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Autor Thema: Wissenschaftliche (Hard SciFi)  (Gelesen 458 mal)

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Offline Kowalski

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Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« am: 29.01.2019 | 01:46 »
Aus dem Star Trek Discovery Thread inspiriert:

Robert L. Forward (Physiker, bei der US Air Force und NASA beschäftigt):
"Der Flug der Libelle"/"Rocheworld" 1984
Ein mit von einem Laser/Spiegelsystem in der Umlaufbahn der Sonne angetriebenes Raumschiff fliegt zu einer Nachbarsonne, bremst dort ab und die Besatzung erforscht die dortigen Planeten.
Einer der Planeten ist ein Doppelplanet der sich eine Atmosphäre teilt.
Hat etwas von Interstellar und Marsianer.

Robert L.Forward "Das Drachenei" 1980
Ein am Sonnensystem vorbeifliegender Neutronenstern wird von einem Raumschiff erforscht. Die Lebewesen, rein auf Quarks basierend, die auf der Oberfläche des Neutronensterns leben, versuchen mit dem Raumschiff zu kommunizieren. Ein Wissenschaftler überträg die Encyclopedia Brittanica per Lichtsignalen an die Oberfläche. Durch die hunderttausenfach beschleunigten Prozesse entwickeln sie sich schneller

James P Hogan
"Der tote Raumfahrer" Inherit the Stars 1977
Eine Archäologische Expedition entdeckt in einer 40 tausend Jahren alten Sedimentschicht eine Armbanduhr. Die Wissenschaftler glauben an einen Scherz von Kollegen.
Eine Mondexpedition entdeckt in einer Mondhöhle einen mumifizierten Raumfahrer.

"Der Schöpfungscode" Code of the Lifemaker  1983
Ein automatisches Prospektionsraumschiff wird von einem Gammablitz getroffen. Die Beschädigungen sind groß, doch gelingt es dem Raumschiff eine Notlandung zu machen. Die Roboter, die Rohstoffe abbauen sollen haben nicht genug Speicher um ihre gesamten Baupläne jeweils nur in einem Roboter zu speichern. Praktischerweise reichen zwei Roboterspeicher aus um die Baupläne zu speichern. Mehrere Tausend Jahre später brechen Menschen zu einer Titan-Expedition auf....

Kornbluth ist ein super Autor
Cyril M. Kornbluth & Frederik Pohl
"The Space Merchants" 1953 "Eine Handvoll Venus und ehrbare Kaufleute"
Auf einer chronisch überbevölkerten Erde auf der sich Megacorporations bis aufs Blut bekriegen (in echt...) kommt einer Werbeagentur die Idee Lebensraum auf der Venus zu verkaufen.
Aus einer Marketingidee wird ein Projekt zum Besiedeln der Venus (oder zum vernichten einiger gutgläubiger Idioten???)

Cyril M. Kornbluth
"The Syndic" Das Syndikat 1953
Die USA als von der Mafia beherrschter Staat. Skurril

Cyril M. Kornbluth
"Nicht in diesem August" Not this August 1955
Die Sowjetunion erobert die USA. Gäbe es nicht einen Widerstand wäre die Geschichte zu Ende
VIEL intelligenter als Rote Flut und der andere Rotz den es so in den USA dazu ab und an gibt

Piers Anthony
"Der Tyrann vom Jupiter" Bio of a Space Tyrant 1983 bis 1986 und 2001 (Pentalogie, dann Hexalogie)
Das Sonnensystem als eine Allegorie auf die Erde. Der Jupiter und sein Mondsystem ist Nordamerika und die Karibik. Saturn ist der Warschauer Pakt/Russland.
Wer Xanth mag, der weiss das Anthony gut schreiben kann. Hier weniger durchgeknallt, aber mit viel Liebe zum Detail und in den ersten drei/vier Bänden ziemlich Hard SciFi mäßig.
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Offline Feuersänger

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #1 am: 29.01.2019 | 02:44 »
Abo ^^
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat

Offline Kowalski

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #2 am: 29.01.2019 | 04:41 »
James P. Hogan
Die Kinder von Alpha Centauri / Voyage from Yesteryear 1982
Die Erde steht vor der Auslöschung.
Wissenschaftler beschließen ein Roboterraumschiff nach Alpha Centauri für eine Besiedelung zu schicken.
In künstlichen Gebärmüttern herangezogene Kinder besiedeln den Planeten, sie werden von Robotern aufgezogen nach den libertären Prinzipien der Wissenschaftler.
Da sich die Erde doch nicht ganz ausgelöscht hat schicken die Supermächte, China und die USA nach einer Generation Schiffe nach Alpha Centauri um nach dem rechten zu sehen und die Kolonie unter die Fittiche der einen oder anderen Supermacht zu bringen. Die Kinder vor Ort haben etwas andere Ideen.

Hard SciFi mit stark libertärem Einschlag, heute so nicht mehr schreibbar

L.Neil Smith
Gallatin Universum, Hexalogie von 1980 bis 1985, "Der Durchbruch" 1980
Ein Cop aus einem totalitären USA stolpert in ein technisches Gerät und findet sich in einer Schießerei wieder.
Er erkennt die USA nicht wieder. "Keiner der Obigen" ist auf Lebenszeit zum Präsidenten gewählt worden und der Welthandel wird mit Luftschiffen betrieben.
Der zweite Weltkrieg wurde durch eine Invasion aus gepanzerten Luftschiffen durch die Freiwilligen Verbände aus den USA im Keime erstickt.
Ein liberträres Paradies wird in den Folgebänden duch den verrückten Wissenschaftler und seine Machenschaften bedroht.
Am Anfang noch sehr bodenständige SciFi, entwickelt sich das ab dem dritten Band stark weiter

Kirk Mitchell
"Procurator" /Procurator 1984
"Imperator" / New Barbarians 1986
"Liberator" / Cry Republic 1989
Ein Alternativweltroman in dem das römische Reich nie zerbrach und im wesentlichen die einzige westliche Weltmacht ist.
Steampunk mit Intrigen im Römischen Reich mit skurrilen Technologien (Dampflandgaleeren, Druckluft-Pili)

Jerry Pournelle & Larry Niven
"Fußfall" Footfall 1989
Fortgeschrittene Aliens verändern die Gene einer Spezies von der Erde um sie zu ihren Dienern zu machen.
Nachdem die Aliens ausgestorben sind erinnern sich die Diener an ihre Heimat und schicken ein riesiges Generationenraumschiff zur Erde zurück.
Da hat sich inzwischen eine andere Spezies in der Nische für intelligentes Leben breit gemacht.
Es kommt zum Konflikt mit der gerade mal Raumfahrenden Zivilisation auf der Erde im man mit einem Fußfall droht.

Gregory Benford & David Brin
"Im Herzen des Kometen" In the Heart of the Comet 1985
Wissenschaftler brechen zu einem Kometen auf und untersuchen den.
Erinnert am Ende so an wenig an den Film IO bei Netflix, auch wenn viel spannender.
Crossover Io mit Alien?
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Offline Wanderer

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #3 am: 29.01.2019 | 08:06 »
Ebenso Abo!  :d

Science Fiction mit deutlichem Schwerpunkt auf (Hard-) Science habe ich definitiv zu wenig im Regal.
Schonmal Danke für die bisherigen Tips!
Wanderer

Online First Orko

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #4 am: 29.01.2019 | 08:48 »
Abo mit Hoffnung auf ein paar zeitgenössische Vorschläge ;) Hab mir mal ein paar der genannten auf Amazon angeschaut... Einiges ist doch noch stark durch Kalter Krieg, Kommunismus und dergleichen geprägt. Das reizt mich persönlich eher weniger  :-\
It's repetitive.
And redundant.

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Ludo Liubice - Der lübecker Brett- und Rollenspielverein

Offline Caranthir

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #5 am: 29.01.2019 | 09:51 »
Andy Weir
Der Marsianer/The Martian 2011/2014

Der Nasa-Astronaut Mark Watney wird nach einem Unfall für tot gehalten auf dem Mars zurückgelassen. Seine Kollegen machen sich auf den Heimweg zur Erde. Watney schafft es, Kontakt zur Erde aufzunehmen und repariert die Basis und baut Nahrung an, um auf dem Mars Jahre bis zu seiner möglichen Rettung zu überleben.
Lese: Fate Märchenkrieger, LOS! - Fate Opus Magnum - Fate Grimoire - Degenesis Black Atlantic

Leite: Der Eine Ring (Kampagnen in Wilderland und Rohan)

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Offline Trichter

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #6 am: 29.01.2019 | 10:18 »
Ausgehend von diesem Thread: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,107149.msg134637822.html
Kann ich noch folgende Bücher empfehlen:

Peter Watts "Blindflug"
Ein merkwürdiges Objekt nähert sich dem Sonnensystem und wird von einer Erkundungsmission der Erde abgefangen. Eines der wenigen SciFi Bücher, die ein richtiges Literaturverzeichnis zu aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Anhang haben. Der Autor erklärt damit im Nachwort wo im Werk die Grenze zwischen Science und Fiction verläuft. Ansonsten liegt der philosophische Askept stark auf der Definition von Intelligenz und Bewusstsein.

Frederik Pohl "Gateway"
Ein Asteroid in unserem Sonnensystem verbirgt einen Hangar mit außerirdischen Raumschiffen. Abenteurer der Erde versuchen damit (obwohl sie die Funktionsweise der Schiffe nicht verstehen und nur per Autopilot fliegen können) zu den Sternen aufzubrechen.

Cixin Liu "Die drei Sonnen"
Eine junge chinesische Astronomin empfängt zu Zeiten der Kulturrevolution ein außerirdisches Signal und antwortet. Eigentlich gar nicht so sehr Weltraum-SciFi, weil zumindest im ersten Band gar keine richtigen Raumschiffe vorkommen. Trotzdem sehr interessant, insbesondere was die mögliche Entwicklung von intelligentem Leben in anderen Sonnensystemen angeht (Stichwort: Dreikörperproblem). ;)

Offline Mogelpack

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #7 am: 29.01.2019 | 11:15 »
Die von mir gennanten Bücher sind schon echte "Klopper". In Anathem z.B. empfiehlt es sich, den Index hinten zu studieren, da Stephenson ein ganz eigenes Universum erschaffen hat. Nichts desto trotz kann ich alle drei Bücher empfehlen, da diese so nah am Hard-Science dran sind, wie möglich.

Greg Bear
Äon
Spielt in etwa zur Zeit des Kalten Krieges. Es kommt zu einem außergewöhnlichen astronomischen Ereignis, als ein Objekt, dass fortan der "Stein" genannt wird, in die Erdumlaufbahn eintritt. Zahllose Fragen stehen im Raum: Woher kommt das Objekt so plötzlich? Ist es außerirdischen Ursprungs? Die derzeitigen Weltmächte rüsten Expeditionen um den Stein gemeinsam zu erforschen, denn er ist innen hohl. Daraus ergibt sich eine technologische Erkundunsgmission, die wegen der brisanz eines drohenden Atomkrieges bald aus dem Ruder zu laufen scheint. Der Stein enthält mehrere Kammern. Was verbirgt sich in der letzen?

Stanislaw Lem
Fiasko
Die Menschheit entsendet ein Raumschiff, um mit den Bewohnern eines fremden Planeten Kontakt aufzunehmen. Doch die Kommunikation erweist sich als schwierig und bald schon befindet sich die Besatzung in einem militärischen Konflikt. Die Wahl der Waffen wird immer extremer und schon bald droht die Vernichtung des Planeten. Es droht ein Fiasko...

Neal Stephenson
Anathem
Spielt in einem Parlelluniversum. Fra Erasmas, ist der Angehörige einer klösterlichen Gemeinschaft. Der Planet, auf welchem er lebt, hat technische Entwicklung und Forschung hinter Klostermauern verbannt, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Planetenweiten Verwüstungen kam. Noch dazu, die Mönche/Mahtematiker/Wissenschaflter dürfen ihre Wissenschaft nur im Geiste ausführen. Da wird der Lehrmeister Erasmas aus dem Konvent verbannt, weil er etwas unsagbar wichtiges und gefährliches entdeckt hat.
"Du hast mich in einer seltsamen Phase meines Lebens getroffen."
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Offline Kowalski

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #8 am: 29.01.2019 | 11:41 »
Abo mit Hoffnung auf ein paar zeitgenössische Vorschläge ;) Hab mir mal ein paar der genannten auf Amazon angeschaut... Einiges ist doch noch stark durch Kalter Krieg, Kommunismus und dergleichen geprägt. Das reizt mich persönlich eher weniger  :-\

Wenn man die Periode kennt, also in den 1970-ern und 1980-ern aufgewachsen ist, stört das nicht, im Gegenteil.
Ich kann halt nur empfehlen was ich kenne und für lesbar und genießbar halte.
Marsianer wollte ich jetzt nicht nennen (durften andere tun) und "The Three Body Problem" sehe ich so als Grenzfall, da ist mir zu viel Überlicht mit dabei. Dafür befasst sich das mit der Kulturrevolution was für mich ziemlich Neuland ist.

Interessant finde ich wie in Zeiten von Konflikten mit den Menschen umgegangen wird.
Ein Unterschied zu heute ist das bis in die 1990-er die normalen Menschen als von dem jeweiligen System geknechtet und hinters Licht geführt porträtiert wurden (auf beiden Seiten, hatte das Vergnügen erst den Kommunismus und dann den Kapitalismus kennen zu lernen, und ja die Masse läuft mit und macht das beste draus.

Interessanterweise ist die persönliche Polarisierung in sozialen Netzwerken heute viel stärker, zumindest unter politisch interessierten Leuten. Was eher fehlt ist die Neugier aufeinander (heute "ach so Typen kenn ich, habe ich Schublade mit PFUI! als Sticker dran"), ein Dialog und ein Ringen um Erkenntnis. Aber ich schweife ab,

In Zeiten von Trump, Kriegen in Syrien, Irak, Afghanistan, brodelnden Konflikten um Venezuela um Israel und die Palästinenser, um die Ukraine, ist ein Blick zurück auf die Fehler und Methoden zu deeskalieren sicher gut. Auch literarisch.
Ob Gottesstaat, ob Kommunismus, Orthodoxien haben eine bestimmte Art und Weise mit Dissidenten und Andersdenkenden umzugehen. Da sieht man Ansätze schon heute.

Insofern ist ein vollständiges Ignorieren fehl am Platze (ok, Interesse siegt trotzdem)
Gerade Cyril M. Kornbluth hat einen Messerscharfen verstand und ich konnte seine Werke bis jetzt immer genießen.
Die sind so spitzzüngig, echt zeitlos das Zeug.
Und bei allen Gedanken machen wirklich kurz. Richtig schön auf die prägnanten Sachen eingedampft.

Wenn man mal den Monolithen und das mystische/psychedelische drumherum ignoriert ist 2001 und 2010 auch HardScifi. 3001, Finger weg, einfach Unsinn extrapoliert. Damit wäre Independence Day (der Film) auch hard Sci Fi (und ich denke das ist herrlich flacher Mumpitz)

Orson Scott Card "Enders Spiel" Enders Game 1985 hat als einziges technisches Gimmick Kommunikation in Nullzeit. Ok und den md (den kleinen Doktor)
Ich finde das ist trotzdem weitgehend Hard Sci Fi, vor allem sind die Zeiträume VIEL länger als im Film dargestellt (also im Prinzip nicht ein Schuljahr, sondern ganz Hogwarts in Space)

A propos Konflikte
Tom Clancy Red Storm Rising 1986
Ein Roman auf der Höhe des Ost-West Konfliktes, vor Tschernobyl geschrieben.
Eine Sabotage/Unfall zerstört die größte Raffinerie in der Sowjetunion. Eine Hungersnot gewaltigen Ausmaßes droht. Um an die nötigen Ölreserven am persischen Golf (Iran hauptsächlich) zu kommen die hier Abhilfe schaffen sollen strickt die oberste Führung einen Ablenkungsplan der eine Eskalation in Europa vorsieht.
Ein sowjetischer Panzergeneral schlägt vor mit den in der DDR stationierten Truppen an dem gleichen Samstag der Krisensitzung (also sofort) loszuschlagen.
Das wird abgelehnt und ein elaborierter Plan tritt in Kraft der Truppen zu einem Großmanöver im Osten des Warschauer Paktes aufmarschieren lässt.
Die NATO kriegt das teilweise mit und verlegt Truppen nach Europa. Als es losgeht gelingen einige Husarenstücke (Island, Grönland, Atlantikflotte).
Es kommt zu einem Vorstoß durch die Fulda Gap und die Schrecklichkeit des konventionellen Krieges nimmt ihren Lauf.

Wer z.B. Deutschland 1983 bei Netflix angeschaut hat, kann sich denken das es da Spitz auf Knopf stand.
Interessanterweise deeskaliert Clancy seine Rhetorik und in "The Cardinal of the Kremlin" 1988 ist auf Sowjetischer Seite ein Generalsekretär wie Gorbatschow zu bestaunen. Da wird ein Militärcoup gegen den reformerischen Flügel der kommunistischen Partei mit ein wenig Hilfe der CIA in der Sowjetunion abgewehrt.

Insofern sind viele Romane von Clancy, weil die Geschichte anders verlief, für mich Alternativwelt Romane.
Aber der Mensch ist ziemlich prophetisch.
Auch das die USA den Ölpreis dazu verwenden um ihnen mißliebige Regimes die am Öltropf hängen zu schwächen (wie in Red Storm Rising auch. Das war einer der Gründe wieso die Sowjetunion nicht nach Hilfe gefragt hatte......)
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Offline Tante Petunia

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #9 am: 29.01.2019 | 12:56 »
Abo!  :d
Danke für das Zusammentragen!
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Offline Kowalski

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #10 am: 29.01.2019 | 13:21 »
Generell sind postapokalyptische Szenarien eher Hard Science

David Brin "Postman" The Postman 1985
Nach einer Apokalypse verbinden sich die Überreste der Zivilisation über einen freiwilligen Postboten. Den eher despotisch eingestellten Gruppen ist der Postdienst ein Dorn im Auge. Die Verfilmung war durchaus gut.

Orson Scott Card "The Folk of the Fringe" 1989
Nach einer Apokalypse leben Überlebende in den Bergen. Einige haben den Traum vom Fliegen in selbstgebauten Gleitern. Auch hier kämpft das Chaos gegen eine neu aufflammende Ordnung.
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Offline Pyromancer

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #11 am: 29.01.2019 | 23:46 »
Peter Watts "Blindflug"
Ein merkwürdiges Objekt nähert sich dem Sonnensystem und wird von einer Erkundungsmission der Erde abgefangen. Eines der wenigen SciFi Bücher, die ein richtiges Literaturverzeichnis zu aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Anhang haben. Der Autor erklärt damit im Nachwort wo im Werk die Grenze zwischen Science und Fiction verläuft. Ansonsten liegt der philosophische Askept stark auf der Definition von Intelligenz und Bewusstsein.

Ein großartiges Buch! Und es steht unter einer CC-Lizenz; das englische Original ("Blindsight") gibt's für umsonst im Netz, sowohl als html als auch als pdf und in diversen e-Reader-Formaten:
https://rifters.com/real/Blindsight.htm


Offline Kowalski

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Re: Wissenschaftliche (Hard SciFi)
« Antwort #12 am: 15.02.2019 | 18:39 »
Weitere Bücher die eher Hard SciFi sind:

Neal Stephenson
Snow Crash (1992) Ein so realistischer Cyberpunk Roman das mehrere Ideen hieraus Einfluss in unsere Computerspiele und IT Technik gefunden haben.
Snow Crash ist ein typischer Vertreter der "gleich um die Ecke" Technologie findet, also Technologie aus den Laboren die im großen Maßstab angewendet die Welt bald verändern würde.

Neal Stephenson
The Diamond Age (1995), ein Buch das über Nanotechnologie in der Mikro- und Makroskala sinniert. Etwas weiter weg wie Snow Crash, aber dennoch bildgewaltig.

Neal Stephenson
Cryptonomicon (1999) ein Buch das auf die eine oder andere Art "Pirate Bay" vorwegnimmt und gleichzeitig die Protagonisten nach verschwundenem WK2 Gold auf den Philippinen suchen lässt.
Für Menschen die sich mit Verschlüsselung und Chiffrierung befassen interessant.

Neal Stephenson
Reamde (2011), ein Buch das Trojaner, MMORPGS, dezentrale Geldsysteme und internationale Drogenkartelle mischt, noch bevor Bitcoin gross als Geldwäschevehikel von sich sprechen ließ.

Neal Stephenson
SeveNeveS (2015), ein Buch das mehrere Größenordnungen über den Ereignissen vom Film Gravity angesiedelt ist und sich mit Raumfahrt auf heutigem oder leicht zukünftigen Level beschäftigt. Für Kerbal Space Program Fans, aber nicht nur diese, ein Genuss.
Relativ viel Hard Science
Und ein, für manche, überaschendes Ende (samt letztem Buch das die Ereignisse aus einer Perspektive ein paar Tausend Jahre in der Zukunft betrachtet)
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