Autor Thema: [Tales from the Loop] Mit Jugendlichen - kann das klappen? Habt ihr Erfahrungen?  (Gelesen 463 mal)

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Online Nodens Sohn

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Hallo,
ich bin gerade am überlegen, ob ich mit ein paar jungen Jugendlichen Tales from the Loop spielen könnte. Ich weiß, dass dieses Rollenspiel wohl am meisten Reiz hat für diejenigen, die die 80er auch tatsächlich erlebt haben (meine Meinung).
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Jugendliche noch nah genug am Kindesalter sind um mit diesem Rollenspiel Spaß zu haben. Was meint ihr? Könnte das funktionieren? Habt ihr schon Erfahrungen mit jungen Gruppen und Tales from the Loop?

Offline Waldviech

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Könnte ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen! Da würde ich die 80er-Jahre-Nostalgie auch nicht als zu wichtig bewerten. Klar ist das eigentlich einer DER Grundpfeiler von Tales from the Loop, aber das ganze Grundprinzip des RPGs funktioniert sicherlich auch ohne dauernde 1980er-Bezüge.

Edit:
Und wenn die Kids vorher Stranger Things usw. gesehen haben und doch auf den 1980er-Zug aufspringen, muss man ja nicht "historisch korrekt" spielen. Es ist immer noch eine Sci-Fi-Parallelwelt.
« Letzte Änderung: 14.11.2022 | 10:13 von Waldviech »
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Offline Faras Damion

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Ich sehe das Problem gar nicht so sehr in der Zeit.

Rollenspiel ist Eskapismus, man will keine Alltagsprobleme spielen. Die Jugendlichen, mit denen ich bisher gespielt habe, waren mit erwachsenen, machtvollen Figuren glücklicher als mit Teenager-Figuren (ich habe ein Harry Potter-Rollenspiel und Beyond the Wall ausprobiert, TftL noch nicht). Daher würde ich mittlerweile eher D&D5 und co nehmen.
Was hast du in dem Alter gerne gespielt? Also welche Figuren, Systeme gab es ja weniger zur Auswahl.

Wobei ich als SL mittlerweile eine gewisse Arroganz mein eigen nenne. Ich leite, auf was ich Lust habe und die Spieler*innen sollen dafür dankbar sein.  ~;D
Wenn du Lust auf TftL hast, dann nimm das. Ich würde aber die phantastischen Elemente betonen.

Die 80er Elemente (kein Handy!!!) würde ich als humorvolles Element reinnehmen. Als Jugendliche habe ich auch gerne Bücher aus den 60er gelesen und Geschichten meiner Großmutter gelauscht. Es sollte halt nicht Oberlehrerhaft rüberkommen, aber es ist Teil deiner Vergangenheit und Gespräche mit Zeitzeugen können sehr spannend sein.
« Letzte Änderung: 14.11.2022 | 10:17 von Faras Damion »
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Online Nodens Sohn

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Ich sehe das Problem gar nicht so sehr in der Zeit.

Rollenspiel ist Eskapismus, man will keine Alltagsprobleme spielen. Die Jugendlichen, mit denen ich bisher gespielt habe, waren mit erwachsenen, machtvollen Figuren glücklicher als mit Teenager-Figuren (ich habe ein Harry Potter-Rollenspiel und Beyond the Wall ausprobiert, TftL noch nicht). Daher würde ich mittlerweile eher D&D5 und co nehmen.

Naja, diese Bedenken sind der Grund für diesen thread. Mit denKurzen spiele ich auch Beyond the Wall, was mittlerweile recht episch geworden ist. Wollte halt mal was zur Abwechslung anbieten und liebäugle mit diesem System schon lange. Daher meine Frage nach Erfahrungen.

Offline Waldviech

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Der Alltagskram kann ein Problem sein - muss aber nicht. Je nachdem, wie viel Raum man dem Ganzen einräumt. Wenn es stört, dann gehts halt gleich sofort um TKKG-artige Jugendkrimis mit Zeitlöchern und Robotern.
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Offline Gumbald

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Ich hatte letztens genau das "Problem": Die 16jährige Tochter eines meiner Spieler wollte gerne mal Rollenspiel ausprobieren.
Und ich stand vor der Wahl, sie mal in einen Oneshot für "Tales from the Loop" oder "Vaesen" einzuladen, weil das die beiden Systeme sind, die ich gerade im "Wer Zeit hat kommt vorbei" Modus betreibe.
Ich habe mich dann für Vaesen und gegen TFTL entschieden, weil ich mir vorstellen kann, dass man in einem solchen Alter gerade froh ist, nicht mehr Kind zu sein und das Nostalgie-Feeling ja schon ein zentraler Punkt von TFTL ist.
Wie hier schon erwähnt: Eskapismus ist ja ein wichtiger Punkt warum man Rollenspiel betreibt.

Wenn ich TFTL mit Teenies oder älteren Kindern spielen würde, dann vermutlich mit folgenden Änderungen (spontane unausgegorene Ideen):
* Die drögen Alltag-Szenen und Alltag-Probleme zwar nicht weg lassen aber reduzieren.
* Jedes der Kinder hat durch einen Loop-Unfall eine Superkraft bekommen. Würde mich hier an den "Mutant Jahr Null" Mutationskräften orientieren - allerdings nichts Offensichtliches. Eher so etwas in der Richtung wie "Lebender Magnet" oder "Gedankenlesen". Die Aktivierung einer Kraft führt zu einem ZUSTAND.
* Niemand der Kinder traut sich, Erwachsenen von diesen Kräften zu erzählen - Eltern hören sowieso nicht richtig zu und verstehen sie ohnehin nicht - Und wer weiß schon, was dann passiert? Vielleicht endet man in einer Forschungsabteilung des Loop? Eventuell ist eine Spezial-Abteilung schon aufmerksam geworden und sucht verdeckt nach Kindern mit besonderen Fähigkeiten...
* Kinder mit Superkräften haben einen Geheimbund gegründet: Hier erforschen sie zusammen ihre Fähigkeiten und stellen sich ihrer Angst vor diesen unbekannten Kräften. Außerdem haben sie beschlossen, die Stadt vor weiteren fehlgeschlagenen Experimenten des Loops zu beschützen. Denn die Erwachsenen wollen die Gefahren eh nicht sehen.

So könnte man die offiziellen Szenarien mit einem besonderen Twist spielen, der vielleicht auch Jugendliche/ältere Kinder abholt.
Aber wie gesagt: Nur so spontane Ideen!
« Letzte Änderung: 14.11.2022 | 11:27 von Gumbald »

Offline Sarastro

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Hallo,
ich bin gerade am überlegen, ob ich mit ein paar jungen Jugendlichen Tales from the Loop spielen könnte. Ich weiß, dass dieses Rollenspiel wohl am meisten Reiz hat für diejenigen, die die 80er auch tatsächlich erlebt haben (meine Meinung).
Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Jugendliche noch nah genug am Kindesalter sind um mit diesem Rollenspiel Spaß zu haben. Was meint ihr? Könnte das funktionieren? Habt ihr schon Erfahrungen mit jungen Gruppen und Tales from the Loop?
Kommt darauf an, wie viel Interesse die Jugendlichen am Rollenspiel an sich haben. Dann wäre das System zwar wichtig, aber zweitrangig.
a) Sind es reine Neulinge ?
b) Haben sie schon gespielt ?
c) Sind sie begeistert von dem Hobby ?
Dementsprechend gibt es ja Unterschiede in der Motivation.

Angenommen es gilt b) oder c), dann dürfte Tales FTL kein Problem sein. Außerdem gibt es noch die hier ebenfalls vorgestellte Option (siehe Beiträge von Gumbald etc), daß der Charakter mit übernatürlichen Kräften "aufgepumpt" wird. Dann bekommt das Everyday's Life auch seinen besonderen Reiz bzw dann wird auch der Kontrast besser betont zwischen Alltagsproblemen einerseits und Kleiner-Superheld-Mission andererseits.

Allerdings gibt es noch einen wichtigen Punkt: Sind die Spieler bzw ihre Eltern Verwandte oder enge Bekannte von Dir ?
Wenn ja, dann besteht die Gefahr, daß eventuell auch private Probleme "ausgeplaudert" werden, die lieber hätten privat bleiben sollen oder so. Kannst Du Dir vorstellen, was ich meine ?

Offline JollyOrc

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Anekdote aus meinem SL-Alltag: Ich hatte eine TftL Gruppe wo einer der Mitspieler Mitte Zwanzig war. Dem fehlte tatsächlich der technologische Zugang zu den 80ern, ihm war überhaupt nicht klar, wie wenig vernetzt Computer waren, wie ein Alltag ohne Internet ausschaut, etc.

Ich fand das verblüffend.
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Offline Ninkasi

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..., wie wenig vernetzt Computer waren, wie ein Alltag ohne Internet ausschaut, etc.

Da bin ich allerdings mir auch nicht ganz sicher, wie das bei TftL aussieht.
Ich meine, da waren auch so ein paar Fälle beschrieben, wo ich mich gewundert hatte, wie die Verbreitung von Netzwerken ausschaut.

Offline abm

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Vernetzte Computer in den 80zigern, nicht im privaten Bereich. Großrechner, Rechner von verschiedenen Universitäten, die waren mit unter schon vernetzt.

Als ich in den 90zigern angefangen habe zu studieren konnten wir uns "Trommelwirbel" auf die Großrechner andere Universitäten verbinden, das war der Wahnsinn. Ahm ja damals halt. Mit Internet war aber nicht wirklich was los.

Offline Saffron

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Erfahrungen dazu habe ich keine, ist also nur meine bescheidene Einschätzung, wie gut das klappen könnte.

Ich glaube, dass die 80er Jahre für die Kids von heute auch interessant sein könnten, die haben vielleicht einige Aha-Momente, wenn ihnen klar wird, was es bedeutet, dass es eben kein Internet, kein Smartphone etc. gegeben hat. Aber auch, dass man viel weniger von den Eltern "überwacht" wurde. Auch die Abenteuer selbst, also die seltsame Technik (verrückte Wissenschaftler, Roboter, künstliche Intelligenz...) könnten bestimmt mit heutigen Kids noch gut funktionieren.

Was die Jugendlichen aber vielleicht nicht so sehr anspricht, sind die Alltags-Szenen. Stress mit den Eltern, langweilige Schulstunden, Mobbing von Mitschülern, Leistungsdruck in der Fußball-Mannschaft sind Dinge, die wir Erwachsenen heute mit der Nostalgie-Brille betrachten können, aber warum sollten die Kids Lust haben, das auszuspielen? Insofern würde ich das tatsächlich nur ganz kurz abhandeln. "Ihr wollt euch heute nacht treffen, um euch in das Labor zu schleichen? Okay, wie stellt ihr es an, dass eure Eltern nichts davon mitbekommen?"

Just my 2 cents, und nur geraten. Mich würde auch sehr interessieren, was für tatsächliche Erfahrungen andere damit gemacht haben.
Ich leide nicht an Realitätsverlust. Ich genieße ihn.

Offline Ninkasi

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Was die Jugendlichen aber vielleicht nicht so sehr anspricht, sind die Alltags-Szenen. Stress mit den Eltern, langweilige Schulstunden, Mobbing von Mitschülern, Leistungsdruck in der Fußball-Mannschaft sind Dinge, die wir Erwachsenen heute mit der Nostalgie-Brille betrachten können, aber warum sollten die Kids Lust haben, das auszuspielen?

Sollte man im Vorfeld einfach abfragen. Denke, es wird beide Seiten geben.
Auf der einen Seite langweilen Situationen, welche man im eigenen Alltag haben könnte, auf der anderen Seite mag es total spannend sein mit einer fiktiven Figur darauf zu reagieren, wie es im echten Leben vielleicht nie möglich wäre.

Offline Saffron

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Sollte man im Vorfeld einfach abfragen. Denke, es wird beide Seiten geben.
Auf der einen Seite langweilen Situationen, welche man im eigenen Alltag haben könnte, auf der anderen Seite mag es total spannend sein mit einer fiktiven Figur darauf zu reagieren, wie es im echten Leben vielleicht nie möglich wäre.

Okay, vielleicht hast du recht. Ich dachte eben, Rollenspiel ist halt eine Gelegenheit, aus dem Alltag auszubrechen und jemanden zu verkörpern, der ganz anders ist oder in einem ganz anderen Setting lebt als man selbst. Kann aber durchaus sein, dass die Kids Spaß dran haben, Alltagssituationen im Spiel zu behandeln.
Ich leide nicht an Realitätsverlust. Ich genieße ihn.

Online Nodens Sohn

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Sollte man im Vorfeld einfach abfragen. Denke, es wird beide Seiten geben.
Auf der einen Seite langweilen Situationen, welche man im eigenen Alltag haben könnte, auf der anderen Seite mag es total spannend sein mit einer fiktiven Figur darauf zu reagieren, wie es im echten Leben vielleicht nie möglich wäre.

Ich glaube das mit den Alltagssituationen hab sogar ich selbst nicht so richtig auf dem Schirm. Solche Szenen würde ich immer recht kurz und nur dann ausspielen, wenn sie für die Geschichte wichtig sind. Daher tendiere ich eher in die Richtung TKKG oder ??? mit mystischem SciFi und ner Priese Stranger Things. Vielleicht wäre da aber auch Things from the Flood eher geeignet (hab ich aber noch nicht)