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Autor Thema: DSA1 / Bewertung & Rezensionen  (Gelesen 1210 mal)

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Offline Thallion

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DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« am: 22.05.2017 | 11:44 »
Hier könnt ihr eure Meinung zu DSA1 abgeben und nach Punkten bewerten.



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DSA1

Regel/Quellen-Bände-Übersicht
Hier gelangt ihr zu der Auswertung und Übersicht bereits bewerteter Regel- und Quellen-Bände:
http://www.tanelorn.net/index.php/topic,96807.0.html

Klappentext:
Sie ahnen es noch nicht, aber Sie haben soeben die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen. In diesem Spiel werden Sie wackeren Kämpen begegnen, hinterhältigen Schurken, fröhlichen Elfen und grausigen Monstern.

DAS SCHWARZE AUGE ist mehr als nur ein Spiel. Ein Abend beim Meister des Schwarzen Auges entführt Sie und ihre Freunde aus dem grauen Alltag in das farbenprächtige Reich der Mythen und Sagen.

Die Spieler des Schwarzen Auges führen ein spannendes Doppelleben. Ohne ihren Platz am Spieltisch zu verlassen, erleben sie überaus gefährliche und aufregende Abenteuer. Kommen Sie mit nach Aventurien, in das Reich des Schwarzen Auges. In dieser Spiele-Box liegt alles, was Sie brauchen, um aufzubrechen! Viel Spaß ...
« Letzte Änderung: 23.05.2017 | 11:09 von Thallion »

Offline rillenmanni

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #1 am: 23.05.2017 | 10:31 »
Bewerten wir hier ganz streng nur die Basisregeln? Dh es kommt noch eine Auswertung zum DSA1-Ausbauspiel? Sowohl einst wie auch heute kannten wir alle das Basisspiel nur in Verbindung mit dem Ausbauspiel (in unterschiedlicher Einbindung der Ausbauregeln), daher ist eine empirische Bewertung allein des Basisspiels schwierig. Technisch sauberer wäre aber eine getrennte Bewertung.

Ich habe 4 Punkte vergeben, mit Tendenz zu 3.

Es ist nicht nur Verklärung - ich hatte von Ende 1985 bis zum Erscheinen von DSA2 sehr viel Spaß damit - sondern auch neuzeitliche Spielerfahrung. Eine große Hürde für DSA1 heutzutage ist, dass viele Spieler, die das Ganze in den 80ern selbst gespielt haben - und seither nie wieder - im Lauife der Jahrzehnte zum Schluss gekommen sind, dass das archaisch anmutende Spiel von einst - so viel Spaß es auch gebracht haben mag - gewiss ein minderwertiges Kapitel der eigenen Spielerwerdung gewesen sein muss. Also rennt man oft einfach weg, wenn ich rufe, ich wolle DSA1 leiten. Wenn man dann doch mal jemanden an den Spieltisch bekommen hat, dann gehen die Regeln im Wesentlichen leicht von der Hand, und man merkt, dass man ja tatsächlich früher wie heute auch Rollenspiel damit betreiben kann. :)


DSA1-Basis ist ziemlich roh - es wurde ja auch flugs zusammengeschrieben - und hatte so etwas Neumodisches wie ein Balancing nie versucht. Aus heutiger Sicht sind einige No Gos dabei, zb der Umstand, dass es keine einheitliche Zauberabhandlung gibt, im Grunde stellt jeder Zauber eine Regel für sich dar. Erfrischend im Gegensatz zum D&D vergleichbarer Zeit  ist freilich, dass man als Magier von Anfang an was kann. Was man der Rohheit des Werks anlasten kann und muss, ist der Fakt, dass man Regel-Exegese betreiben muss, um eines Tages wirklich alles erfasst zu haben: Details zu Thema X stehen kreuz und quer über den Band verteilt, und ich kann mich erinnern, dass wir gegen 1987 immer wieder Neues aus dem Buch herausholten, einfach weil wir es jetzt endlich - oder wieder - gefunden hatten. Ungefähr so ungeordnet wie mein Beitrag hier sind auch die Basisregeln. :)

So, mehr Zeit zu schreiben is nich! Jetzt ihr!
Während die Opfer sich umkrempeln und der Professor nicht zu erreichen ist, reißt Rillen-Manni voller Wut eine Waffe an sich ...

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Offline Thallion

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #2 am: 23.05.2017 | 11:06 »
Ich hatte an eine ganzheitliche DSA1-Bewertung gedacht.
Bei DSA4 habe ich ja auch nur exemplarisch die Wege Bände verlinkt.

Online tartex

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #3 am: 23.05.2017 | 11:47 »
Ich spiele DSA1 seit 30 Jahren mit einigen Unterbrechungen. Klar, habe ich an der einen oder anderen Stelle am System geschraubt, oder mitunter die gesamte Karosserie ersetzt und dann damit auch Scifi, Gegenwarts-Horror oder sogar Rifts gespielt, aber manchmal leite ich immer noch RAW.

Das System macht alles, was ich will, außer ich will mal keine Hitpoints oder ich will Primetime Aventures.

Das Buch der Abenteuer erschafft zudem eine schön düstere Abenteuerlocation - Havena - auf wenigen Seiten, die in Folgeprodukten eigentlich hauptsächlich ruiniert wurde. Sowohl das Solo-Abenteuer wie auch "Silvanas Befreiung" habe ich allein in den letzten fünf Jahren an die sieben oder acht mal als Gruppenabenteuer geleitet.

5 Punkte.

Wenn ich nach der DSA1-Basis-Box nie mehr ein Rollenspiel-Produkt erworben hätte, könnte ich immer noch spielen. (Allerdings will ich nicht wissen, was für ein kaputter Heartbreaker das wäre.  ~;D )
« Letzte Änderung: 23.05.2017 | 11:55 von tartex »
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Offline Weltengeist

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #4 am: 30.05.2017 | 20:32 »
Boah, das ist schwierig.

Natürlich schaut man heute zurück mit all den nostalgischen Gefühlen und sieht so manches rosarot. Und natürlich würde es DSA1 wenn es heute neu und zum ersten Mal rauskäme ziemlich schwer haben, die gleichen Gefühle bei mir zu erzeugen. Alles, was ich jetzt sage, ist also in jedem Fall mit einem deftigen "Früher war alles viel früher"-Bias versehen.

Positiv würde ich vermerken:
  • Die Regeln des Basisspiels haben am Spieltisch für viele Gruppen funktioniert (jedenfalls wenn man den Bruchfaktor weglässt). Sie sind einfach, in 5 Minuten erklärt und ermöglichen unterhaltsame Abenteuer. Kurioserweise funktionieren die Regeln des Ausbauspiels schon längst nicht mehr alle so gut (speziell die Talente waren von Beginn an broken).
  • Die Stimmung des Abenteuer-Basis-Spiels finde ich immer noch grandios (da bin ich ganz bei Tartex). Schon im Abenteuer-Ausbau-Spiel wurde aber stilistisch ein ganz anderes Setting geschaffen.
  • Ich mag viele der Old-School-Elemente (Helden auswürfeln, Verzicht auf Balancing, Ausspielen statt Würfeln, Spielleiterentscheidung statt Regelwust, Wunder statt Karmalzauberei,...) noch heute.
  • Und die trashigeren Sachen (Zwergennase, gereimte Zaubersprüche,...) machen zumindest Spaß, wenn man sich und seine Runde nicht zu ernst nimmt.

Fairerweise muss ich aber auch anmerken, dass wir damals schon nach wenigen Jahren angefangen haben, uns nach Alternativen umzusehen. Und dass ich schon im zarten Alter von 16 Jahren fand, dass DSA1 irgendwie infantil ist und Midgard oder Traveller viel eher was für "Erwachsene". Heute spiele ich DSA1 genau dann, wenn ich Lust auf eine Bier-und-Brezel-Runde habe, die sich nicht zu ernst nimmt und einfach Spaß am Spieltisch bringt. Und ja, das leistet es zumindest für mich immer noch.

Alles in allem bin ich mit meiner Bewertung wohl irgendwo zwischen 3 und 4 - machen wir des Nostalgiefaktors wegen ruhig mal eine 4 draus.
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

Spielleitermotto: Ein Kaufabenteuer ist eine Geschichte, wie sie hätte passieren können, wenn man keine Spieler darauf losgelassen hätte.

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Online tartex

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #5 am: 31.05.2017 | 00:58 »
Also ich habe mit 10 angefangen und mit 14 war ich schon ganz woanders (Marvel Super Heroes, Shadowrun, Rifts, Talislanta, Rolemaster), aber habe es weiterhin rausgeholt, wenn ich mit Nichtnerds rollengespielt habe. Und das hat immer sehr, sehr gut geklappt.
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Offline D. Athair

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #6 am: 10.06.2017 | 19:32 »
Es ist auf jeden Fall deutlich besser als sein Ruf, auch wenn ich im Vergleich mit Basic D&D einige Dinge schwierig finde.
Ingesamt bietet das Regelwerk einen robusten Kern und hat seine freiformigen Phasen.

Wie und warum man DSA 1 so spielen muss, wie das auf dem Ulisses-Kanal getan wird, leuchtet mir jedenfalls nicht ein.
"Man kann Taten verurteilen, aber KEINE Menschen." - Vegard "Ihsahn" Sverre Tveitan

Offline Archoangel

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #7 am: 10.06.2017 | 22:10 »
Ich denke für die Frage sollte man noch wissen, womit die Abstimmenden denn angefangen haben: wenn ich mit DSA4 starte wird sich mein Herz kaum für DSA1 erwärmen können; andererseits werden die Wenigsten, die 1984-1988 mit DSA losgelegt haben heute negative Gefühle dem System ihrer Kindheit entgegen bringen.

Ich habe natürlich 5 Sterne vergeben, finde bis heute DSA1 supi und spiele es mit erschreckender Regelmäßigkeit immer wieder. Und selbst wenn ich es nicht nach Originalregeln spiele, passen meine Hausregeln immer noch auf einen Bierdeckel. Aber selbst die kann man getrost weglassen, wenn man zumindest die komplette DSA1-Reihe heranzieht (also mit allen Boxen und Abenteuern) und ggf noch auf das semioffizielle Material zurückgreift (z.B.: "der letzte Held").

Dann hätte man zum Beispiel alleine an Charakterklassen:

Krieger, Magier, Elf, Zwerg, Abenteurer
Druide, Waldelf, Streuner, Geweihter
Hexe, Schelm

... also sage und schreibe 11! (mit dem Zwergendruiden, den es auch schon gab, bzw. dem Zwergengeweihten sogar 13 und mit dem Borbaradianer sogar nochmal mehr [jeder konnte Borbaradianer werden]).
4E Archoangel - Love me or leave me!

Methuselah-School GM

Ideologie ist der Versuch, den Straßenzustand durch Aufstellung neuer Wegweiser zu verbessern.

Online Maarzan

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #8 am: 10.06.2017 | 22:20 »
Das charakteristische zumindest in meinem Umfeld war, dass es eben nie lange (aka länger als ein paar Wochen) DSA1 nach Buch blieb, sondern jeder der dabei blieb, dann auch fließig dran rumgeschraubt und vor allem auch erweitert hat.
Wer später anfing schien meinem Empfinden nach seiner Edition deutlich vorlagetreuer zu sein.

Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Der Rote Baron

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Re: DSA1 / Bewertung & Rezensionen
« Antwort #9 am: 10.06.2017 | 22:48 »
Als es herauskam, war ich seinerzeit erst enthusiastist ("Boah, man kann parieren! Wie geil ist das denn?") und dann enttäuscht ("Sind DAS alles Monster!?! Sind DAS alle Schätze!?!" - und unser Spielleiezter hatte auch kein gutes Händchen ...

Aber nennt mich einen hoffnungslosen Romantiker und Nostalgiker - aber früher war alles besser:
Männer waren noch Männer, und Frauen waren auch noch Männer - und alle aus Holz! Selbst Holz!

Außerdem gefällt mir DSA 1 aus heutiger Sicht deshalb besser, weil es einfach war, dei Abenteuer zwra etwas bescheuert ("Sieben Kelcghe, sieben Elche ..."), aber immerhin war Havena noch ein Drecksloch und man durfte auch auf anderen Welten spielen.
Meta-Plot? Wassendas?

Und deshalb: 4 Punkte! (5 kriegt die Rote D&D-Kiste)