Ich habe heute in der Mittagspause dieses Video angeschaut:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=pXe0QwYs-j8Der Kollege geht relativ hart mit Daggerheart ins Gericht aber ich finde es sehr interessant, weil er nicht einfach ranted oder lästert, sondern sich sachlich mit dem Spiel auseinandersetzt. Ich habe irgendwie Bock mich damit auseinanderzusetzen und auch Eure Meinung würde mich interessieren. Ich sehe das durch die Linse des Fans, der in seinem Kopf Daggerheart noch nicht ganz verortet hat und sich vielleicht mehr Gedanken macht als man müsste.

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Fiction First: Der Mann hat recht - wenn man sich seine Beispiele anschaut, dann ist das wirklich nicht der Fall bei Daggerheart. Mich stört das nicht aber wenn man ihm rechtgibt (bin ich mal gespannt, was der Tenor hier zu ist), dann läuft das dem Marketing entgegen
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Das Spiel mischt relativ harten Crunch und sehr freies Spiel - für mich ein Feature und kein Bug.
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Experiences sind viel zu frei und fördern Powergaming: Stimme ich nicht so zu. Soll jeder machen, was er will. Aber jemand, der bei mir "Meisterkoch der Ogerreiche" nimmt, der wird sicher mehr Spaß haben als jemand der "Kämpfermagier" nimmt.
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Ranges sind sehr abstrakt und ungenau: Ich mag das eigentlich aber bei Daggerheart ist mir das manchmal nicht so klar. Aber eher Gewöhnungssache.
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Geld relativ abstrakt: Das feiere ich voll und finde es besser als z.B. Wealth Thresholds, wo jemand entweder gar nichts ausgibt oder gleich sein Reichtumsniveau verliert. Interessant, dass das jemand nicht mag.
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Initiative: Zu dieser Regel habe ich im wahrsten Sinne des Wortes ein ambivalentes Verhältnis. Keine Reihenfolge und GM kommt bei Fear dran finde ich ziemlich cool. Das mit dem Spotlight-Hogging sehe ich schon ein bisschen. Ja, wir sind alle erwachsen und können das regeln usw. Aber am Ende des Tages ist es für ihn halt so, dass er immer als letzter und seltener drankommt. Und das kann ich voll nachvollziehen.
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Kampf ist voll willkürlich, weil der SL immer drankommen kann: Also ich glaube es ist schon so gemeint, dass man Monster nur bei Fear agieren lässt und das "GM Move Anytime" ist mehr für Konsequenzen der Spielendenhandlungen.
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Man stirbt quasi nur wenn man will: Eher ein Feature als ein Bug für mich. Nicht alles meine Spiele sollen so sein aber ich töte nicht so gerne SCs links und rechts.
Ich hoffe das kann man auch ohne das Video einigermaßen verstehen. Mir zeigt das, dass (a) die Geschmäcker verschieden sind und (b) eigentlich kaum Gamebreaker für mich drin sind. Fun fact: Er findet die Monster richtig gut - einer der Punkte wo ich nicht ganz sicher bin.
