Dachte ich mir, danke für die Klarstellung.
Glaubst du, diese Kategorisierung wäre so sinnvoll? Es sieht nach einem guten Ansatz aus, keine Frage. Aber nach etwas mentalem Verdauungsvorgang sehe ich dabei vor allem das Problem, dass dieser Bereich des Spiels ja sehr dominant von der Spielleitung geprägt wird (natürlich immer im Kontext von traditionellem Rollenspiel mit ebenfalls tendenziell traditionellen sozialen Rollen für die Personen am Spieltisch - aber ich würde beim Versuch einer allgemein anwendbaren Analyse vorrangig von solchen ausgehen wollen).
D.h. wiederum, dass der Rest der Spielenden kaum bis wenig Einfluss auf die Einordnung des Spielstils hätte und da hätte ich doch meine Zweifel, ob das so zutrifft.
Eine Einordnung von Rollenspielsystem anhand der Kategorien sieht imho gleichzeitig sehr naheliegend aus.
Wenn wir uns von der Praxis lösen und das idealtypisch betrachten, schließen wir das von mir genannte Problem aus, allerdings ist dann wieder die Frage, inwiefern es die Realität am Spieltisch auch halbwegs korrekt abbildet.
Als Gesprächsaufhänger ist es großartig. Ich werde recht sicher dieses Thema prominenter und expliziter in die Vorbereitung meiner nächsten Kampagnen mit aufnehmen.
Ergänzung:
Ich finde das Thema vor allem spannend, weil es die unterschiedlichen Perspektive auf komplett alltägliche Fragen am Spieltisch aufzeigt.
Persönliches Beispiel: Ich bevorzuge (vor allem als Leitung) narrative Systeme, die auf Inventurverwaltung und dergleichen verzichten und den Spielenden sogar ermöglichen, die Spielwelt und -szenen mitzugestalten.
Das stellt oft für Spielende, die bisher eher die üblichen Systeme wie DnD oder DSA bespielt haben, vor echte Herausforderungen und es dauert eine Weile, bis sie verinnerlicht haben, dass sie die vorhandenen Mechaniken in solchen System tatsächlich von sich aus dafür nutzen dürfen, dass sie im Rucksack doch noch dieses eine Stück Schnur oder das Taschenmesser gefunden haben, obwohl es nicht ausdrücklich auf ihrem Charakterbogen steht.
Insofern macht es absolut Sinn, die "Regeln" (aus dem Sozialvertrag*) bzgl. der Deutungshoheit der Ausgestaltung der Spielwelt (also der bespielten Wahrheit) konkreter zu beleuchten.
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* mag den Begriff in diesem Kontext nicht, aber er ist hier leider etabliert und damit wissen Alle*, was gemeint ist