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Autor Thema: Artikel zu Diversität in Rollenspielen  (Gelesen 4043 mal)

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Offline Archoangel

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #125 am: 14.01.2018 | 10:54 »
Ich denke nicht, dass in "Cowboys vs. Aliens" REALISMUS die entscheidende Rolle spielt ...

Und natürlich: spielen kann man alles, wenn man das möchte. Aber nochmals: wenn ich "Dungeon of Doom" spiele, den lustigen Oneshot, bei dem es keine direkte Rede geben wird, NSCs die Typen sind, die man legen wird, es nur darum geht, dass die Spieler ihre Figuren à la Diablo in den Dungeon schicken um Monster zu legen und Schätze zu looten ... dann ist jegliche nähere Persönlichkeitsbeschreibung irrelevant. Klar kannst du dann auf deinen Charkterbogen schreiben: Veganer Frauenrechtler aus Buxtehude. Nur wird es keinerlei Relevanz haben. Und darum ging es.
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Offline Aendymion

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #126 am: 14.01.2018 | 11:02 »
@Archoangel: Genau, und das meint doch Roos, wenn sie schreibt, dass man das genau so machen kann (also wie dein „Dungeon of Doom“-Beispiel). Entscheidet man sich für so ein Spiel, kann es halt sein, dass manche Leute es dann zum Anlass nehmen könnten, sich aufzuregen, weil es wieder mal ne klassische Power Fantasy ist, die auf die von ihr als männlich identifizierten Stereotypien zurückgreift: Leute vermöbeln, um der Stärkste im Dungeon zu sein und Reichtümer anzuhäufen.

Geht ja gar nicht darum, dass man das nicht tun „darf“. Man blendet dabei eben einfach bestimmte Aspekte aus. Und vielleicht ist es manchmal interessant, sich zu vergegenwärtigen, wen oder was man ausblendet. Aber bevor das Argument wieder kommt: Es gibt Leute, die kein Bock auf diese Reflexion haben. Sind das dann schlechte Rollenspieler? Aus meiner Sicht nicht!
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 11:07 von Aendymion »

Offline Rhylthar

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #127 am: 14.01.2018 | 11:23 »
Zitat
@Archoangel: Genau, und das meint doch Roos, wenn sie schreibt, dass man das genau so machen kann (also wie dein „Dungeon of Doom“-Beispiel). Entscheidet man sich für so ein Spiel, kann es halt sein, dass manche Leute es dann zum Anlass nehmen könnten, sich aufzuregen, weil es wieder mal ne klassische Power Fantasy ist, die auf die von ihr als männlich identifizierten Stereotypien zurückgreift: Leute vermöbeln, um der Stärkste im Dungeon zu sein und Reichtümer anzuhäufen.
Und wie wir unter anderem hier festgestellt haben:
Nicht alle Männer und nicht nur Männer lassen sich unter dieser Fahne vereinigen. Und genau deswegen lehne ich diese Pauschalisierung ab und widme genau dieser Aufregung keine Aufmerksamkeit.

Wenn ein Verlag Spiele rausbringt wie etwa "Bluebeard´s Bride" oder ähnliches, halte ich das für begrüßenswert, auch wenn ich keinerlei Interesse an dem Spiel habe. Sich in der Breite aufzustellen, sprich verschiedene Zielgruppen anzusprechen, ist ökonomisch sinnvoll (wenn man sich nicht auf eine Nische spezialisieren will). Sollte aber ein Verlag entscheiden, dass er es, aus welchen Gründen auch immer, nicht macht, müssen auch keine Mistgabeln herausgeholt und Scheiterhaufen aufgestellt werden. Und das gilt ebenso für jede (Spiel-)Gruppe.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Offline Archoangel

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #128 am: 14.01.2018 | 11:28 »
@Aendymion:
Zurück zu den Ballspielen ... es gibt genügend Varianten von Rollenspiel in denen das, was du möchtest Sinn ergibt und auch Spaß machen kann, da es Relevanz hat. In diesen Varianten kann und soll man gerne darüber nachdenken. In allen Varianten in denen es keinen Mehrwert erzeugt bringt es auch nichts sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Meiner Meinung nach.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass z.B. du als Betroffener dir wünschen würdest, dass all diejenigen die nicht betroffen sind sich in allen Situationen ihres Lebens Gedanken darüber machen würden, wen oder was sie gerade jetzt ausblenden.
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Offline Archoangel

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #129 am: 14.01.2018 | 11:31 »
Und wie wir unter anderem hier festgestellt haben:
Nicht alle Männer und nicht nur Männer lassen sich unter dieser Fahne vereinigen. Und genau deswegen lehne ich diese Pauschalisierung ab und widme genau dieser Aufregung keine Aufmerksamkeit.

Wenn ein Verlag Spiele rausbringt wie etwa "Bluebeard´s Bride" oder ähnliches, halte ich das für begrüßenswert, auch wenn ich keinerlei Interesse an dem Spiel habe. Sich in der Breite aufzustellen, sprich verschiedene Zielgruppen anzusprechen, ist ökonomisch sinnvoll (wenn man sich nicht auf eine Nische spezialisieren will). Sollte aber ein Verlag entscheiden, dass er es, aus welchen Gründen auch immer, nicht macht, müssen auch keine Mistgabeln herausgeholt und Scheiterhaufen aufgestellt werden. Und das gilt ebenso für jede (Spiel-)Gruppe.

Komisch eigentlich, dass sich bei diesem Monster-RPG in dem alle Charaktere pubertierende Teenager spielen müssen, die zumindest latent bisexuell sind, keiner darüber aufregt, dass das den Heten gegenüber diskriminierend ist ... da heißt es dann: spiel halt ein anderes Rollenspiel du Intoleranter, du.
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Offline Rhylthar

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #130 am: 14.01.2018 | 11:48 »
Komisch eigentlich, dass sich bei diesem Monster-RPG in dem alle Charaktere pubertierende Teenager spielen müssen, die zumindest latent bisexuell sind, keiner darüber aufregt, dass das den Heten gegenüber diskriminierend ist ... da heißt es dann: spiel halt ein anderes Rollenspiel du Intoleranter, du.
So würde ich das nicht zwangsläufig sehen. Monsterhearts muss man es (glaube ich) nicht, es ist ein Kann (für den einzelnen Spieler).

Viel entscheidender ist, wie wird mit Spieler*innen umgegangen, die dieses Rollenspiel ablehnen, aus welchen Gründen auch immer. Ob da dann direkt die "Diskriminierungs"-Keule gezogen wird.
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"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Offline Aendymion

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #131 am: 14.01.2018 | 11:53 »
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass z.B. du als Betroffener dir wünschen würdest, dass all diejenigen die nicht betroffen sind sich in allen Situationen ihres Lebens Gedanken darüber machen würden, wen oder was sie gerade jetzt ausblenden.

Nee, ganz sicher nicht. Was ich mir wünsche ist, dass sich Menschen, die sich nie mit diesen Themen beschäftigen (müssen), sich kurz über ihre Position bezüglich des Themas Gedanken machen. Und das ist ja passiert, wie man an den Threads hier im Forum und den vielen Antworten darauf sehen kann.

Offline Ifram

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #132 am: 14.01.2018 | 12:00 »
Komisch eigentlich, dass sich bei diesem Monster-RPG in dem alle Charaktere pubertierende Teenager spielen müssen, die zumindest latent bisexuell sind, keiner darüber aufregt, dass das den Heten gegenüber diskriminierend ist ... da heißt es dann: spiel halt ein anderes Rollenspiel du Intoleranter, du.
Ich kenne das Spiel nicht, darum frage ich mal nach.
Sollen erwachsene Mensch darin die sexuellen Präferenzen Minderjähriger ausspielen?
Wie wird durch das Spiel unterstützt, dass es nicht zumindest schräg wirkt?


@Aendymion: Wären deine bisherigen Beiträge nur so beschaffen wie die letzten, hättest du sicher mehr Leute positiv erreicht. Insbesondere im folgenden Zitat kommst du nicht mehr zwingend, drängelnd und quengelnd sondern als viel sympathischerer Botschafter rüber und wirkst so um Längen einladender, was der Sache weit besser dient. Danke!

Geht ja gar nicht darum, dass man das nicht tun „darf“. Man blendet dabei eben einfach bestimmte Aspekte aus. Und vielleicht ist es manchmal interessant, sich zu vergegenwärtigen, wen oder was man ausblendet. Aber bevor das Argument wieder kommt: Es gibt Leute, die kein Bock auf diese Reflexion haben. Sind das dann schlechte Rollenspieler? Aus meiner Sicht nicht!
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 12:07 von Ifram »

Offline JollyOrc

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #133 am: 14.01.2018 | 12:07 »
Ich kenne das Spiel nicht, darum frage ich mal nach.
Sollen erwachsene Mensch darin die sexuellen Präferenzen Minderjähriger ausspielen?
Wie wird durch das Spiel unterstützt, dass es nicht zumindest schräg wirkt?
Das Spiel setzt den Charakteren explizit keine sexuelle Präferenz. Allerdings ist es Teil des Spielfokus, dass man eben gerade heranwächst und sich finden muss, dass man unsicher ist, dass man maximal eine Ahnung hat, was und wenn man toll findet.

Dazu legt einem das Spiel dann Steine und Hindernisse in den Weg, einer davon ist, dass es den "Turn someone on" move gibt. Ist der erfolgreich, ist das Gegenüber eben Heiss auf Dich. Ob sie daraus etwas machen wollen, können und müssen sie selbst entscheiden. Und die Entscheidung kann auch sein: "das verwirrt mich jetzt und ich will eigentlich nichts von Leuten dieses Geschlechts, also err.. ciao!"
Ich mache Tipp- und Schreibfehler und korrigiere diese wenn ich sie (auch gerne noch Monate später) sehe. Daher sind meine Posts häufig editiert. :)

Offline Irian

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #134 am: 14.01.2018 | 12:36 »
Komisch eigentlich, dass sich bei diesem Monster-RPG in dem alle Charaktere pubertierende Teenager spielen müssen, die zumindest latent bisexuell sind, keiner darüber aufregt, dass das den Heten gegenüber diskriminierend ist ... da heißt es dann: spiel halt ein anderes Rollenspiel du Intoleranter, du.

Vergleich das doch mal mit Hollywood: Ein Film mit einem harten, männlichen, hetereosexuellen, weißen Hauptdarsteller, kaum Frauen in Sprechrollen und natürlich kriegt der Held die Frau am Ende, muß kein Problem sein. Für sich selbst, völlig neutral betrachtet, also z.B. wenn ansonsten alle Filme rund herum gut ausgeglichen wären, wäre so ein Film überhaupt kein Streß. Zum Problem wird es erst, wenn solche Filme der Normalfall werden und weiße männliche heterosexuelle Helden, betrachtet über alle Filme, überproportional oft auftreten, während andere Gruppen - auch weit über ihre Verteilung in der Bevölkerung hinaus - ausgeblendet werden. Das ist eben das systematische daran.

Dementsprechend, nein, ein Setting wo das mal umgedreht wird, ist nicht diskriminierend.
Hinweis: Wenn ich schreibe "X ist toll" oder "Y ist Mist", dann ist das meine persönliche Meinung und beinhaltet keinerlei Aufforderung, X zu kaufen oder Y zu boykottieren. Im Zweifelsfall denkt euch einfach vor jeden Satz "Meiner Meinung nach..." dazu. Und nur weil ihr X für schlecht und Y für toll findet, bedeutet das nicht, dass wir uns nun hassen müssen. Jedem das seine. Ansonsten stehe ich für Duell-Forderungen (oder auch "drüber reden") jederzeit per PM zur Verfügung.

trendyhanky

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #135 am: 14.01.2018 | 12:42 »
Zitat
Dementsprechend, nein, ein Setting wo das mal umgedreht wird, ist nicht diskriminierend.

Vor allem, habt ihr jemals in ner Runde gesessen, plötzlich die Würfel beiseite gelegt und gesagt "Hey Leute, ist das eigentlich für eine Minderheit diskriminierend was wir hier machen? Verstößt es gegen irgendwelche Diversity-Richtlinien?"


Offline Maarzan

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #136 am: 14.01.2018 | 12:43 »
Es gibt Settings/Bücher/Filme, die "undivers" sind. Das ist denke ich keinProblem, solange es andere, ausgelichenere oder andere Ausschnitte beleuchtende Werke gibt.

Und dann gibt es Werke, die über das darstellende Maß hinausgehen und auch bei neutraler Betrachtung den Eindruck erwecken der Zielgruppe aktiv einen reinwürgen zu wollen bzw. den Inhalt zusätzlich einschlägig bewerten. Und das ist ganz unabhängig von den Ausweichalternativen deutlich zweifelhaft.

Vor allem, habt ihr jemals in ner Runde gesessen, plötzlich die Würfel beiseite gelegt und gesagt "Hey Leute, ist das eigentlich für eine Minderheit diskriminierend was wir hier machen? Verstößt es gegen irgendwelche Diversity-Richtlinien?"

Macht das dann typischerweise nicht ein Beteiligter, der sich für so eine Minderheit hält?
In einer rein einheitsfarbenen Gruppe wird z.B. es wohl trotz aller Diversität schwer werden Andersfarbigen das Leben zu erleichtern - alleine weil schon keine da sind, die das schätzen könnten.
Wie anderswo schon gesagt: der Inhalt ist doch eigentlich zweitrangig. Die praktischen Probleme wären doch wohl wenn auf der Spielerebene zu lokalisieren, oder?

« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 12:47 von Maarzan »
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Offline Chruschtschow

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #137 am: 14.01.2018 | 12:59 »
@Monster Hearts:
Wobei die Sexualität nach meinem Eindruck eher das Niveau von "O.C. California", " One Tree Hill", "Dawson's Creek", " Gossip Girl" etc. haben. Halt typische Coming-of-age-Sachen, in der schöne 20-Jährige verstörte 16-Jährige am Übergang vom jugendlichen zum junge Erwachsenen spielen. Monster Hearts schnappt sich ein Genre, das das auch klassischerweise als zentrales Thema hat (Coming of Age) und stopft Monster mit rein, die eben in ihrer Monströsität mit Genre-Archetypen korrelieren (z.B. Banshee und Emo). Sexuelle Orientierungslosigkeit ist dann halt Thema.

Wenn ich mir das Feld mit dem Alter bei vielen anderen Rollenspielen anschauen, sind die jungen, frischen Schwert- und Zauberstabschwinger oft davon auch nicht so weit weg. Die werden wieder mit recht hoher Frequenz nach durchstandenem Abenteuer zum Verprassen der Beute ins nächste Hurenhaus zu Wein, Weib und Gesang geschickt werden. Zumindest so oft, dass es ein Standardklischee ist. Sexuelle Freizügigkeit recht junger Menschen ist also eh schon ein Ding im Rollenspiel. Monster Hearts thematisiert dann eben die Sexualität junger Menschen deutlich zentraler. Klar kann die einzelne Gruppe das als Anlass zum fiktiven Rudelbumsen nehmen, wahrscheinlicher - und systemseitig eher unterstützt - ist aber ein bisschen reflektierterer Umgang mit Sexualität.

Und Sexszenen kann man auch in Monster Hearts wunderbar mit Fade Out behandeln. Für das Spiel interessanter ist das Seelenleben der Figur am Tag danach.

Dass alle Figuren bi sind, ist Unfug. Das ist so, als würde man den Standard-Klischee-Kuss aus so vielen Serien und Filmen zwischen dem heterosexuellen Jungen und dem homosexuellen Jungen, den zweiterer ersterem gibt und der ersteren verwirrt zurück lässt, als Anlass nehmen zu behaupten, die Serien-/Filmautoren würden propagieren, dass alle BI sind. ::)

@Archoangel:
Und nein, das muss nicht jeder spielen. Ich zwinge auch nicht alle dazu Fate zu spielen. Sehr wohl rege ich mich aber auf wenn sich Leute hinstellen und sagen: "Das brauchen wir nicht." Das ist halt der Unterschied dazwischen eine Wahlmöglichkeiten anzubieten oder Wahlmöglichkeiten zu verwehren, weil sie dem eigenen Geschmack nicht entsprechen. Das Anbieten einer weiteren Wahlmöglichkeit kann ich nur schwer als Diskriminierung einordnen.
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 13:12 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Aendymion

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #138 am: 14.01.2018 | 13:06 »
Es gibt Settings/Bücher/Filme, die "undivers" sind. Das ist denke ich keinProblem, solange es andere, ausgelichenere oder andere Ausschnitte beleuchtende Werke gibt.

Und dann gibt es Werke, die über das darstellende Maß hinausgehen und auch bei neutraler Betrachtung den Eindruck erwecken der Zielgruppe aktiv einen reinwürgen zu wollen bzw. den Inhalt zusätzlich einschlägig bewerten. Und das ist ganz unabhängig von den Ausweichalternativen deutlich zweifelhaft.

Ich frage mich, ob es nicht sozusagen manchmal des "Übertreibens" bedarf, um sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Das geht jetzt tatsächlich sehr weit in die gesellschaftskritische Ecke, aber ich hab das Gefühl, dass es manchmal eines lauten Protests z.B. in Form von Demonstrationen kommen muss, damit sich gesamtgesellschaftlich am Ende was bewegt. Der Feminismus und dessen Vertreter haben ja auch nicht höflich und mit viel Rücksicht auf die Männer um mehr Gleichberechtigung gebeten. Der Christopher-Street-Day ist auch kein leises Gartenfest mit seriös gekleideten und unauffälligen Menschen. Ob es ohne diese lauten Aktivisten gesellschaftlich so weit gekommen wären?

Aus diesem Grund ist es mir lieber, es gibt auf dem inzwischen großen breiten Markt ein Spiel, das ein Thema deutlich und ohne Kompromisse ins Rampenlicht rückt. Bluebeard's Bride fällt mir dazu ein. Hat man Bock, ein Spiel zu spielen, in dem man sich ausschließlich mit (vorgeblich) weiblichen Horrorthemen auseinandersetzt? Man wird vom Spiel gezwungen, einen Teil einer weiblichen Persönlichkeit zu spielen. Und man hat nichtmal die Möglichkeit, es den "Kerlen" am Ende zu zeigen. Das ist alles extrem bevormundend und einschränkend. Aber die Existenz des Spiels führt vielleicht dazu, dass jemand eben jenen Macht-Konflikt, der in dem Spiel thematisiert wird, für sich persönlich reflektiert. Deshalb halte ich die Existenz solcher Spiele für gesellschaftspolitisch relevant.

Offline Maarzan

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #139 am: 14.01.2018 | 13:23 »
"Laut" oder gar nur "focusiert" ist ja noch einmal etwas anderes als "aggressiv" oder gar "bösartig".

Letztlich ist es ja auch eine Frage der Intention.

Will ich erst einmal nur allgemeine Aufmerksamkeit? Dann reicht erst einmal "laut" oder eiennbestimmten Fokus setzen. (wobei es dann halt immer noch abgewogen werden, muss gar schon bei neutralen Personen unangemessen rüber zu kommen, die man ggf noch für sich gewinnen will)

Oder will ich schon wen überzeugen? Dann muss man den auch da abholen, wo er gerade ist und Vorwürfe, ggf gar überzogene Vorwürfe führen üblicherwiese zu verfestigten Verweigerungshaltungen. So kann man nicht jeden abholen, aber zumindest bei denen, wo man es versuchen will, kommt es auf saubere Methodik und Authentizität an. Verarscht werden will so ziemlcih keiner.

Bliebe noch die letzte, unlautere Variante:
Man schreit laut genug und mit entsprechend sozial gedeckten Schlagworten und versucht alle Andersdenkenden dann mit sozialem Druck aus der Diskussion zu verbannen und so zumindest die öffentliche Meinungshoheit zu erlangen.
Dann ist die nächste Frage: Was passiert dann in den Nischen abseits der öffentlichen Wortkontrolle?
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Offline Chruschtschow

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #140 am: 14.01.2018 | 13:30 »
Relativ oft redet wird "Laut" oder "focusiert" dann halt auch "aggressiv" oder "bösartig" gehört. Es hängt ja nicht nur am Sender. Da will die eine Seite endlich mal auch gesehen und beachtet werden und die andere sieht das dann als Bedrohung und Ablehnung des Alten, obwohl es ersteren eigentlich nur darum geht, auch mal wahrgenommen zu werden. Die eine Seite will natürlich hören, dass sie nicht einfach jetzt nur noch als das Alte verworfen wird, während die anderen noch den Eindruck haben sich abzustrampeln, um endlich mal auf Augenhöhe zu kommen.

Es können halt beide Seiten kräftig überdrehen. Wer den Feminismus mit einer Schwanz-ab-Kampagne vorantreiben will, ist wahrscheinlich nicht so weit weg von jemandem, der jedes feministische Modell im Computerspiel zu verhindern versucht, weil es ja seine Spiele kaputt macht. Beide übertreiben. Gleichzeitig ist auch nachvollziehbar, dass eine Seite irgendwann lauter wird, wenn die andere dauernd die Finger im Ohr und hat und singt: "Lalala, ich kann dich nicht hören." Mal völlig unabhängig davon, welche Seite in welcher gesellschaftlichen Frage das gerade macht.
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 13:37 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #141 am: 14.01.2018 | 13:53 »
Die Aktivisten der Gegenseite wird man eh seltenst ereichen können.
Aber mit einem entsprechen harten oder auch unglaubwürdigen Auftritt kann man auch diejenigen verprellen, die man eigentlich noch zu erreichen hoffte.

Wobei da vielleicht schon ein Punkt ist, der vor der Kampagne genauer geklärt werden müsste, bzw. woran die Rezeption hapert:
Was und wen will man nun eigentlich wirklich erreichen?

Klar hier ginges zunächst au die Designer, aber die sind ja nur Mittel zum Zweck. Am Ende zählt ja doch der Spieler/Spieltisch oder? Und da sehe ich keine klare Zielgruppe. Spontane Vermutungen:

1) Soll es der Minderheitsspieler sein, der in seiner Gruppe unterstützt werden saoll? (So wie die Fäden: Wie bekomme ich meine Gruppe mehr zu Stil X hin?)

2) Sollen mehr Nichtspieler gewonnenn werden durch entsprechende Berücksichtigung von Minderheitswünschen?

3) Sollen bestehende Spieler/Runden erzogen werden, ganz unabhängig von der akuten Spielbeteiligung von Minderheiten?
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Offline Aendymion

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #142 am: 14.01.2018 | 14:28 »
Zum Thema Zielgruppe zitiere ich mal Asa Roos:

We get bombarded with media that play on the stereotypes, the assertive and risk taking man. The agreeable and empathetic woman. This is also yet another reason why representation is so very important. As marginalized groups within gaming – be it persons of color, women, LGBTQAI-persons or those with alternative functionality – we continuously see the same stereotypes repeated over and over. For us to feel and be empowered, those stereotypes must be altered, or at least diluted. Playing the same oppression over and over isn’t fun. But it will – as Cordelia Fine points out – make those implicit associations even stronger. [...] Because we live in societies that tell us – through commercials, through conversations, yes – even through role-playing games – what we are supposed to be, expected to be, we’re not really free at all. If we are continuously told that women are less assertive then yes, it will become a self fulfilling prophecy. Again, this is why representation is so important.

Ich würde daher eine weitere Zielgruppe zu den von Maarzan aufgeführten hinzufügen:

4) Menschen, die aktiv etwas tun wollen gegen die Aufrechterhaltung von Stereotypen, Klischees und Vorurteilen gegenüber Benachteiligten. Und folgt man der o.g. Argumentation, kann auch bereits eine SL innerhalb einer Spielerrunde zuhause Einfluss darauf nehmen, dass "implicit associations" nicht bestätigt und dadurch weiter verbreitet werden. Man fügt seinem "unbewussten Kreativitätspool", aus dem unser Hirn automatisch Urteile über Dinge, die wir wahrnehmen, bildet, ein paar Aspekte hinzu.

Auch hier wieder: Das muss niemand in seiner Spielrunde tun. Wer nach einem Weg sucht, um etwas für Akzeptanz und Gleichberechtigung zu tun, kann auch gegen Rassismus auf die Straße gehen, sich in Initiativen für Lohngleichheit von Frauen und Männern engagieren oder mit seinen Kindern zum CSD gehen.

Wer nichts aktiv für diese Themen tun möchte, ist schlicht und einfach vielleicht nicht die Zielgruppe dieser Artikel bzw. meines Threads.
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 14:30 von Aendymion »

Offline Issi

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #143 am: 14.01.2018 | 14:32 »
....und was passiert wenn ich in der Zeit  einfach nur "Mensch Ärgere Dich nicht "spiele ?
Das Spiel hat sicherlich auch eine Art Lerneffekt- Nämlich verlieren lernen.
Aber ansonsten kratzt es keine Gesellschaftlichen oder Politischen Themen.

Viele Spiele tun das bewusst nicht. Auch Rollenspiel ist erst Mal vor Allem eines- Ein Spiel. Eine zwanglose Freizeitbeschäftigung.
Dafür muß der Spielleiter die vorhandenen Regeln kennen und das Spiel in erster Linie gut moderieren können.
Er nimmt für die Dauer des Spiels zwar eine bestimmte Rolle ein, aber er ist nicht derjenige, der ein bestimmtes Experiment durchführt.
Ziel ist in Erster Linie- Gute Unterhaltung und Spaß. Lerneffekte für das Reallife sind bestenfalls ein Nebeneffekt.


Natürlich werden Rollenspiele auch in der Pädagogik oder Therapie eingesetzt, um Sichtweisen zu verändern oder bewusst einen besonderen Lerneffekt zu erzielen.
Das ist dann aber auch  ein anderer Kontext als Freizeitspiel. Es braucht dafür auch einen "Spielleiter" oder Therapeut, der die Erlebnisse des Spiels mit den Teilnehmern gemeinsam verabeiten kann und ihnen hilft ihre Erlebnisse zu sortieren bzw. zu reflektieren. Kurz geschulte Personen.
Das Ziel ist hier auch ganz klar der Lerneffekt (Für das Reallife), und nicht die Unterhaltung wie im Freizeitspiel.


Dass Rollenspiele  mehr können, als gut unterhalten, ist, denke ich, unumstritten. Es gibt allerdings keinerlei Anspruch darauf, dass sie das müssen. Gerade dann nicht, wenn es sich um Freizeit-Rollenspiele handelt.
Daher gibt es hier  erst Mal weder ein Muß noch ein schlechtes Gewissen für Runden die beschließen- "Wir wollen halt einfach - "Popkorn-Rollenspiel."
"Ob wir jetzt lieber Siedler spielen, Pokern, oder ein paar Monster klopfen ist unsere Privatsache. Und hat auch nichts damit zu tun, ob wir uns sonst  im Reallife mit ernsten Themen beschäftigen wollen oder nicht. Denn Reallife ist Reallife. Und Spiel ist Spiel."

Diversitäten mehr im Freizeitspiel einzubauen, passiert also wenn dann nur, auf freiwilliger Basis der Spiel- Teilnehmer. Das fängt schon bei der Wahl des Systems und dessen Umsetzung an. Und spiegelt sich auch in den Themen der gekauften oder selbstgeschriebenen Abenteuer wieder.
Ein konstruktiver Aufruf, kann wenn dann nur  sein : Hey, ich habe folgendes probiert und damit gute Erfahrungen gemacht. Wie geht es euch damit? Was habt ihr für Erfahrungen?
Wollt ihr das auch mal mehr beherzigen und einbauen?
 -Ja?-Finde ich toll.  Würde mich sehr freuen.
Nein? -Das ist für mich auch OK. (Ohne versteckten Vorwurf oder Unterstellungen)

Was Verlage betrifft im Allgemeinen- Egal ob Buch oder Spiel- Das wichtigste ist die Zielgruppe, zu wählen. Das Produkt wird dann auf die entsprechende Zielgruppe zugeschnitten.
Und diese Zielgruppen sind teilweise recht unterschiedlich.
Bei den meisten Spielen gibt es bsp. extra keine Vorgaben bzgl. Sexuelle Orientierungen. Ich vermute einfach deshalb, weil man das den Spielern wenn dann selbst überlassen will. Und nicht weil man das Thema bewusst ausblendet.
Je weniger Vorgaben man macht, desto mehr Spieler (egal welcher Orientierung) werden sich angesprochen fühlen. Und desto einfacher lässt sich ein System mMn. auch auf die persönlichen Vorlieben anpassen.



« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 14:34 von Issi »

Online D. Athair

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #144 am: 14.01.2018 | 14:39 »
Ich frage mich, ob es nicht sozusagen manchmal des "Übertreibens" bedarf, um sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Das geht jetzt tatsächlich sehr weit in die gesellschaftskritische Ecke, aber ich hab das Gefühl, dass es manchmal eines lauten Protests z.B. in Form von Demonstrationen kommen muss, damit sich gesamtgesellschaftlich am Ende was bewegt. Der Feminismus und dessen Vertreter haben ja auch nicht höflich und mit viel Rücksicht auf die Männer um mehr Gleichberechtigung gebeten. Der Christopher-Street-Day ist auch kein leises Gartenfest mit seriös gekleideten und unauffälligen Menschen. Ob es ohne diese lauten Aktivisten gesellschaftlich so weit gekommen wären?
Das ist ne ganz wichtige Frage. Denn damit verbunden ist, ob die Übertreibung nicht ihrerseits diskriminierend wirkt (z.B. indem chronisch Kranke, Opfer weiblicher Gewalt, ... auf ihr Privileg als weißer, heterosexueller Mann reduziert werden) ... und damit direkt den Backlash mitproduziert.
Dazu kommt: Übertreibung ist nicht ehrlich - und wenn das andere Menschen merken?

Die Frage, ob der Einsatz für die eigene Sache, der Kampf für und das Durchsetzen der eigenen Rechte besser oder schlechter gelingt, wenn er gegen Personen und Gruppen (und nicht bloß gegen Strukturen, ...), ist mMn ne ganz wichtige.
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 14:42 von D. Athair »
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trendyhanky

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #145 am: 14.01.2018 | 14:46 »
Zitat
Ich frage mich, ob es nicht sozusagen manchmal des "Übertreibens" bedarf, um sich für Gleichberechtigung einzusetzen.

Bitte nicht falsch verstehen, aber...

Ich frage mich eher, ob man diese "gesellschaftspolitische" Energie unbedingt in ein individualistisches, privates Hobby wie RPG schießen muss. Ein Hobby, das von Eskapismus, Spaß, (Spiel-)Freundschaften lebt und wo nur die eigene Fantasie die Grenze setzt

Ist irgendwie das falsche Feld. Solche Debatten sind eher was für die "echte" Welt, die Straße, die Welt da draußen
Aber mir ist schon bewusst, dass es "einfacher" is sich das harmlose Freizeit-Eskapisten-Hobby RPG rauszusuchen als die Debatte dort zu führen, wo es wirklich not tut

Offline Chruschtschow

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #146 am: 14.01.2018 | 14:46 »
Das ist ne ganz wichtige Frage. Denn damit verbunden ist, ob die Übertreibung nicht ihrerseits diskriminierend wirkt (z.B. indem chronisch Kranke, Opfer weiblicher Gewalt, ... auf ihr Privileg als weißer, heterosexueller Mann reduziert werden) ... und damit direkt den Backlash mitproduziert.
Dazu kommt: Übertreibung ist nicht ehrlich - und wenn das andere Menschen merken?

Die Frage, ob der Einsatz für die eigene Sache, der Kampf für und das Durchsetzen der eigenen Rechte besser oder schlechter gelingt, wenn er gegen Personen und Gruppen (und nicht bloß gegen Strukturen, ...), ist mMn ne ganz wichtige.

Die Fragen hören da nicht auf. Ergänze solche Dinge wie: Ist Einsatz für die Sache anderer denn tatsächlich der Angriff auf meine Sache, den ich wahrnehme? Vieler dieser Dinge sind ja kein Nullsummenspiel. Nur weil ich plötzlich schwarze Menschen in meinem Spiel drin habe, sind nicht alle weißen weg. Nur weil Frauen Schwerter schwingen, dürfen Männer nur noch in knapper Kleidung auf Tischen tanzen oder Bierkrüge umher tragen. ;)

Und ob das freundliche Nachfragen weiterhilft, können dir die Aufsichtsräte und Vorstände deutscher DAX-Unternehmen sicher besser erzählen. ::)

@Hanky-panky:
Für Designer? Klar. Warum nicht? Das sind wichtige Multiplikatoren. Und übrigens wird die Debatte auch da geführt, wo es not tut. Dass manche Menschen anscheinend die Energie in dieses Spartenhobby schießen, könnte auch darauf hindeuten, dass man die Energie reinschießen kann. Muss? Nur weil man nicht muss, heißt das ja nicht, dass man nicht kann.
« Letzte Änderung: 14.01.2018 | 14:50 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Rhylthar

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #147 am: 14.01.2018 | 14:49 »
Zitat
Und ob das freundliche Nachfragen weiterhilft, können dir die Aufsichtsräte und Vorstände deutscher DAX-Unternehmen sicher besser erzählen. ::)
Andersherum kann man natürlich auch fragen, warum ein Mann kein Gleichstellungsbeauftragter werden darf.  ;)

Edit:
Bzw. noch nicht mal mitwählen darf.
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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #148 am: 14.01.2018 | 14:51 »
@  Chruschtschow: Ich finde die Bezüge zwischen meinem und deinem Beitrag nicht.
Kannst du sie erklären?
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Offline Ifram

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Re: Artikel zu Diversität in Rollenspielen
« Antwort #149 am: 14.01.2018 | 14:51 »
Oder will ich schon wen überzeugen? Dann muss man den auch da abholen, wo er gerade ist
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