Tanelorn.net

Autor Thema: Green Goblins Rezensionen  (Gelesen 556 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Green Goblin

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 562
  • Username: Green Goblin
Green Goblins Rezensionen
« am: 1.05.2018 | 20:52 »
Green Goblins Rezensionen 1. Teil: "THE TOMB OF CARAGTHAX THE REAVER" revised

Titel: THE TOMB OF CARAGTHAX THE REAVER (revised)
Autoren: Brian Berg, PJ Harn, and Tom Phillips
Verlag: Total Party Kill Games
Seitenanzahl: 43
Format: PDF
Spielsystem: Pathfinder
Stufen: 3 - 7, optimal für 5. Stufe

Spoiler! Als (potentieller) Spieler bitte nicht lesen!

Zusammenfassung: Das Abenteuer „The Tomb of Caragthax revised“ ist ein Dungeoncrawl mit einigen Horrorelementen. Das Abenteuer lag, als eines der ersten Produkte des Verlags Total Party Games, wohl schon in einer kürzeren Version vor. Diese kenne ich jedoch nicht und kann deshalb auch keinen Vergleich der beiden Versionen anstellen. Das namensgebende Grab ist der kleine Dungeon (20 Räume auf 2 Ebenen), der in diesem Szenario von den Charakteren erforscht werden kann.

Die Horrorelemente bestehen in wesentlichem in den den Dungeon bevölkernden Untoten und Monstern - unter anderem ein von Ghoulen getötetes, angefressenes Kind, das durch das Ghoulfieber als Ghast zurückgekehrt ist - und dem Thema des Komplexes an sich: eben Untote und auch noch eine dämonische Wiedererweckung des fürchterlichen Caragthax. Auch die ausgewählten, teilweise harte Konsequenzen auslösenden Fallen des Dungeons sowie Fähigkeiten der Gegner tragen zu dem Gefühl des Horrors für die Charaktere bei.

Das Abenteuer beginnt generisch, die üblichen Aufhänger für die Charaktere werden geboten: Die Helden sollen ein verschwundenes Kind und dessen ebenfalls verschwundene Rettungstruppe aus einem uralten Hügelgrab retten, die Helden entdecken das Grab auf der Durchreise selber und werden neugierig und zu guter Letzt die Helden werden von einem Gelehrten, der zum Thema finstere Eroberer aus finsteren Zeiten forscht, beauftragt, das garstige Grab des gruseligen Caragthax zu erkunden.
Das Szenario beginnt also auf einem Hügelgrab, auf dem sich ein alter Steinkreis befindet. Durch eine erst jüngst entstandene Öffnung gelangen die Charaktere auf die erste Ebene des Dungeon. Dort erwartet sie ein Monster mit der Fähigkeit sämtliche Anwesende wegteleportieren zu können. Soweit dies funktioniert, die Charaktere können dem Ansinnen mittels gelungenem Rettungswurf widerstehen, finden sich die Charaktere wahrscheinlich einzeln in dafür vorgesehenen Zellen, in den sie je ein sehr hungriger Ghoul in der Dunkelheit erwartet, wieder. Dieser erste Kampf hat es in sich, die (Kampf-) Szene entwickelt sich durch die Entscheidungen der Charaktere fort. Am Ende der Szene steht dann noch der Kampf gegen den als Cainwight wiedererwachten Caragthax.
Ist dieser besiegt, werden die Charaktere auf die zweite Ebene des Dungeon befördert und müssen nun einen Ausweg aus dem Grab finden und außerdem noch die Rückkehr des Caragthax verhindern, der drauf und dran ist, als Dämon Unglück und Leid über die Welt zu bringen. Jetzt den Weg wieder nach draußen zu finden, ist nicht schwer, leider haben die Charaktere nämlich kaum Wahlmöglichkeiten in Bezug auf ihren Weg, letztlich ist fast das gesamte Verlies ein Schlauch. Aber die einzelnen Räume zum Ausgang hin zu bewältigen, ist ziemlich schwer. Vor den Charakteren stehen einige Herausforderungen, fiese Fallen und taktisch gut positionierte Gegner machen den Helden das Überleben nicht gerade einfach, auch wenn die Charaktere am Beginn der Erforschung der zweiten Ebene einige sehr nützliche und potentiell charakterrettende Hinweise sammeln können. Zur Bewältigung des Endkampfes kann die Abenteuerergruppe auch noch das mächtige Schwert des ehemaligen Erzfeindes von Caragthax erlangen. Mit dessen Hilfe, taktischem Geschick und einigem Glück lässt sich dieser Kampf gewinnen, es besteht jedoch durchaus die Möglichkeit, dass das Modul dem Verlagsnamen alle Ehre macht.
Das PDF ist Schwarz auf Schmutzig-Weiß gesetzt ist. Artwork und Karten sind ebenfalls Schwarz-Weiß, in realistischem Stil wie mit Tusche gezeichnet. Das Cover ist im selben Stil, aber farbig gehalten.

Bewertung: Negativ bewerte ich vor allem die fehlenden Wahlmöglichkeiten der Charaktere im Dungeon, sowohl was den Umgang mit Begegnungen angeht (Kampf ist eigentlich immer die einzige Möglichkeit), als auch in Bezug auf die schlauchförmige Form des 2. Level des Dungeons.
Eher negativ bewertete ich die von den Charakteren aufzufindende obligatorische Wunderwaffe, die fast einzig und allein dazu dient, den schwierigen Endkampf etwas für die Charaktere zu erleichtern. Aus der weltinternen Logik macht es für die bösen Kultisten und ihren dämonischen Anführer nun ja gar keinen Sinn, das Mittel zu seiner Vernichtung ausgerechnet da aufzubewahren, wo es ihm am schnellsten gefährlich werden kann.
Gut gefallen haben mir die taktischen Herausforderungen im Verlies, die Monster sind divers und erfordern zum Besiegen durchaus mehr als nur Draufhauen. Auch die Fallen machen Spaß (jedenfalls dem Spielleiter) und erfordern die Ideen der Spieler zur Lösung der teilweise ziemlich haarigen Situationen.
Sehr gut gefallen haben mir die Zeichnungen und Karten. Ich mag diesen realistischen Tuschezeichenstil sehr. Die Bilder transportieren den durch die Umgebung des Grabes selbst und die Untoten ausgelösten Schrecken für mich ziemlich gut. Die beiden Karten sind vernünftig lesbar und ergeben zusammen mit den jeweils guten Raumbeschreibungen ein rundes Bild, welches man den Spielern gut beschreiben kann. Die Fallen und Begegnungen werden nachvollziehbar und hilfreich beschrieben, Hinweise der Autoren auf manche Besonderheiten sind in Weiß auf Schwarz als Kästchen abgesetzt.
Die positiven Aspekte des Abenteuers überwiegen für mich bei diesem Abenteuer, aber die negativen Aspekte fallen durchaus ins Gewicht. Die Stärken des Abenteuers überwiegen zwar, aber gerade die Schwächen in Bezug auf die fehlenden Wahlmöglichkeiten der Charaktere sind für mich ein Knackpunkt bei der Bewertung des Moduls. Schließlich ist ja eine der grundlegenden Stärken eines Dungeons eigentlich die Verschaffung von (eingeschränkten) Wahlmöglichkeiten für Spieler und Charaktere. Wenn diese Stärke aber so völlig negiert wird, wie im vorliegenden Modul, auch unter den hier vorliegenden Voraussetzungen der Konstruktion eines Horrorabenteuers, fließt diese Designentscheidung ziemlich negativ in die Bewertung mit ein.

Auf der Skala von 1 - 5 Kürbisbomben vergebe daher ich an diese Abenteuer 3 Kürbisbomben:  ;D ;D ;D





Offline Thallion

  • Rezi-Spezi
  • Moderator
  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.735
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Thallion
    • Rollenspiel-Bewertungen
Re: Green Goblins Rezensionen
« Antwort #1 am: 2.05.2018 | 09:11 »
Super, noch ein prima Rezi-Thread.
Hab ihn mal angepinnt.
Wenn da noch mehr kommen, brauchen wir bald ein eigenes Unterforum für euch.

Offline Der Läuterer

  • Famous Hero
  • ******
  • Adjektivator des Grauens
  • Beiträge: 3.677
  • Username: Der Läuterer
Re: Green Goblins Rezensionen
« Antwort #2 am: 2.05.2018 | 10:46 »
Die Rezi-Threads werden hier gerade wahrlich inflationär.
Bin begeistert. Weiter so.
Don't touch anything! Don't attack anything! Don't screw around or get curious!
GARY GYGAX 'TOMB OF HORRORS'

We don't go anywhere! We don't inherit anything! And we definitely don't read any books!
CTHULHU INVESTIGATOR

Never explain anything!
H.P. LOVECRAFT

Leitung des   SPAWN OF AZATHOTH   Tanelorn-Forenspiels.