute Wäsche stolpernd greife ich nach dem Hörer und brumme etwas unflätiges hinein.

“Hier ist Edeltraut, kannst Du nicht vorbeikommen Jan? Es ist wichtig...”

Schon um den Hörer endlich wieder auflegen zu können willige ich ein. Außerdem, Deutschlands letzte Frau gegen das Übernatürliche ist ja ganz ansehnlich, und von Kaffee war auch die Rede. Eine lange Dusche, zwei Aspirin und zwanzig Minuten im Taxi später hielt ich den versprochenen McMasters-Kaffee in der einen, und einen getippten Schrieb (http://tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=65654.0;attach=14201) in der anderen Hand.

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Aus meiner Sicht war alles klar: Edeltraut und Boris saßen tief in der Scheiße. Ich kenne Bullenschreibe, und wenn jemand von “der Ihnen gemachte Vorwurf” schreibt, dann sollte man besser die Stadt und den Namen wechseln. Gut, das kann Frau Hauptkommissarin Manske natürlich nicht so einfach machen. Aber, ein kurzer Blick auf die Unterschriften, unter der Vorladung, dieser Peabody und seine Übersetzerin Sládek scheinen es ja ernst zu me-

Abrupt stelle ich den Kaffee hin. Tatsächlich. Sládek, Sandra Sládek.

Nach all den Jahren...

“ok Edeltraut, ich komme mit nach Prag...”

Prag, Dämmerung

Im vernebelten Prag treffen wir auf Ayden MacGregor. Keine Ahnung, welche Laus dem Kerl über die Leber gelaufen ist, oder ob alle Schotten so einen Stock im Arsch haben, aber er machte es wirklich nicht leicht ihn zu mögen.

Gefällt mir. Leute nicht mögen zu müssen, macht es einfacher sie später zu erschießen.

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Was alle Reiseführer über Prag verschweigen: Dort gibt es nicht nur den Dom und die Altstadt, sondern auch Vampire. Verdammt viele Vampire! Zum Glück hab ich noch Edeltrauts weihwassergetränkte Spezialmunition...

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Wir liefern uns eine Rauferei mit den Mistkerlen und retten uns dann in eine Kirche. Gott schütze die Katholiken, mit ihren vielen und stets offenen Kirchen. Der Kerl da oben verzeiht mir auch sicher, dass ich meine Waffen erstmal auf dem Altar durchsehe und die Munition zähle.

Noch 16 von Edeltrauts Patronen übrig, diverse Handgranaten und mehr als genug normale Munition. Hm.

Allerdings frage ich mich, was mit Boris los ist - andauernd schaut er sehnsüchtig nach draußen. MacGregor und Edeltraut klären mich dann endlich auf: Während der Rauferei hat einer der Vampire Boris einmal abgeschleckt - und deren Speichel macht süchtig nach mehr.

Mistkerle.

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Die Situation verschärft sich, als die Blutsauger eines ihrer Opfer “zum Verhandeln” schicken. Boris soll alleine nach draußen kommen. Noch können wir ihn aufhalten, aber wer weiß wie lange. Und sollte er nicht kommen, würden sie ihre sterblichen Diener und “die Hunde” schicken. Hab ich erwähnt, dass ich Hunde nicht ausstehen kann?

“Gib mir fünf Minuten” rufe ich Edeltraut zu, packe meine Sachen und haste den Kirchturm hinauf. Hey, was für die Scharfschützen im zweiten Weltkrieg passte, ist gerade gut genug für mich!

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Allerdings sieht die Situation von da oben nicht gerade viel rosiger aus: Vor und um der Kirche wimmelt es von Blutsaugern. Mehr als ich Munition dabei habe. Verdammt.

Gut, wenn man sie nicht alle umbringen kann, dann kann man sie wenigstens ablenken. Schnell ist deren Unterschlupf erspäht. Und da ich ja ein heimliches Kerlchen bin, komme ich auch ungesehen auf das Dach. Angewidert schaue ich durch das große Oberlicht einem armen Kerl zu, der gerade von einer dieser Kreaturen gleichzeitig bestiegen und ausgesaugt wird. Wahrscheinlich bezahlt der sogar Geld dafür. Dennoch fürchte ich, dass er doch nur ein Opfer ist, und so bringe ich die improvisierte Bombe hoch genug im Kaminschacht an, dass er die Explosion hoffentlich überleben wird.

Den Zeitzünder stelle ich auf eine Minute und mache mich von dannen.

Also, ich versuche es. aber der zwischenzeitlich eingesetzte Regen hat das Dach so glitschig gemacht, dass meine Ledersohlen (warum hab ich bloß Anzugschuhe angezogen? Ach ja, Sandra...) abrutschen und der Schwung mich durch das Oberlicht direkt auf das große Bett fallen lässt.

Neben die Vampirin.

Verdammt.

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“Sorry Schätzchen, bin auf dem Sprung. Ein Schluck auf den Abschied?” Wahrscheinlich versteht sie kein Deutsch, aber der Flachmann mit dem Weihwasser gibt mir wenigstens den Hauch einer Chance. Sie springt mich an wie eine Furie, kratzt, beisst und benimmt sich auch ansonsten nicht sehr ladylike. Gut, ich hab ja auch ihr Schäferstündchen/Mitternachtssnack gestört. Und die Uhr läuft, tick-tack, also verabschiede ich mich lieber schnell durchs Fenster.

Und beinahe genau in die Arme der unten herumlungernden Vampire. Gibts im verdammten Prag eigentlich auch noch normale Menschen?! Gerade eben halte ich mich noch an der Leuchtreklame fest (“Red Flesh Palace - GIRLS GIRLS GIRLS”) und verschanze mich auf dem Sims.

Schlechte Idee, wer hätte gedacht, dass diese Drecksvampire so gut klettern können? Ein paar Salven aus der Maschinenpistole halten sie zwar kurz in Schach, aber allmählich wird echt die Zeit knapp.

Ein paar Meter Seil hab ich noch. “I AM THE GODDAMNED BATMAN!” brülle ich den Mistkerlen entgegen, werfe den Wurfanker um den nächsten Laternenpfahl und schaffe es irgendwie, über die Blutsauger hinwegzuschwingen. Gut, die zeitgleiche Explosion des kompletten Dachstuhls könnte als Ablenkung auch irgendwie geholfen haben...

Ohne länger nachzudenken gebe ich Fersengas und verschwinde...

Vor der Kirche sieht es zwischenzeitlich nicht wirklich gut aus. Hat sich ja keiner an meinen Zeitplan gehalten, und Boris ist schon draußen. Zum Glück ist MacGregor doch kein ganz so großes Arschloch, und hat ihn mit einem Schutzschild ausgestattet. Und obwohl Boris dumm genug war rauszugehen, ist er doch schlau genug sich zu wehren - allerdings hat er es mit der örtlichen Obervampirin (nennt man die so?) zu tun, was nicht einfach zu sein scheint.

Aber nicht dumm: MacGregor kennt wohl die Schwachstellen der hiesigen Blutsauger und mit Erde kann man denen ziemlich was verpassen - und damit ist Boris ja nicht ungeschickt, und Edeltraut hat inzwischen auch ein paar Tricks drauf. Als ich endlich wieder zurück komme, sind die Vampire entweder tot oder verschwunden. Wir bleiben lieber nicht unnötig lange und machen uns auf zum Portal ins Nevernever.

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Nevernever, und meine Uhr geht nicht mehr.

Ich muss sagen: Die Nevernever-Version von Prag schlägt jedes Disneyland. MacGregor führt uns durch hübsche Gassen in denen anscheinend mittelalterliche Bauern Seite an Seite mit Feen in Bankeranzügen leben. Dennoch, die Szenerie ist verstörend genug um mich davon abzuhalten, hier länger als unbedingt notwendig zu verharren.

Aufgehalten werden wir natürlich trotzdem: Die Straße führt uns nach kurzer Zeit an einen Fluß. Auf dem Hinweg, erzählt uns MacGregor, gab es eine Brücke. Jetzt nur noch einen Haufen kläglicher Trümmer, und in der Luft hängt der Geruch von  Salzwasser...

Boris wagt sich näher an den Fluß heran, während Edeltraut etwas von “Algen, ganz viele Algen, die die Brücke zerrissen” murmelt. Ich hab ja ein ganz mieses Gefühl bei der Sache, und werde prompt bestätigt, als ein Haufen glitschig-grüner Algententakel nach MacGregor greifen!

Ich bleib besser im Hintergrund, und überlass den Fingerwacklern das Feld - dass Kugeln dem Ding was ausmachen bezweifle ich eh. Boris wehrt sich mit seiner Magie, MacGregor sorgt mittels großen Luftblasen dafür, dass niemand ertrinkt und Edeltraut wirft sich mit dem Dolch ihrer Mutter auch ins Getümmel.

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Als ich sehe, dass all diejenigen, die mich aus dieser Albtraumwelt herausholen können dennoch ziemlich in Bedrängnis sind, langt es auch mir. Mein Messer ist zwar kein so mystisches Hokuspokus wie das der Manske, aber anscheinend hilft es dennoch.

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Am Ende sehen wir alle aus, als hätten wir eine Wattwanderung im Regen gemacht, aber das Monster ist - tot? Vernichtet? Nur vertrieben? Ich habe keine Ahnung, meine Hilfe an dieser Stelle war wohl eh nur marginal. Eigentlich will ich nur noch eine heiße Dusche und wieder nach Hause - aber zum einen wird MacGregor für mich sicherlich keine Extratour machen, und dann ist da ja noch Sandra.

Zum Glück sind arrogante alte schottische Magieraristokraten eitel - nur damit er sich vor seinen Kollegen keine Blöße geben musste, wackelt MacGregor kurz mit den Händen, und Sekunden später sind wir alle wieder sauber. Und da sag einer, Magie sei zu nichts nütze.

Der Rest der Reise ist dann zum Glück friedlich, und ein großer Findling auf der Wiese entpuppt sich als Eingang zum Hauptquartier des Weißen Rates unter Edinburgh.

Unter Edinburgh, nachts

Wobei “unter” hier das wichtige Wort ist. Teilweise fühle ich mich an billige Stargate-Sets erinnert - ganz viele Gänge und Räume ohne Fenster, nur eben mittelalterlicher. Allerdings gibt es wenigstens so etwas wie eine Klimaanlage, und die Wandteppiche scheinen tatsächlich echt zu sein. Nobel, wenn auch etwas leer. Die verbleibenden Leute (Boris erklärt mir, dass ihre braunen Bademäntel, heh, nein, Roben sie als Zauberlehrlinge auszeichnen) erzählen was von einem großen Angriff des Roten Hofes der Vampire in Kairo. MacGregor lässt das so erscheinen, als ob die Sache in Prag dagegen ein Spaziergang war. Was zur Hölle?!

Während die anderen darüber diskutieren, ob und wie man den Leuten in Kairo zu Hilfe eilen könnte, such ich mir lieber etwas zu essen. Als ob wir da irgendwas reißen könnten - ich bin gut, aber so gut nun auch wieder nicht.

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Die Braunroben in der Kantine beäugen mich misstrauisch, anscheinend fällt man ohne Bademantel hier sofort auf wie ein bunter Hund. Ich überlege mir gerade noch, wie ich die Kinder einschüchtern kann, als ein mir viel zu bekanntes Parfüm von hinten um die Nase streicht...

“Hast Du wirklich gedacht, Du könntest ewig vor mir weglaufen Sandra?”
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 29.08.2011 | 14:01
\o/
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 29.08.2011 | 14:34
JollyOrc, dein Diary liest sich extrem klasse! Danke dafür!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 29.08.2011 | 14:45
@JollyOrc: Einfach toll... Würde mich freuen mehr zu lesen
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 29.08.2011 | 14:50
Ich meine mich aber so zu erinnern, dass die Rolle von Boris und Ayden im Kelpie-Encounter vertauscht waren. Sicher bin ich mir aber nicht.

EDIT: Das von JollyOrc erwähnte Anschreiben. Enkidi wird lachen, aber das ist so ziemlich der grafische Höhepunkt meiner Handouts..  :-[
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Barbara am 29.08.2011 | 15:33
JollyOrc, dein Diary liest sich extrem klasse! Danke dafür!
Genau. Wann schreibst du weiter? ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 29.08.2011 | 18:35
Moin!

Danke für das tolle Diary, JollyOrc :d.

Diesmal gibt es wahrscheinlich keine Polizeiakte des BKAs, da es keinen offiziellen Fall in Deutschland gab. :P

...Aber auch sie schreibt Tagebuch.... 8)


Ich kann aber bestätigen, dass Ayden und Boris im Kampf gegen das Feenwesen Kelb verwechselt sind. ;) ::)

...Auch Edeltraud hält sich an ihr Wort! ;D
 
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 29.08.2011 | 19:16
Danke für den Applaus :)

Die Fortsetzung gibts hoffentlich morgen...
Titel: Edinburgh Blues - Teil 2
Beitrag von: JollyOrc am 29.08.2011 | 23:27
An der Geschwindigkeit, mit der sich die Braunroben verzogen konnte ich zwei Dinge ablesen - der Klatsch hier in Edinburgh würde die nächsten Tage beträchtlich zunehmen - und was immer Sandra inzwischen darstellt, es war sicher nicht nur ein Übersetzungsjob.

Sie setzt sich mir gegenüber. Hab ich diese Roben doofe Bademäntel genannt? Sandra ließ da keinen verdammten Zweifel, dass das, was sie da anhatte, mit Frottee nix zu tun hat. Trotz der Tatsache, dass die schwarze Robe mehr verdeckte als mir lieb war, fragte ich mich unwillkürlich, was sie wohl darunter trug.

Das folgende Gespräch ist mehr Verhör als alles andere. Wir belauern uns gegenseitig und gönnen dem jeweils anderen kein Stück Information. Und ich bin eh viel zu sehr damit beschäftigt, cool zu bleiben, als dass ich ihr wirklich folgen könnte. Es ginge halt nicht anders damals. Und ich hätte ja auch Geheimnisse.

Bullshit.

Am Ende sag ich, was ich sagen musste, so dämlich es auch ist: “Gib zu, Du hast mich auch vermisst.”

Die Ohrfeige hab ich erwartet. Den Rest nicht.

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Edinburgh, Sonnenaufgang

Am Trenchcoat fehlen einige Knöpfe, und der Turtleneck-Pulli ist auch nicht mehr ganz heil als ich wieder bei Edeltraut, Boris und MacGregor ankomme. Die Drei hatten sich glücklicherweise gegen einen Besuch in Kairo entschieden. Und endlich habe ich, dank Sandra, wenigstens einmal genauso viel Informationen über die Situation wie die anderen: Edeltrauts Mutter steht wegen Verdacht auf Kollaboration mit dem Feind unter Hausarrest, und die Edeltraut und Boris müssen sich wegen der Sache mit Syltvanas verantworten. Mit Pech fällt dem Merlin sogar ein, dass ich bei der Scheiße ja auch dabei war. Und mit der Art von Pech habe ich meine Erfahrung, man kann das also als ziemlich sicher ansehen.

Es folgt eine längere, naja, Verhandlung. Irgendwie schaffen wir es, nicht als komplette Idioten dazustehen, aber einige Sachen werden sonnenklar: Der Merlin ist ein noch größeres Arschloch als MacGregor. Hätte ich gar nicht für möglich gehalten. Obwohl dem Zausel klar ist, dass er sowohl Boris, als auch Manske Senior prima in seinem beschissenen Krieg gegen die Vampire brauchen kann, will er sie nicht ohne irgendeine Gegenleistung vom Haken lassen.

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Nach dieser ersten Verhandlungsrunde besuchen wir Edeltrauts Mutter in ihrem Hausarrest. Ich wäre ja von dem Fahrgestell beeindruckt, von den Fähigkeiten, die sie in den dreißig Jahren intimer Gefangenschaft mit dem Sexvampir Raith erworben haben muss - aber meine Gedanken sind woanders. Während die Manskes sich gegenseitig Familienstress machen, überlege ich, in was für ein Wespennest ich hier eigentlich geraten bin. Und wie ich am besten wieder herauskomme.

Uns allen ist klar, dass wir Boris hier im Rat unterbringen müssen. (Von Sandra erzähle ich den anderen lieber noch nichts. Das ist privat.) Und dass Edeltrauts Mutter nicht hinter Gittern gehört ist - naja, mir nicht unbedingt klar, aber Edeltraut würde sonst nie aufhören, darüber zu schimpfen, und Scheiße, die Frau kann einem Mann wirklich den Tag verderben wenn sie sauer ist.

Eines ist auf jeden Fall klar: Merlin war schon ziemlich fixiert auf die Syltvanas-Geschichte. Klar, so ein Drache bedeutet ziemlich viel Macht, und anscheinend haben wir ja einen Draht zu dem... uh, zu Syltvanas halt. Natürlich gibt es da für uns eigentlich nichts mehr zu holen, aber dass kann der alte Knacker ja nicht wissen.

Und da fällt mir der alte Witz ein, von dem Kerl, der mit einer vollkommen Fremden um 500 Euro wettet, dass er, uh, weiss ich nicht mehr, ich glaub Ihr Sternzeichen erraten kann, wenn er ihre Brust anfässt. Sie glaubt ihm nicht, aber für 500 Tacken lässt sie sich halt kurz an die Brust fassen. Er macht’s, ratet falsch, gibt ihr 500 Euro. Und geht dann zu seinen Kumpels, mit denen hatte er nämlich um 1000 Euro gewettet, dass er der Lady ohne Strafe mal an die Brust gehen kann.

Und genauso würden wir das mit dem Drachen und dem Merlin machen. Syltvanas ist doch total wettverrückt, und hey, Edeltraut und Boris können ihren Goldschatz darauf verwetten, dass sie die Manzke Senior aus dem bestbefestigsten Knast des Weissen Rates herauskriegen können - und zwar ohne Magie einzusetzen! Hah! Und als Gegeneinsatz müsste der olle Syltvanas eben einfach nur zwei Gefallen für den Merlin springen lassen. Einer geht dann für Boris Ratsmitgliedschaft drauf, der andere um die Manzke frei zu bekommen.

Dem Merlin sagen wir dann einfach, dass er zwei Gefallen bekommt, er aber als Zeichen des guten Willens, erst die Manzke frei lassen soll. Wenn er die Gefallen dann nicht bekommt, kann er ja den Boris einbuchten, dann steht er immer noch gut als Hardliner vor seinen Freunden da, und hat nix verloren.

Narrensicher sag ich Euch.

Sehen Edeltraut und Boris natürlich auch so, und MacGregor lässt sich sogar breitschlagen für die beiden die Verhandlungen zu übernehmen.

Narrensicher.

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Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 30.08.2011 | 00:04
auch wieder super

*will weiter lesen*
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 30.08.2011 | 07:09
auch wieder super
+1
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 30.08.2011 | 09:29
Dito!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 30.08.2011 | 10:08
Ich hab ja das Gefühl, dass JollyOrc denkt, dass er mit der Aufteilung des Diaries in drei Teile auch drei Fate-Chips als Belohnung bekommt.... und wenn er so weiterschreibt, könnte das klappen ;)
Titel: Edinburgh Blues - Teil 3
Beitrag von: JollyOrc am 30.08.2011 | 11:03
Ok, zuerst müssen wir aber den Merlin überzeugen. Ihm klar machen, dass wir es ernst meinen, dass wir tatsächlich liefern können, und dass ihm diese “Gefallen” auch wirklich etwas wert sind. MacGregor ist eigentlich dafür die beste Option, schließlich kennt er den alten Knacker schon eine Weile. Die beiden sind ganz offensichtlich nicht die besten Freunde (Schotten und Engländer halt), aber sie arbeiten wohl schon länger zusammen.

Länger. Also, schon so hundert Jahre oder so. Und dabei sieht MacGregor nicht mal älter aus als ich! Verfluchte Fingerwackler, so langsam wird mir klar, was Sandra meinte. Wie alt ist sie eigentlich wirklich? Und kann man das, was die da haben als Pille kriegen? Ich bin zu gut, um an Altersschwäche zu sterben!

Noch ziehrt sich MacGregor allerdings etwas. So sehr er dem englischen Bastard eins auswischen will, natürlich will er auch etwas dafür sehen. Ich versuche ihn sanft in Richtung Manske Senior zu schubsen, und erwähne das mit den dreißig Jahren und dem Sex-Vampir. Sex Sells!

Oder auch nicht.

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Irgendwie bekommen wir ihn schließlich trotzdem rum, und er dann den Merlin. Verfluchte Scheiße, dieser Plan scheint tatsächlich zu funktionieren. Vorausgesetzt Syltvanas geht auf die Wette ein, aber warum sollte er das nicht tun? Wie gesagt, er ist doch völlig wettverrückt, richtig?

Also wieder auf in dieses Nevernever-Dingens und von dort nehmen wir die Abkürzung nach Haithabu. Trotz dieses Algententakel-Dingens, diese Art zu Reisen schlägt zumindest immer noch RyanAir.

Syltvanas Hort, später Nachmittag

Syltvanas empfängt uns in seinem Horst. Hort? Egal. Zum Glück keine Tropfsteinhöhle mit Fackeln, sondern eher eine Art Junggesellenbungalow das mir verdächtig nach einer (teuren aber geschmacklosen) Variante von Hugh Hefners Bude ausschaut. Deckenhohe Fenster, schicker Flachbildfernseher, Liegelandschaft, Kaminfeuer, Wohnzimmerbar.

MacGregor übernimmt die Verhandlungen, wie geplant. Zunächst scheint er etwas eingeschüchtert von Syltvanas zu sein, und hey, ich kanns ihm nicht verübeln. Aber er fängt sich, und erklärt die Wette. Und man glaubt es kaum, aber dieser Schotte kann verdammt gut lügen, er schafft es tatsächlich, Syltvanas die Wette schmackhaft zu machen.

Ich sagte es ja: Narrensicher.

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Und da fährt uns Syltvanas in die Parade. Einen, nein, gar zwei Gefallen als sein eigener Einsatz? Gibt’s nicht. Wie wärs mit Drachenfeuer stattdessen? Verflucht, MacGregor schaut schon ganz begierig.

Die Verhandlungen gehen weiter, aber irgendwie scheinen alle das Ziel aus den Augen verloren zu haben. Klar, für die Fingerwackler hier scheint die Sache mit dem Drachenfeuer ungefähr so verlockend zu sein, wie für mich die neueste Ausgabe von Guns’n’Babes Monthly. Und Syltvanas verfolgt natürlich mehr als nur ein Ziel. Offenbar ist er sauer, dass er noch keinen treuen Lakaien hat, während die kleine Melanie ja fröhlich mit diesem anderen Drachen flirtet.

Ich sag Euch, mein Plan hat sich langsam in einen brennenden Haufen Exkremente verwandelt, und irgend jemand hat schon den Ventilator angeworfen. Eigentlich kanns mir ja egal sein ob die Manske frei kommt, oder ob Boris jetzt in den Rat aufgenommen oder einfach nur einen Kopf kürzer gemacht wird. Aber die beiden sind mein Ticket um mich häufiger in Edinburgh herumzudrücken....

“Hey, Syltvanas - Du willst einen Botschafter? Gib den Beiden ihre Gefallen, und Du kriegst mich.”

Sicherlich nicht die klügste Idee die ich je hatte, aber heißt es nicht, dass Drachen Ihre Leute mit Macht und Langlebigkeit ausstatten? Genau das, was ich brauche, um die Sache mit Sandra richtig angehen zu können.

Syltvanas schaut mich an und schnippt mit den Fingern. Um uns herum scheint die Zeit stillzustehen. Edeltraut ist mitten in der Bewegung erstarrt, und MacGregor steht mit offenen Mund da und sieht ziemlich dämlich dabei aus.

Garantiert nicht die klügste Idee die ich je hatte!

Wir verhandeln. Was kann ich ihm bieten, was will ich, was hat er davon. Abstriche werden gemacht. Wir werden uns einig. Und dann erinnere ich mich an diesen Science Fiction Roman den ich vor Jahren mal gelesen hab, “Trau keinem Drachen.”:

“Gut” brummt Syltvanas, “fangen wir mit einem Vertrauensbeweis an: Bring mir diese Sandra, dann beginnt unser Pakt.”

Scheiße!

Edinburgh, ein paar Tage später

Als ich wieder einen klaren Gedanken fassen kann, sind wir schon zurück in Edinburgh. Mein perfekter Plan liegt zwar nicht vollkommen in Trümmern, aber statt zwei offenen Gefallen, können wir dem Merlin nur zwei Mal Hilfe gegen den Roten Hof der Vampire bieten. Niemals wird er sich darauf einlassen!

Was bleibt uns, als es dennoch irgendwie zu versuchen?

Natürlich sieht der Merlin, dass Syltvanas Hilfe in diesem verfluchten Krieg wirklich hilfreich sein könnte. Ich meine, bei unserem ersten Besuch hier, haben wir all die Verletzten gesehen, der Weiße Rat steht mit dem Rücken an der Wand. Aber der englische Bastard will mehr, und formal ist er im Recht - das ist nicht das, was wir versprochen hatten.

Was folgt ist zäh. Zäher als zu lang gebratenes Steak von einem uralten Bullen. Was uns rettet, ist die Tatsache, dass wir bei Syltvanas Wiedererweckung dabei waren. Ohne, dass die alte Echse es verhindern konnte, waren wir geistig mit ihm verbunden. Und Boris hatte dabei etwas über Syltvanas gelernt: Den kompletten verdammten Namen dieses schuppigen Mistkerls.

Gut, dass solche Viecher keinen Personalausweis haben ist mir klar, aber erst als Edeltraut mir erklärt, dass es für die Übernatürlichen die Sache mit dem echten Namen eine große Sache ist. Wir wissen also Syltvanas Rumpelstilzchen sozusagen. Yippijayay Schweinebacke!

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Und verdammt, so wie Merlins Augen glänzen, als wir ihm den Vorschlag machen, ist mir klar, dass wir die verfluchte Goldmine getroffen haben.

Der Rest ist schon fast Routine. Um sicherzugehen führe ich Edeltrauts Mutti durch ein altes Abflussrohr aus der Festung des Weißen Rates heraus, keine Magie und all das, right?

Syltvanas fragt bei der Wettauflösung natürlich sofort nach Sandra, aber damit kann er mich mal. Sag ich ihm natürlich nicht, bin ja nicht vollkommen blöd.

Und hey, morgen bekommt Boris dann endlich seine eigene Schwarzkutte, und danach gibt es bestimmt noch eine Party. Und eines weiß ich: Sandra lässt sich keine Party entgehen...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 30.08.2011 | 13:21
 :d

Ich finds übrigens großartig, wie viel Detail du so schilderst, dass ich nie erwähnt habe. So muss das - finde ich - laufen: Kopfkino eben. Übrigens hatte ich das gleiche Bild im Kopf, auch wenn meine Beschreibung nur aus den Worten "Bungalow" und "Luxus" bestand. Bei mir gabs im Kopf übrigens noch große, französische Fenster, die bis zu Boden reichen und eine Vertiefung in der Mitte des Raumes... ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 30.08.2011 | 14:12
Sehr sehr cool auch dieser Teil, JollyOrc.

Ich habe es in den anderen Postings dieses Threads nicht so explizit gefunden, aber du spielst offensichtlich einen Vanilla-Söldnertyp, richtig?
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 30.08.2011 | 14:20
Ja. Dazu gibt es einen Beschwörer, der jetzt zum echten Wizard wurde, eine Polizistin mit einigen übernatürlichen Fähigkeiten und neuerdings Erdmagie, eine drachenblütige Chemiestudentin, die jetzt bei der Polizei arbeitet und - ganz neu - einen schottischen Zauberer.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 30.08.2011 | 14:20
Ich habe es in den anderen Postings dieses Threads nicht so explizit gefunden, aber du spielst offensichtlich einen Vanilla-Söldnertyp, richtig?

Genau. Jan Hirt ist quasi die normalsterbliche Variante von Kincaid, nur leider fast ohne jegliche Nahkampffertigkeiten. Jetzt hat er auch endlich mal selbst Lore, und muss nicht mehr immer so doof aus der Wäsche gucken, wenn von Übernatürlichem die Rede ist :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: First Orko am 30.08.2011 | 14:33
und - ganz neu - einen schottischen Zauberer.

Danke, für das Erwähnen der korrekten Nationalität!
Jollyorc, hast du das gelesen?! (Wobei ich geneigt bin zu glauben, dass Jan Ayden tatsächlich mit voller Absicht wiederholt als Ire titulieren würde, nur um ihn zu ärgern ;))

Ansonste: Volle Zustimmung, klasse Diary - macht echt Spass zu lesen!
Abgesehen davon hat die Runde echt gut gerockt, für das erste "richtige" Mal Fate war das schon klasse - auch wenn objektiv gesehen zu Anfang nicht viel passiert ist. Aber die Vermittlung zwischen dem BigBoss des White Councils und dem Drachen war echt groß - auch wenn ich da gefühlt ne Zeitlang deutlich mehr im Spotlight stand. Kein Plan, wie die anderen das so auffassen...


Ich hab ja das Gefühl, dass JollyOrc denkt, dass er mit der Aufteilung des Diaries in drei Teile auch drei Fate-Chips als Belohnung bekommt.... und wenn er so weiterschreibt, könnte das klappen ;)

Also zwei sollten schon drin sein, 1 fürs Diary an sich und +1 für Quali/Länge, mMn.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 30.08.2011 | 15:11
Ja. Dazu gibt es einen Beschwörer, der jetzt zum echten Wizard wurde, eine Polizistin mit einigen übernatürlichen Fähigkeiten und neuerdings Erdmagie, eine drachenblütige Chemiestudentin, die jetzt bei der Polizei arbeitet und - ganz neu - einen schottischen Zauberer.

Hehe. In unseren "Miami Files" hat sich mein Urban Fantasy Autor, ebenfalls einziger Plain Vanilla Mortal unter lauter übernatürlichen Mitstreitern, jetzt auch mal den ersten Punkt Lore geholt, um wenigstens in der Theorie ein bisschen mitreden zu können. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 30.08.2011 | 15:24
Also zwei sollten schon drin sein, 1 fürs Diary an sich und +1 für Quali/Länge, mMn.

ich hab mal alle drei Posts überarbeitet - Füllwörter entfernt, Schotten und Iren vertauscht, off-topic- und Regelbemerkungen eingebaut - Karsten wollte ja was für seine Webseite haben  ;)

Teil 1 (http://tanelorn.net/index.php/topic,65654.msg1392990.html#msg1392990), Teil 2 (http://tanelorn.net/index.php/topic,65654.msg1393432.html#msg1393432) und Teil 3 (http://tanelorn.net/index.php/topic,65654.msg1393608.html#msg1393608)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 30.08.2011 | 23:11
super klasse...

Wann gehts weiter? Will mehr davon
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 31.08.2011 | 15:10
Ich hab das Diary noch mal - mit meinen eigenen Anmerkungen versehen - auf der FATE-Seite (http://www.faterpg.de/2011/08/31/edinburgh-blues/) gepostet.

super klasse...

Wann gehts weiter? Will mehr davon
Wir spielen so im Takt von 4-6 Wochen. Deshalb kann es etwas dauern, bis es weitergeht.

Nice. Jetzt fehlt nur noch der Bericht mit dem persönlichen Drama :)
Du solltest jetzt auch zufrieden sein... ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 2.09.2011 | 10:38
Moin!

Diesmal kein offizieller Polizeibericht aus meinen Fingern, sondern Teil 1 aus den persönlichen Aufzeichnungen der Hauptkommissarin Edeltraut Manske junior.

Liebe Grüße

Alyne

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02.09.2011

Endlich Ruhe und Zeit zum Schreiben...
Die Sonne scheint und kein Stress, nette Gesellschaft in Form von Jan Hirt, der meiner Einladung nach Hawaii folgte.
Alleine hätte ich diese Reise bestimmt nicht angetreten. Ich hasse fliegen!

Als mein neuer Chef in Wiesbaden mir den Urlaubantrag vorgestern unterschrieb, sagte er er möchte mich bei meiner Rückkehr
in den Dienst braungebrannt und in besserer Laune sehen.
Die etwas längere Debatte davor hätte er sich aber auch sparen können, schließlich habe ich sowohl noch beim LKA in Berlin
als auch hier in Wiesbaden und Standort Berlin jede Menge Überstunden aufgetürmt, vom Urlaub der letzten 3 Jahren ganz zu schweigen.

Aber eigentlich sollte ich mich ja nicht aufregen, sondern ich wollte eigentlich über die letzten Geschehnisse der  vergangenen Tage rekapitulieren.

Angefangen hat es ja damit, das am letzten Freitag Abend bei meiner Rückkehr aus Wiesbaden ein unfrankierter und absenderloser
Brief bei mir im Postkasten lag.
Der Weisse Rat hat sich endlich persönlich bei mir  gemeldet.
Es ging dabei nicht um eine Ein- sondern eine Vorladung.
Zu Mindest haben sie mir geschrieben, um welche „Vorfälle“ es sich handelt. ...
Prag? Als Treffpunkt?
Seltsam. Mein Gefühl sagt mir, es steckt mehr dahinter. Ausserdem gilt zwar Prag als sichere Stadt, es ist dennoch für mich unbekanntes Terrain.
 Da benötige ich lieber Rückendeckung. Meine  Bestellung neu entwickelter Kugeln sind immerhin eingetroffen.
18 Kugeln sollten erst einmal reichen.
Vielleicht mag mich ja Jan Hirt begleiten.
Ein Wochenende kann ich derzeit realtiv schnell verlängern, da zur Zeit wenig zu tun ist.
Nun Berichte raussuchen und den Drucker anschmeissen...

Am Sonntag vor unsere Abreise nach Prag:
Frühstück bei mir
Mein Vater weiß noch nichts über die Vorladung und ich werde ihn vor meiner Abreise nicht einweihen.
Er hat ja die Wohnung unter mir, seit dem das Haus abgebrannt ist.
Jan kommt demnächst vorbei, aber besonders wach klang er am Telefon eben nicht.
Ein Kaffee alá McMasters sollte auf jeden Fall wachmachen. Jeden!
...Der Familiensage nach sogar Tote...
Ein wenig später erklärt sich Jan bereit uns nach Prag zu begleiten, wenn zuerst etwas zögerlich.
Boris war bereits am Packen, als ich in anrief. Er bekam ebenfalls ein vergleichbares Schreiben.

Gegen Abend in Prag
am alten Turm der Universität zu Prag
Pünktlich standen wir drei (Boris, Jan und ich) am Turm und warteten, als ein Mann an uns vorbei lief.
Mein Instinkt sagte mir, leider zu spät, nicht menschlich.
4 weitere dieser humanoiden Wesen suchten Ärger und sie bekamen welchen. Warum kann ich bloss nicht meine Klappe halten?
Sprachen die vier nicht etwa...Ertruskisch? ...
Sekunden später erschien ein Magier aus Schottland Ayden McGregor auf der Bildfläche und half uns aus der Patsche.
Er ist tatsächlich unsere Begleitung nach Edinburgh und nimmt anscheinend die Sache ernst.
Leider war unser Weg nach Schottland durch heran rückende Vampire versperrt gewesen.
Wir suchten Schutz in einer nahe liegenden Katholischen Kirche.
Boris stand wie unter Drogen und wollte hinaus zur dieser Horde Roter Vampire, wie mir Ayden bestätigte.
Der Speichel der Roten Vampire macht süchtig und Boris war in dem Kampf davor damit in Berührung gekommen.
Eine andere Abhängige wurde seitens der Vampire des sogenannten Roten Hofs zu unserer Zuflucht geschickt, um uns, vor allen Boris heraus zu locken.
Jan, unser 2-schneidiges Schwert bat mich um 5 Minuten Zeit, für ein Ablenkungsmanöver.
Ich rief es Mr. McGregor sowie Boris zu, aber nach circa 2 Minuten konnte ich Boris nicht aufhalten.
Der Einfluß der Droge und der dazugehörige Ruf der Vampir-Adligen waren derartig stark.
Auch Mr. McGregor verschwand von Bildfläche.
Auch wenn er arrogant scheint, dieser Schotte, er hält sein Wort: Sein Schutzzauber auf Boris war sehr effektiv.
Ich schoß und konnte anschliessend mit "Terra ad limum"  diese Adlige gehörig ins Schlittern bringen.
Einige Kampfrunden später kam es einige Strassen weiter zu einer Explosion, vermutlich von Jan gelegt.
Die Zeit reichte, um dieses weibliche Wesen endgültig zu erledigen und unsere Flucht zu ermöglichen.

Zeitlos im NeverNever
Es war nicht mein erster Aufenthalt im Nevernever. Die Zeit verläuft anders hier. Prag existiert auch hier, aber hier leben Menschen und Feenwesen unterschiedlicher Epochen nebeneinander.
Wir verlassen Prag, gehen ungefähr eine halbe Stunde, während sich die Landschaften verändern. Wir durchqueren die Lowlands und anschliessend die Highlands.
Mr. McGregor führte uns zu einem Fluß, über dem eigentlich eine Brücke stehen sollte.
Ich untersuchte die Basis der Brückenüberreste und musste leider feststellen, das etwas Schweres, Großes von oben die Brücke zerschlagen hatte.
Der ausführende Druck kam von oben...
Ich roch Salz in der Luft, wie an der Nordsee, wie damals auf Sylt.... Oder in Lübeck?
Während ich die Brückenüberreste noch analysierte, schlug das Feenwesen zu und zog Mr. McGregor unter Wasser.
Nach einem kurzen, effektiven, gemeinsamen Kampf konnte das Kelpi zerstört werden.  
Ich nahm ganz automatisch schon Proben, als der Herr Schottische Magier auf mich klitschnass zutrat und um eine Probe bat.
Er erzählte nebenbei, das dieses Wesen mit Blutmagie beschworen worden war und er auch eine Probe benötigte.
Ich fragte mich damals, und bei meiner Abreise aus Schottland, ob unsere moderne Technik das Blut nachweisen könnte.
...Entweder war die Probe zu alt und/oder unsere heutige Technik ist für derartige Untersuchungen noch nicht ausgerichtet.....
Ich habe heute per Email bereits die Analysenergebnisse erhalten und es handelt sich schlichtweg um Braunalgen, Riesenalgen der Gattung Macrocystis pyrifera.
...Nicht ohne Grund heißt mein zweiter Spitzname: Spuki Manske, aber mein Vater trug diesen Namen auch dienstlich.
Alle waren nach diesen Vorfall glücklicherweise am Leben und fast alle unverletzt.
Auf der anderen Seite der Brücke schnippte unser Herr Magier McGregor einfach mit den Fingern und reinigte ohne Aufforderung unsere Kleidung und Ausrüstung.
Hinter einer Wegbiegung verstand ich ihn und hätte vermutlich an seiner Stelle ähnlich reagiert, wenn man seine Möglichkeiten besitzt. ...
An einem großen Findling befand sich der Eingang in die Einrichtung des Weißen Rates unter Edinburgh.
Hinter dem Eingang standen an jeder Seite jeweils ein versehrter Warden, neben ihnen jeweils ein steinerner Hund.
   
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 2.09.2011 | 14:03
So Teil 2, ich bin schneller mit Schreiben fertig geworden als gedacht.

Die Fotos von Teil 1 stammen aus meinem Urlaub 2000 in Schottland.

Nun viel Spass beim Lesen und kommentieren.

...Ich bin dann mal weg.....


Alyne

**************************************************************

03.09.2011
Eine Nacht mehr über die Ereignisse in Edinburgh und Haddeby, Kreis Schleswig- Flensburg geschlafen. ... geschlafen ist wohl das falsche Wort, gewälzt und mehrfach wieder hoch gerissen...
Es waren an sich keine körperlich schweren Gegebenheiten. Der potentielle Kampf gegen die Roten Vampire in Kairo wäre meiner Ansicht für mich angenehmer gewesen.
Aber wir befanden uns ja aus anderen Gründen hier unter Edinburgh.
Der Merlin, gebürtig Mr. Langly ist der Richter und die offizielle Leitung des Weißen Rates.
Er ist Engländer und ein brillianter Politiker. Er scheint alt zu sein und gilt als einer der mächtigsten und ältesten Mitglieder seiner Zunft.
Ein Vorgespräch mit ihm und meine Stimmung war deutlich im Keller.
Nach dem anschließenden Gespräch mit Klaus, dem Spielzeugmacher, meinem engsten vertrauten Magier nach meiner Mutter und einem ausgiebigen Kampftraining am Sandsack ging es mir etwas besser.
...Der Sandsack hat noch einige Dellen mehr bekommen....
Meine Mutter saß wirklich böse in der Scheiße, wirklich das passende Wort. Jans Ausdrucksweise in der Deutschen Sprache färbt auf mich ab.
...wenn das meine Eltern wüßten...,
Die Anklage lautete Kollaboration mit dem Feind, das heißt laut meinem Untersuchungsunterlagen mit den weißen Vampiren, namentlich Familie Raith.
Am nächsten Morgen besuchten wir meine Mutter im Gefängnis, von der Einrichtung her luxeriöser, aber deutlich noch als Hausarrest zu erkennen.
Wenn man absieht, das ihr der Tod drohen würde, zeigte sie mehr Disziplin als ich. ....
Ich liebe meine Mutter, aber wenn man bedenkt, das ich sie seit Monaten nicht mehr sprechen konnte und ich in der Zwischenzeit jemand zu reden gebraucht hätte, der sich mit gewissen Dingen auskennt.....
...und nicht mit Boris, meinem Vater oder Jan....
Es kam einfach über mich, Dinge zu erzählen, die mir auch den Kopf kosten könnte,.....
...Ich bin halt ein Kind beider Welten....

Nach einer weiteren Analyse der vorliegenden Daten kamen wir zum Schluß, das wir die Wettlust von Syltanus nutzen könnten, dem Merlin
dazu bewegen könnten, meine Mum zu rehabilitieren.
Entweder weder verlieren Boris und ich unseren Goldschatz an Syltanus und vor dem weißen Rat unsere Köpfe oder es gelingt uns, meine Mama ohne Magie aus ihrem Gefängnis zu befreien.
Es folgten Gespräche mit dem Merlin, um ihn zu überzeugen, das zwei uneingeschränkte Gefallen von Syltanus reichen, um meine Mutter frei zu sprechen,
sowie Boris als vollwertiges Mitglied der Magier und des Rates zu akzeptieren .
Nach zähen Verhandlungen gibt der Merlin uns die Erlaubnis zu Verhandlungen mit dem Drachen.
Syltanus reagierte auf die Wette positiv, verkleinerte aber seinen Einsatz auf Gefallen gegen die Roten Vampire, mit denen sich der weiße Rat anscheinend seit geraumer Zeit herumschlug.
Keine guten Vorausetzungen für neue Verhandlungen mit dem Merlin, aber er ging letztendlich darauf noch ein.
Ich glaube, Boris sprach mit Mr. Langly über "Namen"?
Jan Hirt befreite meine Mutter, ohne Magie einzusetzen und führte sie über Luftschächte und Rohrleitungen aus der Anlage heraus.
Wette gewonnen!
Meine Mutter war frei und mit allen Rechten als Warden und Mitglied des Weißen Rates wieder hergestellt.
Boris wurde ebenfalls Mitglied im Weißen Rat.
Ja, es gab eine recht große Feierlichkeit um beide, aber ich hielt mich dennoch im Hintergrund.
Die Auswahl an guten Single Malt Whisky war groß und dadurch mein Abend dementsprechend kurz. Ich trinke selten Alkohol.
Bei meiner Abreise reichte ich den Schottischen Magier Ayden McGregor seinen Beutel mit den Worten sowie eine meiner Visitenkarten mit den Worten "Technik oder Magie?
Falls Sie mich erreichen wollen..." und lächelte ihn an.
Ich kann ihn und seine Gepflogenheiten nicht einordnen, aber ich schätze ihn derzeit neutral bis positiv ein.
Seit dem Gespräch im Hausarrest hatte ich meine Mutter nicht gesprochen, aber eine gewisse Wut und noch mehr Frust ihr Gegenüber war noch nicht abgeflaut.
Ich reichte ihr damals eine Dokumententasche mit allen aktuellen Dienstberichten sowie eine Kopie des Schreibens an Georg.
Meine Worte ihr gegenüber lauteten:"Deswegen war ich eigentlich hier. Vielleicht interessieren sich Deine direkten Vorgesetzten ja mehr dafür.
Für eine weitere Zusammenarbeit, falls überhaupt erwünscht... Du weißt ja, wie man mich am Besten erreichen kann...... Ich bin dann mal weg...."
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 2.09.2011 | 14:12
super... freue mich schon auf die Fortsetzung...
Auch wenn ich dann jetzt erstmal ein paar Wochen warten muss
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 2.09.2011 | 14:24
\o/

hey, noch ein Diary! Cool! Ich bin der besteste SL der Welt ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 2.09.2011 | 14:34
\o/

hey, noch ein Diary! Cool! Ich bin der besteste SL der Welt ;)

Deine Leitung ist doch klasse und ich hatte bereits ja vorgewarnt, dass da noch etwas kommen würde.... ::)

Wir tun etwas für unsere Fate- Chips ;) 8)... oder? ::)


@Blanchett: Danke! 8)

Titel: Black Betty - Teil 1
Beitrag von: JollyOrc am 12.09.2011 | 12:05
dann wollen wir mal wieder... Teil 1 von... err.. zwei bis drei denke ich :)


whoa, black Betty (bam-A-lam)
whoa, black Betty (bam-A-lam)


Blue Lagoon Beach Hotel, Hawaii

Zwei Wochen Hawaii, herrlich. Zeit in der Sonne zu sitzen, endlich in Ruhe die Guns’n’Babes der letzten Monate lesen, Cocktails und viel Muße, die Erfahrungen der letzten Wochen in neue Munitions- und Waffenskizzen münden zu lassen. Und das Ganze auf Edeltrauts Kosten, als Schmerzensgeld für die Sache in Prag. Sie wohnt zwei Zimmer weiter, keine Ahnung wie sie selbst die Zeit hier verbringt...

Wie gesagt: Herrlich.

Dass ich mich damit erstmal auch von Sandra fernhalten kann, ist ein schöner Nebeneffekt. Ich brauche da erst einmal Abstand, klaren Kopf und all das...

unter Edinburgh, einen Monat später

So sieht also ein Gala Dinner unter Zauberern aus. Langley, pardon, der Merlin erklärt all den anderen Leuten des Weißen Rates, was denn so alles an Beschlüssen und Entscheidungen in den letzten Monaten gefällt wurde. Eigentlich dürfte ich wohl gar nicht hier sein, aber da am Ende Boris feierlich den anderen Ratsmitgliedern vorgestellt werden soll, wird da eine Ausnahme “für enge Freunde” gemacht. Naja, für so einen alten Söldner wie Boris bin ich wohl tatsächlich ein enger Freund.

Ich frag mich, was das über mich aussagt...

Die Veranstaltung geht schon eine ganze Weile, und würde Edeltraut mir nicht aus dem Lateingemurmel des Merlins übersetzen, würde ich gar nichts von dem erzählten hier verstehen. Nicht, dass ich so viel mehr verstehe: “bahnbrechende Fortschritte auf dem Gebiet der ektoplastischen Transmutation”.... was immer die damit meinen. Bald scheint es aber zu Ende zu sein - irgendwelche Diener zünden schon die Spiritusbrenner der Warmhalteplatten an. Ich vermute, Langley hält sich die Ernennung von Boris als Bonbon für den Schluß auf, und dann gibt es hoffentlich endlich was zu futtern.

Auf einen Wink des Merlins hin steht eine Frau in Warden-Mantel auf und kommt auf unseren Tisch zu. 173 Zentimeter ungarische Schönheit - es ist Sandra! Verdammt, warum hat sie mir nicht erzählt, dass sie zu den Polizeiheinis dieses Clubs gehört? Leicht frostig bedeutet sie Boris aufzustehen, und dann sieht sie mich. Und meine frische Bräune, die der von Edeltraut in nichts nachsteht. Verdammt!

Langley scheint nicht sonderlich viel Interesse an einer glanzvollen Einführung von Boris zu haben, was Edeltraut mir da leise übersetzt klingt eher beiläufig gelangweilt. Und er scheint sich irgendwie verschluckt zu haben, zumindest fängt er an zu stottern...

Boris merkt als erster, was wirklich los ist. “Der Merlin wird mental angegriffen!” brüllt er, während er anscheinend versucht einen Schutzzauber über den alten Kerl zu legen. Mann, löst das einen Aufruhr aus. McGregor, Melanie, Edeltraut, ach, der ganze Saal stürmt los um irgendwie in Aktion zu kommen. Nur dieser Schreiberling links vor dem Podium sieht überraschend ruhig aus - jede Wette, dass der hinter diesem Angriff steckt!

Zu blöd, dass ich auf Edeltraut gehört hatte, und nicht mal einen Derringer dabeihabe. Muss halt der Brotkorb herhalten. Geflochtetenes Silber, flach, mit harter Kante - das Ding hat eine überraschend stabile Flugbahn und trifft den Schreiberling hart an der Schläfe. Leider hat in dem ganzen Tohuwabohu niemand meinen Meisterwurf gesehen, andererseits ist das wohl nicht ganz so verkehrt - wer weiß, wie wichtig der Kerl hier ist?

Auf jeden Fall geht jetzt die Post ab. Hektisch fliehende Leute, aus dem Boden wachsen Tentakel, anscheinend ist der ganze Hohe Rat Opfer dieses magischen Angriffs. Hab ich mich beschwert, dass das hier langweilig sei? Ich nehme alles zurück, gebt mir verdammt nochmal meine Langeweile wieder! Der Kerl entkommt leider im Getümmel, aber ich kann mir wenigstens den blutverschmierten Brotkorb sichern.

Fürs erste halte ich mich eh lieber im Hintergrund. Boris und Ayden haben den Merlin in einen Nebenraum gebracht - wenn ich das Gebrüll von dem arroganten Schotten richtig verstanden habe, ist der besonders geschützt. Edeltraut, Melanie und Sandra sind im Clinch mit dem Tentakelwesen. Einer der Tentakel hat schon Edeltraut fest im Griff...

“Haut auf die Spitzen, da sind sie empfindlich!” brülle ich den Ladies zu. Und bevor die Damen die Hentai-Anspielung mitbekommen, stürze ich zum Buffet um mich am Besteckset dort zu bedienen. Da muss doch irgendwas als Waffe brauchbar sein?

Meine Überlegung wird jäh unterbrochen als einer der schwarzen Tentakel plötzlich vor meinem Gesicht auftaucht. Ohne lange zu zögern greife ich nach der Warmhalteplatte und dresche damit auf das widerliche Ding ein. Es stinkt nach verbranntem Schleim, doch endlich lässt das Vieh von mir ab. Hinter mir geht es zunehmend hektischer zu: Aus einem der Tentakel ist ein greinender und schleimiger Babykopf gewachsen, Sandra und Edeltraut fuchteln mit ausgewachsenen Schwertern herum, durch die Tür zum Nebenraum erkenne ich, dass der Merlin gerade zusammenklappt.

Zeit für gröbere Geschütze: Nachdem ich gesehen habe, wie effektiv Melanies Feuerangriffe hier wirken lege ich nach: Zwei der scharfkantigen Bunsenbrenner fliegen dem Babykopftentakel an die Stirn und setzen ihm hart zu. Hart genug um Sandra und Edeltraut eine Lücke für eigene Angriffe zu bieten. Jepp, ich fühl mich immer mehr wie in einem Japan-Horror-Film. Und dann seh ich auch noch Ayden und Boris irgendwelchen Voodoo gegen das Vieh veranstalten - eindrucksvoll, für mich allerdings absolut undurchschaubar was da läuft. (Später wird Boris mir erklären, dass wir es mit einer Art Gehirnwäsche-Dämon aus den äußeren Dimensionen zu tun hatten. Ganz schlimmes Voodoo....)

Ein kräftiger Schlag auf die Brust macht mir klar, dass ich mich mal lieber auf meine eigene Situation hätte konzentrieren sollen: Ein dicker, schleimiger Tentakel wirft mich quer über das Buffet. Verdammt tut das weh!

Doch Glück im Unglück - ich komme direkt neben einem dicken Tranchiermesser zu liegen - yeeha! Gerade rechtzeitig um es auf den Babykopf zu werfen, der gerade versucht Sandra abzuschlabbern...

Und damit scheint das... das... das Was-auch-immer besiegt. Mit einem kreischenden Geräusch zieht es sich durch die wabernde Öffnung im Fußboden zurück und wir haben wieder Ruhe. Mühsam rappele ich mich auf und helfe auch Sandra auf die Füße. Der Blick den sie mir zuwirft, die besorgte Frage ob es mir gutgeht sind Balsam. Ich schaue an mir herunter, mache mit beiden Händen eine abwsichende Geste und murmele nur “Es … hat mich vollgeschleimt.”

Das Labor des Weißen Rates, einige Stunden später

Ok, den blutigen Brotkorb einzusammeln war eine Weltidee von mir. Melanie gelingt es tatsächlich das Blut daran mit dem Blutritual das damals den Kelpie beschworen hat in Verbindung zu bringen. Dieses Blutritual, das von einem Magier und einem dieser Vampire des Roten Hofes abgehalten wurde... Ich kann diese Blutsauger allmählich immer weniger leiden...

Und natürlich: Meine Beschreibung des Schreiberlings passt auf Merlins persönlichen Sekretär Peabody wie Arsch auf Eimer. Das niemand den Kerl finden kann natürlich auch.

Boris schmiert etwas von dem Blut auf ein Pendel und verkündet nach kurzer Konzentration, dass Peabody entweder in einem Schutzkreis, oder im Nevernever sei.

Vampire, ungastliches Terrain, ein abtrünniger Magier des Weißen Rates - ich glaube, das ist das Zeichen für mich, all mein neues Spielzeug einzupacken. Black Betty wartet sicherlich ungeduldig auf ihren ersten Einsatz...

Im Nevernever

Ich hasse diese Gegend. Ständig wechselt die Farbe des Himmels, immer wenn ich mich irgendwo mal abstützen will, ruft irgendwer was von “giftig!”, “verflucht!” oder “das frisst Dich gleich!”.

Aber tatsächlich, dieses Pendel von Boris schlägt tatsächlich aus, irgendwo hier ist das Arschloch, das diesen Tentakeldämon auf uns gehetzt hat. Und ich bin nicht der einzige, der sich schon auf die Begegnung freut: Alle haben sich in Schale (also Rüstung der einen oder anderen Art) geworfen und mit Waffen (also, Schwerter, Pistolen und Amulette) eingedeckt.

Edeltraut mustert misstrauisch meine Betty, kann sie das schwarze Konglomerat aus Kunststoff, Karbonverkleidung und Röhren doch so gar nicht einordnen. Hah, da seht ihr mal, wie sich das anfühlt, wenn man keine Ahnung hat!

Das Pendel führt uns auf jeden Fall querfeldein durch ein Gebiet, dass ich viel lieber meiden würde, aber was hilfts? Auf einer Anhöhe bleibt Sandra plötzlich derart abrupt stehen, dass ich beinahe in sie hineinlaufe. “Irgendwas ist hier seltsam...” fängt sie an, doch dann sehe ich es auch: zwei Dutzend Findlinge richten sich auf und bilden einen weitläufigen Kreis um uns herum. Verdammt, sind in dieser Scheißgegend sogar die Felsen gegen einen?

Bevor ich noch eine Handgranate werfen kann, pulverisiert Ayden einen der Steine mit einer Handbewegung. Ich fühle mich etwas deklassiert, aber viel mehr Sorgen macht mir die Tatsache, dass die Steine sich immer noch bewegen und den Kreis um uns immer enger ziehen..

Allmählich verstehe ich jedoch, wieso Sandra in ihrer Wardenuniform von den Braunkutten so gefürchtet wird. Blitzschnell fasst sie sich und zieht einen Schutzkreis um uns, der die Findlinge zum Stehen bringt. Und damit wir nicht blind zwischen den 3 Meter hohen Blöcken eingeschlossen sind, hebt Ayden tatsächlich die komplette verdammte Erdsäule an auf der wir stehen! So sind wir zwar immer noch irgendwie gefangen, aber können wenigstens etwas tun.

Sandra hält sich plötzlich an mir fest, nicht fest genug, um mir das Blut im Arm abzudrücken, aber nicht weit davon entfernt. “Nicht jetzt Schatz”, entfährt es mir überrascht, doch als ich meinen Kopf zu ihr drehe, erkenne ich, dass es ihr um etwas ganz anderes geht. Den unfokussierten leicht leeren Blick kenne ich schon von Melanie und Boris: Sandra hat dieses ominöse dritte Auge geöffnet und schaut damit durch die Gegend.

Nach einigen Sekunden schaut sie mich direkt an, und zeigt auf einen Hügel: “Da sind sie, Peabody und... noch jemand.”

Noch ehe sie zuende gesprochen hat, habe ich das Scharfschützengewehr im Anschlag und visiere die Mistkerle durch das Fernrohr an. Jepp, der eine ist definitiv der Schreiberling, und der andere ist so ein eleganter Schnösel. Ich schaue fragend zu Sandra rüber, aber die scheint nur noch Augen für den Schnösel zu haben. Und das ist definitiv keine Mordlust in ihrem Blick...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 12.09.2011 | 13:36
Großartig!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 12.09.2011 | 13:42
Mit Cliffhanger. Großes Kino!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 12.09.2011 | 14:04
Alter Streber, ich schreibe auch schon daran.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 12.09.2011 | 15:38
super klasse.... Will auch so mitreissend schreiben können...
Titel: Black Betty - Teil 2
Beitrag von: JollyOrc am 12.09.2011 | 16:35
...eher unverhohlene Bewunderung. Entschieden bewege ich den Lauf einige Millimeter nach rechts, von Peabody auf den Schnösel, atme ruhig durch, lege den Finger an den Druckpunkt und..

..klick.

Klick? Warum “klick”?

Verfluchte Scheiße, reicht es nicht, dass im Nevernever eh schon alles gefährlich ist, müssen da auch noch meine Waffen versagen? Betty könnte funktionieren, aber dafür sind wir schlicht noch zu weit weg. Für weitere Flüche bleibt allerdings keine Zeit. Die Melanie hat sich schon in die Luft geschwungen und greift den Schnösel (wahrscheinlich so ein Vampir) an, während gleichzeitig ein riesiger Feuerball auf uns zufliegt. Ohne nachzudenken werfe ich mich schützend über Sandra. Wie dämlich-romantisch von mir...

Würde Ayden jetzt nicht noch rechtzeitig vor dem Einschlag des Feuerballs die Steine zu einer Kuppel verschmelzen, wäre das aber wohl aber meine letzte sinnlose Aktion gewesen. So fühlen wir uns alle nur wie die Pizza im Steinofen. “Mir war eh zu kalt”, kommentiert Ayden das ganze während er die Steine wieder zur Seite fallen lässt.

Auf jeden Fall haben wir keine Zeit zu verlieren, und laufen los, Peabody und diesem Mistvampir entgegen. Allerdings verschwinden beide durch ein Tor zurück in unsere Welt bevor ich Betty im Anschlag habe.

Verdammt!

Im Nevernever - vor einem Tor

Einfach draufloszustürmen ist sicherlich eine dumme Idee. Wer weiss, wer oder was da auf der anderen Seite auf uns wartet. Wahrscheinlich zwei Dutzend bis an die Zähne bewaffnete Vampire..

Aber Moment, ich hab da doch die Zweiliterflasche Weihwasser. Und die kleine Blendgranate. Wenn ich jetzt noch das Wasser um die Granate verteilt anbringen könnte. “Wer von Euch hat Kondome dabei?” Die Geschwindigkeit mit der Edeltraut und Sandra mir ohne zu Zögern jeweils zwei Folienpacks entgegenhalten sollte mich ernsthaft beunruhigen...

Kurze Zeit später ist die heilige Handgranate fertig. Keine Ahnung ob sie wirklich funktionieren wird, aber hey, in der Not soll man nicht wählerisch sein. Derartig vorbereitet überlegen wir, wo genau denn das Portal hier enden würde. Also, die anderen überlegen, während ich wieder einmal keine Ahnung habe. Gut, die meisten anderen auch nicht, wer treibt sich schon länger im Nevernever herum?

Melanie erkennt schließlich Teile der Landschaft wieder. Die Gegend hier ist rund um Prag (Verdammt!), auf dem wahrscheinlich direkt auf dem Hradschin. Ayden hat daraufhin die (zugegebenermaßen brilliante) Idee, das Portal in das Innere der Seilbahn zu öffnen - von da könne man ja prima auf das Tal herunterschauen...

Gesagt getan, doch statt einen Überblick auf eine Horde roter Vampire steht da plötzlich so ein Diskothekenbesitzer in weißem Anzug und Tanzschuhen vor uns. Nach einem Fehlversuch auf Tschechisch heißt er uns gleich darauf in fließendem Deutsch willkommen, hilft Sandra mit einer galanten Handbewegung durch das Portal und ist überhaupt bemüht freundlich.

Bastard.

Ich trete selbst durchs Portal, helfe Edeltraut zurück in unsere Welt (was Du kannst, kann ich auch, Anzugheini!) und mustere den Bastard misstrauisch.

Prag, der Burgberg

Er stellt sich als mit irgend so einem tschechisch klingenden Namen vor, der hiesige Vertreter des Weißen Hofes (“noch mehr Vampire, allerdings formal auf unserer Seite, jedenfalls momentan”, zischt Ayden mir zu). Es wäre ihm eine Ehre, uns hilfreich zur Seite zu stehen, allerdings sei Prag eigentlich fest in der Hand des Roten Hofes. Obwohl ich ihn liebend gerne mal mit Betty bekannt machen will, steigen wir doch in sein Auto.

Mannomann, was für ein Karre. Panzerglas der Sicherheitsstufe 5, verstärkte Türen, Munitionsdepots unter den Sitzen, und eine Klimaanlage, die auch einen Flammenwerfer auf Null runterkühlen kann. Wen interessiert da die Minibar? (Sandra natürlich. Und sie stößt mit diesem Widerling sogar an..)

Prag - Großraumdisko “Luxurious Skin”

Die Dämmerung setzt ein während wir durch Prag zu seiner Diskothek fahren. Netter Schuppen, viele Bodyguards und sonstige Menschen mit mehr oder weniger auffällig versteckten Handfeuerwaffen. Die Schlange geht fast einmal ums Gebäude herum, aber dank einmal kann ich mich auch wie ein Star fühlen: Unsere Stretch-Limo hält direkt vor dem Eingang, und wir werden an der Schlange vorbei hineineskortiert. Meine Hardware erntet mehr als einige Blicke, aber ich fürchte, die halten mich eher für einen Schauspieler auf Promo-Tour.

Soll mir recht sein.

Unser Gastgeber führt uns rauf in die VIP-Lounge, scharwenzelt dabei die ganze Zeit um Sandra herum. Wenigstens rückt er auch mit ein paar sinnvollen Informationen raus. Wie schlimm es wirklich um Prag steht (ganz schlimm), wie der hiesige Obervampir heisst (“Vulkov”), und warum ausgerechnet wir hier am besten ganz schnell wieder verschwinden sollten (Die Schnecke, die Boris letztes Mal hier kaltgemacht hat? Jepp, Vulkovs Frau.), und und und.

Der einzige Lichtblick: Wir wissen tatsächlich, wo sein Hauptquartier ist - das Bordell, dessen Dach ich vor zwei Monaten leicht beschädigt hatte. Ob Vulkov sich auch an mein Gesicht erinnert?

Der Lackaffe in seinem weißen Anzug versucht immer noch Eindruck auf Sandra zu machen, und schenkt ihr mit großer Geste Champagner ein. Als sie nach dem Glas greifen will, hab ich eine Ahnung.

“Komm, wir sollten gehen.” sag ich, und greife nach ihrem Handgelenk und - uups - werfe dabei das Glas um. “Vielen Dank für die Gastfreundschaft Mister, aber da sie ja keine eigenen Truppen haben, die sie uns leihen könnte-”

Ich hab den Satz noch nicht mal halb zuende, da hören wir Schreie vom Eingang her. Und nein, da sind nicht die Backstreet Boys im Anmarsch, das klingt eher nach Sterben und Verzweiflung.

Scheiße, die wissen schon wo wir sind!

Wir bahnen uns einen Weg zum Hinterausgang, irgend ein Depp (Edeltraut, natürlich - immer an die Zivilisten denken...) zieht noch am Feueralarm, und wir finden uns in einer fliehenden Menge wieder... Zum Glück sind die Sicherheitsvorschriften hierzulande etwas relaxter als in Deutschland, und so sind wir fast die einzigen, die den Hinterausgang auch tatsächlich finden. Der Rest der Menge sucht noch immer nach den Notausgangsschildern.

So zynisch das klingt, das verhindert ein weiteres Massaker: Kaum stecken wir die Nase aus der Tür, da eröffnen schon irgendwelche Bastarde von den Dächern gegenüber aus das Feuer auf uns.

Verdammt nochmal, wir stecken zwischen Pest und Cholera und haben noch ein paar hundert Zivilisten um uns rum laufen. Letzteres hatte ich eigentlich schon glücklich verdrängt, aber Edeltraut erinnert mich nochmal ausdrücklich daran, als ich eine Handgranate zur Ablenkung in die Disko werfen will...

Ayden hat die, ahem, rettende Idee. Er öffnet ein Portal ins Nevernever durch das wir fliehen können. Eine dicke bracke Brühe schwappt uns durch den Riss in der Realität entgegen, aber für Rücksicht auf unsere Nasen ist keine Zeit - wir springen hinein und als Ayden das Portal versiegelt sind wir fürs erste wieder sicher.

Ohne zu tief einzuatmen schaue ich mich um: Wir stehen in einer großen schummrigen Höhle, hüfttief in diesem schmierigen Wasser.

“ok, hier längs” ruft Ayden, und wir stapfen drauflos. Ich hab ein ganz mieses Gefühl bei der Sache, und muss schon zum zweiten Mal heute an diese Müllpresse aus dem ersten Star Wars Film denken. Wie aufs Stichwort ruft Melanie “irgendwas hat mich!” und wird unter Wasser gerissen.

Können wir vielleicht einmal durchs Nevernever gehen, ohne dass uns etwas zu fressen versucht?
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 12.09.2011 | 17:44
GANZ großes Kino. Sehr, sehr genial, JollyOrc!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 12.09.2011 | 23:02
Der rote Vampire heißt Baron Vulkov.
Der weiße Vampir, der euch in die Diskothek gebracht hat, Yukor Tenkom.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Spielern zu bedanken, auch und gerade für die tollen Diaries. Das kann man in FATE-Punkten nicht aufwiegen (was nicht heißt, dass ich es nicht versuchen würde!). Ich bin total geschmeichelt und hoffe, es hat euch am Sonntag gut gefallen. Für die, die nicht dabei waren: Es gab eine Gastspielerin, die sich des NSCs Sandra - der großen Liebe von JollyOrcs Jan - angenommen hat. Sie hatte den Auftrag, Jan in ein Wechselbad der Gefühle zu stürzen und hat das wohl auch erreicht, wenn man dem Diary von JollyOrc trauen mag.

Mit der Gastspielerin wurde es am Tisch recht voll, sechs Spieler sind dann doch deutlich zu viele für mich. Insofern habe ich etwas Grund gehabt, unzufrieden mit mir zu sein. Aber Dank eures Enthusiasmus ist das alles vergessen.

Übrigens: Ihr seid die erste Rollenspielrunde ever, die ich bekocht habe. So lieb hab ich euch! Ich hoffe, dass man dem Essen nicht allzusehr angemerkt hat, dass ich nicht so oft zum Üben kam...
Titel: Black Betty - Teil 3
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 12:20
Kirche unserer Herrin Maria unter der Kette

Wundern ist wahrscheinlich sinnlos - aber wir stehen vor der gleichen Kirche, die uns schon vor zwei Monaten den Hintern gerettet hat. Wir befreien uns von den letzten Tentakelresten und sprinten über den Vorplatz in den rettenden Eingang. Ich zöger nicht lange und erklimme wieder einen der Türme um einmal die Umgebung zu sichern.

Was ich sehe, gefällt mir gar nicht. Überall huschen dunkle Gestalten herum, auf dem Vorplatz spricht jemand auffällig in sein Handy, und das Bordell von Vulkov scheint gut befestigt zu sein.

Verfluchte Scheiße, wie kommen wir hier je wieder raus?

Besser ich bespreche das mit den anderen. Boris beschließt, zumindest den Informanten mit seinem Handy irgendwie stummzustellen. “Dem hex ich das Handy kaputt, dumm nur, dass ich dafür kurz vor die Tür muss - Schwelle und so, hier drin kann ich nicht zaubern...” Eigentlich wollte ich dem Kerl das mit einem gezielten Schuss aus der Hand ballern, aber gut, wenn dieses hexen so einfach und sicher ist - meinetwegen. Was er da mit der Schwelle genau meint, hinterfrage ich lieber später.

Wir öffnen die Tür, Boris macht zwei Schritte raus, wackelt mit den Fingern und murmelt etwas. Der Typ auf dem Platz zuckt zusammen als sein Handy mit lautem Zischen verschmorter Elektrik stirbt. Booyeah!

Dumm nur, dass das wohl das Signal für die beiden Blutsauger war, die sich auf dem Kirchenvordach versteckt hielten. Mit ausgestreckten Klauen fallen sie auf Boris hinunter. Zum Glück haben sie nicht mit mir gerechnet: Zwei gezielte Feuerstöße sorgen dafür, dass sie ganz andere Sorgen haben, als Boris irgendwie ernsthaft zu verletzen. Boris’ hastig errichtete Energieschild erspart ihm jeglichen Kratzer. Und bevor sich die Vamps wieder berappeln, zerre ich meinen alten Kumpel am Kragen wieder in die Kirche hinein.

“Booyeah, das hat sich ja gelohnt. Und jetzt?”

Wir fangen an Pläne zu schmieden. Kann man mit den Roten vielleicht verhandeln? Sprengen wir irgendwas in die Luft? Kommen wir sonstwie hier heraus?

Während Sandra und Edeltraut gerade versuchen mir meinen Plan von “wir verminen die Stadt” auszureden, wird Boris auf eine Nachtspaziergängerin auf dem Kirchplatz aufmerksam. So’n Teeniemädchen, das mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg zu sein scheint. Ayden, Melanie und Boris debattieren kurz, ob die nicht eventuell nur ein Lockvogel sein könne, wie man die Kleine am besten rettet, und so weiter. Bevor ich das ganze überhaupt richtig mitschneide, sind Boris und Ayden schon fast aus der Tür. Verdammt, ist denn hier niemand außer mir Paranoid genug?

BAM!!

Ayden und Boris zucken zusammen. Sandra und Edeltraut starren mich entsetzt an, als ich die rauchende Desert Eagle wieder wegstecke. Sie beruhigen sich nur ganz langsam, und erst nachdem ich gelassen auf das Teeniemädel zeige. Das “Mädel”, dem ich gerade die Fleischmaske von der Vampirfratze geschossen habe. Nur Melanie grinst leicht und zieht die beiden Helden wieder in die Kirche, bevor schlimmeres passiert. Von draußen hören wir das Wutgeheul dutzender Vampire....

“ok, Zeit für härtere Bandagen.” stimmt Sandra mir endlich zu. “Jan, Lust auf einen romantischen Dachspaziergang?” - “Mit Dir? Immer! Darf ich Betty mitbringen?”

Über den Dächern von Prag.

(cue Black Betty (http://"http://www.youtube.com/watch?v=WNyt33qKIrs") alternativ auch gerne Come with me (http://"http://www.youtube.com/watch?v=tOi6-JmxM0I"))

Slow Motion Aufnahme von drei Männern, drei Frauen, in Fächerformation und mit wehenden Mänteln über die Dächer wandernd. Die Gruppe ist bewaffnet mit Schwertern, Zauberstäben, Drachenfeuer und vollautomatischen Pistolen die mit Holzsplittern gespickte Vollmantelgeschosse abfeuern. Explosionen im Hintergrund, zerfetzte schwarzhäutige Vampire des Roten Hofes fliegen durchs Bild. Das Team ist eingespielt, gibt sich gegenseitig Deckung und kämpft sich effizient blutrünstig bis zu Vulkovs Bordell vor.

Mit dem letzten heulenden Schlußakkord des Soundtracks kommen die sechs auf dem Dach der gegenüberliegenden Tankstelle zum stehen.

“Erotic Addiction”, Escort Service und Private Club

Während hinter uns ein bis drei Dachstühle einstürzen, blicken wir vom Dach der Statoil-Tankstelle auf den quaderförmigen Betonbau der Vulkovs Quartier und Haupteinnahmequelle ausmacht. Der Neonschriftzug am Giebel flackert hektisch.

“Vulkov!” schallt mein Ruf über das nächtliche Pflaster.

“He, Vulkov, trau Dich endlich raus, wir haben zu reden!”

Gut, eigentlich haben wir nix zu reden, aber die Vampirschar die sich da unten versammelt ist definitiv ein härteres Kaliber, als die, mit denen wir gerade den Boden aufgewischt haben. Da sollte man aufpassen.

Und da kommt er, Baron Vulkov persönlich, und seine Leibgarde. Jepp, das ist der Wichser, der uns schon im Nevernever aufgelauert hat. Von Peabody ist leider nichts zu sehen - und eigentlich wollen wir ja nur den, damit wir wen haben, dem wir dem Weißen Rat präsentieren können. Tot oder lebendig, das ist uns allen mittlerweile egal...

Ich wiege Black Betty locker in den Händen und warte ab. Boris und Ayden fangen an, Vulkov zu erklären, dass wir ihn umstellt hätten, dass der halbe Weiße Rat hier sei, und er generell so richtig am Arsch sei, wenn er jetzt nicht Peabody rausrückt.

Um die Lüge noch überzeugender zu machen, zücke ich mein Handy und bedanke mich gut hörbar bei meinem nicht vorhandenen Gesprächspartner, dass er die Informationen vom Doppelagenten Peabody bestätigt hat, und wir jetzt auch SWAT-Teams bei Vulkovs Ausweichverstecken hätten. Dazu zeigt Melanie sich in ihrer vollen Drachengestalt, und zeigt so, dass sie einer von Ferrofax Lieblingen ist.

Jepp, das macht Vulkov richtig nervös, und der nackte Peabody, der jetzt gerade aufgeregt aus dem Fenster im 2. Stock protestiert, dass er doch überhaupt kein Doppelagent sei, und Vulkov ihm ganz ganz sicher vertrauen könne, der schubst die Red Court Lakaien endgültig über die Kante. Die Hälfte flieht Hals über Kopf, und Vulkov...

...naja, der Mistkerl geht in die Vorwärtsverteidigung und wirft eine Handgranate auf die Zapfsäulen unter uns!

Ich bin zum Glück, wie immer, bestens vorbereitet: Sandra wirft uns zwei per Magie vom Dach, und dank des Seils, das ich auf dem Weg hierher an die hohe Straßenlaterne gebunden hatte, schwingen wir uns von der Explosion weg auf Peabodys Fenster zu.

Ayden kappt gedankenschnell die Betonverbindungen, die das Dach mit dem Rest der Tankstelle verbinden und er und die anderen surfen auf dem gottverdammten Tankstellendach über die Explosion direkt in Vulkovs Eingangshalle!

Scheiße sind wir gut!

Während die vier unten Vulkov und seine Kumpanen in die Flucht schlagen, stehen Sandra und ich Peabody und dem Tennie-Mädel von vorhin gegenüber - Vulkovs Tochter!

Breit grinsend löse ich endlich die Sicherung der CO²-Kartusche an Bettys Seite, ziele kurz und lasse einen Schwall unter Hochdruck stehendes Weihwasser auf die bald-nicht-mehr-Schönheit los. Die Vampirin reagiert auf das Wasser wie andere auf hochkonzentrierte Säure die jemand vorher angezündet hat. Ihre Fleischmaske löst sich sofort auf, selbst ihr schwarzer Bauch platzt und ergießt einen Schwall faulig-schwarzen Blutes auf den Fußboden.

Die Vampirin kreischt wütend auf und stürzt sich mit ihren Krallen auf uns, prallt aber an Sandras Magieschild ab. Ich spritzte ein weiteres Mal mit dem umgebauten Super Soaker auf das Biest und merke, dass es bald am Ende ist. Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass Peabody auch schon ziemlich angeschlagen ist.

Vulkovs Tochter dreht sich mit gelbblitzenden Augen direkt zu mir. Noch ist sie nicht fertig, und sie hat mich als Hauptgefahr ausgemacht. Wenn Sandra mich jetzt nicht schützt...

Die nächsten Sekunden spielen sich wie in Zeitlupe ab. Die Vampirin springt direkt auf mich an, Peabody steht im Hintergrund, und Sandra bekommt diesen kalkulierenden Blick. Sie schaut auf mich, auf Peabody, auf die Vampirin, und in einer Millisekunde fällt sie ihre Entscheidung. Anstatt einen weiteren Schild vor mich zu legen, bewegt sie ihre Finger in der mir mittlerweile zu bekannten Art - sie bereitet einen Angriffszauber vor.

Und dann ist die Vampirin plötzlich auf mir und schlägt ihre Krallen schmerzhaft in meine Brust. Ich falle, und bevor ich ohnmächtig werde, sehe ich, wie magisches Feuer aus Sandras Händen strömt und Peabody verschlingt bevor der Verräter des Weißen Rates fliehen kann...

Danach

Ich erwache, als Sandra mit weinenden Augen über mir kniet, mich verzweifelt anfleht, doch endlich aufzuwachen. Hinter ihr treten Edeltraut, Melanie und die anderen in den Raum.

“Mir geht es gut” stoße ich hervor, gefolgt von “bleib weg von mir!”. Sandra stoße ich verbittert von mir weg und stehe selbst auf. Auch Edeltrauts hilfreich dargebotene Hand ignoriere ich. Anderen zu trauen ist dumm, wie konnte ich das vergessen?

Wir entkommen so gerade eben.

Und wir haben genug Beweise für Peabodys Verrat.

Und außer mir weiß niemand, dass Sandra das erste Gesetz der Magie gebrochen hat. Soviel zumindest schulde ich ihr...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 12:28
Mit der Gastspielerin wurde es am Tisch recht voll, sechs Spieler sind dann doch deutlich zu viele für mich. Insofern habe ich etwas Grund gehabt, unzufrieden mit mir zu sein. Aber Dank eures Enthusiasmus ist das alles vergessen.

Das einzige, was ich Dir "vorwerfen" könnte, war, dass es manchmal an Koordination bzw. Spielleiteraufmerksamkeit gefehlt hatte - an einigen Stellen war es schwer, noch eine Anmerkung oder Aktion unterzubringen. Wohlgemerkt "schwer", nicht unmöglich, und es war nie so, dass es wirklich störend war.

Ansonsten: Ich habe derzeit gerade bei dieser Runde großen Spaß. Vor allem, weil Du trotz aller Opposition die Charaktere stets so richtig gut aussehen lässt, ohne dass es einem zu einfach vorkommt.

Zitat
Übrigens: Ihr seid die erste Rollenspielrunde ever, die ich bekocht habe. So lieb hab ich euch! Ich hoffe, dass man dem Essen nicht allzusehr angemerkt hat, dass ich nicht so oft zum Üben kam...

Du meinst die Flammkuchen mit gerade eben ausreichend Schinkenwürfeln drauf?  ~;D
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 13.09.2011 | 13:38
Du meinst die Flammkuchen mit gerade eben ausreichend Schinkenwürfeln drauf?  ~;D

Am Sonntag hab ich noch gedacht, du meinst das Ernst... Ich wollte damit 2,5 Bleche bestücken, aber Lena hat alles auf ein Blech getan. Diese Ex-Vegetarier...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 13:39
ich meine das immer noch ernst. Ich gehör zu den Leuten, die Schinkenwürfel auch mal so direkt aus der Packung futtern.

omnomnom...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 13:43
Nachtrag, da ich gerade zu faul bin, das schön in den Text einzuarbeiten:

Ich empfehle jeden Dresden Files Spieler, sich gründlich mit der Tatsache vertraut zu machen, dass unterschiedliche Gegner unterschiedlich viel Stress auf den verschiedenen Stresstracks vertragen.

Wir hätten vorgestern den Oberbösewicht wieder beinahe komplett nur durch sozialen Stress besiegt - indem wir ihn angelogen, eingeschüchtert und sonstwie angepampt haben. Damit hatte der ruckzuck zwei bis drei Konsequenzen bevor überhaupt der erste Schuss gefallen war. Der arme Blechpirat wusste gar nicht so recht, wie er damit umgehen sollte. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: First Orko am 13.09.2011 | 13:49
Damit hatte der ruckzuck zwei bis drei Konsequenzen bevor überhaupt der erste Schuss gefallen war. Der arme Blechpirat wusste gar nicht so recht, wie er damit umgehen sollte. :)

Kurz hierzu: Das fand ich im Nachhinein betracht etwas irritierend. Im Kampf im Nevernever war es ja so, dass wir da physisch ordentlich Stress verursacht haben bis die beiden flohen - dafür hat uns Karsten die Chips angeboten.

Gilt die Regel für den sozialen Kampf nicht? Das würde ich ziemlich doof finden, weil das ja hieße, dass der SL erstmal schön Chips über den sozialen Kampf ziehen könnte um dann jederzeit auf die pysische Auseinandersetzung zu wechseln - ohne dass man etwas dagegen tun könnte. Dann macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, Chips im sozialen Kampf auszugeben, obwohl man evt gewinnen könnte. Man weiß ja nicht, ob man sie hinterher noch braucht (ich hätte sie gebrauchen können!).

In dem Falle hätte ich übrigens gern den Chip bezahlt, um den Gegner im sozialen Kampf zu halten!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 13:55
ich antworte mal hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,70022.0.html).
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 13.09.2011 | 15:18
auch Teil 3 war wieder super toll... Wann gehts weiter??
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 13.09.2011 | 15:30
Kleine Anmerkung von mir:

Jolly, deine Diarys sind sehr schön plastisch. Leider wird das ja alles erst hinter her beschrieben. Machmal wünsche ich mir mehr Plastizität der Szenerie am Spieltisch. Da ist das ganze teilweise sehr trocken geschildert.

Das schließt mich natürlich ein. Mir fehlts oft an Spontanität und Kreativität für coole Aktionen.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 13.09.2011 | 15:31
Hier mal mein Diary. Ich beschreibe nicht ganz zu ekzessiv wie JollyOrc, deshalb ist es kürzer. Ich hoffe ihr habt totzdem Spaß.


Es hätte einfach so schön sein können.

Nachdem wir den Drachen Syltanus durch Jans Idee übers Ohr gehauen hatten, nebenbei noch Edeltrauds Mutter befreit hatten und sowohl der Merlin als auch ich im Besitz des wahren Namens eines Drachen waren, sollte ich nun in den Weißen Rat aufgenommen werden. Die vergangenen Monate hatten mir gezeigt, dass Geld doch nicht alles ist (auch wenn es ungemein beruhigend wirkt) und dass es wichtigeres gibt, als das Horten von Reichtümern.
Gut, okay. Der kleine Schatz aus den Beständen des Drachen tat sein übriges dazu, aber das ist ein anderes Thema.
Jedenfalls saß ich nun umgeben von meinen Freunden in der ersten Reihe in einem großen Saal unter Edinburgh in Schottland und wartete darauf, aufgenommen zu werden. Sogar Melanie war eingeflogen worden, naja, die Magier wissen ja nicht, was sie in sich trägt und hielten sie für einen normalen Menschen. Dazu Aidan McGregor, jener stocksteife Magier, der uns in Prag empfangen und geholfen hatte, und Sandra Sladek - die junge Warden, die wir hier kennengelernt hatten und die mit Jan wohl eine gemeinsame Vergangenheit verband. Das es zwischen den beiden immer noch knistere, war unverkennbar.
Nun, irgendwie hatte ich mir meine Initiation anders vorgestellt. Zuerst musste ich mir stundenlang langweilige politische Reden und wissenschaftliche Vorträge anhören, noch dazu in Latein, dieser toten Sprache. Gut dass ich mich da noch ein wenig Grundkenntnisse angeeignet hatte. Hinter mir hörte ich Edeltraud für Jan und Melanie übersetzen.
Da war das Getuschel über das Kairo-Massaker spannender, in dem die Magier kurz vorher in eine Falle von Roten Vampiren gelockt wurden,  zumal ich meine Kampferfahrungen da einbringen konnte. Zudem bestärkte das mein Gefühl, dass es ein starkes Sicherheitsleck im Weißen Rat gab.
Als endlich alle fertig geredet hatten und allen schon der Magen knurrte und man zum Buffet drängen wollte, fiel ich dem Merlin dann doch noch ein, dass er mich aufnehmen wollte und er bat die Sladek, mich nach vorne zu geleiten. So ein Sack, dabei hatte er dank mir nicht nur einen Gefallen bei dem Drachen gut, sondern auch seinen Wahren Namen. Aber na warte, man sieht sich immer zweimal im Leben!
Jedenfalls führte die Warden mich auf die Bühne, wo der Merlin dann zu sprechen begann um mich aufzunehmen, als er plötzlich stockte und abwesend war. Ich bemerkte sofort, dass er einem geistigen Angriff ausgesetzt war und versuchte einen Block auszubauen und ihn abzuschirmen. Doch der brach innerhalb kürzester Zeit zusammen, und auch der von der Sladek hielt nicht mehr aus.
Danach ging alles durcheinander. Von irgendwo flog ein metallisch glänzender Brotkorb auf einen der Magier zu und traf ihn am Kopf, dann brachen aus dem Boden schwarze Tentakel hervor, worauf McGregor befahl, den Raum zu räumen. Er und die Sladek schnappten sich dann den Merlin und brachten ihn durch einen Geheimgang in Sicherheit. Bevor ich ihnen durch den Gang folgte, bemerkte ich noch, dass der Rest des Rates ebenfalls zusammengesackt war und wollte einen von ihnen, einen Indianer in meinem Alter, mitnehmen. Doch in dem Gang nahm einer der Waren ihn mir ab, was mir die Gelegenheit gab, mich nach meinen Freunden umzusehen. Ich sah Melanie, wie sie in einem der Tentakel hing und drohte, in das schwarze Nichts im Boden gezogen zu werden. Nun ja, auch wenn die Kleine doch eigene Kräfte entwickelt hat und neulich versuchte, für ihre Hilfe einen Teil von Syltanus Schatz abzunehmen, konnte ich sie doch nicht ihrem Schicksal überlassen und stürzte mich in den Kampf. Beim Reinstürmen sah ich Jan beim Buffet stehen und dieses Monster mit allem zu bewerfen, was er finden konnte.
Ich rief die Luft an, um mit ihrer Kraft Melanie fest zu halten, was mir auch gelang. Jan rief noch etwas von empfindlichen Spitzen und McGregor rief, dass das Wesen feuerempfindlich sei.
Mit vereinten Kräften gelang es uns dann, Melanie zu befreien und die Tentakel zu besiegen, was mir Zeit verschaffte, zum Geheimgang zu laufen, aus dem ich ebenfalls Kampflärm hörte.
Dort schienen McGregor und Sladek sich auch im Kampf zu befinden und der Merlin war immer noch einem geistigen Angriff ausgesetzt, den er nur wegen seiner Erfahrung überstand und aussah wie ein Epileptiker, während die anderen Ratsmitglieder schon bewusstlos waren.
Es gelang mir, an der Wand einen Schalter zu finden, mit dessen Hilfe die Schutzrunen um den Raum aktiviert wurden und zumindest die geistigen Angriffe abwehrte. Während dessen hatten meine Gefährten die hier anscheinend unsichtbaren Tentakel schon besiegt und folgten mir nun nach vorne.
Hier war anscheinend ein weiterer Tentakel aus dem Boden gekommen, nur hatte der einen Babykopf oben drauf sitzen, den Edeltraud schon mit einem Schwert beharkte, das sie wohl irgendwo gefunden hatte und das magisch zu sein schien.
Der Babykopf schien schon angeschlagen zu sein, denn er weinte ziemlich heftig, wodurch er Jans Wurf mit einem weiteren Teil vom Buffet nicht ausweichen konnte. Einige weitere Hiebe mit verschiedensten Waffen und Magie vertrieben dann die Kreatur zurück dahin, wo sie auch her gekommen war.
Und das war wohl nicht das Nevernever.

Nun setzten wir 6 uns erstmal zusammen um zu beratschlagen. Es stellte sich heraus, dass Jan den erwähnten Brotkorb geworfen hatte, weil er bemerkte, dass ein Schreiberling von den Angriffen so gar nicht überrascht war und scheinbar weiter seiner Arbeit nach ging. Und siehe da, es war derselbe, der auch den Treffpunkt in Prag vorgeschlagen hatte, wo wir bei unserem Treffen mit McGregor mitten in einer Hochburg der Roten Vampire gelandet waren.
Und wenn das auch kein Grund war, gleich Anklage zu erheben, so wollten wir ihn doch zumindest intensiv befragen.
Bei diesem Brainstorming bemerkte ich leichte Spannungen zwischen Frau Sladek und Edeltraud. Ob das nun berufliche Gründe hatte, immerhin haben die beiden ja ähnliche Professionen, oder eine gewisse Konkurrenz um Jan in der Luft lag, bekam ich nicht mit. Aber Frauen betrachten andere Frauen gerne als Konkurrentin, nicht wahr?
Dummerweise war er auch aus dem Saal gerannt und war in dem Labyrinth unter Edinburgh war die Suche nach ihm die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Doch zum Glück kennt die Magie immer eine Lösung. Und da Jan glücklicherweise den Brotkorb mit dem Blut aufgesammelt hatte, konnte ich ein Ritual vollführen und aus einer Gabel eine Art Kompassnadel basteln, die zu ihm hinwies. Jedenfalls für zwei Minuten, dann hing sie lose runter. Das konnte nur zwei Ursachen haben: Er hatte sich mit einem Ritualkreis. abgeschirmt, oder er war ins Nevernever geflohen.
Wir tippten auf das Zweite und um auf Nummer sicher zu gehen wechselten wir ins Nevernever und schauten auf den Gabelkompaß. Und siehe da, sie zeigte wieder eine Richtung an.
Also stiefelten wir wieder los. Stunden um Stunden marschierten wir, bis McGregor vor Erschöpfung fast zusammenbrach und von Jan gestützt werden musste, der selber nicht mehr frisch aussah. Naja, der eine ein Sesselpuper, der andere den Komfort eines Autos gewohnt, was will man da erwarten?
Jedenfalls suchten wir erstmal einen Rastplatz und setzen uns. Bis Frau Sladek schließlich auf die Steine hinwies, die uns langsam einschlossen. Keine kleinen Kiesel oder Felsbrocken, nein ganze Menhire wie in Stonehenge waren es, die uns kreisförmig umgaben, immer mehr wurden und bald einschließen würden. Schnell zog sie einen Schutzkreis um uns, der die Steine zum stehen brachte.
Dann kam Herr McGregor auf die Idee, uns mit samt dem Boden auf dem wir standen in die Höhe über die Steine zu erheben. Dort sahen wir dann Peabody, das ist der Name des verräterischen Magiers, mit einem Roten auf uns zukommen. Kaum sah er uns, flog auch schon ein gewaltiger Feuerball auf uns zu, der auf Sladek zuraste. Nur Jans körperlichem Einsatz verdankte sie es, dass sie nicht voll erwischt wurde. Jan stieß sie beiseite und warf sich auf die junge Ungarin um sie zu schützen.
Peabody hatte sich wohl völlig verausgabt und sackte zusammen, während der Vampir weiter auf uns zuschritt.
Bevor der Feuerball uns treffen konnte, schuf McGregor einen Felsendom über uns, an dem der Ball abprallte. Es wurde zwar sehr warm, aber sonst geschah nichts. Echt beeindruckend!
Dann rannten  wir auf den Vampir zu und machten uns zum Gegenangriff bereit. Mit Zaubern, Schwert und Jans Feuerwaffen gelang es uns, den beiden so zuzusetzen, dass sie aus dem Nevernever flohen, obwohl auch der Vampir Magie anwandte und mit Feuerbällen nach uns warf.
So standen wir also alleine im Nevernever und überlegten, wo wir wohl seien. Sladek erkannte schließlich, dass dies die andere Seite von Prag sei und sich auf der anderen Seite der Burgberg befindet.
Aber was außer auch hindurch zu gehen sollten wir tun ?
Also wechselten wir zurück in die Realität.
Und wurden erwartet. Allerdings von einem einzelnen Weißen Vampir namens Yukor Tenkom, der uns erzählte, dass die Roten die Stadt übernommen haben seit unserem letzten Besuch und alle anderen durch eine Verdreifachung ihrer Anzahl verdrängt haben.
Und außer dem ist der Anführer von Ihnen, eine Kreatur namens Baron Vulkov meinen Kopf will, weil ich neulich seine Frau beseitigt hatte. Man kann sich auch anstellen, oder? Egal, viel Feind viel Ehr sage ich nur. Aber warum juckte mein rechter Arm so?
Tenkom führte uns in eine Disko in Prag, die ihm oder seinem Clan gehörte und wohl eines der letzten Häuser war, die nicht den Roten gehörten.
Doch kaum waren wir drinnen und saßen in der behaglichen VIP-Lounge, gab es an der Eingangstür Krawall, und zwar richtig. Offenbar hatten die Roten uns gefunden und stürmten nun die Disko. Dabei machten sie auch vor Schusswaffen gebrauch und nahmen keine Rücksicht auf Sterbliche. Nun, wir konnten nichts für die Sterblichen tun und wollten gerade den Notausgang nehmen, als Jan bemerkte, dass die Roten einen Hinterhalt gelegt hatten. Wir saßen in der Falle!
Es war McGregor, der die Idee hatte, ins Nevernever  wechseln, ein kurzes Stück zu gehen und dann wieder in unsere Welt zu wechseln, um zumindest erstmal in Sicherheit zu kommen.
Gesagt getan, wir öffneten ein Portal, wechselten hindurch und landeten – im Wasser. Und zwar in ekligem Brackwasser, das uns wegspülte.
Dann öffnete der steife Magier, dem ich soviel Kreativität gar nicht zugetraut hatte, ein erneutes Portal in unsere Welt, und zwar nach wagrecht, wodurch uns das Wasser nach draußen spülte. In dem Moment griff dann auch noch das immer noch schwer verletzte Tentakelwesen an, das im Brackwasser gelauert hatte, und ergriff Melanie. Diesmal sorgten wir dafür, dass von diesem Wesen nichts übrig blieb.
Dann sahen wir uns um und bemerkten, dass wir uns wieder vor der Kirche befanden, in der wir uns schon bei unserem ersten Besuch in Prag zurück gezogen hatten.
Edeltraud sicherte die Tür und beobachtete die Umgebung durch ein Fenster. Dabei fiel ein Luftballonverkäufer auf, der hektisch telefonierte. Entweder er hatte Ehekrach oder sprach mit unseren Feinden. Ich beschloss, das Risiko nicht einzugehen, ging kurz aus der Kirche hinaus
um das Handy kaputt zu hexen. Glücklicherweise hatte ich Jan gebeten, mich zu decken, denn kaum trat ich hinaus, griffen zwei Rote mich von oben an. Ich konnte mich durch einen blitzartigen hochgefahrenen Geistschild schützen und während Jan einen von ihren beschoss, zog ich mich wieder in die Kirche zurück. Und wieder kratzte mein linker Arm.
Auch hier saßen wir wieder in der Falle, was also tun?
Da sahen wir, dass vor der Kirche ein junges Mädchen mit dem Rad fuhr und schwer stürzte, so dass sie völlig blutig war. Ich wollte hinaus um ihr zu helfen und sie zu uns in die Kirche zu holen, doch meine sogenannten Freunde wollten mich aufhalten und das Mädchen den Vampiren überlassen. Da schoss Jan auch noch auf sie, worauf sich plötzlich Nebel über der Straße bildete und sie verschwand. Hoffentlich haben die Vampire sie nicht geholt! Die anderen redeten dann was von Vampirin, doch ich konnte das nicht glauben, sie war doch nur ein niedliches kleines Mädchen. Das Kribbeln wurde immer schlimmer. Verdammt was ist das?
Wir beschlossen, in die Offensive zu gehen und uns unseren Weg zum Hauptquartier der Vampire zu bahnen. Allerdings über die Dächer der alten Stadt.
Wir erklommen das Kirchendach, erledigten die dort wartenden Vampire und machten uns auf dem Weg.
Zwar hockten auf allen Dächern Vampire, doch war deren Zahl durch den knappen Platz begrenzt, so dass wie uns mit Magie, Schwert und Feuerkraft einen blutigen Weg frei kämpften.
So endeten wir schließlich auf dem Vordach einer Tankstelle gegenüber dem Bordell, in dem das Hauptquartier der Roten war.
Da trat auch schon Baron Vulkov, der Fürst der Stadt, mit 4 anderen seiner Brut vor die Tür und wollte zum Angriff übergehen. Doch wir überraschten ihn mit einer neuen Taktik: Verhandeln. Wir wollten ja eigentlich nur Peabody. Jan bluffte, dass wie diverse SWAT-Teams in der Stadt oder auf dem Weg zu ihr hatten und der Kampf unvermeidlich sei, dazu versuchten McGregor und ich ihn einzuschüchtern, dass ich seine Frau schließlich auch schon erledigt hatten und ein lebendiger Witwer mit Prag besser sei als ein toter Fürst. McGregor versuchte es dann noch, indem er damit bluffte, dass wir von Peabody zurück gelassene Papiere hatten und er sowieso nichts mehr Wert war für die Vampire. Das veranlasste diesen sogar, sich nackt wie Gott ihn schuf aufs dem Fenster des Obergeschosses zu rufen, er habe nichts zurück gelassen. Das verunsicherte den Oberblutsauger, sich ins Haus zurück zuziehen – dummerweise nicht ohne vorher einen Feuerball in den Tank unter uns zu werfen.
Ich sah noch, wie Jan mit Sladek Tarzan spielte und sich mit einem vorher befestigten Seil hinunter schwang, dann brachte McGregor das Vordach auf dem wir standen zum Abreißen. Die Steindecke schützte uns vor der Explosion des Tankes, allerdings konnte ich nicht richtig landen und verstauchte mir den Knöckel. Autsch!
Jan und Sladek waren nirgends zu sehen, anscheinend sind sie direkt ins Haus geschwungen. Also stürmten wir anderen die Eingangstür und setzten die Blutsäufer unter Druck, bis sie in den Kellern flohen.
Im Obergeschoß fanden wir dann Sladek und Jan – dazu eine tote Vampirin und den toten nackten Peabody. Sieg auf der ganzen Linie! Nur zwischen Jan und der Sladek war die Luft deutlich kühler geworden. Irgendwas muss da wohl vorgefallen sein.
Nun kehren wir mit Peabodys Resten nach Edinburgh zurück. Hoffentlich wird meine Aufnahme dann endlich durchgezogen.
Wenn mir noch ein Magier sagt, ich soll mich beweisen, drehe ich ihm den Hals um! Nach der Spielzeugfabrik in Mecklenburg, dem Trick bei dem Drachen und dieser Gesch9ichte sollte ich genug bewiesen haben.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 13.09.2011 | 15:32
Und jetzt müßt ihr erstmal Geduld haben, wir spielen erst am 23. Oktober wieder.

(Außer es will jemand nach Essen zur Spiel, die ist nämlich an dem WE, wie mir gerade einfiel.)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 15:40
Kleine Anmerkung von mir:

Jolly, deine Diarys sind sehr schön plastisch. Leider wird das ja alles erst hinter her beschrieben. Machmal wünsche ich mir mehr Plastizität der Szenerie am Spieltisch. Da ist das ganze teilweise sehr trocken geschildert.

Das schließt mich natürlich ein. Mir fehlts oft an Spontanität und Kreativität für coole Aktionen.

Deines ist nicht minder plastisch - und zeigt schön, wie verschieden zwei Charaktere die gleiche Situation erleben können.  :d

Was die Plastizität am Spieltisch angeht gebe ich Dir teilweise recht - allerdings sind da auch viele schöne Dinge und Sprüche, die es schlicht nicht ins Diary geschafft haben, weil ich mich nicht mehr so genau daran erinnern kann. Und durch "dann würfel ich mal auf.. eh.. Athletics" usw. wird es eh immer etwas zäher im Spiel...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 13.09.2011 | 15:50
Ich kann euch gar nicht sagen, wie gerne ich hier mitlese. Man fühlt sich richtiggehend in eure Runde versetzt, und ich kann mir lebhaft vorstellen, wieviel Spaß es euch machen muss.

Vor allem bin ich ja mal gespannt, welche Auswirkungen Sandras Entscheidung auf das Kommende haben wird...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 13.09.2011 | 15:51
Meine Begeisterung habe ich bereits zuvor zum Ausdruck gebracht... aber, wie zum Geier wickelt man denn so eine Situation regeltechnisch ab?:

Ayden kappt gedankenschnell die Betonverbindungen, die das Dach mit dem Rest der Tankstelle verbinden und er und die anderen surfen auf dem gottverdammten Tankstellendach über die Explosion direkt in Vulkovs Eingangshalle!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 15:55
Meine Begeisterung habe ich bereits zuvor zum Ausdruck gebracht... aber, wie zum Geier wickelt man denn so eine Situation regeltechnisch ab?:

Überraschend simpel - das Kappen war der Einsatz von Erdmagie, das Surfen ein simpler Athletics-Wurf. Beides mit einer willkürlich und spontan von Karsten zugeordneten Schwierigkeit versehen. Also ein Wurf für den Magier, und je ein Athletics-Wurf für jeden, der auf dem Dach war.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 13.09.2011 | 16:00
das Kappen war der Einsatz von Erdmagie, [...] mit einer willkürlich und spontan von Karsten zugeordneten Schwierigkeit versehen.

Das bereitet mir momentan nämlich noch Kopfschmerzen. Wie bestimme ich die richtige Schwierigkeit? Manöver sollen ja eigentlich gegen 3 gewürfelt werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch für so etwas, wie das zertrümmern von Dächern und so gilt.

Da richtet man sich doch nach der Dauer des Aspekts, der geschaffen wird und längerfristige Aspekte müssen ja eigentlich über Thaumaturgy erzeugt werden, oder spinne ich?

Nicht, dass es nicht cool gewesen wäre, aber ich würde gerne wissen, warum Ihr das so handhabt, einfach um meinen eigenen Weg finden zu können.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.09.2011 | 16:07
Ich glaube, dass Karsten grob den Schaden, den der Feuerball gemacht hätte als Leitfaden genommen hat, und den dann pro günstigen Umstand um 2 modifiziert hat. Da fragst Du ihn aber besser selbst :)

Ansonsten: Etwas zu zertrümmern ist ja keine "dauerhafte" Aktion im Sinne von "einen Schild 10 Runden lang oben halten". Das ist ja eine einmalige Aktion - nur eben mit dauerhaften Konsequenzen ;)


Generell gilt zumindest bei unserer Runde zudem die Regel "wenn es dem SL außerordentlich gut gefällt, ist es leichter"
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 13.09.2011 | 16:13
Und jetzt müßt ihr erstmal Geduld haben, wir spielen erst am 23. Oktober wieder.

(Außer es will jemand nach Essen zur Spiel, die ist nämlich an dem WE, wie mir gerade einfiel.)
Oh ja, ich :(

Übrigens toll, wie du deine Abhängigkeit vom Speichel beschreibst!  :d
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 13.09.2011 | 16:16
Ich glaube, dass Karsten grob den Schaden, den der Feuerball gemacht hätte als Leitfaden genommen hat, und den dann pro günstigen Umstand um 2 modifiziert hat. Da fragst Du ihn aber besser selbst :)
Genau so. Da die Explosion der Tankstelle einen Angriff der Höhe 8 darstellte, musste jede Verteidigung gegen 8 bestehen. Egal, was getan wurde.
Generell gilt zumindest bei unserer Runde zudem die Regel "wenn es dem SL außerordentlich gut gefällt, ist es leichter"
Das gilt vor allem bei Behauptungen (Declarations). Für so großartige Aktionen wie das Sufen auf einem Tankstellendach verteile ich entweder einen Fatepunkt oder einen Punkt Spin, mache die Aktionen aber nicht leichter. Wir sind hier ja nicht bei Wushu *empört guck*!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 13.09.2011 | 16:26
Dann war das Dach surfen tatsächlich ein Verteidigungswurf...schöne Idee!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 18.09.2011 | 21:14
Moin!,

Man bin ich langsam.... Entschuldigt bitte meine Verspätung zum Schreiben, aber andere Dinge hatten leider Vorrang! ::)


Danke an JollyOrc und Xemides! Eure Berichte/ Tagebücher haben mein Gedächtnis immer wieder gut aufgefrischt, so dass ich auch meine (Edeltrauts) Gedanken und Eindrücke hinzufügen vermag....

Viel Spass beim Lesen des Teil 2 aus den persönlichen Aufzeichnungen der Hauptkommissarin Edeltraut Manske junior!


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September 2011

Edinburgh ist immer für eine Überraschung gut!
Eigentlich sollte die offizielle Feier zur Ernennung als Vollmitglieds des White Council von Boris Janzen bereits Ende August vorm Urlaub gewesen sein, aber auch die Mühlen in Edinburgh mahlen genau so langsam wie bei uns in der sterblichen Welt.
Einladung des White Council zur Ernennung von Boris Janzen: September 2011
Zu Mindest habe ich einen Anstellungsvertrag als festen Berater der Polizei mit Festgehalt für Boris Janzen  bei meinem Vorgesetzten und meiner Abrechnungsstelle erwirkt und mit in die Hauptstadt Schottlands mitgenommen, um ihn zu überraschen und mich persönlich für seine gute Zusammenarbeit in den letzten Monaten zu bedanken.
Meine offizielle Polizei-Uniform mit passender Krawatte und Hemd trotz Schutzweste sitzt perfekt, in meinen Gepäck einfachere Ersatzkleidung in Polizeigrün-
Back to the Roots!
Die Vor-Reden der einzelnen Magier zu den aktuellen Themen des Weißen Rates waren für mich teilweise von der Materie her recht schwer zu verstehen.
Es ist für mich mittlerweile wichtig, das Wesen und die Organisation dahinter zu kennen. Ich will mehr über meine Mutter kennen lernen. ....
Ich diene nebenbei Jan Hirt als Übersetzer, der im Vergleich zu Boris nicht des Lateinischen mächtig ist.

...Ich habe die Sicherheit in Edinburgh, in der Machtzentrale des White Council vollkommen überschätzt!....
Als Boris endlich, seit Stunden wohlgemerkt, vom Merlin (Mr. Langly) zur Ernennung aufgerufen wurde, holte ihn von seinem Sitzplatz Frau Sládek.
Sie ist anscheinend nicht nur Übersetzerin sondern steht ebenfalls den Wardens bei. Ihre Uniform, pardon Ihr Warden- Mantel steht ihr gut.
Vielleicht gibt es ja irgendwann demnächst die Möglichkeit ....
Ein Aufschrei von Boris und den anderen riss mich aus meinen persönlichen Gedanken.
Der Merlin hatte offensichtlich Probleme mit dem Sprechen, mit seiner Konzentration, ebenfalls auch die anderen Mitglieder des Senior Councils.
Jan Hirt warf etwas auf einen Mann. Ich hechtete hinterher, hatte den Mann fast erwischt, bis eine Windhose mich von den Beinen riss.
Inmitten des Saals brach der weiße Marmorboden auf. Schwarze Tentakeln griffen nach den Anwesenden, auch nach uns.
Ich zog meinen Dolch und attackierte das Wesen. Es half nur kaum. Aus den Augenwinkeln erkannte ich, das auch das Schwert Sládeks nicht viel mehr Schaden austeilte.
Ayden McGregor rief etwas von hinten wie „Mordreds Schwert“. Ich sprintete zu ihm hin und lieh mir das angesprochene Schwert.
Eine Tentakel mit Babykopf nahm mich ins Visier und wollte mich mehrfach beißen. Nach gelungenen Streichen Sandras und mir begann der Kopf nacheinander zu weinen und zu bluten.
Wir konnten es derartig verletzen, das es sich zurück zog und der Boden sich zu Marmor verschloss.

Nach dem beendeten Kampf kam ich zu folgenden Schlussfolgerungen:
1.) Das Wesen, der Angreifer stammte nicht aus dem NeverNever.
2.) Es war ein Angriff durch höhere Ritualmagie.
3.) Mein grober militärischer Überblick ergibt: Der Senior Council ist derzeit vollkommen ausgeschaltet.
4.) Ich kenne die Gestalt, die mich mit Hilfe der Luftmagie abwehrte: Samuel Peabody!
Meine Vermutungen wurden mir durch eine alchimistische Analyse des Blutes am Wurfobjekt (einer aus Silberdraht gefertigten Brotschale) bestätigt.
Melanie ist ein Goldschatz!!!
Dank der übergebenen Probe an McGregor konnte sie feststellen, das er auch für die Beschwörung des Kelpi verantwortlich ist.
Warum konnten die Kollegen in Wiesbaden keine menschlichen Blutspuren nachweisen?
Mit Hilfe des frischen Blut vom Jans Wurfobjekt baute und zauberte Boris während dessen eine Art Kompass, um Peabody aus findig zu machen.

Sandra Sládek scheint immer noch Jan zu lieben und meint darüber streiten zu wollen.
Jan ist für mich ein Kollege und ein guter Freund. Deshalb kenne ich meine Grenze und bleibe unangetastet.
Warum sollte ich mit Jan oder einen anderen Mann ins Bett steigen, wenn andere Dinge für mich Lebensinhalt sind!!!
Mein 3. Spitzname lautet nicht ohne Grund „Eiserne Jungfrau“ und daran halte ich mich seit meiner Kindheit daran.
Das Fehlen meiner Mutter bis zu meiner erfolgreichen Suche Anfang des Jahres scheint auch daran mit Schuld zu haben.
Warum muss Klein- Edeltraut immer so neugierig sein?
Weiß meine Mutter überhaupt, was sie in mir mit ihrer Flucht damals angerichtet hat?
Ich hoffe, sie (er)kennt hier in Edinburgh wie wir Freunde, Verbündete, Feinde sowie die Zusammenhänge und überblickt die Informationen, die ich in ihre Hände gab....

Zurück zu Peabody: der Kompass hängt.
Es gibt zwei Gründe für eine derartige Reaktion des Pendels:
1.) Peabody ist durch einen Bannkreis geschützt .
2.) Er befindet sich im NeverNever.

Nach einem kurzen Überblick in der Anlage entscheiden wir uns weiter nach ihm im NeverNever zu suchen.
Der Kompass funktioniert und wir folgen ihm.
Nach einem unbestimmbaren Zeitraum (Zeit ist relativ, gerade im NeverNever) sind einige von uns z.B. Ayden McGregor und Jan so ausser Atem, so dass sie dringend eine Pause benötigen.
Ein bisschen mehr Ausdauer hätte ich mir von Ihnen erwartet.
Aber auch unsere Feinde kennen die Gegend im NeverNever und haben nicht geschlafen.
Während wir pausierten, umringten uns langsam uns Hinkelsteine.
Frau Sládek warnte und zauberte anschließend einen Schutzkreis um uns.
Ayden ,etwas erholt,  hob den Boden unter uns an.
Dank der Sight Sládeks und der anschließenden Sichtung durch Jans Zielfernrohrs konnte das Zielobjekt gesichtet werden.
Er war nicht allein, sondern eine weitere gutgekleidete Gestalt befand sich neben ihm.
Melanie schwang sich bereits in die Lüfte, als sich ein Feuerball auf uns zu bewegt.
Jan warf sich auf Sandra während fast gleichzeitig Ayden eine Kuppel aus Erde über uns formte.
Nur Wärme, ähnlich warm wie ein Fön erreichte uns nur noch....
Peabody war bereits ausser Gefecht gesetzt, also begannen wir mit allen unseren Mitteln den Roten Vampir an seiner Seite zu behagen.
Ihnen gelang die Flucht in die Realwelt.

Neugierig wollte ich ihnen hinterher, wobei ich mir schon fast denken konnte, wohin das Tor uns wahrscheinlich führen wird: Prag!
Auf der anderen Seiten, auf einem Berggipfel innerhalb der Stadt Prag wurden wir bereits erwartet: Ein weißer Vampir namens Yukor Tenkom begrüßte uns zuerst auf Tschechisch, dann im fliessenden Deutsch.
Sandra Sládek wurde gleich durch seinen Charme umgarnt, während ich einen klaren Kopf behalten konnte.
Ich mag keine männlichen, weiße Vampire!
Es gibt nur eine weiße Vampirin, den ich halbwegs vertrauen könnte und diese heißt: Lisa Schmidtchen
Eine Strech-Limousine fuhr uns dann zu seinem Club: “Luxurious Skin”.
An den regulären Besuchern vorbeischleust erreichten wir die VIP-Lounge, in der wir uns ein wenig erfrischen konnten.
Sandra Sládek wurde weiterhin besonders von Tenkor  besonders charmant und zuvorkommend behandelt.

Eine kurze Übersicht der Lage in Prag:
Die Anzahl der Roten Vampire hat sich innerhalb der Stadt nahe zu verdrei-, fast vervierfacht.
Alle wichtigen Positionen sind mittlerweile durch die Vertreter der Roten Vampire gestellt und besetzt.
Die Positionen der hiesigen weißen Vampirfamilien ist deutlich geschwächt.
Das Hauptquartier der Roten Vampire befindet sich nach wie vor in dem Bordell, welches Jan bei unserer letzten Reise hierher beschädigte.

Anscheinend treten unsere Feinde noch offener auf als zuvor.
Sie haben nicht einmal Respekt vor den Normalsterblichen, den Mundanen!
Vom Haupteingang hörten wir Schüsse, und wir machten uns auf den Weg zum hinteren Notausgang.
Durch einen kurzen Rundumblick konnte ich auch dort Rote Vampire in guter Schußposition entdecken und dadurch die anderen warnen.
Ein wenig „terra ad lutum“ auf die Dächer und einige der Schützen waren zu Mindest für kurze Zeit ausgeschaltet.
Genügend Zeit um durch das NeverNever fliehen zu können, dachten wir...

Auch dort wurden wir bereits erwartet.
Das Tentakelwesen von Edinburgh griff uns an, ergriff Melanie und zog sie in das brackige Wasser.
Durch ein waagerechtes Tor in die Realwelt konnten wir dem „Wesen/ Dämon?“ entkommen.
Direkt vor der Kirche  „unserer Herrin Maria“ fielen zu Boden und konnten dort wie damals erneut Schutz finden.
Ich übernahm die Beobachtung der Eingangstür, zusammen mit Jan.
Ein Strassenverkäufer erregte durch sein ständiges Handytelefonieren unsere Aufmerksamkeit.
In gemeinsamer Zusammenarbeit konnte dessen Handy untauglich gemacht werden.
Ich hoffe, das Herr Janzen nicht irgendwann mit meinem Diensttelefon genau so umgeht....
Minuten später für ein kleines Mädchen des Nachts mit dem Fahrad die Strasse an der Kirche entlang.
An der Wegbiegung, wo ich die Strasse damals ein wenig beschädigte, fiel sie hin.
Gerade konnte ich Boris noch festhalten, bevor in sein Verderben lief.
Jan beschoß das „Kind?“ und es verschwand im Nebel. Es kann sich nach meinem Wissenstands nicht um ein normales Kind handeln.

Wir beschlossen gemeinsam über die Dächer zu türmen und uns in zur Höhle der Roten Vampire zu begegnen. Weit war es ja nicht...
Vor der Tankstelle vor dem Puff blieben wir stehen.
Entgegen eines rein physischen Kampfes, den wir mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren würden, entschieden wir uns für eine rein verbales Duell.
Unsere Gegner waren natürlich Rote Vampire, darunter unseren Mitgrößten Widersacher Baron Vulkov, Witwer der von Boris getöteten Vampir-Adligen.
Samuel Peabody war zu dem Zeitpunkt nicht sichtbar.
Unsere Argumente und Behauptungen waren so schlagkräftig, um Peabody  zu orten und Baron Vulkov so in die Enge zu drängen, das er die Flucht in das Gebäude ergriff.
Vorher warf er einen Feuerball noch in die Tankstelle, so dass er Tank unter uns explodierte.
Eine gekonnte Karate- Abrolle vom schräggestellten Dach konnte schwere Verletzungen meinerseits verhindern.
Von mir wurde die Treppe in den Keller, in dem sich Flüchtenden verkrochen, noch beschädigt.
 Auch ich bin nachtragend.
Ayden McGregor schien sich auf einen der anderen Vampire zu konzentrieren, der daraufhin wie wahnsinnig aufschrie.
Kannte er ihn etwa?
Ayden, Boris, Melanie und ich suchten danach Sandra und Jan, die wir letztendlich im 2.Stock fanden.
Im Zimmer lagen eine vernichtete rote Vampirin, ein toter Samuel Peabody sowie auch am Boden liegend Jan, der sich langsam wieder rührte.
Eine große blutende Wunde zierte seinen Oberkörper.
Wäre ich in Deutschland und im Dienst wäre es definitv ein Fall für den Notarzt und einen längeren Krankenhausaufenthalt, sowie für mich einen sehr langen schriftlichen Diensbericht....
Aber wir befinden uns in Prag und sollten zunehmend schnell nach Edinburgh oder nach Deutschland verschwinden.....

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 18.09.2011 | 22:02
\o/
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: SSladek am 28.09.2011 | 01:16
Hey JollyOrc,

danke für die schöne Zusammenfassung von Jans Innenleben. Kalkulierender Blick, tsts. Ich habe höchstens das kleinere von zwei Übeln gewählt ... :D

Meinst du im letzten Absatz übrigens Sandra oder Susan? Das ist ja nicht ganz unwichtig.

Hat mir insgesamt viel Freude gemacht, mit euch zu spielen. Ich komme gerne wieder, wenn Sandra mal wieder im Spiel ist, muss dem Blechpiraten aber insgesamt recht geben, dass 6 Spieler am Spieltisch dann doch ein bisschen viel sind.

Naja, irgendwie habe ich den Eindruck, dass ihr noch viel Spaß mit Sandra haben werdet.

Und das mit dem Schinken - ups. :)

Lg,

Sandra Sladek, Warden of the White Council. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 28.09.2011 | 05:18
Sehr geehrte Frau Sládek,

was für eine Ehre, sie hier drinnen zu sehen.

Vielleicht darf ich sie darauf hinweisen, dass Magier McGregor Fronturlaub beantragt hat und somit beim nächsten Termin (6. November) noch evtl. noch Platz für eine 5. Person wäre ? Zumindest wenn es dem Blechpiraten in den Kram passt.

Und ganz dezent auf das Wochenende darauf hinweisen, bei dem hier in der Nähe von Lübeck mein kleiner RollenspielCon namens FunCon statt findet.



Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 28.09.2011 | 06:48
Meinst du im letzten Absatz übrigens Sandra oder Susan? Das ist ja nicht ganz unwichtig.

Sandra natürlich, oops. Ist korrigiert :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: SSladek am 28.09.2011 | 13:27
Guten Tag,

ja, wenn es dem Blechpiraten passt ... Gehe aber mal fest davon aus. :D

Ich bin mir aber gerade gar nicht sicher, ob ich ihm (als Sandra Sladek zumindest) storytechnisch in den Kram passe. Naja, der Mann ist ja flexibel. :)

FunCon wird bei mir vermutlich nichts, leide.r

Viele Grüße!

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 28.09.2011 | 13:44
ja, wenn es dem Blechpiraten passt ... Gehe aber mal fest davon aus. :D

Seit wann fragen wir den denn?  >;D

Zitat
Ich bin mir aber gerade gar nicht sicher, ob ich ihm (als Sandra Sladek zumindest) storytechnisch in den Kram passe. Naja, der Mann ist ja flexibel. :)

das denke ich auch ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 28.09.2011 | 14:39
Ich bin mir aber gerade gar nicht sicher, ob ich ihm (als Sandra Sladek zumindest) storytechnisch in den Kram passe. Naja, der Mann ist ja flexibel. :)

Irgendwas läßt sich da sicher einrichten. McGregor war ja auch zuerst ein NSC, oder du bekommst was anderes als SC verpaßt.

Zitat
FunCon wird bei mir vermutlich nichts, leide.r

Schade, ich hatte es befürchtet. Vielleich ein andernmal.
Titel: One Night in Kairo - Teil 1
Beitrag von: JollyOrc am 7.11.2011 | 15:18
So, es ging mal wieder rund, hier der erste Teil, mit dem Drama-Einstieg!

Sunshine Traveller Hotel, Downtown Kairo

“Jan, ich brauche den Ring zurück!”

Wir stehen in den Ruinen von Edeltrauts Hotelzimmer. Um uns herum liegen die sich schnell zersetzenden Leichen von einem halben Dutzend Vampiren des Roten Hofes. Boris, mein Freund aus alten Söldnertagen wurde gerade überwältigt und von vier von diesen Mistkerlen davongeschleppt. Und ich stehe aus mir unerfindlichen Gründen zwischen Melanie und Sandra, die sich gegenseitig gerade über irgendetwas an die Gurgel gehen wollen.

Mir reicht’s!

“WIE KANNST DU JETZT AUSGERECHNET DAMIT ANFANGEN?” brülle ich Sandra an. “Wir haben VERDAMMTNOCHMAL wichtigeres zu tun. Boris wurde gerade entführt, und Du fängst mit diesem Beziehungsscheiß an!”

Edeltraut fängt an etwas zu sagen, aber ich höre gar nicht hin.

“Über den Scheißring können wir später reden, aber jetzt müssen wir hinter denen her, ich lasse Boris nicht im Stich!

Ich sehe, wie Sandras sonst so beherrschtes Mienenspiel langsam zusammenfällt. Verdammt.

“Jan, hast Du den Ring denn überhau-“

“Nein, ich hab ihn das Klo heruntergespül- “ mit Genugtuung sehe ich Tränen in ihre Augen schießen. Und dann spüre ich einen Stich in der Brust und mein Gewissen meldet sich.

“.. natürlich habe ich ihn noch, was denkst Du denn?” unterbreche ich mich selbst und funkele sie zornig an. “Aber jetzt ist nicht die Zeit und nicht der Ort dafür. Hilf uns Boris zu befreien, dann reden wir drüber.”

Ich hatte ganz vergessen, wie ausdrucksvoll ihr Gesicht sein kann, wenn sie ihre Maske fallen lässt. Für einen Moment war es voller Zärtlichkeit und Hoffnung, als ich durchblicken ließ, dass ich den Mistring noch hätte, und kurz danach sieht sie wieder wie am Boden zerstört aus.

“Was für ein Ring?” fragt Edeltraut, und als sie sich damit wieder in Sandras Aufmerksamkeit schiebt, bekam Sandra sich wieder unter Kontrolle. Bloss keine Schwäche zeigen...

“Das ist es ja Jan, ohne den Ring kann ich keine Rituale wirken, und nur so können wir Boris noch finden. Bitte Jan, ich brauche ihn!”

Mir fehlen für einen Augenblick die Worte. Natürlich hab ich die Sache mit der Magie noch lange nicht richtig durchschaut, aber wenn es stimmt, was Sandra da sagt... dann hatte sie mir nicht irgendeneinen Ring, sondern einen beträchtlichen Teil ihrer Macht in die Hand gegeben.

Entweder war sie ziemlich blöd, oder doch mehr in mich verliebt als ich dachte. Und eigentlich hatte ich sie stets eher für verdammt schlau gehalten...

Mit einem halblauten  Fluch riss ich mir die Kette mit dem blöden Ding vom Hals und warf beides zusammen zu ihr rüber. “Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber erst finden wir Boris!”

Edinburgh, drei Tage zuvor

Endlich ist es auch wirklich soweit. Boris wurde vor zwanzig Minuten als vollwertiges Mitglied in den Weißen Rat aufgenommen. Der alte Mistkerl Merlin hat ihn aber dennoch quasi bis ans Ende der Zeremonie zappeln lassen, zwei gute Dutzend anderer Adepten vor ihm aufgenommen. Aber immerhin, Boris wurde als “Held von Prag” im Rat willkommen geheißen. Die Stimmung hier scheint ziemlich gut zu sein, und die Whiskeybar ist gut bestückt.

Ich bin schon seit einer guten Stunde dabei mich durch sie hindurchzuprobieren, und diese nette blonde Jungmagierin leistet mir Gesellschaft und lenkt mich von Sandra ab. Das Leben ist nicht direkt großartig, aber es könnte weitaus schlimmer sein. Boris ist in ein Gespräch mit einer älteren Frau in Warden-Roben verwickelt, Edeltraut zeigt stolz Mordreds Schwert herum, dass sie als Dauerleihgabe für ihre Hilfe gegen die Vampire erhalten hat und selbst Melanie amüsiert sich anscheinend prächtig.

“Ah, ich sehe, Sie machen genauso weiter, wie Sie ihre Ausbildung absolviert haben - sich an Männer heranzuschmeißen!” ätzt eine mir viel zu bekannte Stimme das Blondchen auf meinem Schoß an. Natürlich, Sandra ist auch hier. Ich versuche so wenig wie möglich von dem sich direkt vor  mir entspannenden Zickenkrieg vor mir mitzubekommen. Hmm... angeblich ist dieser Whiskey hier über 150 Jahre alt...

Nach einigem Hin und Her und einer letzten schnippischen Bemerkung vom Blondchen (ich glaube, sie heißt Pruta oder so..) zieht Sandra endlich ab. So langsam wird mir klar, dass die Kleine sich nur an mich ranschmeißt, um ihrer alten Ausbilderin eines auszuwischen. Soll mir recht sein, meine Gründe sehen ziemlich genau so aus...

Bevor sie mich allerdings in ihr Bett ziehen kann fängt Boris mich ab: Er soll eine Geheimmission für Luccio, die Anführerin der Warden durchführen, und es den Blutsaugern in Kairo für den Hinterhalt vor einigen Monaten heimzahlen. Noch mehr Vampirärsche treten? Klar bin ich dabei, das lenkt mich wenigstens von meinen Problemen ab.

Kairo, einen Tag zuvor

Komm nach Kairo, haben sie gesagt. Lass Dich von Deinen Frauenproblemen ablenken, haben sie gesagt.

Aber dass ausgerechnet Sandra uns als Warden-Aufpasserin zugewiesen wurde, das haben sie gepflegt unterschlagen. Als sie auf den Wegen durch das Nevernever zu uns stieß, war ich drauf und dran gewesen, einfach wieder umzukehren. Aber ohne selbst Plan von der Magie zu haben, hätte ich da alleine nicht wieder herausgefunden. Sandra war auch nicht sonderlich begeistert mich zu sehen, aber anscheinend blieb ihr ebensowenig eine Wahl wie mir.

Boris grinste mich nur verlegen an und murmelte was von, “dann habt Ihr zwei mal Zeit, das auszudiskutieren”.

Klar, er meinte es nur gut. Aber er hat ja auch nicht gesehen, wie Sandra den alten Peabody geröstet hat. Aber ich hab es ja auch niemanden erzählt. Obwohl ich weiss, dass Sandra da eines der Magiergesezte gebrochen hatte. Eines, das man nicht zweimal bricht, weil sie einem nach dem ersten Mal den Kopf abschlagen. Verfluchte Scheiße, jetzt belüge ich schon meine Freunde, nur um sie zu schützen...

Eines muss man den Magiern aber lassen: Fernreisen durchs Nevernever sind verdammt praktisch. Ich habe noch nie meine Waffen so einfach in ein anderes Land geschafft. Gut, ich musste die zwei Sporttaschen selbst tragen, aber im Vergleich zu den Bestechungsgeldern die ich sonst zu zahlen hatte. gut, dass ein Teil der Dinger mittlerweile aus Karbon ist, das macht sie etwas tragbarer. Schon erstaunlich, was man sich mit so einem Drachenschatz in der Hinterhand so alles leisten kann...

Den ersten Tag verbrachten wir damit, eine Basis aufzubauen, die Gegend etwas auszukundschaften. Unsere Basis war ein billiges Backpackerhotel auf einem der Hochhäuser in Downtown Kairo. Das Sunshine Traveller Hotel war klein, schäbig und heruntergekommen, aber dafür stellte niemand irgendwelchen dummen Fragen, und niemand würde einem Versagen der Elektrik (eine Nebenerscheinung mit der eigentlich alle Magier irgendwie zu kämpfen hatten) irgendwelche Bedeutung beimessen.

Während die anderen sich um Weihwasser bemühen wollten, schaute ich mir den Ort des Hinterhaltes an. Unspektakulär muss ich sagen, bis auf den auffällig blassen Wächter, der teilnahmslos auf und ab ging, wie eine Aufziehpuppe. Irgendwie sah er aus wie ein lethargischer norwegischer Goth. Im Endeffekt konnte ich aber nichts weiter bemerken, und selbst der Fahrer der plötzlich vor mir hielt und mich einlud mitzufahren entpuppte sich nur als Touristennepper und nicht als Bote des Roten Hofes. Ich machte ihm vor, ein Undercovermann der Touristenpolizei zu sein und entließ ihn mit einer Verwarnung.

Den anderen kam der beschriebene Norweger-Goth ebenso auffällig vor wie mir, und Boris beschloss, sich die Sache vor Ort genauer anzusehen. Wir verteilten uns unauffällig rund um das fragliche Gebäude und warteten.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 7.11.2011 | 15:29
Hach!

Deine Diaries sind toll. Und du wirst immer besser!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Die Falkin am 7.11.2011 | 15:47
Tolles Diary, Jolly!

@Blechpirat: Huch, du bist plötzlich so ... klein!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 7.11.2011 | 15:56
Es sind ja auch Herr der Ringe Wochen. (http://tanelorn.net/index.php/topic,71179.0.html)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Die Falkin am 7.11.2011 | 16:18
Hab's mir wohl gedacht.  :P
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 8.11.2011 | 19:16
Danke für die gestrige Fortsetzung (& Aufheiterung), JollyOrc  :d

Aber wo bleibt die Fortsetzung? ::)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 8.11.2011 | 19:18
Danke für die gestrige Fortsetzung (& Aufheiterung), JollyOrc  :d

Aber wo bleibt die Fortsetzung? ::)

ich arbeite daran, aber irgendwie war mein Hirn heute eher Wackelpudding....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 8.11.2011 | 19:23
wie die anderen wieder super toll...
DANKE, JollyOrc
Titel: One Night in Kairo - Teil 2
Beitrag von: JollyOrc am 9.11.2011 | 12:02
Zum Glück mussten wir das nicht allzu lange machen, denn so gut war mein Versteck auf einem der angrenzenden Häuserdächer dann doch nicht. Boris konnte gerade noch den Norweger-Goth als Renfield des Schwarzen Hofes identifizieren, und dann war der Ärger auch schon im Anmarsch: Neben dem von uns beobachteten Haus war ein gegossenes Fundament, auf das noch niemand ein Haus gesetzt hat. Sowas gibt es hier ja häufiger, daher stört sich irgendwie auch keiner dran. Nun, unter dem Fundament gibt es wohl einen Keller, zumindest öffnete sich eine Klappe und mehr als ein Dutzend Freunde von Norweger-Goth kamen da herausgekrabbelt - inklusive ziemlich finster dreinblickender Hunde!

Boris war leider immer noch auf das eine Haus konzentriert, also lud ich eine Patrone mit winzig kleiner Pulverladung in mein Gewehr und “tippte” ihm damit über den Platz hinweg auf die Schulter. Gerade rechtzeitig. Einige der Renfields musste ich dennoch erschießen, aber auf einen längeren Kampf wollten wir uns hier dann doch nicht einlassen - schließlich drohte Sonnenuntergang, und Black Betty hatte ich noch im Hotel liegen..

Sunshine Traveller Hotel, vor zwanzig Minuten

Ok, wir wussten jetzt wo die Mistkerle saßen und schmiedeten unseren Angriffsplan. Sprengstoff, Weihwasser, Schwerter, Drachenfeuer - so schwer sollte das doch nicht sein, oder?

Aber grau ist alle Theorie: Noch bevor der Plan wirklich fertig war (Sandra und Edeltraut stritten sich noch um irgendwelche Zuständigkeiten glaube ich), bemerkte ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung. Fledermausähnliche aber immer noch menschengroße Schemen kletterten an der Außenwand des Hotels hoch. Und zwar nicht wenige.

Scheiße, kann nicht einmal was einfach so klappen?

“Verdammt, draußen vorm Fenster tut sich was!”

Ich warf kurzentschlossen eine Weihwassergranate nach draußen und wir nutzen die Verwirrung um uns hektisch irgendwie für den Kampf fertig zu machen. Der Knall und die zerborstenen Fensterscheiben des ganzen Stockwerkes machen mir klar, dass wir die Zimmerkaution wohl abschreiben können.

Während ich durch das Fenster Sperrfeuer gab, bereitete Boris sich auf einen Zauber vor. Ich hoffte auf einen Schild, oder etwas, was den Blutsaugern ordentlich Zunder gibt. Sandra und Edeltraut positionierten sich fast wie miteinander abgesprochen an der Tür und sorgten so dafür, dass alle Eingänge mehr oder weniger gesichert waren.

Nicht, dass ich den Mistkerlen nicht auch zugetraut hätte, nicht auch einfach durch die Wand zu brechen...

Zum Glück bewahrheitete sich meine Unkerei nicht, aber immerhin kamen insgesamt vier der Scheißer durch Fenser und Tür zu uns hinein bevor Boris mit einem goldenen Lichtblitz den Schild um das Zimmer legen konnte.

Für meinen Geschmack waren die Scheißkerle dennoch viel zu nah an mir dran. Und Edeltrauts Zimmer war schon vorher ziemlich gut gefüllt. Fluchend sprang ich hinter das Bett. Hinter das Bett, nicht darunter wie irgendein beliebiger Angsthase. Mir ging es nur um die Sporttasche mit all den schönen Spielzeugen drin..

Ok, ein wenig Extradeckung konnte sicher auch nicht schaden. Dennoch bekam ich mehr als nur ein paar Kratzer von den Arschlöchern ab. Aber wir teilten auch gut aus, und eine gute Handvoll der Blutsauger lagen sterbend am Boden als Boris Schild doch den Geist aufgab und der Rest der Bande in das Zimmer drängte.

Jepp, wir saßen in der Scheiße.

Ich weiß noch, wie ich mit dem letzten Rest Weihwassers einen komplett versengte, einem anderen die leergeschossene Betty an den Kopf warf um ihn von Melanie abzulenken. Ich verlor zunehmend den Überblick, und als ich dachte, jetzt wären wir aber so richtig am Arsch, verschanden all die Mistkerle plötzlich nach draußen.

Melanie sprang noch zum Fenster, prallte aber an etwas Undurchsichtigem ab. Sie fauchte Sandra, die wohl gerade einen Zauber gesprochen hatte, wütend an und zeigte hinaus:

Verdammt, die Arschlöcher hatten Boris entführt!

Der Showdown folgt dann im dritten und letzten Post - werden wir Boris noch lebendig finden? Und was macht man mit Priestern, die ihren Glauben verloren haben?
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 9.11.2011 | 13:00

Während ich durch das Fenster Sperrfeuer gab, bereitete Boris sich auf einen Zauber vor. Ich hoffte auf einen Schild, oder etwas, was den Blutsaugern ordentlich Zunder gibt. [...] bevor Boris mit einem goldenen Lichtblitz den Schild um das Zimmer legen konnte. [...] als Boris Schild doch den Geist aufgab und der Rest der Bande in das Zimmer drängte.

Jepp, wir saßen in der Scheiße.
Hier ist es mir endlich mal gelungen, ein Ritual unter Zeitdruck einzubauen. Leider habe ich das Thema "Wards" regeltechnisch nicht durchdrungen und musste deshalb handwedeln. Jeder RCV, der den Ward durchdrungen hat, hat einfach das 4. Stresskästchen durchgestrichen bekommen - Boris hatte 4 Shifts in das Ritual investiert. Das klingt recht mächtig, war es im Ergebnis aber nicht. Obwohl (oder weil) die RCVs alle 7 Stresskästchen haben, wurden die niedrigen Kästchen nicht benutzt. Die Spieler sind inzwischen clever genug, um gleich Angriffe zu starten, die hoch genug sind, um in die Konsequenzen zu gehen.
Titel: One Night in Kairo - Teil 3
Beitrag von: JollyOrc am 9.11.2011 | 14:07
sagte ich "der dritte und letzte Teil"? Gut, hab ich halt gelogen...

Ein blutiges Hotelzimmer - jetzt

So langsam dämmert es mir: Sandra hat tatsächlich die Mistkerle absichtlich entkommen lassen, damit wir sie zu ihrem neuen Versteck verfolgen lassen konnten. Und die Ortungswanze die sie verwendet hatte? Boris.

Absolut logisch und nachvollziehbar. Ziemlich clever um genau zu sein. Und kälter als Polareis...

“Scheiße”, bekräftige ich noch einmal.

“Gut Sandra, mach Dein Ritual fertig, wir holen Boris da raus und treten dabei einige Vampirärsche zurück in die Steinzeit. Hast Du alles was Du brauchst?”

Immer noch verunsichert, langsam aber wieder Oberwasser gewinnend sieht sie mich an. “Fast. Einige seiner persönlichen Dinge wären hilfreich.”

Edeltraut nickt und hebt ein Stück Kreide auf. “Hier, damit malt er immer seine Ritualkreise”. Stück für Stück sammeln wir die Zutaten für das Ritual ein. Sand, eine Stadtkarte, einige Haare - Sandra geht anscheinend besonders gründlich vor, schließlich gilt es im Zweifel den Bannzauber eines uralten Schwarzvampirs zu brechen.

Nicht, dass ich etwas davon verstünde, aber das klingt nach mächtigem Juju..

Im Endeffekt zeichnen sich Boris Fußstapfen auf dem Stadtplan von Kairo ab, und wir sehen, wie er in die reicheren Randbezirke gebracht wird. Ah, einzeln stehende Villas, gutbezahlte Bodyguards... wir werden ein ausgewachsenes verdammtes Sondereinsatzkommando brauchen.

Sandra und Edeltraut sind sich überraschenderweise darin einig, dass man zu stolz sei, um jetzt den Weißen Rat um Hilfe zu bitten. Wäre ja auch viel zu einfach.

Also adé Sondereinsatzkommando. Scheiße.

Na gut, dann fahr ich mal einkaufen.

Zwischen Kairo und Gizeh - ein Waffenschwarzmarkt

Zufrieden steige ich aus dem frisch erworbenen Geländeluxuswagen. Tiefschwarz lackiert, gepanzert, Klimaanlage und die komplette Sonderausstattung. So ein Ding würde ich in Deutschland niemals fahren, aber hier und heute ist es genau was ich brauche.

Mustafa ist ein kleiner schmieriger Waffenhändler, der seine Waren unter einem alten Tarnnetz aus Sowjetbeständen feilbietet. Vor Jahren habe ich bei ihm mein erstes Scharfschützengewehr gekauft - der Lauf sprang beim ersten Schuß, und machte das ganze Mistding unbrauchbar.

Zum Glück bin ich heute nicht auf sein Angebot an Feinmechanik angewiesen. Ich verhandle mit Mustafa mehr aus Rücksicht auf seine Ehre denn echter Geldnot. Schließlich habe ich immer noch einen guten Teil von Syltvanas Goldschatz. Nach kurzer Zeit laden wir also eine knapp 1 Meter fünfzig lange und ziemlich fette Metallröhre und zwei Kisten auf den Rücksitz des Geländewagens.

Kirche des Herrn Jesu voller Gnaden

Hmpf. Wir waren schon in schöneren Kirchen, aber das hier ist die einzige, die auf dem Weg liegt. Moscheen gibt’s zuhauf, aber da finden wir kein Weihwasser.

Ich bin gerade dabei, das Betonbecken am Eingang soweit zu kippen, dass das wenige Wasser darin in den mitgebrachten Kanister fließen kann, da kommt auch schon ein Pfaffe an und schimpft auf Sandra und Edeltraut ein.

Die beiden versuchen ihm irgendwie klarzumachen, dass wir das Weihwasser für eine gute Sache brauchen würden, und ob er uns nicht noch mehr Wasser einsegnen könne?

Leider wird selbst mir klar, dass der Mann nur noch pro Forma seinen Priesterkragen trägt. Lebt sich halt ganz gut in einer Kirche, aber echter Glaube sieht anders aus. Wahrscheinlich ist er durchs Leben desillusioniert worden, oder hatte irgend ein traumatisches Erlebnis, dass ihn sich von Gott abwenden ließ. Oder er steht einfach auf kleine Jungs und hat daher diesen Beruf gewählt.

Egal, wir brauchen jetzt einen Priester mit Glauben und haben keine Zeit uns nach einem anderen umzusehen. Und wenn er das nicht freiwillig tut, dann helfe ich ihm halt etwas nach:

Mit wehendem, vorne offenen Kaftan, prominent platzierten Kruzifix an meiner Brust und deutlich sichtbaren silberglänzenden Schußwaffen schreite ich bedächtig auf ihn zu. Mein Haar wird von einem plötzlich auftretenden Windhauch dramatisch verweht (ich vermute, das habe ich Sandra zu verdanken), und meine Stimme dröhnt kräftiger und deutlich eindrucksvoller als sonst (verdammt, das Mädel ist clever):

“Pater John, Du wirst gebraucht! Das Böse hat sich in dieser Stadt festgesetzt, und DER HERR hat mich geschickt es mit Deiner Unterstützung auszumerzen!”

Wir haben einen Scheißpriester in den Glauben betrogen. Dafür kommt man bestimmt in die Hölle. Egal, 10 Liter Weihwasser.

Wir gehen jetzt Vampirärsche treten

Ein Vorort von Kairo, Dämmerung

Ali und Rashid sind gelangweilt. Seit einem knappen Monat arbeiten sie hier für “Mister”, einem reichen Schnösel, der die Villa hier spontan gekauft hat. Anscheinend hat Mister einen ziemlichen Sicherheitsanspruch, daher wechseln sich Ali, Rashid und ein Dutzend ihrer Freunde in 12-Stunden-Takt als Wachleute im Vorgarten ab. Das Haus selbst dürfen sie nicht betreten, die anderen Bediensteten sind alle etwas seltsam, aber wenigstens ist die Bezahlung ganz ok.

Heute abend ist es ziemlich ruhig, und Rashid langweilt sich auf seinem kleinen Wachtürmchen. Die Villa steht etwas abseits, und was er vom Rest der Nachbarschaft sehen kann, ist auch da nichts los.

Irgendwann realisiert er, dass sich Motorengeräusche nähern. Er späht hinaus in das Zwielicht. hmm.. alles still wieder. Er wendet sich wieder seiner Zeitung zu und nimmt einen weiteren Schluck Chai.

Gerade will er umblättern, da wird die Stille der Dämmerung von einem aufheulenden Motor unterbrochen. Eine Batterie von Fahrzeugflutlicht blendet ihn, irgendwas großes dunkles rast auf sein Tor zu. Hastig richtet er den großen Suchscheinwerfer aus und sieht noch wie ein deutscher Luxusgeländewagen auf ihn zurast.

Aus dem offenen Dachfenster ragt eine dunkel gekleidete Figur, die gerade ein klobige Metallröhre ohne Rücksicht auf Lackkratzer in die Höhe stemmt. Er vermeint sogar den Klick zu hören, mit dem der Auslöser des alten Raketenwerfer aus dem Afghanistankrieg ausgelöst wird und spring instinktiv gerade noch rechtzeitig von Turm...

Mit einem Krachen donnert der SUV durch die das explodierende Sicherheitstor vor der Villa. Die wenigen Schüsse des angeheuerten Wachpersonals prallen harmlos an der Panzerung des Autos ab. Gut, der Lack ist hin, aber wo gehobelt wird...

Melanie sitzt am Steuer und kreischt vor Freude - und dann vor Schreck: “Verdammt, die Elektrik ist ausgefallen, ich kann nicht mehr lenk-”

Wie eine Naturgewalt kracht unser Schlachtschiff von Auto durch die Eingangstür, quer durchs Foyer, rutscht über den glatten Marmorboden und kommt erst an der Freitreppe mit einem Knall auslösender Airbags zum stehen.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Die Falkin am 9.11.2011 | 17:45
Macht sehr viel Spaß, deine Recap zu lesen, JollyOrc! Ich habe sehr viel Spaß an Jans Wahrnehmung von Sandra. :)

Bin schon gespannt auf den Rest. Und das nächste Mal rettest du mir gefälligst den A.... :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 9.11.2011 | 18:38
super.... *warte schon gespannt auf den letzten?? Teil*
Titel: One Night in Kairo - Teil 4
Beitrag von: JollyOrc am 10.11.2011 | 19:13
Die Kanalisation von Kairo...

“Gut, dass ich keine Pumps trage” Edeltraut hebt den bestiefelten Fuß aus der ekligen Brühe aus Abwässern und Industrieabfällen. “Bist Du Dir wirklich sicher, dass dieser Kanal zu der Villa führt?”

Sandra nickt. Von hier aus sollten sie recht gefahrlos bis zu dem Keller mit Boris’ Gefängnis vordringen können. Vorsichtig waten die beiden Frauen durch den Unrat, bis Edeltraut mit einer kurzen Geste zum Stoppen auffordert. “Leise, ich höre da etwas...”

“Etwas ist untertrieben - das ist eine übegroße Königscobra!” entgegnet Sandra ihr trocken. “Mindestens zwei Meter lang das Biest” Mehr als nur ein bisschen beeindruckt mustert die Warden das Tier.

“Die Zeichnung auf ihrer Haut scheint zu Anubis zu gehören” flüstert Edeltraut ihr zu. “Das ist keine normale Schlange, sondern ein magisches Geschöpf!”

Sandra nickt. Es gibt hier also mindestens einen mächtigen Magier unter den Vampiren. Kein Wunder, schließlich sind die Mitglieder des Schwarzen Hofes genau dafür bekannt. Die Akten der Wardens aus den USA berichten von einer Mavra in Chicago mit der man es sich wirklich nicht verscherzen sollte.

Dennoch, ihnen lief die Zeit davon, schließlich hatten sie mit Jan vereinbart, punkt Acht Uhr Zwanzig den Angriff zu starten, und es war schon viertel nach...

Die Cobra hat sich mittlerweile zur vollen Drohgebärde aufgerichtet und zischelt sie an. Edeltraut Manske, Deutschlands beste Frau gegen das Übernatürliche greift nach ihrem Schwert.

“Warte Edeltraut, ich habe da eine Idee.”

Oben in der Villa

Staub und Schutt regnen auf uns herab. Rings um uns schlagen Kugeln in die Panzerung des SUV. Aber wir leben, sind an einem Stück und in der Villa. Mein spontaner Freudestanz wird nur dadurch gemindert, dass genau dies der Moment ist, in dem irgendein Riesenvieh von Wachhund versucht mich durch die offene Dachluke aufzufressen.

“AARGGH!” schreie ich und entleere ein Magazin in das Vieh. Zusammen mit einem Feuerball von Melanie zerlegen wir das Untier ziemlich schnell. Zur Sicherheit werfe ich noch ein paar Handgranaten durch das Dachfenster nach draußen, das sollte bald für Ruhe sorgen.

Tut es auch, allerdings sind jetzt die Scheiben komplett undurchsichtig: Staub, Splitter, Blut und sonstiges versperren uns die Sicht. Direkt am Wagen ist zwar niemand mehr, aber immer noch schlagen einzelne Kugeln ein. Und jepp, die Elektrik ist in der Tat gründlich im Arsch, durch die Türen kommen wir also dank Zentralverriegelung auch nicht mehr raus.

Mühsam winde ich mich durch die Lücke zwischen den Vordersitzen nach hinten. Melanie werfe ich eine kleine Tasche mit Blendgranaten und bengalischen Feuern zu. “Hier, werf die mal so grob im Halbminutentakt raus, ich brauch eine Ablenkung bis das hier fertig ist.”

Während sie tut wie geheißen male ich einen schicken Kreis mit Thermit auf den Boden unseres Luxusschrotthaufens. “Das wird jetzt etwas heiß, aber das stört Dich ja nicht, oder?”

Unter der Villa

Im goldenen Lichte Ras strahlend schlängelt sich die ehemalige Anubis-Cobra zwischen den Vampiren hindurch. Hintendrein folgen Sandra und Edeltraut, beherzt ihre Schwerter durch die kurz zuvor aufgetauchten, nun aber lichtverbrannten Vampire ziehend.

“Zum Glück hat der Übernahmespruch funktioniert”, merkt Edletraut an, “sonst säßen wir ziemlich in der Tinte.”

Endlich kommen die beiden Frauen vor einem Gitter an. Dies ist der Zugang zu dem Keller der Villa - und er wird bewacht, von einer großen Krokodilsstatue aus hässlichen grau-schwarzen Stein. Noch während sie sich der Statue nähern, erwacht diese zischend zum Leben. Edeltraut bemerkt sofort den dunklen Energiefaden, der sich von er Statue bis in den Gang hinter den Gittern zieht. “Blutmagie” stellt Edeltraut trocken fest.

Während Sandra sich anmacht, diesen Faden zu trennen, erspäht Edeltraut eine weitere Gruppe Vampire weiter hinten im Gang. Und eine dunkle Gestalt hinter ihnen, die dunkle Beschwörungsformeln murmelt. “Beeil Dich Sandra, ich glaube, da ist noch mehr Ärger im Anmarsch!”

Boris Zelle

Das dumpfe Grollen mehrere Explosionen, irgendwo einige Stockwerke über seinem Kopf weckt Boris aus der Bewusstlosigkeit. Instinktiv will er sich aufrichten und nach seinen Zauberutensilien greifen, aber scharfkantige Metallfesseln hindern ihn. Immer noch groggy blinzelt er in das trübe Licht einer bestimmt 30 Jahre alten Glühbirne, die zwei Meter über ihm von der Decke baumelt. Immer noch benommen versucht er sich auf einen Zauber zu konzentrieren, der ihn von dieser Folterliege befreien soll, aber anstatt berstende Fesseln zu hören, schießt ihm glühendheißer Schmerz durch den Körper!

Das Ding ist eine Magierfessel, und irgendwo fließt Blut von ihm ab. Er war sicherlich schon in besseren Situationen. Und sicherlich auch in schlimmeren, allerdings fällt ihm gerade keine davon mehr ein. Aber halt, er blutet? Blut hat schon immer Magie deutlich potenter gemacht, und hier sollte es keine Ausnahme sein.

Mit einiger Konzentration gelingt es Boris tatsächlich, den Metalltisch auf dem er festgeschnallt ist soweit durch Magie zu verbiegen, dass er sich herauswinden kann. Gerade rechtzeitig, denn direkt vor seiner Zelle scheint mittlerweile die Hölle los zu sein...

Zurück im Foyer

Schon einmal Thermit in einem nahezu geschlossenem Raum angezündet? Scheiße, ich sag Dir, das ist kein Spaß. Allerdings war ich noch nie so glücklich darüber ein Loch im Fußraum eines Autos zu sehen wie jetzt gerade. Melanie wirft noch einmal eine Blendgranate zur Ablenkung raus, und wir lassen uns unter den Wagen fallen.

Perfekt, von hier unten aus kann ich mehr oder weniger in Ruhe die immer noch abgelenkten Mistkerle ausschalten bevor sie überhaupt schnallen, wo wir jetzt sind. Kurze Zeit später ist es in der Eingangshalle endlich still genug, dass wir die Kampfgeräusche vom Keller hoch tönen können.

Scheiße, die Ladies haben die Party schon ohne uns angefangen!

Melanie und ich packen eilig unsere Siebensachen und stürmen nach unten. Das Bild was sich uns bietet könnte von keinem Horrorfilm übertroffen werden: Eine golden leuchtende Riesencobra ringt mit einem nicht minder kleinen Steinkrokodil. Überall liegen verbrannte und zerfetzte Vampire herum. Vor uns wirft Boris, mehr tot als lebendig, gerade einen Feuerball auf, ich kann es kaum fassen, eine verdammte lebende Mumie!

Ich habe keine Ahnung ob es irgend etwas bringt, aber Black Betty ist gerade zur Hand und so heisst es: Wasser Marsch! Befriedigt sehe ich, dass auch dieses Mistding wohl gegen solche Angriffe nicht wirklich gefeit ist.

Im Endeffekt scheint Mr. Mumienvampir dann aber doch mehr angepisst als verletzt zu sein und gibt uns ordentlich  Zunder. Langsam verliere ich den Überblick, inzwischen ist auch das Weihwasser alle und ich habe auf Pistolen gewechselt. Die Situation wird echt ungemütlich, aber irgendwie schaffen wir es doch alle zusammen das untote Arschloch in die Enge zu treiben. Leider sind wir ziemlich genauso fertig wie er, und ich kann nicht einmal zaubern...

Zu unserem Glück ist er sich seines Sieges aber genauso unsicher: Er verwandelt sich in schwarzen Nebel und verzieht sich durch das Gitter in die Kanalisation. Fertiger als wir es uns eingestehen würden, schleppen wir uns gegenseitig wieder nach draußen. Auf dem Weg durch das Haus stellen wir fest, dass der Mistkerl mehr als nur ein paar schicke Autos in der Garage stehen hat. Prima, müssen wir wenigstens nicht zu Fuss nach Hause laufen...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 10.11.2011 | 19:14
So, das wars. Ich fürchte allerdings, die Abschnitte in der Villa entsprechen nicht ganz dem Spielverlauf - da hab ich im Nachhinein irgendwie den Überblick verloren. Die Quintessenz sollte aber durchaus so korrekt sein :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 10.11.2011 | 19:36
Wieder mal ein sehr, sehr genialer Bericht, JollyOrc! Es ist immer wieder eine Freude, diese Diaries zu lesen.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 10.11.2011 | 20:03
Danke JollyOrc :-*

Ich brauche wie immer ein paar Tage länger zum Schreiben  8).

...Ja, einige Gegebenheiten aus den Katakomben habe ich etwas anders in Erinnerung ;).
 
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 10.11.2011 | 23:11
Es macht einfach spaß dieses Diary zu lesen....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.11.2011 | 21:03
Moin!,

Ich habe auch wieder ein paar Zeilen aus dem persönlichen Tagebuch von der Hauptkommisarin Edeltraut Manske hinzu zufügen, diesmal aus Zeit - und Platzgründen ein Mehrteiler....

Viel Spass beim Lesen!


****************************************************

zurück in Edinburgh
Jan war still.
An den Torflügeln erwarteten uns wie sonst auch zwei Wardens. Nun waren aber sie sensibilisierter als zuvor.
"Das hat ja lange gedauert. Ich hoffe, sie arbeiten an ihre Sicherheit...", dachte bei mir und reichte einen von Ihnen kommentarlos  Mordreds Schwert.

Ein paar Tage später war es endlich soweit:
Nach  23 Aufnahmen von neuen Voll- Magiern wurde auch Boris als Vollmitglied in den weißen Rat aufgenommen.
Der  Merlin hielt eine kurze Rede über seine, unsere Tat zur Verteidigung des white Council und ehrte neben Boris auch mich, in dem
mich mit Mordreds Schwert als Leihgabe würdigte.
Meine Mutter überreichte mir das Schwert mit kleinen Freudentränen. …
Über Boris erhielten wir durch Luccio, Leiter der Wardens den Auftrag uns in Kairo um zu sehen und die Hintergründe zu ergründen.
War es jene ältere Frau , die zwischen am Ende des Abends mit ihm sprach?
Als Warden begleitete uns erneut Sandra Sládek.

2 Tage später begann unser Auftrag, der uns in die Hauptstadt Ägyptens führte.
Kairo
Unser Hotel war eine mittelmäßige Absteige , die zwar noch recht sauber aber von der technischen Ausstattung eher dürftig ausgelegt ist.
Jan beschloss, sich den Ort des Überfalls alleine zu erkunden und der Rest, d.h. Boris, Melanie sowie Sandra und ich bezogen unsere Zimmer.
Während Jans Abwesend fragte ich Sandra aus und beschrieb ihr diverse Magier und Wardens.
Aydens Zielobjekt heißt Kaminsky.
An der Planung des Angriffs beteiligt waren soweit ich Sandra richtig verstand: Joe & Morgan.
Ich würde Ihnen gerne mit meinem Fachwissen und trainierten Fähigkeiten helfen, aber  sie halten mich immer noch für einen Anfänger?  Unbegabt?  
...Jan kam zurück  und berichtete über einen einzelnen weißhaarigen, lethargischen Bastard, der vor dem Gelände auf und ab patrouillierte.
Wir folgten Jan dorthin und wir identifizierten dieses Wesen als schwarzen Renfield, einen magisch und durch Blut mental konditionierten Diener der schwarzen Vampire.
Das Band des Renfields an seinen seinen Herren/seiner Herrin? konnte man schon fast als Ankertrosse bezeichnen.
Gegen Sonnenuntergang brachen weitere Renfields durch offene Fundamente nach oben und begannen uns ein zu kreisen.
Ein Entkommen  aus der Situation  war uns durch gemeinsame Zusammenarbeit möglich.
Zurück in meinem Hotelzimmer zum weiteren Datenaustausch zu dem es nicht mehr kam....
Wir waren verfolgt worden und insgesamt knapp ein Dutzend rote Vampire in ihrer natürlichen Gestalt, ohne Maskerade und Fassade
versuchten zuerst durchs Fenster und einige Kampfrunden später auch durch die Tür und mein Zimmer ein zu dringen.
Jan, Boris und Melanie sicherten das Fenster während Sandra und ich gemeinsam vor die Tür stellten, um die Angriffe der roten Blutsauger ab zu wehren.
Zuerst schien unser Abwehr in magischer in magischer und technischer Weise zu zu funktionieren und alle zu schützen, aber Boris brach verletzt zusammen.
In einem unachtsamen Moment schnappten sich diese widernatürlichen sich den wehrlosen Boris und verschwanden mit ihm in die finstere Metropole am Nil.
Melanie hätte fast Sandra in der Luft zerrissen, als sie erfuhr, das Sandra Boris als Lockvogel nutzen wollte.
Ich konnte es Melanie nicht verübeln, musste aber das Team wieder zur Zusammenarbeit bewegen.
Die Vorgehensweise von Sandra war mir aus eigener dienstlicher Erfahrung , gerade als ehemaliges Mitglied des SEKs in Berlin,wenn auch nur für einige Monate, nicht unbekannt.
Boris' Kreide war recht schnell wiedergefunden, neben seinen Blut, einigen Haaren und eine Stadtkarte von Kairo waren die nötigen Gegenstände für das Ritual von dem Sandra sprach.
Aber diesmal überraschte Sandra mich im negativen Sinne.
Sie ist ohne dem Pfand der gemeinsamen Liebe , einen Ring, der die ganze Zeit Jan bei sich trug, nicht in der Lage Rituale zu wirken.... und sie ist Warden?
...Mittlerweile stelle ich immer mehr fest, das Magier, auch Wardens immer noch Menschen sind ....
Nach etwa einer halben Stunde nach der gemeinschaftlichen Suche war das Ritual erfolgreich beendet und Boris' Fußspuren fegten über die Stadtkarte zu einem vornehmen Vorort Kairos...
Danach entschieden wir vor allen Sandra und und ich den White Council nicht um weitere Hilfe zu ersuchen. Wir sind ja schließlich die SoKo Übernatürlich. .... [Fortsetzung folgt...] ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 22.11.2011 | 10:08
Ich freu mich auf die Fortsetzung!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 23.11.2011 | 20:27
so, wie versprochen Teil II der aktuellen Tagebucheinträge von Edeltraut Manske Junior.

Viel Spass beim Lesen!

******************************************************


Angriffsplan: Sandra und ich würden durch die Katakomben und Tunnel zum Haus gelangen, während Jan und Melanie von oben das Gebäude stürmen.
Es überraschte mich, das ich Sandra begleiten sollte. Angeblich konnte ich Ihr mit der Manipulation von Erde mehr behilflich sein als Melanie Drachenkräfte.
In einer noch relativ nahen christlichen Kirche überzeugten wir den Pfarrer von seinem Glauben, von unserer Mission sowie zu Abgabe von mehreren Litern Weihwasser an uns.
Eine kleine Spende unsererseits war Ehrensache.
In Berlin wäre es einfacher gewesen, an diese Munition zu gelangen.
 Aber in einem Land, in dem vor allen der Islam als Religion vorherrscht , sollten wir froh sein, das Gott uns den Weg in diese Kirche zeigte. …

Unterwegs durch die Tunnel, Katakomben unter Kairo nahe dem Zielgebiet:
Der Unrat lag wie in jeder Kanalisation überall und es stank erbärmlich. Anders als in Deutschland war es aber deutlich trockener.
Glücklicherweise war dies nicht mein erster Einsatz dort und dementsprechend war ich froh geeignetes Schuhwerk zu tragen....
Pumps passen halt nicht zum Beruf einer Kriminal- Hauptkommissarin.
Sandra konnte der Umgebung aber auch nicht viel abgewinnen.
Sie schien sogar leicht abgelenkt zu sein, so dass ich das bedrohliche Zischen der Kobra zuerst wahrnahm.
Eine übernatürlich große Albinokobra kam uns entgegen und gebärdete sich aggressiv.
Ich ordnete die Kobra zuerst dem Totengott „Anubis“ zu und meine Vermutung erwies sich als richtig.
Mit dem Wissen beschwor Sandra die Kraft des Sonnengottes Ra und weihte damit die Schlange, bevor sie in den richtigen Angriff auf uns übergehen konnte.
Sie brach den Angriff ab und führte uns zu einem verschlossenen Gitter, das mit etwas Erdmagie leicht aus den Angeln zu entfernen war.
Einige der Roten Vampire erwarteten bereits uns nach der nächsten Ecke, aber mit den effektiven Schlägen unserer Schwerter waren sie bald nur noch vermodertes, verfallenes Fleisch.
Vor dem Zugang zum Kellergewölbe erwartete uns eine Kokodilstatue aus  grau-schwarzen Gestein.
Eine fast schwarze, fast dickflüssige, für den Kriminalisten gut als Blut identifizierbare Flüssigkeit nährte das Wesen.
Das Krokodil griff uns an und die Kobra kämpfte tapfer auf unserer Seite....
Die Tür brach nach einigen Kampfszenen. Von der anderen Seite brach die Tür und Boris, schwerverletzt kämpfte mit uns gegen das Krokodil, das dann kaputt, zu Steinstaub zerfiel.
Der Hausherr, eine Mumie?, ein schwarzer Vampir? ließ sich seine Beute nicht so einfach nehmen und forderte uns zum Kampf.
Auch Jan und Melanie trafen endlich von oben, aus den Haus, und wir bedrängten den vermutlichen Initiator der Misere des Angriffs in Kairo.
Aufgrund des starken Einsatzes aller uns zur Verfügung stehenden Waffen (angefangen bei Magie,  über Feuer, einer mit Weihwasser gefüllten Betsy und einfach Teamgeist) konnten wir gemeinsam
den schwarzen Vampir in Flucht treiben.
Bedauerlicherweise konnte er nicht endgültig gestellt werden. … Aber eine Beschreibung des Nosferatus können wir jetzt geben....

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 24.11.2011 | 11:38
na, soo viel anders als meine Darstellung ist das aber nicht :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 24.11.2011 | 17:15
@JollyOrc: Ich sagte ja, das ich einige Details etwas anders in Erinnerung hatte, darunter die Zuordnung von Sandra und Edeltraut.  ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 23.01.2012 | 21:19
Moin!

Wir haben gestern wieder gespielt und es hat gerockt. Ich danke allen Beteiligten und unserer SL  :d


Nun weiter aus den persönlichen, schriftlichen Aufzeichnungen von Edeltraut Manske jun.....

Viel Spass beim Lesen!

************************************* Teil 1 *****************************

Boris ist befreit, aber sein Gesundheitszustand ist aufgrund seines starken Blutverlustes nicht besonders gut. 
Ein mundaner Normalsterblicher läge vermutlich bereits in einem kritischen Zustand. 
Sandra Sládek wollte übers NeverNever ins HQ nach Edinburgh, um kurz Bericht zu erstatten und um Hilfe zu ersuchen....
Ich durchsuche das Haus und in einem recht großen Büro werde ich fündig: Mehrere schriftlich geführte Bücher beinhalten Pläne über die Falle, Koordinaten, Aktionen.
Desweiteren erkenne ich, das der Hausherr (Schwarze Mumien- Vampir)  die alle hiesigen roten Vampire über seinen Prinzen und dessen Familie kontrolliert.
Weitere Verdachtsmomente deuten daraufhin, das weitere Anschläge gegen den White Council (auch im HQ) geplant und kontrollierte und/ oder übernommene Magier darin involviert sind.
Branntbeschleunigergeruch (Benzin- Alkoholmischung) riss mich aus meinen Ermittlungen und ich schnappte mir die ersten beiden Bücher.
Unten, beim Hauteingang angekommen, blickte ich mich zuerst um sprach einen terra ad limum auf den Boden vor den herannnahenden Roten Vampire.
Esknallte ohrenbetäubend und anstatt des üblichen glitschigen Untergrundes explodierte der Boden vorm Haupteingang. Dabei zeriss die Explosion etliche der Angreifer.
Ich bezweifelte innerlich , dass das nicht nur mein Werk ist.... Aber Disziplin ist alles, insbesondere, wenn Ayden McGregor einen beobachtet....
Mir scheint, er ist die Verstärkung aus Schottland....
Auffällig beim weiteren Kampf gegen die Vampire war, das sich beim beim letzten , tödlichen Schlag ein weiterer Lichtblitz entwickelte. 
....Liegt es an Ägypten, an dem ständigen Vampirblut oder versucht das Schwert Einfluß auf mich zu nehmen? ....
Das Team, einschließlich dem frisch eingetroffenen Ayden McGregor kann ins NeverNever fliehen und landet wortwörtlich vom Regen in der Traufe....
Ein uralter Gott, Anubis, Totengott des alten Reichs bis Kleopatras Zeit erwartete uns in seinen Tempel und forderte Boris als sein Opfer.
Aber uralte Götter lassen mit sich handeln....
Unser Auftrag: Anubis möchte die Mumie seines Nachfahren Ramses II zurück in seinen Händen. Ayden schwört auf seine Macht.
Es schien unsere einzige Möglichkeit aus dieser Falle wieder heraus zu schleichen.
Anubis hat noch Macht, heilte unter Anstrengungen unsere Verwundungen und segnete uns für unsere Aufgabe. Ein seltsames Gefühl....
Anubis entließ uns inmitten des Basars von Kairo...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 23.01.2012 | 21:48
Yeah!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 27.01.2012 | 15:13
Es hat leider bis heute gedauert, um den Rest meiner Notizen zusammen zu fassen.

Viel Spass beim Rest!


************************************* Teil 2 *****************************

Ursprünglich lag der gesuchte Ramses II im Ägyptischen Museum (Kairo).
Zeitlich parallel zu Boris' Befreiung schlugen die Diebe zu und entwendeten die Mumie sowie die dazugehörigen Kanopen und weitere Grabbeigaben.
Unser Improvisationstalent Jan und unser Schotte (Ayden) konnten durch viel Einfallsreichtum, etwas Charme und viel Bakschisch Zugang zu dem
Tatort zu gelangen.
Bei meiner persönlichen Untersuchung des Tatort konnte ich leider nur feststellen, dass die Diebe beim Raub äußerst gründlich vorgegangen sind.
Bluttröpfchen bei den gefundenen Scherben des zerbrochenen Oberlichtglas' sowie durch einen Blick durch die Sight am Tatort des Raubes ermöglichen
eine Spur der Diebe zu finden....
Ayden McGregor besah sich per Sight den Raum an und sprach von etwas wie „Seelentrinker“. Ramses II hatte anscheinend viele Menschen auf den Gewissen.
Die Spur führte uns nicht wie wir zuerst vermuteten nach Gizeh sondern nach Sakkara...
Auch dort bauten die Pharaonen seit seit Anbeginn ihrer Hochkultur Pyramiden.
Einen Kilometer vorm Ziel verreckte unser Geländewagen Baujahr 1970, ebenso wie der Rest unserer jüngeren Technik.
Bedauerlicherweise konnte ich nicht u.a. aufgrund der einsetzende Dämmerung die Pyramiden ihren Erschaffern zuordnen. 
Von der Bauweise her ist unser Ziel eine der Stufenpyramiden.
Zwei Wachen, offensichtlich zwei gelangweilte Touristenpolizisten schoben vorm Eingang Dienst.
Durch von Boris beschworene Spione hatten wir bereits erfahren, das sich 4 Priester, einer davon als Hohepriester (anhand des Ritualgewands) erkennbar sich in der Pyramide aufhielten.
In unseren Vorbereitungen waren wir nicht besonders leise und lockten die Wächter in eine tödliche Falle. Wie ich bereits vermutete, waren es keine Normalsterblichen mehr....
Auch einer der Priester wurde auf uns gehetzt , um uns aufzuhalten.
Ihm und die beiden Wächter wurde letztendlich eine Tretmiene zum tödlichen Verhängnis.
Zuerst schlich sich Jan in den Geheimgang, Momente später folgte ihm Melanie.
Ayden, Boris und ich gingen durch den Haupteingang in die Pyramide.
In der Vorhalle hingen, bereits tot, die ausgebluteten Körper, regelrecht geschächtet, mit den Füßen aufgehängt an der Decke mehrere ärmlich aussehender Ägypter.
Das Blut war in Schalen aufgefangen.
Ayden und ich schnitten die Körper ab. ...Sie waren noch warm und noch nicht lange tot.
Boris nutzte das Blut, um aus Ihnen Wasser für Wasserzauber zu ziehen.
Ich zog den Dolch meiner Mutter und Mordreds Schwert.
Mit den Dolch zerstörte ich den (Verdunklungs-) Zauber des 2.Priesters und konnte dadurch ein Sehen und Weitergehen ermöglichen.
Ayden blinzelte mir (anscheinend positiv) zu, als der Zauber brach und der zweite Priester fiel.
Der 3.Priester hielt das Ritual und der Hohepriester ging auf Jan los. ...
Der dritte Priester starb, das Riutal konnte rechtzeitg gestoppt werden. ...
Jedoch der Hohepriester entzog sich uns und floh rechtzeitig.
Wir bargen Ramses II, seine Grabbeigaben und Kanopen und öffneten das NeverNever zu Anubis' Tempel....

************************************* Ende *****************************


Titel: Mummys little Helpers
Beitrag von: JollyOrc am 29.01.2012 | 13:03
hat ein wenig länger gedauert als sonst, aber dafür gibt es jetzt alles in einem Teil:

eine Villa vor Kairo, leicht lädiert

Diese Garage ist der Hummer. Har har. Davon stehen nämlich zwei rum. Plus alte und neue Landrover, zwei Ferraris und und und.. Ich stelle Boris an einem der Wagen ab, dass der sich da erstmal festhalten kann (soll ja nicht gleich die Polster vollbluten) und werfe ihm ein paar Bandagen, eine Hose und meine alte Flakweste zu. “Mach Dich mal sauber und zieh Dir was über. Noch sind wir nicht wieder zuhause”

Sandra beschließt, dass irgendwer jetzt doch mal in Edinburgh Bescheid geben und vielleicht sogar nach Unterstützung fragen sollte. Gute Idee Mädchen, aber das nächste mal hast Du die bitte vor dem Feuergefecht mit einem Haufen Vampiren, ok?

Meine Gedanken müssen ziemlich offensichtlich gewesen sein, denn sie wirft mir einen eiskalten Blick zu und verschwindet ins Nevernever. Verdammt, wo sind die Zeiten hin, als Frauen noch mit Türen knallten?

Während ich meine Hoffnung nicht in die Verstärkung setze und einen Fluchtplan erarbeite machen sich Edeltraut und Melanie anderweitig nützlich: Sie durchforsten das Anwesen nach versteckten Vampiren (keine) und brauchbare Unterlagen, die uns irgendwie helfen könnten (ein Stapel Papiere, eng beschrieben mit alt-ertruskisch oder so. Oder Latein. Kann aber auch Esperanto sein, was weiß ich verfluchtnochmal. Ich bin Killer, kein Philologe.).

Edeltraut ist sich aber sicher: Mit diesen Unterlagen kann sie den Hausherren eindeutig festnageln und auch seine nächsten Pläne und Vertrauten herausfinden.

Meine Pläne sind auch fertig. Ich schultere mein Gewehr und zerre die übergroße Sporttasche mit meinem anderen Krempel aus dem Kofferraum des großen Haufens deutschen Altmetalls in der Eingangshalle. Moment, den Geruch kenne ich doch...

“RAUS HIER, DIE WOLLEN DIE BUDE ABFACKELN!” brülle ich nach oben und renne zur Garage um Boris einzusammeln. Melanie bekommt bei dem Wort “abfackeln” zwar leuchtende Augen, aber ich bin mir sicher, im Zweifel wird sie schon das richtige tun.

Was folgt ist laut, dreckig und fühlt sich deutlich länger an, als es eigentlich dauert. Mehr als ein Dutzend der blutsaugenden Arschlöcher versucht das Anwesen zu stürmen, wir versuchen ihnen in den Arsch zu treten und herauszukommen, das Anwesen versucht uns zu Asche zu verwandeln und irgendwer verwandelt die Zufahrt in einen Bombenkrater. Soviel zum Plan hier mit den Ferraris rauszufahren. Ich hatte noch nie einen Ferrari!

Dennoch, so richtig gut läuft es nicht für uns. Während ich vollauf damit beschäftigt bin, uns die Blutsauger mit Granaten und schwerem Maschinengewehrfeuer vom Hals zu halten, versucht Boris mit einem der Geländewagen durchzubrechen.

Dumme Idee. Denn so ein Geländewagen ist nun einmal nicht halb so gut gepanzert wie die Yugo-Humvees mit denen Boris und ich damals durch die Gefechtsfelder in Serbien gebrettert sind - und die waren schon mehr Wellpappe als Edelstahl.

Im Ergebnis darf ich also zusehen, wie so ein ägyptischer Vampirmistkerl das Dach wie Papier aufreißt und Boris herauszerrt!

Scheiße, ich habe keinen Geländewagen durch mehrere Türen gefahren, mich von Monsterhunden beinahe auffressen lassen, nur um Boris jetzt wieder entführen zu lassen.

Nix da!

Ich werfe die (mittlerweile eh leere) und viel zu ungenaue Minigun einem der Arschlöcher entgegen und bringe mein Gewehr in Anschlag. Jetzt nur nicht danebenschießen...

...als ob! Meine Kugel zerfetzt dem Vampir den Kopf und Boris fällt zurück ins Auto und manövriert den Wagen irgendwie so, dass die anderen ihn als Deckung verwenden können.

Inzwischen ist auch Ayden McGregor von irgendwoher aufgetaucht. Was will denn ausgerechnet dieser schottische Schnösel hier? Das soll unsere Verstärkung sein? Ich hatte auf eine Kompanie Fallschirmtruppen oder zumindest Kavallerie gehofft!

Egal, ich hab genug zu tun. Diese Arschlöcher werden von irgendwem koordiniert, und endlich hab ich das Oberarschloch identifiziert: Der Kerl versteckt sich in den Schatten der Ruine des ehemaligen Wachturms (dieser Raketenwerfer war eine echt tolle Investition! Schade, dass nur ein Schuss drin war.). Ich werfe eine Leuchtgranate rüber um die Anderen auf ihn aufmerksam zu machen, aber irgendwie haben wir alle genug zu tun einfach nur am Leben zu bleiben.

Was mir allerdings auffällt, ist dass der Widerling wohl irgenwie empfindlich auf Edeltrauts neues Schwert reagiert. Und dabei zerschnetzelt sie damit Vampire die dutzende Meter von ihm entfernt sind. Leider habe ich gerade überhaupt keine Zeit für dieses Puzzle: Vampire auf 10, 11, 1 und 2 Uhr, Scheiße nochmal, wo kommen all die Biester her?

Schlußendlich öffnet Ayden im Foyer ein Portal in das NeverNever um uns damit eine Fluchtroute zu bieten die nicht von Vampiren belagert wird. War das mit dem NeverNever nicht in der Regel eine eher dumme Idee? Egal, alles ist besser als von Krallen zerfetzt zu werden - ich werfe noch einige Granaten und mache mich als Letzter vom Acker.

NeverNever - he, das sieht aus wie eine Kulisse aus Stargate!

Mit einem hämischen Grinsen sehe ich, wie die Vampire vergeblich versuchen uns durch das sich schließende NeverNever-Tor zu folgen. Fürs erste sind wir in Sicherheit denke ich, doch eine schneidende Stimme belehrt mich eines besseren:

“Schön, dass Ihr mir das Blutopfer direkt hierher bringt!”

Ok, ich sagte doch, dass das mit dem NeverNever eine dumme Idee war. Statt an einem sicheren oder zumindest neutralen Ort stehen wir hier in einem prächtig verzierten altägyptischen Tempel direkt dem Hausherren gegenüber. Und der ist nicht irgendwer, sondern Anubis der Totengott.

Andererseits, wahrscheinlich steht der auf mich, hab ihm ja mehr als nur ein paar Leute in die Fänge getrieben...

Dennoch halte ich lieber die Klappe und lasse Ayden reden. Soll der sich doch um Kopf und Kragen verhandeln. Im Endeffekt kommt uns die Tatsache zu Gute, dass Anubis wohl gar nicht mehr so mächtig ist, wie er es mal war. Ok, immer noch mächtig genug uns alle in die Tasche zu stecken, aber gemessen an anderen Göttern scheint er mir doch etwas... klein zu sein.

Egal, Anubis will seinen Sohn zurück, und das ist kein Geringerer als Ramses II. Ihr wisst schon, die vertrocknete Mumie die im Museum in Kario liegt. Und da der Schakalsköpfige das aus unerfindlichen Gründen nicht selbst erledigen kann, und er uns praktischerweise gerade an den Eiern hat, dürfen wir das jetzt übernehmen. Ayden McGregor wird sogar genötigt auf seine Magie zu schwören. Mir dämmert, dass das mehr als nur eine Formalie ist, aber hey, wenn dem Mistkerl die Magie abhanden kommt, soll mich das doch nicht stören!

Aber Anubis lässt sich auch nicht lumpen - mit sichtbarer Anstrengung legt er so eine Art magisches Leuchten über uns, und wir alle sind unsere Wunden und Blessuren los. Und anstatt uns zurück in die verfallene Villa zu werfen entlässt er uns in Downtown Kairo. So ein Gott hat schon seine Vorteile..

Kairo Ägyptisches Museum

Ok, unsere Aufgabe ist klar umrissen: Die Mumie von Ramses II klauen und bei Anubis vorbeibringen. Leider gestaltet sich das Ganze etwas schwieriger als gedacht: Irgendwer, wahrscheinlich so ein nachtaktiver Blutsaugerarsch, hat sich die Mumie schon unter den Nagel gerissen!

Damit ändert sich unser Plan natürlich etwas - statt nach einer Einbruchsmöglichkeit müssen wir jetzt nach handfesten Spuren suchen um die Diebe aufzuspüren. Die Zeitungen geben da allerdings nicht so viel her, irgendwas mit einem zerstören Oberlicht...

Ich gebe mich als Interpol-Agent aus und erlange (mit etwas Bakschisch. Ok, etwas mehr Bakschisch. Viel mehr Bakschich. Drachenschatz, Ihr erinnert Euch?) Zugang zum Tatort. Während ich in bester CSI-Manier blutige Glasscherben einsammele machen sich die anderen auf ihre Art schlau.

Unterm Strich ergibt sich ein klares Bild: Ein paar der Blutsauger sind in Fledermausform ganz unsubtil durchs Oberlicht gebrochen, haben sich die Mumien und alle dazugehörigen Kanopen geschnappt und sind wieder hinausgeflogen. Simpel, aber effektiv. Und in der Bibliothek des Museums fanden sich Hinweise darauf, was die untoten Kerle damit vorhaben: Anscheinend ist in der Mumie nicht nur Haut und Knochen, sondern auch ein gerüttelt Maß an dunkler magischer Macht. Oder irgend sowas.

Auf jeden Fall lohnt es sich wohl ziemlich, diese Mumie als Energiequelle für Rituale zu verwenden. Und das sind, wenn ich Boris und Ayden da richtig verstanden habe, keine netten und freundlichen Rituale voller Sonnenschein.

War ja klar. Und sowas sollen wir dann Anubis, dem verdammten Totengott in die Hand drücken? Ich frage Ayden ob er noch ganz richtig im Kopf ist, aber anscheinend ist ihm da das Hemd näher als die Hose. Worte werden gewechselt. Böse Worte.

Bevor ich jedoch irgendwas Dummes tue und ihm die Rübe wegballern kann trennt Edeltraut uns erst einmal und sagt mir was von “das können wir später noch bereden”.. Und sie hat ja recht - erst einmal müssen wir dieses Ritual der Vampirarschlöcher stoppen!

Die Schwingungen in dem Aufbewahrungsraum von Ramses bieten Boris zusammen mit dem Blut an den Glassplittern genügend Anknüpfungspunkte um einen Suchzauber zusammenzuschrauben. Die Dinger sind klasse, wenn ich daran denke, wie ich früher immer mit Peilsendern und ähnlichem Gerät hantiert habe..

Um es kurz zu machen: Natürlich findet das letzte Ritual in der alten Stufenpyramide von Sakkara statt. Ein idealer Ort - deutlich weniger Touristen als in Gizeh, direkt auf einer dieser ominösen Leylinien, und und und. Ich hab schon verstanden, da müssen wir wohl hin.

Sakkara, Touristenparkplatz

So ein Scheiß - die letzten zwei Kilometer mussten wir laufen. Zu Fuß. Was immer die Arschlöcher da in der Pyramide veranstalten, es verhext Technik in drei Kilometer Umkreis...

Egal, mit Glück erwischen wir die Mistkerle trotzdem noch bevor es dunkel wird. Wir schlagen auf dem Touristenparkplatz unser Lager auf. Während ich mein Arsenal ausdünne und sicherstelle nur robuste Technik zu verwenden (Ade Nachtsichtgerät. Bye-bye vollautomatisches Snipergewehr mit flüssigkeitsgelagertem Zielfernrohr, auf Wiedersehen Aktiv-Echolot-Orter...) beschwört Boris eine Art “Spion”.

Das Konstrukt stellt für ihn zweifelsfrei fest, dass nur 4 Leute in der Pyramide selber sind, und sie auch nur zwei Wachen draußen vor der Tür aufgestellt haben.

In den letzten Strahlen Sonnenlichts studiere ich die alten Ausgrabungsunterlagen die ich mir im Museum geschnappt hatte. Anscheinend gibt es einen alten Lüftungsschacht, der aber erst vor kurzem wieder freigelegt wurde. Und da diese Vampirarschlöcher hier ja wortwörtlich altägyptisch sind, haben sie diese Veränderung sicher noch nicht mitbekommen..

Teil eins unseres Plans muss es also sein, die Wachen am Eingang auszuschalten, ohne die Zahnfeen im Inneren der Pyramide auf uns aufmerksam zu machen. Ein Blick durchs Fernrohr und etwas magische Begutachtung versichern uns, dass wir es hier nicht mit Blutsaugern sondern wohl eher korrupten Armeeangehörigen zu tun haben. Beide tragen die typische weiße Uniform der Touristenpolizei und spielen Domino oder so.

Die Aufmerksamsten scheinen sie also nicht zu sein - und wahrscheinlich liegt ihnen deutlich mehr am eigenen Leben als daran, ihre Auftraggeber zu warnen. Wenn man sie bloss irgendwie von der Pyramide wegbekommen könnte...

“He, Edeltraut. kennst Du Star Trek V?”

Sakkara, die große Pyramide

Hut ab, Edeltraut zögert tatsächlich nur wenige Augenblicke und drückt mir dann ihre Jacke in die Hand. “Halt das mal Jan”

Ich grinse, während McGregor die Luft wegbleibt. Ich meine, der Kerl hat schon die ganze Zeit die gute Manske im Blick, aber jetzt wo sie sich fast auf die Unterwäsche auszieht bekommt der alte Aristokrat arge Probleme seinen sonst so sauertöpfischen Gesichtsausdruck beizubehalten.

Edeltraut schafft ihren entzückenden Hintern auf eine der Dünen vor dem Pyramideneingang und Boris und ich positionieren uns für einen Hinterhalt. Natürlich lassen sich die beiden Touristenwachen nicht lange bitten und kommen herüber um die verrückte halbnackte Ungläubige zu bestaunen. Boris und ich warten bis sie auf unserer Höhe sind und...

...fallen voll auf deren Verkleidung herein. Das sind natürlich keine Touristenwachen sondern Vampire in Fleischmaskerade! Wir können zwar kurzen Prozess mit ihnen machen, aber nicht ohne dabei ziemlichen Krach zu veranstalten. Soviel zum Überraschungsmoment. Scheiße. Aber wenigstens zahlen sich jetzt die beiden Antipersonenminen am Pyramideneingang aus - der Schweinepriester der da gerade rauskommt wird schön säuberlich von denen zerfetzt!

Naja, also zumindest etwas Überraschungsmoment. Man soll sich ja auch mal über Dinge freuen.

Nachdem eh schon angeklopft wurde, gehen Ayden, Boris und Edeltraut ordentlich durch die Vordertür rein und Melanie und ich versuchen zumindest ein klein wenig überraschend den Lüftungsschacht zu nutzen.

Wir hechten um die Pyramide herum und krabbeln so leise wie möglich den Schacht entlang. Am unteren Ende kauern wir für einen Moment und schauen uns die schauerliche Szene an: Vier Männer in irgendwelchen mystischen Roben die sich um einen Ritualkreis aus Schädeln und Gebeinen versammelt haben.

Zum Glück ist das Ganze maximal zwanzig Meter von unserem Versteck entfernt, den Hohepriester müsste ich also auch mit dieser etwas älteren Büchse treffen können. Von irgendwo weiter hinten in der Pyramide höre ich einen Knall und dann Kampfgeräusche. Das ist dann wohl das Signal für uns. Ich nicke Melanie kurz zu und verpasse dem Oberarschloch eine Kugel mitten in seinen Schädel..

..und der Mistkerl zuckt nicht einmal! Verdammte Scheiße, jeden Menschen hätte ich mit dem Schuß zweimal erledigt!

Was folgt ist ein heilloses Gemetzel. Dieser Oberarsch versucht irgendwelche Hypnosetricks an mir, Schwerter sausen durch die Luft und allgemein wird mir das viel zu ungemütlich. Aus den Augenwinkeln bemerke ich wieder einmal, dass Edeltrauts Schwert den Obermacker wirklich ziemlich verstört. Muss sie später mal darauf ansprechen. Leider verstört es ihn nicht genug, als dass er Ruhe geben würde oder sich gar ergibt. Mist.

Schlußendlich habe ich die glorreiche Idee einfach den Ritualkreis mit ein paar Schüssen auf die Knochen zu zerstören. Bang, Bang, und das wars.

BANG!

Scheiße, dass das Ding daraufhin irgendwie hochgeht hätte ich mir denken können. Hab ich aber nicht.Vor meinen Augen tanzen tausend Sterne, und in den Ohren klingelt’s wie dreißig Bordelltüren.

Trotzdem, der Erfolg gibt mir recht: Als ich wieder sehen kann, sind alle Scheißvampire tot, der RItualkreis ist nicht mehr. Nur der verfluchte Hohepriester ist uns leider irgendwie entkommen.

Wieder einmal.

Scheiße.

Egal, wir haben den Weltuntergang verhindert, Ramses seine Mumie gesichert und können uns jetzt dem abgehalfterten Totengott widmen. Mir juckt’s ja in den Fingern das Mistding einfach in die Luft zu jagen. Aydens blödes Gesicht dann möchte ich doch zu gerne sehen...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 29.01.2012 | 13:39
Moin JollyOrc,

Danke für Dein Tagebuch  :d!

Edeltrauts Szene auf der Düne hatte ich wohl (aus anderen Gründen) aus meinen Kopf verbannt.  o:)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 30.01.2012 | 16:36
Vielen Dank für die (wie immer) großartigen Diaries! Leider hat mich jemand mit Magen-Darm angesteckt (Silke böse anguck - warst du das?) und ich lag am WE flach und lese sie erst heute.

Danke!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 30.01.2012 | 18:39
Vielen Dank für die (wie immer) großartigen Diaries! Leider hat mich jemand mit Magen-Darm angesteckt (Silke böse anguck - warst du das?) und ich lag am WE flach und lese sie erst heute.

Danke!

Für Deinen Magen- Darm- Virus bin ich unschuldig 8)....
Bei Orko & mir hättest Du Dir nur eine saftige Erkältung einfangen können.... ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 31.01.2012 | 00:12
Wieder sehr geniale Diaries, vielen lieben Dank!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 31.01.2012 | 08:53
Auch von mir danke...das liest sich sehr unterhaltsam!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 18.03.2012 | 22:07
Ich möchte meinen Spielern ein ganz großes Dankeschön aussprechen, für die tolle Sitzung heute. Während ich mich nicht so großartig fand, habt ihr mal so wirklich gezeigt, wie man mit Deklarations eine Geschichte erzählt. Ihr habt enorm gerockt!!!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 19.03.2012 | 13:13
Hier Teil 1:

To Die for...

Sakkara, irgendwo in der Wildnis...

Angeschlagen, und mit ziemlich viel Mühe beseitigen wir wenigstens die ärgsten Spuren das Kampfes, verbrennen die Leichen und packen Ramses Zwo in den Leichensack den ich mitgebracht hatte. Mir gelingt es, da noch einige andere Dinge reinzupacken, ohne, dass die anderen es mitbekommen. Die ganzen Kanopien und sonstigen Organbehälter kommen in zwei solide Sporttaschen, und alles zusammen schleppen wir fluchend und schimpfend zwei Stunden durch die Ödnis zu unserem Pickup. Lieber jetzt, als dass wir auf die Mittagshitze warten...

Da wahrscheinlich alle ägyptischen Polizei, Sicherheits- und sonstigen uniformierten Kräfte nach der gestohlenen Mumie suchen, schlage ich vor erst einmal irgendwo unterzuschlüpfen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Mit ein wenig Bakschisch überzeuge ich einen Bauern davon, doch mal eine kurze Auszeit woanders zu nehmen, und uns seine armselige Hütte für zwei Tage zu überlassen.

Dieser Ort scheint mir abgelegen und sicher genug zu sein, also rolle ich  mich unterm Küchentisch zusammen und plane wie ein Toter zu schlafen.

...und wache schweißgebadet und mit Herzrasen wieder auf. Normalerweise träume ich nicht, aber dieses Mal war es anders. Irgendwas hat dieser Oberpriesterheini beim Kampf mit mir angestellt. Oder es war der Ritualkreis den ich zerbrochen hatte. Oder...

“Lieber nicht drüber nachdenken, Jan.”, sage ich mir und durchsuche die Küche erst einmal nach Kaffee.

Draußen haben sich die anderen schon um Ayden und Edeltraut versammelt. Die beiden stehen ziemlich förmlich da, und halten Mordreds Schwert zwischen sich. Gerade will ich fragen, was zur Hölle hier los sei, bedeutet Boris mir meine Klappe zu halten.

Ayden spricht einen Haufen bedeutsam klingender Worte auf Latein und schneidet mit dem Schwert Edeltrauts Hände an. Sie nimmt das Schwert zurück, antwortet ihm ebenso unverständlich bedeutsam und ritzt auch seine Haut.

Hmpf, Blutsbrüderschaft? Das haben wir damals im Kindergarten mit einer Nadel gemacht, war irgendwie auch ausreichend.

Am Ende geben sie sich die Hand, und Boris klärt mich auf: Soeben hat Ayden unsere Edletraut förmlich als seine Schülerin akzeptiert. Mit einem ziemlich ungewöhnlichem Schwur - sie solle auch für ihn kämpfen wenn gefordert, quasi als zusätzliche Prüfung.

Irgendwie kommt mir das spanisch vor, aber erst einmal drängen andere Probleme:

“Was haben wir da jetzt eigentlich genau im Sack, und was passiert, wenn wir es Anubis zurückgeben?” frage ich. “Und vor allem: Wollen wir das wirklich?”

Ich bin ja sonst nicht so der Moralapostel, und eigentlich kann es mir ja egal sein, aber irgendwie frage ich mich ja doch, ob es schlau ist, dem Totengott einen Haufen Macht in die Hände zu geben.

Edeltraut schaut mich an: “Wir haben es ihm versprochen, und schließlich hat er uns ja auch geheilt.”

Ayden nickt zustimmend. “Und nicht zuletzt habe ich ihm meine Magie dafür verpfändet.”

Ich schaue Melanie und Boris fragend an. Beide scheinen sich nicht ganz so sicher zu sein. Schließlich geht es ja wirklich um eine Menge Macht.

"Was wissen wir denn über die ganze Sache?" fragt Melanie. "Anubis hat seine Macht in Ramses geparkt - warum? Und wieso konnte er sie sich tausende von Jahre lang nicht zurückholen?"

Die nächsten Stunde verbringen wir mit einem mühevollen Zusammentragen der uns bekannten Fakten, und dem Versuch diese irgendwie zu interpretieren.

Der schottische Bastard fasst es für uns zusammen: Anubis ist nicht direkt nur ein Gott - es ist mehr ein Mantel, ein Titel, den sich in altägyptischer Zeit jemand umgehängt hat, und dann darüber über eine lange, lange Zeit Macht einsammelte. Von dieser Macht gab er periodisch etwas an seine sterblichen Söhne ab, um sie so zu Gottherrschern zu machen.

Ramses der II. war einer der mächtigsten dieser Gottherrscher. Und wie bei all seinen Vorgängern sollte auch seine Macht bei seinem Tod zu Anubis zurückfliessen. Doch Ramses wurde von seinem Hohepriester betrogen. Imhotep verhinderte, dass Ramses im Tode zu Anubis zurückkehren konnte. Er verbarg die Mumie und zapfte fortan die in ihr gespeicherte Gotesmacht an. So überwand Imhotep den Tod und lebte selbst als lebendige Mumie weiter!

Ich bin beeindruckt. Und ein wenig besorgt. Sowas weckt sicher Begehrlichkeiten. Hey, ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, da nicht selbst interessiert zu sein! Melanie schaut auch arg interessiert. Und selbst Ayden scheint mir merkwürdig selbstsicher zu sein...

Damit verstehen wir auch endlich das Ritual von letzter Nacht: Imhotep wollte mit seinen neuen Freunden vom Roten Hof die göttliche Macht aus der Mumie in das frisch geopferte Blut transferieren - und dieses dann zu sich nehmen. Unappetitlich, aber wohl wirksam, wenn man ein Vampir ist.

Ayden holt tief Luft. “Für uns bedeutet das einiges. Wenn die diese göttliche Macht aus der Mumie entfernt wird, haben wir damit auch Imhotep erledigt - denn er benötigt diese Macht um als Untoter weiter zu existieren.”

Ich nicke grimmig. Imhotep zu erledigen steht seit neuestem ziemlich hoch auf meiner Liste.

Der schottische Bastard ist aber noch nicht fertig. “Mein Schwur zwingt mich dazu, Anubis die Mumie zurückzugeben. Komplett. Aber mein Schwur bezieht sich auf Anubis - was ja den Mantel, nicht aber die Person meint.”

Wer nicht genau hinsieht, würde wohl das kalte Lächeln, das kurz über sein Gesicht huscht übersehen. Mir entgeht es sicherlich nicht.

“Solche Mäntel gehen mitunter auf andere Personen über.”

Sandra  hatte mir ein wenig über die Vereinbarungen, diesem UN-Äquivalent der mystischen Welt, erzählt. Verliert man so zum Beispiel ein förmliches Duell, erhält der Gewinner unter bestimmten Umständen die Position des Unterlegenen. Und Anubis ist gerade geschwächt. Mein Respekt vor dem Arschloch Ayden wächst: Er plant nichts weniger, als sich Anubis Kraft anzueignen.

Und dann fällt mir Edeltrauts Schülerinnenschwur ein, und ich fange an den Mistkerl echt zu bewundern. So kaltschnäuzig muss man erst einmal sein, die eigene Schülerin einem Gott zum Duell ausliefern zu wollen. Ich hoffe, sie weiß, worauf sie sich da eingelassen hat. Naja, noch ist ja nicht aller Tage abend, und wer weiß - vielleicht kann ich unserem Schotten ja zuvorkommen...

Auf jeden Fall hat er ansonsten den richtigen Riecher: Anubis sollte die Mumie nicht einfach so in die Finger bekommen. Zumindest irgenwelche Garantien, dass er uns nichts tut sollten drin sein, vielleicht auch noch mehr. Und da Ayden durch seinen Schwur gerade formal auf der falschen Seite steht, muss ich ran.

“ok, Ihr macht Euch also auf, um Anubis seinen Sohnemann zurückzubringen?” frage ich und ziehe mir meine Flakweste mit den beiden Revolvern dran über.

Ayden nickt.

“Gut, dann versteht bitte, dass das nichts persönliches ist.” fahre ich fort und halte ihm und Edeltraut jeweils einen Magnum Colt unter die Nase. “Ramses bleibt hier, bis ich eine Garantie habe, dass Anubis keinen für uns schädlichen Unsinn mit ihm treibt.”

Edeltraut ist ganz Kriminalbeamtin und versteht wie üblich nichts. Ayden stutzt, fängt sich aber überraschend schnell - wahrscheinlich hat er meine Idee schon verstanden.

“Boris, Melanie, Ihr bleibt wo ich Euch sehen kann. Und bevor Ihr auf dumme Gedanken kommt - ich hab einige Brandsätze mit in den Leichensack gesteckt, plus einem Totmannzünder, der losgeht wenn ich meinen Fuß von diesem kleinen Gimmick hier hochhebe...”

Sie glauben mir. Edeltraut, Boris und Ayden machen sich auf ins NeverNever um dort mit Anubis zu verhandeln. Melanie bleibt bei mir zurück und..

“keine Bewegung Kleines!” knurre ich sie an. Mir ist klar, dass sie auch an der Macht von Anubis interessiert ist, und mich wohl für leichte Beute hält.

Ich richte die beiden Magnums auf sie und versuche mir in Erinnerung zu rufen, was sie alles kann. “Wir beide warten hier hübsch auf die anderen, dann passiert niemanden etwas.”

Sie denkt ich bluffe. Leider ist sie zu schnell für mich. In dem Moment, wo ich die Entschlossenheit in ihrem Gesicht sehen kann, ist es schon zu spät: Die Patronen in meinen Magnums explodieren vor plötzlich auftretender Hitze. Ein mittelgroßes Wunder, dass meine Hände nicht gleich mit dran glauben müssen. Ich nehme den Fuß vom Zünder und ducke mich vor der Explosion weg die..

..nicht glorreich stumm und unspektakulär nicht stattfindet. Scheiße, mein Zündmechanismus hat versagt!

Scheiße, Scheiße, Scheiße! Melanie ist schon beim Pickup und versucht die Karre zu starten. Wenn sie damit losfährt, war’s das. Dann ist Anubis Kraft weg und wird in irgendsoein schuppiges Mistvieh abgesaugt!

Ich fange an mit Handgranaten zu werfen, in der Hoffnung so den Sprengsatz um Ramses auszulösen. Zu meinem Glück scheint der Motor nicht richtig anzuspringen, und meine zweite Granate trifft endlich...

Einige Stunden später

Es ist schon seltsam. Kaum, dass Ramses verbrannt war, waren Melanie und ich schon fast wieder beste Freunde. Naja, fast halt. Wir wissen was wir vom jeweils anderen zu erwarten haben, und dass es den Versuch wohl wert war. Jetzt ist der Einsatz futsch, und keinem von uns ist irgend etwas ernsthaftes passiert. Wir sind halt beide auf unsere Art Söldner und Profis.

Und hey, wir sind Imhotep los. Gut, dafür ist Anubis jetzt wohl ziemlich sauer auf mich...

Dennoch, es ist nicht so, als ob wir ein Fest der Liebe feiern, als Edeltraut mit den beiden Magiern zurückkehrt. Hat Anubis sie also wieder ziehen lassen...

Aber wie!

Ayden hat, obwohl er quasi mitansehen konnte, wie Anubis die Energie aus der verbrannten Mumie wieder aufgesogen hatte, es darauf angelegt, dass der machttrunkene Gott ihn beleidigte, und ihn daraufhin zum Duell gefordert.

Und Edeltraut zu seinem Champion erklärt.

Fuck. Wie soll die Manske denn gegen einen Gott anstinken? Selbst wenn Ayden aufgrund irgendwelcher obskuren Bedingungen der mystischen-UN-Vereinbarungen die Wahl der Waffen hat - wir reden hier über Anubis, in frischem Vollbesitz seiner Kräfte!

Fuck indeed.

Boris ist sein Sekundant. Ich mag den alten Söldner, aber ob das die richtige Wahl war...

Ayden beschäftigt sich wenigstens nicht lange mit der verschütteten Milch und sammelt die wenigen Trümpfe ein, die wir noch haben um Edeltraut zu retten.

Auf der Haben-Seite ist sicherlich die Waffenwahl. Ich hätte ja Scharfschützengewehre vorgeschlagen, aber mit denen ist Edeltraut nicht sonderlich gut. Sie meint allerdings, dass ihr Schwert sich als recht wirksam erweisen könnte. Ich bin da eher skeptisch..

Dazu kommt, dass Anubis sich wohl gegenüber Ayden verplappert hat: Irgendwo liegt sein echter Körper. Und ohne diesen, kann er sich nicht in seinem Reich halten - da lässt sich vielleicht etwas machen. Ob das Edeltraut aber wirklich retten kann?
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 19.03.2012 | 13:22
\o/

Yeah!!!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 19.03.2012 | 15:18
Hui, liest sich das wieder mal spannend. Danke!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 19.03.2012 | 15:46
Hui, liest sich das wieder mal spannend. Danke!
Ich glaube, da kommt noch was.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 19.03.2012 | 16:28
in der Tat, hier ist Teil 2 (ein dritter kommt dann auch noch. GANZ so viel Cliffhanger will ich Euch dann doch nicht zumuten... :) )

Da Ayden, Edeltraut und Boris ja offiziell “Parteiisch” sind, obliegt es Melanie und mir, etwaige Notfallpläne zu schmieden. Muss Ayden mir auch gar nicht erst sagen, das ist mir schon so klar.

Zunächst macht Boris sich allerdings auf, Anubis seinen Sekundanten zu treffen. Wie es sich für den Gott des Todes geziemt, ist dieser ein ziemliches Kaliber: Der älteste bekannte Schwarzvampir, ein Unsympath namens Nolk. Boris trifft sich mit dem alleine, und es sind wohl nur die seltsamen Bedingungen der Vereinbarungen, die Nolk davon abhalten meinen alten Kumpel zu schlachten. Allerdings wäre das wohl fast noch netter gewesen: Wie ich befürchtet hatte, lässt Boris sich fast komplett über den Tisch ziehen, und die Bedingungen für das Duell werden doch eher ungünstig festgelegt:

Man kämpft mit Schwertern bis zum vierten Treffer. Dass keiner von denen nicht tödlich sein sollte wird nie gesagt.

Gekämpft wird 8 Minuten vor Sonnenaufgang. Hmpf, als ob ein Kampf zwischen Edeltraut und Anubis länger als 20 Sekunden dauern würde.

Ort des Duells ist ein zufälliger Flecken in der Wüste. Keine Oase, kein geweihter Boden, nichts. Soviel zum Versuch, den Schakalkopf auf für ihn ungünstiges Terrain zu locken.

Schiedsrichter soll “Das Archiv” sein. Ayden meint, dass sei eine gute Wahl, schließlich kenne das Archiv wirklich alle Regeln und deren Auslegungen. Ich weiss zwar nicht, wie uns so ein Bibliotheksfuzzi da helfen soll, aber will ihm im Zweifel mal glauben.

Egal, während Ayden sich um Plan A (Edeltraut wird innerhalb von 48 Stunden fit genug Anubis zu besiegen) kümmert, verfolgen Melanie und ich Plan B: Wir kratzen alles an Wissen und Ideen hervor, durchstöbern alte Bibliotheken und schaffen tatsächlich innerhalb eines Tages, was Generationen von Archäologen nicht hinbekommen haben: Wir finden die alte Mastaba mit dem Grab von Anubis.

(Ok, wir konnten schummeln. Schließlich waren wir in seinem Tempel im NeverNever, und einige der Hieroglyphen dort fanden sich in alten Aufzeichnungen Schliemanns, die wir dann wiederum mit dem Buch der Toten gegenreferenzieren konnten. Und dann half da noch Melanies Drachensinn. Nein, ich weiss auch nicht, wie das funktionierte. Es funktionierte halt, reicht doch, oder?)


Die Mastaba von Anubis


Die verkümmerte Stufenpyramide von Anubis, ist halb von Sand vergraben, und ebenso zur Hälfte ins NeverNever entrückt. (Sagt zumindest Melanie. Ich dachte zuerst, das wäre Hitzeflimmern). Wenn wir uns nicht komplett verlaufen haben, finden wir darin Anubis mumifizierten Leichnam, reißen ihn uns unter den Nagel und nutzen ihn dann irgendwie, um den göttlichen Mistkerl zu schwächen. Toller Plan B, oder? Gut dass ich einen Plan C in der Tasche habe - nicht, dass ich große Lust habe, den auszuprobieren.

Mit Müh und Not zwängen wir uns durch den verschütteten Eingang. Die Luft im Inneren ist stickig, heiß und abgestanden. Dunkel ist es, wie in einem Kamelarsch, doch zum Glück funktionieren die paar Knicklichter, die ich mitgebracht habe.

Die alten Texte, die uns den Weg hierher gewiesen haben, erzählten von “mannikfaltigen Fallen und Todesarten” die auf den arglosen Forscher warten würden, also tasten wir uns vorsichtig voran. Die erste entdecke ich sogar ohne sie auszulösen, als ich aber einen großen Schritt über sie machen will, bekomme ich einen heftigen, grabeskalten Schlag in den Nacken!

Nur mit sehr viel Glück vermeide ich es, die Falle doch noch auszulösen und falle auf der sicheren Seite hin.

“Verdammt, was WAR das?” brülle ich, alle Vorsicht vergessend.

“Würdest Du mir glauben, wenn ich Dir sage, daß das Ramses Geist war?” fragt Melanie zurück. Hmpf, war ja klar. Nur weil ich seine Mumie verbrannt habe, und ihm so seinen Weg in die Nachwelt verweigerte ist das Arschloch jetzt sauer auf mich. Hätte er damit nich wenigstens noch ein wenig warten können?

Je weiter wir in die Grabstätte vorrücken, desto körperlicher wird der Geist. Mir tut schon alles weh von seinen vielen Nackenschlägen, Beinhaken und sonstigen Schlägen die er mir verpasst.

Doch endlich, einige Fallen später, kommen wir an der großen Halle an. Naja, großer Raum. Dennoch, hier brennen Fackeln, und die Luft schmeckt nach Übernatürlichen. In der Mitte steht ein großer, steinerner Sarkophag, geschmückt mit einem Relief Anubis´. Die Wände sind rundherum mit den Abbildern wachsamer Krieger verziert, und uns beiden ist klar, dass diese nicht nur zur Dekoration hier sind.

“Wenn wir den Deckel öffnen, werden sie aufwachen” stellen Melanie und ich zeitgleich fest.

Ich zähle schnell durch. Mehrere Dutzend, mit Speeren, Schwertern und Schilden bewaffnet. Man sieht sie nur in der typischen ägyptischen Silhouette, aber es ist auch klar, dass mit denen nicht zu spaßen ist.

Ok, denke ich mir, entweder wir gehen hier beide drauf, oder ich nehme doch Plan C. Ich hasse Plan C, aber wenn ich bedenke, wer den Mädels das durchs Verbrennen der Mumie eingebrockt hat...

“Melanie, ich hab einen Plan. Bleib Du hier und decke mir den Rücken.”

Auf ihren fragenden Blick füge ich hinzu “Vertrau mir, ich weiss was ich tue.”

Ich nehme mein Brecheisen aus dem Rucksack und gehe vorsichtig in die Mitte des Raumes. Die Augen der gemalten Wächter verfolgen mich aufmerksam, doch ich versuche sie zu ignorieren. Am Sarg angekommen drehe ich mich kurz um und grinse Melanie aufmunternd zu. “klappt doch wie am Schnürchen.” murmele ich ich.

Der Granit des Sarkophages sieht solide aus, aber ist doch nicht so eng verfugt, dass ich das Brecheisen nicht zwischen Deckel und Unterschale zwängen könnte. Ein kräftiger Ruck sollte genügen...

Melanie wird mir später, viel später mal erzählen, was sie gesehen hat: Ich hätte den Deckel mit einem ziemlichen Ruck vom Sarkophag heruntergehebelt und mich zur Mumie hinuntergebeugt. Sie meinte, ich hätte gegrinst wie ein Wahnsinniger, und irgendetwas gesagt, während die gemalten Krieger aus den Wänden sprangen, bereit mich mit ihren Speeren zu durchstoßen.

Dann wurde alles gleißend hell, und sowohl ich als auch die Krieger waren verschwunden. Vor ihr stand der schwarze Erzvampir Nolk.

“Madame, ich bin verpflichtet Euch folgendes zu sagen: Ich würde Euch gerne umbringen, und könnte es wohl tun. Allerdings darf ich es nicht, wenn Ihr Euch jetzt und sofort von hier entfernt. Ich würde gerne, und Ihr könntet mich sicherlich nicht daran hindern. Also, bitte, bleibt doch...”

Zum Glück ist Melanie nicht so dumm wie einige andere Leute und hat nur eines gefragt, bevor sie Fersengeld gab: “Was ist mit Jan?”

Nolks Antwort war kurz: “Der hat seine Wahl getroffen...”
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 19.03.2012 | 17:56
Und der dritte und letzte Teil. Jan hat sich wohl ziemlich reingeritten... :)

Im Reich des Anubis

Ich gebs zu. Das war definitiv das Dämlichste, was ich je getan habe. Dieses scheiß-Heldentum scheint abzufärben. Allerdings sollte ich das dem Schakalmann da vor mir nicht verraten.

“Ich kenne Dich, Jan Hirt. Du warst lange Zeit einer meiner Diener, auch wenn Dir das vielleicht nicht klar war. Doch dann hast Du meinen Sohn verbrannt, und bis Teil meiner Gegner wie es mir scheint. Und nun bietest Du Dich als mein Champion an? Wieso sollte ich das annehmen?”

Ich versuche, mir all das zu vergegenwärtigen, was Ayden über Anubis erzählt hat. Dass der alte Knacker seit tausenden von Jahren kaum mit Menschen zu tun hatte. Dass er von seiner frisch wiedergewonnenen Macht wie betrunken ist. Dass er schon vorher nur ein sehr grobes Verständnis davon hatte, wie Menschen funktionieren. Und dass er die moderne Welt eigentlich gar nicht kennt.

Jetzt also bloss keinen Fehler machen.

“Wie Du sagtest, ich war schon immer Dein Diener. Ich bin Auftragskiller, ich töte Menschen. Darin bin ich verdammt gut, das ist quasi mein Lebenszweck.”

“Und dennoch arbeitest Du mit dem Weißen Rat zusammen. Und dieser... Beschützerin der Gesetze”

“Ja, und Du glaubst gar nicht, wie mich das beizeiten nervt. Weisst Du, wie lange ich keinen Job mehr annehmen konnte? Ein Mann muss doch von irgendwas leben!”

Dumme Idee das. Das durchschaut er doch sofor- oh, shit, schon passiert.

“LÜG MICH NICHT AN! Du hast Reichtümer des Drachens angehäuft, Du musst Dir um Dein Geld keine Sorgen mehr machen!”

Ich fange mich schnell wieder, und zucke mit den Schultern. Zum Glück hatte ich noch nie vor irgendwem Respekt, und Anubis hat anscheinend seine Göttlichkeitsaura (falls er sowas überhaupt hat) noch nicht wieder angeknipst.

“Du weisst was ich meine, es geht ums Prinzip. Ich bin was ich bin, und nur weil ich einen angemessenen Preis für ein Leben verlange, heisst das noch lange nicht, dass es mir ums Geld geht. Und genau darum geht es doch: Edeltraut und Ayden glauben, ich bin ‘nur so ein Normalsterblicher’. Sicher, wenn ich sie irgendwo rausschieße bin ich ein guter Freund, aber mein Ding durchziehen kann ich auch nicht.”

Er schaut mich nachdenklich an. Verrückt, was man meint, so aus einer Schakalsfresse meint herauslesen zu können, nur weil man mit ihr eine Unterhaltung führt.

“Und warum sollte ich Dich wählen? Was kannst Du mir bieten?”

Ah, er hat angebissen. Ich grinse zurück. “Was weisst Du über die Welt da draußen? Doch fast gar nichts, es hat sich so viel verändert. Und ich kenne Edeltraut, alle ihre Schwächen und Eigenheiten. Dazu kommt, dass ich mit dem schottischen Bastard eh noch ein Hühnchen zu rupfen habe.”

“Ich bin eine exzellente Wahl, und wie Du schon sagtest, ich bin schon seit langer Zeit Dein Diener.”

Er kräuselt amüsiert seine Schakalsschnauze.

“Und warum bietest Du Dich an? Was erwartest Du dafür, außer einfach nur am Leben gelassen zu werden?”

“Ich will der verdammt noch mal beste Auftragskiller der Welt werden!”

EIn Stück Wüste, zufällig mit zwei Steinwürfen auf einer Karte ausgewählt.

Edeltraut, Ayden, Boris und Melanie sind schon da. Und das Archiv, ein niedliches kleines ungefähr 7 bis 8 Jahre altes Mädchen mit dem Blick einer weisen Frau.

Gruselig.

Dazugestoßen ist auch Edeltraut Manske Senior, die misstrauisch Nolk anfunkelt. Mehr oder minder gut gelaunt spaziere ich auf die Gruppe zu, den länglichen Tragekoffer unterm Arm.

“Ah, dann sind wir ja vollzählig”, zischelt Nolk aufgesetzt freundlich. Edeltraut ist noch verwirrt, Boris und Melanie ebenso. Nur Ayden denkt mal wieder schneller als alle anderen und nickt mir anerkennend zu. Wixer, wenn Du wüsstest...

“Kannst Du das mal für mich halten?” frage ich Melanie und deponiere schon den Tragekoffer auf ihren Händen. Vorsichtig öffne ich die Schnallen und hebe das alte Bronzeschwert heraus. Eine Pistole wäre mir ja lieber, aber andererseits habe ich Edeltrauts Schießkünsten eh nie so ganz getraut.

Prüfend wiege ich das Schwert in meiner Hand und nicke Edeltraut dann zu. “Ich wäre dann soweit.”

Ihre Augen weiten sich, als sie endlich begreift. Dann sieht sie mich verbissen an, und ich frage mich, ob sie es wirklich begriffen hat. Nicht, dass mir jetzt noch eine Wahl bleibt, oder gar viel Möglichkeiten irgendwas zu sagen. Hoffen wir also einfach mal das Beste.

Das kleine Mädchen scheint mir ziemlich unbewegt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals vor einem Kind Angst haben könnte, aber dieses hier macht mich ernsthaft nervös. Ich überspiele es mit einem weiteren Grinsen in Edeltrauts Richtung und deute eine Verbeugung an.

Das Archiv zieht eine Taschenuhr hervor, schaut aber dennoch nur in Richtung Himmel. “Das Duell beginnt... ...jetzt!”

Mit einer schwungvollen Bewegung stecke ich mein Schwert in den Wüstensand, verschränke die Arme und warte ab.

Zu meiner Überraschung zögert Edeltraut verdammt kurz und greift mich tatsächlich an. Nur mit Mühe gelingt es mir auszuweichen, trotz der übermenschlichen Reflexe die Anubis mir verliehen hat. Verdammt, der Hieb hätte mir fast die Hand abgetrennt!

Ich fasse mich, und spiele ein wenig Katz und Maus mit ihr. Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass Nolk mich ungerührt beobachtet. Und das Archiv. Verdammt.

Schließlich gelingt es Edeltraut mir einen Kopftreffer zu verpassen. Blut läuft mir heiß über das halbe Gesicht. Scheiße, tut das weh! Die Manske macht tatsächlich ernst!

Mir wird es zu bunt, und ich greife mir das Schwert und gehe zum Gegenangriff über, aber wie (wohl nur von mir, nicht aber von Anubis) erwartet habe ich nicht den Hauch einer Chance ihr irgendwie weh zu tun. Sie wiederum landet einen weiteren Treffer der mich ziemlich durchrüttelt. Und noch bevor ich mich ganz wieder sammeln kann, schlägt Mordreds Schwert in meine linke Seite. Ich spüre noch die Knochen des Armes zerschmettern, Sehnen reißen und eine Fontäne meines Blutes auf den Wüstensand treffen, da falle ich endlich in eine gnädige Ohnmacht.

Privatklinik in Kario, Intensivstation

Irgendwann wache ich alleine in einem Zimmer wieder auf. Keine Ahnung, wer mich hierhergebracht hat. Von Anubis hätte ich mir mehr erhofft, aber wahrscheinlich ist das hier meine Strafe...

Mein linker Arm liegt gefühllos und zerschmettert neben mir. Mein Kopf ist bandagiert, mindestens ein paar Rippen sind hin und die Albträume von Imhoteps Ritualkreis haben mich sogar ins Koma verfolgt.

Ich kann niemanden um mich herum sehen, aber der kalte Hauch neben mir lässt mich wissen, Nolk ist nicht weit weg. “Ich weiß nicht, wieso unser gemeinsamer Herr Dich nicht gleich nach Deiner Niederlage endgültig zerschmettert hat. Wahrscheinlich hat ihn Deine Show doch irgendwie beeindruckt. Aber wir sollten dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt....”
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 19.03.2012 | 18:20
Wow. Einfach nur... wow.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 19.03.2012 | 18:30
Moin JollyOrc,

woher findest Du die Zeit zum Schreiben?

...Ich habe eben beim Lesen echt Gänsehaut bekommen :d.... ....und in mir alias Edeltraut Manske junior noch mehr schlechtes Gewissen verursacht ::) 8) ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 19.03.2012 | 18:47
JollyOrc, du hast dich mal wieder selbst übertroffen!!! Großartig!

Und ich finde es echt schade, dass ich die Suche nach dem Körper von Anubis so gehandwedelt habe... das wäre nochmal ein tolles Abenteuer gewesen! Aber da wir nächstes Mal in anderer Besetzung spielen, mussten wir ja fertig werden :(

Großartig geschildert! (PS: Nolk hatte ich mir eher so ein bisschen urban, gute Umgangsformen, dabei totales Arschloch vorgestellt - interessant, was dabei so rübergekommen ist ;) )
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blanchett am 20.03.2012 | 07:34
Einfach super... Würde auch gerne so mitreißend schreiben können
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Phistomefel am 20.03.2012 | 23:02
Weil das gar nicht oft genug gesagt werden kann, wie endlos genial deine Diaries sind, auch von mir vielen Dank fürs Schreiben.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 21.03.2012 | 09:24
Vielen Dank für das vielfältige Lob - das aber auch meinen Mitspielern gebührt, sonst hätte ich ja nix zu schreiben. :) Gerade die letzte Session war großes Kino. So komplett unerwartet, aber großartig! Ich freue mich auch sehr auf die noch kommenden Sessions. (Auch wenn ich aufgrund von Terminplanungsfehlleistungen wohl die direkt Anschließende aussetzen werde.)

That said - hier noch ein Nachtrag:


Intensivstation - Endstation


Be-Beep.

Be-Beep.

Be-Beep.

Das Piepen des Herzmonitors neben mir ist fast schon beruhigend.

Bevor er endlich ging, hat Nolk sich noch länger darüber ausgelassen, dass mein Körper eigentlich viel zu erbärmlich sei. Wie anfällig Menschen doch für so dumme Dinge wie Blutvergiftung, Nekrosen, Traumata und ähnlichen Unsinn sind.

Irgendwann ließ er mich dann in Ruhe. Meinte, er würde dann mal ein paar Dinge für mich vorbereiten, und mich später abholen.

In der Nacht ist dann das Fieber zurückgekehrt. Wahrscheinlich haben die hiesigen Ärzte irgendwas in meinem Arm vergessen - jedenfalls fühlt er sich glühend heiß an. Unter dem Verband fault es, das kann ich riechen - aber ich habe den Ärschen in Weiß verboten, mir den Arm abzunehmen. Verdammt, ein einarmiger Scharfschütze wäre nun so gar nichts mehr wert!

Be-Beep.

Be-Beep.

Be-Beep.

Immer wieder drifte ich weg, nur um von Albträumen geplagt zu werden, aus denen ich dann schweißgebadet aufschrecke. Vor zwei Stunden haben sie angefangen, mir massive Dosen Morphium und Antibiotika zu geben. Aber die Albträume wurden davon nur fantasievoller, nicht wirklich besser.

Die Schwestern meinten wohl ich würde die bedeutungsvollen Blicke, die sie austauschten, nicht sehen, aber mir ist klar, dass ich es diese Nacht so oder so hinter mir haben werde. Kill or cure.

Be-Beep.

Be-Bee-

Beeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep.

Irgendwo im Flur geht ein Alarm los. Fickt Euch, mich geht das nichts mehr an....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Xemides am 21.03.2012 | 10:14
Gruselig, sehr gruselic.

So eine Fantasie möchte ich haben.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: McCoy am 21.03.2012 | 11:21
Verdammt! Coole! Sache!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Kazooka am 27.03.2012 | 10:38
dresden files ist top, würde ich auch gerne mal spielen. und ich schließe mich meinen vorednern an, verdammt gut gemacht! sehr stimmungsvoll.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 3.04.2012 | 20:54
Moin,

JollyOrcs Vorlage ist kaum zu stoppen...
Ich hoffe aber auch, Ihr habt auch viel Spass beim Lesen von Edeltrauts Einsichten/ Tagebucheinträgen!

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...Life will never be the same, life is changing.... (Haddaway 1993)


So war unser damaliger erster Plan....
...Wir räumten auf, beseitigten, verbrannten die die Leichen der Ritualopfer und die der toten Vampire.
...Aber unsere Körper schrien hinterher regelrecht nach Schlaf.
Aufgrund der aktuellen Suchaktionen der ägyptischen Polizei nach den Überresten des Pharaos und der Diebe überredete Jan einen Bauern gegen
etwas Bakschisch uns für den Tag seine Hütte zu leihen.
Mein Schlaf war recht ruhig und erholsam, während Jan sich immer wieder wälzte. Er war schweißgebadet, als er erwachte.
Ich beobachtete ihn, stellte mich jedoch schlafend, als er nach mir sah... Ich muss aber wieder eingeschlafen sein....

Einige Tage zuvor im HQ in Edinburgh, direkt vor dem Einsatz in Ägypten:
Ich klopfte an der Tür von Ayden McGregor Büro und überreichte ihm ohne viele Worte fallen zu lassen den Umschlag mit Schreiben mit den folgenden Zeilen:

Sehr geehrter Mr. McGregor,

nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zur Überzeugung gekommen
Euch zu bitten, zu überprüfen, ob ich würdig bin, von Euch zum Magier ausgebildet zu werden.  

Als Gegenleistung sowie Grundlage kann ich Euch meine Fähigkeiten der Spurenanalyse und Beobachtungsgabe, innere Ruhe, eine gute Menschenkenntnis sowie die Ihnen bereits offenbarten Kenntnisse der Kampfkunst bieten.

Die 7 Gesetze der Magie sind mir ebenfalls bekannt.
Deshalb möchte ich Euch darauf hinweisen, das der mentale Angriff auf den übergelaufenen ehemaligen Wizard Kaminsky von meiner Seite wahrgenommen worden ist.
Von meiner beruflichen Seite sehe ich dies als eine Art Grauzone, da das Ziel in meinen Augen nicht mehr menschlich sondern ein roter Vampir war.


Ich ersuche Sie um eine Antwort, sollte diese auch negativ ausfallen.

Sie wissen ja, wie & wo Sie mich finden....


Mit freundlichen Grüßen

Edeltraut Manske junior
Hauptkommissarin
BKA, SoKo Übernatürlich


Ayden McGregor weckte mich und während Jan  in der Küche zu Gange war.
Mr. McGregor Gesichtsausdruck wirkte dabei nachdenklich, aber vor allen entschlossen. Er bat mich nach draußen und trug dabei bereits Mordreds Schwert, in der Scheide,  in seinen Händen.
Im Sonnenaufgang standen Ayden und ich uns vor der Hütte  gegenüber.
Er zog das Schwert und hielt es vor sich und bat mich dessen Fehlschärfe mit beiden Händen zu fassen.
Er zog vorsichtig durch und sprach:
"Im Namen des hohen Rates zu Edinburgh und im Angesicht der Mächte unserer Welt und derer des Nevernever erkläre ich, Ayden McGregor, Magier im Hohen Rat Euch, Edeltraut Manske Jr., Anwärterin auf einen Platz im Konzil als meine Schülerin anzunehmen und  Euch gemäß den Regeln wie sie niedergeschrieben wurden in der Kunst der Magie zu unterrichten."

Ich folgte seinen Worten, teils freudig überrascht,teils mit mulmigen Gefühl. …
Dann überreichte er mir die Klinge und er fasste ebenfalls an dessen Fehlschärfe und ich zog durch, als ich seine Worte wiederholte:
"Ich, Edeltraut Manske Jr. bin mir den Pflichten gemäß des Codex der Tafelrunde und des magischen Konzils bewusst und erkenne meine Stellung als Eure Novizin an"

Nun war ich Novizin, Schülerin des White Councils, betraut Ayden und den Rat zu schützen und ihm zur Seite zu stehen, wenn er meine Hilfe benötigt.
Jan schien im Vergleich zu Melanie und Boris nicht alles mitbekommen zu haben und blickte erstaunt zuerst in meine, dann in Aydens Richtung.
Es war mein Moment, ein Teil meines Lebens, den ich nie vergessen werde....
...Der Faktor Zufall hat Ayden McGregor meinem Ermittlerteam zugeordnet.
Ich hielt ihn zuerst ebenfalls für arrogant. Aber von allen Magiern, die ich bisher kennen lernte, außer meiner Mutter natürlich, blicke ich bereits hinter seine Fassade der Überheblichkeit.
Es ist für mich, als kenne ich ihn schon seit Ewigkeiten, auch wenn ich sein physisches  Schutzschild gegen das Übel bin...
Weiß er überhaupt, was ich bin?...

Das aktuelle Problem, die Mumie Ramses des II sowie seine Grabbeigaben war aber immer noch nicht gelöst.

Ayden und ich bestanden darauf, Anubis seinen Sohn zurück zu geben, obwohl darin immer noch ein Teil seiner Macht gebunden war.
Gerade Ayden hatte ein verstärktes Interesse, Ramses Mumie unversehrt seinem Vater zurück zu geben.
Imhotep ist der Hohepriester, welcher Ramses zu Grabe trug und Anubis Kraft an die Mumie band und dessen lange Existenz auf diese Kraft beruht.
Das von uns vergangene Nacht unterbrochene Ritual sollte ursprünglich bewirken, die derartig gespeicherte Macht Anubis' auch auf andere zu übertragen.
Natürlich war uns bewusst, das bei der Rückgabe der Mumie endgültig seine Kräfte zurück kehren würde.
Imhotep wäre damit vernichtet und alle wären glücklich.
Um sicher zu stellen, das Anubis uns nicht hintergeht, weigerte sich Jan mit Waffenandrohung die Mumie aus unserer Welt in den Tempel mit zu nehmen.
… Ich vertraue an sich meinen Leuten....
Ayden, Boris und wechselten nun in den Tempel von Anubis. Der Herr des Todes war über unsere Ankunft nicht gerade begeistert.
Seine Macht war bereits zurück gekehrt, aber die Mumie seines Sohnes war zerstört.
Ayden konnte zwar noch Anubis zum Ehrenduell nach dem Regeln der Accords heraus fordern, mit mir als Kombattantin des weißen Rats.
Er vergaß dabei jedoch, seine Magie als weiteren Einsatz einzufordern.
Boris' Aufgabe ist die seines Sekundanten, um alle Formalitäten mit der Gegenseite zu klären. …

Zurück in der Realwelt erfuhr ich, wer für die Vernichtung von Ramses' Mumie verantwortlich war:
Bei Melanie war die Machtgier ausgebrochen und Jan wollte nur das Schlimmste verhindern....
...Warum kann ich beiden nicht böse sein?...
Jan und Melanie wollten bis zum Zeitpunkt des Duells, um vermutlich ihre Schuld zu sühnen, nach Anubis Mastaba, Grabstätte suchen.
Ziel der Aktion beider sollte es sein, Anubis so zu schwächen,  so dass  ich eine Chance im Duell gegen ihn bekomme....
Dennoch hielt ich es für notwendig, meinen Eltern, jeweils, einen Brief über die jetzige Situation zu schreiben und mein Testament aufzusetzen.
Die Zeit, zwei volle Tage verbrachte ich im HQ in Edinburgh und wurde von meiner Mutter und ihren Kollegen in Duellregeln, Zweikampftechniken und Meditation unterrichtet. …
Melanie traf uns zum vereinbarten Treff-/Duellpunkt mitten in der Wüste. Anwesend waren neben Ayden und Boris meine Mutter.
Gefasst teilte sie uns mit, das sie zwar die Grabstätte Anubis' ausfindig gemacht haben, aber letztendlich Jan Hirt „seine Wahl getroffen hätte“...
Minuten später traf auch der Sekundant der Gegenseite namens Nolk und der Duellrichter „Das Archiv“ ein.
Meine Mutter schien Nolk bereits in der Vergangenheit begegnet zu sein und sie funkelte ihn böse an.
...Auch Anubis hatte seinen Champion gewählt: Jan Hirt, ...mein... und mein 2-schneidiges Schwert.
...Ich wusste, das irgendwann dieser Zeitpunkt kommen würde....
Ich hatte einen Kampf zu kämpfen und zu überleben. Ich hoffte, das Jan es auch wusste.
Einst konnte er nicht wissen: Meine letzte Meditation diente dazu, alle Reserven in mir auszuschöpfen...
Jan schien frohen Mutes, so wie ihn kennen lernte.
...Ja, ich war erstaunt und ich hatte einen extrem schweren Kampf, einem Duell gegen einen (ehemaligen?) Teammitglied zu fechten....
Das „Archiv“, ein kleines Mädchen von 7-8 Jahren eröffnete 8 Minuten vor Sonnenaufgang das Duell mit einem „Jetzt!“
Ich wartete, zeigte Jan einen Schwertgruß, den er erwiderte. Anschließend steckte er das Bronzeschwert in den Sand.
Ich testete ihn und griff an.
Er war schnell,schneller als gewöhnlich.
Durch die vorangegangene Meditation, waren meine Gefühle ihm, dem Gegner, gegenüber, abgekühlt.
Der zweite Schwung traf ihn am Kopf und verursachte eine Platzwunde und vermutlich auch eine kleine Gehirnerschütterung.
Endlich hatte er begriffen, das ich es Ernst meinen musste und versuchte mich anzugreifen. Geschickt konnte ich diesen Schlag parieren.
Ich sah seine Verletzung und versuchte meine Hiebe zu kontrollieren und gegebenenfalls in andere Richtungen zu lenken.
Auch seine Schwäche wollte ich nicht ausnutzen.
Dennoch war es zu spät. …
Jan lief regelrecht direkt in meinen dritten Schwertschlag und ich konnte gerade noch das Schwert runter reißen und traf mit vollen Schwung seinen linken Arm.  
Ich hörte dabei Knochen brechen und sah viel Blut. Glücklicherweise fiel er daraufhin schnell in eine selige Ohnmacht.
Das „Archiv“ beendete das Duell  und wir konnten Jan notdürftig versorgen.
Nolk war dagegen.
Als Sieger des Duells bat ich für Jan um eine gute, medizinische Versorgung und wir brachten ihn zu einer Klinik, die Nolk vorschlug....
Die Blicke meiner Mutter kann ich hingegen nicht deuten.
...Ich hoffe, inständig, das Jan überlebt... Mehr als, das es mir leid tut, vermag ich ihn nicht zu sagen....
Nun habe ich auch Sandra Sládek zu berichten, das Jan …
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 4.04.2012 | 13:49
Tolles Diary, Alyne! Und jetzt wird mir auch klarer, warum Edeltraut Jan so hart angegangen ist..
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 4.04.2012 | 14:00
Sehr interessant, die Geschichte auch aus Edeltrauts Perspektive zu lesen, Alyne. Danke!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 4.04.2012 | 14:07
In der Tat, auch mir wird so langsam einiges klar. Jetzt bin ich mal auf Sandra Sladeks Reaktion gespannt  >;D
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 17.04.2012 | 12:13
Ich habe ja vorgestern mal zur Abwechslung einen NSC übernommen (http://richtig.spielleiten.de/2012/04/16/leiten-ohne-leiden/). Dieser hat natürlich nicht alle Dinge mitbekommen, die da so innerhalb der Gruppe abliefen, daher ist das Diary nicht ganz so ausführlich, wie es sein könnte. (In meinen Notizen findet sich der Eintrag "diverse Telefonate mit fröhlichen Anschuldigungen". Echt schade, dass ich das aus Dietmars Sicht nicht ausführlicher behandeln kann. Aber selbst dann, würde da wohl viel zu viel verloren gehen...)

Dennoch, wieder eine großartige Session, mit extremst viel Spaß.


Ein Gespräch in der Dienstaufsicht

“Also Dietmar, wie waren Deine Erfahrungen mit der Spinner-Soko?”

Polizeioberkommissar Dietmar Jessen nimmt einen langen Zug an seiner Zigarette und schaut den Rauchschwaden nach.

“Weißt Du Kalle, das ist schon ein seltsamer Haufen. Hauptkommissarin Manske hat sich ja als Team die BUK (Bundespolizeiliche Unterstützungskraft) Klein und diesen freien Mitarbeiter Boris Janzen zuweisen lassen. Und auch wenn die Manske selbst einwandfreie Akten führt...”

Dietmar nimmt einen weiteren nachdenklichen Zug und drückt dann die Zigarette im übervollen Aschenbecher aus.

“..naja, die Fakten sprechen nicht sonderlich für sie: Keine Verhaftung, keine Anklagen, die meisten Fälle werden mit Angaben wie ‘keine naturwisseschaftliche Erklärung lieferbar’ und ähnlichem Unsinn geschlossen.”

Karl-Heinz Meyer, Dietmars Chef, nickt. “Das weiss ich Dietmar, deswegen hab ich Dich ja auf die angesetzt.”

“Richtig, das hast Du. Und ich hab mich ja auch gleich am Montag mal in Hamburg umgesehen. Akten im Archiv gewälzt, Klaus und Matze als Beschatter eingesetzt und mal ein wenig Wind gemacht. Wie erwartet hat sich Fräulein Manske dann auch ziemlich für ihr Team stark gemacht. Aus Personalführungssicht natürlich vorbildlich - aber mir kamen schon Zweifel, ob sie die Prioritäten richtig setzt.”

“Das Team ist meines Erachtens häufig reichlich hemdsärmelig. Klar, das bringt Ergebnisse, aber zu welchem Preis? Schau, ich hab mich halt reingehängt, Druck gemacht und wie erhofft hat die Hauptkommissarin mich eingeladen, doch mal einen Fall mit zu begleiten.”

“Du hattest ja im Polizeicomputer einige Überwachungsfunktionen hinterlegt, damit wir mitbekommen, welche Fälle sich die Manske so anschaut. Und siehe da, keine 12 Stunden nach unserem Gespräch lässt sie sich die Akten von einer Vermisstenanzeige schicken.”

Dietmar blättert in seinem Notizblock.

“Da, eine Sandra Hoch hat ihren Sohn Ralf als vermisst gemeldet. Die Kollegen in Hamburg hatten ihn als Ausreißer klassifiziert, und ein paar Bilder an den üblichen Stellen aufgehängt. Spannend genug: Fräulein Manske hat vorher ein wenig über diese Sandra geforscht. Kommt aus dem Osten, machte kurz nach dem Mauerfall rüber und hatte wild nach einer angeblichen Tochter gesucht.”

“Und jetzt halt Dich fest Kalle, diese Sandra Hoch, das ist die Mutter von Melanie Klein!”

Meyer pfeift erstaunt durch die Zähne.

“Naja, nach Vorschrift dürfte das Team den Fall jetzt natürlich nicht bearbeiten. Befangenheit, persönliche Verwicklung. Aber ich war neugierig: Frau Hoch war laut Akte 54 Jahre alt - aber sah fast jünger aus als Fräulein Klein mit ihren 24 Jahren. Irgendwas roch mir da verdächtig, Du weisst, da hab ich eine Nase für...”

Dietmar reicht seinem Chef einen Aktenhefter mit Promobildern vom “Hoot Up!”, der Kneipe von Frau Hoch. Man sieht sie da in einem schwarzen Tanktop vor ihrem Laden stehen. Da Meyer letzte Woche gerade beim Political Correctness Training war, unterdrückte er gekonnt einen weiteren anerkennenden Pfiff.

“Stimmt, Dietmar, wenn das der Verdienst von Faltencremes sein soll, dann will ich die auch für meine Frau.”

Dietmar grinst verhalten. So viel geholfen hat das Training wohl doch nicht.

“Naja, ich hab den Schuppen dann mal aufgesucht. Tunten, Schwule, Metal-Freunde - ein buntes Publikum. Am Tresen diskutierte das ganze Team, inklusive diesem Boris Janzen. Du kennst seine Akte ja. Das vierte Teammitglied fehlte, Jan Hirt war zu diesem Zeitpunkt schon tot.“

Bei der Erwähnung des Toten runzelt Meyer die Stirn. “Haben wir dem eigentlich je irgendwas nachweisen können?”

“Nicht genug für eine Anklage, Chef. Aber die Akte können wir wohl endgültig schließen. Wobei, Fräulein Klein machte da so eine seltsame Anmerkung... “

Dietmar zuckt mit den Schultern.

“Vielleicht sollten wir die Akte Hirt noch nicht ganz so weit weglegen. Nur so eine Ahnung. Auf jeden Fall hatte ich dafür gesorgt, dass der Fall Ralf Hoch an das Team von Kommissarin Manske übertragen wird. Von der verwandschaftlichen Verwicklung war ja offiziell nichts bekannt, insofern machte ich mir da wenig Sorgen.”

Meyer sieht nicht sonderlich begeistert aus.

“Gefährlich nah an der Grenze, Dietmar. Wir sollen die Leute dazu anhalten, die Vorschriften einzuhalten, nicht ihre Grenzen auszutesten.”

“Naja, ich gebe zu, ich war halt neugierig.” Dietmar blättert weiter durch seinen Notizblock. “Und ich wollte wissen, wie sie die Sache angehen würden.”

“Auf jeden Fall schien sie die Nachricht vom Tode Hirts ziemlich mitzunehmen. Fast so, als ob sie selbst Schuld daran seien. Irgend etwas verheimlichten sie mir auf jeden Fall, aber ohne weitreichende Telefonüberwachung werden wir das wohl nie rausfinden.”

Dietmar wirft seinen Chef einen hoffnungsvollen Blick zu, der aber schüttelt nur wieder einmal den Kopf.

“Dafür musst Du mir mehr als nur einen vagen Verdacht liefern Dietmar. Und irgendwo müssen wir auch mal unseren Leuten vertrauen.”

Dieser nickt verständnisvoll. Eigentlich hatte er auch nichts anderes erwartet - und im Grunde ist im das Team ja auch sympathisch.

“Der Versuch wars wert Chef. Naja, dieser Boris Janzen fing dann recht bald mit seinem Hokus Pokus an.” Dietmar zündet sich nachdenklich eine neue Zigarette an.

“Es war natürlich naheliegend, ein Suchritual durchzuführen, allerdings hätte ich mir ein wenig gründlichere klassische Polizeiarbeit gewünscht. Umfeldanalyse, Zeugenbefragungen... Dinge, die man in eine Akte schreiben kann, und die auch nicht-Mystiker lernen können. Naja, Du kennst ja meine Meinung dazu.”

“Egal, so hatten wir wenigstens Ergebnisse: Das Suchritual führte uns recht geradewegs zu einem verfallenen Haus am schlechten Rand von Wilhelmsburg. Der ganze Häuserblock drumherum war wie ausgestorben, von Gentrifizierung hatte man hier garantiert noch nie etwas gehört. Alles war dunkel, nur ganz oben brannte noch in einer Wohnung Licht.”

“Sandra Hoch hatte uns begleitet. Nicht ganz nach Protokoll, aber was solls. Wir gingen das Grundstück ab, fanden aber nicht wirklich irgend etwas hilfreiches. Spuren eines großen Hundes. Also, monströs groß. Was sagen eigentlich unsere K9-Einheiten zu Wilhelmsburg?

Kalle winkt ab. “Du weißt, dass ich Dir darüber nix sagen darf.”

“Klar, vergiß dass ich es erwähnte. Wo war ich? Ach ja, das Haus.”

Dietmar blättert die nächste Seite auf seinem Notizblock auf.

“Ok, wir standen draußen, oben war Licht, alles andere sah ziemlich verlassen aus. Herr Janzen und Fräulein Klein bestanden darauf, dass der Gesuchte oben in einem kahlen Zimmer liegen würde, ohne konkrete Beweise dafür vorzuweisen zu können. Wenigstens einen ‘anonymen Hinweisgeber’ hätten sie sich ja ausdenken können, aber nein...”

“Auf mein Beharren telefonierte Frau Manske dann, und in überraschend kurzer Zeit brachte Funkstreife Peter-23 dann tatsächlich einen Durchsuchungsbeschluß. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie sie Richterin Meier dazu gebracht hat. Die Frau ist eigentlich eine harte Nuß. Auf jeden Fall konnten wir so nach Vorschrift weiter vorgehen, und betraten das Haus um 22:35.”

“Die Wohnungstür war zwar verschlossen, aber Fräulein Klein hat anscheinend eine Schlosserzertifizierung, und mit Frau Hoch hatten wir eine Zivilistin als Zeugin dabei. Gut, nicht ganz so streng nach Vorschrift, aber es war ja auch Gefahr in Verzug sozusagen.”

“Die Wohnung war tatsächlich so kahl wie von Janzen geschildert, und tatsächlich fanden wir in einem der Zimmer den gesuchten Ralf Hoch. Allerdings schien er völlig entkräftet und gleichzeitig irgendwie mit der siffigen Matratze auf der er lag wie verwachsen zu sein. Und dann knallte irgendwo hinter uns eine Tür zu...”

“Ich wollte Frau Hoch bei dieser Gelegenheit eigentlich nicht direkt am Tatort haben, und schickte sie daher raus, um einen Notarzt zu rufen.”

Ein kurzer Zug brennt fast die Hälfte der Zigarette runter.

“Naja, nach gefühlten 2 Sekunden rief sie was von ‘Die Tür ist weg!’ Mir schwante übles, und ich ging ihr nach in den Wohnungsflur. Tatsächlich, die Tür war weg. Als wenn sie nie dagewesen war.”

“Und die Tür zum Wohnzimmer? Auch weg, Frau Hoch und ich waren vom Rest des Teams abgeschnitten. Meine Ahnung wurde noch ein wenig übler. Wir konnten uns noch durch die Wände hindurch verständigen, und langsam wurde uns klar, dass etwas gründlich schieflief.”

“Ich weiss nicht, was genau die da in dem anderen Zimmer machten. Es klang ein wenig so, als ob da mit Messern hantiert wurde. Und ich könnte schwören, ich hätte einen Flammenwerfer gehört, und Verbranntes gerochen..”

“Auf jeden Fall merkte ich langsam, dass die Wände um uns nur eine Täuschung waren. Dahinter steckte eine Art Fleisch... eine Bauchinnenwand? Ich rief den anderen im Nebenraum einen eher kryptischen Hinweis auf Jonas zu, und Frau Manske war tatsächlich bibelfest genug um sofort ‘Walfisch’ zurückzufragen.”

“Da ich keinen Flammenwerfer dabei hatte, versuchte ich es mit Rauch. Vielleicht konnte man ja das Ding, in dem wir steckten zum Husten bringen. Der Raum begann tatsächlich zu beben, und ich erzielte eine weitere Reaktion, leider nicht ganz die, die ich mir erhofft hatte.”

Bei der Erinnerung steigt der Ärger wieder in Dietmar hoch, und er drückt die Zigarette frustriert aus.

“Frau Hoch entpuppte sich als.. naja, Köder. Sie war gar nicht echt, sondern eine Manifestation des Hausmonsters, das uns gerade verdauen wollte. Sie sprühte Pfefferspray in meine Richtung und verschmolz dann mit der Wand. Von Nebenan hörte ich Kampfgeräusche und ‘Vorsicht, Säure!’ Rufe des Teams.”

“Ich machte mir keine Illusionen: Mit meiner Dienstwaffe würde ich dem Haus nicht wirklich irgendwelche Kratzer verpasen können. Also verlegte ich mich auf Psychologie: In unmissverständlichen Worten machte ich dem Ding klar, dass die Adresse schon in den Akten wäre, dass mein Verschwinden sicherlich Nachforschungen sowohl von Dir persönlich, der gesamten paranormalen Dienstaufsicht, als auch von unseren Kollegen im Weißen Rat nach sich ziehen würde.”

Dietmar grinst verhalten.

“Das Ding spuckte mich schneller aus, als Du Räumungsbeschluß sagen kannst. Kurze Zeit später folgten die anderen, inklusive eines fast schon komatösen Ralf Hoch. Das Hausmonster floh aus seinem Nest, offensichtlich schwer angeschlagen. Keine Ahnung wo es jetzt steckt, wir sollten der Bauaufsicht mal ein paar Hinweise geben, dass sich solche Viecher nicht länger irgendwo einnisten können.”

“Naja, alles in allem haben sich die Leute um Frau Manske ganz ordentlich geschlagen. Wenn jemand von ihnen etwas Illegales tut, dann verheimlichen sie es ziemlich gut - ich vermute, ohne diesen Hirt werden wir von denen keine Probleme mehr zu erwarten haben. Dennoch, ein wenig Ergänzungstraining in Sachen Protokoll und vorschriftsmäßigen Ermittlungen kann sicher nicht schaden. Ansonsten sehe ich allerdings keinen weiteren Handlungsbedarf. Ein gutes Team haben wir da.”
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 17.04.2012 | 12:40
Nachtrag: Obwohl ich extra mein ich-bin-NSC T-Shirt (http://shop.ianleino.com/product/he-s-dead-jim) an hatte, und auf das Schlimmste [tm] vorbereitet war, kam der gute Dietmar (pure Mortal ohne jeglichen Schutz!) übrigens als einziger ohne jeden Kratzer aus der Session raus. Ich Teflonbilly ich....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 17.04.2012 | 12:55
Dennoch, wieder eine großartige Session, mit extremst viel Spaß.
Dennoch, wieder ein großartiges Diary, extremst gut geschrieben ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 17.04.2012 | 13:07
Ich finde das Diary auch aus der Sicht des Herrn Jessen sehr gelungen (auch wenn ich Jans trockenen Sarkasmus vermisse und hoffe, dass dessen Geschichte - wie angedeutet - tatsächlich noch nicht vorüber ist :))

Das Konzept, NSCs an Gastspieler zu vergeben, gefällt mir auch sehr gut, und es scheint sich ja in eurer Runde durchaus zu bewähren (siehe auch schon Sandra Sladek und Aidan).
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 17.04.2012 | 14:17
Das Konzept, NSCs an Gastspieler zu vergeben, gefällt mir auch sehr gut, und es scheint sich ja in eurer Runde durchaus zu bewähren (siehe auch schon Sandra Sladek und Aidan).
Noch ein Gastspieler mehr und wir können den SL entlassen ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 17.04.2012 | 19:23
Nix geht ohne Dich am Tisch, Blechpirat  :d!

Danke an alle Spielers und NSCs am Sonntag. Es war wieder klasse mit Euch! :d

Danke JollyOrc für Dein Gespräch mit dem Unbekannten... :d!


Ich bin noch am Überlegen, in welcher Form meine Notizen zu Papier/ PC gebracht werden....
 
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 18.04.2012 | 11:44
Ich bin noch am Überlegen, in welcher Form meine Notizen zu Papier/ PC gebracht werden....

na, da fällt Dir sicher was ein. Ich glaub, ich hätte gerne eine Polizeiakte - andererseits fehlt da dann sicher genau der gleiche Teil, wie in Dietmars Bericht, also doch das private Tagebuch! :)

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 18.04.2012 | 11:45
Ich finde das Diary auch aus der Sicht des Herrn Jessen sehr gelungen (auch wenn ich Jans trockenen Sarkasmus vermisse und hoffe, dass dessen Geschichte - wie angedeutet - tatsächlich noch nicht vorüber ist :))

Ich verrate nix.

Übrigens freut es mich, dass Du einen Unterschied zwischen Jessen und Jan bemerkst, ich hatte nämlich mächtig Sorge, dass sich die beiden zu ähnlich lesen.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 19.04.2012 | 22:12
Moin,

das es einen, neuen Fall des BKAs der "SOKO Übernatürlich" gab, möchte ich Euch den Polizeibericht der Abteilung nicht vorenthalten. Private Aufzeichnungen der Hauptkommissarin werden in den nächsten Tagen folgen...  8)  

Viel Spass beim Lesen!

***********************************************************************

Zu Gesamt- Fall 585 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2012-04-01 HH]
                              
Frau Sandra Hoch, 54 Jahre, ledig, alleinerziehend, Besitzerin der Hamburger Kneipe „Hoot Up“,St. Georg, hat am 25.03.2012 ihren Sohn Ralf, 16 Jahre alt, bei der Polizei als vermisst gemeldet.                              
Im Rahmen einer allgemeinen Überprüfung wurde die „Soko Übernatürlich“ hingezogen, die vermisste Person aufzufinden.                              
Bei der Wohnungsuntersuchung der Wohnung der Mutter mit ihrer Genehmigung konnte eine Bürste mit den Haaren  des Vermissten gefunden werden.                              
Frische Kleidung sowie handgerechte Geldmittel fehlten bereits.                              
Auch die zuständige Bank teilte im Rahmen der Ermittlungen mit, dass das Konto des Vermissten illiquide sei.                               
Bei der Analyse der Computerspuren bei Facebook hatte sich der Vermisste bei allen Freunden abgemeldet, mit den Worten:                              
„Tschüss, ich bin eine Weile weg!“                              
„Ihr müsst Euch um Eure Seelen kümmern!“                              
Bei der nachfolgenden Nachfrage bei der Hamburger Sektenbeauftragten konnten jedoch keine fallspezifischen Hinweise gefunden werden.                              
Im Rahmen der Möglichkeiten des Teams der „Soko übernatürlich“ konnte eine neue Spur aufgenommen werden, die nach HH- Wilhelmsburg führte.                              
Seltsamerweise wirkten bereits alle anliegenden Strassen unbelebt, wie ausgestorben.                              
Am Zielort eingetroffen, waren nur die Lichter in der obersten Etage an.                              
Untersuchungen des Teams entdeckten die vermisste Person sowie weitere Ungereimtheiten und Auffälligkeiten.                              
Aufgrund von stichhaltigen Verdachtsmomenten konnte schnell bei der zuständigen Richterin Meier zeitnah ein  Durchsuchungsbeschluss erwirkt werden.                              
Nach der Öffnung der Haupttür durch die  anwesende BUK Frau Klein formierte sich das Team und stieß zur Dachgeschosswohnung vor.                              
Polizeioberkommissar Jessen, Dienstaufsicht BKA, übernahm die Sicherung der Privatperson Sandra Hoch,die ebenfalls den Einsatz begleitete.                              
In der geöffneten Zielwohnung befand sich fast kein Mobiliar, außer eine Matratze, auf der sich der vermisste Ralf Hoch befand.                              
Herr Jessen sicherte Frau Hoch, die beauftragt wurde, einen rettungstechnischen Notruf abzugeben.                              
Während dessen schlossen sich die Wohnungshaupttür und die Tür zum Vermissten und trennte das Team.                              
Hauptkommissarin Manske, die BUK Klein sowie der Sachverständige Janzen befanden sich bei dem Vermissten, während  Polizeioberkommissar Jessen                              
die Mutter des Vermissten Sandra Hoch schützte.                              
Polizeioberkommissar Jessen konnte mit seinen Andeutungen biblischer Literatur Hinweise geben, die den Täter der Entführung identifizierten.                               
Die das Einsatzteam „Soko Übernatürlich“ begleitende Privatperson namens Frau Sandra Hoch griff den Polizeioberkommissar Jessen mit Pfefferspray an, bevor sich ihr Körper, eine Illusion auflöste.                              
Im Zimmer von Ralf Hoch kam es zu Übergriffen des Hauses auf die dort anwesenden Ermittler durch ein Salzsäure- Pepsingemisch (Magensäure).                              
Die dämonische Seele konnte durch die gemeinsame, erfolgreiche Zusammenarbeit des Einsatzteams ausgetrieben werden.    
Dabei wurde die Ermittlerin Hauptkommissarin Manske schwer verletzt, so dass ein kurzer, stationärer Aufenthalt vom eintreffenden Notarzt empfohlen wurde.                              
                              
  
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 20.04.2012 | 14:08
"handgerechte Geldmittel",  "fallspezifische Hinweise", "rettungstechnische Notruf", "Hinweise geben, die den Täter der Entführung identifizierten"


Großartiges Polizistensprech, ich bin begeistert!  :d
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 22.04.2012 | 19:23
Moin,

JollyOrc hatte bereits schon von fröhlichen, gegenseitigen telefonischen Anschuldigungen beim letzten Spiel berichtet.
Da die Hauptkommissarin beim letzten Einsatz verletzt wurde, muss sie einige Tage stationär behandelt werden.
Während dieser Tage schreibt sie einen persönlichen Brief an ihre Mutter, Edeltraut Manske senior, als Fortsetzung des letzten gemeinsamen Telefonats.
Der Brief ist intime in Deutscher Sprache, handschriftlich niedergeschrieben.


Viel Spass beim Lesen!

**************************************************************************************

Hallo Mutter,

ich liebe Dich!

Derzeit liege ich im UK Eppendorf, Klinik für Dermatologie und Venerologie.
Während meines letzten Falls, deren Bericht ich eben per Email an meine Abteilung gesendet habe, wurde ich durch höher konzentrierte Magensäure verletzt.
Meine Beine haben einiges von der Säure abbekommen.
Der anwesende Kollege von der Dienstaufsicht, der jenen Fall begleitete, fuhr mich nach der Empfehlung des anwesenden Notarztes persönlich ins UKE.
Ich möchte damit darauf hinweisen, das nicht nur Du alleine unter einer ständigen Überwachung durch Deine Kollegen stehst!...

Du hast mich beim letzten gemeinsamen Telefonat gefragt, warum ich gerade Ayden McGregor als Lehrmeister gewählt habe:
Vertrauen!
Gegenseitiges Vertrauen.
Wem vertraust Du in Edinburgh? ...Zeige Ihnen, das man auch Dir vertrauen kann!...
Ayden hat mir in den vergangenen Fällen gezeigt, dass man ihm vertrauen kann.
Er kämpfte an unserer Seite und wir haben uns gegenseitig das Leben gerettet.
Er hat Dir auch das Leben gerettet. Erinnerst Du Dich?...
Ich weiß, was er mich abverlangen wird. Es ist meine zweite große Ausbildung. ...
Warum seid Ihr Euch beide eigentlich so spinne-feind?
Er ist Schotte und Du hast auch schottische Wurzeln.
Ich wollte Dich schon geraume Zeit fragen:
Was ist mit meinen Verwandten auf den Britischen Inseln?
Wie alt bist Du wirklich?
Meine Intuition sagt mir, das wir direkt von Mordred abstammen. Was weißt Du über das Thema?
Erinnerst Du Dich an Syltanus? Mir gegenüber erwähnte auch er, das ich von ihm abstammen soll....
Weiterhin vermute ich, das Vater Deinetwegen mir gegenüber seine potentiellen  Fähigkeiten verheimlicht. ...Oder warum habt Ihr Euch sonst in der Hochzeitsnacht so gestritten?
Auch ich habe seit meiner Kindheit gewisse Potenziale entwickelt.
Warum hat Deinesgleichen z.B. auch Klaus, während Deiner Abwesenheit nicht darauf geachtet, was sich aus der Tochter eines Wardens und eines Polizisten entwickelt?
Hielten sie es nicht für notwendig, einmal zu überprüfen, ob etwas Sinnvolles für sie entsteht?
Haben sie nix von Gregor Mendel und der Vererbungslehre gehört?
Selbst in schwächeren Fall der Fälle hätten die hohen Herrschaften einiges entdecken können...
Ich bin von Deinem Blute.
... Ich habe es noch nicht gewagt, Vater in der Sight zu sehen.
Es ist aber eine der Kräfte, die ich bereits entwickelte.
 
Ich kann das Element „Erde“ manipulieren.
Es ist auch eine der Fähigkeiten von Ayden McGregor und weiterer Grund, ihn als Lehrmeister zu erwählen.
Auch Sandra Sládek bliebe eine weitere Ausbilderin für mich, wenn da nicht Jan Hirt wäre. ...
Jan Hirt, ein Kollege, fast Freund, Kampfgefährte/ Kumpel, den ich in der Vergangenheit sehr geschätzt habe.
Dessen letzte Entscheidung endete jedoch offiziell tödlich.
Seine „Leiche“ ist nicht Jan Hirt.
Die Verletzungen waren postmortem hinzugefügt und an den falschen Trefferzonen.
Du warst ja beim Duell dabei. Warum überhaupt?
Todesursache waren überprüft durch Melanie Klein vor Ort: Blutverlust durch Vampireinwirkung.
Sie hatte kurz vorher ein an der dortigen Bushaltestelle ein unvorbereitetes Treffen mit Nolk.
Es ist aber zu wenig, etwas für oder gegen seine jetzige Existenz zu starten.
Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr als mundaner Mensch einzuschätzen zu sein. Das war er auch nicht mehr während des Duells.
Im Moment heißt es für mich „Ruhe in Frieden, Jan Hirt“!
Seine Beerdigung ist einigen Tagen. Ich werde da sein und mich zur Not mich selber entlassen… Wobei die Ärzte sagen, das die Haut verdammt gut abheilt.
Deine Gene, Mutter ;-) ...

Falls Du meine Hilfe benötigst, sag' Bescheid.
Ich bin Deine Tochter!


In Liebe

Edeltraut   
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 13.05.2012 | 12:42
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Dead Man Walking

Sterben ist scheiße, lasst Euch das sagen. Es tut weh, man verliert jede Orientierung, und was danach kommt..

..naja, das war zumindest in meinem Fall auch große Scheiße.

Ich weiss nicht wie Nolk es gemacht hat, aber obwohl ich wusste, dass ich tot war, blieb ich, naja, da. Ich merkte, wie die Ärzte meinen Tod feststellten. Ich spürte, dass mein Herz nicht mehr schlug, wie sie die Infusionen abzogen.

Irgendwann hob mich jemand auf eine andere Bahre, verpackte mich in einen Leichensack, transportiere meinen Leichnahm irgendwo anders hin.

Und dann begann Nolk mit seiner Arbeit. Schnitt mich auf. Entnahm meine Organe. Tat... Dinge mit mir. Irgendwann zog er seine Hände aus mir zurück, trat einen Schritt zur Seite und meinte, seine Stimme wie elegantes Sandpapier, “Ihr könnt dann jetzt wieder aufstehen. Es ist vollbracht.”

Donnerstag vormittag, Friedhof Stellingen

Wenigstens für etwas sind all meine Reichtümer gut: Sandra konnte mir eine echt schicke Grabstätte verschaffen. Mit kleinem Mausoleum oben drauf, einer Bronzeplatte mit meinen Lebensdaten, selbst diverse Büsche als Zierde. Nolk versichert mir, dass auch die Gärtner- und Pflegearbeiten für mindestens 200 Jahre bezahlt wären.

Ich bin fast enttäuscht darüber, dass ich nicht selber dort drin liege, sondern nur eine namenlose Leiche, die das untote Arschloch neben mir von irgendwoher besorgt hat.

Wenn Auftragskiller beerdigt werden, kommen selten viele Leute. Und ganz selten sind echte Freunde von ihnen dabei. Insofern scheine ich Glück zu haben: Neben Sandra, Edeltraut und Boris sind noch ein Bulle namens Jessen, die Bontanelli-Zwillinge, Mei-Ling aus Japan, die beiden Thompsons aus Chicago, Freddy, der Wirt aus dem Holsten-Eck und der stumme Jack aus London da. Einer tödlicher als der andere. Naja, bis auf Freddy, der nicht mal den Ratten auf seinen Klos etwas tun kann. Deswegen bleibt er auch immer auf den Deckeln sitzen. Die meisten halten mehr als ein paar Armlängen Abstand zueinander, und das nicht nur wegen der Regenschirme...

Nolk und ich stehen etwas abseits. Wollen keinen stören. Würde ich noch leben, würden mich die Worte, die Edeltraut und Sandra an dem Sarg, in dem ich gar nicht liege, wohl tief bewegen. Mein Herz anrühren. Aber das liegt in irgendeiner Kanne in Anubis Reich, ich bekomme also wenig davon mit. Aber wenigstens etwas - ihr Schwur, meine Ruhe zu schützen ist mehr als nur bitterer Ernst, und ich bin mir sicher, jeder hier spürt das.

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Freddy zerreisst meinen letzten Deckel über dem Sarg und trinkt ein letztes Bier auf mich. Mei-Ling lässt zwei Patronen in die Grube fallen (damals in Rom. Hättet Ihr dabei sein müssen, um den Witz zu verstehen). Jack sagt wie immer nichts.

Schließlich lassen sie den Sarg in die Tiefe und schließen die Marmorplatten darüber. Der Bulle macht sich noch ein paar Notizen über die anwesenden Profis, verschwindet dann aber doch lieber ziemlich schnell, ebenso wie meine Kollegen.

Zurück bleiben nur die Freunde. Und Nolk. Edeltraut und Sandra tauschen keine Worte, aber mehr als bedeutsame Blicke aus. Ich mach dem Arschloch neben mir klar, dass er sich gefälligst aus allem raus- und von den anderen fern halten soll und gehe zu meinen alten Freunden.

“Eine bewegende Rede. Von Euch beiden.” eröffne ich die Unterhaltung, während ich den Hut ein wenig aus dem Gesicht schiebe, damit sie mich erkennen können.

Wie zu erwarten, werde ich mit deutlich mehr Skepsis als Begeisterung empfangen. Vielleicht hätte ich Karos tragen sollen? Wie der ungläubige Thomas muss Sandra mich erst berühren, um alles zu verstehen. Ich nutze die Gelegenheit, um ihr den Ring zurückzugeben. Niemanden von uns gefällt die Situation, und Nolks Anwesenheit im Hintergrund macht es nicht einfacher.

Und dann meldet sich das Arschloch auch noch zu Wort! “Herr Champion, bitte reichen Sie doch ein kleines Präsent von mir an Fräulein Manske!” Ich will ihm unwirsch zurückweisen, doch er macht eine kleine Bewegung mit seinen Fingern, und ich merke, wie mir mein Körper aufhört zu gehorchen..

“Bin gleich wieder da” überspiele ich die Situation, und stakse steifbeinig und fremdgesteuert zu Nolk herüber. Verfluchte hundsköpfige Scheiße, das war nicht Teil des Deals!

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Mein “Schöpfer” lässt sich nichts anmerken, aber ich bin mir sicher, dass ihm das ganze einen unheiligen Spass bereitet. Er lässt mich Edeltraut einen kleinen Silbernagel überbringen, und erklärt ihr, dass dieser zu Mordreds Schwert gehörte, er ihn aber entfernt hätte - und mit ihm etwas wichtiges. Zu schade, dass sie nicht auch noch Mordreds Schild hat.

Verständlicherweise sind alle irgendwie angefressen, und so löst sich die Gesellschaft auf. Ich trotte Nolk hinterher, habe ja eh nichts besseres zu tun.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 13.05.2012 | 19:36
Ich stelle zum besseren Verständnis die kurze Rede von Edeltraut Manske jr. zu Verfügung:



Jan Hirt ist nicht tot, sondern er hat seine Wahl getroffen.
Er ist von uns gegangen.
Ich kannte ihn kaum, wie er mich kaum kannte.
Nun ist es zu spät, falsche Wahrheiten richtig zu stellen.
Es ist zu spät zu sagen, es tut mir leid. ...
...Es ist geschehen, was irgendwann passieren musste....

...Möge seine Seele Frieden finden...

Erde zu Erde, Wasser zu Wasser, Luft zu Luft, Feuer zu Feuer...
...Asche zu Asche, Staub zu Staub...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 14.05.2012 | 10:26
Nolks Hotelzimmer

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Als wir endlich alleine sind, rückt Nolk mit dem Rest der Story raus: Mordred ist gar nicht tot, sondern ein hochrangiger Sidhe-Lord des Sommerhofes. Jetzt, wo sein Schwert nicht mehr unter einem Verdunklungszauber liegt, wird er sich sicher bald darum kümmern. Wenig später erhält er einen Anruf von einem seiner Zuträger: Mordred hat tatsächlich ein Duell mit der vermeintlichen Diebin seines Schwertes verlangt. Verflucht, die Manske sucht sich aber auch wirklich immer die allerbesten neuen Spielkameraden aus!

Nolk ist so zufrieden mit den Entwicklungen, dass er mir mehr verrät als er sollte. Mordred ist zwar formidabel, wird aber wohl eher versuchen, Edeltraut an der Wahrnehmung des Duells zu hindern, anstatt sich mit ihr zu prügeln. Es heisst, er sei stets ein wesentlich besserer Bogenschütze als Ritter gewesen..

Ich habe die Schnauze voll, aber versuche dennoch Edeltraut zu erreichen, und sie vor dem ganzen Ärger zu warnen. Leider geht niemand ans Telefon, und auch Boris ist nicht zu hause. Zuletzt versuche ich es im LKA, da geht tatsächlich jemand ran: Es ist Melanie, die mir erzählt, dass Edeltraut und Boris nach Edinburgh gereist wären, um dort Hilfe vom Weißen Rat zu erbitten. Wortlos lege ich auf. Den Trip hätten sie sich sparen können, da bin ich mir sicher. Verdammt, ich brauche was zu trinken.

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Hamburg, das winzige Apartment von Edeltraut Manske Jr.

Ich tauche unangekündigt auf, den Instrumentenkoffer als Gepäck dabei. Edeltraut bietet mir tatsächlich immer noch einen Kaffee an. Wie immer vorzüglich, aber irgendwie schmecke ich ihn genauso wenig wie die dreißig Schnäpse von gestern. Und wirken tut er genauso, nämlich gar nicht. Scheiße.

“Dieses Duell” eröffne ich ihr, “bist Du darauf überhaupt vorbereitet?”

Sie schafft es, das letzte Duell gleichzeitig nicht zu erwähnen, aber dennoch darauf hinzuweisen. Scheiß auf die Samthandschuhe: “Edeltraut, da war ich noch nicht in Form. Und ich habe mich nicht gewehrt. Mordred ist da ein anderes Kaliber.”

“Du solltest wissen, dass ich eine Nahkampfausbildung habe. Und einige Fähigkeiten, von denen Du vielleicht nichts weisst.”

Gut, sie will es wissen. Ich nicke ihr zu und schnappe mir den Koffer. “Pack Deine Sachen, wir fahren raus in den Park, üben.”

Hamburg, Volkspark

Edeltraut hat das Polizeihandbuch eingeatmet, und bereitet sich gründlich auf das Training vor. Aufwärmübungen. Stretching. Kontrolle des Sportgeräts.

Ich lehne an einem Baum und warte einfach ab. Irgendwann ist sie fertig und steht mit erhobenem Schwert vor mir. “Sollen wir anfangen?”

“Wie Du willst.” entgegne ich, und hole das Bronzeschwert von Anubis aus dem Kasten. “Verteidige Dich!” Dann setze ich mein Spielgesicht auf, und knurre sie an.

Eines kann man sagen: Die Manske lässt sich nicht mehr so leicht aus der Fassung bringen. Andere Leute wären zumindest eingeschüchtert, wenn sie von einem schakalköpfigen Biest (http://www.deviantart.com/download/54518704/The_Anubis_Murders_by_nJoo.jpg) angegriffen werden. Sie zögert nicht einmal und reisst ihr Schwert hoch.

Allerdings bin ich ihr nicht nur was Kraft und Geschwindigkeit angeht überlegen. Mit Leichtigkeit wische ich ihre Verteidigung beiseite und mache ihr klar, was es bedeutet, sich mit dem Champion des Totengottes anzulegen. Es dauert nicht lange, und sie sieht ein, dass sie deklassiert ist.

Ich knurre sie noch einmal an. Alles in mir schreit nach ihrem Blut, ihrer Seele, will mich endlich wieder lebendig fühlen, aber ich halte mich im Zaum. Werde wieder zum Reglosen, nehme wieder mein altes Gesicht auf.

“Du wirst Dich nicht auf Deine Kampffertigkeiten verlassen können.” Bevor sie antworten kann, hören wir beide ein charakteristisches Zischen in der Luft. Edeltraut wirft sich gerade rechtzeitig zur Seite, und entgeht so nur knapp dem Pfeil, der neben ihr in den Baum einschlägt.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 14.05.2012 | 16:56
Diesmal ist Edeltraut es die, gänzlich undamenhaft, flucht. Ich haste zum Koffer um das Gewehr herauszuheben. Leider das falsche Zielfernrohr dran, und im dunklen Wald ist absolut nichts zu erkennen. Hinter mir höre ich, wie Edeltraut einen weiteren Pfeil mit dem Schwert beiseiteschlägt. Wenigstens habe ich eine grobe Richtung denke ich mir, und sprinte los. Allerdings ist es in diesem Wald dunkler als in einem Mumienarsch, und mein Gegner unüberraschenderweise ziemlich gut im Verstecken.

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Es vergehen ein paar Minuten, aber im Endeffekt gibt es nichts und niemanden zu finden. Scheiße.

Tower Bar, Hamburg

Nolk hat mir ein Treffen mit Fionn, dem Sekundanten Mordreds verschafft. Edeltraut meinte zwar, dass Boris einen Plan hätte (irgendwas mit russischen Mafiosi, die den Duellplatz stürmen würden), aber ich dachte mir, dass Eigeninitiative sicher nicht schaden könnte. Eigentlich habe ich die Hoffnung, die stets vorhandenen Machtkämpfe innerhalb der Feenhöfe für uns auszunutzen. Aber Fionn windet sich wie ein Aal: Es ist ersichtlich, dass er gerne Lord anstelle des Lords wäre, aber andererseits scheint er uns nicht genug zuzutrauen, als dass er mit uns arbeiten würde.

Schaut so aus, als ob Edeltraut demnächst ein Duell verlieren würde. Irgendwie möchte ich es aber dabei nicht bewenden lassen. Die Manske mag zwar manchmal eine rechthaberische Polizeipute sein, aber sie ist meine rechthaberische Polizeipute.

“Hör mal zu Scheißer.” fahre ich Fionn an. “Die Manske mag mit für meinen Zustand verantwortlich sein. Aber das heisst nicht, dass ich jeden dahergelaufenem Sidhe erlaube sie dafür umzubringen. Wenn, dann mach ich das selbst. Die Frau steht unter meinem persönlichen Schutz - wer sie anrührt, wird es bitter bereuen. Und außerdem: Mordred hat eine sterbliche Seele. Mein Herr hat vielleicht eine Auszeit genommen, aber auch er ist im Endeffekt nur ein Sterblicher. Ein Mann auf meiner Liste.”

Ich beuge mich zu dem Elfen herüber, so dass er im schummrigen Licht der Bar meine mumifizierte Haut besser erkennen kann. “Mordred sollte sich genau überlegen, ob er sein kümmerliches Restdasein in Frieden und mit einem einfachen Tod beenden, oder ob er den Rest in Schmerzen und Leiden verbringen will. Richte ihm das aus.”

Ohne seine Reaktion abzuwarten stehe ich auf und gehe. Nolk wird sich sicherlich um die Rechnung kümmern.

Draußen, im verregneten Hamburg schaue ich Nolk an. “Schaffst Du es, mir die Elfen zu liefern, die auf mich und die Manske geschossen haben?” Er nickt eilfertig. “Nichst leichter als das.”

Ein dunkler Hinterhof

Nolk hat Wort gehalten. Die beiden Jäger dachten, es ginge nur um eine Unterredung, und schauten ganz schön blöde drein, als ich auftauchte. Der erste starb leider viel zu schnell, aber das Gefühl, als seine Seele durch mich hindurch zu Anubis ging..

...fast, als würde ich wieder leben.

Beim zweiten ließ ich mir mehr Zeit. Es dauerte bis zum Morgengrauen, ehe er endgültig zerbrach. Ich wies Nolk an, die Spuren nicht zu verwischen. Im Gegenteil - die gesamte übernatürliche Gemeinschaft sollte wissen, dass Anubis Champion sein Wort hält. Wer die Manske auch nur versucht anzurühren, zahlt dafür.

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Den Rest der Woche trainiere ich Edeltraut weiter, lasse Nolk munter die Mär von meinem Jähzorn streuen und hoffe irgendwie darauf, dass Mordred es sich doch noch anders überlegt. Aber dafür ist er zu stolz.

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Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 15.05.2012 | 13:34
Huh. Wie gruselig. Und wie genial. Oder andersrum.

Mir ist jedenfalls beim Lesen wirklich und wahrhaftig ein Schauer über den Rücken gelaufen. Danke dir, wieder mal. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 15.05.2012 | 13:37
Huh. Wie gruselig. Und wie genial. Oder andersrum.

Mir ist jedenfalls beim Lesen wirklich und wahrhaftig ein Schauer über den Rücken gelaufen. Danke dir, wieder mal. :)

danke auch. Bin aber auch noch nicht fertig ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 15.05.2012 | 14:55
Der Tag des Duells

Am Tag des Duells treffen wir uns irgendwo auf einer freien Fläche im Hamburger Hafen. Von hier sollen wir in das NeverNever hinüberwechseln, um dort dann das Duell zu bestreiten. Mit dabei ist dieser Bulle Jessen - zum Glück hat der sich wohl nie so genau meine Fahndungsfotos angesehen. Andererseits scheint er ziemlich aufgeregt und verunsichert von der ganzen Chose zu sein, insofern achtet er auch kaum auf Nolk und mich, nachdem Edeltraut ihm versicherte, dass wir nur Zuschauer seien.

Boris öffnet uns den Durchgang, verzieht sich dann aber sofort wieder. “Ich muss mich mit den Russen treffen.” Nolk nickt und verzieht seine Fresse wieder zu diesem eklig-süsslichen wissenden Lächeln. Hab ich da was nicht mitbekommen?

Im NeverNever sieht es aus wie in einem dieser Ritterfilme: Viel verschiedenes Folk in bunter Kleidung hat sich auf einer sommerlich ausschauenden Wiese versammelt. In der Mitte ist eine Art Kampfplatz aufgebaut, dessen Rand mit farbigen Zelten gesprenkelt ist. Weiter hinten sehen wir Feen so etwas wie Pferde aufzäumen. Wüsste ich nicht, dass es hier um Leben und Tod geht, würde ich es fast spaßig finden.

Fionn erscheint und spricht leise mit Jessen. Wahrscheinlich kaspern sie gerade letzte Feinheiten des Duells ab. Anscheinend hat meine Einschüchterung Mordreds noch nicht wirklich Erfolg gezeigt. Verdammt.

Ich mache mich gerade und erhebe meine Stimme. Sterben und ausgetrocknet werden hat leider nicht wirklich Wunder für die Basslastigkeit gewirkt, aber dennoch bin ich laut genug, als dass ein guter Teil der Anwesenden es nicht mehr vermeiden kann, mich zu bemerken.

“Hey, Fionn!” (Das mit dem Arschloch verkneife ich mir erst einmal) “Ich biete Deinem Herrn eine letzte Unterredung an. Friedlich, ohne Waffen, ohne Angriffe. Noch muss er nicht sterben.”

Wie zu erwarten nimmt man mich erst einmal nicht sonderlich ernst. Ein paar weitere Drohungen und das Backup von Nolk ändern das aber schnell. Allerdings besteht Fionn darauf, mich im Geheimen zu Mordred zu bringen. So ganz passt mir das nicht, aber man soll nehmen, was man kriegen kann.

Mordreds Zelt ist opulent, dass muss ich zugeben. Allerdings nimmt auch er mich zuerst nicht ganz so für voll. Der gute Mann hat schon zu lange als Fee gelebt, als dass ihm noch klar ist, was Sterblichkeit eigentlich bedeutet. Ich erinnere ihn daran, und daran, wie die zwei Schergen von ihm gestorben sind. Danach erkläre ich ihm, dass er noch eine Chance hätte, in einem Stück zu sterben.

Leider bietet er mir nicht an, hier und jetzt Selbstmord zu begehen, aber ich sehe, dass er nachdenklich geworden ist. Das legt meinen nächsten Schritt fest. Geschichte wiederholt sich. Verdammt.

Das Duellfeld, 1 Minute vor Kampfbeginn

“Edeltraut, wenn Du ohne Mordreds Schwert kämpfst, hast Du gar keine Chance. Wenn Du mit ihm kämpfst, entwaffnet er Dich in den ersten drei Sekunden und nimmt sein Schwert wieder an sich. Dann hast Du erst recht keine Chance mehr. Also: Du benennst mich als Champion.”

Es ist keine Frage, und mein Tonfall macht ihr deutlich, dass ich diesmal nicht diskutieren werde. Sie nickt, etwas blass um die Nase. Das war der leichte Teil.

“Nolk, schwöre mir, dass Du mich in dieser Sache nach besten Kräften unterstützen wirst, so dass ich und Edeltraut hier heil rauskommen. Als Belohnung wirst Du Mordreds Schild von mir erhalten.” Den anderen Bullen erwähne ich erst gar nicht. Wozu auch, der würde Edeltraut auf lange Sicht nur Ärger machen.

Der Mistkerl willigt ein und schwört auf Götter, deren Namen ich noch nie gehört hätte. Bah, was immer das auch heißen soll. Er dient dem gleichen Herrn wie ich, entweder kann ich ihm trauen, oder es ist eh alles für die Katz.

Grimmig drehe ich mich um und schaue zum Turnierplatz. Am anderen Ende steigt Mordred sein.. naja, Pferd. Ich habe noch nie gegen einen Lanzer kämpfen müssen, kann doch so schwer nicht sein, oder? Mal schauen, was der Spiegelpanzer, den Nolk mir überlassen hat bringt.

Doch zu meiner Überraschung lässt er das Tier nur langsam zu mir rüber trotten, und steigt in einem dutzend Meter Abstand ab. Hm. Fair play, das hätte ich dem Arschloch nicht zugetraut.

Langsam hebe ich das schwere Bronzeschwert zu einem letzten Gruß, und setze dann mein Spielgesicht auf. Vorsichtig, und mit grimmigen Respekt nähern wir uns, erst langsam, dann immer schneller. Die letzten Meter überbrücke ich mit einem wilden Sprung und setze zu einem Hieb auf Mordreds Kopf an.

Wilde Freude durchzuckt mich, als ich feststelle, dass mein Plan aufgeht: Mordred müsste eigentlich schneller sein als ich, steht aber fast offen da, fast, als ob er das Schicksal herausfordern will. Wenn dieser Schlag sitzt, habe ich so gut gewonnen. Meine Seele pulsiert, sollte ich gleich etwa eine Feenseele für Anubis nehmen?

Im letzten Moment zieht Mordred dann doch seinen Schild hoch, gleichzeitig blendet mich eine Reflexion auf dem Spiegelpanzer, und mein Schlag verliert die Hälfte seiner Wirkung. Ich sehe, wie der Sohn Artus kurz in Bedrängnis kommt, aber mein Hieb zieht kein Blut.

Durch meinen Körper zieht kein Gefühl von Leben, der Schlag ging fehl.

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Vorsichtig umkreisen wir uns.

“Du bist erbärmlich, Toter. Anubis Champion? Und dann kämpfst Du für eine lächerliche Sterbliche?” Seine Worte stechen, und nur matt wehre ich den nächsten Hieb von ihm ab. “Du bist ein Nichts, und ich werde Dich hier ein für alle Mal vernichten!”

Eben noch war ich auf dem Höhepunkt, doch jetzt merke ich, wie er mich auf den letzten Rest Seele reduziert, und dort verbal einprügelt. Ich habe keine Chance gegen diesen Mann. Warum wehre ich mich überhaupt noch gegen den Tod?

Meine nächsten Schläge gehen komplett ins Leere, oder sind so schwach, dass sie nicht einmal einen sonderlich lauten Klang machen, als sie auf seinen Schild treffen.

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Fast will ich komplett aufgeben, da bemerke ich, wie sich etwas meiner bemächtigt. Instinktiv weiss ich, dass es Nolk ist. Er befiehlt mir weiterzukämpfen, Mordreds Einflüsterungen zu wiederstehen.

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Fast widerwillig richte ich mich auf, knurre den Feenlord vor mir an. Doch es hilft nichts: Irgend etwas in mir ist zerbrochen, das, was für diesen Kampf notwendig ist fehlt. Mordred spielt nur noch mit mir. Ich bekomme zwar mit, dass um mich herum irgend etwas passiert, plötzlich kämpfen alle, ich höre Leute auf russisch herumbrüllen.

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Überall herrscht Chaos, aber ich sehe nur Mordred, seinen glänzenden Schild, sein überhebliches Lachen.

Irgendwann lässt Nolk von mir ab. Muss er fliehen? Mordred nutzt die Gelegenheit und mit einigen gemurmelten Worten bricht er in meinen Kopf ein. Ich drehe mich um und erhebe mein Schwert gegen den Schwarzvampir. Bevor mein Sichtfeld sich endgültig rot färbt sehe ich noch, wie er einen Riss in die Welt reisst, schwärzer als seine Seele, und einer der großen Teufel mir entgegenspringt: Behemôth

Scheiße, aber was soll’s, ich bin ja schon tot....

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Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 15.05.2012 | 15:11
Wie immer ein geniales Diary! Bei dir klingt es nach einem äußert unterhaltsamen Abend.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 15.05.2012 | 15:14
Wie immer ein geniales Diary! Bei dir klingt es nach einem äußert unterhaltsamen Abend.

Hey, es war ja auch größtenteils wieder ein unterhaltsamer Abend. Nur weil mir einiges daran nicht gepasst hat, heisst das ja nicht, dass das alles Scheiße war :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 15.05.2012 | 20:11
Hossa. Alter Schalter Verwalter.

Schade. Wirklich schade. Ich werde Jan vermissen. Aber ich kann deine Entscheidung, den Charakter aus dem Spiel zu nehmen, vollkommen verstehen.[/spoiler]

Ich hoffe aber darauf, dass uns deine brillianten Diaries, wenn schon nicht aus Jans einzigartiger Sicht verfasst, dennoch erhalten bleiben...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: LordBorsti am 15.05.2012 | 23:21
Ich glaube mit etwas Abstand dürfte das ein Spielabend sein, der euch noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Wenn man das Diary liest, wirkt das wie ganz großes Kino bzw. Drama. Sicher kein klassisches Happyend, aber es sind doch meistens die tragischen Figuren und Geschichten, die am meisten Eindruck hinterlassen.

A Game of Thrones (SOIAF) Analogie:
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Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 16.05.2012 | 12:17
Ich hoffe aber darauf, dass uns deine brillianten Diaries, wenn schon nicht aus Jans einzigartiger Sicht verfasst, dennoch erhalten bleiben...

schaun mer mal. (http://www.orkpiraten.de/blog/peter-rath-das-autorenportrait)  8]
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 16.05.2012 | 12:25
Urban-Fantasy-Autor?!? *lacht sich weg und deutet breit grinsend auf Ricardo Alcazár (http://www.obsidianportal.com/campaigns/miami_files/characters/ricardo-alcazar) und sein Tagebuch (http://www.obsidianportal.com/campaign/miami_files/adventure-log/ricardos-summer-knight-1)*


Das Interview mit Peter Rath ist jedenfalls schon mal sehr nett. Ich bin gespannt! :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 16.05.2012 | 12:55
Urban-Fantasy-Autor?!? *lacht sich weg und deutet breit grinsend auf Ricardo Alcazár (http://www.obsidianportal.com/campaigns/miami_files/characters/ricardo-alcazar) und sein Tagebuch (http://www.obsidianportal.com/campaign/miami_files/adventure-log/ricardos-summer-knight-1)*

Und ich dachte, ich hätte mal eine neue Idee!  :D

Andererseits, wenigstens ist hier der Autor mehr Tarnung als Identität :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 16.05.2012 | 14:35
Und es gibt noch ein Diary, von Nolk, dem uralten schwarzen Vampir, den Heiko als Gastspieler so meisterlich verkörperte:

Dead Man Walking

“Ich will der verdammt noch mal beste Auftragskiller der Welt werden!”

Tief, mit beiden Händen im Unterleib von Jan Hirt beschäftigt, fragt sich Nolk, was den jungen Mann dazu bewogen haben könnte, ausgerechnet diese Worte zu Anubis zu sprechen?

... zu entnehmen die Milz, dann der Reihenfolge nach die Leber ... seine Hände führten das uralte Ritual ohne zu zögern aus. Über zwölfhundert Jahre war das letzte Mal jetzt her. Es gibt einige Dinge, die verlernt man einfach nicht mehr. Sachte, fast schon zärtlich entnahm Nolk die noch warmen Organe und legte sie in die vorbereiteten Kanopen. Geschickt schob er dabei die runenbesetzten Obsidiansplitter in die Knochen des jungen Mannes. Während ein Teil seines Geistes weiter das Verwandlungsritual durchführte, spaltete sich ein zweiter Teil ab und dachte über die Obsidiansplitter nach.

Es hatte ihn einiges an Recherchen in seinem Gedankenpalast abverlangt, um sich daran zu erinnern, wo er diese Artefakte vor Jahrhunderten deponiert hatte. Nolk wusste nicht genau, was Anubis von seinem langen Katz und Maus Spiel mit Imhotep hielt. Zu ärgerlich, dass dieser hier, Nolk rupfte, kurz an einem widerspenstigen Lungenflügel, das Gefäß frühzeitig zerstört hatte. So war Nolk nicht rechtzeitig vor Ort um Anubis selbst das Herz herauszureißen und den Mantel der Macht anzulegen. Er hatte sich einfach viel zu sehr gefreut, in Imhotep einen würdigen Widersacher gefunden zu haben. Fast so wie damals mit Kain. Ja Imhotep hatte ihn stark an Kain erinnert. Vielleicht war das der Grund, für ein fast dreitausend Jahre andauerndes Katz und Maus Spiel gewesen? Gute Frage!

Nolk bemerkte, dass seine Hände nichts mehr zu tun hatten, und zwang sich ins Hier und Jetzt zurück. Er betrachtete sein Werk. Die Organentnahme war verwirrend, unnötig kompliziert und von fast grandioser kunstfertiger Verwirrung. Unbefriedigend um genau zu sein. Rituale hatten aber schon seit Anbeginn der Zeit so zu sein. Immerhin macht es immer noch so viel Spaß wie früher, mit einer gebogenen Nadel das Gehirn durch die Nase herauszuziehen. Nach Jahrtausenden nimmt man, was man kriegen kann. Immerhin war es ihm gelungen sich zu beherrschen und den Schädel des jungen Mannes nicht aus reiner Bosheit, zu zerbrechen. Natürlich hätte er ihn wieder zusammengesetzt, Sollbruchstellen zeugten jedoch von geringer Kunstfertigkeit. Schlimm genug das der Arm schon eine solche Sollbruchstelle enthielt.

„Ihr könnt dann jetzt wieder aufstehen. Es ist vollbracht.“

Nolk verließ den Tempel. Mit ansehen, wie Anubis seinem neuen Champion mehr Macht verlieh, war nicht sein Spiel. Die Obsidiansplitter sollten ihm einen kurzen Vorteil verschaffen, sollte Anubis seinen neuen Champion an ihm ausprobieren wollen. Eigentlich bezweifelte er das, aber er war nicht so alt geworden, weil er allzu viele Dinge dem Zufall überließ. Außerdem musste er noch einen Hausbesuch abstatten und Merlins Souvenir an sich bringen.


Donnerstag Vormittag, Friedhof Stellingen

Das mit weitem Abstand interessanteste Ereignis bei der Beerdigung von Bruno Heller, war das emotionale Wollknäul, dass sich zwischen Anubis Champion und der Frau Namens Sandra Sládek sponn. Er bräuchte sich nur etwas mehr zu konzentrieren und er würde die wirbelnden Fäden sehen können. Purpur, hellgrün, violett, titanblau, wiederstreitende Gefühle die zum greifen und spielen bereit wären. Er widerstand der Versuchung. Er hatte sich schon für ein anderes Spiel entschieden. Sein Blick wanderte zu Edeltraut Manskes Tochter. Manske, was für ein hässliches Anagramm. Ihr Geruch ist dem ihrer Halbschwester jedoch sehr ähnlich. Ob ihr Herzblut auch so ähnlich schmecken würde? Ob ihre Mutter je rausgefunden hat, was damals passiert ist? Eigentlich vollkommen egal und unerheblich. Nolk wartet noch einige Augeblicke, zählt die Herzschläge der Anwesenden, teilt sie durch ihre Anzahl und wartet auf den perfekten Augenblick das Spiel auch für die Spieler zu eröffnen.

Und da war der Augenblick: „Champion von Anubis? Wäret ihr so freundlich eurer ehemaligen Begleiterin ein Geschenk von mir zu übergeben?“ fragt er sehr freundlich. Die Beleidigung und Abfuhr desselbigen erfolgt fast automatisch, genau wie erwartet. Nolk konzentriert sich kurz auf die Obsidiansplitter, die er an den Knochen des jungen Assassinen angebracht hat. Gefügig trottet der Körper von Anubis Champion anschließend herüber. Wie bedauerlich, dass die Augen in diesem Körper keinen Hass mehr versprühen können. Sie sind einfach nur tot, wie es sich für einen Toten gehört.

Frau Manske starrt den winzigen Silbernagel an, den sie noch nie gesehen hat. Gefertigt von Merlin um Mordreds Schwert zu verschleiern. Bisher befand sich dieser Nagel zwischen den Lederbändern im Schwertgriff. Bisher konnte Mordred sein Schwert nicht finden, bisher. Als sie aufsieht und ihn fragend anblickt, achtet er gar nicht auf ihre Worte, er weiß eh schon, was er sagen wird und für das Spiel ist ihre Frage auch vollkommen unerheblich. „Ich habe mir erlaubt, den Nebelschleier über eurem Schwert zu entfernen. Als ihr das Schwert eures Ur-ur-ur-ur-Großvaters an euch nahmt, da habt ihr hoffentlich auch seinen Schild mitgenommen. Denn den werdet ihr jetzt brauchen ...  sobald er zu euch kommt und sein Schwert zurückfrodern wird.“ Der Rest des Gesprächs ist uninteressant und unwesentlich. Zwei Dominosteine beginnen zu fallen und bewegen sich in unterschiedliche Richtungen. Das Schwert auf der einen Seite ist ein Stein und ihre Familiengeschichte auf der anderen Seite ist der zweite Stein.


Nolks Hotelzimmer

Der junge Mann ... Nolk durchforstet seinen Gedankenpalast ... Jan Hirt fragt ihn aus, fragt nach dem Schwert, nach Mordred, nach dem Duell, nach dem Schild, nach dem Schwert, betastet dabei unbewusst sein eigenes Kopesh. Nolk antwortet ihm bereitwillig auf seine Fragen, während seine Augen die Bewegungen der Finger auf dem Kopesh verfolgen. Dieser Junge ist wie alle, die Beginnen das Spiel zu spielen. Zu Beginn wollen sie eine Waffe, denn mit Waffen erreichen sie ihr Ziel. Liebend gerne Waffen, denen Macht innewohnt. Das führt zu Gewalt und Gewalt führt irgendwann zu Sex. Anschließend kommt der Erkenntnissprung und sie schaffen die nächste Ebene. Sie erkennen, dass sie mit Sex viel weiter kommen als mit einer Waffe. Mit Sex können sie andere, für sich, zu Waffen machen. Manchmal erkennen sie, dass nach dem Sex das Geld die nächste Stufe ist, denn mit Geld können sie sich sowohl Waffen als auch Sex, sowie auch Menschen kaufen. Irgendwann springen sie auf die nächste Ebene, dann erkennen sie, dass politische Macht oder die Macht die ihnen ein Titel oder ein Amt verleiht, all die anderen Aspekte unter sich vereint. Und später, sehr viel später gibt es vielleicht den Quantensprung hin zu richtiger Macht. Pure, reine, kristallklare Macht, die alle die anderen unzulänglichen Aspekte schlägt und unter sich begräbt. Dieser junge Mann hat einige Aspekte übersprungen. Was vorkommen kann, wenn auch selten ist. Er hat den Sprung von Waffen und Gewalt zu richtiger Macht geschafft. Macht, die Anubis ihm verliehen hat. Dennoch hält er sich an einer Waffe fest. Merkwürdig, wie das Spiel manchmal läuft. Ungewöhnlich fast. Wenn er sie nicht loslassen kann, wird er sie auch nicht behalten können. Ein Hinweis?

Während ein Teil von Nolks Gedanken sich mit dem Spiel beschäftigt hat, hat ein anderer Teil das Gespräch mit dem neuen Champion fortgeführt. Nolk taucht in die andere Gedankenwelt ein und geht den Dialog rückwärts durch, hangelt sich umgekehrt chronologisch an der Kommunikation entlang und setzt das Gespräch, an der Stelle, wo sich seine Gedankenwelt gegabelt hat, wieder zusammen. Interessant, sein zweiter Gedankenkomplex war der Meinung, Jan Hirt mehr über Mordred erzählen zu müssen. Jedoch nichts über Nolks eigene Beziehung zu Artur und der Tafelrunde. Ungewöhnlich!

Zwei oder drei Tage später tritt Anubis Champion mit einer Bitte an ihn heran. Er würde sich gerne mit demjenigen unterhalten, der in der Rangfolge nach Mordred kommt. Deshalb also hat der andere Gedankensplitter mehr Informationen gestreut. Diese sind nun aufgegangen wie kleine Samen. Der neue Champion scheint doch Potential zu besitzen. Unerwartet!

Der Kontakt zum Sidhehof ist schnell aktiviert und ein Treffen mit Fionn stellt auch kein Problem dar. Nolk nimmt teil, beschäftigt sich jedoch nicht weiter mit dem Gespräch. Anubis Champion wird seinen Einfluss testen wollen und Nolk ist gerne bereit an den wichtigen Stellen zu lächeln, damit die Worte des jungen Mannes den entsprechenden Nachdruck erhalten. Problemlos!

Anschließend will der junge Mann die Bogenschützen aufsuchen. Tatendrang, erstaunlicherweise! Das ist schon etwas schwieriger. Obwohl, Hamburg ist weder Alexandria noch Byzanz und schon gar nicht Jerusalem. Ein wenig Gedankenschach und auf einem Dach in der Nähe der Wohnung der Drachenbrut werden sie gefunden. Der Champion von Anubis wird zum Henker. Er will ein Exempel statuieren und nimmt sogar Ratschläge an. Während Nolk den zweiten Bogenschützen festhält, macht er sich ans grausige Werk. Das Ergebnis ist ziemlich unbefriedigend, das findet der Champion schließlich auch selbst. Erstaunlich wenig ist notwendig um ihn dazuzubekommen, es noch einmal zu versuchen. Viel zu wenig. Beängstigend, jedenfalls wäre es das, wenn dieses Gefühl noch existieren würde.

Das ist das spannende an dem Spiel, es ergeben sich immer neue Muster. Steine werden in Bewegung versetzt und kommen sich näher, prallen zusammen, stoßen sich ab, rauschen haarscharf aneinander vorbei. So schön in ihrer Symmetrie, so unvorhersehbar und gleichzeitig so minimal der eigene Anteil. Einige weitere Steine sollten angestoßen werden!

Ein zweiter Teil ist schon angekündigt.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 16.05.2012 | 14:45
wie groß ist die Familie Manske eigentlich? :)

Großartiges Diary ansonsten. Jetzt will ich wieder mehr von Nolk!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 16.05.2012 | 14:47
Interessant!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 17.05.2012 | 12:56
Herzlichen Dank an beide Autoren der letzten Diarys!

Ihr schreibt brilliant! ...Ich mag auch mehr.... :cheer: +O)

wie groß ist die Familie Manske eigentlich? :)
...

Du müsstest alle Mitglieder der Familie Manske  kennen. ;D :d
Das sind beide Edeltrauts und Wilhelm- Alexander (Vater von Junior).

Interessant ist aber, wer sich hinter den Nachnamen McMasters noch versteckt .... 
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 20.05.2012 | 16:54
Hier kommt Teil 2 des Diaries von Nolk:

Der Agent des Drachens findet in der Spielbank Hamburg, die er leitet. Ihm fallen fast die Augen aus dem Kopf, als er Nolk am Rouletttisch zum fünften Mal 10 000 Euro auf Schwarz setzen sieht, und Schwarz erneut gewinnt.

Ein Agent des weißen Vampir Hofes ist in Hamburg nicht schwer zu finden, schon schwieriger ist es, den Agent so lange festzuhalten, um die Nachricht auch tatsächlich los zu werden.

Der Agent des roten Vampir Hofes hat sich tief eingegraben, ist aber auch zu finden.

Einen Agenten zu finden, der in Beziehung zu einer der Ersten steht, ist nahezu unmöglich; Das gefragt und Kontakt erbeten wurde, wird jedoch vollkommen ausreichend sein. Sie alle erfahren von dem Duell und davon das Mordreds Schild und Schwert wieder vereint werden können. Eine reife Frucht, zum Pflücken bereit.

Zum Ende der Wanderschaft darf der Gesandte des Sidhe Sommerhofes Nolk auch endlich finden. Er fragt äußerst höflich, welche Interessen an Mordred oder am Ausgang des Duells für Anubis von belang sind? Die Einschüchterung Jan Hirts hat demnach vollen Erfolg gezeigt. „Anubis selbst hat kein eigenes Interesse in dieser Sache. Die Hülle des Champions hat ein eigenes Interesse an der Frau und hat sich aus eigenen Gründen zu ihrem Paladin erklärt." Mit kompetenter Ruhe spielt der Sidhe die verschiedenen Implikationen im Kopf durch. Auch ohne seinen Schädel zu knacken, ist fast zu sehen, wie er sich an den einzelnen Gedankensträngen entlanghangelt. „Anubis selbst hat demnach kein Interesse an dieser Sache?" fragt er nach. Enttäuschend, wie unsicher er ist, geht es Nolk durch den Kopf. „Nein!" erfolgt die simple Antwort. „Außer  Anubis Verlangen, eine alte Seele, die ihm zusteht, einzusammeln." wird die Aussage erweitert.

Diesmal nimmt der Sidhe sich mehr Zeit. Die Beleidigung hat ihn getroffen. Und er ist sich plötzlich der Lebensgefahr bewusst, in welcher er sich befindet. Dumme Gesandte werden nur aus einem einzigen Grund entsendet: Um zu sterben!

„Können wir einen Handel schließen?" eröffnet er schließlich. Ein zufriedenes Nicken ist die erste Belohnung und Antwort zugleich. Nolk bewegt sich langsam und entfernt sich aus der Nähe des Sidhe. „Das Duell findet auf eurem Gebiet statt, wenn der Champion von Anubis zerstört wird, bindet seine Macht dort und übertragt sie auf mich, dann ist alles im Lot."

„So sei es!" erfolgt die Antwort.


Der Kurator des ägyptischen Museums in Berlin war nicht sonderlich wählerisch, das wusste Nolk sehr gut. Ein echter bronzener Brustharnisch sollte schon, einfach der Symmetrie halber, zur Ausstattung eines Champions des Anubis gehören. Er tauschte ihn gegen eine Schriftrolle König Salomons. Diese Erzählte die Geschichte eine der ersten Begegnungen mit der Königin von Saba. Er war nie damit fertiggeworden und hatte auch über die Jahrhunderte das Interesse daran verloren.

Der Tag des Duells
(http://media.screened.com/uploads/0/3800/459210-162016_135202629856438_3510283_n.jpg)

Anubis würde es erfreuen, sollte sein Champion in den Besitz von Mordreds Schild und Schwert gelangen. So etwas wie Irritation streift Nolk. Ein unsinniges Ansinnen, denn die volle Kraft dieser unnützen Werkzeuge, entfaltet sich nur in den Händen von lebenden. Ein Teil des uralten Gehirns beschäftigt sich fortan mit den Implikationen dieses Ansinnens. Eine Falle erscheint als das wahrscheinlichste Ergebnis. Nolks Aufmerksamkeit bleibt jedoch auf die Gegenwart fokussiert.
 
Ein weiterer Stein muss angestoßen werden. Eine Taxifahrt zum Freihafen erfolgt. Alle späteren Augenzeugen, werden bezeugen können, dass nicht ein alter und ein junger Mann ins Taxi stiegen, sondern Sandra Sládek und Boris Janzen. Gedankenkontrolle ist ein unglaublich nützliches Werkzeug!

Am Freihafen angekommen zerfetzt die rechte Hand des älteren Mannes von der Rückbank aus den Fahrersitz wie Papier. Die gerade ausgestreckte Hand geht durch Polsterung, Plastik und Metall, durchdringt dann Kleidung, Haut, Muskeln und Knochen, schließt sich um das Herz des Mannes und reißt es ihm, noch ein letztes Mal schlagend, aus dem Körper. Der junge Mann ist viel zu langsam und auch mit seinen Gedanken schon auf dem Duellplatz um etwas dagegen unternehmen zu können. Er ist erbost und will das so etwas nicht erneut passiert. Unerheblich!

Der Tot dieses Mannes war Teil des Spiels. Es würde heute noch viele Tote geben. Und auch, wenn Nolk noch Monate ohne das Herzblut eines Menschen ausgekommen wäre, so sollte er doch satt sein. Eine Ablenkung durch den eigenen Blutdurst zu riskieren, wäre sträfliche Dummheit. Eine einfache Kausalkette. Nolks uralte Haut öffnete sich und absorbierte die Blutflecken auf ihrer Oberfläche, noch während der junge Mann versuchte mit seinen Augen ein böses Funkeln zu erzeugen. Ein nutzloses Unterfangen für einen Toten.

Boris Janzen und die Tochter von Esk'an'm bzw. aktuell Manske, warten auf uns. Auch diese beiden sind mit ihren Gedanken schon beim Duell. Es ist zu vermuten, dass sie den Mord vor ihren Augen noch nicht einmal bewusst mitbekommen haben. Es wäre ein einfaches sie alle hier und jetzt in Stücke zu reißen und ihr Herzblut zu trinken. So unsagbar einfach. Zu sehr hatten sie sich an seine Gegenwart gewöhnt, sahen in ihm aktuell keine Bedrohung. Hätte Anubis das Verbot aufgehoben ... hat er aber nicht. Müßig darüber nachzudenken.

Der russische Magier öffnet den Weg ins Nevernever und eilt dann zu seiner Ablenkung. In Nolks Erinnerung erwacht das Lied „15 Mann auf des Totenmanns Kiste und ne' Buddel voll Rum" zum Leben. Wann hatte er das zum letzten Mal gehört? Damals, als er mit Francis Drake Afrika umfahren hatte und sich hinterher niemand gewundert hat, warum sie für eine Reise die maximal 2 Monate hätte dauern sollen, fast 6 benötigt hatten.

Der Duellplatz sieht aus wie jeder andere zuvor auch. Zelte und mehrere Dutzend Edelleute oder Gäste. Der Vertreter des weißen Rates ganz offen, einige andere gut verborgen hinter ihren Schleiern, einige nah und einige in größerer Entfernung. Nolk genoss das Bild. Anubis neuer Champion, mit traditionellem Kopesh und bronzenem Harnisch rechts von ihm, Edeltraut Manske, in einer japanischen Rüstung, die einem Shogun alle Ehre gemacht hätte und Mordreds Schwert zu seiner linken. Mordred selbst, weitere Sidhe und jede Menge Volk und Beobachter ... alle waren sie gekommen, wegen eines Duells und fast alle würden sie heute sterben. Nolk lächelte. Er konnte die Schreie schon fast hören und das Blut schon riechen.

Er wartete, zählte die Herzschläge der Anwesenden, manche Herzen schlugen schneller als andere, wieder andere gar nicht mehr, manche waren schwächer zu hören, andere sehr laut. Er teilt die ständig wachsende Zahl der Herzschläge durch die noch konstante Anzahl der Anwesenden und wartete auf die richtige Zahl, den richtigen Moment.

Mordreds Sekundant Fionn tauchte auf, sichtlich nervös, da keiner der beiden neben Nolk sonderlich starke Vorkehrungen getroffen hatte. Er war sich unsicher, ob das Duell wirklich zu seinen Gunsten ausgehen würde. Verständlicherweise. Der junge Mann forderte noch eine Unterredung mit Mordred und ließ damit den alten Mann und Edeltraut Manske allein.

Erneut spaltet sich ein Teil seines Bewusstseins ab und Verfolgte die Überlegung, ob die unwürdigen Komparsen seinen eigenen Ruf beeinträchtigen würden? Die Antwort war, dass dies sehr unwahrscheinlich wäre. Sie sind nur Statisten im Vorspiel einer größeren Entscheidung. Sobald sie vom Spielfeld verschwunden waren, würde das eigentliche Spiel beginnen. Hier waren sie nur als Sanktion für Ihre Einmischung in sein Imhotep-Spiel.

Plötzlich stimmten die Zahlen, die Musik des Universums begann mit einer Overtüre die nur er hören konnte. „Habt ihr euch endlich entschieden, ob ihr selbst kämpfen wollt oder euren alten Weggefährten für euch sterben lassen wollt? Pardon, ob ihr ihn erneut umbringen wollt?" Edeltraut Manske machte ein Gesicht wie tausend verfaulte Fischköpfe. Aber ihre Antworten waren vorerst vollkommen uninteressant. „Schickt ihr ihn als euren Champion, dann löst ihr zwei eurer Probleme auf einmal. Ihr werdet einen lebenden Toten los, der euch nach dem Leben trachtet und ihr rächt, einen Toten, den ihr selbst verschuldet habt. Und söhnt euch, als Bonus sozusagen, mit Sandra Sládek aus. Geht ihr selbst dort raus, schlägt euch euer Ur-ur-ur-ur-Großvater den Kopf ab und nimmt sein Schwert wieder an sich." Es ist offensichtlich, dass jeder Satz ins Schwarze trifft. „Ihr wollt mit einem Schwert gegen einen Sidhelord kämpfen, mit einem Schwert, dessen Potenzial ihr nicht kennt und das ihr euch noch nie näher angesehen habt?" Das war ein Schuss ins Blaue hinein und dennoch ein Treffer. Scheinbar hatte sie sich das Schwert tatsächlich noch nie näher angesehen. Auch in der Vorbereitung auf das Duell nicht. Sträflich! Gemeinsam wartete das ungleich Paar auf die Rückkehr des jungen Mannes. Nolk ruhig und abwartend, Edeltraut Manske mit rasenden Gedanken.

Der ältere Mann spielte seinen vorerst letzten Trumpf, als er sicher war, die neuen Ohren des jungen Mannes würden ihn laut und deutlich verstehen können. „Euch ist hoffentlich klar, dass die erste Handlung Mordreds sein wird, euch zu entwaffnen, um wieder in den Besitz seines Schwertes zu gelangen ... oder?"

Anubis Champion wird dann auch schnell zu Edeltraut Manskes Champion. Die Einschüchterungen funktionierten und das Kopesh durchdrang die Abwehr Mordreds mit einem gewaltigen Schlag. Leider hatte sich keiner der beiden um die magische Abwehr Mordreds Gedanken gemacht und der Treffer blieb ohne größere Wirkung. Sehr bedauerlich.

Nolk machte sich ab diesem Punkt keine weiteren Illusionen über die Siegeschancen von Jan Hirt oder Edeltraut Manske, keiner der beiden hat sich ausreichend auf das Duell vorbereitet. Edeltraut Manske hatte nicht einmal das Meditationsritual durchgeführt, welches ihr beim letzten Duell so hervorragende Dienste geleistet hat. Damit wurden sie für sein Spiel unwichtig und nur noch zu unwichtigen Puppen. Bis kurz vor diesem Punkt blieben sie noch Überraschungsspieler, immerhin waren es Menschen.

Jan Hirts Fähigkeiten wurden von irgendjemandem blockiert, das erkannte Nolk augenblicklich. Die körperliche Macht, die diesem Körper eingewoben wurde, sollte Mordred viel mehr zusetzen. Das tat sie aber nicht. Ein Teil von seinem Bewusstsein übernahm die Aufgabe, diesen Verursacher zu finden. Ein weiterer Teil beobachtete die Zuschauer, ein kleinerer Teil konzentrierte sich auf Fionn. Mordred redete ihm zuviel mit Jan Hirt, scheinbar hatte er die Schwäche des noch jungen Avatars erkannt und konzentrierte sich auf dessen menschliche Echos. Da Jan Hirt Mordred nicht körperlich in die Enge treiben konnte, musst er wenigstens noch eine Weile für Ablenkung sorgen.

Der eigene Fingernagel perforierte die Handfläche und ein Tropfen uralten Blutes trat hervor. Die Aufmerksamkeit der Menge richtete sich auf ihn. Er nahm den Tropfen auf und zeichnete mit ihm die ersten Striche von seinem, von König Salomons Siegel. Dabei sprach er laut und deutlich den ersten Vornamen Mordreds aus. Ein Teil von ihm registrierte die Leibwächter Mordreds, die sich in seine Richtung in Bewegung setzten. Ein weiterer die erfolgreiche Verunsicherung Mordreds. Er hielt inne. Mordred wusste jetzt, was er Nolk tun könnte, konnte das Duell aber auch nicht einfach beenden. Mordred wendete sich Jan Hirt zu, um das Duell schnell zu beenden. Der Hauptteil von Nolks Bewusstseins fuhr in Jan Hirts mentalen Schild und fegte ihn beiseite. Er übernahm die Kontrolle über den Körper und befahl ihm, weiterzukämpfen. Seine abgespalteten Bewusstseinsteile konnten so leider nur noch rudimentär mit ihm kommunizieren, aber lange würde dieses Konstrukt auch nicht halten müssen.

Boris Janzen tauchte mit einem Haufen russischer Mafiaschläger auf dem Kampffeld auf. Die Sidhe und die Russen begaben sich sofort in einen Klinch. Das Schreien und Bluten begann.

Ich gab Jan Hirts Geist frei.

Ich rief Fionn zu, dass er sich bereithalten sollte.

Ich trat hinter Edeltraut Manske und brachte sie zwischen mich und Mordred.

Die Leibwache Mordred sammelte sich um ihn.

Boris Janzen näherte sich, um mit Edeltraut Manske zu fliehen.

Jan Hirt versuchte ein letztes Mal, den abgelenkten Mordred zu attackieren.

Edeltraut Manske ging auf die Sidhe los.

Boris schoss im Vorbeilaufen einen Pfeil in Mordreds Oberschenkel.

Die Russen und Sidhe im Hintergrund dezimierten sich gegenseitig.

Die Beobachter und Gäste entfernten sich.

Derjenige der Jan Hirt behinderte zeigte sich immer noch nicht.

Boris und Edeltraut dezimierten die Leibwächter Mordreds.

Fionn näherte sich und wartete.

Boris versuchte Edeltraut zur Flucht zu Überreden.

Mordred hetzt Jan Hirt auf mich.

Die Wahl stand schon lange fest und ich breche das gewählte Siegel und greife tief in das Nevernever, weiter und tiefer als die meisten Entitäten jemals vordringen. Behemoth stürzt hervor und rennt Jan Hirt direkt vor das erhobene Kopesh.

Edeltraut wendet sich Mordred zu.

Fast alle Beobachter haben mit Behemoths auftauchen das hastig die Flucht ergriffen.

Boris zerrt an Edeltraut.

Behemoth hat Jan Hirt verschlungen und beginnt schon damit die Leichen von Russen und Sidhe in sich hinein zu schaufeln.

Mordred und Edeltraut wechseln Blicke.

Boris zerrt an Edeltraut.

Edeltraut zögert.

Behemoth ist fast fertig mit dem verschlingen der Leichen.

Boris wendet sich zum Gehen und öffnet ein Tor.

Edeltraut lässt das Schwert fallen und hechtet hinter Boris her durch das Tor.

Fionn stürzt vor, Mordred stürzt vor, Behemoth kommt näher und ich trete mit dem Fuß auf Mordreds Schwert.

„Wenn du deine Macht an Fionn abgibst, darfst du leben und Schwert und Schild behalten Mordred."

Derjenige der Jan Hirt behinderte zeigte sich immer noch nicht.

Das Tor schließt sich.

Ich wende mich Mordred zu und lächele ihn an. „Ich gebe dir Behemoths Platz in meiner Sammlung."

Er schreit auf und greift an.

Ich streife die menschliche Hülle ab und wende mich lachend ihm zu.

Behemoth frisst derweil Mordreds Leibwächter nur noch wenige Meter von uns entfernt und schon auf die doppelte Größe angewachsen.

Derjenige der Jan Hirt behindert hat lässt endlich seinen Schleier fallen und gibt sich zu erkennen.

Das eigentliche Spiel beginnt.

(http://desmond.imageshack.us/Himg651/scaled.php?server=651&filename=20111214308953riddick3.jpg&res=landing)
 
(http://i190.photobucket.com/albums/z244/tavrion/behemoth-demon.gif)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Just_Flo am 20.05.2012 | 19:13
Super Diary.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.05.2012 | 09:37
Danke dem Autor für das interessante und gute Tagebuch  :d
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 21.05.2012 | 11:23
Von Alynes Charakter Edeltraut jr. stammt die folgende Grabrede für Jan

Grabrede für Jan Hirts „Beerdigung“




Jan Hirt ist nicht tot, sondern er hat seine Wahl getroffen.

Er ist von uns gegangen.

Ich kannte ihn kaum, wie er mich kaum kannte.

Nun ist es zu spät, falsche Wahrheiten richtig zu stellen.

Es ist zu spät zu sagen, es tut mir leid. ...

...Es ist geschehen, was irgendwann passieren musste....




...Möge seine Seele Frieden finden...




Erde zu Erde, Wasser zu Wasser, Luft zu Luft, Feuer zu Feuer...

...Asche zu Asche, Staub zu Staub...




***********************************************************
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.05.2012 | 16:08
Nach diesen weltbewegenden Ereignissen fängt auch Edeltraut Manske wieder ihre Sicht der Dinge in ihr persönliches Tagebuch nieder zu schreiben....

Viel Spass bei Teil 1 der Auszüge aus Edeltrauts Tagebuch!

....Always the end ....

Jetzt ist es 11 Tage genau her, das ein guter Freund durch ein Dämon, namentlich genannt  Behemôth, aus unserer greifbaren Realität gerissen worden ist. …
Jan Hirt starb tatsächlich am 01.04.2012 im UKE an den Folgen des gemeinsamen Duells. Ich vermute jedoch das Nolk da bereits nachgeholfen hat....
Ayden warnte mich in seiner darauffolgenden Lehrstunden vor den Folgen eines direkten Ausschaltens Nolks. 
Nolk, dieser uralte, gottverdammte schwarze Vampir hat in seiner vermutlich Jahrtausende alten Existenz mehr als 88 Dämonen an sich gebunden.
Aufgrund meiner Verletzung während des Gesamt- Falls 585 war ich körperlich angeschlagen und nicht gerade fit.
Am Vortage von Jan Hirts offizieller Beerdigung wurde ich morgens entlassen und konnte mich auf den offiziellen Abschied vorbereiten.
Die Ärzte waren tatsächlich verblüfft, das sich meine Haut so gut und gerade auch fast narbenfrei regeneriert. Wenn die wüssten, warum....
Am Morgen der Beerdigung erhielt ich meine erste eigene Duellforderung meines Lebens:
Mein totgeglaubter Vorfahre Mordred meinte ohne irgendwelche
Nachforschungen den Diebstahl seines Eigentums, seines Schwertes bestrafen zu müssen....
Da Ober- Kommissar Dietmar Jessen im letzten Fall mich so derartig vorführte, hielt ich ihn für einen geeigneteren Sekundanten als Boris.
Ich vertraue Boris zwar in vielerlei Hinsicht, aber seine Verbindung zur Russenmafia bereiten mir immer wieder Kopfzerbrechen.
Genau so wichtig wäre es auch für mich mit Georg Sokolov unter vier Augen zu sprechen, aber der Scheißkerl beachtet mich nicht einmal.... 
...Jans Abart in jedem dritten Satz vulgäre Phrasen an zu wenden, scheint auch auf mich abgefärbt zu haben.
Bitte geneigter Leser, verzeiht mir dies in diesen Stunden und Tagen nach den Verlust ....!
...Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen oder Wochen Ayden bitten, ein persönliches Schreiben von mir weiter an Luccio zu leiten...
Warum muss ein derartiger Verlust so weh tun....?
Nun zurück zu dem Tag von Jans offizieller Beerdigung:
Dietmar war erstaunt, warum ich ihn gerade als Sekundanten erwählte.
nein, wir sind und waren nie beim Du....
Wie vermutet, hielt er mir auf dem Weg zu der Beerdigung einen Vortrag über das Grundgesetz und dem StGB und das offizielle Duelle in der BRD verboten seien....
Sein Lösungsvorschlag: Das Duell findet im NeverNever nahe dem Hamburger Freihafen statt......
Angekommen bei Jans offizieller Beerdigung, Friedhof Stellingen hielt Jessen sich im Hintergrund und machte sich Notizen, bei der illustren Gesellschaft:
Neben Sandra Sládek, Boris Janzen und mir standen auf der anderen Seite des offenen Grabes einige der gefährlichsten Auftragsmörder der Welt sowie ein einzelner Hamburger Barkeeper....
Sandra überließ mir das Recht die ersten Worte zu sprechen. Ich musste trotz meines Vorwissen zweimal stocken.
Ich konnte sie ohne irgendwelche Beweise im Vorfelde einweihen, denn ich lag bis gestern ja im UKE.
Sandras Rede war großartig sie behielt in gewisser Weise damit recht, aber nicht vollständig....
Der Drahtzieher des ganzen Desasters weilt immer noch unter uns. ...Nolk!
Der Sarg wurde hinab gelassen und die Herrschaften der anderen Seite des Gesetzes verließen uns. Herr Jessen hielt sich als mein Fahrer weiterhin im Hintergrund.
Ich versuchte den Blicken Sandras immer wieder aus zu weichen. Es gibt Dinge, die ich ihr maximal unter vier Augen erklären würde....
Nicht nur sie hat einen Verlust zu verkraften. Jan war nicht mein Mann, nicht mein Geliebter; sondern ich habe einen Bruder im Geiste, den ich nie hatte, verloren...
Sie wird meinen Standpunkt wahrscheinlich nie begreifen oder je verstehen. Sie ist...
Sandra wurde angesprochen und ich blickte hoch....
“Eine bewegende Rede. Von Euch beiden.” Jans Stimme ertönte in meinen Ohren und ich schöpfte eine Art Hoffnung in mir....
Ich spürte, das sein Körper nicht mehr am Leben war. Ich gönnte und überließ Sandra einen Moment des Wiederkennens und der Zweisamkeit.
Nolk sprach zu Jan und er stakste wie ferngesteuert regelrecht zu Nolk zurück.
Nolk überreichte mir durch Jans Hände einen Nagel, Silbernagel um es genau zu identifizieren.
Erst jetzt blickte ich in Jans Augen und tauschten vertraute Blicke aus und verabschiedeten uns wortlos.
Der Tag war durch Nolks Gesten verdorben und ich musste dringend zurück nach Edinburgh....

Ayden und ich analysierten den Silbernagel und  nach und nach fiel der ersehnte Groschen, warum? ....und das verdorbene Schachspiel Nolks fuhr fort...
Mordreds Schwert wurde seit seinem Fast-Tod durch den ursprünglichen Merlin durch jenen Silbernagel verschleiert.
Mordreds Schild hingegen befand sich sich weiterhin in seinen Besitz und er wurde zu einem der Sidhe-Lords des Sommerhofes.
..Ich kenne Jan und ich wusste, er lässt mich nicht hängen. Auch ich mehrte mein Wissen, um ihn aus seinem aktuellen Zustand zurück holen zu können …
...Aber ich bräuchte dafür Schild & Schwert meines Vorfahren. ...und wahrscheinlich die vollständigen Rezepturen meiner Familie....
Meine Mutter ist ist mir nach der Suche nach weiter führenden  Ideen keine große Hilfe. Stattdessen hält sie mir Vorträge über menschliche Reproduktion.
Sie möchte Enkelkinder.  Dabei macht sie weder Vorschläge über potentielle Partner noch gibt sie Informationen über sich und/oder ihrer Familienlinie preis.
Sie verrät mir nicht einmal ihr wahres Alter. Nur von Ayden weiß ich, das sie deutlich älter ist als er....

...Ich kehrte ohne viel weiteren Wissen der Lösung des Problems Duell und Nolk nach Hamburg zurück.
Ich war immer noch krank geschrieben und wartete auf Jan. Ich wusste, das er mich aufsuchen würde. Ich kenne ich seit Jahren und auch diesmal enttäuschte er mich nicht.
Von Melanies Anruf aus Wiesbaden, Nachschulung Polizeiprozeduren sowie Schlosserlizenz, war mir offiziell bekannt, das Jan mich suchte.
Gegen Abend war es endlich soweit und wie immer bereitete ich ihm den Familienkaffee. Leider immer noch nur mit der Grundrezeptur....
Jan hatte sich verändert und verriet durch seine noch barscheren Worte seine Angst, Besorgnis um mich.
Wir waren uns näher wie früher und doch so fern....
Im Hamburger Volkspark wollte er mir eine Lektion in Sachen Drohgebärden und seiner neu erworbenen Fähigkeiten erteilen..
In seiner Kampfform war er etwas, was den normalen Menschen geistig bereits außer Gefecht setzen würde.
Er war Anubis Champion. Und? Ich bin seit fast zwei Jahrzehnten bei SoKo Übernatürlich und habe bereits viel Schreckenerregendes als das erlebt.
Er war deutlich schneller und kräftiger als früher und hätte mich ohne Zweifel töten können...
...Aber nicht er sondern die Sidhe des Sommerhofes unter Mordred trachteten mir nach dem Leben...


Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 21.05.2012 | 16:13
Zitat
...Jans Abart in jedem dritten Satz vulgäre Phrasen an zu wenden, scheint auch auf mich abgefärbt zu haben.

wenigstens etwas von ihm, das bleibt! :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.05.2012 | 16:46
wenigstens etwas von ihm, das bleibt! :)

Ich hoffe, Du erlaubst mir im Rahmen von Edeltrauts Tagebuch diese weiter zu verwenden? 8]
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 21.05.2012 | 16:48
Aber sicher!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.05.2012 | 20:51
Teil 2 von

....Always the end ....
...„Scheiße“ war meine nächste Reaktion, nachdem sich ein Pfeil sich 20cm neben meiner vorherigen Postion in eine Eiche bohrte.
In Jans Gesicht spiegelte sich Überraschung obgleich meines Fluchs?
Ich blieb in Deckung, sicherte polizeitechnisch mit Latexhandschuh und Beweisbeutel den Pfeil. Ein zweiter Pfeil wurde meinerseits abgewehrt.
Jan sah sich um, fand aber keinen der Schützen. Sein „Scheiße“ war eindeutig!
Deshalb brachte er mich anschließend  mich unter seiner Deckung zurück nach Hause....
Eigentlich wollte ich Oberkommissar Jessen das Beweisstück rein reichen, aber irgendetwas muss mir Jan, der Schuft!,  ins Glas gegeben haben. …
Erst um 6h morgens wachte ich wieder auf. Jan war verschwunden, hatte mir einen Trainingstreffpunkt für den kommenden Abend notiert, eine Halle im Gewerbegebiet.
Ich rief dann bei Dietmar an und er war regelrecht geladen. Der Einlauf seinerseits war gewachsen. Er schien keinen Schlaf bekommen zu haben.
Er war sogar kurz davor, mich als potentiell Verdächtige an einen mehrfachen Mordfall fest zu nehmen.  
Ich war ja nicht im Dienst, so dass er den Fall anscheinend übernommen hatte. Ich setzte einen frischen Kaffee auf und wartete auf meine Kollegen.
Wird er das unausgesprochene Gesetz brechen und mich gleich festnehmen oder mich erst befragen?
Dietmar kam, seine Stimmung war immer noch gereizt.
Auch ohne Gedankenlesen knisterte die Luft und ich reichte ihm meinen neuen Aschenbecher und einen großen Becher mit besten Kaffee.
Er beruhigte sich ein wenig und erst dann reichte ich ihm das gesammelte Beweisstück.
Nur kurz berichtete er , das es in der Nacht einen Zweifach- Mord gegeben hätte.
Auch hier seien Bögen aber auch die dazugehörigen Pfeile, die meinen Fundstücken stark ähnelten.
Er fragte mich natürlicherweise nach meinen Alibi und Beobachtungen.  ...Aber glücklicherweise nicht direkt, wen ich in Verdacht habe.
Dank meiner Nachbarn konnte meine Nachtruhe zu Hause bestätigt werden. ...Jan konnte unentdeckt aus dem Haus verschwinden.
Dietmar ist weder blind noch blöd....
...Aber wie kam Nolk an Mordreds Schwert?...
...Ich hatte meinen Verdacht, wer für die Morde verantwortlich ist, Jan Hirt mein zweischneidiges Schwert in Verbindung mit Nolk....
Nolk spielt seine weitere Spielzüge aus, ohne das nicht einmal Jan davon wusste....
Wer gab den Auftrag und wer war nur ausführendes Organ?
Dietmar ließ mich allein, aber vieles meiner Vermutungen konnte er mir den Göttern sei Dank nicht entlocken.
Noch 5 Tage bis zum Duell und ich versuche mich im Vergleich zu Jan in Kampfgestalt mit meinen Fähigkeiten zu vergleichen:
Er ist deutlich schneller und besser als ich, musste ich leider zugeben.
Er führt mich nicht vor, sondern zeigt mir Verbesserungsmöglichkeiten meines Kampfstils.
Ich versuche die gemeinsame Zeit in meinen Gedächtnis zu speichern, ohne zu fragen, ob er für die Morde verantwortlich war.
…Ich weiß er ist tot, aber mir war er zu dem Zeitpunkt Jan derzeit näher als meine Mutter....

Endlich traf am Vortage des Duells meine Rüstung für das Duell ein und ich konnte mit Rüstung meine Reitkenntnisse auffrischen.
Mordred forderte ein Duell mit ritterlicher Waffenkunst vermutlich auch mit Tjoste.
Ich konnte auf Jans Gesicht eine amüsierte Reaktion erzeugen, bevor seine sein Tonfall wieder ins rücksichtslose Gebaren zurück fiel.
Ich konnte ihn verstehen. Ich, wir hatten am kommenden Tage ein Duell höchster Kunst zu bestreiten.
...Meine Mutter hatte wohl diesmal in Edinburgh genügend zu tun als mir in irgendeiner Weise beiseite zu stehen. Warum war sie dann in Ägypten dabei?...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 22.05.2012 | 18:20
Der Tag des Desasters, Duells oder Teil 3 von ....Always the end ....

Dietmar Jessen holte mich zu diesen Tage ab. Ich konnte unter seiner üblichen Kleidung eine schwere Schutzweste erkennen. Anbei zwei schwere Pistolen.
Wen erwartete er, dort zu treffen? Seine Nervosität schien auf mich über zu greifen. Ist ihm überhaupt klar, welche Verantwortung ich ihn übertragen habe?
Ich versteckte meine Nanbandō unter einen weiten Umhang.
Mein Kampfstil und meine Gewohnheiten waren durch meine väterliche Erziehung nicht westlich sondern japanisch geprägt worden.
Als Dietmar meinen dazu passenden Helm sah, erntete ich einen erstaunten, fast in Angst erstarrenden Blick.
Er fasste sich kurz und wir holten dann Boris Janzen von seiner Wohnung ab.

Auf einer damals nicht geöffneten Freifläche des Hamburger Freihafens trafen wir auf Nolk und Jan. Boris öffnete das Tor und verabschiedete sich dann von uns.
Dietmar fragte nicht, wer uns gerade ins NeverNever begleiten würde, also bekommt er auch keine Antwort.

...Nächste Schachzüge von Nolk waren bereits schon vorbereitet und auch wir waren seine geladenen Figuren....

Ein buntes Treiben erwartete uns, wie in einem amerikanischen Mittelalterfilm von 1954.
Dietmar traf sich mit Fionn, dem Sekundanten Mordreds und handelten die letzten Formalitäten aus. Dietmar hat durchaus meinen Respekt verdient!
Er denkt sogar dran, mir die Möglichkeit zu geben, einen Champion erwählen zu können....

Als ich meinen Vorfahren mütterlicherseits das erste Mal erblicke, musste auch ich meine Reaktionen kontrollieren.
Fast automatisch hätte ich ihm die falsche Art der Ehre erwiesen. ER hat mir das Duell aufgezwungen; Dieses Arrogante Aas von Mordred! Dieser Bucco!...
Warum habe ich mich neben Training mit Jan nicht mich mehr mit der Analyse des Schwertes beschäftigt?....
Nolk konnte meine Gedanken lesen, aber sein Kommentar darüber hätte er sich diskreter weise verkneifen können....
Jan machte mir die Angelegenheit auch nicht einfacher mit seinen Worten:
“Edeltraut, wenn Du ohne Mordreds Schwert kämpfst, hast Du gar keine Chance. Wenn Du mit ihm kämpfst, entwaffnet er Dich in den ersten drei Sekunden und nimmt sein Schwert wieder an sich. Dann hast Du erst recht keine Chance mehr. Also: Du benennst mich als Champion.”
Mir blieb keine andere Wahl. Mein Angebot, ihm für den Kampf Mordreds Schwert, mit Eisen, zu leihen, lehnt er ab.
Er wird mit seinem Bronzeschwert, ich habe nachgeschlagen: Kopesch, kämpfen.
Jan spricht mit Nolk und lässt ihn auf diverse uralte Götter schwören. Jan will mich und sich heil aus der Sache heraus kommen sehen....
Im Anschluss übergab er mir seinen Mantel und zeigte mir seinen glänzenden Spiegelpanzer.
Ich schlug ihn mit folgenden Worten aufmunternd auf die Schulter: „Jan, Du bist mir mein zweischneidiges Schwert!“...


Das Duell begann, in dem der große Homo Ineptus, kurz Mordred mit seinem immerhin vierbeinigen Reittier auf Jan zu ritt und fairerweise dann abstieg.
Mordred wartete auf Jans ersten Schlag....
Irgendwie war der Kampfverlauf deutlich anders als das Training der vergangenen Tage. …
Laut meiner Einschätzung hätte Jan Hirt stärker und effektiver treffen und verteidigen müssen....
Dann begann der Niedergang: ...nachdem Mordred, das Belua, seine Strategie auf den sozialen Kampf änderte, übernahm Nolk die Kontrolle des Corpus Jans.
Jans Schläge waren dennoch zu schwach , um irgendwie etwas gegen meinen Vorfahren ausrichten zu können....
Jetzt im Hinterher kann ich sagen, das ich  ich damals bereits das Zerbrechen einer mir verwandten und vertrauten Präsenz, Seele  spürte.

....Die Russen kommen, ( …Werner, die Russen sind da!)?
Warum denke ich gerade in dieser skurrilen Kampfaktion gerade an den Kieler Comichelden?
Beide Seiten zahlten hohe Blutzölle, aber Dietmar, Nolk, Boris und einige andere Unerkannte und Unbekannte beobachteten bisher das Kampfgeschehen vor uns....

Nolk krallte seinen Fingernagel in die linke Hand, zeichnete mit dem austretenden Blut ein Symbol und deutete dann auf Mordred.
Er sprach einen mir unbekannten Namen aus und deutete so dann auf Mordred.

Einige der nicht am großen Schlachtgetümmel beteiligte Sidhe , vermutlich dessen Leibwächter kamen auf uns zu.
Nolk wohl wissentlich, das ich sein Schild sein würde, wechselte seine Position hinter mich.
Meine Verletzung war so gut wie ausgeheilt und einige der Sidhe verloren auch meinetwegen ihr Leben.
Ich trauere mit Euch, Titania! ...Wir hätten es nie so weit kommen lassen dürfen.....
Nolk unterbrach die Kontrolle Jans und griff in eine andersartige Realität. Er rief und holte eine seiner gebundenen Kreaturen hervor: den Behemôth.
Mein Ahnherr übernahm die Kontrolle über Jans kläglichen, geistlichen Überreste und hetzte ihn auf Nolk.
Ich warf mir Jans Mantel über und stellte mich dem Kampf mit meinen Ahnen.
...Jan war der erste, der vom Gierdämon verschlungen wurde.... Dietmar ergriff des Anblicks voller Grauen die Flucht...
Boris forderte ebenfalls von mir den Rückzug in unsere Welt.
Ein erfolgreicher Streich von seiner Klinge, gefochten von einer seiner letzten Nachfahren, einer Frau konnte auch ihn irritieren....
Ich ließ endlich Mordreds Schwert direkt auf Nolks Füße fallen und folgte Boris zuerst nach Hamburg zurück....


Auf dem Weg nach Haus kramte ich in Jans Manteltasche eher aus Nervosität herum und fand einen Schlüssel, einen Hotelschlüssel....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 10.06.2012 | 04:18
Moin!

Danke an Blechpirat und an JollyOrc, Xemides und Corinna.
Es hat wieder gerockt! :d

Ich habe gestern noch einige Dinge zur Vervollständigung der Unterlagen vom Spiel im Mai endlich beantwortet bekommen.

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Antrag der Schließung der Fahndungsakte:       Jan Hirt

Antragstellung durch:                Edeltraut Manske jr.
                     (stellvertretend für die Soko Übernatürlich)   
Begründung:
Der mumifizierte, dennoch aktive Leichnam des Gesuchten Jan Hirt wurde gegen Ende eines Duells im NeverNever, nahe HH durch einen durch den schwarzen Vampir Nolk gerufenen Gier- Dämon (namentlich Behemôth) verschlungen.


Zeugen des Exekutiv- Vorgangs:          Haupt-Kommissarin E. Manske jr.
                                     Oberkommissar Dietmar Jessen
                                     Boris Janzen (freie MA SoKo Übernatürlich)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 10.06.2012 | 04:20
2. Brief an Frau E. Manske senior in Folge der Ereignisse im Mai 2012:

Hallo Mutter,

ich liebe Dich, Mutter!

wir haben miteinander einiges zu besprechen, von Tochter zu Mutter und von Mutter zu Tochter:

Ich würde gerne Mutter werden, aber ohne geeigneten Partner, auf den ich blind zählen kann, ist es mir nicht möglich.
Ich benötige Vertrauen, weder dienstlich oder auf Lehrer-Schülerebene (wie zwischen Ayden und mir).
Jan und ich waren geistig irgendwie miteinander verbunden.
...und nein, ich habe nicht nachgeholfen!
Unsere Beziehung, Freundschaft war rein platonisch und mehr hätte ich bis zu dem Zeitpunkt seines Todes nicht gewollt....
Er war für mich wie ein Bruder, den ich nie haben durfte.

Habe ich tatsächlich keine Geschwister oder bin ich über all Deines Jahrhunderte langen Lebens Einzelkind geblieben?
Ja, ich weiß mittlerweile, das Dein wahres Alter über hundert Jahre liegt.
Während meines Studium entwickelte ich tatsächlich eine Art Liebe und Vertrauen gegenüber einem Mann, auch in meinem damaligen Alter und ein Kommilitone meines Studiengangs.
Er wurde mir jäh entrissen, entführt von Unbekannt.
Selbst mein Vater konnte die Spuren nicht mehr brauchbar entschlüsseln.
Kurz nach dem erfolgreichen Bestehen der Prüfungen wollten mein damaliger Freund und ich Vater und seinen Eltern unsere Verlobung bekannt geben.
Ich war älter und durfte schon Autofahren, also holte ich ihn ab.
An weitere Details kann ich mich von damals nicht mehr erinnern, da mein nächste Erinnerung in der Charité wieder begann.
...Selbst das Bild vor meinigen geistigen Auge von ihm ist weg.

Seitdem konnte ich bisher keinerlei richtige Liebe gegenüber eines Mannes entwickeln.
...Es wäre schön gewesen, wenn Du mit mir diesen Schmerz geteilt hättest....
Vater hat auch nach Deinem Verschwinden keinerlei Beziehung zu anderen Frauen mehr begonnen.

Das Thema Jan Hirt ist mittlerweile vollständig abgeschlossen, da unser wohlbekannter Nolk Jan an sein Haustier namens Behemôth verfüttert hat.
Ja, ich kann sehen und ich weiß, das Nolk Dich kennt.
Wie gut kennst Du Nolk?
... und komme mir bitte nicht wieder mit Lügen oder Ausflüchte!

Du bist meine Mutter und ich bin kein kleines, unmündiges Kind mehr, allenfalls Teenager in Deinen Augen.
Ich entwickele mich zu einem vollständigen Mitglied Deiner Gesellschaft, 'Mutter.
Ich brauche auch Dich, als Mutter, Ratgeberin.
Du weißt mehr über unsere Familie und ihre Geheimnisse sowie Rezepte.
Ja, ich spreche Dich auch auf unseren viel gerühmten Kaffee an, der laut vermutlich in der vollständigen Rezeptur angeblich sogar Tote wieder erwecken könnte. (Etwas kleiner geschrieben: Für Jan ist es bereits zu spät!)
Ich mag keinen schwarzen Tee und Ayden versucht mir momentan mir das Kochen näher zu bringen....
Ist unser Kaffeerezept tatsächlich, wie ich vermute, ebenfalls die Grundlage derartiger Gebräue?...

Ich weiß, ja, Du derzeit bist wegen der Verhandlung schwer beschäftigt.
Aber ich brauche Dich mehr denn je!
 
In Liebe

Edeltraut   
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 11.06.2012 | 16:52
Moin!

hier habe ich einen weiteren Auszug aus Edetrauts Manske jr. Tagebuch zur Vervollständigung und zum Abschluß zu Jans Tod....

Viel Spass zum Lesen!

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Der Tag des Desasters, Nachklänge ....Always the end ....
...Eskortiert durch einen jungen, verschreckten Warden stand ich vor der Tür meines Mentors und Lehrmeisters Ayden McGregor.
Ich muss  den jungen? Mann wohl durch meine noch getragene Nanbandō mit aufgesetzter Maske wohl einen bösen Schrecken eingejagt haben.
Auch Jans große Sporttasche mit all seinem praktischen Equipments seines menschlichen Wirkens, das wir in Hamburg kurz vorher
auf seinem Hotelzimmer auf Magie überprüft hatten und  dann requirierten, müssen den Wachhabenden an den Toren sehr verunsichert haben.
Ich war froh, das wir dabei nicht Sandra Sládek über den Weg liefen.
Boris wollte die schlechte Nachricht ihr überbringen, auch wenn es eigentlich meine Pflicht gewesen wäre.  ...Schließlich starb Jan eigentlich für mich....
Der Warden hatte bereits geklopft und während meine Gedanken noch rotierten, öffnete Ayden die Tür.
Aufgrund meines letzten sarkastischen fast bösartigen Scherzes hätte ich von ihm eine Ohrfeige oder die Beendigung meiner Lehre erwartet.
Ayden blieb ruhig.
Statt dessen kam er mir wortlos entgegen und half mir erst einmal aus der Rüstung, die ich ja immer noch seit dem Kampf trug.
Er ließ mich setzen und reichte mir eine Teetasse, in dem er zwei Stück Zucker gab und dann mit seinem Lieblingstee aufgoss.
Ich mag zwar keinen schwarzen Tee, aber er half mir zur Ruhe zukommen....
Ich begann zu erzählen  und versuchte keinerlei Details ihm gegenüber aus zu lassen:
- Die Worte Nolks, die ihm meine unzulängliche Vorbereitung offenbahrten, den Namen, den er Mordred gegenüber sprach, mit dem dazugehörigen Symbol,
- Jans letzte Worte mir gegenüber, bevor er in sein endgültiges Verderben entgegen schritt.
- Beschreibungen aller Anwesenden, die ich erkennen konnte,
- Meinen letzten Streich mit dem Schwert gegenüber meinen Ahnen, der ihn sogar irritieren konnte,
 
Praktisch den gesamten  Verlauf des gesamten Kampfes von Anfang an, bis zu unserer Flucht nach Hamburg zurück, teilte ich ihm mit.
Ayden ließ mir Zeit. Er reichte mir diverse Taschentücher, um meine Tränen  trocknen. Es war aber vergebene Müh'.
Meine Tränen versiegten nicht. … Meine eiserne Disziplin konnte selbst diese rein menschliche Reaktion nicht verhindern.
Sein Interesse lag dabei nicht nur bei Nolk, Mordred, seinem Schwert & Schild, sondern wider Erwarten auch bei Jan... und seinem Ende.
Viel konnte ich Ayden nicht über die Unterschiede erzählen, da Jan das erste Opfer Behemôths wurde.
Ayden bat mich, nachdem etwas Stille in mir einkehrte, um eine Probe des Schorfs meiner letzten Trainigsverletzung mit Jan, eine bereits fast verheilte Schramme von gestern.
Woher wußte...?
Ich gewährte ihm seinen Wunsch und reichte ihm auch Jans Mantel, an dem ich mich während des gesamten Berichtes wohl gekrallt hatte. …
Ich bat meinen Mentor dabei, ihn bei dessen Untersuchung nicht zu zerstören und mir zurück zu bringen,
sowie die Erlaubnis an dem daddurch erworbenen Wissen teilhaben zu dürfen....
Ayden fragte mich, was an diesem Mantel besonderes sei und ich erklärte ihm, das dies 1.) Jans Mantel sei, und  2.) er ihn vor dem Duell trug.
Überascht wohl aufgrund dieser Aussage nickte er mir nur wissend und aufmunternd zu, sagte aber weiter nichts.
Er reichte mir meine braune Schülerrobe, nachdem er merkte, da ich wohl unter Schock stehend anfing, offensichtlich zu frieren.
Eher schützend geleitete er mich zu meinem eigenen kleinen Zimmer im HQ, nahe seinem Büro und ließ mich bis zum nächsten Mittag komplett durch pennen.
Erst nach dem folgenden Brunch begannen meine neuen Lektionen in Sachen Überzeugungskraft im Sinne der Magie....
  
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 12.06.2012 | 16:55
Moin!

Nun zu dem Spiel von letzte Woche Samstag.
Danke für das Spiel  :d!

hier ist der nächste offizielle Polizeibericht der SoKo Übernatürlich.


Gruß Alyne

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Zu Gesamt- Fall 588 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2012-06-10 HH]
Nach dem Besuch einer Lesung des bekannten  Fantasy-Autoren Peter Raith lädt Hauptkommissarin Manske den Autoren persönlich zu Essen ein.
Im Trattoria Bertinelli, der Lieblingspizzeria des Eingeladenen finden das Team nicht nur gute Gespräche sondern auch rote Vampire.
Das ganze Restaurant ist besetzt von roten Vampiren.
Auch Baron Boris Vulkov, aus Prag betritt es und fordert das Leben des Teams und Peter Raiths.
Die Vampire blockieren den Hauptausgang, so dass dem Team nur die Flucht durch das eingeschlagene Separeefenster verbleibt.
Der Koch wurde das erste Opfer des Roten Vampire, Minuten später folgte auch der Kellner seinen Kollegen in den Tod.
Durch eine defekte Gasleitung sowie das bereits außer Kontrolle geratene Kochfeuer in der Küche explodierte der Innenraum des Lokals.
Dem Team und Peter Raith gelingt dadurch die erfolgreich Flucht.
Von einem Mittelklassehotel aus suchen E. Manske jr und Peter Raith nach den potentiellen Rückzugsorten der ungebetenen Gäste aus Prag.
Zwei Spuren finden beide.
Die Fährte der Hauptkommissarin führt zu einem fast verlassenen Sonderlandeplatz im Süden Schleswig-Holsteins fast direkt an der A7 gelegen.
Der Autor hat die Idee, das die rote Brut mit einem verdunkelten Tourbus in die Hansestadt Hamburg gelangten.
Seine Eingebung erwies sich jedoch am Abend nach einer Überprüfung als falsch.
Nach Sonnenuntergang trifft sich Peter Raith mit Baron Vulkov auf dem Hamburger Neutral Ground, dem „Napalm Beach“ , einer Cocktailbar bei der Reeperbahn.
Eigentlich war geplant, dass das Einsatzteam der SoKo Übernatürlich vom Haus gegenüber Vulkov ausschalten sollte.
Das Stundenhotel war bereits durch feindliche Späher besetzt. Um ihre schlechte Position nicht weiter zu gefährden, musste
die Einsatzgruppe zudem hilflos zu sehen, wie zwei junge Frauen Opfer der roten Vampire wurden.
Melanie Klein versuchte Vulkovs Leihwagen, ein schwarzer Mercedes Viano zu sabotieren, was leider bemerkt wurde.
Der dortige Einsatz entpuppt sich als Fehlschlag.
Zwei Tage später baut das Team in Zusammenarbeit mit der Mausoleumsbesitzerin Sandra Sládek auf dem Friedhof Stellingen eine Falle für den hochrangigen roten Vampir aus Prag Boris Vulkov auf.
Der gut im Voraus geplante Hinterhalt des Einsatzteams vernichtete recht schnell und unauffällig Boris Vulkov und seine Begleiter.
Am Sonderlandeplatz/Flughafen im Süden von Schleswig-Holstein liquidiert die SoKo Übernatürlich die verbleibenden roten Vampire aus Prag und retteten somit 8 jungen, gefangenen Frauen das Leben.
Aufgrund von diversen technischen Defekten während der Rettungsmission wird die Gulfstream SP, der Übertagungsort der restlichen, roten Vampire verbrannt.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 12.06.2012 | 21:10
Moin!

Diary führen bringt Spass und ich hoffe, Ihr habt genauso viel Vergnügen beim Lesen von weiteren Einträgen aus Edeltraut Manskes persönlichen Tagebuch!

Gruß Alyne

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...zwischen den Stühlen....
...Ich habe eben nach längere Zeit wieder mit meiner Mutter gesprochen und bin regelrecht entsetzt, wie sich diese einst so schöne und selbstbewusste Frau
sich so vergrämen lassen kann. Ich weiß nicht mehr, wie man meiner Mutter noch helfen kann.
Sie isst kaum noch und denkt nur noch an ihre Verhandlung nach. Dabei hat sie noch zwei lebende Kinder und ein Enkelkind, deren Existenz sie eigentlich erfreuen sollte...
Aber warum kann das Leben nicht einfacher sein? Scheiß Situation kann ich derzeit nur sagen!
...Anathema sit! (= Verflucht sei er!)...
Angefangen hat die ganze Geschichte, in dem wir einer Lesung des Autoren Peter Rath, einem Fantasy-Autoren in einer großen Hamburger Buchhandlung beiwohnten.
Sein Thema sind unsere Fälle, brillant und detailgetreu geschildert, als wäre er persönlich dabei gewesen....
Mein Kollege Horst Krüger hatte mich auf die für ihn recht lesenswerte Geschichten hingewiesen. Er hätte diese Bücher regelrecht verschlungen....
Peter Rath Gesichtsausdruck war unidentifizierbar, als ich ihm mein Buch zum Signieren übergab.
Ich wollte Ayden das Buch mal zum Lesen rein reichen.
Ich konnte Peter nicht einschätzen, so dass ich mich spontan entschied, ihn zu einem Essen hinterher einzuladen.
Bis zu diesem Termin, war mir die Technik hold und konnte mir einige Details über diese Person zusammenfassen.
Ich habe das Gefühl, das diese Augenblicke immer seltener werden, merda (scheiße)!
Auf dem Weg zu dem vorgeschlagenen Restaurant namens „Trattoria Bertinelli“ nahe der Buchhandlung, wies mich Boris auf die wahre Natur von Peter Rath hin.
Peter ist ein weißer Vampir und zu dem ein Mitglied der Familie Raith.
Ineptis!(Dummes Zeug!), dachte ich bei mir, da ich bisher auf jedes männliche Mitglied der Familie allergisch aggressiv reagierte.
Bei Peter Raith ist es anders. Erklärungen für dieses Phänomen sind zu diesem Zeitpunkt unbekannt. …
Das vorgeschlagene Restaurant erwies sich als guter Tip, es war voll und es roch hervorragend.
Peter schien hier öfter zu sein und wir wurden sogleich zu einem Separee geleitet.
Gerade als wir bestellen wollten, betrat ein uns wohl bekannter Gegner das Lokal: Boris Vulkov.
Was in Dreiteufelsnamen macht er in Deutschland?
Er sucht nach uns. Dabei sind die Mörder seiner Frau entweder tot, tot, tot oder in Sicherheit in Edinburgh.
Aber der Homo perditus (=verkommene Existenz) meint es ernst und will uns alle!
Ich hatte Gerüchte gehört, das die Weißen und die Roten Vampire mittlerweile verbündet seien.
...Selbst Peter Rath stand auf seinem Speiseplan.
Die restlichen Gäste waren nicht menschlich, sondern entpuppten sich ebenfalls als Mitglieder des Red Courts.
Sie fingen bereits an, sich an den Koch gütlich zu tun.
Der Kellner wurde ihr zweites Opfer.
...Als wären wir bereits ein zusammen gewachsenes Team, reagierten alle unserer Seite effektiv und erfolgreich.
Melanie hatte sich wohlweislich bereits zu Anfang unseres dortigen Aufenthalts eine Flasche Grappa bestellt.
Ich zog unbemerkt vor den Vampiren meinem Dolch und konnte rechtzeitig nach Melanies Feuerstoß in die Küche eine Schutzwand aus Erde hochziehen.
Im Schatten derer konnten wir, einschließlich Peter durch das eingeschlagene Fenster entkommen.
Angesicht unserer Bedrohung durch eine unbekannte Anzahl Roter Vampire aus Prag stiegen wir gemeinsam mit Peters Familie in einem guten Mittelklassehotel ab.
Nachts schrieb ich bereits einen kurze Zusammenfassung der letzten Stunden mit meiner elektrischen Schreibmaschine, nachdem mein uralter Laptop wieder
 mal nicht ansprang.
Morgens während wir gemeinsam frühstückten, machten wir Pläne um die unangemeldeten Gäste aus Prag aus zu schalten.
Boris erhielt nebenbei von Georg Sokolov den Auftrag, ihn in seiner Abwesenheit als Warden zu vertreten. Er befände sich außerhalb seines Einsatzgebietes.
Ob es mit meiner Mutter in Zusammenhang stehen würde, kann ich leider nicht sagen....
Peter Raith wollte sich Abends erneut mit Boris Vulkov diesmal auf Neutral Ground, „Napalm Beach“ treffen, um ihn den Namen des Mörders seiner Frau zu nennen.
Ich bin hin und hergerissen, ob ich mich einmischen und Peter Einhalt gebieten sollte.  Ich kann diesen weißen Vampir nicht einordnen.
Scheiße! …
Ich versuchte über Datenabgleich der Flugsicherung heraus zu finden, ob Vulkov und seine Brut über Luftwege Deutschland erreichten.
Herrn Raiths Idee, das Vulkov und seine Leute über einen oder mehrere verdunkelte Tourbusse nach Hamburg gelangten, wäre ebenfalls durchaus denkbar.
Von daher organisierte ich für abends Karten für einen Auftritt einer Prager Rockband, um Peters Verdacht nach zu gehen.
Gegen frühen Nachmittag erhielt ich endgültige Ergebnisse meiner Recherche und fuhr mit Peter, Boris und Melanie zu einen fast verlassenen Flughafen im Süden von
Schleswig-Holstein. Von der strategischen Lage gut an der A7 gelegen, wäre es ein idealer Rückzugsort.
Abgesehen von einer Putzfrau namens Aische war keine Sterbliche Seele zu finden.
Herr Raith jr überzeugte die Frau, mit ihm zusammen zu arbeiten. Ich möchte nicht wissen, wie. ...Das Gespräch dauerte dafür recht lange....
Nur auf dem Rollfeld stand eine Gulfstream SP mit der gesuchten Kennung.
Ich war zwar noch nie an Bord, aber meine Quelle beschrieb den Privatflugzeugtyp als bequem und luxuriös, auch ausreichend für bis zu 26 Fluggäste.
Das Konzert dieser schrecklichen Tschechischen Rockband erwies sich jedoch als Fehlschlag. ....
Peter Raith, seltsamerweise reagiere ich immer noch nicht aggressiv auf ihn, traf sich auf dem Hamburger Neutral Ground, dem "Napalm Beach" mit Boris Vulkov.
Er hatte die Aufgabe übernommen, mit Vulkov über den Mörder seiner verstorbenen Ehefrau zu reden und unseren Alternativplan vorzubereiten. ...
Scheiße! … warum erscheint Peter mir fast so vertraut?... Abi in malam crucem! (=Geh' zum Kuckuck!)
Melanie, Boris und ich planten zuerst nach dem Treffen Boris Vulkov vom Stundenhotel gegenüber auszuschalten, was aber bereits durch Vulkovs Brut besetzt war.
Melanies Versuch Vulkovs Wagen zu manipulieren, scheiterte an der guten Aufmerksamkeit seiner Kinder? .
Unser Plan, Boris Vulkov vor Ort aus zu schalten, scheiterte kläglich.
Boris klärte am folgenden Tag Sandra Sládek über unseren Plan auf.
Sie gab die Erlaubnis für den Plan und organisierte zu dem 4 weitere Wardens.
Mir wurde zwei Tage später die Ehre zu Teil , Sandra und die  Wardens im direkten Kampf gegen Vulkov zu unterstützen.
Obwohl sich Mordreds Schwert nicht mehr in meiner Obhut befand, konnte ich mit meinem eigenen Dolch beim direkten Gefecht glänzen.
Mir scheint, das es bei den Wardens immer noch nicht durchgedrungen war, das die Roten Vampire aus Prag auf Erd- Angriffe allergisch reagieren.
Sandra hätte es aufgrund unserer früheren Zusammenarbeit jedoch wissen müssen.
Mein Terrafaxius war mindestens so effektiv gegen den Vampirbaron wie deren gemeinsamer Feuerstrahl.
Peter Rath gab ihn dann mit seinem Stockdegen, der sich in seinem Regenschirm befindet, des Rest... Exitus!
Der Autor verschwand rechtzeitig von den Friedhof Stellingen, so dass ihn die Wardens nicht zu ordnen und identifizieren konnten.
Wir trafen uns wie vorher vereinbart am Flughafen, wo die Gulfstream SP nach wie vor stand.
Ohne die Zuhilfenahme der Wardens töteten das Team die verbleibenden Roten Vampire aus Prag.
Von den 20 jungen Frauen, die sich seit Tagen in deren Händen befand, konnten wir 8 Frauen lebendig retten.
Das Privatflugzeug geriet aus diversen technischen Defekten in Brand und vernichtete offensichtliche Beweise.
...Anathema sit! (= Verflucht sei er!)... Hermann Raith
Peter Rath oder offiziell Raith bat mich hinterher zu einem Gespräch in die verlassene Cafeteria.
Boris und Melanie weilten dabei bei mir.
...Ich kann es nach wir vor nicht glauben. Warum muss das Leben so kompliziert sein?....

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 19.06.2012 | 16:17
Peter Raths Tagebücher - 01 Bad Blood

Albrichts Bücherstube, Eppendorf

Ich habe Hunger. Die meisten Menschen würden jetzt einfach einen kleinen Snack einwerfen, und mit ihrer Arbeit weitermachen. Leider bin ich nicht die meisten Menschen: Wenn ich den kleinen Snack vor mir hier und jetzt vernasche, gäbe das sicherlich eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Lieber nicht. Stattdessen versuche ich das Kneifen in der Bauchgegend zu ignorieren und lächele den Sna-, ehm, die junge Frau vor mir an. “Für wen ist das Buch?”

“Für Chantal” quetscht sie aufgeregt heraus. Ich signiere ihr Buch schwungvoll, frage mich dabei aber, ob ich der Welt nicht einen Gefallen tun würde, wenn ich sie nicht doch.. nein, nicht hier, nicht jetzt!

Als nächstes steht eine rothaarige Frau vor mir. Schlank, durchtrainiert, mit eindringlichem Blick. Natürlich erkenne ich sie sofort, und auch ihre beiden Begleiter, den untersetzten Mann und die Kleine in seinem Schlepptau.

Sie reicht mir ihre Ausgabe von Dead Man Walking und setzt ein zuckersüßes Lächeln auf. “Für Edeltraut Manske bitte. Und vielleicht können wir uns einmal über Ihre Inspiration unterhalten.”

10 Jahre Ehe mit Klaus haben mein Pokerface nahezu perfektioniert. (Er weiß um meine Ernährungsgewohnheiten, und ist selten darüber besorgt, zumindest solange meine Mahlzeiten “Chantal”, “Susi” oder “Claudia” heißen. Aber wehe ich nehme mir den Kellner zum Nachtisch....) Ich lasse mir also nichts anmerken, bedenke auch Frau Klein und Herrn Jansen mit meinem freundlichsten Lächeln und nicke. “Aber natürlich. Wie wäre es mit der Trattoria Bertinelli? Die Trüffelpasta dort ist ausgezeichnet!”

Die Trattoria

Das Essen mit meinen Buchfiguren verläuft erstaunlich entspannt. Ich bin mir sicher, wenn Jan Hirt hier wäre, hätte er mir wohl schon den Kopf abgerissen. So kann ich Edeltraut Manske freundlich zulächeln, Boris ignorieren und mich fragen, wie Melanie wohl schme-. Ich haue mir innerlich selbst eine runter. Stopp, Peter! Nicht hier, nicht jetzt, und ganz sicher nicht sie. Zumindest nicht ohne ihr Einverständnis. Ich schenke ihr sicherheitshalber ein besonders warmes Lächeln.

Alle drei zusammen fragen mich natürlich, woher ich meine Informationen habe, sind aber erstaunlich schnell mit meinem Verweis auf ihr doch eher auffälliges Verhalten in der übernatürlichen Welt zufrieden.

Und tatsächlich laden sie mich ein, sie doch bei zukünftigen “Ausflügen” zu begleiten - was kann ich mir mehr wünschen! Zum Schein zögerlich willige ich ein, innerlich ist es eher ein Jauchzen. Schließlich komme ich so sicherlich beiden Frau Manskes näher.

Die Situation scheint sich zu entspannen, und ich winke Luigi, uns doch etwas zum Anstoßen zu bringen - dieser Grappa, den Melanie Klein geordert hatte ist schließlich nichts für mich. Dieser bewegt sich aber nicht von der Theke weg, und ein kurzer Rundblick durch die Trattoria erklärt auch warum: Der Laden ist voll von Vampiren des roten Hofes!

Das sollte mich eigentlich nicht weiter beunruhigen, schließlich sind das meine Allierten, aber Boris Vulkov ist dennoch immer für eher schlechte Nachrichten gut. Er grinst wie die Katze vor dem frisch geöffnetem Vogelkäfig und setzt sich ungefragt an unseren Tisch. “Herr Vulkov, was verschafft mir die Ehre?” begrüße ich ihn im Plauderton, während die Sterblichen um mich herum wohl eher nach improvisierten Waffen Ausschau halten.

Vulkov hält sich gerade eben so an die nötigsten Höflichkeitsregeln, was man von seinen Begleitern nicht sagen kann: Während einer seiner Schläger die letzten echten Gäste hinauswirft und die Tür verriegelt, fangen ein paar andere an, den Koch zu fressen. Auf dem Tresen. Brrr...

Mir ist klar, was Vulkov hier bezweckt, und seine Behauptung, eigentlich nur an den anderen interessiert zu sein, glaube ich nicht für 5 Sekunden. Er will die Mörder seiner Frau. Die eine ist zwar gar nicht hier, und der andere definitiv mausetot, aber Sippenhaft ist unter Vampiren kein Unwort. Zur Sicherheit mache ich ihm also unmissverständlich klar, in welcher Stadt er gerade ist, und dass er es sich lieber dreimal überlegen sollte, es hier und jetzt auf einen offenen Kampf ankommen zu lassen. Ich glaube, er versteht das, aber will ich alleine darauf vertrauen? Ein kurzer Seitenblick zeigt mir, dass Luigi immer noch diese alten Dünnglasscheiben in den Fenstern hat. Damit lässt sich doch was machen...

Ich halte Vulkov noch eine Weile mit eher bedeutungslosem Geplänkel hin, und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Fast zeitgleich mit meinem gezielten Schlag auf das dünne Fensterglas lässt Frau Manske einen Erdwall mitten in der Trattoria emporwachsen und Melanie Klein improvisiert die Grappaflasche zu seinem Flammenwerfer!

Noch ehe meine Cousins vom Roten Hof sich berappelt haben, sind wir aus dem Fenster verschwunden und bringen uns eilig in Sicherheit. Zwei Telefonate später sind auch Klaus und Smilla unterwegs um mich in einem Hotel auf St. Georg zu treffen - lieber bezahle ich denen einen Kurzurlaub, als dass ich es riskiere, dass Vulkov meinem Zuhause eine Stippvisite zukommen lässt.

Das Hotel, morgens

Einen guten Teil der Nacht habe ich damit verbracht, Klaus wieder zu beruhigen. Smilla nimmt die Situation erstaunlich gelassen hin - solange sie ihr Smartphone dabeihat, scheint sie sich eh kaum für irgendetwas anderes zu interessieren...

Am Morgen setze ich die beiden ins Auto. “Hier hast Du 2000 Euro, Klaus. Fahr mit ihr irgendwo hin, nein, sag mir nicht wohin. Ich rufe Dich an, wenn sich die Wogen hier etwas geglättet haben.” Er nickt, immer noch etwas blass. Ich gebe ihm einen aufmunternden Kuss. “Das ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, sei unbesorgt. Vulkov und ich sind Alliierte, und zur Not habe ich ja noch die Jungs in Ballonseide. Und nun fahr!”

Smilla schaut kaum vom Handy auf. Tapfere kleine Schauspielerin.

Bis zum Frühstück habe ich mich wieder komplett im Griff, und erörtere mit den anderen, was wir denn nun mit Vulkov machen. Ich muss ihnen nicht explizit sagen, dass es für mich eigentlich nur eine Variante gibt - den wahren Tod für Vulkov und alle seine Spießgesellen. Alles andere ist mir zum einen nicht endgültig genug, und würde zum anderen auch für diplomatische Verwicklungen sorgen.

Leere Nacht, Vulkov hat mit seiner Aktion gestern Fakten geschaffen, die ich schlicht nicht ignorieren kann. Mit gezwungener Gelassenheit rufe ich ihn schließlich an und vereinbare ein zweites Treffen - nur er und ich, auf Neutralem Boden.

Die Zeit bis zum Treffen werden wir mit der Suche nach Vulkovs Hauptquartier verbringen. Nach einiger Recherche gibt es eigentlich nur zwei ernsthafte Möglichkeiten: Entweder die Nightliner-Tourbusse von Novosibirsk Eulogy, einer tschechischen Industrial-Band, oder die erst kürzlich auf einem Privatflugplatz in Schleswig-Holstein geparkte Gulstream SP, die von einem anonymen Geschäftskunden gechartert wurde.

Ich setze mein Geld auf die Tourbusse - Vulkov hat kürzlich erhebliche Einnahmeverluste hinnehmen müssen (zwei seiner Clubs sind schließlich in Rauch aufgegangen), und er wäre so mitten in Hamburg, aber Edeltraut Manske traut ihm mehr zu.

Der Besuch auf dem Flughafen ist dann allerdings doch eher unergiebig. Das Flugfeld ist verlassen, die Gulfstream anscheinend versiegelt, und die einzige Ansprechpartnerin im Tower-Gebäude ist Aische die Putzfrau. Die mir wenigstens schnell erst zu einem Snack verhilft, und dann selbstverständlich äußerst gerne für mich arbeiten will: Bislang hat sie zwar nichts von den Passagieren der Gulfstream mitbekommen, aber sollte sich das ändern würde sie mich sofort anrufen. Ich gönne ihr ein dankbares Lächeln, auch wenn ich nicht glaube, dass ich sie jemals wiedersehen werde.

Der Kiez, Hamburg

Das Konzert im Docks war absolut unergiebig, und so verabschiedeten wir uns ziemlich schnell wieder - schließlich musste ich rechtzeitig im Napalm Beach sein. Der Neutrale Boden in Hamburg ist eine nicht sonderlich große Cocktailbar im Tiki-Stil. Keine Ahnung, wie die Besitzer des Ladens die Elektrik magiersicher bekommen haben, oder ob sie einfach nur masochistisch gerne Sicherungen austauschen, jedenfalls wird man ständig mit Musik beschallt, was effektiv verhindert, dass man irgendwelche Unterhaltungen am Nachbartisch mithören kann.

Vulkov kommt modisch zu spät, und hält sich auch nicht lange mit irgendwelchen Floskeln auf. Er will Sandra Sladek, und ihre Freunde. Und zwar tot. Ich nicke und versuche ihn vorsichtig auszuhören. Im Hin und Her unserers Gespräches erfahre ich, dass bislang noch niemand außerhalb seines engeren Kreises so genau weiß, mit wem Vulkov hier Kontakt hatte. Meine Beteiligung hat er auch noch nicht zurück nach Prag gemeldet.

Damit steht meine Entscheidung endgültig: Ich kann Edeltraut und ihren Leuten helfen, Vulkov und sein ganzes Team auszuschalten. Die Allianz unserer Höfe wird dank der Geheimhaltung damit nicht gefährdet, und ich bin diesen Mistkerl los.

Leere Nacht, was tut man nicht alles für die Sicherheit seiner Tochter! Ich bin ja nur froh, dass dieser Bluttrinker noch nicht von selbst auf die Idee gekommen ist, mich über sie zu bedrohen.

Zum Schein verspreche ich Vulkov, ihm Sandra Sladek auszuliefern. Ihre Freunde könne ich nicht entbehren, da ich an einem Spionagenetzwerk um sie herum arbeiten würde. In seinem Eifer, Rache zu nehmen schluckt er die Lüge anstandslos.

Wir vereinbaren, dass ich ihn innerhalb der nächsten 48 Stunden anrufe, wie er Sandra genau erwischen kann, bis dahin würde er seinerseits stillhalten - vorausgesetzt, ich kann verhindern, dass meine “neuen Freunde” irgendwas dummes tun.

Nun, zum Glück zählte er den missglückten Anschlag auf sein Auto während unserer Verhandlungen nicht dazu - zumal ich ansonsten den Scharfschützen im Haus gegenüber erwähnen müsste. So behalten wir beide unser Gesicht und lächeln uns wie zwei Haie zum Abschied an.

Friedhof Stellingen

Ich sitze mit Vulkov und seinen Spießgesellen in einem abgedunkelten Kleinbus. Seine Schergen überprüfen ihre Waffen, und ich erkläre Vulkov, wie die Aktion laufen wird:

“Sandra ist alle zwei Wochen hier, sie besucht Jan Hirts Mausoleum, legt innen ein paar Blumen nieder. Idealerweise erledigst Du sie da drinnen, da hast Du Ruhe und vor allem keine Zuschauer. Städtische Friedhöfe sind ja leider diese Tage überraschend gut besucht.”

Vulkov nickt. “Verdammte Goths” murmeln wir beide fast synchron, und müssen unwillkürlich lachen.

Was Vulkov nicht weiß: In dem Mausoleum gibt es einen Zugang zum NeverNever, und auf der anderen Seite warten eine gute Handvoll gut bewaffneter Wardens, während Boris Jansen und Fräulein Klein oben auf dem Mausoleum unter einem Schleier verborgen sind. Unser Plan ist es, dass Sandra mit den Warden Vulkov im Schutz des Mausoleums ausschalten, und wir von außen seine Schläger erledigen, sobald diese nach ihrem Boss schauen wollen. Als Notfallreserve stehen die Monsterjäger der Friedhofsgärtnerei bereit.

Einfach, simpel, quasi unfehlbar.

Aber Pläne überleben nur selten den Kontakt mit der Realität...

Ich begleite Vulkov und fünf seiner Leute zum Mausoleum, und schicke ihn alleine rein. Und genau das ist aus mir unerfindlichen Gründen der Moment, in dem Jansen und Klein beschließen, ihren Angriff zu starten! Wie hat Jan Hirt das bloss mit denen ausgehalten?!

Im nun folgendem Chaos verwüsten wir gute Teile des Friedhofsgeländes, zünden drei Bäume an, lassen die Seitenwand des Mausoleums einstürzen und...

...keinen der Bluttrinker um Vulkov am Leben. Ich erkläre Gärtnereioberst Hinnerk knapp, dass er die Rechnung für die nun notwendige erweiterte Grabpflege bitte an den Weißen Rat schicken solle und mache mich schnellstmöglich von dannen. Eine Begegnung mit einem der Wardens kann ich nun wirklich nicht brauchen.

Schleswig-Holstein, ein Flugfeld

Ich hatte es den Verwandten in Ballonseide zwar nicht direkt versprochen, aber so ganz aufgeben wollte ich die Bordsteinschwalben, die Vulkov auf seine Gulfstream eingeladen hatte dann doch nicht. 8 von 20 haben wir tatsächlich noch lebendig antreffen können, mit den Bluttrinkern im Flugzeug hingegen machten Boris und Edeltraut kurzen Prozess.

Das Flugzeug geriet zwecks Spurenentfernung mysteriöserweise in Brand, so muss Edeltraut ihren Chefs glücklicherweise keine dummen Fragen beantworten.

Während Boris und Melanie die Mädels in ein paar Taxen verfrachteten, hatte ich Gelegenheit zu einem Gespräch mit Edeltraut. Sie ließ ja nicht locker, und wollte unbedingt wissen, wieso ausgerechnet bei mir ihr Vampirradar nicht anschlug.

“Frag das am besten unsere Mutter, große Schwester.”
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 19.06.2012 | 23:30
Danke JollyOrc  :d!

Anscheinend entwickelt es sich zum bösen Spiel  :Ironie:... oder fast Sarkasmus :engelteufel: :fecht:.

Wer ist von uns der Engel und wer der Teufel?


Einen kleinen Satz hast Du aber im letzten Absatz zu Edeltraut vergessen zu schreiben.... Ich glaube, es ging um Verantwortung ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 20.06.2012 | 01:54
Das sind ja mal wieder großartige Diaries!!!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 20.06.2012 | 07:11
Einen kleinen Satz hast Du aber im letzten Absatz zu Edeltraut vergessen zu schreiben.... Ich glaube, es ging um Verantwortung ;)

ach, das verbuche ich unter künstlerischer Freiheit. So 100% stimmen meine Diaries ja eh nie :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 20.06.2012 | 08:11
Hu, die Diaries sind wieder sehr, sehr klasse, JollyOrc und Alyne! Danke euch!

Vor allem, dass man die exakt selben Geschehnisse aus so unterschiedlichen Gesichtspunkten serviert bekommt, ist sehr spannend.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 21.08.2012 | 01:40
Moin!

Danke für das leckere Essen, Corinna und auch an alle Mirwirkenden für das tolle Spiel am Sonntag!

Nun folgt mal wieder ein Tagebucheintrag aus der Feder der Hauptkommissarin Edeltraut Manske Jr.

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Dunkle Familiengeheimnisse
Ach, hallo Ayden- falls Du diese Zeilen liest, bitte behalte das Wissen für Dich, es ist nicht derzeit vollständig erforscht und daher nicht zu veröffentlichen.
Eine andere Angelegenheit ist, das Donald Morgan (stellvertretender Leiter der Wardens) anscheinend auf mich sauer ist. Dazu aber später ....

Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf von Boris Janzen, derzeit Urlaubsvertretung von Georg Sokolov.
Er teilte mir mit, das es einen Fluch der „Familie McMasters“ geben solle.
Ich hielt es für für notwendig, mein weltliches Team, bestehend aus Boris, Melanie, Peter  und mir zusammen zu rufen und eine weitere Vorgehensweise zu besprechen.
Es wurde einheitlich entschieden, mehr über die Familie McMasters zu erforschen und wir reisten am folgenden Tag nach Aberdeen, McMasters- Manner.
Im Vorfelde der Ermittlungen ließ ich meine Verbindungen zu Interpol spielen und von meiner Sicht mehr über die Familie McMasters zu erfahren.
Ein entfernter Verwandter von Peter und mir wohnt nach wie vor in Aberdeen und nahe dem Stammsitz meiner mütterlichen Vorfahren.
Mit dem britischen Steuerrecht scheint er aber auf dem Kriegsfuß zu stehen. Beruflich arbeitet er als Immobilienmakler.
Auch Peter war nicht untätig und faul, sondern fand alle noch lebende Träger des Nachnamens in Schottland.  
Eine der angegebenen Familien war angeheiratet, aber deren Nachkommen waren adoptiert und dementsprechend nicht unseres Blutes.

McMasters Manner:
Mein an verwandter Cousin 5.Grades namens Maximilian McMasters öffnete die Tür, als wir klingelten.
Max erkannte mich relativ schnell als Mitglied der Familie und erlaubte die Ansicht des gemeinsamen Familienstammbaumes und Chronik.
Meine Linie galt als offiziell ausgestorben, da meine Mutter und ihre potentiellen Geschwister unehelich gezeugt und geboren worden sind.
Unsere Großmutter hatte nie geheiratet, hatte aber einige Liebschaften aus der u.a. Mutter hervorging.

Unsere Familiengeschichte begann 567 n.Chr. mit der Heirat von Robena mit Ailpein, einem Prinzen der Pikten, und gründeten somit den Familiennamen McMasters.
Ich vermute, das Robena die erstgeborene Tochter von Mordred und dem Bauernmädchen war, dem wir den Fluch verdanken.
Der alte Turm des Anwesens stand noch und wir erlaubten uns ihn zu betreten und alle Türen zu öffnen.
Im Keller des Turm trafen wir meine nächsten weiblichen Verwandten des hier wohnenden Zweiges der McMasters, besser das was durch den Fluch übrig war.
Merda! Ghule!
Zu den McMasters- Ghulen ist hinzuzufügen, das sie allesamt weiblich sind.
Man kann sie mit Kaffee gnädiger stimmen und beruhigen.
Sie reagieren allergisch und fast toxisch auf Lavendel.

Laut Familienstammbaum starben seine beiden Schwestern und seine Mutter vor 15 Jahren
und wenn ich Peters Gesichtsausdruck richtig deute,
wurde an jenem Tag Smilla geboren....
Sie ist anscheinend die erste der nachfolgenden Generation.

Ich weiß, das alle weiblichen Nachkommen bereits im menschlichen Lebensabschnitt bereits größer sind als ihre männlichen Blutsverwandten.
Gerade bei Maximilian und mir sind die Größenunterschiede enorm.
Ich war zwar am Überlegen, ob er ein geeigneter Partner zur Gründung einer Familie wäre, aber unter den aktuellen Umständen ist dem abzuraten.

Ich frage mich aber, warum Mutter dem Fluch von damals nicht unterlag?
...Der Kokon in Zusammenhang mit Hermann Raith?...
Warum dagegen wurden auch Maximilians Schwestern bereits vom Familienfluch betroffen, obwohl sie eigentlich erst mit mir vom Fluch erfasst werden sollten...?

Wir entschieden uns meine Mutter in ihren offenen Hausarrest zu besuchen und sie über ihre Erkenntnisse des Fluchs informieren und aus zu tauschen.
Peter ließen wir in notwendigerweise in Aberdeen zurück, da er als weißer Vampir in HQ Edinburgh als mehr als persona non grata gilt.

Entgegen unserer letzten Treffen war sie obgleich ihrer Umstände durchaus gut gelaunt und redewillig.
Ihr Kaffee war genial und ihr Butterkuchen so wie früher.
Auch sie besaß keine weiteren Erkenntnisse, sondern lobte uns und mich für unsere Arbeit.
Ich sah Tränen in ihren Augen, als ich ihr das Foto von Peter und seiner Familie übergab.

Wir nutzten erneut Fiorellas Dienste und erfuhren, wann und warum Morgaine Le Fay den Fluch aussprach:
Mordred, ihr Sohn hatte ein Bauernmädchen verführt und sie geschwängert.
Alle weiblichen Nachfahren aus dieser Beziehung sollten unter diesem Fluch stehen!
Des weiteren ergaben weitere Nachforschungen, das sich bereits ein weiblicher Nachfahre von diesem Fluch als Lohn für ihr künstlerisches Werk befreien konnten.

Im Stonehenge riefen wir die hohe Sidhe Morgana an und vor allen Peter unterbreitete ihr ein Angebot, um unsere Linie (ab unserer Mutter: Edeltraut Manske Senior) vor weiteren Ausbrüchen des Fluch zu schützen.
Sie willigte ein....
Es wird wahrscheinlich viel Arbeit für uns (vor allen für Peter) und für mich wahrscheinlich zudem sehr viel Geld kosten....
Ich hoffe, wir sind schneller als die Natur!.... Smilla ist ja auch schon 15 Jahre alt....

Ein dringender Anruf von unserer Mutter riss uns aus unseren Gedankengängen.
Ihr soll in den nächsten Tagen der Prozess gemacht werden.
Aufgrund der letzten Ereignisse im Juni'12 konnte Peter Raith als Botschafter der weißen Vampire Hamburgs agieren und erhielt vom MERLIN persönlich die Erlaubnis das HQ zu betreten und sich im öffentlichen Bereich zu bewegen.
Ich ließ Peter alleine Mutter aufsuchen und kennen lernen. Auch wenn ich gerne Mäuschen gespielt hätte. …

Der Prozess:
Es war ein Geschworenen- Prozess, der für 5 Stunden angesetzt war.
Ankläger war der stellvertretende Leiter der Wardens, Donald Morgan.
Er ist im Vergleich zu Georg Sokolov eine Gestalt, die mein Respekt verdient.
Ich hielt mich zuerst in der Verteidigung zurück und überließ den anderen (Peter, Boris und Melanie) das Feld.

Peter sprach über seinen Teil der Familie und er überzeugte die Jury.
Donald Morgan sprach von Gerechtigkeit und Recht gegenüber dem 7 Gesetzen.
Ich beobachtete ihn dabei und seine Argumente waren die eines guten Polizisten. Ich kann ihn durchaus verstehen.

Im Schluss- Plädoyer war ich an der Reihe und berichtete dem Geschworenenrat über den Gesamt- Fall 498, ehemals 001/B/1977 LKA Berlin (der Suche und Befreiung von Edeltraut Manske geb. McMasters), den mein damaliges Team und ich ohne Zuhilfenahme der Wardens  zu lösen vermochte.
Am Anfang blickte und sprach ich Donald Morgan anerkennend an und versuchte ich auch ihn zu überzeugen.  
Es folgten anschließend nur noch ausschließlich trockene Fakten der damaligen Untersuchungen, die ich ihm und die Jury präsentierte....

Edeltraut Manske Senior wurde endgültig von allen Anklagepunkten  freigesprochen und das nimmt Donald Morgan mir übel....

 

Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 21.08.2012 | 11:21
Oho! Spannend!

Wieder mal vielen Dank, Alyne, für diese Einblicke in Frl. Manske! :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 8.10.2012 | 17:48
Moin,


Am 3.Oktober war es wieder soweit gewesen und die Soko Übernatürlich war wieder unterwegs.
Herzlichen Dank an unsere Spielleitung und an meine Mitspieler! Es war wieder großartig :d!

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Ein Götterspiel I
Ich erhielt Dienstagmorgen einen Anruf von Melanie Klein,Teamkollegin, Kampfgefährtin und direkte Nachfahrin von Ferrofax.  
Sie meldete mir einen Diebstahl aus ihrem Hort. Ich bin zwar nicht vom Raubdezernat, aber dieser Fall passt aufgrund des Hintergrunds in die Soko „Übernatürlich“.
Sie erlaubte uns ihren Hort zu betreten und einer forensische Untersuchung meinerseits durch zu führen.
Der Dieb hinterließ keinerlei physischen Spuren, weder Schuh- noch Fingerabdrücke.
Aufgrund der vorherrschenden Hintergrundstrahlung (Nixengold, Hünengrab) vermied ich es aber in die Sight des Ortes zu blicken.
Melanie betrachtete dennoch auf diese Weise ihren Bestand und schien etwas länger als vielleicht üblich  daran zu analysieren.
Sie kratzte sich kurz während dessen, als juckte ihr Nacken.
Ich wartete ab und tatsächlich wurde eine Spur magischer Art entdeckt.
Eine Rune wies uns den Weg, den der Dieb gegangen ist.
Nebenbei lag ein Langschwert, germanischen Ursprungs (Rabenclan, Vorfahren der Wikinger, Dänemark/ Schweden), das zwischen all dem Gold der Kelten lag.
Boris öffnete neben der Rune ins NeverNever, wobei er sich sichtlich anstrengen musste.
Das vollständige Team (Melanie, Boris, Peter und ich) betraten das Gelände, dessen Pfad vor einem riesigen Langhaus endete.
Im Inneren des Bauwerks eine riesige Tafel an denen sich mehrere Hunderte von Wikingerkrieger besaufen und ab und an Streit miteinander anfingen
und nach einem kurzen rituellen Kampf sich wieder zu prosteten, siehe mein kleiner Bruder.
Walhalla!
Frauen sind dort nur Kellner und Sexobjekt.
Kein schönes Bild für das Ende meiner Seele.
Am Ende der Tafel saß der Hausherr, Odin mit einem seiner Raben, ob Hugin oder Mugin ist mir nicht bekannt.
Melanie nutzte ihren Charme und ihre Ausstrahlung um Odin zu verführen und Informationen über den Dieb zu erlangen.
Odin war nicht der Dieb, aber aufgrund der Spuren konnte er den Dieb (oder Auftraggeber) als den Trickser seiner Familie identifizieren, Loki.
Da die Zeit anders verrann, musste ich bei meiner Rückkehr in die Normale Zeit für die vergangene Tage über einen befreundeten Arzt
ein Attest über meine Abwesenheit organisieren.
 Auch wenn ich derzeit wenig mit Klaus Schneider rede, hat er mich bereits vor einigen Jahren mit diesen Kontakt bekannt gemacht.
Gemeinsam entschied mein aktuelles Team, nach Mykonos zu reisen, um Poseidon direkt anzurufen.
Als kleiner Nebeneffekt war es, endlich meine Nichte kennen zu lernen.
Mit Klaus Rath, Ehemann meines Bruders hatte ich bereits schon öfter telefoniert, aber auf Peters Kleine war ich gespannt.
Boris , Melanie und ich reisten auf unsere eigene Weise auf die Insel, da ich aufgrund meiner neu entwickelten Kräfte nicht mehr fliegen vermag.
Ich erwartete meine Familie im sonnigen Teil des Hotels.
Klaus begrüßte mich überschwänglich, die junge Dame hingegen reagierte eher zurück haltend und fast abweisend.
Smilla schien in der Trotzphase der Pubertät eingetroffen zu sein. Ihre Haaransätze leuchteten wie meine im dem Rot der McMasters,
die restlichen Haare waren dunkelviolett gefärbt. Sie trug Gothic-, fast Emobekleidung, eine zerrissene Strumpfhose.
Ich glaube, ein dünneres Makeup würde ihr auch besser stehen. Aber eine gute Tante hält sich lieber heraus.
Wenn es hart auf hart kommt, werde ich bei ihr und zu ihr stehen! Warum habe ich nicht auf mein (altes) Bauchgefühl gehört???
Peter versuchte mich mit einigen hetero-Männern zu verkuppeln, aber der Funke will nicht überspringen.
Er konnte nicht glauben, das seine „große Schwester“ noch niemals mit jemanden geschlafen hat, eine alte Jungfer eben.
Am nächsten Tag kleidete er mich neu ein.
In der kommenden Nacht war die Anrufung von Poseidon.
Auch wenn es mir mulmig war, ich zeigte mich von meiner besten und verführerischsten Seite.
Peter preiste mich als Handelszugabe an und wir wurden von Poseidon angehört.
Meine erste eigene Nacht als Frau, erwirkt durch einen weißen Vampir. Poseidon schien zu merken, das dies mein erstes Mal war und begann vorsichtig.
Zuerst ging er äußerst behutsam vor, aber nach und nach löste er in mir und dann gegensätzlich in uns beiden Höhepunkt zu Höhepunkt aus.
Irgendwann schlief ich voller Glück und vollkommen erschöpft an der Seite des Gottes ein.
Ich erwachte am übernächsten Morgen in meinem Hotelzimmer im Bett.
Der Kompass Poseidons zeigte uns den Weg zu seinem Dreizack.
Er befand sich noch in dem südöstlichen Teil der  Ägäis, so dass wir nur einen kurzen Ausflug mit einem Motorboot vor uns hatten.
Der Preis der Bootsfahrt war zwar ganz schön happig, aber was tut Frau Hauptkommissarin nicht für das Gelingen eines Plans.
Wir folgten dem Anzeichen des Kompasses und fanden eine kleine Felseninsel.
Hinter Glamour verborgen entpuppte sich die Insel als größer als offensichtlich.
Im Inneren des Felsendomes bereiteten und führten „Riesen“ ein Ritual vor und durch, um einen Titanen („Prometheus?“)  von seinen Ketten zu befreien.
Poseidons Element Wasser wurde unsererseits angerufen, eine große Flut schwappte ins Innere zum Ritualplatz und versprengte die Gruppe der Riesen.
Das Ritual wurde gestört.
Boris teilte wie Moses im Alten Testament das herein strömende Meerwasser, um mir die Gelegenheit zu geben,  den Kreis zu unterbrechen.
Mir gelang es mit Hilfe von Mutters Dolch, den Goldrand zu durch zu schneiden und schnappte mir Poseidons Dreizack.
Das Wasser kehrte zurück und begrub mich. Ich ließ weder Dolch noch Dreizack los und versuchte vergebens nach an die Wasseroberfläche zu gelangen.
Ich hatte genügend zwar genügend Atem, aber nicht das Geschick und Training von Melanie zu schwimmen.
Aber Poseidon ließ mich nicht sterben und seine Hand brachte mich zurück an die rettende Wasseroberfläche.
Das Team einschließlich mir verließen mit unserer Beute die Insel und fuhren zurück nach Mykonos.
Am Abend des gleichen Tages übergaben wir dann am Südstrand von Mykonos den Dreizack einem Avatar des griechischen Gottes des Meeres, der Stürme und Pferde....
.... Der Dieb (Loki) ist noch nicht gefasst und wir können nach wie vor auf Poseidons Unterstützung hoffen....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 13.10.2012 | 00:49
Tolles Diary, liebe Alyne!
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 16.10.2012 | 13:39
So, jetzt hatte ich auch endlich mal Zeit, das Diary zu lesen. Vielen Dank, Alyne, sehr schön.

Nur eine Frage hätte ich da, weil das aus dem Fallbericht nicht zu entnehmen war: Wie kamt ihr auf einmal von Odin, Loki und den Wikingern auf Poseidon und die Griechen? War Melanie Beute von Loki nach Griechenland gebracht worden? Und was wurde ihr überhaupt gestohlen? (Falls das erwähnt wurde, war ich zu blind, es zu finden. :))

Ansonsten lese ich weiterhin interessiert und gespannt eure Abenteuer mit. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 16.10.2012 | 18:37
Moin Timberwere,

Danke! :d
So, jetzt hatte ich auch endlich mal Zeit, das Diary zu lesen. Vielen Dank, Alyne, sehr schön.

Nur eine Frage hätte ich da, weil das aus dem Fallbericht nicht zu entnehmen war: Wie kamt ihr auf einmal von Odin, Loki und den Wikingern auf Poseidon und die Griechen? War Melanie Beute von Loki nach Griechenland gebracht worden? Und was wurde ihr überhaupt gestohlen? (Falls das erwähnt wurde, war ich zu blind, es zu finden. :))

Ansonsten lese ich weiterhin interessiert und gespannt eure Abenteuer mit. :)

Der Dreizack Poseidons befand sich seit Zu Gesamt- Fall 501 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2011-03-21 HH] in Gewahrsam unserer kleinen Drachin und wurde während des letzten Spiels als vermisst gemeldet.
Den Detailbericht schrieb damals JollyOrc  :) ;).
Eine sich im Hort befindlichen Rune wies das Team nach Walhalla.
Dort sprach Melanie mit Odin, der den Dieb als Loki identifizierte.
Die Reise nach Griechenland diente zwei Zwecken: Edeltraut sollte ihre Nichte (Peters Tochter) endlich kennen lernen  ::) und die Chance von Poseidon  erhört zu werden war deutlich größer  8].
Da Boris und Edeltraut mittlerweile aufgrund ihrer magischen Aktivitäten nicht mehr fliegen können, begleitete Melanie die beiden über NeverNever nach Mykonos.


Ich hoffe, ich konnte Dir damit dienen ... und bei Fragen, einfach fragen  8)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 16.10.2012 | 20:29
Oh. Siehste mal, das ist mir komplett entfallen... *hust*

Danke für die Aufklärung! :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 18.03.2013 | 20:56
Moin,

unsere Kampagne endete bereits am letzten Samstag, aber da sind noch offene Details von vorangegangenen Sitzungen, die Euch nicht vorenthalten möchte....

Viel Spass!

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...aus dem Tagebuch von Edeltraut Manske jr.


Ein Götterspiel II- Schatten der Vergangenheit
Herbst in  Schleswig-Holstein: Regen und Sturm sind eine Symbiose, die Schleswig-Holstein jedes Jahr heimsuchen.
Melanie untersucht auf einer Hallig Nordfrieslands Ritualmorde.
Ein Anruf und einige Stunden später befand ich mich auf einem Krabbenkutter unterwegs zu jener Hallig, auf der Melanie den Fund-/Tatort begutachtete.
Unterwegs dorthin barg ich mit Hilfe des Kapitäns einen weiteren toten Korpus, den einer echten Meerjungfrau und versteckte ihn aufgrund der Geheimhaltung unter einer Plane.
Der Tatort entpuppte sich als nicht mehr genutzte Kirche. Es war schweinekalt dort. Fünfzehn Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Geschlechtern, teilweise nackt, teilweise fast noch vollständig bekleidet, hingen an den Füßen z.T. an Fleischerhaken aufgehängt. Offensichtlich waren dies keine Opfer von begründeten Raubmord.
Alles deutete auf Ritualmorde, magische Morde hin:
1.) Das Kreuz des Herren ist spiegelverkehrt aufgehängt. Die Spuren des Umbaus waren neueren Datums.
2.) Auch der Leichnam der Meerjungfrau wies Spuren von dämonischer Magie auf, so dass sie vermutlich Opfer des magischen Fallouts des Rituals wurde.
Verwertbare Spuren der Fußabdrücke führten zur Sakristei und dann weiter zu einer verlassenen Fischerhütte.
An dem Ritual waren mindestens zwei Täter beteiligt, die DNA- Spuren (sowie Glitzerlippenstift) an Plastiklöffeln und Zigarettenstummeln hinterließen.
In mir regte sich bereits auf der Hallig die ernsthafte Intuition, das mir der oder die Täter in Zusammenhang eines anderen Falls bekannt waren.
Auf der Nachbarinsel befragten wir die Vermieter einer der Opferfamilien, und ich erhielt traurige Gewissheit.
Ronny Adam, der junge Zeuge in meinem ersten BKA-Fall [BKA Fall 2011-03-4 SH] vor zwei Jahren, wurde hier gesichtet. Ich hatte ihn damals persönlich verwarnt und ihn in die Obhut eines katholischen Paters gegeben.
Vater Skolzig, mein Beichtvater, Fachmann in Christlichen Themenbereichen und Freund konnte heraus finden und berichten, das sich mein damaliger Ansprechpartner seit einigen Monaten in der Fachklinik in Schleswig, in der geschlossenen Abteilung befindet.
Nach dem Tod von Ronnys Eltern übernahm Vater Petersen dessen Vormundschaft und Betreuung und nahm ihn in seine neue Pfarrei in Kiel-Gaarden („Klein Istanbul“).
Selbst da soll der Pfarrer schon ein ungutes Gefühl gehabt haben.
Nach der Anforderung seiner aktuellen Polizeiakte und dem anschließenden Besuchs seines Jugendamt-Mitarbeiters Markus Hansen befürchte ich, das meine damalige Standpauke nicht ausreichend war. Er hatte in dem vergangenen Jahr nachweislich mehrfach gegen die
Gesetze 3 und 4 der Magie verstoßen: Geistesmanipulation gegen  Markus Hansen und Pfarrer Ignatius Petersen.
Als weiteres ist ihm der Bruch des 7.Gesetzes zu belegen, da er für die Ritualmorde in der Hallig-Kirche, sowie den Tod der Meerjungfrau hauptverantwortlich zu machen ist.
Weitergehende Spuren (u.a. das Auto von Pater Petersen) führte das gesamte Team, mit eingeschlossen mein kleiner Bruder, auf die Halbinsel Eidelstedt.
Wir stellten Ronny und seiner Begleitung auf einer Scheunenfete ein Falle und entdeckten, das sich Ronny in einen verdammt gutaussehenden jungen Mann mit Katzenaugen entwickelte. Peter reizte ihn mit seinen eigenen Gaben und er floh mit zwei jungen Mädchen, die ihn bereits hinein begleiteten.
In einer kleinen Wellblechhütte fanden wir dann die Leiche einer seiner Begleiterinnen, namentlich Jenny Bartholm. Offensichtliche Todesursache: Schock und Blutverlust. Der Leichnam war bereits kalt.
Wir folgten letztendlich deren Fährte ins NeverNever und innerhalb eines Sumpfgebietes mit einem lähmenden Umfeld stellten wir ihn und seine überlebende Freundin Kathi (Kathrin) Odinsdottier. Ronny Adams wurde in einem harten Gefecht gerichtet.
Kathrin gehört ab jetzt meinem Bruder..... Mich hat es dagegen wieder einmal wieder bitterböse erwischt (jeweils ein Stich in die Leber und einen in die Brust)- merda!  
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 22.03.2013 | 19:35
Moin,

vollständigerweise hier dazu der offizielle Polizeibericht zum Fall:

*******************************************************************

Zu Gesamt- Fall 600 seit Bestehen der SOKO Übernatürlich [BKA Fall 2012-11-22 SH]
Auf der Hallig Nordfall (Kreis Nordfriesland), in der seit einigen Jahren nicht mehr genutzten Kirche entdeckte der dort zuständige Streifenpolizist auf seinem wöchentlichen Rundgang mehrere Leichen. Melanie Klein, Sachverständige der Spurenanalyse untersuchte zuerst den Tatort und entdeckten 15 Leichen  [Identitäten siehe Auflistung im Anhang] 
Hauptkommisarin E. Jun. Manske, später am Einsatzort eingetroffen übernahm die Ermittlungen.
Sie ordnete den Spuren drei Mörder anhand von DNA- und Fußspuren zu. 
Auf dem Festland zurück gelang es dem Gesamt-Team der Soko Übernatürlich die Ritualmörder  ausfindig zu machen.
Auf der Halbinsel Eiderstedt, einige Kilometer von Sankt Peter-Ording entfernt, konnte Jenny Bartholm als eine der Mittäter zwar identifiziert werden. Das Team konnte sie leider nur noch tot (Todesursache: innere Blutungen) bergen.
Die beiden übrigen Täter Kathrin Odinsdottier und Ronny Adams flüchteten ins NeverNever und wurden dort durch das Team gestellt. Beide starben in Notwehr, als sie sich der Gefangennahme widersetzten.
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 23.03.2013 | 20:37
Danke ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 23.03.2013 | 21:14
Moin!

Ich bin längst noch nicht fertig, Blechpirat! ;) 8)

da folgen noch einige Auszüge (und nachträgliche Enthüllungen) aus dem Tagebuch von Edeltraut Manske jr.  ;)...
Zu dem hoffe ich, das JollyOrc noch einige Zeilen aus Peters Feder hinzufügt.... ;) 8)

Viel Spass beim Lesen und
Liebe Grüße
aus der Hansestadt Lübeck

Eure Alyne

************************************************************************************

Mensch oder Vampir?
Meine Nichte Smilla ist eine geborene Raith und somit White Virgin. So weit alles klar...!
Nun entführten die Anverwandten meines Bruders meine Kleine und wollten sie ihrer genetisch rechtlichen Bestimmung zu führen -
Die endgültige Verwandlung in einen Weißen Vampir.... Boris und Peter gelang es eine Woche Aufschub bei der Familie Raith zu erwirken.
Es ist seltsam. White Virgin entwickeln sich nach den ersten Tod ihres ersten Opfers nach geschlechtlicher Liebe zu den White Vampiren.
Nur die richtige, wahre Liebe zu einem Menschen führt zur Menschheit, der ich ebenfalls angehöre. …
Eine Liste von Smillas Freunden und Klassenkameraden war durch eine einfache Recherche zu ermitteln und sie half einen potentiellen Kandidaten für eine Wahl
der menschlichen Seite zu finden.
Im Stadteil- Jugendzentrum trifft sich regelmäßig ihre Clique und in der gegenüberliegenden Tankstelle arbeitet am Wochenende und nachts der Hauptkandidat unseres Plans.
Boris arrangierte eine fingierten Überfall durch ein Ectoplasmakontrukts der Tankstelle, in dem der junge Mann am Ende positiv da stand.
Eine weitere potentielle Liebhaberin unseres Wunschkandidaten wurde in Misskredit gebracht, als eine von Boris geschaffene
Illusion im Jugendzentrum sich vollkommen daneben  benahm. 
Letztendlich half dieser Schubs Smilla in die richtige Richtung zu schieben, mit Erfolg.... Ihr Menschsein hat sich durchgesetzt!....
...Armer Peter! ....


Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 24.03.2013 | 12:36
Vielen Dank wieder mal für das Diary, liebe Alyne! Ich finde es ja sehr schade, dass eure Kampagne endet, aber daran teilhaben zu können, ist doch wenigstens sehr schön. :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 24.03.2013 | 15:47
@Timberwere: Da kommt noch einiges- das Finale , wahrscheinlich mit Nachspann ähnlich wie "Always the end".... 8)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 25.03.2013 | 19:31
Moin!,

hier ein kleiner Auszug aus dem Tagebuch von Edeltraut junior Manske:

It's my life (Dr. Alban 1992) – and my family
Ich schrieb vor einigen Jahren: „life is changing“. Ja, das Leben ändert sich.
Ich bin schwanger (von Poseidon), im 2. fast 3. Monat. Melanie ist schwanger (von Odin) und aufgrund von größeren Schwangerschaftsproblemen bereits Krank geschrieben und nicht mehr dienstfähig.
Ich habe bisher nur morgendliche Übelkeit. Vermutlich werde ich meinem Chef in den nächsten Tage die Neuigkeit mitteilen und im Endergebnis wird es dann für mich nur noch Innendienst heißen.
Eben hat Peter angerufen. Er weiß noch nicht, das er Onkel wird.... Smilla und Kathrin sind (wieder?) beide weg.
Die Untersuchung von Smillas und Kathrins Zimmern ergab einen positiven Schwangerschaftstest, den ich als Familienmitglied i.a. Meines Bruders in die DNA-Analyse gab....
In der Zwischenzeit versuchte Boris Jansen, nach wie vor aktueller Warden in (Nord-)Deutschland, mit Hilfe der Ritualmagie vor allen unsere Smilla wieder zu finden.
Ja, Boris fand eine Spur gen Nordwesten, Ostfriesland, wurde aber geblockt und durch Nolks Einfluss aufgehalten. Nolk, dessen Macht als sehr exorbitant ein zu stufen ist, verursachte bei Boris lediglich Kopfschmerzen, als wenn er mehrere Ohrfeigen erhielt.
Nolk! Ihm ist es zu verdanken, das eine mir verwandte Seele, ein enger Freund aus dieser Welt gerissen wurde. ....Ich vermisse Dich, Jan.  
Gerne würde ich mit Dir meine Vorfreude teilen....
Peter ist sichtlich sauer und auf dem naheliegenden Friedhof lauerten Boris, Peter und ich einen jungen schwarzen Vampir auf, um dem Baron der Hamburger Schwarzen Vampire herbei zu zitieren.
Der Baron war sichtlich überrascht und kam mit mehreren Leibwächtern und unseren aufgelauerten Boten.
Mein kleiner Bruder zeigte keinerlei Emotionen. Er gab selbstbewusst dem Baron den Befehl, Nolk aufzufordern, sich bei ihm telefonisch zu melden.
Nolk rief tatsächlich an, aber Peter konnte nicht mit seiner Tochter, mit unserer Smilla sprechen.
In der Zwischenzeit telefonierte ich mit der Reederei Papadopoulos, um einen Termin mit Poseidon zu bekommen.
Abends ließ ich mir in meiner Dienstwohnung ein Bad ein und der Vater meines Kindes besuchte mich.
Poseidon, der griechische Herr des Wassers überraschte mich, als seine Gesichtszüge in einer Schaumfläche vor meinem Gesicht entstand.
Ein Endspiel habe begonnen, waren seine ersten Worte nach der Begrüßung.
Nolk, der frühere König Salomon handelte mit einen der Titanen: Kronos. Auch Loki und eine wichtige Sidhe des Sommerhofs waren mit Nolk im Bunde.
Die Bedeutung der Linie der McMasters ist ihm jedoch nicht ganz bekannt.
Nur eine bestimmte keltische Linie sollte durch Mordred/ Nolk verflucht und durch dessen Handel mit dem Titanen ausgelöst worden sein.
Für die endgültige Abwicklung des Geschäfts mit Kronos sei jedoch eine Frau, nicht Mädchen vonnöten....
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 31.03.2013 | 21:00
Moin,

Das Ende naht...
und viel Spass beim Lesen von einem weiteren kleinen Auszug aus dem Tagebuch von Edeltraut junior Manske!

Liebe Grüße

Silke


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It's my life (Dr. Alban 1992) – life is changing- neue Einsichten
Vater Skolzig überrascht mich immer wieder. Er stellte mir an einem gemeinsamen Gesprächsabend in seinem Pfarrhaus einen waschechten, orthodoxen Rabbiner vor.
Trotz seiner Distanziertheit erwies sich mein Gesprächspartner als offen und einem Wissensaustauschs nicht abgeneigt.
Er lud mich am Folgetag in seine Synagoge ein und er beantwortete viele meiner Fragen und weitere Antworten erarbeiteten wir gemeinsam.
Auch er war erstaunt über mein Vorwissen und fand meine Interpretationen der Geschichte von König Salomo höchst interessant.
Im Endergebnis habe ich nicht nur mein Wissen vermehrt sondern habe einen recht konservativen Rabbiner in Grübeln und Philosophieren gebracht.
Meine Version der damaligen Ereignisse: König Salomo besaß nicht nur einen großen Harem sondern auch viele Verbündete in seiner unmittelbaren Umgebung.
Auf seinen zahlreichen Reisen lernte er eine Frau, eine große Herrscherin (Meine Vermutung nach Königin Titania) kennen und begann mit ihr eine unglückliche Affäre,
die zu einem Krieg führte.
Kronos, einer der Titanen, damals noch nicht vollständig von seinen Kindern von seiner Macht entbunden half Salomo, das Kriegsglück nach Israel zu tragen.
Jahwe wendete sich jedoch von Salomo ab.
Nach dem „physischen Tod“ Salomo soll Kronos ihn ins Leben zurück geholt haben und gab ihn damals bereits den Namen Nolk - Der erste der schwarze Vampire war geboren.
Der Rabbiner und ich kamen aber überein, das Nolk vermutlich durch die heiligen Symbole des jüdischen Glaubens verwundbar sei....

Nebenbei: das Resultat des Schwangerschaftstest ist da und die DNA stammt von Smilla.... Ich kann Peters Sorge um sie noch um so mehr verstehen....
Das PC-Spiel ist fertig und bald werden wir erfahren, ob Morgaine Le Fay nach wie vor Wort hält....

Wenige Tage später besuchte ich das White Council in Edinburgh.
Ich tauschte mich zuerst mit Ayden aus, der mich zuerst in praktischer Anwendung von elementarer Nutzung von Luft in der Büroreinigung unterrichtete.
Nachdem ich ihn über meine Schwangerschaft informierte, unterbrach er kurzerhand die Lektion mit dem Verweis, Schwangere Frauen sollten nur in bedingten Maße Magie anwenden. Die Anwendung von Magie in der Schwangerschaft könnte die Gesundheit von Kind und Mutter schädigen.
Ayden riet mir jedoch, den Merlin Mr. Langly, mit den Waffen einer Frau versteht sich, um Einblick in die uralten Unterlagen der vorangegangenen Merlins zu bitten, um mehr über den Fluch meiner Familie sowie deren Zusammenhang mit Nolk zu erfahren.
Obwohl bisher ich Mr. Langly auch von einer anderen Seite kennen lernte, erwies sich mein (und Aydens Plan) als zuverlässig.
Nach einer neckischen Partie erhielt ich Einblicke in die Bücher seiner Vorgänger. Mein Latinum war durchaus ausreichend und der aktuelle Merlin äußerst beeindruckt.
In den Schriften (einer der ersten Merlins) fanden sich Hinweise auf ein Ritual, in dem ein großer Kupferkessel und das Blut fleischeshungriger Frauen Verwendung fand.
Meine Familie, Linie geht offensichtlich tiefer in die Zeit zurück als Robena, unserer ersten schriftlich erwähnte Stammherrin...
Bevor ich das White Council verließ, um nach Hamburg zurück zu kehren, zitierte mich Ayden in das Büro von Luccio, der Leiterin der Wardens.
Anwesend waren neben meinem geschätzten Lehrmeister auch Donald Morgan, der augenscheinlich immer noch einen Groll gegen mich hegte.
Ich blieb ruhig und wahrte Disziplin.
Ihr, Luccio sei zu Ohren gekommen, das ich zusammen mit Boris Janzen und dem restlichen Team gute Arbeit geleistet hätte. Auch sei ich in meinen Studien der Magie soweit,
eine Prüfung ab zu legen. Leider könne sie mir derzeit keinerlei weiteren Wardens zur Seite stellen, da sie anderweitig benötigt würden.
Jedoch, sie überreichte mir dabei eine Scheide mit Schwert, sei ich in ihren Augen bereit,  die Nachfolge meiner Mutter an zu treten, auch ohne Abschluß.
Sie wünsche jedoch nach Beendigung des aktuellen Falls einen vollständigen, persönlichen Bericht von mir als Einstand bei den Wardens.
Ayden soll meinem kommenden Leistungsnachweis bei wohnen.
Auch Donald Morgan zeigt bei dieser Unterredung keinerlei Mimik und Reaktion....


Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 1.04.2013 | 18:21
Moin,

so endete unsere geniale Kampagne mit vielen offenen Ende.....

Danke an Blechpirat und allen Mitspielern!
Vielleicht schafft es ja auch noch JollyOrc die Ansichten Peter Raths noch digital verfassen! :d ;)

*******************************************************

... aus dem Tagebuch der Hauptkommissarin (BKA) Edeltraut junior Manske

It's my life (Dr. Alban 1992) – ...my Brother....
Das Ende begann... Ist unsere jetzige Familienbande stark genug, um an den kommende Ereignissen zu halten?....

...Vielerlei der Details blieben in meinen Erinnerungen verschlossen, die ich jetzt jetzt zu Papier bringe...

Bei meiner Rückkehr hatte Peter und auch durch die indirekte Hilfe von Melanie alles für unseren Einsatz vorbereitet.
Odin hatte uns ein Einsatzteam der Monoxd Security zur Verfügung gestellt.
Morgana erlöste meine Mutter und mich von dem uralten Fluch, der auf unserer Linie seit Äonen lastete. Smilla konnte jedoch nur in ihrer Gegenwart befreit werden. Merda!
Es war zum Mäusemelken!
Weitere Verbindungen führten uns, das Team bestehend aus Boris, Ayden, meiner Mutter und Peter nach Rumänien, in die Karpaten zur einer recht abgelegenen Burg.
Syltanus sollte Smilla befreien, während wir vor dem Tor Ärger machen und somit zur Ablenkung seiner Aktion dienen sollte.
Renfields, die Spielzeuge der schwarzen Vampire erwarteten uns. Mutter & Ayden eröffneten uns unter Höchstanstrengung einen weiteren Eingang.
Odins Söldner töteten die heranrückenden Sklaven Nolks und wurden dabei selber zerrieben.
Nolk, immer noch rosig, aber unverändert ein Mann älteren Datums kam uns dann siegessicher nur mit einem Handtuch bekleidet entgegen.
Mein eigenes Warden- Schwert erwies sich wie der Dolch meiner Mutter als wichtige Waffe, um Nolk seinem endgültigen Schicksal zu übergeben.  
Sie durch schnitt seinen und vernichtete seinen Schutzzauber und entblößte ihn. Ich kontrollierte meinen Stand und bereitete mich auf den finalen Schlag auf Nolk vor.
Ich spürte daraufhin eine Klinge an meiner Kehle und musste meine Vorbereitungen unterbrechen – Merda!
Stattdessen musste ich meinem neuen Gegner meinen Ellenbogen ins Sternum knallen, bevor sie die Waffe losließ.
Sie heißt Edeltraut senior Manske und war meine Mutter....
Ayden reagierte und nahm meine Handschellen, um die Verräterin zu fixieren.
Peter tötete während dessen Nolk, unseren gemeinsamen Nemesis mit einem exzellenten Schwerthieb.
Wie prophezeit brach somit das Band zwischen Nolk und seinen Dämonen.
Peter nahm wie vorbestimmt den Anhänger des sich im Verfall befindlichen Vampirs und blickte nachfolgend in die Augen seiner freien Tochter.
Sie gab ihm anscheinend Kraft. Wie durch Gott gelenkt sprach er uralte Worte
(- Sprachenkunde - ein seltsames Hobby).
Entgegen eines Angriffs verneigten sich jene Wesen vor ihm....




 
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 2.04.2013 | 13:57
Vielleicht schafft es ja auch noch JollyOrc die Ansichten Peter Raths noch digital verfassen! :d ;)

Weil Alyne so nett fragt. :)

Haus Rath, ein kleines Stadthaus in Harvestehude

Es gibt wenig Dinge, die einen Vater mehr in Sorge versetzen, als wenn die eigene Tochter abends nicht wie erwartet zu Hause ist. Die Tatsache, dass diese Tochter einen ganzen Klan weißer Vampire in der Verwandtschaft hat zum Beispiel. Oder dass sie einem alten Familienfluch ausgesetzt ist, der sie jederzeit in einen Ghoul verwandeln könnte.

Also lieber Leser, male Dir die Situation aus: Ich finde Smillas Zimmer wieder einmal leer vor, und mein Göttergatte Klaus hat nur ein "ich dachte die ist oben mit Kathrin?" auf Lager. Ich muss ihn wirklich lieben, denn anstatt ihn in der Luft zu zerreißen, stürme ich nur zurück in den ersten Stock unseres Hauses um das Zimmer jetzt doch gründlich zu durchsuchen. Verfluchte Nacht, das Fenster ist eingeschlagen, und draußen in der Rosenhecke hängen noch ein paar Fetzen - und ein Schwangerschaftstest?!

Unter meinem Dach leben nur zwei weibliche Wesen, und bei keiner von beiden wünsche ich mir gerade irgendwie eine Schwangerschaft, aber diese Sorge muss ich hintenanstellen.

Smilla ist entführt worden. Wieder einmal. Klaus und ich rufen bei unseren und Smillas Freunden an, nur um sicherzugehen, aber nichts. Edeltraut kommt zum Glück sofort vorbei, aber sie scheint mir nicht ganz bei der Sache zu sein. Sie murmelt irgend etwas von "in meinem Zustand", aber, verfluchte Nacht, was interessiert mich das, was sie gestern gefeiert hat?!

Während Klaus versucht mich irgendwie zu beruhigen (Kamillentee! Was soll ich jetzt mit Kamillentee?!) besetzt Boris Smillas Zimmer um einen Ritualkreis zu ziehen. Hoffentlich kann er mit einem Suchzauber irgend etwas herausfinden, letztes Mal hat das ja auch geklappt. Verdammtes Deja Vu..

Kaum habe ich das gedacht, höre ich von Oben einen unterdrückten Schmerzensschrei von Boris. Er ist ok, hat sich aber das mystische Äquivalent einer Ohrfeige eingeholt. "Smillas Aufenthaltsort ist von einem Bannkreis geschützt. Und den üblen Geschmack der Magie dahinter kenne ich... Nolk."

Nolk. Das quasi-mystische Übermonster aller schwarzen Vampire. Ein Monster das fast so alt wie die Zeit ist, ein Hexenmeister ohne seinesgleichen, der Gebieter über mehr als 50 Dämonen...

...Nolk hat meine Tochter. Wenn sie irgend eine andere Sterbliche wäre, würde ich sie an dieser Stelle als tot und verloren abschreiben. Selbst wenn es Klaus wäre, würde ich zögern.

Aber es geht um Smilla, also denke ich gar nicht nach.

Hauptfriedhof Ohlsdorf

Schwarze Vampire sind widerliche Kreaturen. Bram Stoker hat sie noch viel zu nett und sexy beschrieben, meiner Ansicht nach sind es wandelnde Leichen, die auch äußerlich so verdorben aussehen, wie die meisten von uns es innerlich sind. Aber sie sind berechenbar, insbesondere wenn sie jung sind. Zusammen mit Boris und Edeltraut stelle ich einen von ihnen vor einer kleinen Krypta, während er sich gerade an einem jungen Gruftie bedient.

Ich haue den schwarzen Bastard fast in Stücke und richte ihm aus, dass ich Nolk will. Natürlich kann der Wicht mir nicht helfen, aber er wird mich jemanden weiter oben in der Nahrungskette weiterreichen..

...was er auch tut. Der Schwarze Baron, älter als ich und mittlerweile eine vertrocknete Mumie, erscheint wenig später mit seinen Leibwächtern. Nicht nahe genug am Sonnenaufgang als mir lieb ist, aber was schert mich das Risiko?

Ohne meine Tochter habe ich nichts mehr zu verlieren, was der Baron aber zu unserem Glück falsch versteht: Hier stehe ich und fordere Dinge, die ich unmöglich fordern könnte - was kann ich wirklich aufbieten? Er beschließt, dass ich gefährlich bin, zu gefährlich für ihn, aber wahrscheinlich handhabbar für Nolk.

Einige Stunden später trägt mein Bluff Früchte: Nolk ruft mich an. Er gibt sogar zu, Smilla und Kathrin Odinsdottir bei sich zu haben, belässt es aber dabei: Er will nichts haben, er erpresst weder mich noch Edeltraut. Was will dieses Monster von meiner Tochter?

Weder Nolk noch Smilla werde ich so finden. Wütend und frustriert suche ich Trost in Klaus Armenund flüchte anschließend in meine Arbeit. Dieses Computerspiel für Morgana fertigstellen, vielleicht hilft mir die Sidhe dann noch irgendwie...

Edeltraut reist währenddessen nach Edinburgh, in der Hoffnung etwas brauchbares in den Archiven des Weißen Rates zu finden.

Drei Tage später

Klaus weicht mir seit gestern aus. Ist es, weil ich seit dem Telefonat mit Nolk nicht einmal vom Rechner weggegangen bin? Als er kurz fragte, ob ich nicht ins Bett kommen wolle, habe ich ihn nur angefaucht. Er ist bleich wie die Wand zurückgewichen, und seitdem nicht wieder aufgetaucht.

Edeltrauts Anruf reisst mich aus meiner Lethargie: Sie hat einiges über Nolks Vergangenheitn gelernt. Dass der Mann biblisches Alter hat, war mir ja bekannt, aber dass er gleich König Salomon in Person ist?

Aber das erklärt einiges - jemand der Gottes Wahren Namen kennt, kann auf dessen Macht zugreifen, und wenn dessen Seele auch noch durch Kronos Hilfe dem Zugriff der Zeit entzogen wurde... Dann erhält man ein Dämonen bezwingendes unsterbliches Monster.

Aber wir wissen jetzt auch, dass Morgana mich damals hereingelegt hat: Nicht sie ist für unseren Familienfluch verantwortlich, sondern Nolks Pakt mit Kronos! Damals wurde nämlich das Blut unserer Urahnin in einem Ritual gebraucht und dadurch verseucht. Es war dieses Ritual, das den Pakt zwischen Salomon und Kronos besiegelte, und es war dieses Ritual, das aus Salomon den ersten Schwarzvampir überhaupt machte - Nolk. Und genau dieses Blut benötigt Nolk nun, um sich endgültig wieder von Kronos loszusagen. Ein Akt, der ihn womöglich um ein Vielfaches gefährlicher werden lassen würde...

Aber dieses Wissen gibt uns, und vor allem mir Hoffnung! Wenn Morgana den Fluch von meiner Familie nehmen kann, dann wird Smillas Blut womöglich wertlos für Nolk.

Meine Arbeit war also nicht umsonst - hastig schalte ich das Spiel frei und nehme kurze Zeit später Kontakt mit Morgana auf.

Besprechung mit einer Fee

Verhandlungen mit Feen sind so ziemlich die nervenaufreibenste Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann. Jedes Wort will auf die Goldwaage gelegt werden, nie darf man direkt werden, und Dein Gegenüber hat Pläne innerhalb von Plänen, welche von Rätseln innerhalb von Geheimnissen versteckt sind. Und das ist nur der Fall, wenn man mit jungen und unerfahrenen Feen spricht. Morgana und ihr Schlag sind noch viel komplizierter.

Die gute Nachricht ist, dass sie sofort den eingelösten Handel akzeptiert und allen anwesenden McMasters-Abkömmlinge vom Blutfluch befreit. Leider ist Smilla ja nun gerade nicht anwesend. Sie scheint Nolk zwar nicht sonderlich gewogen zu sein, aber gleichzeitig wohl auch durch irgend etwas... gehemmt. Sie könne uns, gegen einen angemessenen Preis, zwar Smillas Aufenthaltsort verraten, ansonsten aber nicht helfen.

Und so beginnen die zähesten Verhandlungen meines Lebens, gilt es doch so viel Hilfe für Smilla wie irgend nur möglich herauszuschlagen. Am Ende sind wir uns einig: Sie wird uns zu Nolks und Smillas Aufenthaltsort bringen und uns diesen auch vorab zu verraten. Sobald wir Smilla dort befreit haben wird sie meine Tochter erst zu sich in Sicherheit bringen und danach umgehend vom Fluch befreien. Dazu darf Smilla sich während dieses Aufenthalts als Gast betrachten und diesen jederzeit beenden, wobei sie freies Geleit nach Hause erhalten wird. Ebenso verpflichtet sich Morgana Smilla über diese Konditionen sofort und umfassend zu informieren.

Im Gegenzug gebe ich der Feenhexe meinen Wahren Namen preis. Natürlich unter weiteren Auflagen, um zu verhindern, dass sie uns noch dazwischenfunkt, oder dass sie diesen an sonstwen weitergibt. Dennoch, ich habe das Gefühl, danach nicht mehr viel Freiheit zu haben...

Aber dies ist anscheinend unsere einzige Chance, also bleibt mir keine andere Wahl.  Uns ist klar, dass wir kaum eine Chance haben, Nolk zu bekämpfen, aber wir sollten genug Bedrohung darstellen, um zumindest als Ablenkung gut zu sein. Um Smilla tatsächlich rauszupauken greifen wir auf ein wesentlich stärkeres Geschütz zu: Boris nutzt seine Kenntnis von Syltanus Wahren Namen um ihn dazu zu zwingen im richtigen Zeitpunkt Smilla aus ihrem Turmkerker zu befreien. So gerne ich dies selbst machen möchte, nur so können wir Nolk lange genug ablenken und gleichzeitig in Sicherheit wiegen.

Um wenigstens nicht vollkommen lächerlich vor dem Burgtor zu stehen heuern wir noch ein Trupp Söldner von Monoc Securities an, dazu kommen noch Ayden McGregor, meine Mutter und ein paar Hilfsmittel des Weißen Rates. Wenn ich Glück habe, sterbe ich bei diesem Sturmangriff, noch bevor Morgana meinen Namen nutzen kann.

Die Karpaten, Nolks Burg

Wir verlassen das NeverNever am Ende eines schmalen Bergpasses der hinauf zu Nolks mittelalterlich anmutenden Festung führt. Durch schmale Lücken in den Felsen können wir das vordere Tor erahnen. Fern über uns erheben sich die drei Türme der Burg. Zum Glück ist es Tag, so dass wir uns vorerst maximal mit Renfields herumschlagen werden müssen. Man soll sich ja auch über kleine Dinge freuen.

Vorsichtig pirschen wir uns an, solange wie möglich in der Deckung bleibend. Doch zwanzig Meter vor dem Tor geschieht es: Einer unserer Söldner tritt auf eine Mine, und kurz danach eröffnen mehrere Renfields von den Zinnen aus das Feuer auf uns!

Verfluchte Nacht, wir dürfen nicht schon hier scheitern! Boris, Ayden und Mutter sehen das ähnlich, und werfen eine Erdwelle auf die Burgmauern. Unter lautem Getöse bricht sie zusammen, und wir stürmen voran. In der Burg erwartet uns Nolk. Persönlich, und mit voller Aufmerksamkeit, wie wir es uns erhofft hatten.

Leider erweist sich seine Macht an dieser Stelle als zu stark für uns: Alleine seine Anwesenheit stärkt seine Renfields und sie werfen uns zurück. Äußerlich bereitwillig, aber innerlich jubelnd liefern wir uns ein verzweifeltes Rückzugsgefecht. Dies ist der Moment in dem Syltanus meine Tochter befreit, ohne dass Nolk es mitbekommt!

Doch wir haben Nolks Hinterlist unterschätzt: Kaum haben wir das Burgtor wieder verlassen rennt der erste Monoc-Söldner gegen eine bis dahin unsichtbare Barriere und verglüht. Nolk hat uns in eine Falle gelockt! Ich weiss nicht einmal, ob Syltanus schon den Burgbereich mit meiner Tochter verlassen hat, oder ob er mit uns in dieser Kuppel gefangen ist..

“Brecht diesen Bannkreis auf, koste es was es wolle!” brülle ich Boris zu, “und Ihr”, wende ich mich an die Söldner”, Ihr haltet die Renfields von uns fern, sonst verrecken wir hier alle!”

Ich sollte den Männern und Frauen von Monoc zur Seite stehen, aber ich weiss, dass ich mit meinen Kräften haushalten muss. So sehe ich zu, wie sie von Nolk und seinen Renfields auf den letzten Mann aufgerieben werden. Ich bleibe tatenlos aber schützend vor unseren Magiern stehen, während Arme abgerissen und Kugeln in Köpfe gejagt werden. Was solls, es war ihr Job uns zu schützen...

Hinter mir gelingt Boris und Ayden allmählich der Durchbruch, vor uns erschiesst die letzte verbliebende Soldatin von Monoc den letzten Renfield, nur um dann von Nolk in der Luft zerfetzt zu werden. Jetzt stehen Edeltraut und ich direkt vor Nolk, ohne schützende Deckung.

Nolk und ich springen fast zeitgleich aufeinander los. Ich verschwende keinerlei Zeit darauf, den Degen aus meinem Spazierstock zu ziehen, sondern ramme dem Schwarzvampir das Holz direkt in seinen Körper. Dennoch, er ist das größere Monster von uns beiden, und wenn Edeltraut nicht mit ihrem Wardenschwert seine Abwehr ausschalten würde, hätte ich keine Chance.

So habe ich wenigstens eine kleine, und ich gebe mein Bestes, sie auch zu nutzen. Ich ringe eine gefühlte Ewigkeit mit Nolk. Irgendwann merke ich, wie Edeltraut nach hinten weggezogen wird, ich kann mich nicht darum kümmern.

Wie durch ein Wunder bin ich noch nicht tot. Mein Gesicht ist grün und blau zugeschwollen, der rechte Arm gebrochen, und auch in mir ist irgend etwas zerbrochen.. Aber ich gebe nicht auf! Mit fast meiner letzten Kraft ramme ich das Holz in Nolks Brust, und treffe endlich sein Herz. Er brüllt auf, stößt mich weg, und versucht irgendwie von mir zu fliehen, obwohl er sich schon rapide auflöst.

Völlig entkräftet stehe ich da, wie angewurzelt. Mein Blick schweift Edeltraut, die zusammen mit Ayden Mutter irgendwie unnatürlich im Arm hält. Boris, der seine letzten Reserven gegeben hat um Nolks Bannkreis zu brechen.

Und Smilla. Die zwischen einer jungen Feenfrau und einem Playboy wie aus einem James Bond Film steht. Unverletzt. Am Leben.

Dann höre ich um mich herum die Realität zerreißen. Aus den Mauerresten, den großen Marmorplatten im Boden, aus Felsen und aus der Luft wachsen sie. Behemoth. Abaddon. Belial und fast fünfzig weitere Dämonen erscheinen, endlich aus Nolks Gewalt befreit. Sie dürsten seit Jahrtausenden nach Freiheit, nach der Möglichkeit endlich unkontrolliertes Verderben über die Menschheit zu bringen.

Ich sehe Smilla an.

Und stürze mich auf das Amulett mit Gottes Wahrem Namen...
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Timberwere am 5.04.2013 | 09:42
Vielen, vielen lieben Dank, Alyne und JollyOrc, für diese abschließenden Diaries eurer Runde!

Ich finde es zwar sehr schade, dass eure Kampagne jetzt geendet hat, aber irgendwann kommt es eben zu einem Ende, und es ist allemal besser so, mit einem vernünftigen Abschluss, als wenn eine Runde einfach so einschläft, vielleicht sogar noch mittendrin in einem Abenteuer... Und immerhin waren das jetzt 2 Jahre, die uns eure SoKo-Einsatztruppe begleitet hat. Also nochmal vielen Dank, und auf ein baldiges neues Diary von was-auch-immer-ihr-euch-als-nächstes-zuwendet! :)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Gorai am 6.04.2013 | 19:22
Moin,

@JollyOrc: ein großes Dankeschön an Dich  :d
Ich komme aber leider nicht ganz mit diesem Satz klar... Fehlen da vielleicht ein oder zwei Worte? Wen oder was halten Ayden und Edeltraut?
Zitat
... Mein Blick schweift Edeltraut, zusammen mit Ayden im Arm hält. ....

Der Satz entstammt folgenden Absatz:
Zitat
Völlig entkräftet stehe ich da, wie angewurzelt. Mein Blick schweift Edeltraut, zusammen mit Ayden im Arm hält. Boris, der seine letzten Reserven gegeben hat um Nolks Bannkreis zu brechen.
.


@ Timberwere: Ein großes Dank an Dich als treue Leserin unserer Diaries! :d
Wir werden wahrscheinlich nach dem Nordcon 2013 erst die Planungen für eine neue Kampagne starten. .... ;) 8)



Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: JollyOrc am 6.04.2013 | 20:50
In der Tat, da fehlte ein Halbsatz..

Jetzt nicht mehr ;)
Titel: Re: [Dresden Files] - aus den Polizei-Akten des LKA Berlin
Beitrag von: Blechpirat am 11.04.2013 | 14:40
Ich hab übrigens auch ein paar abschließende Gedanken dazu niedergeschrieben (http://richtig.spielleiten.de/2013/03/26/its-a-bittersweet-harmony-kampagnenende/).