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Autor Thema: [PbtA] Kritik und Remmidemmi  (Gelesen 3579 mal)

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Offline Tyloniakles

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #100 am: 14.11.2017 | 20:34 »
Put them in a spot und be a fan of the characters widersprechen sich jetzt genau warum?

Man gibt ja die Gelegenheit, aus dem Schlamassel wieder rauszukommen und da dürfen die characters dann auch gern glänzen.
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #101 am: 14.11.2017 | 20:52 »

Die sagen mir in dem Regelwerk nix neues, blenden mit nicht scharf definierten Begriffen und Anweisungen, sind sich nicht einig, ob das jetzt so angewendet werden muss oder nicht und verkaufen mir das als The Next Big Thing™! Yaaayyy!

Ich zitiere mal aus Dungeon world,, S 233:

Zitat
Wenn du dir die Liste der SL-Spielzüge sorgfältig durchliest, wirst du feststellen, dass es sich um Dinge handelt, die wir als SL schon immer gemacht haben. Sie sind nur für dieses Spiel in Gruppen eingeteilt worden. Wenn du jemals ein Spiel geleitet hast, wirst du auf jeden FAll bereits "jemanden in Schwierigkeiten gebracht" oder "eine unangenehme Wahrheit enthüllt" hben, selbst, wenn du es nicht so genannt hast.

Ich habe Dungeon World noch nicht ganz durch, aber bisher legt einfach nichts im Text diese "wir verkaufen uns als NBG"-Haltung nahe, die du da ausmachst. Und besonders Schwurbelig ist das auch alles nicht - man kriegt gleich zu Anfang den Basismechanismus dargelegt, und es ist klar, dass alles weitere Anwendungsfälle davon sind.

Mich irritiert einfach, dass man sich darüber Ärgern kann, wenn ein Regelwerk bekannte Grundlagen noch einmal klar wiederholt - es ist doch wichtig, gesagt zu kriegen, auch welchen Grundannahmen über das Spiel ein bestimmtes Rollenspiel basiert, auch, damit man weiß, ob das überhaupt den eigenen Vorstellungen entspricht und ggf. schnell herausfinden kann, warum ein Regelwerk so für einen nicht funktioniert. Und ich finde den Hinweis "sei ein Fan der SC" WIRKLICH hilfreich, auch nach fast 30 Jahren Erfahrung als SL, weil das eben ganz lange etwas war, was ich nicht auf dem Schirm hatte und weil es mir jetzt, wenn ich es mir dann und wann als "Regel" ins Gedächtnis rufe, genau den richtigen Anstoß gibt. Wenn ich das dan in DungeonWorld lese, verdrehe ich nicht die Augen und sage: "Mensch, das weiß ich aber auch schon seit 20 Jahren", sondern denke mir: "Schön, dass jemand das in einem Merksatz auf den Punkt bringen kann."

Warum betrachtest du das, was das System kann und was es nicht kann nicht einfach losgelöst von deiner Verärgerung über einen (durchaus existenten, aber für mein Gefühl nicht durch den Schreibstil der Regelwerke begründeten) Hype?

Ich muss allerdings zugeben, dass mich der Hype auch lange von pbtA ferngehalten hat, allerdings eher aus Angst/Faulheit, weil überall nahegelegt wurde, man müsse so viel "Unlearning" betreiben, um dieses tolle System zu kapieren. Beim Spielen/Lesene habe ich dann festgestellt, dass das meiste eigentlich ziemlich genau so geht, wie ich es eh kenne und mache - und habe mich gefreut, dass diese Praxis hier mal im Text dargelegt und systematisiert wird, anstatt mich zu ärgern, dass das meiste sich vertraut anfühlt.
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Offline HEXer

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #102 am: 14.11.2017 | 20:52 »
Put them in a spot und be a fan of the characters widersprechen sich jetzt genau warum?

Man gibt ja die Gelegenheit, aus dem Schlamassel wieder rauszukommen und da dürfen die characters dann auch gern glänzen.

Also nochmal ganz langsam von vorne... Lies nochmal ganz genau meine letzten Posts. Ich sage überhaupt nicht, dass sie sich widersprechen. Ich finde nicht, dass sie sich wiedersprechen (müssen). Du und ich können uns darüber wunderbar einig sein, dass das passt. Aber wenn wir uns darüber einig sind, brauchen wir die Regel nicht. Und wenn wir uns darüber nicht einig sind, dann hilft die Regel nicht, weil sie nicht eindeutig ist. Wie du es drehst oder wendest, das Teil nützt für nix.

Ts, selbst die Autoren scheinen sich ja nicht einig/sicher zu sein, ob man die Regeln nun braucht oder nicht. Dass sie drin sind und ist so wie sie geschrieben sind, schulmeistert mich als SL, schränkt mich ein, indem es etwas vorschreibt, dann im Gegenzug aber nicht die eindeutige Legitimation liefert. Es schränkt die Spieler ein, weil sie sich nicht auf darauf verlassen können, dass die Regeln allgemein gültig sind und wie sie ausgelegt werden (sollten). Das Resultat des ganzen Geschwuurbels ist lediglich große Verunsicherung. Und die Gruppen, die bei dem Geschwurbel nicht verunsichert sind, die können getrost auch ganz ohne Regeln spielen.

Aber lasst uns doch mal über die verschiedenen anderen negativen Aspekte von PbtA sprechen - den miserablen Probenmechanismus, das Klassensystem, fehlende/unfertige  Settings...
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #103 am: 14.11.2017 | 20:56 »
Beim Spielen/Lesene habe ich dann festgestellt, dass das meiste eigentlich ziemlich genau so geht, wie ich es eh kenne und mache - und habe mich gefreut, dass diese Praxis hier mal im Text dargelegt und systematisiert wird, anstatt mich zu ärgern, dass das meiste sich vertraut anfühlt.

Du freust dich darüber, Geld für etwas ausgegeben zu haben, was du sowieso schon weißt und anwendest? Für etwas, das schon in zig Publikationen Systemneutral dargelegt und systematisiert wurde?  :o
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #104 am: 14.11.2017 | 21:05 »
Du freust dich darüber, Geld für etwas ausgegeben zu haben, was du sowieso schon weißt und anwendest? Für etwas, das schon in zig Publikationen Systemneutral dargelegt und systematisiert wurde?  :o

Hier wird es aber für dieses eine Spiel präzisiert und konkretisiert. Nicht jeder hat Jahrzehnte Erfahrung auf dem Buckel.
Auch viele Veteranen machen diese Dinge oft nicht "richtig". Dass diese Spiele das mal ganz klar runterschreiben, wie man sie spielen soll, ist objektiv ein Vorteil. Das Gegenteil vom unterstellten "Geschwurbel".

Ok, man muss sich auf MC moves einlassen. Wenn man das absolut nicht will, dann kann man gern was anderes spielen. Das muss man dem Spiel aber nicht ankreiden, oder?
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #105 am: 14.11.2017 | 21:08 »
Du freust dich darüber, Geld für etwas ausgegeben zu haben, was du sowieso schon weißt und anwendest? Für etwas, das schon in zig Publikationen Systemneutral dargelegt und systematisiert wurde?  :o

Ich kenn sehr wenige Publikationen, die das vergleichbar gut tun wie z.B. DW - vor allen Dingen in einer Listenform, durch die man dann gut das, was man auch findet und das, was für einen nicht passt, trennen kann. Außerdem freue ich mich darüber, dass für mein Gefühl in den DungeonWorld-Regeln ganz gut meine One-Shot-jetz-mal-ohne-viel-Stress-Spielweise abgebildet ist, eben weil sie aus diesen gut systematisierten "Gemeinplätzen" bestimmter Rollenspieltechniken abgeleitet sind.
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #106 am: 14.11.2017 | 21:14 »
Aber lasst uns doch mal über die verschiedenen anderen negativen Aspekte von PbtA sprechen - den miserablen Probenmechanismus, das Klassensystem, fehlende/unfertige  Settings...

Gerne. Der anhaltende Erfolg von PbtA hängt sicher nicht in erster Linie an SL-Kapiteln.
« Letzte Änderung: 14.11.2017 | 21:21 von Ucalegon »
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #107 am: 14.11.2017 | 21:16 »
Ok, man muss sich auf MC moves einlassen. Wenn man das absolut nicht will, dann kann man gern was anderes spielen. Das muss man dem Spiel aber nicht ankreiden, oder?

Ja was denn nun - muss man sich drauf einlassen oder muss man sich nicht drauf einlassen? Lushwoods sieht das anders als du...

Ich kenn sehr wenige Publikationen, die das vergleichbar gut tun wie z.B. DW - vor allen Dingen in einer Listenform, durch die man dann gut das, was man auch findet und das, was für einen nicht passt, trennen kann. Außerdem freue ich mich darüber, dass für mein Gefühl in den DungeonWorld-Regeln ganz gut meine One-Shot-jetz-mal-ohne-viel-Stress-Spielweise abgebildet ist, eben weil sie aus diesen gut systematisierten "Gemeinplätzen" bestimmter Rollenspieltechniken abgeleitet sind.

Ich finde z. B. die Art wie in Dominik Wäschs "Spielleiten" Flags und Plattformen beschrieben werden deutlich klarer und hilfreicher, als das, was ich bislang bei PbtA gelesen habe. Letzteres leitet nämlich nicht aus Gemeinplätzen ab und macht was draus, sondern fügt sie bloß mit copy & paste ein. Mit Flags, die ich aus umfangreich beschriebenen Charakteren ableite (oder sogar gemeinsam mit den Spielern entwickele) habe ich eine deutlich bessere Grundlage, um Fan meiner SC zu sein und kann sie wesentlich präziser bedienen.

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Offline alexandro

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #108 am: 14.11.2017 | 21:20 »
Das ist das Problem: es ist eine Liste. Andere Rollenspiele geben dir im SL-Kapitel Anhaltspunkte, wann bestimmte Techniken Sinn machen (bei richtig guten SL-Kapiteln "Sinn machen können") und wann nicht. PbtA sagt einfach "Wähle etwas aus dieser Liste aus und mach das - passt schon". Nur tut es das leider nicht. Nur weil die MC-Moves in der Mehrzahl der Rollenspielrunden vorkommen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch immer das Richtige(TM) sind.

Das ist die Inkonsequenz, die ich angesprochen habe: es wird zuviel Zeit auf das "Gerüst" verwendet und zu wenig damit, dass das Ganze auch mal Fleisch auf die Rippen kriegt. Und den Spielern auf die Frage "Warum hast du denn XY gemacht?" zu antworten "Weil das in dieser Liste stand", macht es auch nicht besser.
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Offline Suro

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #109 am: 14.11.2017 | 21:48 »
Das ist das Problem: es ist eine Liste. Andere Rollenspiele geben dir im SL-Kapitel Anhaltspunkte, wann bestimmte Techniken Sinn machen (bei richtig guten SL-Kapiteln "Sinn machen können") und wann nicht. PbtA sagt einfach "Wähle etwas aus dieser Liste aus und mach das - passt schon". Nur tut es das leider nicht. Nur weil die MC-Moves in der Mehrzahl der Rollenspielrunden vorkommen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch immer das Richtige(TM) sind.

Von welchem PbtA-System sprichst du hier genau? Die, die ich gerade im Kopf habe, bieten schon einige Hinweise (bei der Fiktion anfangen, harte und weiche Spielzüge, Beispielsituationen, etc.). Ich vermute eher, dass dir diese Arten von Hinweisen wieder zu unpräzise sind?
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Offline Ginster

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #110 am: 15.11.2017 | 09:01 »
Bei allem Verständnis für so manche Kritik, das meiste hier kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Offline Rumpel

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #111 am: 15.11.2017 | 09:42 »

Ich finde z. B. die Art wie in Dominik Wäschs "Spielleiten" Flags und Plattformen beschrieben werden deutlich klarer und hilfreicher, als das, was ich bislang bei PbtA gelesen habe. Letzteres leitet nämlich nicht aus Gemeinplätzen ab und macht was draus, sondern fügt sie bloß mit copy & paste ein. Mit Flags, die ich aus umfangreich beschriebenen Charakteren ableite (oder sogar gemeinsam mit den Spielern entwickele) habe ich eine deutlich bessere Grundlage, um Fan meiner SC zu sein und kann sie wesentlich präziser bedienen.

Die liefern halt unterschiedliche Hilfsmittel. Aus "Spielleiten" habe ich vor allem Ideen wie das "Bass Playing" mitgenommen, DW liefert mir Anregungen, um strukturiert darüber nachzudenken, wann ich als SL in welcher Weise aktiv eingreife.
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Offline Ginster

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #112 am: 15.11.2017 | 09:45 »
Das ist das Problem: es ist eine Liste. Andere Rollenspiele geben dir im SL-Kapitel Anhaltspunkte, wann bestimmte Techniken Sinn machen (bei richtig guten SL-Kapiteln "Sinn machen können") und wann nicht. PbtA sagt einfach "Wähle etwas aus dieser Liste aus und mach das - passt schon". Nur tut es das leider nicht. Nur weil die MC-Moves in der Mehrzahl der Rollenspielrunden vorkommen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch immer das Richtige(TM) sind.

Das ist die Inkonsequenz, die ich angesprochen habe: es wird zuviel Zeit auf das "Gerüst" verwendet und zu wenig damit, dass das Ganze auch mal Fleisch auf die Rippen kriegt. Und den Spielern auf die Frage "Warum hast du denn XY gemacht?" zu antworten "Weil das in dieser Liste stand", macht es auch nicht besser.

Also, die pbtA-Spiele, die ich kenne, erklären diese "Liste" schon recht ausführlich, teilweise auch mit vielen Beispielen (z. B. Urban Shadows). Und es wird in Dungeon World dutzende Male gesagt, dass sich der Move des SL stets aus der Fiktion, aus der Erzählung, ergeben soll. "Wähle einfach irgendwas aus dieser Liste, es passt schon" ist eine Aussage, die kein mir bekanntes pbtA-Spiel trifft. Diese "Kritik" zeugt meines Erachtens tatsächlich einfach von Unkenntnis, sorry. Und ich bin auch kein pbtA-Fachmann oder Fanboy.

fehlende/unfertige  Settings...

Das einem Spiel vorzuwerfen, das die gemeinsame Erschaffung der Spielwelt als Teil des Spiels betrachtet ist schon kurios. Stell dir vor, ich war letzt im Telekom-Shop und sie wollten mir keinen Salat verkaufen, erstmal ne schlechte Bewertung hinterlassen. Man muss ja nicht mögen, was pbtA da macht, man kann auch die Regeln dazu kritisieren (Die gemeinsame Erschaffung der Welt könnte in DW schon besser erklärt sein), aber hier einfach ein Feature zum Bug zu erklären, weil es dem persönlichen Spielstil nicht entspricht ist irgendwie total meh.

Offline Tyloniakles

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #113 am: 15.11.2017 | 10:30 »
Ich habe auch den Eindruck, hier werden größtenteils Dinge vorgeworfen, die PbtA-Spiele absichtlich so machen und die nur dem persönlichen Geschmack oder Spielverständnis widersprechen.

Der Probemechanismus ist absichtlich einfach gehalten. Die Welterschaffung passiert absichtlich am Spieltisch. Das macht das Spiel aus! Das ist okay so, wenn Ihr's nicht mögt, schade. Über Fallstricke, Widersprüche, Vermittlungsschwächen, "Bugs" sollte man hier reden. Am besten dann auch ganz konkret mit Seitenangabe, oder in welchem Spiel was genau fehlt o.ä.
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Offline Der Narr

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #114 am: 15.11.2017 | 10:40 »
Ich finde es unheimlich schwer, eine Runde zum Ausprobieren zu finden, das finde ich kritikwürdig :P.

BitD habe ich testen können, aber das ist ja eigentlich gar kein PbtA (z.B. anderer Probenmechanismus) und mich verwirrt immer, wieso das in dieselbe Ecke gestellt wird.

Die SL-Hinweise reichen von Allgemeinplätzen bis ganz gut. Ich schließe mich da aber an, dass man nicht alle PbtA-Spiele über einen Haufen werfen sollte. Von AW verstehe ich nicht mal, was mir der Klappentext sagen möchte, da habe ich mir das Spiel gar nicht erst angeguckt. Monster of the Week liest sich schon ganz ok, aber mir wurde beim Lesen ein bisschen langweilig. Als nächstes nehme ich mir mal Urban Shadows vor, ich bin gespannt.

Generell finde ich es schwierig, in einem Spiel den Ansatz Fiction First! mit so klar definierten Spielzügen in Einklang zu bringen. Da habe ich das Gefühl, etwas zu verpassen oder grundlegend nicht verstanden zu haben.
« Letzte Änderung: 15.11.2017 | 10:42 von Der Narr »
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Offline Ginster

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #115 am: 15.11.2017 | 11:01 »
Als nächstes nehme ich mir mal Urban Shadows vor, ich bin gespannt.

Eine gute Wahl, weil es gut erklärt und zu allem auch Beispiele liefert.

Generell finde ich es schwierig, in einem Spiel den Ansatz Fiction First! mit so klar definierten Spielzügen in Einklang zu bringen. Da habe ich das Gefühl, etwas zu verpassen oder grundlegend nicht verstanden zu haben.

Wenn die Fiktion es nahelegt, dass ich als SL etwas bestimmtes mache, dann mache ich das. Wenn man die Moves durchschaut, dann passt da auch immer einer, wenn man das definieren möchte. Meistens wird das aber eher unbewusst laufen. Mir persönlich hilft trotzdem oft ein Blick auf die SL-Moves, denn gerade wenn man permanent improvisiert, geht es mir persönlich so, dass ich da durchaus nicht immer an alles denke. Es gibt offenbar sehr gute SL hier im Faden, die sowas nicht nötig haben aber mir gibt ein Blick auf die böse "Liste" oft nochmal eine Anregung, an die ich vielleicht vorher nicht gedacht hatte. Da es hier um Sekunden am Spieltisch geht darf das auch nicht mehr sein als eine Liste. Ein Spickzettel.

Offline LushWoods

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #116 am: 15.11.2017 | 11:09 »
Generell finde ich es schwierig, in einem Spiel den Ansatz Fiction First! mit so klar definierten Spielzügen in Einklang zu bringen. Da habe ich das Gefühl, etwas zu verpassen oder grundlegend nicht verstanden zu haben.

Ich denke das passt schon so weil:
a) Die Moves zum größten Teil als Skelette verstanden werden sollten, auf die der Spieler oder MC erzählerisch das Fleisch draufpackt.
b) Moves nicht zwingend erfolgen müssen.

Kurz ein letztes mal zu der Optionalität der MC Moves. Ich glaub ich hab es jetzt schon drei oder viermal geschrieben, kann es sein das bestimmte Leute bestimmte Dinge hier einfach nicht lesen/verstehen wollen?
Der Eine hält sich daran, der nächste nicht und der übernächste zum Teil.
Ein Neuling-SL wird sich vermutlich eng daran halten, einer der 20 Jahre SL-Erfahrung auf dem Buckel hat möglicherweise eher nicht.
Aber funktionieren tut alles. Fertig.
Und ja, Sätze wie "Das sind die Regeln, aber jeder kann das daraus machen was er möchte." kommen in gefühlt 85% aller RPGs vor. Nur hier funktioniert das optionale Weglassen (und Hinzufügen!) von Teilen auch erstaunlich gut.
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #117 am: 15.11.2017 | 11:12 »
Und ich sage dir: So'n Rollenspiel muss ich nicht lesen. Geschweige denn kaufen.

Ja, aber scheinbar schon, sonst würdest du dich ja nicht Seiten-lang darüber aufregen, oder?  ;)
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #118 am: 15.11.2017 | 12:09 »
Ja, aber scheinbar schon, sonst würdest du dich ja nicht Seiten-lang darüber aufregen, oder?  ;)

Studienzwecke und geliehen... 8)

Hab ich doch gesagt: Gewogen, gemessen und für zu leicht befunden.

Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das hier ist der "Mecker-Thread". Und da darf ich sehr wohl sagen, dass ich ein Spiel Scheiße schlecht finde weil es Dinge (auf gewisse Arten) tut oder nicht tut. Ob es das absichtlich tut oder nicht, spielt dabei doch überhaupt keine Rolle. Nada. Null.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Wenn ich sage, ich finde den neuen Golf scheiße, dann würdet ihr doch auch nicht mit der Begründung widersprechen, dass der absichtlich so aussieht, oder? Wie hahnebüchen wäre das denn bitte? Mir ist schon klar, dass ein Golf einen Designprozess durchläuft und mir ist bewusst, dass technische Gründe da eine Rolle spielen. Und mir ist irgendwie auch klar, dass ein PTA nicht ein Resultat eines infinite monkey ist. So what? Mir gefällts nicht, ich finds doof und ich poste das in den entsprechenden "find ich doof thread" mit Meinen Gründen. Und die Gegenargumente (die hier übrigens gar nicht unbedingt hin gehören) sind für mich weder einheitlich noch irgendwie überzeugend. Ihr könnt das doch gerne toll finden. Ich nicht. Problem?

P.S.: Das mit dem Mecker Thread habt ihr bloß noch nicht nicht richtig verstanden.  >;D
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #119 am: 15.11.2017 | 12:15 »

Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das hier ist der "Mecker-Thread". Und da darf ich sehr wohl sagen, dass ich ein Spiel Scheiße schlecht finde weil es Dinge (auf gewisse Arten) tut oder nicht tut. Ob es das absichtlich tut oder nicht, spielt dabei doch überhaupt keine Rolle. Nada. Null.

Auf jeden Fall!
Aber ein Remmidemmi-Thread, in dem keiner widerspricht, macht auch nicht viel Remmidemmi, oder ...?
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #120 am: 15.11.2017 | 12:20 »
Da hast du natürlich auch wieder recht.
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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #121 am: 15.11.2017 | 12:24 »
Zitat
den miserablen Probenmechanismus, das Klassensystem, fehlende/unfertige  Settings...

Kannst du das konkretisieren.
Weil für mich ist ein Probenmechanismus gut wenn er durchgängig und einfach ist?
Weil für mich ist ein Klassensystem gut wenn meine Rolle im Spiel glar definiert ist und sich von den anderen Klassen abgrenzt?
Weil ich mich frage welches bestehende Setting ich denn mit pbta nicht bespielen kann so ich es denn möchte?

Offline Ginster

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #122 am: 15.11.2017 | 14:06 »
Unter "Kritik und Remmidemmi" verstehe ich persönlich schonungslose Kritik, die konstruktiv diskutiert wird. Was bringt mir ein Thread, in dem teils extrem subjektive, teils falsche Aussagen gesammelt werden. Was bringt das Mitlesenden, die pbtA noch nicht kennen? Die "Kritik" hier ist mE immer mehr ins reine "gefällt mir nicht, deswegen ist's sch***" abgeglitten.

Und ein Spiel, das kein fertiges Setting liefern will dafür zu kritisieren, dass es kein fertiges Setting liefert ist tatsächlich Zeitverschwendung auf allen Seiten.

Offline LushWoods

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #123 am: 15.11.2017 | 14:19 »
@HEXer

Ich hab dir das auch nicht abgesprochen, sondern explizit (auch im FATE Thread) geschrieben das ich sowas begrüße. Solange Fakten richtig wiedergegeben werden und man klar macht das es sich bei persönlichen Meinungen um persönliche Meinungen handelt.
Und ich finde das ist trotz allem Groll und Gemecker bei dir der Fall.

Andererseits muss aber auch, wie gesagt, erlaubt sein entsprechend zu antworten. Ansonsten muss jemand einen "Hier dürfen nur XY-System-Meckerer ihren Frust auslassen" Thread aufmachen.
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Offline LushWoods

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Re: [PbtA] Kritik und Remmidemmi
« Antwort #124 am: 15.11.2017 | 14:20 »
Und ein Spiel, das kein fertiges Setting liefern will dafür zu kritisieren, dass es kein fertiges Setting liefert ist tatsächlich Zeitverschwendung auf allen Seiten.

+1

Wo wir wieder bei meiner Kuchenmetapher und den "taktischen Kämpfen" wären.   :D
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