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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Timo am 20.11.2015 | 19:11

Titel: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 20.11.2015 | 19:11
hab keinen Thread zu Jessica Jones gefunden, deswegen mal hier der neue Thread zur zweiten Marvel Serie auf Netflix.

Bisher haben wir die ersten 3 Folgen gesehen und macht Spass, anders als Daredevil aber gut gemacht mit vielen Anspielungen auf Comics, Luke Cage ist gut besetzt.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Samael am 20.11.2015 | 22:42
Ich kenne die Charaktere aus den Comics kein Stück. Ich habe die ersten beiden Folgen geschaut und fand sie sehr gut. Im Gegensatz zu Daredevil werd ich die Serie weiterschauen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Mr Grudenko am 21.11.2015 | 11:16
Bisher habe ich zwei Folgen durch, und die machen Laune auf mehr. Eine Heldin, die ein kompetenter Profi ist, eine kotzbrockige Anwältin als Autraggeberin und ein Psycho, der dringend mal Besuch von einigen Warhammer Hexenjägern braucht. Und das ganze mit jede Menge New York und Noir Flair.

Ich kenne auch nicht den Comic-Hintergrund, und kriege auch die Anspielungen darauf nicht mit, weil sie nicht so dick aufgetragen werden wie in den Filmen oder bei "Agents".
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 21.11.2015 | 11:47
Bin auch gerade dabei und merke mal wieder, dass es eine SEHR gute Idee war Netflix diese Serien zu geben

Achja, wen noch weitere Hintergruende, Easter Eggs, ... interessieren: http://www.denofgeek.us/books-comics/jessica-jones/250718/jessica-jones-complete-marvel-universe-easter-eggs-and-comics-references-guide (Je eine Seite pro Episode, man wird also nicht unabsichtlich gespoilt)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 21.11.2015 | 15:29
Es fehlt aus Episode 2 glaub ich, kann gerade nicht nachschauen:

Luke trägt ein gelbes T-Shirt als Jessica ihn von draussen beobachtet, ein Hinweis auf sein Standard gelbes Shirt im Comic.

Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 21.11.2015 | 17:25
Kommt garantiert noch...

Zitat
I'll keep adding more as I start re-watching episodes, and as you folks point out what I missed!

Die Serie ist noch nichtmal 36 Stunden online, da kann man doch nicht erwarten, dass alle Details schon irgendwo verzeichnet sind ;)

Nach einer kurzen Pause geht es dann bei mir mit der ersten Haelfte der zweiten Haelfte weiter (zwischendrin muss die Pause fuer Doctor Who live sein ;) )
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Antariuk am 22.11.2015 | 13:00
Habe mir jetzt ein paar Episoden einverleibt... und es ist erstaunlich gut, vor allem weil es vom Stil so gar nicht wie die anderen aktuellen Marvel Serien ist (ich kenne die Comics zu 0%).

Mich stört zwar dass a) Wil anscheinend nur Cop sein muss wenn er will, so schnell wie der Abstand von Recht und Gesetz nimmt (und vor allem wie viel Freizeit er zu haben scheint), sowie b) dass die Leute so arg an dem Gedankenkontroll-Ding zweifeln nach all den Ereignissen der Avengers Filme. Ansonsten: super Schauspieler, tolle Charaktere (und Kulisse!) und ein etwas bodenständigerer Plot bei dem es ausnahmsweise mal nicht um Das Schicksal der Welt™ geht.

P.S.: Warum zum Henker muss Rachael Taylor sich so zwanghaft mit einem US-Akzent bemühen? Man hört eh dass die von Down Under kommt, lasst die doch normal reden um Gottes Willen >;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Bombshell am 22.11.2015 | 18:06
Mir hat die Serie gefallen und ich hoffe auf ein paar Crossover-Folgen mit Daredevil. Ein Link wird ja etabliert.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Orok am 23.11.2015 | 12:26
Hab ich Killgraves Kraft eigentlich falsch verstanden? Noise-Cancelling Headphones und nen Mikro müssten ihn doch effektiv ausschalten?
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Jiba am 23.11.2015 | 12:33
sowie b) dass die Leute so arg an dem Gedankenkontroll-Ding zweifeln nach all den Ereignissen der Avengers Filme.

Jap, ist mir direkt aufgefallen und ist für mich der dickste Immersion-Breaker, den ich mir überhaupt vorstellen kann. "Jessica Jones" wäre eine viel bessere Serie, wenn es eben keine Links zum restlichen Marvel-Universum gäbe. Du kannst nicht eine quietschbunte-style-over-substance-Action-Comic-Reihe mit einer noirigen PI-Story verbinden. Das passt nicht zusammen. Ich habe nicht das Gefühl, dass Jessica Jones in einem solchen Universum existieren kann. :P

Ach so, und ich habe meine Probleme mit den Sexszenen. Nicht dass ich ein Problem mit Sexszenen habe, das nicht. Aber Jessica ist die nächste Serie, die das hinzufügt weil... ja, warum eigentlich? Ich habe nicht das Gefühl, dass die Serie damit irgendwas Großartiges erzählt! Und die Devise lautet: Es erzählt nichts, dann lass es weg.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Antariuk am 23.11.2015 | 12:56
Ich bin mir auch noch unschlüssig was die Sexszenen angeht... einerseits passt es total zu der Verschlossenheit von Jessica und Luke, die gefühlsmäßig nicht gut mit Worten sind und einfach Dinge tun ohne das breit zu diskutieren. Andererseits ist die Serie an sich halt nicht Noir genug dass diese Szenen sich irgendwie nathlos einfügen, es ist teilweise fast ein Procedual (ohne eins zu sein) und die Interaktion der Charaktere ist doch noch zu "sauber" und kaum ein Charakter überrascht den Zuschauer irgendwie großartig. Extrembeispiel für das was ich meine: Banshee. Da waren die Sexszenen in der ersten Staffel zwar so übertrieben dass es peinlich war, aber den Charakteren dort kaufe ich das problemlos ab. Bei Jessica Jones? Not so much.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.11.2015 | 20:42
Hab ich Killgraves Kraft eigentlich falsch verstanden? Noise-Cancelling Headphones und nen Mikro müssten ihn doch effektiv ausschalten?
Es ist nicht nur die Stimme sondern auch Pheromone.
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Ach so, und ich habe meine Probleme mit den Sexszenen. Nicht dass ich ein Problem mit Sexszenen habe, das nicht. Aber Jessica ist die nächste Serie, die das hinzufügt weil... ja, warum eigentlich? Ich habe nicht das Gefühl, dass die Serie damit irgendwas Großartiges erzählt! Und die Devise lautet: Es erzählt nichts, dann lass es weg.
Gehoert aber zur Originalvorlage.

Die Miniserie "Alias" (urspruenglich wohl auch mit Zusatz "Jessica Jones" als Titel der Netflix-Serie geplant, bis jemandem aufgefallen ist, dass das zu Verwechslungen mit der anderen "Alias"-Serie fuehren koennte) war die erste die Marvel 2001 in ihrem "Erwachsenen"-Label "MAX" rausgebracht hat und in dem sie sich vom damals vorherrschenden "Comics Code" entfernt haben und daher eben eine "erwachsene" Serie gemacht haben (man hat ja auch an Torchwood, dem "Erwachsenen-Spin-Off" der Familienserie Doctor Who gesehen was das "erwachsen" ausmacht ;D )
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Orok am 23.11.2015 | 22:57
@Selganor: Vielen Dank für die Erklärung. So weit bin ich noch nicht :)
Das erklärt dann warum Jessica das nicht macht.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.11.2015 | 23:22
Ich bin mir nicht sicher, ob die Pheromone deutlich in der Serie genannt wurden (auch wenn es so aussieht, dass die da auch ziehen), meine Antwort kam eher von den Comics.

BTW: Wer noch nicht ganz durch ist und nicht von Sachen gespoilt werden will die erst spaeter kommen, am besten die Episodennummer dazuschreiben.

Meine Umfrage, ab wann Netflix-Serien "durch" sind (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,95505.0.html) laeuft ja noch
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Antariuk am 23.11.2015 | 23:33
In der Serie ist von einem Virus die Rede, nicht von Pheromonen. Aber das mag geändert worden sein um...

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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 23.11.2015 | 23:39
Der Virus war ja nur der Ausloeser durch den er die Faehigkeiten bekommen hat. Wie seine Kontrolle sich dann genau auswirkt wurde (zumindest soweit ich mich erinnere) nicht so genau gesagt.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Antariuk am 23.11.2015 | 23:43
Hm, das mag sein, dann habe ich das falsch verstanden.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Bombshell am 24.11.2015 | 14:07
Der Virus war ja nur der Ausloeser durch den er die Faehigkeiten bekommen hat. Wie seine Kontrolle sich dann genau auswirkt wurde (zumindest soweit ich mich erinnere) nicht so genau gesagt.
Ich glaube da weicht die Serie vom Comic ab und Jessica ist auch Teil der Lösung.

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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Khouni am 25.11.2015 | 16:07
Mir waren die Sexszenen relativ egal. Dann habe ich die Serie mit meiner Freundin geguckt (sie findet sie ebenfalls klasse) und sie hat mich während jener die ganze Zeit auf die Mimik und Gestik bei Jessica hingewiesen,
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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Alex am 26.11.2015 | 08:21
Ich habe nach drei Folgen aufgegeben. Ich werde mit der Serie nicht warm.
Ich finde, es geht nur sehr schleppend voran und immer wieder die inneren Dämonen des Hauptcharakters, der Alkohol ... :yawn:

Zum Glück gibt es ja noch Agents of Shield.  :)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 26.11.2015 | 09:03
Sobald man allerdings mitkriegt, woher diese "innere Daemonen" kommen (tatsaechlich ist es ja ein "aeusserer Teufel" >;D ) kann man schon nachvollziehen wieso sie so drauf ist.

Ich war ja durch die Kenntnis des Aspekts ihres Hintergrunds (durch die Comics) schon darauf vorbereitet und waere enttaeuscht gewesen wenn es nicht thematisiert worden waere.

Aber ist ansonsten in den Episoden nix passiert was dich irgendwie an der Serie gehalten haette?
Ihr erster Einsatz ihrer Powers (die sie zwar hat, aber nur selten sichtbar einsetzt) war ja auch schon in der ersten Folge. Aber eben recht unauffaellig...

Die Jessica Jones die in der Serie zu sehen ist ist eben nicht die Superheldin Jewel (vgl. http://marvel.wikia.com/wiki/Jessica_Jones_(Earth-616) (http://marvel.wikia.com/wiki/Jessica_Jones_(Earth-616)) fuer mehr Infos zu ihrem allgemeinen Hintergrund) sondern die Privatdetektivin Jessica Jones, die zwar noch irgendwelche Superkraefte hat, sie aber nur ungern einsetzt, da sie wohl befuerchtet sonst wieder mit "denen" in einen Topf gesteckt zu werden.

Marvel schafft eine schoene Vierteilung was die bewegten Bilder angeht.

- Fuer die bombastischen Blockbuster gibt es die Filme (Avengers&Co)
- Was zu abstrus und aufwaendig fuer die Filme ist wird animiert (Ultimate Spider-Man, Guardians of the Galaxy)
- Die eher "normalen" Sachen mit hin und wieder mal etwas Power sind bei Agents of Shield (und sie spannen die Boegen zwischen den Filmen bzw. leisten etwas Vor-/Nachbereitung)
- Und die etwas dunkleren, "street-level" Sachen gibt es die Netflix-Serien (Daredevil, Jessica Jones)

So kann sich jeder mit dem Bereich des MCU beschaeftigen der ihm gefaellt ;)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Iona am 26.11.2015 | 09:14
Ich bin jetzt bei Folge 10 und sehr angetan!

Es ist halt keine klassische Superhelden-Serie (Agents of Shield konnte ich z.B. irgendwann nicht mehr gut ertragen), sondern hat eine ganz eigene Stimmung.
Vielleicht ist die einfach nicht jedermanns Sache :)

David Tennant und auch Carrie-Anne Moss in diesen Rollen zu sehen macht wirklich Laune.

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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Alex am 26.11.2015 | 11:12
Es ist halt Geschmackssache (völlig unironisch gemeint).
Ich finde die Handlung/Action in den Folgen eher überschaubar.
Agents of Shield ist ein Paradebeispiel von abgeschlossener Handlung in einer Episode und Weiterbringen des Metaplots. Gerade die erste Staffel hat da neue Standards gesetzt.

JJ ist mMn fast nur Metaplot. Der Aspekt der Privatdetektives würde mir genügen, wenn sie halt auch richtige Fälle lösen würde.

Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Iona am 26.11.2015 | 12:01
Es ist halt Geschmackssache (völlig unironisch gemeint).

Absolut! :)
Und es ist vor allem bei mir auch stimmungsabhängig.
Mir gehen meistens wenn ich Zeit habe, mehrere Folgen am Stück zu sehen diese "Monster of the Week"-Serien nach kurzer Zeit auf die Nerven. Da will ich wissen, wie der "große" Plot weitergeht und nicht die kleinen Geschichten, die am Ende gar nichts mit dem Großen Ganzen zu tun haben, sehen.
Würde bei Jessica Jones zusätzlich zur Geschichte mit Killgrave noch jede Folge ein abgeschlossener Detektivfall dazukommen, wäre sie für mich nur halb so interessant.

Wenn ich eine Serie jedoch folgenweise z.B. jede oder jede 2. Woche sehe und sie die gute Mischung hat, passt das wieder (besser).


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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 1.12.2015 | 11:09
Breaking News:

Spider-Man seen in Episode 12 of Jessica Jones (https://twitter.com/devincf/status/668917190138200066) ;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Bombshell am 1.12.2015 | 17:53
Den verstehe ich nicht.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 1.12.2015 | 22:42
Da der Kerl mit fast jedem anderen im Marvel-Universum schon irgendwelche Teamups/Crossover hatte koennte er rein theoretisch nahezu ueberall auftauchen.

Dank der tollen Rechteaufsplittung durfte Spider-Man allerdings bisher nicht in irgendwelchen anderen Marvel-Filmen/Serien auftauchen (fuer Civil War wurde wohl eine erste "Ausnahmeregelung" getroffen).

Dass sie dann doch irgendwo gut (fuer Fans aber wohl nicht gut genug) versteckt ein "Spider-Man-Eis" im Hintergrund verstecken zeigt mir mal wieder wie genau man bei den Netflix-Sachen hinschauen sollte ;D

Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Erdgeist am 1.12.2015 | 23:01
Ich halt's für reinen Zufall. Solches Spiderman-Eis scheint's schließlich wirklich zu geben und dass es gerade in New York, wo er in-comic seine Netze schwingt, an Ständen verkauft wird, ist nun auch nicht überraschend.

(http://www.connecticuticecreamtrucks.com/yahoo_site_admin/assets/images/image22241.12655950_std.gif)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 14.12.2015 | 13:35
Hab jetzt mal die ersten Folgen gesehen, und hab irgendwie das Gefühl das sie den Plot arg in die Länge ziehen, die Folgen sind länger als bei regulären Fernsehserien, aber passieren tut nicht viel (jedenfalls im Vergleich zu Serien wie Arrow und Flash).

Btw.: Ich hab den Comic dazu nie gelesen, aber seh ich das richtig das die Killgrave story im Comic gerade mal 5 Hefte umfasst und die das auf 13 Folgen a 50 Minuten auswalzen?
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 14.12.2015 | 14:39
Ich habe eben eine Kutzzusammenfassung dieser Comics (https://scans-daily.dreamwidth.org/3522889.html) (mit Scans einzelner Seiten) gefunden.

Die Serie ist da doch schon deutlich ausfuehrlicher.

Man sollte sich beim Schauen der Serie aber klar sein, dass der Konflikt zwischen Jessica und Kilgrave der zentrale Plot der ganzen Staffel ist (mit "Nebenkriegsplaetzen" ihre anderen Beziehungen zu anderen Leuten).

Die Serie ist noch weit mehr als es Daredevil schon war ein intensiver Blick "in den Kopf" von Jessica die versucht "gut" zu sein obwohl sie selbst der Meinung ist, dass sie diese Bezeichnung nicht verdient hat.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Erdgeist am 14.12.2015 | 16:52
Es stimmt auf jeden Fall, dass die Serie sich mehr Zeit nimmt. Doch finde ich, dass ihr das gut tut, da weit stärker die Persönlichkeiten der Figuren beleuchtet werden können.

Eine weitere Superheldenserie a la Arrow oder selbst Dare Devil ist es nicht. Das ist schon eine Umgewöhnung, wenn man denkt, wo Marvel drauf steht, ist auch Marvel drin. Bei Jessica Jones ist das nur in den Details zu erkennen - was nun gewiss nicht negativ gemeint ist.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 14.12.2015 | 19:38
Ich fand die Serie angenehm anders. Sie trifft die Stimmung sehr gut/realistisch (sprich Misshandlungsüberlebende und Stalker) nur halt mit dem Touch Superhero der dazukommt.

Besonders fies, die letzten Folgen betreffend:
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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Der Nârr am 15.12.2015 | 11:18
Hab jetzt mal die ersten Folgen gesehen, und hab irgendwie das Gefühl das sie den Plot arg in die Länge ziehen, die Folgen sind länger als bei regulären Fernsehserien, aber passieren tut nicht viel (jedenfalls im Vergleich zu Serien wie Arrow und Flash).
Und das ist auch gut so. Ich meinte auch gestern noch, dass ich sehr dankbar bin, dass wir nicht einen Supergegner of the Week bekommen + 10 Minuten und ein paar Andeutungen die sich um Kilgrave drehen oder so.

Jessica Jones ist für mich derzeit das "The Wire" der Superhelden.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Xemides am 24.12.2015 | 15:07
Gerade fertig geworden.

Bin begeistert, besser als Daredevil in jedem Fall, und der war schon klasse.

Und David Tennant als Kilgrave ist grißartig.

Und eine Schlußszene der Serie, bei der ich Gäsehaut bekam.

Großartig !
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Uebelator am 16.02.2016 | 00:08
Mir hat Jessica Jones auch außerordentlich gut gefallen und ich fands ziemlich mutig von Marvel eine solche Serie aufzuziehen, deren Fokus ganz klar nicht auf der Action sondern auf dem Drama liegt. Ich könnte nicht sagen, ob mir Daredevil besser gefallen hat, aber mit diesen beiden Serien, kann man sich auf jeden Fall auf tolle, hochwertige Comic-Unterhaltung in zukünftigen Staffeln freuen.

(https://picload.org/image/wlaplgi/jessica.jpg)
https://uebelator.wordpress.com/2016/01/04/jessica-jones/
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 16.02.2016 | 13:18
Bei mir ist der Funke (bisher) irgendwie nicht so richtig übergesprungen. Irgendwie habe ich das Gefühl, den Mitgliedern einer Selbsthilfegruppe dabei zuzuschauen, wie sie bereits am Alltag scheitern, dann auch noch ein nicht alltägliches Problem meistern müssen - und sich dafür seeeeehr viel Zeit lassen.

Und vor allem frage ich mich, warum sich nicht jemand von den ganzen Super-Sozialversagern dem Kilgrave nicht einfach mal bei Nacht und Nebel hinterrücks eins auf den Hut gegeben, über die Schulter geworfen und in eine (notfalls improvisierte) Isolierzelle gebracht hat. So hätte *ich* das gemacht und ich kann weder aus dem Stand in die dritte Etage springen noch bin ich ein Cop mit SpecOps-Hintergrund. Das ganze Gewese um irgendwelche schwer beschaffbaren Betäubungsmittel und hochkomplizierte Entführungspläne wirkt einfach nur unglaubwürdig gegenüber den postulierten Möglichkeiten der Charaktere. Wenn Kilgrave eine permanente  "Suggestionszone" um sich herum schieben würde, könnte man's ja verstehen, aber so?

Ich erwarte auch keine hochkompetenten Superhelden in Zivil, die mit sich selbst mental absolut im Reinen sind, aber irgendwie fühlt sich das Ganze nicht stimmig an.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Erdgeist am 16.02.2016 | 14:33
Der Grund für die Masche mit den Betäubungsmitteln und dergleichen war ja von Jessica, dass sie ein Geständnis von ihm haben wollte, um das eine Mädchen aus dem Gefängnis holen zu können.

Aber ansonsten ist das durchaus ein valider Punkt.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 16.02.2016 | 16:23
Als sie es (das erstemal) durchziehen, sieht man ja, warum es nicht klappen würde.

Erschiessen mit Scharfschützengewehr wäre auch eine sehr einfache Lösung...

Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Nocturama am 16.02.2016 | 16:33
Der Grund für die Masche mit den Betäubungsmitteln und dergleichen war ja von Jessica, dass sie ein Geständnis von ihm haben wollte, um das eine Mädchen aus dem Gefängnis holen zu können.

Das und dazu kommt noch, dass Kilgrave nun mal nicht so doof ist, sich problemlos nachts angreifbar zu machen. Man bekommt ja deutlich demonstriert, dass er immer einige Pläne in der Hinterhand hat, um genau so etwas zu verhindern.

Zusätzlich hat Jessica einfach eine wahnsinnige Panik, ihm zu nahe zu kommen und wieder unter seine Kontrolle zu geraten (oder einen ihrer Freunde an ihn zu verlieren). Dass man mit unaufgearbeitetem Trauma und PTSD nun mal nicht super logisch und kalt vorgeht, war für mich absolut nachvollziehbar.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Bad Horse am 16.02.2016 | 16:33
@Scharfschützengewehr: Das hätte aber dem Mädel wieder nicht geholfen, und den anderen Opfern auch nicht. Jessica wollte ja gerade, dass Kilgrave zugibt, was er da gemacht hat.

@Warum glaubt ihr das keiner?: Es ist eine Sache, an Aliens und Hulks zu glauben. Die waren ja nun da und sind eine physische Bedrohung. Das ist schon schlimm genug. Aber dann kommt jemand und behauptet, es gäbe einen Typen, der deinen Willen einfach so ausknipsen kann. Der eine Tochter einfach so dazu bringen kann, die Eltern umzubringen, die sie eigentlich liebt.

Wer will denn das glauben? Wer will denn in einer Welt leben, in der das möglich ist? Nee, da kann verstehen, dass die Leute den Kopf in den Sand stecken und lieber an die Unantastbarkeit des freien Willens glauben. Das ist noch mal eine ganz andere, viel intimere Ebene der Hilflosigkeit, die da postuliert wird.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 16.02.2016 | 16:49
Der Grund für die Masche mit den Betäubungsmitteln und dergleichen war ja von Jessica, dass sie ein Geständnis von ihm haben wollte, um das eine Mädchen aus dem Gefängnis holen zu können.

Dass meine ich ja gerade: Vollnarkotisiert kann er gar kein Geständnis ablegen und selbst wenn er nur leicht betäubt wäre, hätte das Geständnis keinen Wert, weil unter Einfluss von Betäubungsmitteln abgelegt. Und um ihn zwecks Gefangennahme kurz zu immobilisieren bräuchte man kein schwer beschaffbares Narkotikum, sondern einfach irgend etwas, was man in Hell's Kitchen an jeder zweiten Ecke bekommt - mal ganz davon abgesehen, dass es gar keiner Inhuman-Fähigkeiten oder SpecOps-Ausbildung bedarf, um einen (schwerkranken!) Typen wie Kilgrave ohne Drogen auf die Bretter zu schicken.

Meine Güte, Jessica könnte hinter Killgrave vom Dach springen und ihm (ggf. nonletal) die Luft abdrehen, bevor er auch nur Pieps sagen kann. Auch Will sollte mit seinem SpecOps-Training profunde Kenntnisse darüber haben, wie man jemanden überrumpelt, knebelt und in einen Transporter verfrachtet. Stattdessen dilettiert die Trümmertruppe sich durch hochkomplexe Pläne (Die dann auch noch schiefgehen ...) und als Zuschauer fragt man sich natürlich, was das Brimborium soll.

Dass Kilgrave sich für den Fall seiner Gefangennahme abgesichert hat, ist eine ganz andere Baustelle, denn davon können die Protagonisten nichts wissen (sondern es allenfalls in Erwägung ziehen). Es hat auch absolut nichts damit zu tun hat, wie viel Gewese um das Verfahren seiner Gefangennahme gemacht wird.

Und auch wenn Kilgraves Fähigkeit darauf beruht, dass er andere Menschen mittels seiner Pheromonen für Suggestion empfänglich macht, bringen die Pheromone allein anscheinend gar nichts - die Leute finden Kilgrave noch nicht einmal symphatisch, wenn er nicht den Mund aufmachen und ihnen sagen kann, dass sie ihn sympathisch finden sollen.
Da fragt man sich doch, warum man ihn nicht mit simpelsten Mitteln daran hindert, den Mund zu halten oder sich die Ohren verstopft, damit man nicht hört, was er von einem will. Für ein Verhör wird es natürlich komplizierter, weil man ihn dafür reden hören muss, aber um seine Pheromone nicht schnüffeln zu müssen gibt es auch recht simple Methoden.

Wie gesagt, irgendwie hat das ganze Konzept meterbreite Lücken, die sich mit dem dicksten Trauma nicht stopfen lassen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Uebelator am 16.02.2016 | 18:37
Grundsätzlich fand ich die Serie toll, aber ich kann Fantomas´ Punkte nachvollziehen. Stelenweise haben sich die Protagonisten schon nicht sooo clever verhalten.

Kann mir zum Beispiel jemand den Plan beim Showdown erklären?
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Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Elden am 25.02.2016 | 15:42
Super Serie. Gefällt mir besser als Daredevil. Daredevil hat vieleicht den umfangreicheren/besseren Plot, aber JJ gefallen mir die Charaktere und das Drama besser.

Klar ist das Geschmackssache- wenn man mehr auch Popcorn-Action steht, für den sind Shield und die DC-Serien wohl eher was (bei Legends of Tomorrow ertrag ich ja nicht mal den Trailer).

Die Plausibilität mit den Aliens und Gedankenkontrolle ist doch auch super umgesetzt. Als die Anwaltskanzlei nach Opfern gesucht hat, haben sich ja 10 echte Opfer gefunden und 90 andere wollten nur die Verantwortung ihrer Taten Kilgrave in die Schuhe schieben (das war amüsant).

Zu den Plot-Holes: alles halb so schlimm- die sind bei anderen Serien (oben genannten) größer. Nur weil bei JJ der "gefühlte" Realismus-Faktor größer ist, reagiert man jetzt auf die Elemente des Drehbuchs, die für Drama sorgen, allergisch? Wann habt ihr den letzten 13 Teiler gesehen, bei dem der Bösewicht in den ersten 10 Minuten mit einem Scharfschützengewehr erschossen wird und dann für 12 Stunden das Testbild zu sehen ist? Die ganze Zeit schwebt die Gefahr unschuldiger Toter über JJs Haupt. Sie hat sich mehr Mühe gegeben, Menschen zu schützen, als Superman in seinem letzten Film.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: aikar am 25.02.2016 | 16:38
Ich hatte Anfangs auch so ein paar Probleme mit Jessicas Verhalten (warum kontaktiert sie nicht gleich die Avengers?), bis irgendwann klar wurde, dass sie traumatisiert ist. Sie muss und wird sich nicht rational verhalten.
Sie ist paranoid, will Rache, geht prinzipiell vom schlechtesten Ergebnis aus und fühlt sich noch dazu persönlich verantwortlich. Darüber hinaus ist sie auch noch Alkoholikerin. Die meisten Argumente treffen dann auch auf Will zu (und der ist noch dazu Kriegsveteran und drogensüchtig).

Ich denke das, was Killgraves Opfern passiert ist, geht sogar über eine Vergewaltigung oder Kriegstraumata weit hinaus. Und schon da neigen Opfer zu extremem und irrationalen Verhalten.
Nachdem das klar war, habe ich die Serie wirklich genossen.

Da waren einige Aktionen von Tony Stark deutlich mehr zum auf den Kopf greifen (und auch bei ihm kann man es zum Teil mit Ego, Traumata und Alkohol erklären).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 25.02.2016 | 20:01
Nur weil bei JJ der "gefühlte" Realismus-Faktor größer ist, reagiert man jetzt auf die Elemente des Drehbuchs, die für Drama sorgen, allergisch?

Deine Frage trägt die Antwort bereits in sich: In die quietschbunten Kino-Comicverfilmungen ist die Erwartungshaltung von vornherein eine andere. Da ist man durch Setting, Story und Erzählstil anders eingestimmt. Und nein, JJ und die Avengers / Thor teilen sich keineswegs ein gemeinsames Setting. Sie teilen sich ein gemeinsames Franchise, was ich durchaus als gravierenden Unterschied sehe.

Worin ich dir aber unbedingt beipflichte, auch wenn das angesichts meines Rant womöglich untergegangen ist: Mir war JJ jetzt einfach zu viel Drama in zu wenig bzw. zu konstruierter Handlung, aber man kann das natürlich grundsätzlich entspannt sehen. Ich freue mich mehr auf die Season 2 von "Daredevil", deren erste Staffel wiederum Anderen nicht so zugesagt hat.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: aikar am 26.02.2016 | 10:08
Und nein, JJ und die Avengers / Thor teilen sich keineswegs ein gemeinsames Setting.
Doch, tun sie.
JJ teilt sich ein Setting mit Daredevil (und werden ja sogar in Defenders zusammengeführt). Und in Daredevil ist zu Beginn die Rede von der Schlacht von New York (Avengers 1).
Und ich bilde mir sogar ein (bin mir aber jetzt nicht sicher), dass irgendwann in JJ das gehäufte Auftauchen von "Freaks" in letzter Zeit erwähnt wird (was mit den Ereignissen in Agents of Shield zusammenpasst).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 26.02.2016 | 10:28
Die Comic-Universen tun aber doch seit jeher schon so, als gäbe es je nach der Story, die man gerade erzählen will, bestimmte Elemente innerhalb der eigenen Erzählwelt nicht bzw. ignoriert diese einfach, wie's einem gerade passt. Bats ruft ja auch nicht immer Superman um Hilfe, dass der mal eben Bane verdreschen und ins Kittchen werfen möge. 
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: TheOzz am 26.02.2016 | 10:42
(http://s-cdn.serienjunkies.de/jessica-jones/poster/medium_jessicajonespurple.jpg)


Guck auf das Serienposter und den Hintergrund. Wessen Turm ist da zu erkennen?  8)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Elden am 26.02.2016 | 16:31
Doch, tun sie.
JJ teilt sich ein Setting mit Daredevil (und werden ja sogar in Defenders zusammengeführt). Und in Daredevil ist zu Beginn die Rede von der Schlacht von New York (Avengers 1).
Und ich bilde mir sogar ein (bin mir aber jetzt nicht sicher), dass irgendwann in JJ das gehäufte Auftauchen von "Freaks" in letzter Zeit erwähnt wird (was mit den Ereignissen in Agents of Shield zusammenpasst).
So ist es. Alles MCU.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Xemides am 26.02.2016 | 16:37
Und die Krankenschwester bei JJ ist doch die gleiche wie in Avengers oder DD.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 26.02.2016 | 23:09
wo taucht die in Avengers auf?
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Quill am 27.02.2016 | 12:49
Gar nicht.

Soweit ich weiß, sind die Netflix-Serien trotzdem Teil des MCU, die Battle of New York (Avengers 1)wird z. B. in Daredevil erwähnt und auch die Existenz von Außerirdischen und Superhelden, in beiden Serien. Es gibt halt weniger Berührungspunkte als jetzt zwischen Avengers und z. B. AoS. Aber es soll schon im selben Kinouniversum spielen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 29.02.2016 | 21:28
Doch, tun sie.
JJ teilt sich ein Setting mit Daredevil (und werden ja sogar in Defenders zusammengeführt). Und in Daredevil ist zu Beginn die Rede von der Schlacht von New York (Avengers 1).

Ein gemeinsames Setting umfasst mehr als den Handlungsort und die einige geteilte Charaktere. Das Setting ist der Schauplatz, es geht also nicht nur um den Ort, sondern auch um das an diesem Ort Dargestellte. Wenn das Look & Feel und die Schwerpunkte der Darstellung sich massiv unterscheiden, ist es *nicht* dasselbe Setting im erzähltechnischen Sinne.

Bei JJ (und auch Daredevil, was das angeht) greift noch nicht einmal das Vignetten-Modell. Ja, Hell's Kitchen ist ein Teil von New York, in dem es eine Schlacht mit Aliens gab. Abgesehen davon, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, schlägt sich das jedoch nirgends nieder. Die Leute haben ein Wissen von Ereignissen außerhalb ihres Lebensbereichs und sind angeblich sogar in der Sache (z.B. durch Zerstörungen in ihrem Viertel und verlorene Angehörige) betroffen, aber ihr Bewusstsein hat sich nicht geändert. Statt dessen plagen die Charaktere Probleme, die komplett losgelöst von den genannten Ereignissen sind. Es ist für die Ereignisse in Daredevil und JJ komplett Latte, ob die Schlacht um New York stattgefunden hat oder nicht, obwohl sie erwähnt - aber eben auch nur *erwähnt* - wird. Das unterscheidet diese Serien beispielsweise von AoS, die aktive Verknüpfungen zu den Ereignissen in den Avengers-Filmen aufnimmt.

Das selbe "Problem" findet man übrigens auch zwischen den Avengers-, den Thor- und den Iron-Man-Filmen. Dass Thor sich mal eben mit Dunkelelfen herumschlägt, hat offenbar keine Auswirkungen auf den sonstigen Erzählkosmos. Innerhalb des Franchise scheint es zu genügen, dass die Ereignisse in Großbritannien stattfinden, wobei diese trotz ihrer Tragweite durch die zu vernachlässigende Distanz der Örtlichkeiten isoliert werden. Wenn man bedenkt, dass die Avengers *ausdrücklich* die Antwort auf außerirdische / außerdimensionale Bedrohungen sein sollen, ist das nicht gerade hilfreich, darin ein gemeinsames Setting zu sehen. Der Iron-Man-Strang wird zwar durch die Ereignisse um Ultron mit denen der Avengers verknüpft, was aber die Ereignisse um Thor noch mehr isoliert. Wenn man bedenkt, das Iron Man im wahrsten Sinne des Wortes ständig zwischen New York und dem nahen Osten hin und her jettet und sofort unterwegs ist, wenn irgendwo ein Towelhead einen Waffendeal durchführt, ist es schon irgendwie seltsam, wenn er ausgerechnet dann lieber Playmates nachsteigt, wenn irgendwo eine weitere Invasion startet - vom Rest der Avengers-Initiative ganz zu schweigen. Ein lapidares "Die haben gerade andere Dinge zu tun!" genügt in einem Franchise, aber nicht in einem Setting.

In in einem gemeinsamen Setting greift *alles* ineinander, dessen Nicht-Ineinandergreifen nicht innerhalb des Setting erläutert wird. Ein Beispiel: Es wird gezeigt, wie die Geschichte um Kilgraves Mitwirkung am Mord von Hope Shlottmans Eltern in Medien diskutiert, die sicherlich nicht nur in Hell's Kitchen oder sogar nur in New York empfangen werden. Und auch wenn es durchaus plausibel ist, das die Bevölkerung trotz Alien-Angriffen nicht unbedingt an gedankenkontrollierende Inhumans glauben will, müsste es doch die Aufmerksamkeit von Leuten wecken, die es besser wissen und im Rest des Franchise ein unbedingtes Interesse daran haben: Kurz gesagt, eigentlich müssten in Hell's Kitchen spätestens nach dem ersten Medienbericht mehr Agenten von SHIELD und HYDRA auf der Suche nach Kilgrave sein, als das Team um Jessica Neurosen hat. Aber es scheint ja nicht einmal Matt Murdock zu interessieren, wer da noch in seinem Kiez herumturnt.

Wenn man den Begriff des Settings derart aufweicht, haben auch die ollen Karl-May-Western und "Der Schuh des Manitou" das selbe Setting. Oder "Nachts im Museum" und "Das Relikt". Oder "Flucht aus L.A." und "Beverly Hills Cop". Oder ... Okay, ich denke, ich habe meinen Standpunkt hinreichend dargelegt. ;)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: aikar am 1.03.2016 | 07:24
Okay, ich denke, ich habe meinen Standpunkt hinreichend dargelegt. ;)
Jap und den kann man natürlich so stehen lassen. Aber es ist halt nur ein persönlicher Standpunkt und keine allgemeine Definition. Laut offizieller Aussage spielen JJ und die Avengers nunmal im selben Universum (MCU).

Und das manchmal Superhelden seltsamerweise nicht reagieren/vorhanden sind gehört ganz einfach zum Genre. Ansonsten gäbe es kaum mal Einzelabenteuer der Helden, weil es eigentlich IMMER Sinn machen würde, bei größeren Problemen das Team zusammen zu trommeln.

Wenn du unbedingt eine In-Universe-Erklärung dabei brauchst, sind die anderen halt gerade mit einer anderen Krise beschäftigt und können nicht schnell genug vor Ort sein.
Der Zeitraum zwischen "wir wissen was kommen wird" und der tatsächlichen Invasion bei Thor 2 ist ja z.B. auch eher kurz. Abgesehen davon ist es über einen langen Abschitt des Films eher ein Problem von Asgard als der Erde. Da gäbe es sicher größere Kaliber als die Avengers, die man zu Hilfe holen könnte. Wenn eben die Zeit reichen würde.

Ich weiß, dass das nicht immer befriedigend ist, aber anders sind solche Multi-Superhelden-Settings einfach nicht ernsthaft machbar.
Deswegen habe ich da auch irgendwie ein großes Problem mit Speedstars wie Flash, Quicksilver oder Superman. Die könnten wirklich rechtzeitig dort sein. In der dritten Arrow-Staffel hatten sie das ja sogar kurz drin.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 2.03.2016 | 15:57
wobei Flash nicht funktionieren würde im Marveluniversum (nicht dass er im DC Universum funktioniert, dort wäre er ausser aus Plotgründen wohl der mächtigste, stärkste, unbesiegbare Held, je nachdem wie schnell Superman zZ ist)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 2.03.2016 | 20:12
Ich weiß, dass das nicht immer befriedigend ist, aber anders sind solche Multi-Superhelden-Settings einfach nicht ernsthaft machbar.
Deswegen habe ich da auch irgendwie ein großes Problem mit Speedstars wie Flash, Quicksilver oder Superman. Die könnten wirklich rechtzeitig dort sein. In der dritten Arrow-Staffel hatten sie das ja sogar kurz drin.

Wobei Tony Starks Rüstung Mark 40 ja auch Mach 5 schafft. Damit sind die knapp 5.600 Kilometer zwischen New York und London bei linearem Flug auch unter einer Stunde schaffbar. Auch das genügt bei vielen größeren Ereignissen, um irgendwo zwischen "Meldung, dass Kacke am Dampfen" und "alle Messen gesungen" einzutreffen.

Generell wird natürlich die Höchstgeschwindigkeit von Comichelden, ebenso wie die Dauer, die sie diese Geschwindigkeit aufrecht erhalten können, immer dem Bedarf angepasst. Obwohl The Flash eigentlich jeden Punkt in Central City praktisch unter Blinzelgeschwindigkeit erreichen müsste, vergeht dennoch - besonders der Dramatik zuliebe - oftmals etwas Zeit zwischen dem Moment, in dem er alarmiert wird und dem Moment des Eintreffens vor Ort - selbst dann, wenn er bereits kostümiert und im Lauf ist, also gar nicht von Null an beschleunigen muss.

Mit realweltlicher Physik darf man da einfach nicht herangehen und daher würde ich daraus auch kein Problem machen. Bei mentalen Aspekten und menschlichen Interaktionen, die innerhalb eines Handlungsuniversums keine Homogenität erkenne lassen, sieht es anders aus.
Um noch einmal das bereits mehrfach diskutierte Beispiel zu bringen: Das normale Bürger Hope nicht glauben (wollen) ist plausibel bzw. menschlich nachvollziehbar. Aber das im selben Universum existente Personen und Gruppen, die es besser wissen müssen und explizit an der Sache interessiert sein müssten *allesamt* über den kompletten Verlauf längerer und obendrein medial breit getretener Ereignisse nichts wissen, nichts machen oder nicht abkömmlich sind, strapaziert die suspension of disbelief ganz mächtig und macht irgendwie deutlich, dass dass MCU eben ein Franchise, aber kein Setting ist. Sprich, man teilt sich bestimmte Personen, Orte und Ereignisse, aber diese werden nicht zwingend (oder nur sehr bemüht) verknüpft.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das kaum möglich ist, selbst nachdem das ganze Mutantenstadl aus lizenzrechtlichen Gründen abgewandert ist. Allein in New York des Marvel Universe tummeln sich dermaßen viele Superhelden (und -schurken), dass die Schlacht um New York eigentlich viel schillernder hätte ausfallen müssen. Aber das konnte man den armen Aliens ja nicht antun. ;)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 3.03.2016 | 09:28
Kann mir mal jemand erklaeren was die "Geschwindigkeit von Superhelden"-Diskussion die hier gerade aufkommt mit Jessica Jones zu tun hat?

Wenn ihr darueber diskutieren wollt dann doch bitte in einem eigenen Thema
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 3.03.2016 | 11:41
Achtung, leichte Spoiler!

Mir hat die JJ-Serie extrem gut gefallen. Die Hauptdarsteller haben toll gespielt, meiner Meinung nach. Die Musik und die Beleuchtung war ebenfalls klasse. Superspannend fand ich die Ausgangssituation - und nach meinem Begriff wurde sie auch sehr gut aufgelöst.

Für eine Superheldenserie mit dem Schwerpunkt auf dem Drama fand ich einige Nebenfiguren zu eindimensional bzw. schienen mir  nicht recht ins Bild zu passen, wie der ganze Nuke-Nebenplot.
Die Zwillingsschwester ein Stockwerk drüber war sooo obnoxious, dass die stilleren Endszenen mit ihr für mich gar nicht mehr funktioniert haben.
Luke Cage ist für mich irgendwie uninteressant geblieben ... vielleicht, weil er als Figur so extrem stoisch angelegt ist.

Die Action fand ich ehrlich gesagt oft so lala. Daredevil scheint insgesamt besser choreographiert zu sein, und was die Charaktere so drauf haben, erschien mir in JJ ziemlich inkonsistent zu sein und eher von der Wendung des Plots abhängig. Klar, man kann das immer auf den Alk schieben, aber dass unsere Protagonistin von einem durchgeknallten Mädchen mit einer Holzplanke ausgeknockt wird?
Überhaupt verhielten sich die handelnden Figuren oft zu deutlich so, als würden sie vom Drehbuchschreiber herumgeschubst werden. Diese Kritik betrifft weniger die gesamte Serie als vielmehr bestimmte Szenen, die ich dafür aber umso unglaublich hirnrissiger fand (die Befreiung von Kilgrave, zB).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: aikar am 3.03.2016 | 11:55
Kann mir mal jemand erklaeren was die "Geschwindigkeit von Superhelden"-Diskussion die hier gerade aufkommt mit Jessica Jones zu tun hat?

Wenn ihr darueber diskutieren wollt dann doch bitte in einem eigenen Thema
Es betrifft die Frage, wie weit es plausibel ist, dass sich die anderen Superhelden des MCU aus der Kilgrave-Sache raushalten. Aber stimmt schon, wenn es weiter ausartet, sollte es ausgelagert werden. Aber ich denke viel mehr gibt es dazu eh nicht zu sagen.

Ein Punkt noch, warum ich die Medienpräsenz der Kilgrave-Opfer nicht so kritisch sehe: Wenn man die aktuellen Ereignisse aus Agents of S.H.I.E.L.D und Avengers 2 mit dazunimmt, dürfte es schlicht und ergreifend untergehen.
Die Menschen des MCU werden momentan jeden Tag mit seltsamen Ereignissen bombardiert, von den haufenweise Falschmeldungen (die ja auch in JJ thematisiert werden) ganz zu schweigen.
Vielleicht ist ja sogar ein S.H.I.E.L.D-Agent im Hintergrund mal aufgetaucht und von Kilgrave umgedreht worden, unwahrscheinlich wäre das nicht.

Evtl. sind die Avengers ja sogar schon mit dem Anfang des Civil War beschäftigt, um sowas zu prüfen, müsste man eine wochengenaue Timeline haben, die wird es aber wohl nicht geben.

Worauf ich hinaus will: Es gibt genügend Möglichkeiten um die Umstände zu sinnvoll argumentieren, also eigentlich keinen Grund darauf herumzureiten.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Drudenfusz am 4.03.2016 | 12:39
Bin mal auf die nächste Staffel gespannt, wird aber dann wohl erst nächstes Jahr kommen...
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 4.03.2016 | 12:41
Jau, da bin ich auch gespannt. Angesichts der Krümel, die sie in Staffel 1 ausgelegt haben, befürchte ich allerdings, dass mich der Metaplot der nächsten Staffel ziemlich kalt lassen wird.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 4.03.2016 | 22:43
erstmal Punisher in ein paar Wochen  ;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: alexandro am 9.03.2016 | 13:50
Habe jetzt auch die letzte Folge durch. Ganz großes Kino!

Und vor allem frage ich mich, warum sich nicht jemand von den ganzen Super-Sozialversagern dem Kilgrave nicht einfach mal bei Nacht und Nebel hinterrücks eins auf den Hut gegeben, über die Schulter geworfen und in eine (notfalls improvisierte) Isolierzelle gebracht hat. So hätte *ich* das gemacht und ich kann weder aus dem Stand in die dritte Etage springen noch bin ich ein Cop mit SpecOps-Hintergrund. Das ganze Gewese um irgendwelche schwer beschaffbaren Betäubungsmittel und hochkomplizierte Entführungspläne wirkt einfach nur unglaubwürdig gegenüber den postulierten Möglichkeiten der Charaktere. Wenn Kilgrave eine permanente  "Suggestionszone" um sich herum schieben würde, könnte man's ja verstehen, aber so?

In der Rückblende wurde gezeigt, dass bereits eine Armbewegung Killgraves ausreicht, um einen heranrasenden Linienbus zum Ausweichen zu zwingen (ohne dass der Fahrer ihn hören kann).

Um jemanden geziehlt auszuschalten/zu entführen muss man:
a) Wissen, wo sich sich das Ziel wann aufhalten wird. Sonst wird das nichts. Killgrave hat aber keinen erkennbaren Terminplan, und "einfach auf der Straße langlaufen, bis man ihn zufällig trifft" ist kein besonders guter Plan.
b) man braucht ferner eine Gelegenheit, bei der das Ziel nicht gut reagieren kann. Sich hinter ihm von einem Gebäude fallen lassen ist schön und gut, aber was wenn er aus irgendeinem Grund kurz stehen bleibt und man dann vor, statt hinter, ihm landet. Oder wenn er zufällig hochschaut. Wenn man keine Superkräfte zur Verfügung hat, wird es sogar noch schwerer (versuch mal bis auf Armlänge an jemanden auf der Straße ranzukommen, ohne dass der das merkt). Der Plan im Café war schon ziemlich gut: die Charaktere wussten, dass Killgrave sich dort zumindest eine Weile aufhalten würde (Wann, Wo) und dass er nicht komplett aufmerksam sein würde (redet mit Moppkopp) bzw. nur begrenzt reagieren kann (Tische und Stühle).
c) schließlich wären da noch der Unsicherheitsfaktor der anderen Menschen. Man weiß nie, wie sie sich verhalten und ob nicht doch einer von denen den Helden spielt (oder von Killgrave einen Befehl hat, ihn zu bewachen). Jess und Co. versuchen das so gut es geht zu umgehen (Schnell rein und raus, bevor jemand reagieren kann (notfalls umkegeln), Betäubungsmittel um Mindslaves auszuschalten) - der einzige Grund warum es scheitert, ist dass sie nichts vom Sicherheitsunternehmen wissen, welches (auch ohne Gedankenkontrolle) schnell und entschlossen reagiert.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 9.03.2016 | 18:43
In der Rückblende wurde gezeigt, dass bereits eine Armbewegung Killgraves ausreicht, um einen heranrasenden Linienbus zum Ausweichen zu zwingen (ohne dass der Fahrer ihn hören kann).

1.) Da es der Linienbus war, der ihn erwischt hat, würde ich sagen, die Geste war eher willkürlich.

2.) Es wurde auch nicht einmal andeutungsweise gezeigt, dass der Fahrer in irgend einer Weise beeinflusst worden wäre.

3.) Es widerspricht dem, was in der Serie eindeutig über die Funktionsweise von Kilgraves Fähigkeiten beschrieben wird, nämlich Pheromone in Verbindung mit mündlicher Suggestion.

Zitat
Um jemanden geziehlt auszuschalten/zu entführen muss man:
a) Wissen, wo sich sich das Ziel wann aufhalten wird. Sonst wird das nichts. Killgrave hat aber keinen erkennbaren Terminplan, und "einfach auf der Straße langlaufen, bis man ihn zufällig trifft" ist kein besonders guter Plan.

Für den (ver-) komplizierten Entführungsplan musste man diese Informationen ebenfalls haben.

Zitat
b) man braucht ferner eine Gelegenheit, bei der das Ziel nicht gut reagieren kann. Sich hinter ihm von einem Gebäude fallen lassen ist schön und gut, aber was wenn er aus irgendeinem Grund kurz stehen bleibt und man dann vor, statt hinter, ihm landet. Oder wenn er zufällig hochschaut.

Wie oft bleibst du im Schnitt ohne Grund einfach mal stehen bzw. schaust in die Luft? Und selbst wenn: Wir reden hier von Sekundenbruchteilen; und ob jemand nun stehenbleibt oder nicht hätte nur Auswirkungen darauf, ob man einen Meter oder einen halben Meter hinter ihm landet. Selbst wenn man es auf absolute Millimeterarbeit anlegt, sorgt die allseits beliebte Fallbeschleunigung dafür, das man schlimmstenfalls *auf* der Zielperson landet, was jedwede Suggestion ebenfalls effektiv unterbindet. ;)

Zitat
c) schließlich wären da noch der Unsicherheitsfaktor der anderen Menschen. Man weiß nie, wie sie sich verhalten und ob nicht doch einer von denen den Helden spielt (oder von Killgrave einen Befehl hat, ihn zu bewachen).

Auch das hat absolut nicht mit der unnötigen Verkomplizierung zu tun. Etwaige vorher konditionierte Beschützer Kilgraves wären so oder so ein Problem, ob man ihn nun mit Drogen oder mit der Bud-Spencer-Gedächtniskelle anästhesiert. Nur dass letztere deutlich schneller applizierbar ist, als wenn man jemanden festhalten und ihm eine Spritze setzen muss. Auf die Reaktion unbeeinflusster Beobachter der Entführung hat es ebenfalls keinen Einfluss, ob man jemanden mit einer Spritze betäubt oder ihn umhaut - außer natürlich, dass Jessica im zweiten Fall noch die "Hilfe, der Typ hat mich belästigt!"-Karte ziehen könnte, was mit 'ner Spritze in der Hand eher nicht so gut geht.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: alexandro am 9.03.2016 | 19:46
1.) Da es der Linienbus war, der ihn erwischt hat, würde ich sagen, die Geste war eher willkürlich.
2.) Es wurde auch nicht einmal andeutungsweise gezeigt, dass der Fahrer in irgend einer Weise beeinflusst worden wäre.
3.) Es widerspricht dem, was in der Serie eindeutig über die Funktionsweise von Kilgraves Fähigkeiten beschrieben wird, nämlich Pheromone in Verbindung mit mündlicher Suggestion.

1.) Er hat ihn nur erwischt, weil er ins Schleudern gekommen ist. Er hat alles versucht, was er konnte, um das zu verhindern (selbst auf Kosten seiner Passagiere).
2.) Der Fahrer hat jedenfalls das Lenkrad so schnell rumgerissen, dass der Bus umgekippt und weitergeschlittert ist (was nicht normales Ausweichen ist und das Leben seiner Passagiere riskiert). Und er konnte sich hinterher nicht erklären, warum er so gehandelt hat.
3.) Es wurde niemals gesagt, dass verbale Befehle zwingend nötig sind (z.B. versucht Killgrave in der Zelle auch mit einem geschriebenen Befehl zu beeinflussen - was nur scheitert, weil die Zelle luftdicht ist). Und mit Killgraves Stimme hat es auch nichts zu tun, da er den Stunt später über Lautsprecheranlagen und Telefonleitungen abzieht, im Krankenhaus sogar mit einer Videoaufzeichnung (hat das Video jetzt Killgraves Kräfte?). Daher gehe ich davon aus, dass Killgrave ihn beeinflusst hat (ohne verbale Komponente kann man halt nur sehr grobe Befehle geben, aber es ist möglich).

Zitat
Für den (ver-) komplizierten Entführungsplan musste man diese Informationen ebenfalls haben.

Ja, aber du hast gesagt dass die Gruppe Killgrave nachstellen und ihn lange genug beschatten soll, um seinen groben Zeitplan rauszufinden. Das ist eine lange Beschattung und das Risiko dabei entdeckt zu werden ist hoch (besonders wenn man die Selbsthilfegruppe drauf ansetzt). Und Killgrave muss nur einen entdecken, und umprogrammieren, um die ganze Operation zu sabotieren.



Zitat
Wie oft bleibst du im Schnitt ohne Grund einfach mal stehen bzw. schaust in die Luft? Und selbst wenn: Wir reden hier von Sekundenbruchteilen; und ob jemand nun stehenbleibt oder nicht hätte nur Auswirkungen darauf, ob man einen Meter oder einen halben Meter hinter ihm landet. Selbst wenn man es auf absolute Millimeterarbeit anlegt, sorgt die allseits beliebte Fallbeschleunigung dafür, das man schlimmstenfalls *auf* der Zielperson landet, was jedwede Suggestion ebenfalls effektiv unterbindet. ;)

1.) Öfter als du denkst. Außerdem stellt sich das Problem, dass man auf ein Dach kommen muss, wissen muss das Killgrave da vorbeikommt, und dann im richtigen Moment springen muss (wenn man so hoch ist, dass man nicht bemerkt wird, kann man auch den Bürgersteig direkt unter dem Gebäude nicht sehen).
2.) Einen Meter oder einen halben macht einen RIESIGEN Unterschied, wenn es gegen einen Typen geht, der nur "Stop!" zu rufen braucht, um dich aufzuhalten.
3.) Dass die Fallbeschleunigung dafür sorgt, dass man auf der Person landet, halte ich für Bullshit-Science. Eine derart punktgenaue Landung ist schlicht unrealistisch. Selbst wenn man (durch viel Glück) *auf* der Zielperson landet, besteht das Risiko, dass man ihn damit tötet.

Zitat
Etwaige vorher konditionierte Beschützer Kilgraves wären so oder so ein Problem, ob man ihn nun mit Drogen oder mit der Bud-Spencer-Gedächtniskelle anästhesiert.

*seufz*

Es wurde EXPLIZIT klargestellt, dass ein Unterschied zwischen normalen Schlafen/Bewusstlosigkeit (Befehle von Killgrave wirken weiter) und dieser speziellen Art von Anästhesiedroge (betäubt die Teile seines Gehirn, welche seine Kräfte steuern - und befreit damit etwaige "Selbstmordattentäter" in seinem Umfeld) besteht. Wenn du nur mit einem halben Ohr zuhörst, wenn die Serie dir was erklärt, kann ich dir auch nicht helfen.

Zitat
Auf die Reaktion unbeeinflusster Beobachter der Entführung hat es ebenfalls keinen Einfluss
Es ist halt eine Frage, wie schnell jemand reagiert und was er bereit ist zu tun, um dich aufzuhalten. In einer großen Menschenmenge ist es erwiesenermaßen unwahrscheinlicher, dass jemand einschreitet (weil jeder denkt "Das kann doch jemand anderes machen"). Und auch dann nicht mit maximaler Anstrengung (besonders wenn die Entführerin keine Spaß zu verstehen scheint).

Zitat
- außer natürlich, dass Jessica im zweiten Fall noch die "Hilfe, der Typ hat mich belästigt!"-Karte ziehen könnte, was mit 'ner Spritze in der Hand eher nicht so gut geht.
Sie muss ihn immer noch packen und zum Van schleifen - das geht mit der "Belästigungs"-Karte nicht so gut (im schlimmsten Fall kommen ein paar Typen, welche ihr "helfen" wollen, ihn zur Polizei zu bringen). Maximale Panik verursachen ist tatsächlich der erfolgsversprechenste Weg in diesem Fall.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Buddy Fantomas am 9.03.2016 | 22:14
1.) Er hat ihn nur erwischt, weil er ins Schleudern gekommen ist. Er hat alles versucht, was er konnte, um das zu verhindern (selbst auf Kosten seiner Passagiere).

Ich habe mir die Szene gerade noch einmal angeschaut: Nix Suggestion.
Kilgrave ist einfach abgelenkt, weil er Jessica wieder voll unter Kontrolle bringen will. Er bemerkt den Bus zu spät und macht eine allgemeine, abwehrende Handbewegung. Der Busfahrer verliert einfach nur die Kontrolle über sein Fahrzeug, weil er in Panik gerät.

Wie gesagt, es würde auch gar nicht passen bzw. wäre ein Widerspruch: Es ist unmöglich, dass der Fahrer eines herannahenden  Fahrzeugs bereits Kilgraves Pheromonen (Die wurden in der Serie auf Viren abgeändert, aber das Prinzip bleibt dasselbe, weshalb ich mal bei den Pheromonen der Comic-Vorlage bleibe ...) ausgesetzt ist und auf irgendwelche - wie auch immer geäußerte - Anweisungen von ihm reagieren könnte.

Zitat
3.) Es wurde niemals gesagt, dass verbale Befehle zwingend nötig sind (z.B. versucht Killgrave in der Zelle auch mit einem geschriebenen Befehl zu beeinflussen - was nur scheitert, weil die Zelle luftdicht ist).

Eben. Kontakt mit Kilgraves Pheromonen ist unumgänglich nötig, um empfänglich für seine Suggestion zu sein und gesprochene Worte sind der schnellste Weg, um präzise Anweisungen zu erteilen. Natürlich geht es notfalls auch mal anders, aber das dauert entweder oder ist (zum Beispiel mit Gesten) tendenziell missverständlich: Selbst wenn man den Wunsch hätte, Kilgraves zu Willen zu sein, wüsste man ja nicht zwingend, was er meint, wenn er Pantomime macht.

Zitat
Ja, aber du hast gesagt dass die Gruppe Killgrave nachstellen und ihn lange genug beschatten soll, um seinen groben Zeitplan rauszufinden.

Habe ich zwar nicht, aber wie schon angemerkt: Das muss man für *jeden* Entführungsplan machen und wurde ja auch so gemacht. Wenn man nicht weiß, wo man zuschlagen kann, kann man nicht zuschlagen. Wie man dann zuschlägt, lässt aber etliche Optionen offen, wovon in der Serie die denkbar umständlichste gewählt wird, bei der mehr schief gehen kann, als nötig wäre. Wobei es dann ja auch schief geht, was ein Pluspunkt wäre, wenn das Scheitern nicht die Folge von Handlungen wäre, die in Schlüsselmomenten (für mich) nicht nachvollziehbar sind.

Zitat
1.) Öfter als du denkst.

Okay, dann formuliere ich es anders: Keine Ahnung, warum du unvermittelt stehen bleibst und dir den Dunst über New York anschauen möchtest und wie groß dabei die Wahrscheinlichkeit ist, dass du es genau dort machst, wo gerade auf dem Dach jemand auf dich lauert, aber in der Serie wird nirgends gezeigt, dass Kilgrave derartige Verhaltensmuster aufweisen würde. Er geht von da, wo er ist dorthin, wo er hin will und schaut dabei - oh Wunder - in Laufrichtung, so lange er keinen Grund hat, stehen zu bleiben und/oder woanders hin zu kucken.

Zitat
Außerdem stellt sich das Problem, dass man auf ein Dach kommen muss, wissen muss das Killgrave da vorbeikommt, und dann im richtigen Moment springen muss (wenn man so hoch ist, dass man nicht bemerkt wird, kann man auch den Bürgersteig direkt unter dem Gebäude nicht sehen).

Bei *jedem* Zugriff ist es problematisch, der Zielperson am richtigen Ort aufzulauern. Wenn man aber zufällig jemanden dabei hat, der aus dem Stand aufs Dach und wieder herunter springen kann, ergeben sich dafür deutlich mehr Möglichkeiten. Und ich rede hier nicht von schwindelerregenden Höhen, in denen man aufgrund der Entfernung vom Bürgersteig aus nicht mehr zu erkennen ist, sondern einfach eine erhöhte Position, die auch ein (vermutlich bereits überdurchschnittlich vorsichtiger) Kilgrave nicht im Blick behalten kann. Wenn du unterstellst, er würde ständig die Giebel der Häuser absuchen, an den er vorbei geht, dann prüft er *erst recht* alle möglichen Verstecke von Angreifern zu ebener Erde.

Zitat
2.) Einen Meter oder einen halben macht einen RIESIGEN Unterschied, wenn es gegen einen Typen geht, der nur "Stop!" zu rufen braucht, um dich aufzuhalten.

Wie bereits geschrieben, wenn jemand überraschend stehen bleibt, landet man *dichter* an ihm dran oder auf ihm drauf. Kann natürlich sein, das Kilgrave auch ständig ganz spontan in den Sprint übergeht oder sich alle fünf Meter einmal um die eigene Achse dreht oder generell auf allen Achsen rotiert wie ein Gyroskop. Kann alles sein, wäre aber noch affiger als das, was mich bereits jetzt stört. :P

Zitat
3.) Dass die Fallbeschleunigung dafür sorgt, dass man auf der Person landet, halte ich für Bullshit-Science. Eine derart punktgenaue Landung ist schlicht unrealistisch.

Das sei dir unbenommen. Wir reden hier aber nicht von Absprüngen aus Flugzeugen oder auch nur von Basejumping, sondern von einer (Ex-) Superheldin, die vom Dach einer Mietskaserne in Hell's Kitchen springen kann, ohne sich dabei alle Knochen zu brechen. Auf der Höhe braucht man keinen Vorhalt und keine Luftströmungen berücksichtigen (und genau ist auch die Fallbeschleunigung kaum relevant). Da springt man einfach und landet da, wo man landen will. Als normaler Mensch wäre man dann tot oder krankenhausreif, als Jessica Jones könnte man der Person vor sich in den Schwitzkasten nehmen oder ausknocken, bevor diese auch nur das Geräusch der Landung verarbeitet hat.

Man wäre dann zwar in Kilgraves Fall dessen Pheromonen ausgesetzt, aber er könnte keinerlei Anweisungen äußern, weil er gerade Sternchen zählen oder gar nichts mehr machen würde. Die Person, die den Zugriff vornimmt, dürfte natürlich keinerlei Kontakt mit Kilgrave haben, sobald dieser zu Bewusstsein kommt (und bis die Pheromone aus dem Kreislauf heraus sind), aber auch das wäre ein geringes Problem, wenn man im Team arbeitet.

Zitat
Es wurde EXPLIZIT klargestellt, dass ein Unterschied zwischen normalen Schlafen/Bewusstlosigkeit (Befehle von Killgrave wirken weiter) und dieser speziellen Art von Anästhesiedroge (betäubt die Teile seines Gehirn, welche seine Kräfte steuern - und befreit damit etwaige "Selbstmordattentäter" in seinem Umfeld) besteht. Wenn du nur mit einem halben Ohr zuhörst, wenn die Serie dir was erklärt, kann ich dir auch nicht helfen.

Ich habe die Serie offenbar genauer verfolgt als du, sonst wären dir die Widersprüche auch aufgefallen: Denn es wird ebenso festgestellt, dass Kilgraves Einfluss nach gewisser Zeit von allein abflaut, *egal* ob er bei Bewusstsein ist oder nicht und *egal* ob er noch in der Nähe ist oder nicht. Er darf nur keine Möglichkeit haben, seinen Einfluss auf die Person zu erneuern, hat also ohnehin keine permanente Kontrolle. Ferner wird gezeigt, dass er Personen, die er unter Kontrolle hat, Befehle einpflanzen kann, die auch noch eine ganze Weile wirksam sind, nachdem er die direkte Kontrolle aufgibt - aber auch das hält nicht ewig an, da sich ja Leute finden, die von Kilgrave beeinflusst wurden, sich später daran erinnern und sich in der Kanzlei melden können.

Wie auch immer, der Einfluss von Kilgrave ist - in den Comics wie in der Serie - rein biologisch, also nicht übernatürlich im eigentlichen Sinne und am ehesten mit dem Stich einer Wespe vergleichbar. Wenn dich eine Wespe sticht und du betäubst oder erschlägst die Wespe anschließend, tut der Stich trotzdem weiter weh - und zwar so lange, bis die Wirkung des Wespengiftes nachlässt. Durch das Betäuben oder Töten der Wespe erreichst du aber, dass sie dich erst einmal oder niemals wieder stechen kann.

Zitat
Sie muss ihn immer noch packen und zum Van schleifen - das geht mit der "Belästigungs"-Karte nicht so gut (im schlimmsten Fall kommen ein paar Typen, welche ihr "helfen" wollen, ihn zur Polizei zu bringen). Maximale Panik verursachen ist tatsächlich der erfolgsversprechenste Weg in diesem Fall.

Oder Will taucht in seiner Polizeiuniform auf, verfrachtet den vermeintlichen Sittenstrolch in seinen Streifenwagen und bittet auch das vermeintliche Opfer Jessica, ihn - vermeintlich für die Zeugenaussage - aufs Revier zu begleiten. Ob die Scharade abzurunden, könnte er noch schnell die Personalien von ein, zwei zufällig ausgewählten Beobachtern aufnehmen und diese bitten, sich ggf. als Zeugen zur Verfügung zu stellen, "obwohl das bei derart klarer Sachlage wohl kaum nötig sein wird". Dann ab mit Kilgrave ins Versteck, während sich am Entführungsort die Zeugen freuen, dass die Polizei manchmal doch so schnell vor Ort ist und man selbst weiter keine Scherereien hatte. :)

Um die Sache mal abzukürzen: Der ganze Plot entzieht sich mir an vielen Stellen der allgemeinen Logik und widerspricht sich konzeptionell zu oft selbst, als dass mir die Serie ernstlich gefallen könnte. Wenn du das anders siehst, ist das jedoch okay für mich. Schau die Serie und führe auch darüber hinaus ein glückliches Leben in persönlicher, beruflicher, religiöser und sexueller Erfüllung. ;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Kowalski am 16.03.2016 | 14:45
Oder Will taucht in seiner Polizeiuniform auf, verfrachtet den vermeintlichen Sittenstrolch in seinen Streifenwagen und bittet auch das vermeintliche Opfer Jessica, ihn - vermeintlich für die Zeugenaussage - aufs Revier zu begleiten. Ob die Scharade abzurunden, könnte er noch schnell die Personalien von ein, zwei zufällig ausgewählten Beobachtern aufnehmen und diese bitten, sich ggf. als Zeugen zur Verfügung zu stellen, "obwohl das bei derart klarer Sachlage wohl kaum nötig sein wird". Dann ab mit Kilgrave ins Versteck, während sich am Entführungsort die Zeugen freuen, dass die Polizei manchmal doch so schnell vor Ort ist und man selbst weiter keine Scherereien hatte. :)

Um die Sache mal abzukürzen: Der ganze Plot entzieht sich mir an vielen Stellen der allgemeinen Logik und widerspricht sich konzeptionell zu oft selbst, als dass mir die Serie ernstlich gefallen könnte. Wenn du das anders siehst, ist das jedoch okay für mich. Schau die Serie und führe auch darüber hinaus ein glückliches Leben in persönlicher, beruflicher, religiöser und sexueller Erfüllung. ;D

Ich kann absolut nachvollziehen wenn jemand eine potentiell kriminelle Handlung nicht in seiner Polizeiuniform ausfuehren moechte.
Erstens haben die Officer in den USA Namensschildchen und oder eine identifizierbare Nummer.
Zweitens wuerde das ggf. unter Kollegen aufsehen erregen (schliesslich ist der Van ja keine gruene Minna)

Auch wenn Du recht hast das man es professioneller machen koennte, muss man konstatieren das Jessica und der Rest auf dem Gebiet Entfuehrer zu sein doch eher Amateure sind (und unser Special Forces Fuzzi schiesst eher bzw. muss sich um die Legalitaet normalerweise Null Sorgen machen...).

Das sie fast stuemperhaft vorgehen und nicht alles durchdenken ist ja erfreulich (auch weil es natuerlich den Plot bedient).
Wuerde alles glatt laufen waeren manche Geschichten keine, oder nur Randnotizen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 16.03.2016 | 15:04
Das sie fast stuemperhaft vorgehen und nicht alles durchdenken ist ja erfreulich (auch weil es natuerlich den Plot bedient).
Wuerde alles glatt laufen waeren manche Geschichten keine, oder nur Randnotizen.

Es muss ja nicht alles glatt laufen, aber wenn die handelnden Figuren permanent unter ihren offenkundigen Möglichkeiten agieren oder gar jenseits aller Nachvollziehbarkeit handeln (und das, obwohl in der "Realität" die Leute ständig total abstruses Zeug machen) , fällt einem das als Rezipient halt auch irgendwann negativ auf bzw sie finden es halt irgendwann unplausibel.
Und JJ war für mich auf jeden Fall des öfteren hart an der Schmerzgrenze.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 16.03.2016 | 15:30
Und JJ war für mich auf jeden Fall des öfteren hart an der Schmerzgrenze.

Interessanterweise kann ich mir die Hälfte aller Serien nicht anschauen, weil mir das Charaktervorgehen zu dumm ist, aber JJ hatte ich in der Hinsicht kaum ein Problem. Ich habe mich nur gleich am Anfang gefragt, warum keiner auf die Idee mit lautgedrehtem Walkman kommt...
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Kowalski am 16.03.2016 | 15:40
Es muss ja nicht alles glatt laufen, aber wenn die handelnden Figuren permanent unter ihren offenkundigen Möglichkeiten agieren


Das ist ja gerade eine absolut menschliche Eigenschaft das wir selten die optimale Möglichkeit wählen. Das entdecken des Optimums ist meist mit einem LAAANGEN Lernprozeß verbunden.
Mir reicht vollkommen wenn es für die jeweilige Figur eine gut passende Handlungsweise ist.

oder gar jenseits aller Nachvollziehbarkeit handeln


Wenn jemand "seltsam" handelt wissen wir vielleicht einfach nicht was seine MOTIVATION ist? Ist das nicht, zumindest wenn die Figur nicht allzu abstrus ist, auch eine spannende Frage WARUM jemand etwas tut?
Und ich denke nicht das man hier schon alle Gründe gesehen hat. Ein paar Andeutungen gibt es, aber zu Ende und ausführlich erzählt sieht anders aus.
Ich finde es jedenfalls nicht unspannend und nicht unplausibel.

Eben weil fast alle ihren Gefühlen und nicht ihrer Ratio nachgeben.

(und das, obwohl in der "Realität" die Leute ständig total abstruses Zeug machen) , fällt einem das als Rezipient halt auch irgendwann negativ auf bzw sie finden es halt irgendwann unplausibel.
Und JJ war für mich auf jeden Fall des öfteren hart an der Schmerzgrenze.

Wir haben eindeutig andere Erwartungshaltungen.
Aber das ist okay, sonst wären alle einer Meinung und das ist dann wieder voll LANGWEILIG....

Interessanterweise kann ich mir die Hälfte aller Serien nicht anschauen, weil mir das Charaktervorgehen zu dumm ist, aber JJ hatte ich in der Hinsicht kaum ein Problem. Ich habe mich nur gleich am Anfang gefragt, warum keiner auf die Idee mit lautgedrehtem Walkman kommt...

Wenn es ein Virus oder Pheromone sind, dann geht das nicht. Bei Pheromonen würdest Du der Person gefallen wollen und würdest den Walkman leiser drehen um dieser interessanten Person zu lauschen....
D.h. die Idee war gut, aber nutzlos.

Was Killgrave kann ist halt DEUTLICH stärker als ein "Charm Person". Eher ein "Geas"
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Luxferre am 16.03.2016 | 16:21
Alter, war ich über die letzten 6 Folgen gefrustet. Kilgrave hat sich dermaßen lange hingezogen, dass ich kurz vorm Aufgeben war. Würde der Kerl nächste Staffel eine Rolle spielen, würde ich definitiv NICHT weiterschauen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 16.03.2016 | 17:06
Wenn es ein Virus oder Pheromone sind, dann geht das nicht. Bei Pheromonen würdest Du der Person gefallen wollen und würdest den Walkman leiser drehen um dieser interessanten Person zu lauschen....
D.h. die Idee war gut, aber nutzlos.

Erstens war das zu Beginn der Serie noch gar nicht bekannt, wie seine Kräfte funktionieren, zweitens hatte es dann gegen Ende der Serie doch geklappt. Sie war nicht nutzlos.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 16.03.2016 | 17:08
Alter, war ich über die letzten 6 Folgen gefrustet. Kilgrave hat sich dermaßen lange hingezogen, dass ich kurz vorm Aufgeben war. Würde der Kerl nächste Staffel eine Rolle spielen, würde ich definitiv NICHT weiterschauen.
Da siehst du mal wie es Jessica mit ihm gegangen ist... Und fuer sie steht deutlich mehr auf dem Spiel ;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Luxferre am 16.03.2016 | 17:11
Da siehst du mal wie es Jessica mit ihm gegangen ist... Und fuer sie steht deutlich mehr auf dem Spiel ;D

Ich wäre da an ihrer Stelle etwas anders veranlagt. Ziemlich sicher sogar.
Es war ziemlich früh klar, dass er sterben muss. Das hätte man abkürzen können á la "how jessica jones season 1 should have ended at episode 4"  :smash:
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 16.03.2016 | 17:14
"No one in comics stays dead except for Uncle Ben."  :gasmaskerly:
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 16.03.2016 | 19:29
"No one in comics stays dead except for Uncle Ben."  :gasmaskerly:
And even Uncle sometimes comes back (or didn't die) ;D

Es war ziemlich früh klar, dass er sterben muss.
War es? Dann haettest du also (im Gegensatz zu Jessica) nicht mal versucht zu schauen, ob man ihn irgendwie davon abhalten kann seine Powers derart zu misbrauchen?
Zitat
Das hätte man abkürzen können á la "how jessica jones season 1 should have ended at episode 4"  :smash:
Wie waere denn "deine" Version geendet? In Episode 4 hat Jessica Killgrave ja noch nichtmal wieder gesehen...
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Luxferre am 16.03.2016 | 19:50
Ja, ich hätte Kilgrave keine Chance gegeben. Unpopuläre Handlung, zweifelsohne, aber ich habe von Anfang an keine Möglichkeit gesehen ihn zu ändern. Es gab nicht einen Hinweis darauf.
Für mich der Nervbösewicht. Der stinkt gegen Fisk/Kingpin mal richtig ab.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 16.03.2016 | 20:50
Ja, ich hätte Kilgrave keine Chance gegeben.

Dann bist du ja mit dem Punisher bald richtig aufgestellt...
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Kowalski am 17.03.2016 | 01:59
Ja, ich hätte Kilgrave keine Chance gegeben. Unpopuläre Handlung, zweifelsohne, aber ich habe von Anfang an keine Möglichkeit gesehen ihn zu ändern. Es gab nicht einen Hinweis darauf.
Für mich der Nervbösewicht. Der stinkt gegen Fisk/Kingpin mal richtig ab.

Ja. Das unterschiedet halt die guten von den bösen Jungs und Mädels. Wobei es hier nicht darum geht Killgrave zu einem guten zu machen, da spielt sie so ein bisschen mit ihm. Es geht darum das Jessica nicht selbst zu den bösen werden will.

Die bösen Lösungen sind einfacher.
Die guten Lösungen sind schwieriger, aber moralisch erstrebenswerter.

Bei den bösen Lösungen hat man, als anständiger Mensch Schwierigkeiten sich im Spiegel anzuschauen.
Bei den guten Lösungen scheitert man häufiger, aber man kann sich nicht vorwerfen das man unmoralisch handelt.

Und, und das vergißt man oft, die bösen Lösungen erzeugen Folgeprobleme. Dann macht man sich andere Leute zum Feind die man gar nicht auf dem Radar hatte.
Bei den guten Lösungen hat man die Chance das man auch mal unerwartete Verbündete gewinnt.

Natürlich können Autoren und Spielleiter totale Defätisten sein und einen mit den guten Taten so richtig reinreiten.
Dann greift man halt dann zu den bösen Lösungen, die will der Spielleiter dann halt.
Zumindest wenn es über ein Ärgernis hinaus geht was da so angestellt wird.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Karl Lauer am 17.03.2016 | 08:04
"No one in comics stays dead except for Uncle Ben."  :gasmaskerly:

warum musst ich gerade an Deadpool denken... ach so:

http://www.nerdmuch.com/wp-content/uploads/2016/02/deadpool-uncle-ben.jpg
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 17.03.2016 | 11:07
"No one in comics stays dead except for Uncle Ben."  :gasmaskerly:

Jaja, für Jahrzehnte lautete der Satz.

Zitat
""The only people who stay dead in comics are Bucky and Uncle Ben."

 :gasmaskerly:
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 17.03.2016 | 13:04
Ich glaube, Gwen Stacy war auch noch mit dabei. Aber die feiert ja derweil als violett-weiße Spider-Woman fröhliche Alternativwelt-Urständ (wenn ich richtig informiert bin).
Rein vom Konzept her müssten Batmans Eltern aber eigentlich auch tot bleiben. 
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 17.03.2016 | 15:57
Siehe meine Signatur
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 17.03.2016 | 16:18
Siehe meine Signatur
Hab' ich das offizielle "shipping" von Logan und Peter irgendwie verpasst oder ist der Kerl doch schon wieder da? (Bisher ist ja nur "Old Man Logan" wieder aktiv)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Timo am 17.03.2016 | 16:39
Hm, Spoilers?  8]

Ne, Stand der Dinge ist:
1. Cap wird wieder jung und knackig und dann gibt es 2 Captain Americas
2. Civil War 2
3. Dr. Doom ist eine coole (gutaussehende) Sau, aber ohne grandiosen Bart
4. Auf dem Cover von All new Wolverine 8 (X-23/Kinney) ist der Schatten einer Wolverinekrallengestalt zu sehen (wobei ich auf Romulus tippe)

Außerdem seid dem (Fake) "Redheads are the better lovers" Gespräch zwischen Logan & Peter existiert da doch ein Shipping  >;D (und Deadpool ist neidisch)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 17.03.2016 | 17:00
Ich glaube wir sollten langsam mal im LESEN einen "The State of the Marvel Universe"-Thread aufmachen ;)

Dann mal wieder zurueck zum Thema...
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 18.03.2016 | 10:40
Ich glaube, Gwen Stacy war auch noch mit dabei. Aber die feiert ja derweil als violett-weiße Spider-Woman fröhliche Alternativwelt-Urständ (wenn ich richtig informiert bin).
Rein vom Konzept her müssten Batmans Eltern aber eigentlich auch tot bleiben.
War Jason Todd nicht auch mal teil des spruchs?
Zumindestens Bruce Vater hat in der aktuellen Erde 2 seinen Tod afaik nur vorgetäscht. Aber tote Eltern aus Origin stories bleiben in der Regel tod, gerade bei den Batman Charakteren gibt es noch mehr davon.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Thandbar am 18.03.2016 | 10:48
Das kann gut sein, ich muss aber ehrlich sagen, dass ich die Figur bisher nicht kannte.

Was Kilgrave angeht, so finde ich es interessant, dass einige Fans der Ansicht sind, er könnte sogar in der TV-Serie zurückkommen (wegen amplifiziertem Heilungsfaktor und so). Für mich sah es allerdings ziemlich eindeutig aus, dass mit ihm endgültig Schluss sein soll.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 18.03.2016 | 11:02
Kilgrave hat eine gesteigerte Heilung?

Wo haben diese Fans das den sehen wollen?

In den Comics ja, aber in der Serie sicher nicht, sonst haette er ja "den Spender" (finde auf die Schnelle den Namen nicht) nicht gebraucht.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: alexandro am 18.03.2016 | 11:14
Ich denke ja, dass Robyn Kilgraves Tochter ist. Im Diner, als sie die Leute "bequatscht" hat, alle alle mitzukommen und sich Kilgrave zu schnappen (worauf diese überraschend schnell eingestiegen sind) gab es eine lila-Lichtspiegelung direkt über ihrem Gesicht, welche in der Serie immer als visueller Hinweis auf Kilgraves Gedankenkontrolle verwendet wird.

Da Kilgraves Kräfte offensichtlich vererbt werden (die Säuglingsstammzellen waren brauchbar als Kräfteverstärker), und er schon seit Jahren mit irgendwelchen Frauen geschlafen hat, wäre es nicht überraschend, wenn er ein paar Kinder hätte, von denen er nichts weiß (in den Comics ist das auch so).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Greifenklaue am 15.07.2016 | 16:54
JJ endlich durchgeguckt. Das sind wir zu zweit angegangen, jede Woche zwei folgen, aber es fiel dann einige Male aus.

Die Entwicklung ist gemächlich, nimmt sich aber Zeit für die Charaktere.

Entgegen zu DD, wo ständig die Fäuste gut choreografiert im Effektegewitter fliegen, verzichtet man bei JJ auf spektakuläre Inszenierung - die Superkräfte der Superhelden geben es nicht her. JJ ist richtig stark und recht robust, Luke Cage ist stark und richtig robust und der Bösewicht? Schlägt Leute mit gesprochenen Worten in seinen Bann.

Die Mischung klappt aber gut, den wer glaubt schon an einen solchen Schurken. Ich hab meine Eltern erschossen, weil ... es mir jemand gesagt hat. Das Problem steht auch am Anfang der Serie und Jessica möchte beweisen, dass dem tatsächlich so ist, schließlich war sie lange genug - zwangsweise - Freundin des Typen.

Ganz nett ist das Crossover mit einem DD-Charakter gen Ende.

Mir hat die Serie ausgesprochen gut gefallen und möchte keine Minute missen.

4 von fünf Detektivbüros.

 

Ich denke ja, dass Robyn Kilgraves Tochter ist. Im Diner, als sie die Leute "bequatscht" hat, alle alle mitzukommen und sich Kilgrave zu schnappen (worauf diese überraschend schnell eingestiegen sind) gab es eine lila-Lichtspiegelung direkt über ihrem Gesicht, welche in der Serie immer als visueller Hinweis auf Kilgraves Gedankenkontrolle verwendet wird.

Da Kilgraves Kräfte offensichtlich vererbt werden (die Säuglingsstammzellen waren brauchbar als Kräfteverstärker), und er schon seit Jahren mit irgendwelchen Frauen geschlafen hat, wäre es nicht überraschend, wenn er ein paar Kinder hätte, von denen er nichts weiß (in den Comics ist das auch so).

Spannende These.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Talasha am 10.03.2018 | 16:44
Staffelchen zweielchen istelchen draußelchen.

Interessanter Arc, man erfährt viel über Jessicas Vergangenheit, und:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Der Nârr am 20.03.2018 | 12:09
Jessica Jones ist von diesen Netflix-Serien ja meine Lieblingsserie, aber Staffel 2 kommt nicht an Staffel 1 ran. Ich fand trotz der Hintergrundinfos die man erfährt die Story nicht prall, die Wendungen fügten sich für mich nicht gut ein. Praktisch alles Herausgefundene/Entdeckte verlief dann einfach so. Geguckt habe ich es, aber einer möglichen dritten Staffel blicke ich weniger enthusiastisch entgegen. Natürlich ist es auch schwierig, mit so einer Serie nach einem Gegner wie in der ersten Staffel einfach weiter zu machen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 22.03.2018 | 17:30
Bin jetzt mit der zweiten Staffel durch und eigentlich sehr zufrieden. "Sehr zufrieden" ist natürlich nicht der große emotionale Überschwang.

Die Staffel hatte ihre großen Momente, in der zweiten Hälfte, als man wirklich nicht sagen konnte, wer jetzt mehr daneben war: Jessica oder Trish. Sehr lange konnte diese Balance dann aber nicht aufgehalten werden.


(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 22.03.2018 | 19:45
Naja... sollte es eine Staffel 3 Jessica Jones geben duerfte wohl klar sein, dass Patsy (aka H) ein nicht unbetraechtlicher Teil davon sein duerfte.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Samael am 25.03.2018 | 12:30
Ich fand die 2 Staffel (gestern E13 geschaut) gut, aber nicht überragend. Einige zentrale Handlungen wichtiger Charaktere (Malus, Trish!!!!) waren nicht plausibel und offensichtlich der Notwendigkeit der Story unterworfen. Hier hätten die Autoren bessere Arbeit abliefern können.

Schauspielerisch war alles topp, es war spannend und ich fand das Ende richtig gelungen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 25.03.2018 | 16:52
Trish hätte einfach der tatsächliche Endgegner sein müssen, dann wäre ihre Handlung aufgegangen. Dass sie sich um die Mutter kümmert hätte dann auch besser gepasst. Andererseits: der jetzige Ausgang hat halt viel Grauschattierungen erhalten. Nur finde ich den Überraschungsschuss dann doch nicht sehr plausibel. Ein paar Szenen mehr aus Trish' Perspektive, wie sie schon im Vergnügungspark ist, hätte das Problem lösen können.

Malus' Exitus ist für mich aus Charakterperspektive halt gar nicht nachvollziehbar. Wäre sogar besser gewesen, falls es da einfach zu einem Umfall gekommen wäre. Dann hätte Jessica - oder besser noch Alissa - einen guten Grund für mehr Gewissensbisse gehabt. Oder gab es davon eh schon zu viele?

Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Caranthir am 27.03.2018 | 08:38
Ich fand Trishs Entwicklung und den Schuss am Ende ganz plausibel. Sie hatte diese Wunderdroge genommen und wurde immer aggressiver, sie fühlte sich ohne den Stoff machtlos, hat aber schon immer eine Schusswaffe und hält sich mit Kampfsport fit. Jetzt ist Jessica in Gefahr, ihre Schwester, sie sieht, dass Jess nicht damit klar kommt. Eine Drogenabhängige hilft hier der anderen Abhängigen.

Insgesamt gefällt mir an JJ, dass die Superkräfte in den Kontext von Problemen gerückt werden. In den anderen Serien wird zwar auch oft thematisiert, dass die Kräfte für die Helden gefährlich sind, aber letztendlich moschen sie dennoch rum. In JJ wird gezeigt, dass ein bisschen zu viel Druck das Genick bricht, dann ist Schluss und die Heldin muss mit den Konsequenzen leben. Kein ewiges Rumgekloppe, bei dem die Bösen voll vermöbelt werden, aber am Ende humpelnd weglaufen. Meine Lieblingsserie unter den Marvel-Verfilmungen!
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: tartex am 27.03.2018 | 09:11
Ja, meine auch. Und der sparsame Einsatz der Superkräfte ist dafür sicher auch ein Grund. Und der Verzicht auf ewiges Rumgekloppe.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Teylen am 25.06.2018 | 11:01
Ich habe die zweite Staffel nun auch geschaut und war doch sehr zufrieden.
Halt eine halbwegs schnörkellose Noire-Geschichte mit leichter Superhelden Würzung. Passt.

Einzige kleinere Kritikpunkte.
Der Handlungsbogen um Jeri Hogarth lief die ganze Zeit gefühlt nur nebenher und bot wenig Ansatzpunkte. Worunter auch der Bogen um Shark litt, bei dem ich nicht ganz nachvollziehen konnte weshalb er sich von einer so kleinen PI wie Jessica nun bedroht fühlt und anschließend eine Obsession entwickelt.
Die Halluzinationen mit Kilgrave waren durchaus gut gemacht, kamen allerdings etwas arg plötzlich und verschwanden dann ebenso arg plötzlich. Noch vor den größeren Entwicklungen von Jessica.

Ansonsten aber durchaus Top :)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Hotzenplot am 12.12.2019 | 15:11
Bin spät dran mit der Serie. Ich bin auf den Defenders-Kram durch Luke Cage gekommen und habe dann erst gemerkt, dass es mehrere zusammenhängende Serien gibt (hatte vorher kein Netflix, wo der Zusammenhang ja irgendwie erkennbar ist). Also schaue ich jetzt in der Defenders-Reihenfolge. Daredevil 1 habe ich bereits hinter mir und jetzt ist halt Jessica Jones dran.
Die Figur, die Atmosphäre, die Abgefucktheit. Alles super, genau mein Ding. Aber dieser "Bösewicht" Killgrave? Sorry, das ist doch nur 1 Lauch. Ist extrem herbeifantasiert, wie der Typ sich so lange halten konnte - das macht die Serie für mich teilweise nur schwer erträglich. Eigentlich finde ich alle anderen Aktionen und Charaktere interessanter als "Killgrave"...

Achso und Iron Fist hatte ich auch gesehen, bevor ich das wusste. Hat mir leider nicht gefallen.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Crimson King am 12.12.2019 | 15:15
Bin spät dran mit der Serie. Ich bin auf den Defenders-Kram durch Luke Cage gekommen und habe dann erst gemerkt, dass es mehrere zusammenhängende Serien gibt (hatte vorher kein Netflix, wo der Zusammenhang ja irgendwie erkennbar ist). Also schaue ich jetzt in der Defenders-Reihenfolge. Daredevil 1 habe ich bereits hinter mir und jetzt ist halt Jessica Jones dran.
Die Figur, die Atmosphäre, die Abgefucktheit. Alles super, genau mein Ding. Aber dieser "Bösewicht" Killgrave? Sorry, das ist doch nur 1 Lauch. Ist extrem herbeifantasiert, wie der Typ sich so lange halten konnte - das macht die Serie für mich teilweise nur schwer erträglich. Eigentlich finde ich alle anderen Aktionen und Charaktere interessanter als "Killgrave"...

Bei was für einer Folge bist du denn?

Ich fand vor allem die Darstellung von Killgrave herausragend.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: First Orko am 12.12.2019 | 15:17
Ach echt, Killgrave zieht für dich nicht? Spannend. Okay, ich hab durch den Schauspieler nen harten Bias (Tennant! The Doctor!!) und bin da sicher nicht neutral, aber ich fand den mal erfrischend... anders. Und
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
funzt doch, oder? Ist sehr lange her, dass ich das geguckt habe - aber ich fand den immer extrem beängstigend.

EDIT: Aber durch Crimsons Hinweis erinnere ich mich gerade.. ich meine, zu Anfang fand ich das auch etwas merkwürdig. Es gibt aber ne Schlüsselfolge - unbedingt bis dahin durchhalten! Weiß nicht mehr welche, aber eventuell wird sich dein Verhältnis da nochmal ändern  >;D

JJ ist für mich mit dem deutlichen Noir-Einschlag stimmungstechnisch die stärkste der Marvel-Serien, dicht gefolgt von Luke Cage - diese smoothe New York-HipHop-Atmo hat für mich extrem gut funktioniert!
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Hotzenplot am 12.12.2019 | 15:48
Ich schaue ja auf jeden Fall weiter. Bin jetzt bei Folge 7 oder so (erste Staffel). Die darstellerische Leistung stelle ich auch gar nicht in Frage. Wie der so rüber kommt, ist schon gut gemacht. Was mich gestört hat, war die innerweltliche Logik. Klar ist der Typ unfassbar gut, wenn er Leute manipuliert. Im Zweifel gehst du halt mit diesen Bauarbeiter-Lärmschutzdingern zu dem und vermöbelst den. Oder du knallst ihn einfach auf Entfernung ab (so ähnlich haben sie es ja in einer Episode auch versucht). Wenn jemand seine Superpower nicht kennt, ist der natürlich überragend gut und echt fies. Aber sobald man das weiß, ist es doch viel zu einfach.

Stimmungsmäßig trotzdem eine super Serie, die ich gerne weiter schaue. Und Luke Cage hat mir aus den von dir, Orko, genannten Gründen natürlich auch sehr gut gefallen. Wird wohl leider keine weitere Staffel außer den beiden geben. Ich schätze mal, das Publikum ist dafür zu eingeschränkt.

Meiner Frau war die Serie übrigens leider zu "hart" (mit ihr schaue ich dann Daredevil 2 weiter ;D).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: First Orko am 12.12.2019 | 15:51
Meiner Frau war die Serie übrigens leider zu "hart" (mit ihr schaue ich dann Daredevil 2 weiter ;D).

Whaa....häh?! Zu hart... aber... Daredevil?
Ich hab mit meiner Freundin Luke und JJ geguckt aber Daredevil hat sie keine drei Folgen durchgehalten.. Krass wie sich die Wahrnehmungen da unterscheiden können  wtf?

@Killgrave: Ich bin mir nicht mehr sicher aber... spielte es überhaupt ne Rolle, ob ihn jemand hört? Ich dachte, das lief anders. Kann mich aber gerade täuschen. Ich meinte aber auch, dass sein Trick war, dass er eben keine Lücken läss - sprich dass ihn niemand töten "will" (erzwungen), der es könnte. Ich kann aber nicht mehr sagen, ob das so passt....
Ich meine: Ist ja schön, wenn du ihn einfach per Entfernung töten könntest. Aber wenn du nicht sicher sein kannst, dass es einen Killswitch gibt? Sowas wie "Kurz bevor du abdrückst, wirst du stattdessen dich selbst umbringen". Aber vielleicht habe ich mir dazu auch viel mehr ausgedacht, als wirklich dargestellt wurde  ;D
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Hotzenplot am 12.12.2019 | 16:03
Whaa....häh?! Zu hart... aber... Daredevil?
Ich hab mit meiner Freundin Luke und JJ geguckt aber Daredevil hat sie keine drei Folgen durchgehalten.. Krass wie sich die Wahrnehmungen da unterscheiden können  wtf?
Ja, so "normale" Gewalt ist bei ihr kein Problem.  >;D

@Killgrave: Ich bin mir nicht mehr sicher aber... spielte es überhaupt ne Rolle, ob ihn jemand hört? Ich dachte, das lief anders. Kann mich aber gerade täuschen. Ich meinte aber auch, dass sein Trick war, dass er eben keine Lücken läss - sprich dass ihn niemand töten "will" (erzwungen), der es könnte. Ich kann aber nicht mehr sagen, ob das so passt....
Ich meine: Ist ja schön, wenn du ihn einfach per Entfernung töten könntest. Aber wenn du nicht sicher sein kannst, dass es einen Killswitch gibt? Sowas wie "Kurz bevor du abdrückst, wirst du stattdessen dich selbst umbringen". Aber vielleicht habe ich mir dazu auch viel mehr ausgedacht, als wirklich dargestellt wurde  ;D
Kann alles sein, ich bin auch in der Marvel-Comicwelt nicht zu Hause. Ich finde die Serie ja insgesamt gut, insofern ist der Bösewicht für mich zwar etwas blass, aber kein Grund, die Serie aufzugeben. Vor allem will ich ja Defenders ingesamt sehen, also muss ich auch durch schlechtere Sachen durch, allen voran wohl Iron Fist (die waren teilweise kaum erträglich für mich).
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Iona am 12.12.2019 | 16:18
@Killgrave: In der Serie finden sie ja irgendwann heraus, dass nur Gehör nicht reicht, weil es wohl die räumliche Nähe/"chemische Stoffe", die er ausströmt, sind, die einen Teil dazu beitragen. Daher auch das Setup gegen Ende. Und er ist zu töten - wenn auch sehr schwer, da er wohl auch sehr schnell regeneriert. Aber grade Jessica will das ja eine Weile lang aus unterschiedlichen Gründen nicht tun ;)

Für mich ist grade die erste Staffel mit Abstand die beste der Marvel-Serien, dicht gefolgt vom Punisher. Die nachfolgenden Staffeln haben in meinen Augen nachgelassen, aber ich habe sie trotzdem gerne gesehen :)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Dreamdealer am 12.12.2019 | 16:28
Kann mich Iona nur anschliessen, JJ ist "die"TMMarvel Serie, aber leider ist die erste Staffel mit Abstand die Beste. Punisher dürfte auch nach Hotzes Geschmack sein!
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Hotzenplot am 12.12.2019 | 16:28
Okay, ich sehe schon: Ich schaue mal weiter und lasse mich eines besseren belehren.  :d Ich finde ja auch die Verbindungen zwischen den Serien super. Sowas müsste es viel öfter geben.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: First Orko am 12.12.2019 | 17:15
Ohja! Ich hab das auch hart gefeiert, als Trish meinte, es gäbe da "so nen Anwalt" der sich um spezielle Fälle kümmert  >;D :d
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Crimson King am 12.12.2019 | 19:46
JJ ist meines Erachtens auch die härteste Serie. Speziell in Staffel 1 geht es ja um eine extrem üble Form von Vergewaltigung und Missbrauch. Was die Serie aber noch mal extrahart macht, ist, wie kaputt Jessica selbst ist. Da passiert extrem viel auf der psychologischen Ebene.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: The Forlorn Poet am 14.12.2019 | 15:15
Mir war die Serie viel zu langsam. Immer wieder spannend, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Was mir bei Daredevil schon wie in Zeitlupe vorkam (schrecklich!), wurd bei JJ nochmal zurückgefahren.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Selganor [n/a] am 16.12.2019 | 09:41
Und Luke Cage hat mir aus den von dir, Orko, genannten Gründen natürlich auch sehr gut gefallen. Wird wohl leider keine weitere Staffel außer den beiden geben. Ich schätze mal, das Publikum ist dafür zu eingeschränkt.
Luke Cage wurde (wie alle anderen Marvel Netflix-Serien) "abgesetzt" (bzw. einfach nicht verlaengert) weil Marvel/Disney fuer den eigenen Streamingdienst (inzwischen ja als Disney+ bekannt wobei fuer den Fokus davon die Netflix-Marvel-Serien alle "zu hart" sein duerften) die Rechte wieder zurueckholen wollte. Es wurde nur noch produziert was noch versprochen war und dann einfach abgebrochen. Dank irgendwelcher Klauseln im Vertrag duerfen die Serien/Charaktere aber iirc trotzdem erstmal ein paar Jahre nicht anderweitig verwendet werden.

Aber das "eingeschraenkte Publikum" von Luke Cage ist vermutlich inzwischen zu DC's "Black Lightning" ruebergeschwappt.

Ich finde ja auch die Verbindungen zwischen den Serien super. Sowas müsste es viel öfter geben.

Das jaehrliche Crossover-Event des Arrowverse ist inzwischen so Standard geworden, dass die "Legends of Tomorrow" sich schon letztes Jahr mit einem "keine Crossover-Events mehr fuer uns" innerhalb der Serie ausgeklinkt haben (dass ein Crossoverabstecher zu dem Zeitpunkt nicht in die Kontinuitaet der Serie gepasst haette hat garantiert nix damit zu tun gehabt) ;D

Das aktuelle Event "Crisis on Infinite Earths" (basierend auf dem klassischen Comic) hat ja Crossover mit so ziemlich allen DC-Universen und auch einigen alten Filmen/Serien (sowie einen ganz kurzen Gastauftritt von Lucifer der dank Sandman ja inzwischen auch Teil des DC-Universum ist)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: First Orko am 16.12.2019 | 09:57
Ich kann da nur für mich sprechen, aber mir gefiel halt das "Street Level" bei JJ, Cage und co. gerade so gut. Die laufen sich halt über den Weg weil sie Nachbarn sind!
Hell's Kitchen funktioniert m.E. auch als Stadt-Protagonist hevorragend - diese mystifizierte Version von New York ist wirklich sehr gut gelungen.

Im Gegensatz dazu finde ich diese "Viele Superhelden gründen eine Zirkusgruppe um gegen Big Bad EvilTM anzutreten und überwinden mal eben jeder seine Hybris, die immerhin für X Staffeln Plotmotor war" - Konstrukte einfach nur öde. Hab mal Defenders verusucht zu gucken und da konnte mich der Pilot kein Stück fesseln. Vor lauter Zeigegeilheit irgendwelcher Duos ist da für mich jegliche Stimmung verlorengegangen. Wo jede der Einzelserien mit ihrer ganz eigenen Stimmung, Musik, Filter usw. punkten kann, verliert sich das hinter dem reinen Selbstzweck der Inszenierung ihrer Zusammenarbeit und den daraus entstehenden Pseudo-Konflikten.

Möglich, dass mein Eindruck da verkürzt ist und sich das nach X Folgen oder Staffeln um 180° wendet - aber mich hat keiner der Einzelpiloten derart abgeschreckt wie Defenders  ::)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Teylen am 16.12.2019 | 11:42
Ich finde das das Infinite Crisis Event dahingehend bisher erstaunlich gut funktioniert.
(Bin bei der 2 von 3 bzw. 5 Folgen)
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Swafnir am 7.02.2021 | 18:23
Wir sind gerade Ende der zweiten Staffel.

Ich fand die erste Staffel wirklich großartig. die zweite hat jetzt aber in meinen Augen deutlich nachgelassen. Sie ist aber immer noch sehenswert.
Titel: Re: [Netflix] Jessica Jones
Beitrag von: Runenstahl am 8.02.2021 | 23:25
Für mich ist grade die erste Staffel mit Abstand die beste der Marvel-Serien, dicht gefolgt vom Punisher. Die nachfolgenden Staffeln haben in meinen Augen nachgelassen, aber ich habe sie trotzdem gerne gesehen :)

Fettes +1 von mir.

JJ Staffel 1 ist grandios. Aber ja, die psychologische Brutalität ist eine Nummer für sich. Aber das war es gerade was die Staffel für mich so überragend machte. Es ging hier nicht um einen Bösewicht der mit Autos werfen kann oder Blitz aus dem Hintern verschießt.