Autor Thema: Backstory oder nein?  (Gelesen 3326 mal)

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Offline Zupfmeister

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Backstory oder nein?
« am: 12.07.2019 | 11:09 »
Aloha  :hi:

Ich liebe Rollenspiel aber was ich hasse ist es für meinen Charakter eine Geschichte rauszuwürgen! Ich habe dazu keine Lust denn es fällt mir nichts ein und finde, zum hacken und slayen, zum Abenteuern und sonstigen Aktionen braucht es keine Backstory. Mir egal, wo der Kerl her ist, ich brauch das nicht um mich zu identifizieren!

Es gibt aber allen Ernstes Spielleiter, die es nicht gut sein lassen, sondern eine Charakterhistory FORDERN:

Was haltet Ihr von solchen SL?
Fordert Ihr denn Backstorys? Oder findet Ihrs entbehrlich? Warum kann ein SC nicht einfach Gedächtnisverlust haben?

Und nein, Input hilft nichts, ausser der SL schreibt die Geschichte komplett aber das wollen sie meistens nicht ;)

Offline Medizinmann

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #1 am: 12.07.2019 | 11:18 »
Als SL verlange ich das nicht .
Als Spieler habe ich so meine Gedanken bei der Charerschaffung und kann deshalb zu jedem was sagen .Auch zu wichtigen NSC , für Mich gehört es einfach dazu, das man sich ein paar Gedanken zum Char macht und zumindest Grob weiß was seine Motivation ist, was er mag und was nicht...
Wenn der SL das unbedingt will kriegt er 1/2 Seite, selten wollen SL mehr haben ,weil sie sich das ganze ja auch durchlesen .
Viel wichtiger ist das man sich als Spieler Gedanken um den Char macht und ihn während des Spiels glaubhaft darstellt und seine Schwächen und Stärken ausspielt .
in meiner Pathfinder Runde hab ich jetzt 3x immer ein bischen was geschrieben, war aber Freiwillig.
Der SL wollte sowas wie 20 Fragen haben....
Nehh, Moment, das waren andere SLs.
Also es gibt noch die 10/12 oder 20Fragen Kategorie. sowas wollen SL auch immer gerne haben 

mit Freiwilligem Tanz
Medizinmann

Offline Feuersänger

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #2 am: 12.07.2019 | 11:20 »
Hallo Zupfmeister, willkommen im Forum. ^^

Was mich betrifft, reichen für den Hintergrund ein paar Stichpunkte. Als Spieler weigere ich mich, mehr zu schreiben, und als SL weigere ich mich, mehr zu lesen.
Ich sag ja immer, der Charakter soll die Abenteuer in der Spielrunde erleben und nicht davor. Wenn überhaupt, füge ich während einer laufenden Kampagne retroaktiv Elemente zum Hintergrund hinzu.

Und für ein Bier&Brezeliges Hack & Slay ist es eh völlig wurscht. Wenn mir da ein SL sagt, ich müsse mindestens eine Seite Backstory schreiben ehe ich mitspielen darf, kann er mich mal am A
bend besuchen ;)
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

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Offline schneeland

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #3 am: 12.07.2019 | 11:22 »
Klingt nach unterschiedlichen Erwartungen an Spielstil und Inhalt (oder einer fehlgeleiteten Spielleitung, die Hintergrundgeschichten erwartet, "weil man das eben so macht").

Ich stelle es meinen Spielern frei, Hintergrundgeschichten zu schreiben, freue mich aber, wenn jemand sich die Mühe macht, weil mir das oft Anhaltspunkte gibt, die ich für die Verflechtung mit der Welt nutze. So einen Minimalsatz von Informationen a la "wo kommt Dein Charakter her, was hat er früher gemacht, warum geht er abenteuern" hätte ich aber dann doch gern (können jeweils Einsatzantworten sein). Liegt aber sicher auch daran, dass mir reines "ich bin der Krieger und ich geh' jetzt in den Dungeon rein" keine große Freude bringt.
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Offline Isegrim

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #4 am: 12.07.2019 | 11:25 »
Ich denke, ein paar Sticjwort können schon sein. Welcher familiärer Hintergrund bspw, oder warum der jemand überhaupt auf Abenteuer auszieht. Da reichen auch ein paar Worte ("Kleinbauern", Abenteuerlust" etc)

Lange ausformulierte Vorhgeschichten lassen mich immer an meine alten LARP-Tage denken. Wenn eine Orga/SL ein Con mit 100 SCs ausschreibt, lesen die bestimmt nicht 100 dutzendseitige Charakter-Stories. Sie bekommen sie zugeschickt, ja, aber das wars auch schon...  ::)
Lusor lusori lupus.

Offline Exar

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #5 am: 12.07.2019 | 11:31 »
Je nach Fokus der Spielrunde sollte man sich wohl anpassen.
Ein paar Stichpunkte für den SL, die er anspielen oder einbauen kann, sind sicher nicht verkehrt.
Seitenlange Hintergründe schreibt man wohl meist eher für sich selbst, als für andere.

Offline Issi

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #6 am: 12.07.2019 | 11:32 »
Mich stört es nicht, wenn ein SC am Anfang noch keine Hintergrund Geschichte hat.
Manchmal entwickeln sich die Ideen erst beim Spielen.
Was mich aber ein wenig stört, ist, wenn SC dauerhaft so gar kein Profil bzw. keine erkennbare Persönlichkeit haben.
Also quasi nur Nummern sind : "Krieger 249!"
Denn das passt nicht zu der Art, wie ich Spielen mag.

Edit. Vielen Spielern hilft die Hintergrund Geschichte eine SC Persönlichkeit zu entwickeln. Wenn das auch ohne geht, kein Problem.
« Letzte Änderung: 12.07.2019 | 11:37 von Issi »

Offline Pyromancer

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #7 am: 12.07.2019 | 11:32 »
Das kommt extrem auf die Kampagne oder das Szenario an. Es gibt welche, da brauch ich gar nichts an Hintergrund - bei anderen mindestens einen Dreizeiler. Maximum ist eine halbe Seite, mehr mag ich nicht lesen.

Offline YY

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #8 am: 12.07.2019 | 11:34 »
Ich sag ja immer, der Charakter soll die Abenteuer in der Spielrunde erleben und nicht davor. Wenn überhaupt, füge ich während einer laufenden Kampagne retroaktiv Elemente zum Hintergrund hinzu.

So halte ich das auch.

Vor Jahrzehnten hatte ich mal eine Conan-Kurzgeschichtensammlung, die ganz herrlich intellektualisierendes Geschwafel im Vorwort hatte. U.A. war da die Rede davon, dass man Conan über die nicht chronologischen Kurzgeschichten kennenlernt wie jemanden, mit dem man am Lagerfeuer quatscht - der erzählt dann eben, was ihm grad in den Sinn kommt und gibt keinen kompletten Lebenslauf in der richtigen Reihenfolge wieder. Da ist es dann tatsächlich egal, was wo genau hin gehört.
Fand ich ein schönes Bild und so "erschließe" ich mir auch gern meine eigenen Charaktere.


Als SL reagiere ich auf Hinweise, aber die müssen dann schon eher die Form haben, dass man mich ein bisschen schüttelt und schreit "Ich will XYZ!" anstelle eines Nebensatzes in einem 25seitigen Hintergrund - das lese ich nämlich nicht.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline bobibob bobsen

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #9 am: 12.07.2019 | 11:39 »
Das kommt stark auf den Spielstil an. Ich erwarte das von meinen Mitspielern. Der Hintergrund soll aber dann auch Auskunft über das zukünftige Spiel geben (Sprich Abenteueraufhänger produzieren).
Viele Spieler meinen ja das sei nur für den Spieler relevant. Ich sehe die Relevanz hauptsächlich für die SL. Stichworte sind da für mich aber vollkommen ausreichend.
Wenn der Schwerpunkt des Spieles auf Monstererschlagen liegt spielt das nur eine untergeordnete Rolle.
Alles nur meine Meinung

Offline nobody@home

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #10 am: 12.07.2019 | 11:44 »
Grundsätzlich mache ich mir als Spieler schon ganz gerne ein paar Gedanken darüber, wen ich eigentlich spielen will ;)...und da gehört ein bißchen "wo kommt dieser Charakter eigentlich her und wohin will er?" halt auch spätestens dann mit dazu, wenn's zumindest eine kurze Kampagne werden soll (also kein reines Klischee-Einzelabenteuer, für das "ich bin der Dieb, das reicht" möglicherweise tatsächlich genug ist).

Dazu braucht's aber keinen Roman oder auch nur eine Kurzgeschichte. Eine kurze Stichpunktliste oder ein paar Zeilen reichen für den Anfang völlig, zumal sich meiner Erfahrung nach auch der Charakterhintergrund mit der Zeit noch weiterentwickelt und vervollständigt; daß mir in der Beziehung der komplette Kanon auf einmal einfällt und dann für alle Zeiten unveränderlich in Stein gemeißelt feststeht, ist zumindest mir persönlich bisher noch nicht passiert. Soviel bringe ich also schon mal gerne freiwillig mit und stehe auch für Nachfragen zur Verfügung, aber einer SL, die ausdrücklich einen kompletten Aufsatz o.ä. haben wollte, würde ich wahrscheinlich schon einen seltsam angerührten Blick zuwerfen.

Offline Thaddeus

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #11 am: 12.07.2019 | 11:46 »
Und weil es noch keiner gesagt hat: es kommt drauf an...

Ich persönlich schreibe meine Charaktergeschichten in erster Linie für mich selbst, um die Motivation meines Charakters besser zu verstehen. Außerdem schreibe ich einfach gerne Geschichten...

Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass immer und immer wieder die selben Hintergrundklischées verwurstet werden, was ich recht langweilig finde. Eltern tot, Frau tot, dann noch böses Erlebnis gehabt, dann großen Meister/Mentor getroffen, dann auf Abenteuersuche gegangen, weil ...blah... und schließlich hat er die Helden getroffen... *gähn*

In 99% der Fälle waren die Hintergrundgeschichten der Charaktere, die ich erlebt hatte, im Spiel dann komplett belang- und bedeutungslos. Kann man sich daher imho also auch gleich sparen.

Als SL ist mir nur sehr wichtig, dass der Spieler weiß, was sein Charakter will und was ihn antreibt.
« Letzte Änderung: 12.07.2019 | 11:48 von Thaddeus »
MALMSTURM spielen wir nur LAUT!

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Offline Zed

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #12 am: 12.07.2019 | 11:47 »
"Wenn Du magst, schreib eine Hintergrundgeschichte, und erkläre darin, wie Dein Charakter hierher gekommen ist." - Eine optionale Aufgabe und ein konkretes Schreibziel: Das hat zu unserer nun Jahrzehnten andauernden Kampagne sehr viel beigetragen. Es gab keinen Zwang, und es kamen tolle Aufhänger für einige Abenteuer heraus. Andere Aspekte der Hintergrundgeschichten wurden Teile der Mythologie unserer Welt, und viel spannende Interaktion zwischen den Heldinnen und Helden hat ihren Ursprung in diesen Geschichten.

Also: Backstory Ja  :)

(wenn auch optional)

Offline Bildpunktlanze

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #13 am: 12.07.2019 | 11:47 »
Ich fordere zumindest ein paar Stichpunkte.;
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Spielbericht  Dungeon World - Schwarze Schuppen

Offline Crimson King

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #14 am: 12.07.2019 | 11:51 »
Ich will grundsätzlich von allen Spielern wissen, warum ihr Charakter auf Abenteuer zieht. Die Motivationen der Charaktere anspielen zu können, ist für mich zentraler Bestandteil der Vorbereitung, um den Spielern Abenteuer bieten zu können, an deren Teilnahme sie intrinsisch motiviert sind. In stärker storygetriebenen Runden will ich noch mehr Details wissen, weil die Abenteuervorbereitung weniger um die Bewältigung von Aufgaben geht, sondern um die persönliche Entwicklung, die dabei durchgemacht wird, wofür ich Anknüpfpunkte benötige.

Eine SL, die von mir keinerlei Info zum Charakter haben will, außer was er kann, ist mir erstmal suspekt.

Zugegebenermaßen, eine SL, die von mir 20 Seiten ausgeschriebenen Hintergrund haben will, auch.
« Letzte Änderung: 12.07.2019 | 13:15 von Crimson King »
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
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Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
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Offline Faras Damion

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #15 am: 12.07.2019 | 11:51 »
Kommt drauf an was man spielt.

Grob vereinfacht gesagt:
Je mehr Sandbox, desto mehr Charakterhintergrund braucht es. Je mehr Railroad, desto weniger.
Für Oneshots braucht es nichts, für Kampagnen mehr.
Der Monsterklopper braucht keinen Hintergrund, der Method Actor viel.
Spielt man die Figur in wechselnden Gruppen stört Hintergrund eher, nur für feste Gruppe lohnt sich Hintergrund.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn man ideenlos ist: Es gibt coole Fragelisten, bei denen die Charaktere miteinander verknüpft werden oder sogar die Kampagnenwelt an sie angepasst wird.

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Offline Weltengeist

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #16 am: 12.07.2019 | 11:55 »
Hallo Zupfmeister!

Ich liebe Rollenspiel aber was ich hasse ist es für meinen Charakter eine Geschichte rauszuwürgen! Ich habe dazu keine Lust denn es fällt mir nichts ein und finde, zum hacken und slayen, zum Abenteuern und sonstigen Aktionen braucht es keine Backstory. Mir egal, wo der Kerl her ist, ich brauch das nicht um mich zu identifizieren!

Es gibt aber allen Ernstes Spielleiter, die es nicht gut sein lassen, sondern eine Charakterhistory FORDERN:

Was haltet Ihr von solchen SL?
Fordert Ihr denn Backstorys? Oder findet Ihrs entbehrlich? Warum kann ein SC nicht einfach Gedächtnisverlust haben?

Und nein, Input hilft nichts, ausser der SL schreibt die Geschichte komplett aber das wollen sie meistens nicht ;)

Ich frage mich ja immer ein wenig, was das soll: in ein neues Forum marschieren und als allerersten Beitrag gleich mal einen rauszuhauen, von dem du genau weißt, dass es Leute gibt, denen du damit auf den Schlips trittst... ::)

Also, zur Info: Es gibt so etwas wie "unterschiedliche Spielstile". Wenn du gerne Hacken und Slayen willst und an einen Spielleiter gerätst, der gerne Vorgeschichten für jeden Charakter haben willst, dann passt ihr nicht zusammen. Denn er möchte entweder die Handlung an die Charaktere anpassen oder viel Rollenspiel haben (oder beides), du dagegen willst Action. Gut, dass du das so früh gemerkt hast - einfach eine andere Gruppe suchen, und gut ist.
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

Spielleitermotto: Ein Kaufabenteuer ist eine Geschichte, wie sie hätte passieren können, wenn man keine Spieler darauf losgelassen hätte.

Spielt derzeit: -
Bereitet vor: Die Türme von London (Ubiquity)
Liest derzeit: Diverse Stadtabenteuer, London-Bücher

Offline Crimson King

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #17 am: 12.07.2019 | 12:02 »
Hallo Zupfmeister!

Ich frage mich ja immer ein wenig, was das soll: in ein neues Forum marschieren und als allerersten Beitrag gleich mal einen rauszuhauen, von dem du genau weißt, dass es Leute gibt, denen du damit auf den Schlips trittst... ::)

Also, zur Info: Es gibt so etwas wie "unterschiedliche Spielstile". Wenn du gerne Hacken und Slayen willst und an einen Spielleiter gerätst, der gerne Vorgeschichten für jeden Charakter haben willst, dann passt ihr nicht zusammen. Denn er möchte entweder die Handlung an die Charaktere anpassen oder viel Rollenspiel haben (oder beides), du dagegen willst Action. Gut, dass du das so früh gemerkt hast - einfach eine andere Gruppe suchen, und gut ist.

Hack & Slay ist auch Rollenspiel. Nur anderes. Tank, Damage Dealer, Heiler etc. sind auch Rollen. Ich würde die nächste "Was ist richtiges Rollenspiel"-Diskussion gerade mit Blick auf die jüngsten Geschehnisse gerne vermeiden.
« Letzte Änderung: 12.07.2019 | 12:04 von Crimson King »
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
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Offline Fnord

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #18 am: 12.07.2019 | 12:03 »
Ja, ich fordere als SL eine Hintergrundgeschichte, die mir als SL und Geschichtenerzähler hilft einzuschätzen, woran der Spieler, also DU, Freude im Abenteuer haben könntest. Was könnte das Ziel der von die gestellten Figur sein, warum zieht er auf Abenteuer, warum begibt er sich in Gefahr.

Wichtiger als die Lebenslaufdaten wie Geburtsort, Eltern, Ausbildung etc. sind für mich als SL, aber auch als Spieler die Ziele, Charakterzüge, Motivationen oder Nachteile, Hemmnisse  usw.

Eine Rollenspielfigur sollte nicht nur Schwertkämpfer +3, mit Schild und langen Seil sein,  sondern mindestens Schwertkämpfer, gierig, mutig, vorausplanend, mit Schild und +3 und langem Seil. ... Möglicherweise erklärt man dich ein paar Sätze noch, warum der gierig, mutig, vorausplanend ist. Ist er arm, deswegen ist er gierig. War er immer der Stärkste, weswegen er nun forchtlos ist usw.

Ein Dreizeiler Hintergrundgeschichte ist nicht zu viel.

Online Lichtschwerttänzer

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #19 am: 12.07.2019 | 12:04 »
Maximal EINE Seite in TNR 12! MAXIMAL!

Im allgemeinen finde ich die Motive, Ziele, Motivationen, Ethik, Persönlichkeit der SCs erheblich wichtiger.


Eine Backstory ist kein Charaktertagebuch und wenn du mir mit der Thorwaler fiel mit 10, 11, 12 ins Wasser(mag aber für dein Lassie Verhältnis zum Hund erklären) geht das Ding wahrscheinlich zurück, es ist auch keine  Erklärung für die Patchwork Eigenschaften des Charakters

Es wäre Kür enthielte es Hooks, meine Eltern wurden von einem rotfelligen Werwolf umgebracht und meine Geschwister sind versorgt, jetzt kann ich Rache suchen und immer toll verbindet es Gruppenmitglieder d.h. nicht das ich garantiere diese werden bedient
Gurk zum anderen Gurk :" Was soll denn das für`ne Schlacht sein?
Wir sind 5000 und die sind zu acht!"
Anderer Gurk : " Du hast Recht: Wir sind verloren! Rennt um euer Leben!"

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #20 am: 12.07.2019 | 12:07 »
Stichpunkte reichen finde ich völlig aus. Zur Not kann man sich immer etwas retroaktiv aus den Fingern saugen oder etwas auf einer Zufallstabelle würfeln.
Das setzt natürlich vorraus dass die Spieler Quests und Abenteuer bereitwillig annehmen und keine 110% Abstimmung mit der Charaktermotivation verlangen.

Offline Crimson King

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #21 am: 12.07.2019 | 12:17 »
Je mehr Sandbox, desto mehr Charakterhintergrund braucht es. Je mehr Railroad, desto weniger.
Für Oneshots braucht es nichts, für Kampagnen mehr.
Der Monsterklopper braucht keinen Hintergrund, der Method Actor viel.
Spielt man die Figur in wechselnden Gruppen stört Hintergrund eher, nur für feste Gruppe lohnt sich Hintergrund.

These 3 halte ich für richtig, bei den drei anderen muss ich widersprechen.

1. Sandbox vs. Railroading: Wenn du an den Charakteren vorbei railroadest, wird den Spielern langweilig. Häufiger fangen die dann an, destruktiv zu agieren und die Schienen kaputt zu machen. Ich bin auf der anderen Seite kein Sandboxer im eigentlichen Sinne, aber ich bin mir sicher, dass viele Runden erfolgreich Sandboxen einsetzen, ohne dass die Charaktere vorab mit einem Hintergrund ausstaffiert werden. Ggf. können andere dazu mehr sagen.

2. Oneshots vs. Kampagnen: für dramaorientierte Oneshots sind gute Hintergründe, die den Mitspielern vorab bekannt sind, extrem hilfreich, um die Themen der anderen Charaktere anspielen zu können. In Kampagnen hat man andererseits Zeit, den Hintergrund im Spiel zu entwickeln.

Die eigentliche Frage ist, ob die Hintergründe in den Plot einfließen sollen oder nicht. Beides geht sowohl in Oneshots als auch in Kampagnen. So oder so mag ich es nicht besonders, wenn für das Abenteuer egal ist, *wer* mein Charakter eigentlich ist.

Etwa 90% meiner persönlichen Highlight-Runden waren Oneshots, bei denen die Hintergründe vorher abgestimmt waren und das Anspielen der Hintergründe zentraler Spielinhalt war.

4. Wenn der Hintergrund allen bekannt ist, können auch alle darauf eingehen. Hintergründe sind in der Situation als Metainformation zu sehen, mit der Spieler ausdrücken können, was sie gerne im Spiel thematisiert hätte. Wenn man den Hintergrund nach und nach im Spiel preis gibt, sieht das natürlich anders aus.

Es gibt aber noch einen angenehmen Nebeneffekt des Hintergrundschreibens, der auch in Runden mit wechselnden Besetzungen und Spielleitern trägt. Der Hintergrund hilft einem selbst, den eigenen Charakter zu definieren. Wenn ich nicht weiß, was der Charakter will und warum, tue ich mich schwer, konsistente Entscheidungen für den Charakter zu treffen.
« Letzte Änderung: 12.07.2019 | 13:19 von Crimson King »
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #22 am: 12.07.2019 | 12:30 »
Naja, wichtig ist halt das für mich als SL der Kontext klar wird, ob jetzt auf der Meta-Ebene ("Ich bin hier um Ärsche zu treten und Bier zu saufen - und ich hab kein Bier mehr") oder innerweltlich ist ("Mein Charakter kommt aus einer gewaltätigen Kultur, wo man erst draufhaut und Fragen dann stellt, wenn draufhauen nicht funktioniert).

Ich muss wissen, was dem Spieler Spaß macht und Hintergrundsgeschichten können da direkt oder durch die Zeilen hindurch schon viel verraten.


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Offline Quaint

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #23 am: 12.07.2019 | 12:31 »
Ich hab halt schon öfters erlebt, dass sich Leute x in ihre Hintergrundgeschichte schreiben, der Charakter im Spiel aber eher y oder z ist. Da kann man sich das dann auch sparen finde ich.
Und irgendwelche übermotivierten Spieler, die einem mehrseitige schlecht geschriebene Hintergrundgeschichten reindrücken und piefig werden, wenn man die nicht liest, sind natürlich auch herzallerliebst.
Dann lieber ein paar Stichpunkte oder vielleicht ein kleiner Flaggenbogen.

Besonders gut ist aber natürlich auch ein SL, der Hintergrundgeschichten aktiv einfordert, die im Spiel dann aber geflissentlich ignoriert.
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Offline schneeland

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Re: Backstory oder nein?
« Antwort #24 am: 12.07.2019 | 12:35 »
Ich hab halt schon öfters erlebt, dass sich Leute x in ihre Hintergrundgeschichte schreiben, der Charakter im Spiel aber eher y oder z ist. Da kann man sich das dann auch sparen finde ich.

Das ist in der Tat ein Problem - die Hintergrundgeschichte beschreibt den Charakter oft so, wie ihn der Spieler gerne sähe. Das entspricht aber dann nicht zwingend dem, was der Spieler auch praktisch rüberbringen kann (oder ist ggf. auch etwas, was sich nur gut liest, aber am Spieltisch untauglich ist).
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