Autor Thema: The Matrix 4.  (Gelesen 7431 mal)

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Online Uebelator

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Re: The Matrix 4.
« Antwort #125 am: 12.01.2022 | 09:24 »
Gestern war ich drin und hui... ich fand Teil 4 weniger schlimm als befürchtet, aber gut war der trotzdem nicht.
Insgesamt fühlte sich das alles so an, als hätte man in die Grabbelkiste mit übrig gebliebenen Ideen der letzten drei Teile gegriffen und versucht daraus irgendwas zusammenhängendes zu basteln, was in meinen Augen nicht so wirklich funktioniert hat. Vor allem nicht in Bezug auf das Stichwort "Zusammenhängend". Vielleicht liegts auch an der Farbgebung, die die so typische Grün- bzw. Blaufärbung der alten Teile vermissen lässt, aber kaum etwas an diesem Film fült sich irgendwie so an, als würde es mit den alten Filmen zusammenhängen. Und selbst innerhalb des Films, hatte ich das Gefühl, zwei verschiedene Filme zu sehen.
Da war zunächst die erste halbe Stunde, die zugegebenermaßen ziemlich cool war, aber irgendwie mehr als eine Art Kommentar zu Blockbustern, Sequels und dergleichen funktioniert und so unfassbar Meta war, dass es sich anfühlte, als würde man ein Youtube-Reaction-Video zur alten Trilogie sehen. Das kann unterhaltsam sein - und das war es auch - aber so richtig gehaltvoll wars dann doch irgendwie nicht, denn letztlich fing man mit den aufgeworfenen Konzepten nichts an, sondern ging einfach in die nächste Phase des Films über, in der dann doch die üblichen Blockbuster-Sequel-Checkboxen abgehakt wurden.
Und ich muss schon sagen, dass die Fallhöhe ziemlich hoch ist, wenn man sich als Film eine halbe Stunde lang über Franchises, Sequels und deren Sinnhaftigkeit auslässt und dann am Ende selbst nur ein unterdurchschnittliches Sequel wird.

Wer sich bei Force Awakens noch (zurecht) drüber beschwert hat, dass der Film ja nur ein Abziehbild von Episode 4 sei, der sollte sich Matrix 4 lieber gar nicht erst anschauen. Hier gibts Fanservice, Zitate, nachgedrehte Szenen und sogar Ausschnitte aus den alten Filmen am laufenden Band. Und wo Teil 1 dem Zuschauer noch den einen oder anderen eigenen Gedanken abverlangt hat, wurden hier permanent Schnipselchen der alten Filme dazwischen geschnitten, damit man auch bloss versteht, worauf sich die Szene jetzt bezieht. Hätte absolut nicht Not getan, denn meist waren die Verweise eh so dermaßen offensichtlich, dass man sie eh verstanden hätte.

Handwerklich wars ziemliche Standardkost. Die Fights - die einst mal das Aushängeschild der Trilogie waren - waren hier irgendwie komisch unspektakulär und Wurst und obendrein teilweise sehr zerschnitten.
Darüberhinaus war Neos Standardproblemlösung für alles in diesem Film immer, dramtisch die ausgestreckten Hände nach vorn zu halten und entweder Kugeln aufzuhalten (gefühlte 20 mal), die auf ihn zu fliegen, oder eine Schockwelle auszulösen, damit der Gegner durch den Raum fliegt. *Gähn*

Storyseitig wird versucht uns eine Liebesgeschichte als wichtig zu verkaufen, die schon in den Vorgängern nicht funktioniert hat. Immerhin muss ich aber anmerken, dass da zwischen Neo und Trinity diesmal doch eine gewissen Chemie herrscht, die es in den Vorgängern nicht gegeben hat. Garniert wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion Technogeschwafel und Pseudophilosophie, die in weiten Teilen vermutlich von einer KI geschrieben wurde. Die Motivation der Bösewichte war ziemlich unklar und irgendwie hab ich mich zwischendurch schon gefragt, was das eigentlich alles soll.

Persönlich hätte ichs gut gefunden, wenn man diesen "Was ist eigentlich die Realität"-Gedanken noch ein bissl mehr ausgeführt hätte und man vielleicht mehr so eine Art Total-Recall-Route verfolgt hätte, bei der bis zum Ende nicht ganz klar ist, ob Neo/Anderson das wirklich gerade alles erlebt, oder ob das alles nur eine Wahnvorstellung/Simulation ist.

Insgesamt wars für mich ein Film, den es nicht gebraucht hätte. Er hatte seine guten Momente, aber stellenweise habe ich mich tatsächlich auch etwas gelangweilt.
Wenn ich Punkte vergeben müsste, wären es vielleicht 3/10.
« Letzte Änderung: 12.01.2022 | 10:37 von Uebelator »

Offline Alexandro

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Re: The Matrix 4.
« Antwort #126 am: 12.01.2022 | 10:28 »
War M1 in dieser Hinsicht besser oder verklärt ihn meine Erinnerung?

Kann ich dir nicht sagen. Ich habe nie verstanden, was an "Du bist der Auserwählte, weil ich dich liebe", oder der "Philosophie aus der Grabbelkiste" beim Orakel, jetzt so toll sein soll.

Die Idee war nett, teilweise haben die Sequels und Spin-Offs (sowie spätere Filme außerhalb des Franchise, aber mit ähnlichem Thema) auch was damit anzufangen gewusst, aber der ursprüngliche Film war ziemlich banal.
« Letzte Änderung: 12.01.2022 | 10:37 von Alexandro »
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Offline Teylen

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Re: The Matrix 4.
« Antwort #127 am: 13.01.2022 | 00:37 »
Neo kann in der aktuellen Matrix nicht fliegen, Trinity schon. Daher meine Deutung von Trinity als neuem Neo. Die Macht des Auserwählten ist auf sie übergegangen. Morpheus und Neo waren beide nur Überträger/Zwischenwirte/Boten/Wegweiser.
Ich war mir nicht einmal sicher das er nicht fliegen kann.
Er hatte es zwar vor dem Zombie-Run versucht, mit einem halben "schlaffer Penis"-Witz, allerdings nahm ich an das er es gen Ende wieder konnte.

Wobei in einer erwachten Matrix, also wo die Leute es realisieren, eigentlich alle die es voll verinnerlicht haben fliegen können sollte.
Zitat
Trinity = Dreifaltigkeit, deswegen meine Verwunderung, dass das kein Thema ist. Sie fliegt aber mit Neo, ohne Morpheus.
Und meinetwegen ja, da wären wir wieder beim Heterothema, zumindest vordergründig. Oder aber Dualität, wenn man das stattdessen sehen möchte. Der Film ist da leider völlig unklar.
Ich hätte es auch schlüssiger gefunden wenn sie Trinity Richtung Dreifaltigkeit entwickelt hätten.
Egal ob jetzt mit drei Personen oder vielleicht so Richtung Frau, Mann, Nichtbinär.
Gibt vermutlich auch andere Möglichkeiten.

Naja, und in Bezug aufs Heterothema, habe ich halt für mich so gar nichts entdeckt was irgendwie davon abweicht.

Was vielleicht auch stärker wurde weil es gefühlt nur noch um Neo und Trinity ging.
Davor ging es auch um den Recht der Menschheit. Ob man sie erwecken soll, ob man es nicht soll. Ob die Menschheit schlechter oder besser dran ist. Ob die Menschheit das überhaupt will oder ob sie lieber Schlaf-Schafe bzw. Schlaf-Batterien sind.
Das wurde dann vom Analyst am Schluss auch ganz kurz angesprochen, dann aber sowas von total fallengelassen, das ich da schon mit einem "What?" im Gesicht da sass ^^;
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Re: The Matrix 4.
« Antwort #128 am: 13.01.2022 | 07:20 »
Ja, enttäuschend. Ich würde gerne mehr in dem Film erkennen und ihn besser finden, als er tatsächlich ist.  :-\
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Mach mit bei der EGG-Exegese oder schweige zum Thema DMG für immerdar!

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Re: The Matrix 4.
« Antwort #129 am: 13.01.2022 | 09:27 »
Ich habe irgendwo die Theorie gelesen, dass der Film ein einziger großer erhobener Mittelfinger von Lana Wachowski an Warner Brothers war und Neo in der ersten Hälfte des Films quasi ihr "Avatar" ist.
Der soll nämlich eine Fortsetzung zu Matrix machen, obwohl er der Meinung ist, die Story wäre auserzählt. Daraufhin wird sogar Warner erwähnt und es heisst irgendwas im Sinne von "Sonst machen Warner Brothers das halt ohne dich.".

Was nach dem Statement in der ersten Hälfte folgt, ist ein standardmäßig runtergekurbeltes Action-BallaBalla ohne Sinn und Verstand, das die (Marke) Matrix möglicherweise so sehr beschädigen soll, dass der Film floppt und man ein Interesse an Fortsetzungen verliert. Am Ende schließlich werden Neo und Trinity (Lana Wachowski) aus der Matrix befreit, nachdem man ihnen die Wahl lies, doch einfach ins System zurück zu kehren und ein fremdbestimmtes Leben zu führen.

Wenn man weiter davon ausgeht, dass Neo eigentlich Lana ist, stellt man auch kurz fest, dass Neo im Film nicht zugestimmt hat "Matrix 4" zu produzieren, was man vielleicht so interpretieren kann, dass Lana den vorliegenden Film gar nicht als Teil der Matrix Reihe sieht.

Ob da wirklich was dran ist, weiss ich nicht, aber ich fands ganz spannend und es würde für mich einiges an dem Film erklären.

Offline Huhn

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Re: The Matrix 4.
« Antwort #130 am: Gestern um 08:01 »
Habe ihn endlich sehen können. Da hat sich irgendein Team von Marketingexpert*innen drangesetzt, ein Skript zu schreiben und dabei gedacht: "Wisst ihr, was toll wär? Matrix nochmal, aber mit Mitt-40ern und in langweilig!" Er hat mich nicht direkt gestört, aber auch nicht wirklich unterhalten. Der Film fühlte sich an wie ein lauwarmes Fußbad. Umso ärgerlicher als dass mehrere verschiedene gute Filme mit guten Ideen drinzustecken scheinen, sie sich aber letztendlich für einen möglichst belanglosen Mittelweg voller Plotholes entschieden haben. Ich glaube, seit "Snowwhite and the Huntsman" hab ich mich nicht mehr so darüber geärgert, Geld für einen Kinobesuch ausgegeben zu haben. Der Film hat mir allerdings Lust gemacht, den ersten nochmal zu schauen.  ;D
« Letzte Änderung: Gestern um 08:03 von Huhn »
Wer gackert, muss auch ein Ei legen.