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Autor Thema: Mutprobe in Turbo-Fate  (Gelesen 891 mal)

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Offline Bluecaspar

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Mutprobe in Turbo-Fate
« am: 1.05.2017 | 22:31 »
Gibt es eigentlich in Fate Turbo Regeln oder Spieltipps um herauszufinden, ob jemand in einer bestimmten Situation mutig genug ist?
« Letzte Änderung: 7.05.2017 | 09:38 von Bluecaspar »

Offline Pyromancer

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #1 am: 1.05.2017 | 22:51 »
Wenn der Charakter einen Aspekt wie "Feigling" oder einen anderen relevanten Aspekt hat, dann kann man den natürlich reizen.
Davon abgesehen würde ich solche Entscheidungen immer dem Spieler überlassen.

Offline Kampfwurst

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #2 am: 1.05.2017 | 22:56 »
Das klingt fast so wie ein "Rettungswurf gegen Furcht" oder ähnliches. Das macht Fate normalerweise gar nicht.

Hast du vielleicht eine Beispielszene? Oft lösen sich in Fate die Probleme schon, wenn man die Szene ein wenig anders aufbaut.

Offline Pyromancer

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #3 am: 1.05.2017 | 23:05 »
Wenn ein Charakter ausgeschaltet wird, weil er einen Konflikt verloren hat, dann kann man das natürlich auch so erzählen, dass er vor Angst handlungsunfähig ist.

Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #4 am: 1.05.2017 | 23:19 »
Wenn's um reine Willenskraft geht -- mein Charakter versucht sich vielleicht gegen einen Einschüchterungsversuch zu verteidigen, indem er ihn einfach von sich abprallen läßt, oder will einen entsprechenden Situationsaspekt, der gerade auf ihm liegt, wieder loswerden --, bietet sich natürlich Kraftvoll als primärer Ansatz an; je nach genauer Situation mag auch mal ein anderer als mögliche Alternative in Frage kommen (indem man vielleicht Scharfsinnig die Drohungen des Gegners auseinandernimmt und als Bluff durchschaut).

Generell stimmt's allerdings schon, daß es bei Fate per se keine eigenständigen "Moralwürfe" oder Ähnliches gibt. Speziell die Entscheidung über Aufgeben oder Weitermachen in einem Konflikt liegt ja beispielsweise direkt beim für den jeweiligen Charakter zuständigen Spieler.

Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #5 am: 2.05.2017 | 08:07 »
In Horror Settings kommt es öfter vor, dass man seine Angst überwinden muss. Da muss man nicht unbedingt gleich ein Feigling sein. Kann man nicht irgendwie mit der Methode Tollkühn etwas in solch einer Situation anfangen? Ich versuche sozusagen tollkühn meine Furcht zu überwinden. Geht das so nicht?
« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 08:18 von Bluecaspar »

Offline Daheon

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #6 am: 2.05.2017 | 08:22 »
In dem Sinne, dass es keinen separat so beschriebenen "Rettungswurf" gegen Furcht gibt, nicht.

Aber: Je nachdem, für wie wichtig Du die Mutprobe erachtest, hast Du die Möglichkeit, diese als Überwinden-Aktion, als Wettstreit oder sogar als Konflikt zu gestalten. Sich Gedanken darüber zu machen hilft außerdem, sich klar zu machen, wann eine solche Probe sinnvoll ist oder auch nicht.
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Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #7 am: 2.05.2017 | 08:43 »
"Tollkühn" ist aus meiner Sicht etwas doof übersetzt. Im englischen Original heißt es "flashy", was so etwa auf auffällig, protzig, Aufmerksamkeit heischend... hinausläuft und mit Mut allenfalls mehr am Rande zu tun hat. (Ein Charakter kann schließlich durchaus einen tollen Auftritt hinlegen und unter der Maske trotzdem ein Hasenfuß sein.) Aus dieser Sicht mag eine tollkühne Aktion andere inspirieren, ihre Ängste zu überwinden, dem Charakter selbst -- der ja erst mal den Mut finden müßte, besagte Aktion auch durchzuziehen -- nützt die Methode mMn eher weniger.

Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #8 am: 2.05.2017 | 09:06 »
"Tollkühn" ist aus meiner Sicht etwas doof übersetzt. Im englischen Original heißt es "flashy", was so etwa auf auffällig, protzig, Aufmerksamkeit heischend... hinausläuft und mit Mut allenfalls mehr am Rande zu tun hat. (Ein Charakter kann schließlich durchaus einen tollen Auftritt hinlegen und unter der Maske trotzdem ein Hasenfuß sein.) Aus dieser Sicht mag eine tollkühne Aktion andere inspirieren, ihre Ängste zu überwinden, dem Charakter selbst -- der ja erst mal den Mut finden müßte, besagte Aktion auch durchzuziehen -- nützt die Methode mMn eher weniger.

Ja, wenn ich mir die Beschreibung zu Tollkühn durchlesen, dann geht das schon in diese Richtung.

Irgend eine Methode um Furcht zu regeln, muss es aber geben. Ansonsten sind viele Horror Settings nicht wirklich Horror Settings. So richtig universell scheint mir Turbo Fate ja nicht zu sein.

Ich glaube ich würde das in diesen Fall aber einfach mal ignorieren und wenn jemand doch ein hasenfüßiges Großmaul spielen möchte, dann kann man das dann auch einfach in Kombination mit dem Aspekt Feigling umsetzen.

« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 09:08 von Bluecaspar »

Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #9 am: 2.05.2017 | 09:18 »
Irgend eine Methode um Furcht zu regeln, muss es aber geben. Ansonsten sind viele Horror Settings nicht wirklich Horror Settings. So richtig universell scheint mir Turbo Fate ja nicht zu sein.

Wie gesagt, rein methodenmäßig würde ich mich auf Kraftvoll (im Original "forceful", was sich sehr gut auch mit "energisch" übersetzen läßt) stützen. Das paßt meiner Ansicht nach zu "Pfeif auf die Angst, jetzt erst recht!" am ehesten.

Online Duck

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #10 am: 2.05.2017 | 09:31 »
Gerade bei Turbo-Fate geht es ja immer darum, wie jemand etwas tut. Wenn ein Charakter seine Angst durch schiere Willenskraft unterdrücken will -> Kraftvoll/Forceful. Wenn er versucht, mit logischen Argumenten gegen die Irrationalität der Angst anzukommen -> Scharfsinnig/Clever. Wenn er auf jedes Detail achtet, und sich dadurch einredet, dass er die Gefahr rechtzeitig erkennen wird -> Sorgfältig/Careful, usw.


Davon abgesehen: Der Begriff "Universalsystem" ist irreführend. Zwar kann man grundsätzlich jedes mögliche Setting mit Fate bespielen, es wird sich aber immer auch wie Fate anfühlen.

Fate hat keine vorgegebene Spielwelt. Es funktioniert aber am besten in Spielwelten, in denen die Charaktere aktive und kompetente Leute sind, die ein dramatisches Leben führen.

Horror mit Fate spielen ist meines Erachtens wie Pommes mit einem Löffel essen: Es funktioniert schon irgendwie, mit ein paar speziellen Tricks vielleicht sogar relativ gut, aber es fühlt sich in jedem Fall komisch an - und jeder unvoreingenommene Beobachter wird sich fragen, warum man nicht einfach eine Gabel nimmt.
« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 09:36 von Duck »

Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #11 am: 2.05.2017 | 10:18 »
Es kommt auch drauf an, was man unter "Horror" eigentlich versteht. Klassischer Hammer-Film-Verschnitt? Paßt schon. Cthulhu? Hat strenggenommen auch seine Pulp-Wurzeln, da kann man mit passend angelegten Gegnern und Gefahren und reichlich Gelegenheiten, mal ein paar saftige mentale Konsequenzen zu kassieren, auch was draus machen. Teenager gegen den Serienkiller? Sollte zu schaffen sein -- in dem Fall würde ich als SL wahrscheinlich ganz genretypisch und bewußt ein paar zusätzliche NSC-Freunde einbauen, die der Mörder als erste erwischen kann, damit die "Hauptpersonen" (sprich SC) auch angemessen lange durchhalten.

Wenn die Frage natürlich mehr darauf abzielt, ob beim Spielen am Tisch auch eine von der Horrorpolizei als ausreichend einzustufende Atmosphäre aufkommt...dann hängt das, denke ich, in erster Linie von "weicheren" Faktoren ab. Wenn die Spieler bereit sind, da mitzuziehen, dann klappt das mMn auch mit Fate -- wenn nicht, werden auch andere Systeme nicht viel erreichen.

Offline Chruschtschow

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #12 am: 2.05.2017 | 10:41 »
Horror mit Fate krankt nach meiner Erfahrung an der Grundmechanik von Fate. Im Horror im Sinne von Call of Cthulhu stecken die SC in einer Abwärtsspirale und - egal wie sie sich schlagen - irgendwann sind sie tot oder verrückt. Oder beides. Fate ist vom Grundaufbau her so gestaltet, dass jeder Rückschlag - Aufgeben im Konflikt, Reizen, Aspekte gegen einen SC nutzen - das Fatepunktpolster größer macht. Jeder Rückschlag lässt die SC also stärker wiederkommen. Das ist eine Mechanik für einen sehr spezifischen Spielstil. Der funktioniert für viele Genres, zielt aber sehr auf einen Sieg der SC ab. Das heißt nicht zwingend Happy End, denn beim Reizen kann auch gerne mal richtig dramatisches, trauriges, bitteres Zeug passieren. Aber selbst wenn es ein Pyrrhussieg ist und die SC unterwegs viel verlieren, ist es immer noch ein Sieg.

Im Horrorgenre geht das mit Pulphorror, in dem irgendwelche Bösewichte hinterher tot sind, während die SC siegreich davon brausen. From Dusk Till Dawn ist mit FAE ohne jede Regelanpassung wahrscheinlich so drin. Slashermovies? Auch da hat der Bösewicht hinterher gerne die eigene Axt im Kopf, die SC spielen aber sehr wahrscheinlich die Leute, die lange oder auch bis zum Filmende durchhalten. Wenn du deine Leute gegen Cthulhu zu Felde ziehen lässt, musst du aber halt immer damit rechnen, dass die Leute in ihre Motoryacht steigen und Jagd auf den Großen Alten machen. Macht Spaß, passt gut zu Fate, ist aber vielleicht nicht intendiert. :d
« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 10:44 von Chruschtschow »
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #13 am: 2.05.2017 | 10:59 »
Ok, danke für die vielen Hinweise. Besonders der Link zu Horror mit Fate. Wirklich sehr hilfreich. Die Idee auch andere Methoden zu nutzen, um der Angst zu trotzen, finde ich sehr gut. Wobei ich mich mit der Idee, dass man sich der Angst kraftvoll widersetzen kann nicht wirklich anfreunden kann. Kraftvoll kann man einen Schlag ansetzen. Nicht unbedingt nur durch rohe Muskelkraft, sondern auch durch ausgeklügelte Technik. Das hat für mich wenig mit psychischen Dingen zu tun. Aber ich habe das System auch noch nicht gespielt und vielleicht kann man die Methoden auch in jeder Hinsicht verstehen. Zumindest erahne ich dass, da es auch heißt, dass man einen Zauber kraftvoll wirken kann. Das würde ja meiner Sichtweise auch nicht wirklich entsprechen. Wie auch immer. Für ein Zombie Apokalypse Szenario könnte Fate noch ganz gut sein. Für Cthulhu, wo der Fokus bei der geistigen Verfassung der Charaktere liegt, wohl eher nicht.

Es gibt aber einige Spielelemente die mich aus Fate sehr ansprechen. Die Idee dass man einen Misserfolg in einen Erfolg mit Haken umwandeln kann, finde ich sehr interessant. Nur so zum Beispiel. Naja, vielleicht sollte ich mir eher Gedanken machen, wie ich in ein anderes Spielsystem das mehr zu dieses Setting passt Elementen aus Fate einfließen lasse.

Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #14 am: 2.05.2017 | 11:19 »
Der Knackpunkt mag halt sein, daß bei Fate die SC tatsächlich recht explizit die Hauptpersonen sind. Und Hauptpersonen sind so ziemlich überall, auch im Horrorgenre, als die Charaktere definiert, um die es in der Geschichte hauptsächlich geht und die entsprechend oft und lange auftreten -- der Typ, der in den ersten drei Minuten oder Seiten das Zeitliche segnet, um klarzustellen, wie gefäääährlich die Situation doch ist, zählt normalerweise nicht dazu.

Deshalb sind Fate-Spielercharaktere auch "härter im Nehmen" als die weitaus meisten NSC, mit denen so'n filmreifer Horror durchaus mal quasi im Vorbeigehen den Boden aufwischt. Es geht nicht darum, daß sie tatsächlich körperlich oder geistig soviel toller wären als andere, sondern schlicht nur darum, die "dramatische Ausdauer" von Hauptpersonen in Abwesenheit eines vorgegebenen Drehbuchs (ist ja schließlich immer noch Rollenspiel und nicht Film) mit anderen Mitteln abzubilden.

Wenn jetzt also meine Definition von Horror ausdrücklich auf "SC, NSC, scheißegal, es muß wie in den guten alten AD&D-Zeiten auf der ersten Stufe jederzeit jeden erwischen können" besteht...dann, und nur dann, ist Fate wahrscheinlich tatsächlich das falsche System. Persönlich wäre das allerdings auch schon gar nicht mehr mein Ding, und sei's nur aus der pragmatischen Überlegung heraus, daß der Spieler eines Charakters, der in der ersten halben Stunde blöderweise schon stirbt oder anderweitig ausfällt, vom reinen Danebensitzen für den Rest des Spielabends wahrscheinlich auch nicht mehr so viel hat.

Offline Waylander#

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #15 am: 2.05.2017 | 11:33 »
Ich würde das Thema so anzugehen:
Wenn eine Szene gruselig ist, dass sie so große Angst erzeugt, welche die Charaktere durch ihre Angst am Handeln behindert, hast du einfach einen Situationsaspekt (z.B. "Unheimliches grünes Leuten und unmögliche Winkel, die einen verrückt machen"), der überwunden werden muss.
Mit welcher Methode es die Charaktere tun, ist ihnen überlassen. Sie müssen es nur entsprechend begründen, wie sie kraftvoll, tückisch oder auch Schafsinnig die Situation überwinden wollen.

Offline Waylander#

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #16 am: 2.05.2017 | 11:41 »
Ich hab gerade gesehen, dass es im Fate-Handbuch auf S. 108 ff auch noch Hinweise zu Horror-Settings gibt.

Offline Kampfwurst

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #17 am: 2.05.2017 | 11:42 »
Kraftvoll kann man einen Schlag ansetzen. Nicht unbedingt nur durch rohe Muskelkraft, sondern auch durch ausgeklügelte Technik. Das hat für mich wenig mit psychischen Dingen zu tun.
Vorsicht. Kraftvoll hat mit Kraft erstmal nichts zu tun. Wenn du einen Schlag mit ausgeklügelter Technik ansetzt ist das eben genau NICHT kraftvoll sondern eher schlau oder sogar sorgfältig. Andre the Giant in Princess Bride ist sicherlich eher sorgfältig als Kraftvoll. Dass er tatsächlich stark ist wird über die Aspekte gelöst.
Gleichsam kann ein Magier kraftvoll angreifen indem er einen Feuerball oder pure kinetische Energie auf seinen Gegner schleudert, von der Kraft her kann er aber kaum seinen eigenen Rucksack tragen. Ein Hacker kann sich kraftvoll durch eine Firewall hacken, während er körperlich ein Hänfling ist.

Es sind Methoden, sie sagen mir WIE ich etwas mache, nicht was oder warum ich was mache.

Generell gehst du bei Fate eher von einer Problem-Orientierung aus, nicht von einer Aufgaben-Orientierung.

Aufgaben-Orientierung wäre genau das was du angesprochen hast. "Würfel mal Tollkühn um zu sehen ob du Angst hast."

Die Problem-Orientierung geht da ein wenig anders vor. Der Spieler will beispielsweise durch einen dunklen Gang gehen, du beschreibst, dass das seinem Charakter nicht behagt, und er sich vor dem Gang gruselt. Du fragst, wie er gedenkt dagegen vorzugehen.
Und dann gibt es halt zahlreiche Möglichkeiten.
- Er versucht den Gang flink hinter sich zu lassen und rennt so schnell wie Möglich durch.
- Er geht ganz langsam den Gang entlang und hält sorgfältig die Augen nach Gefahren offen.
- Er nimmt allen Mut zusammen und stellt sich kraftvoll seiner Angst entgegen.
- Er pfeift ein Lied, das die Angst vertreiben soll und geht tollkühn (flashy! Ich mag die Übersetzung nicht) durch den Gang.
- Er macht sich klar, dass es gar nur ein dunkler Gang ist und es keine Geister oder Monster gibt, vor denen er Angst haben müsste.
- Er duckt sich und schleicht heimlich den Gang entlang, damit ihn eventuelle Monster nicht sehen können.

Alle Methoden gehen hier gegen die Angst vor, aber es sind eben Aktionen, keine Reaktionen. Der Charakter ist aktiv an dem was passiert beteiligt.

Online Roach

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #18 am: 2.05.2017 | 11:59 »
Ich hab gerade gesehen, dass es im Fate-Handbuch auf S. 108 ff auch noch Hinweise zu Horror-Settings gibt.

Und in der Ankündigung zur neuen Handbücher-Reihe (in der Vorschau des "Adversary Toolkit") wird als eines der nächsten Toolkit-Produkte ein „Horror-Toolkit“ angekündigt. Das dürfte für diesen Zweck – wenn es dann erscheint – auch recht interessant sein.

Offline Daheon

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #19 am: 2.05.2017 | 12:24 »
Meines Wissens ist sogar Fate Cthulhu in der Pipeline.  :headbang:

Wenn einem die Methoden in TurboFate zu sperrig erscheinen kann man sie auch einfach durch Standardattribute ersetzen.
Man nehme also Stärke, Konstitution, Geschicklichkeit, Intelligenz, Willenskraft, und Charisma. Und schwupps, wenn jemand eine Mutprobe durchführt, würfelt er gegen Willenskraft.
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Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #20 am: 2.05.2017 | 13:56 »
Vorsicht. Kraftvoll hat mit Kraft erstmal nichts zu tun.

Klar, Kraftvoll heißt erst mal, dass ich mit dieser Methode nicht gerade subtil vorgehe. Ich will da jetzt auch gar nicht mal unbedingt widersprechen. Aber sagen wir mal ich hab da einen Magier der ständig kraftvoll mit Feuerbällen um sich wirft und dann nimmt er noch ein Schwert in die Hand, vielleicht lässt er es sogar noch mit einen kraftvollen magischen Feuer brennen, wodurch er sich noch einen Vorteil verschafft und dann haut er damit auch noch kraftvoll zu. Und klar, mit einen kraftvollen Schrei rennt er gegen die Bedrohung an und überwindet so seine Angst.

An sich finde ich es ja super spannend, dass man so viele Situationen aus so ganz unterschiedlichen Richtungen angehen kann. Gerade die vielen Beispiele, wie ihr mit der Bewältigung von Furcht umgehen würdet. An sich wäre aber die von mir geschilderte Situation wohl Power Gaming par excellence. So spannend ich also die ganzen Methoden finde, irgendwie werden sie mir immer unheimlicher.
 

Online Duck

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #21 am: 2.05.2017 | 14:23 »
Da es in Turbo-Fate keine Fertigkeiten gibt, muss die Frage, was jemand kann, über die Aspekte geregelt werden. Die Frage wäre also, ob es aufgrund der Charakteraspekte des Magiers gerechtfertigt wäre, dass er z.B. weiß, wie man ein Schwert führt. Das müsst ihr im Einzelfall am Spieltisch klären.

Grundsätzlich ist es ein Feature von Turbo-Fate, dass die Charaktere oft mit ihren besten Methoden glänzen können. Schließlich zeigt sich in solchen Situationen, was die Charaktere ausmacht. Dennoch kann es manchmal überhandnehmen. Rob Donoghue, einer der Autoren des Systems, hat dazu vor einigen Jahren einen Blogpost verfasst: The Right Tool for the Job

Offline Daheon

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #22 am: 2.05.2017 | 14:24 »
Klar, Kraftvoll heißt erst mal, dass ich mit dieser Methode nicht gerade subtil vorgehe. Ich will da jetzt auch gar nicht mal unbedingt widersprechen. Aber sagen wir mal ich hab da einen Magier der ständig kraftvoll mit Feuerbällen um sich wirft und dann nimmt er noch ein Schwert in die Hand, vielleicht lässt er es sogar noch mit einen kraftvollen magischen Feuer brennen, wodurch er sich noch einen Vorteil verschafft und dann haut er damit auch noch kraftvoll zu. Und klar, mit einen kraftvollen Schrei rennt er gegen die Bedrohung an und überwindet so seine Angst.

An sich finde ich es ja super spannend, dass man so viele Situationen aus so ganz unterschiedlichen Richtungen angehen kann. Gerade die vielen Beispiele, wie ihr mit der Bewältigung von Furcht umgehen würdet. An sich wäre aber die von mir geschilderte Situation wohl Power Gaming par excellence. So spannend ich also die ganzen Methoden finde, irgendwie werden sie mir immer unheimlicher.
 

Müssen sie nicht (s.o.)  ;)

Aber ganz im Ernst. Figuren in Fate sind halt kompetent. Und als SL muss man sich wahrscheinlich erst einmal daran gewöhnen, das buttkickende Battlemages als Anfangscharaktere leicht zu bauen sind. Wahrscheinlich möchte die Spielerin Flammenbälle werfend und nach links und rechts mit dem Schwert austeilend durch ihre Feinde waten. Und das sollte man als SL auch zulassen. Es gibt andere Herausforderungen, denen sich die Figur nicht so leicht stellen kann.
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Offline nobody@home

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #23 am: 2.05.2017 | 14:56 »
Hinzu kommt eventuell noch, daß gewisse Themen einfach breit genug gefächert sind, daß man durchaus alle möglichen Methoden plausibel anwenden kann. Das Thema "Kampf" gehört für mich definitiv dazu -- wenn ich mich Kraftvoll wild durch die feindlichen Mook-Horden schlage, während mein Kollege Sorgfältig seine Deckung aufrechterhält und systematisch einen Gegner nach dem anderen erledigt, wird das schon rein "optisch" einen Unterschied machen und im Zweifelsfall auch mal im Detail unterschiedliche Auswirkungen haben (ich lauf' vielleicht eher mal unverhofft einem starken Gegner fast schon in die Axt, während mein obiger Kollege noch drei Zonen weiter beschäftigt ist und mir so schnell nicht zu Hilfe kommen kann), aber wenn wir beide jeweils +3 in unseren Methoden haben, dann sind wir grundsätzlich damit auch erst mal gleich effektiv.

Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #24 am: 2.05.2017 | 15:23 »
Liege ich recht mit der Annahme, dass es bei Fate eher auf das Kontern ankommt und nicht auf das was geht und was nicht. Der kreischende mit dem Flammenschwert um sich schwingenden Magier dürfte dann sicher so einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Na dann viel Spaß. Das wäre dann eine mögliche Gegenaktion auf so eine aufbrausende Aktion.

Offline Imunar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #25 am: 2.05.2017 | 15:55 »
Bei Turbo Fate kommt es darauf an WIE man etwas macht. (ob kontern oder nicht)
Fate Core ist da näher am "klassischen" RPG dran wo die meisten
Ich mache A damit kannst du dich wehren mit B

immer mit der Prämisse: Fiktion zu erst,
sprich Dehne die vorgegeben Regeln wenn es passt

Offline Daheon

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #26 am: 2.05.2017 | 16:00 »
Liege ich recht mit der Annahme, dass es bei Fate eher auf das Kontern ankommt und nicht auf das was geht und was nicht. Der kreischende mit dem Flammenschwert um sich schwingenden Magier dürfte dann sicher so einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Na dann viel Spaß. Das wäre dann eine mögliche Gegenaktion auf so eine aufbrausende Aktion.

Zuerst einmal geht es bei Fate nicht darum, die Spieler klein zu halten. Tut mir leid, aber es hört sich bei Dir immer so an, als wolltest Du Spieleraktionen verhindern oder gar abstrafen.
« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 16:08 von Daheon »
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Offline Chruschtschow

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #27 am: 2.05.2017 | 16:22 »
Ich habe übrigens auch zuerst gedacht: "Boah, was lahm. Die nehmen ja immer +3. Da klappen meine Viecher ja sofort zusammen." Das hat sich etwas geändert. Heute sage ich: "Lasst rocken! Hier ist ein supergefährlicher Riesendrache. Dann zeigt mal, was ihr könnt." Kompetente Leute haben Bossgegner verdient. :)

Und zum Einwand, dass immer die gleiche Methode doch langweilig sei, kann ich nur sagen, dass die Methode, also das Wie, kräftig Einfluss auf die nachfolgende Narration hat und dazu noch die SC leichter automatisch in ihrer gewählten Rolle bleiben. :)
« Letzte Änderung: 2.05.2017 | 16:24 von Chruschtschow »
Jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #28 am: 2.05.2017 | 22:05 »
Zuerst einmal geht es bei Fate nicht darum, die Spieler klein zu halten. Tut mir leid, aber es hört sich bei Dir immer so an, als wolltest Du Spieleraktionen verhindern oder gar abstrafen.

Sollte so überhaupt nicht gemeint sein. Irgendwo hatte ich im Regelwerk auch den Rat gelesen, dass es ganz gut ist, wenn man auf jede Aktion eine andere Aktion folgen lässt. Ansonsten sollte man zur nächsten Szene übergehen.
« Letzte Änderung: 3.05.2017 | 07:36 von Bluecaspar »

Offline Daheon

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #29 am: 3.05.2017 | 09:00 »
Sorry, dann habe ich dich leider missverstanden.

Es begegnen mir häufig Leute, die sich innerlich nicht so richtig vom "je cooler die Spieleraktion, desto schwerer muss sie sein" Ansatz der SL trennen können. Und der ist eher hinderlich, wenn man mit Fate Spaß haben möchte.  :)
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Offline Bluecaspar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #30 am: 3.05.2017 | 10:05 »
Ja, da bin ich auch so kein Freund davon. Allerdings muss man auch hin und wieder kontern und nicht alles durch gehen lassen. Einfach, um eine Herausforderung zu bieten. Wenn alles immer reibungslos klappt wird's auch langweilig.

Bei dem Beispiel mit dem Magier geht's mir auch darum, dass ich Angst davor habe, dass das Gleichgewicht kippt. Was, wenn der Spieler mit dem Krieger dann sagt: Na toll, der kann ja alles was ich kann und noch viel mehr.

Fate geht aber so einen ganz anderen Weg. Das habe ich schon aus den vorherigen Kommentaren gemerkt. An sich interessiert mich die Spielweise. Mir ist aber noch einiges unklar. Ausgerechnet haben nun auch noch alle in meiner Spielgruppe angemerkt, dass sie unbedingt mal Fate ausprobieren wollen. :o Ich hab auch Lust darauf, es wird aber wohl auf ein Experiment hinauslaufen.

Ach ja, was ich noch sagen wollte. Ich bin übrigens auch kein Freund davon, dass die Charaktere in Cthulhu mit der Zeit unweigerlich zu sabbernden Idioten werden. Da hab ich auch nichts dagegen, wenn sie in dieser Hinsicht widerstandsfähiger sind.
« Letzte Änderung: 3.05.2017 | 10:06 von Bluecaspar »

Offline Imunar

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Re: Mutprobe in Fate Turbo
« Antwort #31 am: 3.05.2017 | 14:22 »
Das gute an Fate ist ja an sich, dass es sich halbwegs selbst balanced ;)

Wenn der Magier sagt:
ich spiele nun Flammenwerfer. (Flashy/ +3)
Ergibt die Narrative, dass nicht nur die Mops sondern auch die Umgebung in Flammen setzt

Der Krieger erzielt allerdings auch mit Axtschwingen (Forcefull+3)
genauso viel Stress wie der Magier oder Dieb der hinterhältig erdolcht (Sneaky +3)

Stress sind nicht Lebenspunkte.

Das Bild wirkt bei dem einen womöglich blutiger/gewaltiger/mächtiger doch der Effekt in Stress ist bei allen drei Identisch.
Als Spielleiter sollte man ihnen dann beim Spammen durch die Narative einen Strick durch die Rechnung machen und Kompellen

(denk immer da dran: ihr spiel gemeinsam eine Geschichte, du (SL) bist nicht der Geschichtenerzähler und die anderen (SC) soll nicht nur reagieren sondern [proaktiv] agieren)

Ließ am besten das/die deutsche SRD Core - Spielleiten