Autor Thema: Gesellschaftlichen Status abbilden  (Gelesen 406 mal)

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Offline Blechpirat

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Gesellschaftlichen Status abbilden
« am: 30.04.2026 | 11:57 »
Wir planen ja eine Kampagne zur Hansezeit. Lass uns mal ca. 1300 als Referenzzeit nehmen.

In dieser Zeit spielt ja der Gesellschaftliche Status eine große Rolle. Adlige werden - auch in der Reichsfreien Stadt Lübeck - anders behandelt, als die unehelich gebohrene Tochter aus einer Familie von Schauerleuten.

Aspekt oder Skill?

Referenz ist für mich (deshalb dieses Board) Presence in DFRPG. Das beschreibt ja neben Führungskraft, Charisma auch die Reputation - und hat Auswirkungen auf die Länge des sozialen Stresstracks. Man könnte aber auch Scale (wie in Dresden Accellerated / Fate Condensed) nehmen, um die Unterschiede abzubilden.

Oder eben einen Aspekt.

Was denkt ihr?

Offline Wisdom-of-Wombats

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #1 am: 30.04.2026 | 12:25 »
Scale wäre hart, aber bestimmt eine schöne Regel für solche Fälle an Klassenunterschied.
Skill würde ich evtl eher sehen. Resources ist da keine Idee? Wenn du nicht gerade einen versteckten Schatz hast, dürfte das ziemlich 1:1 korrelieren mit dem sozialen Stand.

Ein Aspekt oder Teil eines Aspekts geht natürlich immer.
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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #2 am: 30.04.2026 | 12:32 »
"Status" wäre für mich tatsächlich erst mal ein Aspekt -- auch, weil der sich je nachdem, mit was für Leuten man es eigentlich zu tun bekommt, als ein zweischneidiges Schwert entpuppen kann. Beispielsweise adlig zu sein ist ja nett, aber auch mit Ansprüchen verbunden, die die Gesellschaft wiederum an einen stellt, und mag sich sogar als gehörige Hürde erweisen, wenn man sich mal unters "gemeine Volk" mischen möchte, ohne gleich aufzufallen wie ein bunter Hund oder zumindest in gewissen Kreisen sogar Mißtrauen zu erwecken.

Zu einem hohen Status würden für mich dabei auch noch anständige Werte in Presence (als "Ich-bin-der-Chef"-Fertigkeit) und Resources (für den angemessenen Lebenswandel) dazugehören. Natürlich muß nicht unbedingt jeder, der eine nominell hohe Position einnimmt, die tatsächlich unbedingt nehmen...nur, ohne sie wirkt man in so einer Stellung vermutlich schnell fehl am Platz und ggf. so, als ob man sie nicht wirklich "verdienen" würde.

Und der eine oder andere Stunt läßt sich mit Sicherheit auch noch formulieren oder direkt übernehmen. Mein Charakter gehört zu einer reichen Handelsfamilie? Klar paßt da "Lush Lifestyle" wie der Topf auf den Deckel!

Offline First Orko

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #3 am: 30.04.2026 | 13:00 »
Mit Skill wird es einer Ressource, die eingesetzt werden kann und wirkt damit direkt auf das Spiel.
Als Aspekt wirkt es tendenziell eher indirekt, je nachdem wie engagiert die Spielenden diese so einsetzen. Ich fände das plus passenden Stunt tatsächlich passender.
Wenn man Richtung Bridgerton und sowas gehen wollte, würde ich sogar beides kombinieren - das würde ich dann aber mit der Gruppe besprechen, weil da ein ganzer Kampagnenfokus mit käme!
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Offline Blechpirat

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #4 am: 3.05.2026 | 12:56 »
Für mich kommt ja noch so ein wenig hinzu, dass eine "ordentliche" Probe auf Resourcen (vielleicht nenne ich das dann "Wohlstand", weil das Hanseatischer klingt) für einen Kaufmann mit mehreren Koggen sicherlich was anderes bedeutet, als für einen Straßenjungen.

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #5 am: 3.05.2026 | 13:12 »
Für mich kommt ja noch so ein wenig hinzu, dass eine "ordentliche" Probe auf Resourcen (vielleicht nenne ich das dann "Wohlstand", weil das Hanseatischer klingt) für einen Kaufmann mit mehreren Koggen sicherlich was anderes bedeutet, als für einen Straßenjungen.

Sicherlich ein Stück weit Geschmacksfrage. Für mich wäre das eher ein "Ja, natürlich hat's der Kaufmann leichter, ein für 'normale' Leute großartiges Ergebnis zu kriegen als der Straßenbengel -- wozu sonst wäre er wohl so reich?".

Offline manbehind

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #6 am: 3.05.2026 | 13:35 »
Wir planen ja eine Kampagne zur Hansezeit. Lass uns mal ca. 1300 als Referenzzeit nehmen.

In dieser Zeit spielt ja der Gesellschaftliche Status eine große Rolle. Adlige werden - auch in der Reichsfreien Stadt Lübeck - anders behandelt, als die unehelich gebohrene Tochter aus einer Familie von Schauerleuten.

Aspekt oder Skill?

Ich verstehe tatsächlich die Frage nicht: Die Unterschiede zwischen einem Adligen, einem reichen Kaufmann, einem Mitglied des Klerus, einem Bürgern, einem Bauern halte ich für offensichtlich.

Und nein, ich halte die Aussage für falsch, dass ein Adeliger anders behandelt wird als die unehelich geborene Tochter von Schauerleuten - einfach deshalb, weil beide in völlig anderen Kreisen verkehren und es praktisch keine Berührungspunkte gibt, was wiederum ja bereits Kennzeichen des Standesunterschiedes ist. D. h. es fehlt hier schlicht das Referenzsystem, das auf beide Fälle gleichermaßen und damit sinnvoll angewendet werden kann.

Damit deine Aussage einen Sinn hat, müsstest du erstmal festlegen, durch wen sie bei welchen Gelegenheiten anders behandelt werden. Sinnvoll wäre es imo auch, darzulegen, warum das Ganze überhaupt relevant für euer Spiel ist und warum eine Unterscheidung in Stände dafür nicht genau genug ist oder schlicht nicht das leistet, was es für's Spiel leisten soll.

Offline Blechpirat

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #7 am: 3.05.2026 | 14:02 »
Ganz einfach - die Spieler haben gewollt, dass sowohl ein Adliger als auch ein Straßenkind vertreten sind. Also werden sie sich begegnen. Und sei es als Besatzung eines Schiffes.

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #8 am: 3.05.2026 | 14:50 »
Ganz einfach - die Spieler haben gewollt, dass sowohl ein Adliger als auch ein Straßenkind vertreten sind. Also werden sie sich begegnen. Und sei es als Besatzung eines Schiffes.

Na ja -- dann sind die beiden also schon mal insoweit "gleichberechtigt", als sie eben beide Spielercharaktere sind und ungeachtet irgendwelcher spielweltseitigen Statusunterschiede wahrscheinlich auch in irgendeiner zumindest persönlichen Beziehung zueinander stehen (wenn ich das nicht gerade völlig in den falschen Hals gekriegt habe). Sie werden auch über alles betrachtet vermutlich gleich kompetent sein, wenn auch logischerweise auf wenigstens zum Teil recht unterschiedlichen Gebieten; wie oft muß ein Adliger schon beispielsweise vor der Stadtwache ausbüxen? :)

Offline First Orko

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #9 am: 5.05.2026 | 11:25 »
Ganz einfach - die Spieler haben gewollt, dass sowohl ein Adliger als auch ein Straßenkind vertreten sind. Also werden sie sich begegnen. Und sei es als Besatzung eines Schiffes.

Kleiner Inspirationsblitz: Dresden Files Accelerated soll mit "Mantles" wohl unterschiedlich mächtige Figuren parallel spielbar machen. Da ich es selbst nicht besitze, kann ich es nicht prüfen - aber könnte man das System nicht einfach für Status adaptieren..?  :think:
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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #10 am: 5.05.2026 | 11:55 »
Kleiner Inspirationsblitz: Dresden Files Accelerated soll mit "Mantles" wohl unterschiedlich mächtige Figuren parallel spielbar machen. Da ich es selbst nicht besitze, kann ich es nicht prüfen - aber könnte man das System nicht einfach für Status adaptieren..?  :think:

Im Prinzip vielleicht, obwohl DFA in mancherlei Hinsicht einfach anders tickt als sein Vorgänger (da liegen halt die Erfindung von Fate Accelerated/Turbo-Fate selbst und danach noch mal ca. drei Jahre weitere Designerfahrung dazwischen). Ich meine, allein unter den Mänteln für "Normalsterbliche" gibt's da Dinge wie "Criminal", "Reporter", "Leader of the People" und "One-Percenter"...

...allerdings merkt man daran vielleicht auch so ein bißchen, daß die nicht unbedingt "hart ausbalanciert" sind, und tatsächlich rät einem das Kapitel zum Thema "Eigene Mäntel erfinden" ausdrücklich davon ab, sich zu sehr ins Thema Gleichgewicht zu verbeißen. Außerdem kann man nach DFA-Regeln immer nur einen Mantel haben; man kann ihn gegebenenfalls mal wechseln, aber das ist nicht trivial (braucht einen großen Meilenstein und bedeutet auch den Verzicht auf die Möglichkeiten des alten Mantels...auch wenn man die im Prinzip später mit Erholungsrate zurückkaufen kann).

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Re: Gesellschaftlichen Status abbilden
« Antwort #11 am: 6.05.2026 | 15:10 »
Ich wollte zumindest die Lehren aus Condensed ins Spiel holen... aber nein, man wollte unbedingt das "alte" DFRPG spielen. Und ein Argument kann ich schlecht von der Hand wischen - bei nicht-linearen Karrieren gibt es da schon einen schönen Baukasten für die eigenen Powers.