Fortsetzung: Heute war ich mal von vornherein zu freundlich, bereits _bevor_ die Helden auf dem letzten Loch pfiffen. Bzw teilweise habe ich auch die Regeln zu locker ausgelegt... naja lest selbst:
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Nun also leidlich über die Pläne des Feindes im Bilde, entschlossen die Helden sich für folgendes Vorgehen: sie wollten nach Norden weiter, und versuchen die Brücke zu sabotieren. Jorr schickten sie zurück nach Drellin's Ferry, um die Bewohner vor der dräuenden Gefahr zu warnen.
Auf dem Weg fand man eine Art Riesen-Totem an einer Weggabelung. Den meisten Anwesenden war klar, dass es sich um einen Brauch bei Riesen handelte, ihr Territorium zu markieren. Die Helden hatten auch vorher schon von der Anwesenheit von Waldriesen in diesem Wald gehört, die sehr territorial sein sollten. Sie rechneten sich aber ganz gute Chancen aus, mit ihnen eine Überkunft treffen zu können, und folgten dem abzweigenden Pfad ins Riesenterritorium.
Der Pfad endete an einem Hügel, an dessen Fuß ein altes, halb verfallenes hölzernes Fort nach Riesenart stan; also die Palisaden aus kompletten großen Baumstämmen zusammengefügt und so weiter. Darinnen saß ein einzelner uralter Waldriese an einem Feuer, briet sich ein Wildschwein, und plauderte dabei mit sich selbst, dem Schwein oder einfach der Welt im Allgemeinen.
Die Gruppe trat hervor - der Riese schreckte erstmal auf und schnappte sich seine Keule - aber der Magier fand sogleich beruhigende Worte, dass man in Frieden käme und vor dem Einfall einer großen Horde Hobgoblins warnen wollte. Der Riese beruhigte sich dann auch und sah großzügig über die Verletzung seines Reviers hinweg, lud das Kleinvolk sogar zum Essen ein. Insgesamt verlief die ganze Begegnung sehr einvernehmlich.
Zwischendurch seufzte der Riese noch betrübt, dass er ja nicht mehr lange zu leben habe, weil er so krank und geschwächt sei. Das dauerte den Paladin und er erbot sich, zu sehen ob er etwas gegen die Krankheit des Riesen ausrichten konnte. Heilprobe verlief erfolgreich, und er mischte mit Hilfe der Heilertasche eine geeignete Salbe zusammen. Außerdem bot er an, die bereits erlittene Schwächung am nächsten Tag durch Magie zu lindern, was der Riese dankbar annahm.
Der Magier (so ziemlich das Face der Gruppe wie ihr schon merkt, Paladin hin oder her) schenkte ihm außerdem den magischen Riesenhandschuh, den sie in der Feste gefunden hatten, und dies zusammen mit der Heilung gab natürlich einen so fetten Bonus, dass sie die Verhandlungsprobe gar nicht mehr verkacken konnten. Der Riese versprach, am nächsten Tag seine Verwandten in den Bergen aufsuchen zu wollen um mit ihnen den Vormarsch der Horde zu verzögern.
So übernachtete man vor Ort und regenerierte; am nächsten Morgen wirkte der Paladin noch einen Lesser Restore auf den Riesen, und dann ging man getrennter Wege.
Nach einigen Stunden Fußmarsch hatte man den Waldrand an der Schädelschlucht erreicht und sondierte die Lage. Eine alte steinere Brücke überspannt eine ca 50m tiefe Schlucht, in ihren Enden umstanden von jeweils zwei (kleinen) Türmen. Die Türme waren besetzt mit Bogenschützen, und auf einem Turm räkelte sich ein großer Grüner Drache. (Auch auf diesen hatten die Helden bereits in den Aufzeichnungen von Wyrmlord Koth Hinweise erhalten) Am vorderen Ende der Brücke räkelte sich ein Drachling (Fire Drake - statt der im AB eigentlich vorgesehenen Höllenhunde).
Nun setzte eine ungefähr 1 Stunde (Realzeit) dauernde Diskussions- und Planungsphase ein. Verschiedene Ideen wurden hin und hergewälzt, wobei sich nicht alle Spieler geistig gleich schnell bewegten, sagen wir es mal so. Ein Vorschlag war zB, sich unsichtbar auf die Brücke zu schleichen und dort nach einer Schwachstelle zu suchen. Ein anderer Plan, jemanden unsichtbar und fliegend (per Trank) die Brücke von unten anzufliegen und dort zu knacken, gefiel mir persönlich zwar sehr gut, fand aber bei den anderen Spielern kein Gehör.
Schließlich entschied man zu folgendem: überfallartig das diesseitige Ende der Brücke und die beiden Türme einnehmen, die Besatzung erschlagen, und dann sollte der Magier die Brücke nach Schwachstellen scannen (da er Baukunst als Skill besitzt). Man hoffte eben, schnell genug zu sein bevor der Drache Zeit hätte sie zu schmelzen. Immerhin hatte der Magier diesmal ein Einsehen und zündete den Communal Resist Energy _vor_ Kampfbeginn.
Als der Angriff losging, ging es dann doch ein wenig drunter und drüber. Der Paladin hielt sich nicht an den Plan, in der Mitte der Brücke an einer Barrikade Stellung zu beziehen. Der Drache buffte sich erstmal ein wenig ehe er einen ersten Odemangriff landete (hier habe ich leider die schöne Gelegenheit verpasst, den Säureschaden am Steinwerk der Brücke zu vermerken, obwohl ich vorher noch an diese Möglichkeit gedacht hatte). Außerdem verkackte der Monk seinen Fear Save gegen die Frightful Presence des Drachen – aber nicht so schlimm, in der generften Pathfinder-Version macht die Furchtaura des Drachen nämlich Ziele ab 4 Trefferwürfel nur noch Shaken statt Panicked. Dann kann man es sich auch echt gleich sparen.
Dann machte ich es dem Magier vielleicht ein wenig zu leicht, indem ich ihm vom Turm aus mit einer einzigen Runde Aufwand ermöglichte, die im Abenteuer beschriebene Schwachstelle der Brücke ausfindig zu machen. Im Nachhinein wäre es vielleicht cooler gewesen, da eine Minute oder zumindest mehrere Runden für zu veranschlagen, und die anderen hätten so lange durchhalten müssen.
So war also besagter Schwachpunkt rasch ausfindig gemacht und die Nahkämpfer stürzten sich darauf – der Monk mit einem als Spitzhacke verwendeten Any-Tool. Da war ich _nochmal_ zu freundlich bzw hatte eine Regelstelle nicht ganz richtig im Kopf, weil ich dachte eine Spitzhacke würde die Härte von Stein ignorieren. (Tatsächlich, wie ich im Nachhinein gemerkt habe, ermöglicht ein derartiges Werkzeug lediglich, den Stein _überhaupt_ zu beschädigen, während zB ein Schwert komplett wirkungslos geblieben wäre). Dem Luzerner Hammer des Paladins sprach ich, von dieser Fehlannahme ausgehend, eine Halbierung der Hardness zu, da dessen Form weniger günstig sei.
Und während alledem stand der Waldläufer oben auf dem linken Turm und pfefferte die ganze Zeit auf den Drachen. Dieser hatte zwar dank Mage Armour und Shield wirklich respektable AC, aber der Spieler würfelte leider noch respektabler und schaffte in fast jeder Runde ausgerechnet mit seinem Manyshot-Angriff einen Treffer.
Der Paladin ignorierte ja wie gesagt seinen Auftrag, die Brücke abzuriegeln, was aber auch (leider) gar nicht weiter ins Gewicht fiel, da die Verstärkung von der anderen Seite so Arsch langsam war. So kloppten beide munter drauflos und schon recht bald war der HP-Vorrat der Schwachstelle aufgebraucht, und die Brücke fing an zu zerbröseln.
Der Gegenangriffsversuch des Drachen, den Monk mit einem Bullrush von der Brücke runter in die Schlucht zu stoßen, scheiterte an einer gewürfelten 1.
Dann provozierte auch noch der Magier vom Turm aus den Drachen mit Schmähungen - okay, da fing eben er sich den nächsten Bullrush ein. Was aber dem Magier scheißegal sein konnte (mir war das freilich vorher klar, aber dem Drachen nicht), da er als Luftmagier nach Belieben Federfall und Levitieren auf sich selber zaubern kann.
An dieser Stelle war die Zeit schon recht fortgeschritten und wir machten einen Cut.
Timeline: Tag 5. vormittags.
Noch ein paar Takte zum Thema Drachen:
Im ursprünglichen Abenteuer ist Ozzyrandion ein JUNGER Grüner Drache (also das Äquivalent eines 10jährigen Knaben) der Größe "Mittel" und mit gerade mal schlaffen CR5. Wie schon weiter oben erwähnt finde ich das würdelos. Darum bumpte ich (wie schon mein SL damals) den Drachen auf "Groß" hoch, was Alterskategorie Juvenile entspricht, also ein Halbstarker. Außerdem tauschte ich fast alle - wie meistens völlig schwachsinnigen - Feats des Bestiariums-Drachen aus und gab ihm stattdessen die ganzen Luftkampf-Feats: Flyby Attack, Hover, Wingover und so. Leider bin ich bis jetzt gar nicht dazu gekommen, Hover einzusetzen, und dank des unverschämten Würfelglücks des Rangers wird es auch wohl nicht mehr dazu kommen. Der Drache wird hat noch ungefähr 24HP übrig (was die Spieler nicht wissen), auch wieder eine Spätfolge des Pathfinder-Monsternerfens. (Ein Juvenile in 3.5 hätte ca 20HP mehr.) Da ihm klar ist, dass die Brücke bereits am Einstürzen ist, wird er sich jetzt wohl nochmal auf den (in der Schlucht, ca 6m unter der Kante) schwebenden Magier stürzen – ach, vielleicht grapplet er ihn ja auch und lässt sich _dann_ ins Wasser fallen, das könnte nochmal lustig werden.

Aber vielleicht sollte ich auch eh die Gruppe nochmal zurückpfeifen und meinen Fehler mit der Hardness korrigieren. Werde das mit den Spielern besprechen. Da müssten sie vermutlich noch ein paar Ründchen länger Steine klopfen.