Autor Thema: DUNE - besser im Original  (Gelesen 896 mal)

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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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DUNE - besser im Original
« am: 14.03.2019 | 21:09 »
Ich bin zur Zeit dabei, die Dune-Romane (und das sind nur die von Frank Herbert, das ganze Anderson-Zeuch kommt mir nicht ins Haus) komplett zu lesen, und zwar parallel auf deutsch und englisch. Meine Fresse, der alte Übersetzer hat sich da ja einiges erlaubt bzw. teilweise nicht verstanden, was im Original gesagt wurde. Und dazu eigenmächtig Teile von Herbert rausgeschmissen, und dafür eigene Zusätze reingeschmissen.

Ich bin da momentan etwas zweispältig - einerseits sind diese deutschen Vergewaltigungen immer noch das, was mich in das Universum geführt und geprägt hat, aber wenn ich das Origoinal lese, so ist das Ganze schlüssiger und eleganter.
Die Neuübersetzung übrigens macht in meinen Augen fast alles richtig.

Bei Gelegenheit werde ich hier vielleicht mal einige Details der sagenhaften Unverfrorenheit des alten Übersetzers präsentieren. Teilweise macht es einen richtig wütend.
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Offline Talasha

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #1 am: 14.03.2019 | 21:13 »
Wie heißen denn die Übersetzer?

"Haben Sie Bücher zu Pawlows Hunden und Schrödingers Katze?"
"Da klingelt was bei mir, aber ich kann nicht sagen ob sie da sind oder nicht"

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #2 am: 14.03.2019 | 21:18 »
Der alte war Ronald M. Hahn - und ich muss sagen, er hat durchaus auch atmosphärische Szenen hinbekommen. Aber sein dreistes Ignorieren mancher Stellen, seine Unterlassungen und Hinzufügungen - die mir erst jetzt klargeworden sind - kann ich nicht nachvollziehen.

Der Neuübersetzer heisst Jakob Schmidt.
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Offline Timberwere

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #3 am: 14.03.2019 | 21:21 »
Der Neuübersetzer heisst Jakob Schmidt.

a.k.a. unser Rumpel. :)

Zitat von: Dark_Tigger
Simultan Dolmetschen ist echt kein Job auf den ich Bock hätte. Ich glaube ich würde in der Kabine nen Herzkasper vom Stress bekommen.
Zitat von: ErikErikson
Meine Rede.
Zitat von: Shield Warden
Wenn das deine Rede war, entschuldige dich gefälligst, dass Timberwere sie nicht vorher bekommen hat und dadurch so ein Stress entstanden ist!

Offline Pyromancer

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #4 am: 14.03.2019 | 23:11 »
Witzig! Ich les auch gerade Dune wieder, und hab, weil ich es einer Freundin ausleihen will, die es noch nicht kennt, zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder in meine deutsche Ausgabe geschaut - und die ist tatsächlich schlechter, als ich sie in Erinnerung habe. Hoffentlich trotzdem gut genug, um zu begeistern.

Nebenbei: Noch bis Samstag gibt es in der Arte-Mediathek die Doku zu "Jodorowsky's Dune" - sehenswert!

Offline JS

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #5 am: 14.03.2019 | 23:13 »
Aber sein dreistes Ignorieren mancher Stellen, seine Unterlassungen und Hinzufügungen - die mir erst jetzt klargeworden sind - kann ich nicht nachvollziehen.

Das ist ja auch ein Unding, finde ich. Übersetzung müssen mMn zumindest inhaltlich vollständig sein und schon eng am Original bleiben.
Wer gern sagt, was er denkt, sollte vorher etwas gedacht haben.
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Offline Kowalski

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #6 am: 14.03.2019 | 23:54 »
Umm. Das Problem ist oft das in D Bücher auf bestimmte Seitenlängen gekürzt wurden.
Damit man das dann für 3,99 DM verkaufen kann, weil unter 140 Seiten.

Da wird die Story eingedampft was das Zeug hält.
Wer hat nicht in seiner Jugend auch die Pelikan-Sammelbücher im DIN A7(???) Format gelesen?
Ich schon.
Grässlich.

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Offline Camouflage

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #7 am: 15.03.2019 | 01:38 »
Ich bin zur Zeit dabei, die Dune-Romane (und das sind nur die von Frank Herbert, das ganze Anderson-Zeuch kommt mir nicht ins Haus) komplett zu lesen, und zwar parallel auf deutsch und englisch. Meine Fresse, der alte Übersetzer hat sich da ja einiges erlaubt bzw. teilweise nicht verstanden, was im Original gesagt wurde. Und dazu eigenmächtig Teile von Herbert rausgeschmissen, und dafür eigene Zusätze reingeschmissen.

Das könnte erklären, warum ich die deutsche Version nie komplett durchgehalten habe. Die Englische dürfte mittlerweile das Buch sein, das ich am häufigsten gelesen habe (4 mal mittlerweile, plus noch ein paar Mal das Hörbuch).
Zitat
12. To beat your enemy, you must know him. 13. Your enemy is the highest authority on the topic of himself. 14. So listen when your enemy speaks, but do not credit his words. 15. Listening is a real bargain. 16. Credit ist way overpriced.
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Offline Weltengeist

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #8 am: 15.03.2019 | 06:57 »
a.k.a. unser Rumpel. :)

Echt jetzt? Das ist ja mal cool! :d

Jetzt setze ich mir das schon deshalb nochmal auf die Leseliste - ist immerhin auch schon 20 Jahre her, dass ich das zuletzt in Händen hatte.

(Manchmal wünsche ich mir ja eine Übersicht, welche Tanelornis wo Beiträge zur Community geleistet haben. Das ist so dermaßen viel hier, dass ich immer wieder auf Überraschungen stoße.)
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

Spielleitermotto: Ein Kaufabenteuer ist eine Geschichte, wie sie hätte passieren können, wenn man keine Spieler darauf losgelassen hätte.

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Offline korknadel

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #9 am: 15.03.2019 | 07:07 »
Ich bin zur Zeit dabei, die Dune-Romane (und das sind nur die von Frank Herbert, das ganze Anderson-Zeuch kommt mir nicht ins Haus) komplett zu lesen, und zwar parallel auf deutsch und englisch. Meine Fresse, der alte Übersetzer hat sich da ja einiges erlaubt bzw. teilweise nicht verstanden, was im Original gesagt wurde. Und dazu eigenmächtig Teile von Herbert rausgeschmissen, und dafür eigene Zusätze reingeschmissen.

Ich bin da momentan etwas zweispältig - einerseits sind diese deutschen Vergewaltigungen immer noch das, was mich in das Universum geführt und geprägt hat, aber wenn ich das Origoinal lese, so ist das Ganze schlüssiger und eleganter.
Die Neuübersetzung übrigens macht in meinen Augen fast alles richtig.

Bei Gelegenheit werde ich hier vielleicht mal einige Details der sagenhaften Unverfrorenheit des alten Übersetzers präsentieren. Teilweise macht es einen richtig wütend.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es zwei Versionen der Hahnschen Übersetzung, die erste wurde gekürzt, weil die deutschen Taschenbücher damals Normgrößen hatten, um in die Drehständer zu passen.

Ein Problem bei der Übersetzung von Werken wie Dune in der damaligen Zeit war, dass es eben noch kein Internet gab. Ein Moby Dick-Übersetzer, der gut bezahlt wurde, hat sich dann schon mal tagelang in Bibliotheken verkrochen, um Obskures und Unverständliches zu recherchieren, aber ein Übersetzer für Taschenbuch-Trash, der, um seine Miete zahlen zu können, alle zwei, drei Monate so ein Buch raushauen muss, der hatte einfach keine Chance, jeder obskuren Vokabel nachzujagen. Da wurde zwangsläufig gedichtet. Und das immerhin konnte Hahn sehr gut.

Dank Internet und der Assistenz eines Arabischmuttersprachlers ist Rumpels Übersetzung natürlich in vielen Dingen genauer, bei denen Hahn damals teils einfach auch keine Chance hatte.
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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #10 am: 15.03.2019 | 08:56 »

Ein Problem bei der Übersetzung von Werken wie Dune in der damaligen Zeit war, dass es eben noch kein Internet gab. Ein Moby Dick-Übersetzer, der gut bezahlt wurde, hat sich dann schon mal tagelang in Bibliotheken verkrochen, um Obskures und Unverständliches zu recherchieren, aber ein Übersetzer für Taschenbuch-Trash, der, um seine Miete zahlen zu können, alle zwei, drei Monate so ein Buch raushauen muss, der hatte einfach keine Chance, jeder obskuren Vokabel nachzujagen. Da wurde zwangsläufig gedichtet. Und das immerhin konnte Hahn sehr gut.

Dank Internet und der Assistenz eines Arabischmuttersprachlers ist Rumpels Übersetzung natürlich in vielen Dingen genauer, bei denen Hahn damals teils einfach auch keine Chance hatte.

Sehe ich genauso. Ich habe auch immer noch große Achtung vor der Hahn-Übersetzung - die auch meine erste Dune-Lektüreerfahrung war. Die inhaltlichen Fehler sind zwar teilweise wirklich haarsträubend (allein schon die Aussage in der Widmung wurde ins Gegenteil verkehrt), aber atmosphärisch ist sie m.E. großartig, und auch in der Übersetzung vieler Begriffe ist sie einfach nicht zu toppen (am besten gefällt mir in dem Zusammenhang MAFEA).

Ich habe bei der Neuübersetzung deshalb auch gar nicht versucht, mich im Tonfall abzugrenzen - habe aber zugleich gänzlich vermieden, während der konkreten Arbeit daran in die Hahn-Übersetzung reinzuschauen. Ich hoffe, dass dadurch eine eigenständige Arbeit herausgekommen ist, die aber trotzdem auf den Schultern der vorangegangenen Übersetzung steht und den positiven Nachhall von ihr, den ich ohnehin im Kopf hatte, mitnimmt.
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Offline KhornedBeef

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #11 am: 15.03.2019 | 09:42 »
[...]
Nebenbei: Noch bis Samstag gibt es in der Arte-Mediathek die Doku zu "Jodorowsky's Dune" - sehenswert!
WIE ist das bis jetzt an mir vorbeigegangen?? Damit meine ich, ich höre zum ersten Mal von diesem Film.
Danke für den Tip!

Bonus: Ich habe gesehen dass es für 2020 eine Neuverfilmung geben soll   :d
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Offline Kowalski

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #12 am: 15.03.2019 | 09:53 »
WIE ist das bis jetzt an mir vorbeigegangen?? Damit meine ich, ich höre zum ersten Mal von diesem Film.
Danke für den Tip!

Bonus: Ich habe gesehen dass es für 2020 eine Neuverfilmung geben soll   :d

Naja, weil es den Film eben nie wirklich gab

Leider!!!! Hier Spuren auf YT
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Offline Urias

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #13 am: 15.03.2019 | 10:37 »
Hab Dune auch sowohl auf deutsch als auch auf englisch gelesen und (deutsch ist jetzt fast zehn Jahre aus) und meiner Erinnerung nach gibts in der deutschen Version halt schon einige Übersetzungen die ein wenig holprig oder seltsam sind. Mein Favorit ist hierbei Plumpser/Thumper bei dem ich halt immer an Toiletten denken muss. Und natürlich die vollkommene - aber nicht unclevere - Neuschöpfung der "Merkantilen Allianz für Entwicklung im All".

Davon ab: Jodorovsky ist crazy as fuck und ich wünsche mir so sehr den Film hätte es gegeben. Er hätte so ungefähr nichts mit Dune zu tun gehabt und wär ein einziger achtstündiger Drogentrip geworden. Aber nachdem jetzt  immer mehr vom Cast bekannt wird habe ich durchaus Hoffnung für die 2020 Version.
Ohne Gott ging es nicht weiter, und so hab ich mich entschieden, / meiner ist jetzt der Alkohol. / Ich trank ein paar Schlücke und ich fand meinen Frieden / und ich fühlte mich kurzfristig wohl. - Joint Venture, Der trinkende Philosoph

Offline Erdgeist

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #14 am: 15.03.2019 | 11:08 »
Bei Gelegenheit werde ich hier vielleicht mal einige Details der sagenhaften Unverfrorenheit des alten Übersetzers präsentieren.
Ja, bitte! :)

Online First Orko

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #15 am: 15.03.2019 | 11:31 »
Naja, weil es den Film eben nie wirklich gab

Leider!!!! Hier Spuren auf YT

Dann aber auch unbedingt das Video dazu angucken, in dem die künstlerischen Einflüsse und Verbindunen aufgezeigt werden, die aus der Jodorowsky-Planung entstanden sind - und die uns die einflussreichsten SciFi-Filme der Filmgeschichte eingebracht haben!
Wer mehr über den Dune-Film, der nie gedreht wurde, wissen will, sollte 46.000 Doller locker haben  ;D
« Letzte Änderung: 15.03.2019 | 11:33 von First Orko »
It's repetitive.
And redundant.

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Offline Pyromancer

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #16 am: 15.03.2019 | 12:13 »
Dann aber auch unbedingt das Video dazu angucken, in dem die künstlerischen Einflüsse und Verbindunen aufgezeigt werden, die aus der Jodorowsky-Planung entstanden sind - und die uns die einflussreichsten SciFi-Filme der Filmgeschichte eingebracht haben!

Ich empfehle nochmal die Dokumentation "Jodorowsky's Dune", die noch bis morgen in der Arte-Mediathek online ist. Da haben auch die ganzen Youtube-Filmchen ihre Schnipsel her. :)

Offline Zarkov

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #17 am: 15.03.2019 | 13:26 »
Vor langen Jahren bin ich übrigens einmal in einem Heyne-Science-Fiction-Jahresband auf einen Artikel gestoßen, der das Thema "Religion in der SF" behandelte. (Keine Ahnung, welche Ausgabe genau; ich glaube, irgendwann, als ich in der Oberstufe war oder kurz davor war, und gerade Freistunden durch Stöbern in einer Buchhandlung totschlug. So 1990, 1993 rum?)

Einige Aussagen des Textes sind mir noch in Erinnerung. Unter anderem beklagte die Verfasserin, daß, obwohl im Wüstenplanet das Thema ziemlich zentral sei, sie die sehr unzureichende Behandlung durchaus nicht befriedigen könne. Sie habe zwar nur die deutsche Ausgabe gelesen, aber (das stand explizit so da) am Übersetzer könne ihre Unzufriedenheit nie und nimmer liegen, das sei nämlich Ronald M. Hahn und der sei, wie jeder wisse, ein phantastisch guter Übersetzer und würde nie im Leben was falsch oder sinnentstellend übersetzen.

Als ich später dann einmal die deutsche und englische Ausgabe vergleichen konnte, hab ich mir rückwirkend gleich zwei Mal an den Kopf gefaßt.

Immerhin war mir seit da der Name Ronald M. Hahn ein Begriff.
»… hier wirkt schon uneingeschränkt das sogenannte Lemsche Gesetz (Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es nicht; wenn er es versteht, vergißt er es sofort) …«*

Offline Kowalski

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #18 am: 19.03.2019 | 00:51 »
Ich fand Dune toll, hatte das Buch kurz vor oder nach dem Film gelesen und fand es klasse.
Den Nachfolger nicht so sehr.

Das lesen des Englischen Buchs hat mir dann wieder die Qualität noch mal deutlich vor die Augen geführt.
Da Frank Herbert längere Zeit im Nahen und Mittleren Osten unterwegs war ist seine Anlehnung der Fremen an die arabische und islamische Kultur nur zu deutlich zu sehen.

In gewissem Sinne hatte Herbert die Konflikte um den Persischen Golf und die Nachwehen des endes des Osmanischen Reiches vorweg genommen.
Obwohl, ehrlich, die Gegend seit dem 2-ten Weltkrieg nicht zur Ruhe kommt.
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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #19 am: 19.03.2019 | 01:25 »
Wenn ich mich recht erinnere, gibt es zwei Versionen der Hahnschen Übersetzung, die erste wurde gekürzt, weil die deutschen Taschenbücher damals Normgrößen hatten, um in die Drehständer zu passen.

Ein Problem bei der Übersetzung von Werken wie Dune in der damaligen Zeit war, dass es eben noch kein Internet gab. Ein Moby Dick-Übersetzer, der gut bezahlt wurde, hat sich dann schon mal tagelang in Bibliotheken verkrochen, um Obskures und Unverständliches zu recherchieren, aber ein Übersetzer für Taschenbuch-Trash, der, um seine Miete zahlen zu können, alle zwei, drei Monate so ein Buch raushauen muss, der hatte einfach keine Chance, jeder obskuren Vokabel nachzujagen. Da wurde zwangsläufig gedichtet. Und das immerhin konnte Hahn sehr gut.

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Gut zu wissen wenn man das eng. Orginal nicht kennt. Na dann probiere ich es jetzr mal mit der Neuen v. Rumpel.

PS: so jetzt ist auch noch ne Kindheitserinnerung 80ziger/90ziger an damals packender SF JugendLiteratur beim Schreiben aufgetaucht. Irgendwas mit vs Echsenmenschen blau/gebundenes Buch sechsteiler....gruebel  ;D
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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #20 am: 19.03.2019 | 05:25 »
Vor langen Jahren bin ich übrigens einmal in einem Heyne-Science-Fiction-Jahresband auf einen Artikel gestoßen, der das Thema "Religion in der SF" behandelte.

Ist wahrscheinlich nicht der betreffende Artikel, aber eventuell die selbe Autorin:

(über Dune) "Die Sprache stampft gewichtig daher, und man laste sie nicht dem Übersetzer an, denn das ist Ronald M. Hahn" (Hundertmarck, Rosemarie: "Über das Risiko, Messiasgestalten in der Science Fiction zu schildern. Vortrag im Rahmen der FreiCon 1995", in: Jeschke, Wolfgang (Hrsg.): "Das Science Fiction Jahr 1996", München 1996, S. 645.)

Das war gerade ein Zufallsfund, weil die meisten meiner SF Jahrbücher inzwischen in Umzugskartons zwischengelagert sind (bis das mit dem Lottogewinn klappt, und ich mir ein Haus leisten kann, in dem ein ganzes Stockwerk nur Bibliothek ist  ~;D ).
History has a cruel way with optimism
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Offline Zarkov

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Re: DUNE - besser im Original
« Antwort #21 am: 19.03.2019 | 17:06 »
Ist wahrscheinlich nicht der betreffende Artikel, aber eventuell die selbe Autorin:

(über Dune) "Die Sprache stampft gewichtig daher, und man laste sie nicht dem Übersetzer an, denn das ist Ronald M. Hahn" (Hundertmarck, Rosemarie: "Über das Risiko, Messiasgestalten in der Science Fiction zu schildern. Vortrag im Rahmen der FreiCon 1995", in: Jeschke, Wolfgang (Hrsg.): "Das Science Fiction Jahr 1996", München 1996, S. 645.)

Datum ist ein paar Jahre zu spät, aber sonst klingt das nach einem Treffer. Sehr schön. :d
»… hier wirkt schon uneingeschränkt das sogenannte Lemsche Gesetz (Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es nicht; wenn er es versteht, vergißt er es sofort) …«*