Autor Thema: Warum Earthdawn?  (Gelesen 5773 mal)

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Offline Kalimar

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Warum Earthdawn?
« am: 20.05.2018 | 12:04 »
Hallo zusammen,

nachdem ich auf den letzten 3-4 Seiten in dieser Rubrik kein ähnliches Thema gefunden habe, mache ich mal einen neuen Thread auf: Warum Earthdawn? Warum jetzt? Und warum überhaupt dieses Thema? Aber der Reihe nach...

Wann habe ich mit Earthdawn angefangen und warum?

Ich persönlich spiele Earthdawn seitdem ich die frisch erschienene 1. Ausgabe auf Englisch im örtlichen Spieleladen entdeckt habe. Damals hauptsächlich, weil wir Shadowrun gespielt haben, dieses Earthdawn auch von FASA war, ein cooles düsteres Cover hatte (dieser Totenkopf im Moor) und angeblich die Vergangenheit von Shadowrun darstellen sollte (was letzten Endes aber eigentlich keine Rolle spielt). Eben nachgesehen: das war schon 1993 - Mann, bin ich alt...

Warum bin ich bei Earthdawn geblieben (oder wieder zurückgekehrt)?

Wir haben damals auch AD&D gespielt (Dragonlance) und Earthdawn hatte im direkten Vergleich einen ganzen Haufen Ideen, die es als High-Fantasy System davon unterschieden und die es (meiner Meinung nach) besser gelöst hat:
  • Kaers sind Dungeons mit einem wundervollen innerweltlichen Zweck. Da hat nicht einfach irgendein durchgeknallter Magier eine unterirdische Festung gebaut und diverse Monster drin platziert. Die wurden von den Bewohnern gebaut, um sich vor den Monstern zu verstecken, die (mit dem Anstieg des Magielevels) über die Welt hergefallen sind. Die haben da wirklich gelebt. Manche wurden von den Dämonen überrannt, manche sind inzwischen verlassen (und anderes Viehzeug ist eingezogen), manche hat man nie wiedergefunden (und es verstecken sich vielleicht immer noch Namensgeber dort)
  • Magische Gegenstände haben Bedeutung. Es gibt nicht so einfach ein +2 Schwert, sondern es ist deswegen ein besonderes Schwert, weil damit Heldentaten vollbracht wurden. Und je mehr ein Charakter mit dem Gegenstand vertraut wird (je mehr er über ihn herausfindet), desto nützlicher ist er für ihn (desto mehr Kräfte kann er daraus ziehen). Die Gegenstände "wachsen" also mit dem Charakter und sind ihrerseits Aufhänger für Abenteuer (um mehr über das Ding herauszufinden).
  • Magie erfüllt die Welt und wird von den Spielercharakteren auf unterschiedliche Weise genutzt. Da gibt es nicht nur Spruchzauberer, sondern alle Disziplinen nutzen Magie auf unterschiedliche Weise. So kann ein Dieb mit den Schatten verschmelzen, ein Bogenschütze Pfeile aus dem Nichts erschaffen oder durch seinen Willen in Brand setzen oder ein Tiermeister Tiere an sich binden und ihre Fähigkeiten nachahmen (Krallenhand, Tigersprung) usw.
  • Selbst Klassen (hier Dispziplinen) und Stufenanstiege (hier Kreise) sind innerweltlich erklärt. Die Magie der ganzen Welt funktioniert so, dass Namen Macht besitzen und Legenden die Wirklichkeit formen (z.B. bei magische Gegenständen). Eine Abenteurergruppe, die sich einen Namen gibt und in der Welt bekannt wird, kann aufgrund dieser Tatsache Kraft aus der Gruppe schöpfen (Gruppenmuster), die einzelnen Mitglieder sind stärker, weil sie Teil dieser bekannten Gruppe sind.
  • Dazu gibt es noch viele Kleinigkeiten die ich gut gelöst finde: neben Trefferpunkten gibt es auch ein Wundsystem (so dass man nicht endlos Treffer einstecken kann, um dann ganz plötzlich tot zu sein), Magier sind darin beschränkt, wieviele Sprüche sie gleichzeitig zur Verfügung haben, Magie braucht Zeit und ist teilweise gefährlich, aber sonst nicht "künstlich" beschränkt (Anzahl Zauber am Tag o.ä.), jeder Charakter hat mit Karma einen Pool von extra Würfeln, mit der er seine Fertigkeiten "pushen" kann, uvm.

Warum dieser "Reklamethread" und warum gerade jetzt?

Seit meinen Anfängen habe ich viel und lange Earthdawn gespielt und bin dann (wie viele andere auch) zu anderen Systemen "abgewandert". Mit der aktuellen deutschen Ausgabe (4. Edition von Ulisses), bin ich jedoch wieder bei Earthdawn gelandet. Wir fangen gerade eine neue Runde an (mit lauter Leuten, die länger gar nicht gespielt haben, oder hauptsächlich Brettspiele machen). Beim Wieder-Einarbeiten ist mir erneut aufgefallen, wie cool Earthdawn ist und was ich damals so daran gemocht habe. Ich denke aber auch, dass es neben anderen aktuellen deutschsprachigen Systemen (DSA5, Splittermond, D&D5, Midgard5) einen schweren Stand hat, vielleicht auch nur weil das Regelwerk nicht vollfarbig und "shiny" daherkommt und die Mechanik auf den ersten Blick seltsam und umständlich erscheint (Stufen und Aktionswürfel sind aber eigentlich sehr logisch aufgebaut). Als jemand der in letzter Zeit echt viele der genannten Regelwerk "durchgearbeitet" hat kann ich mit voller Überzeugung sagen: es ist echt nicht komplizierter als ein Splittermond (Ticksystem geht für mich gar nicht) oder ein DSA5. Selbst das von den Grundregeln eigentlich recht schlanke D&D5 braucht ein ebenso dickes Buch um die Regeln zu erklären und da ist noch nicht mal eine Spielwelt drin.

Was soll jetzt das ganze?

Ich habe nun einiges geschrieben (vermutlich hat es der eine oder andere nicht bis hierher geschafft) und es ist ein recht persönliches Posting geworden. Ich würde mich aber freuen, wenn es ein wenig Echo gibt und hören, wer noch so Earthdawn spielt und was ihm daran so gefällt. Von mir aus auch, was nicht so toll ist (welches System hat nicht seine Ecken und Kanten), aber warum es sich eben trotzdem lohnt. Es ist wenig los in Sachen Earthdawn hier im Forum (und auch anderswo), lasst uns das ein wenig beleben.

Also: Meldet Euch!  Ich habe auch Bock auf Earthdawn, weil ... :)

[EDIT] Nachtrag: Es gibt einen sogar recht umfänglichen Artikel zu Earthdawn in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Earthdawn, da lässt sich auch einiges zu den Hintergründen nachlesen.
« Letzte Änderung: 20.05.2018 | 15:00 von Kalimar »

Offline Luxferre

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #1 am: 20.05.2018 | 13:10 »
Sollte der Thread nicht besser:

Darum Earthdawn!

heißen?


Ansonsten: schönes Thema  :d
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You were not born to live like animals
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Offline John Doe

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #2 am: 21.05.2018 | 00:17 »
Hi,
wir heben jetzt auch gerade wieder mit Earthdawn angefangen. Am besten gefällt mir die Welt.
Ein bisschen nervig finde ich die Dauer der Kämpfe.

Mfg

Offline Just_Flo

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #3 am: 24.05.2018 | 16:04 »
Heute Abend geht es bei mir wieder mit Earthdawn los. Juhu.
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Offline LUCKY_Seb

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #4 am: 29.05.2018 | 15:49 »
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Offline Weltengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #5 am: 29.05.2018 | 17:51 »
Schöner Thread. Wegen mir könnte es sowas hier öfter geben - dass einfach mal jemand von seinem Lieblingssystem schwärmt und erklärt, warum er es so gut findet.

Ich habe aus den von Kalimar genannten Gründen auch mal geglaubt, dass Earthdawn genau mein Ding sein könnte. Leider ist es dann aber beim Lesen der Regeln für mich irgendwie nicht so rübergekommen, sondern wirkte doch eher wieder wie 08/15-Fantasy. Ebenso die Proberunde. Wahrscheinlich habe ich da einfach nur Pech gehabt.
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Offline LUCKY_Seb

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #6 am: 29.05.2018 | 18:21 »
habe ich ja schon öfter erwähnt: Ich habe Edition 1,2 und 4 gespielt und wir sind nun bei Fate gelandet... ein gaanz klein bisschen geht der Adepten/Kreis Mechanismus flöten aber das nehm ich/wir fürs schlankere System in Kauf. Und es gibt auch noch eine schmale Variante, die wohl an den Original-Regeln andockt. Ich finde das Setting einfach Hammer.

Von glitzernd bunt, bis zu monochrom auszehrend ist alles dabei.
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hach einfach seeehhhr viel Möglichkeiten...   8) 
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Offline YY

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #7 am: 29.05.2018 | 18:40 »
Mich hat damals auch sehr gereizt, dass man ganz bewusst althergebrachte Elemente des Fantasy-Rollenspiels genommen und ziemlich geschickt mit dem Setting verknüpft hat. Man landet also genau da, wo so viele andere auch sind, aber stößt nicht ständig auf Brüche zwischen den Regeln (und deren Auswirkungen) und dem Setting.
Neben den besonderen Artefakten fand ich auch die normale "magische Cyberware" teils sehr gut gelungen - da war stellenweise mehr Body Horror und "will ich das wirklich?" am Start als in "richtigem" Cyberpunk (ich sage nur Wurmauge  :o).


Eher negativ aufgefallen sind mir damals die enorm überrissenen Endgegner in manchen offiziellen Abenteuern; das mag heute anders sein.
Ansonsten blicke ich zwar bei den gefühlt 8000 Editionen nicht mehr durch ;D, würde aber durchaus wieder in einer ED-Runde mitspielen, wenn es sich ergibt.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline cancadia

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #8 am: 31.05.2018 | 16:01 »
Ich finde auch nach vielen Jahren ED immer noch absolut gelungen. Die generelle Geschichte ist einfach nur toll. Sprich alle paar tausend Jahre wird die Welt von Dämonen überflutet, viel Wissen geht dadurch in Vergessenheit und kann mehr als genug erkundschaften. Dazu gibt es gelungene Orte wie Parlainth, den Schlangenfluss oder Kratas.

Darüber hinaus gibt es die ganzen Passionen, T'Skrang Clans, Theraner oder Luftpiraten. Es gibt also viele Fraktionen die unterschiedliche Dinge wollen. Wenn ich nur an die ganz großen Einflüsse der Welt denke wie z.B. die Drachen oder eben die Dämonen. Da überlegt man es sich zwei mal, ob man eine direkte harte Konfrontation haben möchte oder nicht. Ich bin froh, das Drachen in diesem System kein Kanonenfutter sind, wie es in so manch anderen System ist, was auch für einzigartige Dämone gilt :)

Die Vielzahl seinen Charakter zu verbessern, wie das verbessern der Items, das verbessern magischer Items, Blutamulette, das erlernen von Talenten und Fertigkeiten bzw. Zauber etc. da gibt es grundsätzlich einfach viele Möglichkeiten, was ich sehr Reizvoll finde.

Aktuell finde ich die 4th Edition absolut gelungen. Die Änderung der Zauber finde ich top, die Talente auch. Ich hoffe, das die Talente die mehrfach Angriffe geändert werden, ähnliche wie Erdhaut. Aber da Blutige Krallen ähnlich oder gleich der 3rd Edition ist, glaube ich das nicht. Aber das sind auch nur "Luxusprobleme" ;)

Ach was hätte ich mal wieder Lust auf eine Tischrunde, in der ich nicht leiten müsste. Das fehlt mir dann doch schon irgendwie :( Aber das lässt sich bei Zeiten ja auch ändern, wenn ich mich aktiver darum bemühen würde ;)

Offline John Doe

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #9 am: 1.06.2018 | 11:59 »
@cancadia,

die Talente mehrfacher Angriff/Schuss wurden geändert. Diese führen jetzt zu weiteren Zweiter Angriff/Schuss. Du würfelst mit Mehrfacher XY und die Anzahl der Erfolge ermöglicht Dir weitere Angriffe mit Zweiter XY. (Quelle: EDC, Kickstarter)

MfG John
« Letzte Änderung: 1.06.2018 | 12:06 von John Doe »

Offline Weltengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #10 am: 5.06.2018 | 20:18 »
Falls ich jetzt nochmal in Versuchung käme, da reinzuschauen: Was ist jetzt der Unterschied zwischen der "4th Edition" und "Earthdawn - Age of Legends"?
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Offline Lord of Badlands

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #11 am: 5.06.2018 | 20:40 »
Age of Legend ist eine extrem regelleichte Version von Earthdawn.


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Offline Weltengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #12 am: 5.06.2018 | 21:00 »
Age of Legend ist eine extrem regelleichte Version von Earthdawn.

Ah - danke!
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Offline Vestrial

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #13 am: 5.06.2018 | 23:25 »
Servus,

um  :btt: zu kommen, weil ich die Welt schon immer super fand. Es wird glaubhaft dargestellt, warum drei Tagesreisen von einer Stadt entfernt noch eine unerforschte Ruine mit Dungeon, aeh Kaer zu finden ist.

Ausserdem kann man als SL unglaublich viele Dinge erfinden, die für ED nicht ungewöhnlich wären. Vom Elementar-betriebenen-Aufzug bis zu selbstwärmenden Stiefeln sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich hatte schon vor dem Smartphone einen Nachrichtenstein erfunden, mit dem die Gruppenmitglieder untereinander kommunizieren konnten.

Und die stylistische Vermischung von Alt-Persien mit Maya Einschlag fand ich auch optisch interessant... und

... das keine Rasse per Definition böse ist (nein auch die Orks nicht  :P)

Regeltechnisch fand ich es nicht so Dolle, aber Viele die ich kenne lieben die Stufentabelle mit ihren verschiedenen Würfeln.
Und so habe ich diese verschrobene System auch lieben gelernt.

Also dann, lassen wir sie Rollen
 :w4: :w6: :w8: :w10: :w12: :w20:



 
« Letzte Änderung: 5.06.2018 | 23:28 von Vestrial »

Offline schamschi.ukin

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #14 am: 7.06.2018 | 23:12 »
warum mir earthdawn das liebste rollenspiel ist? einfach weil die magie nicht, wie in all den anderen mir bekannten welten, einfach ein zusätzlicher faktor zu einer der unseren strukturell ähnlichen welt ist, sondern weil die tatsache einer durch und durch magischen welt auch deren beschaffenheit neu strukturieren muss. das ist bei earthdawn konsequent umgesetzt und macht für mich den besonderen reiz aus.
anders ausgeddrückt: da unsere welt halt doch profan ist (wenn transendente idealisten recht hätten, würde unsere welt wie earthdawn funktionieren), ist earthdawn meine bevorzugte ersatzreligion.
zu den regeln: yeah! endlich alle würfel benutzen (ok, der w30 fehlt. aber das manko kann ja dann in der fünften auflage noch beseitigt werden)!
der rest ist ja nur ne orientierungshilfe und sollte dem spielfluss nicht im wege stehen. wie bei anderen systemen halt auch...

Offline Oak

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #15 am: 8.06.2018 | 00:09 »
Ich habe es nach DSA, MERS, ADnD (und Shadowrun) kennen gelernt und es war deutlich mehr Fantasy als die anderen Fantasy-Systeme und hat mich alleine deswegen schon umgehauen. Als ich das fliegende Schiff sah, war es um mich geschehen...

Ich finde großartig, dass es deutlich abseits vom klassischen Fäntelalter steht und nicht zuletzt dank Laubenstein auf der einen Seite primitiver und ungeschliffener wirkte, dank der Magie und des Einflusses Theras aber auch deutlich fortgeschrittener.

Ich mochte und mag die Regeln, die einem leicht zu folgenden roten Faden folgen. Ich mag es, dass Sonder- und Zusatzregeln quasi dezentralisiert, da in die Talente gebunden wurden.

Ich mag die stimmungsvoll und tiefgreifend umfassende Magie, die Art, wie sie auf die Erzählung und die Regeln wirkt.

Ich mag, dass es kein klassisches Stufensystem ist und dennoch mit Stufen arbeitet, die den Helden selbst bekannt sind.

Ich mag, dass die Helden auf fast banale Weise über den normalsterblichen stehen und mit der Zeit quasi mehr und mehr zu Superhelden werden.

Ich mag es, dass jedes der früheren Ergänzungsbände die Welt so dicht und stimmungsvoll erweitert hat und ich mich wie bei keinem anderen Rollenspiel auf jede Erweiterung gefreut habe.

Ich mag es, dass Flora und Fauna und überhaupt die Lebensweise so viel "Sense of Wonder" beinhaltet.

Offline Kalimar

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #16 am: 8.06.2018 | 10:16 »
Der Thread musste zwar ein bisschen "reifen", aber inzwischen hat er doch einige schöne Beiträge gesammelt. Danke dafür! Und natürlich: weiter so...

Offline Weltengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #17 am: 8.06.2018 | 10:26 »
Ihr seid jetzt jedenfalls schuld daran, dass ich es mir doch nochmal ansehen werde...  ;)
"Wenn ich in Unterleuten eins gelernt habe, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat." (Juli Zeh, Unterleuten)

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Offline Faras Damion

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #18 am: 8.06.2018 | 10:57 »
Ich habe früher Earthdawn auch geliebt und die neue Edition sofort gekauft. Jetzt verstaubt sie bei mir im Schrank.  :'(
Damals war es eine Offenbarung, die stimmungsvolle Welt, die spannenden Erkundungen und konsistente Einbindung der Magie und ganz viele kleine Details in Setting und Regeln, die originell und stimmig waren...
Es ist schwer mit nostalgische Erinnerungen an eine großartige Spielrunde zu konkurrieren. :-X
Dabei sind es eigentlich Kleinigkeiten, die einem Spiel im Weg stehen:
- Ich hätte eine Weiterentwicklung des Spiels cool gefunden, dass man vom Neuentdecken der Welt zu dem Aufbauen kommt. So ist das Gefühl "Hatte man alles schon" da.
- Die Regeln sind okay, aber auch nicht mehr. Daher muss ich mich überwinden sie einzuprägen.
- Man findet schwer eine Gruppe. Und wenn, muss man die Hauptarbeit im Regelverstehen, -erklären und Spielleiten leisten.
Aber vielleicht wird es ja dennoch irgendwann was.  :)
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Offline Lursi

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #19 am: 26.06.2018 | 08:00 »
Tja, Kalimar... Warum Earthdawn...

Die Spielwelt hat einfach mehr Platz für eigene Ideen. In DSA kannst wenig erfinden was nicht gleich in Konflikt kommt mit dem offiziellen Material.

Ich mag das System sehr gerne, erkenne aber eine gewisse Einstiegshürde. Ich spiele ab und an mit Leuten als Steinfurt (Neulingen) und hab dann meist auch Besuch von einem meiner Aachener Spieler aus einer langjährigen Runde.

Dann bleibt nicht jede Mechanikfrage gleich bei mir hängen und die ein onder andere Option kann aufgezeigt werden. (Captain Obvious)

Die von Dir genannten Argumente sind schon im wesentlichen auch meine Sicht (Dorpcast hat Da auch ein paar lohnenswerte Folgen).

Nun mal die Gegenargumente:

  • Nicht jeder mag auf Anhieb die Vielzahl an Würfelkombinationen.
  • Viele tun sich schwer mit den Talenten und der Komplexität der sinnvollen Kombination. Ich habe mal alle in eine XLS zusammengefasst und pro Disziplin eine Tabelle mit Einem Satz pro Talent erstellt, das hat diese Hürde erniedrigt.
  • Mancher Spielleiter hat es schwer einzuschätzen wieviel "Power" die Gruppe hat.
  • Der Inhalt (vor allen Fluff, aber auch "lokales" wie Stadtinformationen oder manche Regel) des Systems ist  über die vielen Bücher zus diversen Editionen verteilt. Das folgt aus der starken Verzahnung von Regeln und Spielwelt

Gruss,
Lursi


Offline Just_Flo

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #20 am: 9.07.2018 | 20:08 »
Weil wir vor kurzem einen "Sandboxcrawl" auf einem anderen Kontinent begonnen haben.

Alles was bei anderen Systemen irgendwie angeklatscht wirkt greift hier organisch ineinander.
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Offline Wicket Warwick

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #21 am: 4.02.2019 | 20:30 »
Weil wir vor kurzem einen "Sandboxcrawl" auf einem anderen Kontinent begonnen haben.

Alles was bei anderen Systemen irgendwie angeklatscht wirkt greift hier organisch ineinander.

Erläutere das mal. Das klingt interessant.

Offline Viral

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #22 am: 4.02.2019 | 20:40 »
earthdawn ist cool.

Leider hab ich derart viel auf der Todo Liste, dass Earthdawn erst in 5 - 8 Jahren machbar ist.

Alleine bis ich mit Planescape durch bin. Danach Traveller B5 danach Rifts, WH40K, Bloodlust .... dann könnte es klappen ...
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Disputorium (da bin ich noch online)
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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #23 am: 4.02.2019 | 20:57 »
Mit Earthdawn hat es in meiner Wahrnehmung einen ganz komischen Verlauf genommen.
Irgendwann Anfang der Neunziger hat Shadowrun für mich und mein Umfeld gestalterisch und inhaltlich irgendwie das coolste verkörpert, was man sich vorstellen konnte - ganz ehrlich, konnte Rollenspiel noch besser werden? Nicht mal unbedingt besser im Sinne von spaßiger, denn wir haben eigentlich alles mögliche andere tendenziell mit mehr Spaß daran gespielt als Shadowrun (DSA, Midgard, Sturmbringer, Pendragon, MERS, Sternengarde, AD&D 2nd ...), sondern besser einfach in so einem Sinne von "Wow. WOW. W-O-W!"
Dann kam Earthdawn und hatte eigentlich keine andere Wahl, als von uns als das Fantasy-System aufgefasst zu werden, dass eben einfach "Wow. WOW. W-O-W!" sein muss.
Erwartungsgemäß schlich sich an diesem Punkt ein kleiner Dämon der Missgunst ein. "Oh ja, Earthdawn, du bist sicher so wow, so WOW, dürfen wir uns überhaupt an dich ranwagen? Aber ehrlich gesagt, wir haben gehört, du kochst auch nur mit Magie, würzt auch nur mit Elfen, Zwergen und Trollen und Orks, und T'Skrang und Windlingen, na schön, aber ist das jetzt denn wirklich so WOW? Bist du den wirklich so viel schärfer als DSA? Oder tust du nur so?"
Irgendwie meinten wir, Earthdawn dabei erwischt zu haben, dass es die gewaltigen Projektionen, die wir darauf richteten (und denen kein Rollenspiel jemals hätte gerecht werden können) nicht einlöste. Und dass ohne, dass ich je mehr gemacht hätte, als das Grundregelwerk der ersten Edition durchzublättern und mir ein paar Cover und Titel anzussehen.

Heute tut es mir leid darum, ich glaube, Earthdawn hätte uns damals viel Freude gemacht. Ich kann mir auch vorstellen, dass es mir jetzt noch Freude machen würde - wenn ich Raum für ein Kampagnensystem hätte (denn das ist Earthdawn, wenn ich das richtig sehe, ja zweifellos). Ein bisschen traurig stimmt mich auch, dass die aktuelle 4. Edition kommischerweise grafisch so dermaßen unsexy ist (vor allem diese Cover, Brrrr.). Da hatten die alten Sachen die Nase doch weit vorne, die neuen sehen halt aus wie das gleiche in gewollt und nicht gekonnt (fehlender Farbdruck innen stört mich dagegen kein bisschen, im Gegenteil).

Ich habe zumindest eine Freundin, deren Leib- und Magen-Setting Barsaive bis heute ist und die immer mal wieder sagt, gerne eine Runde dort anbieten zu wollen ...
« Letzte Änderung: 4.02.2019 | 20:59 von Rumpel »
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Offline Koronus

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #24 am: 17.02.2021 | 02:12 »
Wie schon bereits von anderen angeschnitten diese extreme Verzahnung von Regeln und Spielwelt. Das gesammte Magiesystem ist nicht nur ein System sondern Teil der Innerweltlichen Erklärung. Außerdem weil die Welt praktisch kurz nach der Apokalypse war, erfüllt es gleich mehrere Nischen. Zum einen die Entdeckung einer neuen Welt. Weil man so lange abgeschnitten war ist man fremd im eigenen Land und muss erstmal Neuland kartographieren.
2. Highfantasymittelalter. Diese Projektion, dass man in einer Welt der Dark Ages lebt nur halt wirklich mit Magie hat einfach ein Feeling und hier ist es nicht schon hohes sondern noch frühes wo viel in Trümmern und unbekannt ist und viele Abgeschnitten sind weshalb man selbst praktisch der Nachrichtenüberbringer ist. Dieses Gefühl es braucht erstmal ewig bis irgendwo sich Nachrichten verbreiten hat etwas angenehm entschleunigendes.
3. Heldentum. Überall lauern noch Gefahren und man hat wirklich das Gefühl man kann etwas bewirken bzw es ist glaubhauft, dass die Gefahr da ist und man sich um sie kümmern kann.
4. Nur ein kleiner Fleck in einer großen Welt.
Wenn man sich nicht an das offizielle halten will oder seinen eigenen Flair machen will so kann man das tuen. Nachrichten verbreiten sich langsam also können Quellen falsch sein. Außerdem ist Barsaive und Thera in der heutigen Ukraine also ist nur ein kleiner Teil der Welt wirklich beschrieben und auch hauptsächlich aus der Sicht von Barsaive. So kann man ohne Probleme sein eigenes Gebiet ausarbeiten und falls es dann doch den offiziellen Quellen wiederspricht dann sind die halt Fake News vom Theranischen Imperium. Ich meine der mächtige Caesar wollte ja auch nicht an die große Glocke hängen, dass sich ein Gebiet von Irren erfolgreich seiner Kontrolle entzieht.
"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Offline NurgleHH

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #25 am: 17.02.2021 | 08:51 »
Ich muss gestehen, dass ich Earthdawn eher verschmäht habe, da es von FASA und somit aus der Shadowrun-Ecke kam. Das Setting hat mich ebenso wie Shadowrun begeistert, aber die Spielmechanik nie. Ich finde es, ebenso wie SR, einfach nur technisch und eher für einen fließenden Lauf hemmend. Natürlich ist man nach gefühlten 1000 Stunden Spiel irgendwie in dem System, aber wieso erst so lange reinspielen müssen. Bei den Leuten, mit denen ich bisher gespielt habe, stand immer das Spiel und die Geschichte im Mittelpunkt. Bei Shadowrun suche ich noch nach dem idealen System (Eventuell mit Savage Worlds), bei Earthdawn würde ich gerne mal Mythras als System ausprobieren. Als Universal-Baukasten ist Mythras hierfür die ideale eierlegende Wollmilchsau, glaube ich zumindest.
Also kann ich nur aus meiner Sicht und für mein Spielverständnis zusammenfassen, dass Earthdawn einfach durch sein geniales Setting und die Fülle an Material reizend ist. Es ist und bleibt das etwas andere Fantasy-Setting mit einer funktionierenden Welt. Aber ich glaube hier hat Rumpel recht: Es ist ein Kampagnen-System und zu Schade für One-Shots.
« Letzte Änderung: 17.02.2021 | 13:51 von NurgleHH »

Offline flaschengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #26 am: 17.02.2021 | 10:21 »
Genial, eine Liebeserklärung an Earthdawn  :d. Ich habe die erste Edition ebenfalls langjährig gespielt und 2018 dann die 4. ED bis Kreis 5. Ich kann nahezu alle Punkte, die in diesem Faden bislang pro Earthdawn genannt wurden, unterschreiben. Besonders gefällt mir die Idee der Plage, die konsistent magische Welt (vom Luftschiff bis zum Leuchtkristall), Fadengenstände (bieten schöne Abenteueraufhänger) und Rassen wie Obsidianer, Windlinge sowie T'skrang (zumindest in den 90ern waren solche Rassen für mich noch besonders). Außerdem, dass in Barsaive ausnahmsweise nicht Menschen sondern Zwerge die dominante Rasse sind und wie die "Storyline" sich entwickelt hat (Barsaive at War war einfach episch  :)).

Bei der vierten Edition ist mir positiv aufgefallen, dass das Regelwerk deutlich ausgereifter war (z.B. sind Klassen wie der Waffenschmied jetzt besser spielbar und es gibt gute Werkzeuge zum Encounterdesign). Dennoch ist auch die 4. ED lange nicht so sauber wie z.B. D&D 5 (was natürlich für fast jedes System gilt, denn nur in D&D wurde bislang systematisch über zwei Jahre mit zehntausenden Leuten getestet). Mein Charakter 2018 war z.B. ein Ork-Tiermeister, der zuletzt einen Schneeleopard und einen Felux als Tiergefährten hatte. Er allein war schon ein fast genauso effektiver Kämpfer wie der Krieger der Gruppe. Nimmt man die Tiere dazu, wurde der Unterschied jedoch absurd groß und zudem können Tiermeister noch im Bereich Wildnis/Erkundung glänzen.
« Letzte Änderung: 17.02.2021 | 10:27 von flaschengeist »
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).

Offline Javen

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #27 am: 22.02.2021 | 09:40 »
Interessant, wie kann der Tiermeister so stark sein? Ich kenne die 4. ED nicht so gut, spiele immer noch die 2. ED
Der Krieger ist einfach super schnell durch seine Ini-Talente und kann seine KWSK so aufpumpen dass er kaum noch getroffen wird. Das hat der Tiermeister nicht, jedenfalls nicht in der zweiten. D.h. er wird ständig getroffen und ist auch nicht besonders schnell. Im Kampf ein großer Nachteil meiner Meinung nach.
Und mit den Tieren, ein Felux ist auch schon ziemlich stark, aber das ist ja etwas was der SL steuern kann.

Offline flaschengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #28 am: 22.02.2021 | 10:42 »
Interessant, wie kann der Tiermeister so stark sein? Ich kenne die 4. ED nicht so gut, spiele immer noch die 2. ED
Der Krieger ist einfach super schnell durch seine Ini-Talente und kann seine KWSK so aufpumpen dass er kaum noch getroffen wird. Das hat der Tiermeister nicht, jedenfalls nicht in der zweiten. D.h. er wird ständig getroffen und ist auch nicht besonders schnell. Im Kampf ein großer Nachteil meiner Meinung nach.
Und mit den Tieren, ein Felux ist auch schon ziemlich stark, aber das ist ja etwas was der SL steuern kann.

Mein Tiermeister war im Ausweichen und der KWSK (Basis) besser als der Krieger. An der Stelle fällt mir übrigens ein, dass der Krieger wiederum deutlich effektiver als die übrigen Charaktere (Schwertmeister, Schütze, Geisterbeschwörer) war. Der Krieger war allerdings Obsidianer und konnte natürlich bedeutend mehr einstecken als mein Tiermeister. Ich würde schätzen, allein betrachtet war der Krieger schon 30% effektiver im Kampf aber das wurde eben durch die Tiergefährten extrem überkompensiert. In der 4. ED sind Tiere von Grund auf deutlich stärker und der Tiermeister verfügt zudem über zwei Talente verfügt, mit denen er seine Tiergefährten weiter verbessern kann.

Der Felux wurde übrigens nicht einfach auf einem Markt gekauft (obwohl es in Earthdawn Märkte für sehr exotische "Waren" durchaus gibt, man schaue sich nur an, was so in den Preislisten steht) sondern erspielt (Recherche, wer einen Felux anbieten könnte, dann Beziehungen spielen lassen und schließlich für diejenige Person einen recht gefährlichen Auftrag erledigt). Der SL kann also bei sehr exotischen Tieren auch aus meiner Sicht durchaus steuern, das erledigt aber das Problem nicht (hinreichend). Ein Schneeleopard o.ä. ist nämlich ebenfalls ziemlich gefährlich und ein Kreis 5 Tiermeister verfügt durchaus über die Fähigkeiten, solche Wesen selbständig zu jagen und zu zähmen.
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #29 am: 22.02.2021 | 10:57 »
Im Ausweichen besser weil er als Ork eine höhere Geschicklichkeit hat als der Obsi? Das wirkt sich dann ja auch auf die KWSK auf.
Aber die Attribute machen je höher die Kreise sind keinen großen Unterschied mehr meiner Erfahrung nach, jedenfalls in der 2. ED. Wenn die Talente nicht sehr anderes sind in der 4. ED halte ich den Krieger immer noch für viel Effizienter als den Tiermeister.

Er wird durch die Ini Talente immer zuerst dran sein, hat dann Talente um seine KWSK zu erhöhen und auch den Schaden. Dann muss er meistens gar nicht mehr ausweichen würfeln weil ihn die Gegner viel schwerer treffen.

Ich finde den Tiermeister schon cool und er ist auch ein guter Kämpfer keine Frage. Mit den "richtigen" Tieren kann das schon aus der Balance fallen, glaub ich auch. Allerdings hat das natürlich auch Nachteile. Er wird die Tiere nicht überall mit hinnehmen können, gerade bei großen Tieren wie ein Felux. Bestimmte Abenteuer werden da schwierig wie Stadtabenteuer oder irgendwo reinschleichen etc. Und wenn ein Tier mal stirbt ist der Tiermeister sicherlich erst mal deprimiert. Rollenspieltechnisch interessant, für die Gruppe kann das aber sehr nachteilig sein.

Offline Belenus

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #30 am: 22.02.2021 | 11:14 »
Das, was den Tiermeister so abartig stark macht ist das Talent Blutige Krallen. In der 2. Edition sogar schon in Kreis 7 verfügbar.
Wir haben dazu auch eine sehr schöne Statistiken bei uns im Wiki: https://www.earthdawn-wiki.de/Wiki.jsp?page=Disziplinenvergleich
2. Edition:
Desto mehr Kampfrunden, desto größer wird der Unterschied zwischen dem Tiermeister und dem Rest (Tiere nicht mal mit eingerechnet).
Nimmt man den Zauberern die Vorbereitungsrunden, ist bis inkl Kreis 6 der Krieger der unangefochtene Kämpfer (sollte auch so sein, er kann nichts anderes).
Ab Kreis 7 macht dem Tiermeister aber niemand mehr was vor.

In der 4. Edition verhält sich dies ziemlich ähnlich.

Offline flaschengeist

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #31 am: 22.02.2021 | 11:18 »
Wenn ich mit der Brille meiner langjährigen ED 1/2 Erfahrung und meiner bisherigen ED 4 Erfahrung auf die Talente schaue, gehe ich davon aus, dass der Abstand in der reinen Kampfeffektivität zwischen Krieger und Tiermeister in der 4. ED auch in höheren Kreisen ca. 30% beträgt (vielleicht auch weniger, sobald der Tiermeister in Kreis 8 Zugriff auf "Blutige Krallen" erhält). Falls du selbst mal bissel zwischen den Editionen vergleichen willst, empfehle ich hier zu schauen: https://earthdawn-wiki.de/Wiki.jsp?page=Tiermeister

Edit: Belenus war bezüglich der Krallen schneller und hat da offenbar auch mehr Praxiserfahrung (in meiner ED 1/2 Runde gab es nie einen Tiermeister)  :d
« Letzte Änderung: 22.02.2021 | 11:20 von flaschengeist »
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #32 am: 22.02.2021 | 13:15 »
Blutige Krallen ist schon stark, das stimmt. Ein mehrfacher Angriff in diesen frühen Kreisen ist heftig. Allerdings hat der Tiermeister auch sonst kaum andere Talente die ihm im Kampf stärken oder schützen. Gegen den Krieger ist er meiner Erfahrung nach unterlegen, auch mit Blutige Krallen.
Er muss den Angriff ja sofort stoppen wenn einer einmal nicht trifft. Weicht der Gegner also aus oder hat eine hohe KWSK, dann ist es vorbei mit Blutige Krallen.
Ein Krieger wird wohl nahezu immer die höhere Ini haben und dann auch eine hohe KWSK. Seinen Angriff kann er mit Kampfsinn auch gut pushen. Dann hat er noch Schmetterschlag. Die Wahrscheinlich ist hoch, dass der Tiermeister niedergeschlagen ist bevor er an der Reihe ist.

Für den Schwertmeister gibt es den Kniff Claw Riposte. Sobald er den hat ist er dem Tiermeister auch überlegen. Da wird er gleich den ersten Angriff mit Blutige Krallen ripostieren und dann kann der Tiermeister nicht weitermachen. Dann verspottet er ihn und mit den Stufenabzügen wird der Tiermeister wohl nicht mehr treffen, bzw. wird der SM kein Problem mehr haben die Angriffe zu ripostieren oder auszuweichen

Offline Belenus

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #33 am: 22.02.2021 | 15:22 »
In der 4. Edition kann der Tiermeister allerdings als einfache Aktion wieder aufspringen und direkt angreifen. Zudem kann er Kobrastoß und Tigersprung erlernen, damit hängt er dem Krieger in der Ini nicht nach.
In der 2. ist er definitiv langsamer, das ist richtig.
Allerdings geht es hier auch nicht direkt um den Vergleich Krieger vs Tiermeister sondern Krieger vs Gegner und Tiermeister vs Gegner. Und in diesem Vergleich gewinnt der Tiermeister mit Blutige Krallen mit einem gewaltigen Abstand, sowohl in der 2. als auch 4. Edition.

Offline Javen

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #34 am: 22.02.2021 | 20:30 »
Hm, Tiermeister mit Kobrastoß und Tigersprung ist schon heftig. Haben sie das nur gemacht weil Tiere in den Namen vorkommen  ;D
Den Tiermeister würde ich nicht noch weiter zum Kämpfer ausbauen.

Ich finde es kommt auf den Gegner an. Viele Gegner haben eine höhere Ini als nur deine Geschicklichkeitsstufe minus Rüstungsmodifikator. Deshalb wird der Tiermeister, jedenfalls in der 2.ED, häufig langsamer sein als der Gegner.

Offline Belenus

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #35 am: 23.02.2021 | 10:57 »
Vermutlich  ~;D

Stimmt, die Gegner sind dort vermutlich schneller. Aber der Krieger wird einen starken oder auch mehrere Gegner nicht in der Runde ausknocken, da hat der Tiermeister noch genug zum Reinkrallen  ;D
Bzw sollte es ja auch nicht Ziel des Spielleiters sein, permanent den Tiermeister umzuwerfen oder gar umzubringen, bevor er seine Blutige Krallen einsetzen kann :'D

Offline schamschi.ukin

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Re: Warum Earthdawn?
« Antwort #36 am: 23.02.2021 | 18:13 »
um mal wieder den roten faden reinzukriegen:
earthdawn ist geil, weil der tiermeister den krieger im kampf krass ärgern kann!!!