Autor Thema: FHTAGN und das generische Femininum  (Gelesen 3265 mal)

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Offline Rhylthar

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #150 am: 31.10.2019 | 20:11 »
Ich wollte mich da jetzt gar nicht als blöd angesprochen markieren, ich muss mir gegenüber da ganz ehrlich sagen, dass ich ab einem gewissen Verbissen werde und dann auch nicht unbedingt davon ablassen will.
Es ging mir nur drum, dass man das hier bitte nicht auf den Urheber des Strangs und das Thema im Allgemeinen übertragen sollte.
Kein Thema, ich meine das auch ganz allgemein und die Urheber des Strangs sind mal gar nicht angesprochen als "Verursacher" der Diskussion.  ~;D

Kritisieren, erläutern, Gegenargumente...und dann akzeptieren oder zumindest irgendwie tolerieren, was andere denken, ohne in Verbissenheit und Extreme zu fallen. Hilft wahrscheinlich bei solchen Diskussionen der delikaten Themen in letzter Zeit am besten. Aber natürlich nur meine Meinung.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline Anderster

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #151 am: 1.11.2019 | 00:35 »
Ich empfand das generische Femininum beim Lesen von FHTAGN als störend und habe deshalb nach einigen Kapiteln aufgehört weiter zu lesen. Ich werde in einem Rollenspielbuch lieber als Spielleiter angesprochen, nicht als Spielleiterin.
Eine geschlechtergerechte Sprache funktioniert mit dem generischen Femininum mMn nicht. Ich hoffe, dass sich das generische Femininum in deutschen Rollenspielverlagen nicht durchsetzt, sonst werde ich in Zukunft die englischen Originale den tollen deutschen Übersetzungen vorziehen.

Offline D. Athair

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #152 am: 1.11.2019 | 01:47 »
es entspricht das grammatikalische Geschlecht im Deutschen nicht dem tatsächlichen (das Weib, der Schrank, die Tür) oder nur zufällig.
Und unsere Hirne assoziieren trotzdem grammatisches Geschlecht mit sozialen geschlechtlichen Attribuierungen.
Oder: Die Psyche des Menschen interessiert sich einen Scheiß für die Unterscheidung Geschlecht vs. grammatisches Geschlecht. Dazu gibt es etliche Studien. Das ist ja auch der Grund dafür, warum sprachliche Änderungen angestrebt werden.

50% der Bevölkerung liest das generische Maskulinum und muss seit Jahr und Tag die Transferleistung aufbringen, dass nicht nur Männer damit gemeint sind. Jetzt dreht man das halt mal um. Und schwupps, das Dilemma ist da. Denn nun muss die andere Seite mal etwas nachdenken.
Tatsächlich ist mein wesentlicher Kritikpunkt am generischen Feminin, dass er inter* und nicht-binäre Personen noch mehr unsichtbar macht, als der generische Maskulin das tut. Die Argumente für den generischen Maskulin sind schwach (grammatikalische Korrektheit, Tradition) aber (unrechte) "Norm". Insofern kann man jedenfalls kaum (absichtliche) Ausgrenzungsabsicht unterstellen. Der generische Feminen jedoch zeigt, dass sich Leute Gedanken gemacht haben, aber ihnen Minderheiten dann doch nicht wichtig genug sind, sondern dass die/wir unter den Tisch fallen dürfen. (Warum der Disclaimer "alle sollen sich angesprochen fühlen" ein dysfunktionales Feigenblatt ist, wurde oben inhaltlich erläutert.)


Vorteile des generischen Feminins für mich im Schriftbild: Ist leichter durch handschriftliche Änderungen im Schriftbild anzupassen als der generische Maskulin. ("Den Spierlerinnen wird geraten, ..." kann ich ganz gut in "den Spieler.inne.n wird geraten, ..." umwandeln. Das ist bei "den Spielern wird geraten, ..." so nicht mglich.)  Die Punktation, Artikel und Pronomen anzupassen ist ein Aufwand, den ich eigentlich nicht betreiben will. Gerade nicht bei längeren Texten aka Büchern.
Weitere Ausführungen zu dem Thema hab ich in dem ersten Eindruck zu Die Gesellschaft der Träumer geschrieben. (Was dort durch die nicht durchgehaltene Verwendung des generischen Feminins auffällig wird, sind misandrische Stereotype, die es eben doch auch gibt und die man sonst nicht erkennen könnte.)

Ich nehm tatsächlich (wie im Link ausgeführt) nur unter bestimmten Umständen Bücher, die durchgehend in einem generischen Binär-Geschlecht formuliert wurden gern. Wenn ich ständig nur Transfer-Aufgaben zu leisten habe und keinerlei Hilfen bekomme, dann lass ich Bücher auch mal liegen.

PS.: Wer per PN Nachfragen stellen will: gerne.
« Letzte Änderung: 1.11.2019 | 03:01 von D. Athair »
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Offline JaneDoe

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #153 am: 1.11.2019 | 09:00 »
Bei Case' Beiträgen kann ich jedenfalls keine Verbissenheit erkennen, und auch nicht beim generischen Femininum, wie es in Fhtagn! präsentiert wird.

Das ist denke ich ein wichtiger Punkt. Wir sind da nicht verbissen. :) Übrigens genauso wenig, wie von "Zwang" die Rede sein kann. Niemand muss unser Regelwerk lesen oder verwenden. Zwang ist es ja nur, wenn ich es nicht vermeiden kann das zu lesen oder zu verwenden.

Offline KhornedBeef

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #154 am: 1.11.2019 | 09:22 »
Müsste ich raten, würde ich sagen, dass das vorgestellte Geschlecht in aller Regel ohnehin nur zwei Möglichkeiten enthält. Lese ich ProfessX, ist meine Intuition "weiblich". Professor.in, dito. ProfessorIn lese ich als " Professorin, oder Professor" . Alle anderen Geschlechtsnormen waren in der Vergangenheit einfach zu wenig zuverlässig überhaupt Teil der erlebten Wirklichkeit, als dass sich zumindest mein Gehirn darauf einstellen könnte. D.h. wenn man das effektiv darstellen will, muss man zumindest meine dumpfe Rübe noch sehr viel deutlicher ansprechen, mit allen Schwierigkeiten.
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Offline D. Athair

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #155 am: 1.11.2019 | 09:46 »
Müsste ich raten, würde ich sagen, dass das vorgestellte Geschlecht in aller Regel ohnehin nur zwei Möglichkeiten enthält. Lese ich ProfessX, ist meine Intuition "weiblich". Professor.in, dito.
Was a) dran liegt, dass wir alle binär sozialisiert wurden und b) die "Intuition" ist "geschult". In Sinn von: "Alles was nicht (cis) männlich ist, ist weiblich attribuiert". Aka "soziales generisches Maskulin".

Das merkt man v.a. an Bereichen, wo das generische Maskulin nicht wirkt. Fachbücher der Kinderpflege sind gern mal im generischen Feminin verfasst. Das korrespondiert mit der Tatsache, dass wenige Männer in pädagogische Ausbildungsberufe gehen.

Oder: Sprache schafft da durchaus Wirklichkeiten. Wenn man sich um Inklusivität bemüht, dann wird man auch (mehr als zufällige) diverse Interessenten finden. Wenn nicht, dann nicht.

Das ist denke ich ein wichtiger Punkt. Wir sind da nicht verbissen. :)
Sind denn Leute außerhalb von Mann und Frau bei euch im Team?  "Die anderen sollen sich nicht so anstellen" ist immer leicht gesagt, wenn man selbst nicht betroffen ist.
« Letzte Änderung: 1.11.2019 | 10:09 von D. Athair »
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Online Case

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #156 am: 1.11.2019 | 09:48 »
Also es gibt jetzt kein Formular, was auszufüllen wäre, wenn man bei FHTAGN mitmacht. :) Die jeweiligen Präferenzen und Sichtweisen sind Privatsache, da wird auch nicht groß gefragt.

Siehe auch: https://fhtagn-rpg.de/mitwirkende

Offline YY

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #157 am: 3.11.2019 | 15:08 »
Fachbücher der Kinderpflege sind gern mal im generischen Feminin verfasst. Das korrespondiert mit der Tatsache, dass wenige Männer in pädagogische Ausbildungsberufe gehen.

Oder: Sprache schafft da durchaus Wirklichkeiten.

Naaaa ja. Da folgt die Sprache wohl deutlich eher der Situation als andersrum.
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Offline JaneDoe

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Re: FHTAGN und das generische Femininum
« Antwort #158 am: 4.11.2019 | 14:57 »

Wenn man sich um Inklusivität bemüht, dann wird man auch (mehr als zufällige) diverse Interessenten finden. Wenn nicht, dann nicht.
 Sind denn Leute außerhalb von Mann und Frau bei euch im Team?  "Die anderen sollen sich nicht so anstellen" ist immer leicht gesagt, wenn man selbst nicht betroffen ist.

Das "wir sehen das nicht verbissen" bezog sich eigentlich darauf, dass wir zum Nachdenken anregen, aber niemanden zu irgendwas zwingen wollen. Ich weiß nicht, wie du das mit "die anderen sollen sich nicht so anstellen" genau meinst? So war das ja nicht gemeint. Dass unsere Sprachregelung nicht 100% inklusiv ist (wiewohl sie aber so gemeint ist), das wurde ja schon angesprochen und ist nicht von der Hand zu weisen.

Ich glaube allerdings ehrlich nicht, dass man mehr Leute findet, die mitmachen wollen, weil man sich um Inklusivität bemüht. Sondern weil die Leute das System gut finden. Letztlich ist der Hauptpunkt um den es hier geht ein Rollenspielsystem. Und das Kernteam von FHTAGN ist gerade mal 3 Köpfe stark und wie Case schon schrieb fragen wir da nicht nach der Geschlechtsidentität. ;) Natürlich sind wir aber jederzeit für Menschen aller Geschlechtsidentitäten offen, die bei uns mitmachen möchten!
Sondern in erster Linie, wiel die