Autor Thema: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?  (Gelesen 23491 mal)

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Xantus

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #75 am: 31.05.2005 | 23:16 »
Das große Problem ist bei Schußwaffen, dass eine ruhige Hand benötigt wird und bereits kleine Verkantungen der Waffe die Kugel meilenweit daneben gehen lassen. Blödweise hat man dies alles nicht im Kampf.

Shooter ? Da habe ich eher meine Zweifel - denn schießen im Shooter ist wirklich was anderes als eine Waffe im RL abzufeuern, insb. der Rückschlag, Knall, Rauch usw... kommen dort bei einem ganz anders an.
Zudem: Welcher Shooter versucht schon realistisch zu sein ? Wirklich Verletzte und Verletzungen sieht man dort doch garnicht - das gäbe einen totalen "Kulturschock" wenn dies als "Kriegsrealität" übertragen würde.

Kern des Trainings ist eher den Gegner zu entmenschlichen (das machen aber nicht nur die Amis) und ihn so darzustellen, dass dieser der böse unmenschliche Bub wird - dann fällt es nämlich leichter abzudrücken.
Allerdings ist das mit der Treffsicherheit nicht so einfach abzugleichen, heutige Waffen sind viel nutzerfreundlicher als z.B WW2 Waffen (Reflexvisiere, Aimpoints, kleiner Kaliber, leichtere Waffen, höhere Feuerrate und Präzision) - da ist es logisch von einer höheren Trefferrate auszugehen. Zudem ist das Training sehr wichtig.

Die Shooter die von den Amis im Training eingesetzt werden sind in erster Linie Taktikspiele, da gehts nicht darum jemand umzulegen sondern ein Gefühl für die taktischen Realitäten zu entwickeln (worauf muss man achten, wo ist der Gegner, tote Winkel usw...). Das ist nämlich ohne 3D Blick von oben äußerst schwer zu vermitteln.
« Letzte Änderung: 31.05.2005 | 23:19 von Xantus »

Offline Rpg-HQ

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #76 am: 1.05.2008 | 15:34 »
Ausser mit dem obligatorischen Schießbudenluftgewehr hab ich noch nicht soo viele Erfahrungen gesammelt.
Ne Signalpistole (die ich total unterschätzt habe) war dabei...
Und ne Panzer II Armbrust  :o :o :o Die Dinger haben einen Rückstoß, meine Fresse. Ich hab die Zieloptik ins Auge gekriegt und hatte das fieseste Blaue Auge ever !

Offline Robert

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #77 am: 5.05.2008 | 22:53 »
Ihr seit gemein!
Solche Topics ansprechen, wenn ich auf Con bin und dann noch so verstecken, das man sie erst auf der letzten Seite zu sehen bekommt ;)

Ich habe ziemlich viel Erfahrung mit Schusswaffen, weil ich mich historisch und technisch sehr dafür interessiere.
Angefangen hat das mit Bögen und Armbrüsten(ein Schreiner als Opa ist toll).
Dank unserem tollen deutschen Waffengesetz durfte ich bis zum Alter von 16 nur an Luftgewehre und die machen keinen Spass(spannen, 1 Schuss, ein winziges Loch in der nur 10m entfernten Scheibe).
Nach der Sachkundeprüfung kam Begeisterung auf:
Kleinkaliber(bin Linkshänder, daher bekam ich einen Revolver) -> Macht Spass, vor allem mit Zeitmessung auf Drehscheiben
Karabiner 98k -> Meine arme Schulter, der blaue Fleck war zwar kleiner, als Westphalen, aber schmerzhaft genug. Seitdem schiesse ich Gewehre nur mit gepolsterter Weste und hab gelernt den Kolben fest in die Schulter zu ziehen.
Unterhebelrepetierer(Winchester, Revolverkaliber) -> Fast kein Rückschlag, durchladen, ohne aus dem Anschlag zu gehen und man darf es auf der Anlage mit Drehscheiben machen
Selbstladepistole(9mm, .45 ACP, diverse andere) -> teils sehr ruppig, verzeihen keine Ziel- oder Abzugsfehler, aber es macht Spass(vor allem auf Drehscheiben). Meine Favoriten waren eine Beretta 92F und eine CZ 75, die Walther PPK eines Jägers hat mir gezeigt, warum James Bond zur P99 gewechselt hat: Man trifft mit diesem Teil nichts, das Visier ist zu fein und sie macht zu kleine Löcher.
Jagdbüchsen(diverse Kaliber, die größte hatte .460 Weatherby Magnum) -> teils sehr ruppig, manche Repetierer, manche Kipplauf, fast alle mit Zielfernrohr. Die meisten Jäger üben mit anderen Gewehren, weil die Munition teuer ist. Jeder war überrascht, das ich mit meinem Revolver ebenfalls auf 100m(sitzend, aufgelegt) treffe und viele sind die Wette um 1 Wurstsemmel eingegangen(bevor es zu bekannt wurde und keiner mehr wollte^^).
LePage Duellpistole -> Vorderlader stinken, rußen und brauchen furchtbar lange zum Laden und saubermachen. Knallt dumpf und man kann der Kugel fast hinterhergucken.
Sharps -> Sowohl die Vorderlader, als auch das "Quigley"-Modell geschossen. Wenn es einen Schiessstand in erreichbarer Nähe gäbe, auf dem man 300m oder weiter schiessen kann, würde ich das mit dem Eimer ausprobieren. Die Patronenvariante war mit einem langen Messingrohr bestückt(Nachbau eines Zielfernrohrs von ca. 1870) und dadurch zu schwer um sie stehend freihändig zu schiessen.

Das Angebot von Y-Tours hab ich nur teilweise kennengelernt(Luftwaffe, Panzerfaust & GraPi hatten wir nicht):
P8 -> liegt gut in der Hand, aber die meisten schiessen nicht dahin, wohin man zielt
G36 -> fällt es auf den Boden, oder guckt man es scharf an, verstellt sich das Visier und man darf nicht mit abgeklapptem Kolben Dauerfeuer geben(Ja, hab ich live gesehen. Der Verschluss flog nach hinten aus dem Gehäuse und es waren Gottseidank nur Manöverpatronen, also weniger Gasdruck als die Scharfen).
G3 -> Schönes Gewehr, ich muss mir mal eine zivile Ausführung zulegen. Man trifft liegend noch auf 300m ins Schwarze, stehend belasten das Gewicht vom Gewehr und der Rückschlag ziemlich.
MG3 -> "5 Schuss Einzelfeuer, Feuer frei"(Gurt mit 1 Patrone, 1 leere Hülse, 1 Patrone, usw.) ist doof, aber da ich mich freiwillig zum Abbau-Kommando gemeldet hatte, durfte ich auch einen 50Schuss-Gurt im Dauerfeuer testen. Treffen tun die ersten 3-5 Kugeln, die Länge der Feuerstöße ist Übungssache(mein Spieß konnte Einzelfeuer, oder abgezählt).
Uzi -> besser, als ihr Ruf und vor allem: Leicht zu reinigen

Ich hab einen Bekannten in Winterthur(Schweiz), zu Besuch nahm er mich mit in einen Schiesskeller(kostet Eintritt & Munition, dafür hat man freie Auswahl in der Waffenkammer):
SIG 551 -> kaum Rückschlag, präzise und hält sogar bei 10er Feuerstößen auf 50m das Schwarze der Gewehrscheibe. Kann verstehen, wieso mein Bekannter sein PE 90(= nicht seriefeuertaugliche Version des Sturmgewehrs) nach Ende der Militärzeit gekauft hat.
AKM 47 -> bulgarisches, oder ungarisches Lizenzprodukt. Auf Nachfrage war die russische einfach schlechter(unpräzise, Holzteile hässlich und mit stinkender Beize), aber der Mythos wurde auch mit der Kopie entzaubert. Die Waffe mag zuverlässig sein, aber treffen tut man sogar mit einem verstellten G36 besser.
MP 40 -> was ein Klappergestell, aber immerhin konnte ich ein Original aus dem zwoten Weltkrieg schiessen
Colt 1911 -> Remingtonproduktion von 1936, klappert, keilt aus und trifft trotzdem ganz ordentlich(nur das Visier war etwas zu fein für mich)
M60 -> Wie beim MG3, nur musste ich es hinterher nicht saubermachen und hab deshalb 2 Gurte(a 250) auf laufenden Keiler(eine Scheibe, die von links, nach rechts über den Stand fährt) getestet. Stehendanschlag mit Vordergriff kein Problem, sitzend mit Zweibein sogar präzise(und nach ca. 300 Schuss konnte ich auch Einzelfeuer^^)
Desert Eagle .50AE -> Rückschlag beherrschbar, aber schmerzhaft und sehr schwer(Ganzstahlwaffe). Eigentlich sehr cool, aber es gibt präzisere Revolver in ähnlich starken Kalibern(.454 Casull, .45-70).
Brügger & Thomet Karabiner -> eine, nur halbautomatisch, umgebaute MP 5 von HK mit Schalldämpfer des Schweizer Herstellers. Nett, leiser als Kleinkaliber und recht präzise. Hätte gerne eine mit Feuerstoß-Modus ausprobiert.

Ein Besuch beim Wurfscheibenschiessen(Tontaube ist nicht politisch korrekt) hinterliess den Wunsch, die Übung mit meinem Revolver zu wiederholen.
Bockdoppelflinte -> sauschwer und der untere Lauf schoss zu weit rechts
Selbstladeflinte -> Würde ich jederzeit einer Pumpgun vorziehen, da weniger Rückschlag und keine, beim Zielen störende, Armbewegung nötig

Biathlon hab ich seit meinem Skikurs in der Realschule immer wieder mal betrieben, die Gewehre sind klasse, man braucht nicht mal Gehörschutz und die Daumenbewegung(zum repetieren) ist bald unbewusst.
Nur mein Können beim Langlauf ist verbesserungsfähig.
Übrigens sind die deutschen Waffen von Anschütz zwar präziser(und teurer), aber die rusischen Baikal sind leichter und das Visier stimmt noch, nachdem man bei einem Sturz auf den Rücken gefallen ist.

Meine einzige eigene Waffe ist ein S&W 686 Target Champion in .357 Magnum, allerdings wird der im Interesse meines Handgelenks meistens mit .38 Special Patronen geschossen(beidhändiger Anschlag ist unsportlich^^).

In meiner Sammlung befinden sich noch
- mehrere mit CO2 betriebene Freizeit-Luftdruckwaffen(u.a. ein Walther
Unterhebelrepetierer und eine Kopie meines eigenen Revolvers),
- zwo Match-Luftgewehre,
- ein Langbogen(von einer Westernmesse) und eine überschwere Armbrust(Magnum X-2, Compoundsystem mit 100lbs ~210kg Spanngewicht),
- sowie einige Softairs.

Schreckschusswaffen besitze ich zwar, aber die sehen ihren Einsatz nur zu Sylvester mit Raketenbechern(für eine besitze ich einen 4fach Becher),
oder zu meinem Westernoutfit(ein Peacemaker und ein Derringer, bzw. ein Minirevolver in einer Gürtelschnalle).

Must try(teils unwahrscheinlich bis unmöglich, ich weiss^^):
- .50 BMG, trotz Horrorgeschichten um gebrochene Schlüsselbeine und verschobene Augennetzhaut
- .454 Casull, am Besten aus dem gleichnamigen Revolver
- die FN P90, oder eine andere dieser modernen MP's(am liebsten die von HK)
- ein echter Colt SAA 1873 in .45 Colt
- eine echte Unterhebelrepetierbüchse aus Westernzeiten(Modell egal, aber Spencer bevorzugt)

@Leute, die das Thema hier für politische Äußerungen nutzen:
Lasst das, dafür könnt ihr eigene Threads aufmachen und ich geb da auch gerne meine ehrliche Meinung und diskutiere drüber.
Hier geht es um Erfahrungsberichte, nicht um Ideologien.
Wer Rechtschreib- oder Grammatikfehler findet, darf sie behalten!

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #78 am: 5.05.2008 | 23:17 »
Schau ma aufs Datum -- dein direkter Vorposter ist ein Nekromant und hat Raise Thread auf ein drei Jahre altes Thema gecastet. *g*

Der Vollständigkeit halber meine Liste in chronologischer Reihenfolge:
.22lr Selbstladebüchse (mit 10er Magazin, kein spürbarer Rückstoß, hat Laune gemacht)
.30-06 Jagdgewehr (da tut einem schon irgendwann die Schulter weh)
G36 Sturmgewehr (war unser Bataillon damals eins der ersten die damit ausgestattet wurden (KRK))
P8 - fand ich ziemlich "unexciting"
MG3 - das schafft was weg!
IMI Uzi - beste Handgranate vonne Welt

Heutzutage begnüge ich mich mit einem halbautomatischen 4.5mm-CO2-Gewehr für die heimische Dosenjagd.
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Offline Robert

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #79 am: 6.05.2008 | 17:20 »
@ Feuersänger:  :-[
Ist aber auch ein Zufall, das der erste Post vom 1.05.2005 datiert.
Die Jahreszahl hab ich total missachtet.
Aber es schadet ja nicht, seine Meinung irgendwo kundzutun, oder doch? ;)
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Wolf Sturmklinge

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #80 am: 26.05.2008 | 16:23 »
Kugelsichere Westen sind blödsinn, die sind viel aber nicht sicher
Die dicken Westen überstehen sogar einen Treffer einer Kalaschnikov oder des G3, 9mm und .357 sowieso. Klar, der zweite geht wahrscheinlich durch, aber wenigstens hat man eine Chance.

Zitat
Hohlmantelgeschosse, reissen riesige Austrittswunden, Holz ist als Deckung ungeeignet..
Je nachdem mit was da geschossen wird, hilft eine gemauerte Wand auch nicht.

Pistole P-1: Wenn man sie wirft ist die Trefferquote besser!
Ich hab mit dem Teil nichts getroffen, aber unser Stabsfeld ist damit Schützenkönig! Konnte ich nicht begreifen.

Meine Erfahrungen:
Pistole P1 - Drecksteil
Pistole P8 - Nicht wirklich besser
Sturmgewehr G3 - Sehr gute, einfache Waffe mit hoher Durchschlagkraft
Sturmgewehr G36 - Familiengewehr, einfach zu bedienen, hohe Trefferwahrscheinlichkeit.
Maschinenpistole MP5 - Extrem ruckliges Etwas mit dementsprechendem Streuradius
Maschinenpistole Uzi III - Brutale Munitionschleuder und auch noch treffsicher. Vorsicht, Schlagbolzenabnutzung!
Panzerfaust 3 mit UEB-T "Negerpfeilen" (Übungsmunition) - Äh ja?! 15mal geschossen, 15 Treffer.
Smith & Wesson .357 - Erster Schuß ging in die Decke, soll eine hohe Mannstopwirkung besitzen.
Pistole Glock 17 - Feine Pistole, trifft sogar das Ziel.
Maschinengewehr 3 - Beim Munitionsabschießen wird einem plötzlich ganz anders, wenn man die Vernichtungskraft dieser Waffe betrachtet. Achtung, Lauf ist sehr heiß!

Ich habe nach 2006 keine Schußwaffe mehr in der Hand gehabt und bin auch kein großer Fan von Waffen, aber wenn der Krieg kommt schnapp ich mir das erste G36 das rumliegt.

Offline Buddy Fantomas

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #81 am: 26.05.2008 | 20:37 »
Die dicken Westen überstehen sogar einen Treffer einer Kalaschnikov oder des G3, 9mm und .357 sowieso. Klar, der zweite geht wahrscheinlich durch, aber wenigstens hat man eine Chance.

Nun ja, es wird wohl kaum jemand genau zwei Treffer auf annähernd die gleiche Stelle der Weste setzen. Andererseits: Der Schutz einer Weste hängt auch stark von der Entfernung des Schützen zum Ziel und vor allem dem Winkel des Einschlags ab: Einen frontalen Treffer aus einem Sturmgewehr auf kurze bis mittlere Entfernung hält meines Wissens keine Weste zuverlässig ab. Aber es soll ja schon ganz hilfreich sein, wenn die Wundtiefe reduziert wird: Gebrochene Rippen und eine gebremste Kugel im oberen Fett- oder Muskelgewebe ist immer noch besser als ein ruptuierter Korpus.

Zitat
Ich hab mit dem Teil nichts getroffen, aber unser Stabsfeld ist damit Schützenkönig! Konnte ich nicht begreifen.

Die meisten P1 im Arsenal sind von anno Adolf und in dementsprechenden Zustand. Eine Pistole, die nur in erfahrenen Händen war, ist vermutlich in besserem Zustand als eine, die durch zig Hände von Grundwehrdienstleistenden gegangen ist. Und es soll auch hilfreich sein, wenn man die Eigenarten einer bestimmten Waffe lange genug kennengelernt hat.

Meine Erfahrungen:

P1 - In der Regel nur geeignet, um potentielle Deserteure vom Desertieren abzuschrecken. Heute obsolet.
P8 - Geringfügig besser in der Handhabung, aber auch eher eine Übungswaffe.
G3 - Hohe Durchschlagskraft, mäßige Handhabung. Braucht viel Pflege.
G36 - Zielsicherer, leichter. Braucht nicht mehr Pflege als das G3, hat aber auch weniger Power, was aber durch die Genauigkeit kompensiert wird. Für die Armee und dahinter stehende Logistik ein Traum, für private Verteidigung im Kriegs- und Apokalypsenfall langfristig nicht die erste Wahl.
MP5 - Handlich, aber für gezieltes Schießen nur nach langer Übung und im Einzelschuss zu gebrauchen. Und wer keine eigene Munitionsfabrik hat, sollte maximal bei 3er-Feuermodus aufhören.

Außerhalb der Bundeswehr hatte ich nur wenig Gelegenheit - und Lust - Erfahrungen mit Schusswaffen zu machen, möchte aber mal eine Lanze für das vermeintliche "Ruckelmonster" AK-47 brechen: Im Einzelschuss ist es ein sehr präzises Gewehr. Ansonsten hilft es, auf den rechten Fuß des Gegners (bzw. Pappkameraden) zu zielen, um sicherzustellen, dass das Ziel möglichst viele Treffer kassiert. ;)
Ansonsten würde ich auch zivil auf Produkte des traditionsreichen Hauses H&K schwören. Die USP Tactical ist die komfortabelste Pistole, die ich je in der Hand hatte, dabei präzise, pflegeleicht und hat ordentlich Bumms.
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Wolf Sturmklinge

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #82 am: 26.05.2008 | 20:58 »
Nun ja, es wird wohl kaum jemand genau zwei Treffer auf annähernd die gleiche Stelle der Weste setzen. Andererseits: Der Schutz einer Weste hängt auch stark von der Entfernung des Schützen zum Ziel und vor allem dem Winkel des Einschlags ab: Einen frontalen Treffer aus einem Sturmgewehr auf kurze bis mittlere Entfernung hält meines Wissens keine Weste zuverlässig ab. Aber es soll ja schon ganz hilfreich sein, wenn die Wundtiefe reduziert wird: Gebrochene Rippen und eine gebremste Kugel im oberen Fett- oder Muskelgewebe ist immer noch besser als ein ruptuierter Korpus.
Eine Kevlarweste mit Keramikplatten verstärkt hält auch eben besagten direkten Treffer eines G3 oder einer vergleichbaren Waffe (AK47) ab. Diese Westen sind zwar sehr schwer, aber in diesem Falle ein absolut notwendiges Übel.
Waffen die über eine höhere Mündungsgeschwindigkeit verfügen, wie zum Beispiel ein Präzisonsgewehr hält wohl keine Weste auf.

Offline EliasvY

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #83 am: 26.05.2008 | 21:04 »
Nun ja, es wird wohl kaum jemand genau zwei Treffer auf annähernd die gleiche Stelle der Weste setzen. Andererseits: Der Schutz einer Weste hängt auch stark von der Entfernung des Schützen zum Ziel und vor allem dem Winkel des Einschlags ab: Einen frontalen Treffer aus einem Sturmgewehr auf kurze bis mittlere Entfernung hält meines Wissens keine Weste zuverlässig ab. Aber es soll ja schon ganz hilfreich sein, wenn die Wundtiefe reduziert wird: Gebrochene Rippen und eine gebremste Kugel im oberen Fett- oder Muskelgewebe ist immer noch besser als ein ruptuierter Korpus.

Dafür gibt es ja die Schutzklassen. Amerikanische Level IV Westen halten bis knapp 4000 Joule Panzerbrechender Geschoßße stand. Beschußkaliber ist afaik 7,62 x 51 als Panzerbrechend.

Afaik sind Schutzwesten "single" Impact, also nur ein Treffer pro Stelle. es gibt aber auch "Multiple Impact" . . .
Weiterhin sind die hohen Schutzstufen nur noch mit "SAPI"-Platten zu erzielen.


P1 - Fand das Teil nichtmal schlecht, Phasenweise empfand ich sie sogar als angenehmer als die P8
P8 - Naja, gibt auch bessere Pistolen (siehe weiter Unten)
P8 Combat - Dafür daß die Waffe keine Sicherung besitz und man damit sehr schnell schießen kann, mit lieber als die normale P8
MP2 - Erstaunlich präzise, hat mich echt erstaunt.
MP5 - Im Polizeischießkino geschossen, ebenfalls sehr präzise, technisch reifer als die MP2 (UZI)
G3 - Ein Traum, tritt zwar ein bisschen, aber keine Plastikbombe wie das 36er
G36 - Legogewehr, man trifft zwar ohne zu gucken, dafür ist die Optik aber auch gerne mal im Eimer
MG3 - Imposanter Sound, ansonsten ncihts für mich . . .
Sig226 - Mhm, soll ja ganz toll sein, ich fand sie tritt, trotz gleichem Kalibers, stärker als eine P8
Glock 21 - Ein Traum, trotz .45ACP schießt sie, IMHO, weicher als eine P8
1911 - Trotzdem es eine Tuningwaffe war, empfand ich sie nicht als sonderlich angenehm zu schießen
.357 Revolver - leider nur mit .38 Special geschossen. Angenehm, kein Rückstoß
Ruger Mini 30 - 7,62 x 39, ein Spielzeugkaliber. Entsprechend einfach zu schießen
Mini 30 im Bulpupschaft - Gleiches Kaliber, aber leider ein hang zu Ladehemmungen . . .
Pumpgun - Nett, kaum Rückstoß, lag wohl an dem recht feinen Schrot
Desert Eagle .50AE - Der Traum für jeden Großkaliberschützen. Tritt wie eine Horde alter Esel. http://www.youtube.com/watch?v=dFJjaj7pXsA Als Kleiner Teaser zum Triit :D

Nachtrag: [Klugscheiß] Ein AK47 ist nicht im Ansatz vergleichbar mit einem G3, allein schon die Mündungsenergie: 1900 Joule zu 3600 Joule. [/Klugscheiß]

2. Nachtrag: Sicher Mündungsgeschwindigkeit ist wichtig, wichtiger ist jedoch die Mündungsenergie.
« Letzte Änderung: 26.05.2008 | 21:06 von EliasvY »

Offline Buddy Fantomas

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #84 am: 27.05.2008 | 22:02 »
Eine Kevlarweste mit Keramikplatten verstärkt hält auch eben besagten direkten Treffer eines G3 oder einer vergleichbaren Waffe (AK47) ab. Diese Westen sind zwar sehr schwer, aber in diesem Falle ein absolut notwendiges Übel.

Solche Westen sind aber auch schwer und schränken die Beweglichkeit ein - und machen einen damit zu einem leichteren Ziel und senken die Chancen, natürliche Deckungen auszunutzen. Klar, als Doorgunner oder Bordschütze in einem Fahrzeug ist ein schwerer Individualschutz eine feien Sache, aber als Infanterist per pedes sind leichtere Lösungen vorzuziehen.

Letztendlich hängt der Nutzen von Schutzkleidung ebenso vom Anwendungsbereich ab wie die Schusswaffe selbst. Wer nicht die Logistik einer Armee hinter sich und weder die Möglichkeit noch die Zeit für gründliche Waffenpflege hat, der fragt nicht nach dem Unterschied von 1900 Joule zu 3600 Joule, sondern nimmt das pflegeleichtere und robustere Gewehr mit weniger Baugruppen, dessen praktischer Nutzen kaum geringer ist und für dass man auch in den abwegigsten Ecken der Welt Munition (und ggf. Ersatz, an den man gewöhnt ist) findet.
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #85 am: 28.05.2008 | 08:17 »

Was redet ihr alle von Deckung?

90% jeder Deckung, welche man in Film & PC sieht und nutzt ist eher nutzlos. Außer das der Schütze sein Ziel vor Augen verliert.
Die Polizei hat die letzten Jahre ihre Munition gewechselt, weil die generell alles durchschlagen hat. Soll heißen, das sich Munition durch mehrere Autos gegraben hat, es sei den sie hat den Motorblock gefunden. Bin mir nicht ganz sicher, aber die P7 wirkt auf mich noch eher "harmlos".
Die neue Munition faltet sich beim Aufschlag auf und hat daher eine größere Mannstop-wirkung und bleib meistens im ersten Ziel stecken.


Was lernen wir daraus? ne tolle Wumme macht viel aus, aber du brauchst auch die richtige Munition dafür*g*

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #86 am: 28.05.2008 | 09:26 »
Ich hab vor einem Jahrzehnt,als Ich auf den Phillipinen war, mit Pumpgun und mit 9 MM Beretta rumgeballert und war überrascht,wie leicht der Rückstoss war(gerade bei der Pumpgun) vielleicht hatte Ich auch zuviel erwartet ? ebenso ging die Mun schneller aus als erwartert,war aber auch günstiger als erwartet  ;D Ich hab an dem Tag mindestens 200 Schuss (Schätzungsweise ) verbraucht und danach nach Schiesspulver gestunken.Mir hat der Tag viel gebracht !

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #87 am: 28.05.2008 | 12:46 »
Erfahrungen beim Bund:

P1: Fand ich eigentlich eine feine Sache, auch wenn ich nicht richtig getroffen habe. Ist aber ein deutlicher Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
G3: Ja, auch einer der wenigen. So arg wie die Ausbilder den Rückstoss bezeichnet haben, empfand ich den gar nicht. War aber trotzdem eine interessante Erfahrung.

Privat:

- Luftgewehr: Ich habe damit bei uns über dem Stall Überraschungseierfiguren zerschossen  ;D
- irgendeine Pistole zu Silvester mal (irgendeine mit nem Trommelmagazin)

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #88 am: 28.05.2008 | 13:04 »
90% jeder Deckung, welche man in Film & PC sieht und nutzt ist eher nutzlos. Außer das der Schütze sein Ziel vor Augen verliert.

Uns wurde damals gesagt (also beim Bund), dass eine 7,62mm Nato, sprich G3 oder MG3, selbst einen Motorblock durchschlägt. Demnach ist jegliche Deckung lediglich als Sichtschutz zu verstehen. [Ob das genau so stimmt, kann ich nicht beurteilen; beim Bund bekommt man ja erfahrungsgemäß auch viel Scheisse erzählt.]
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #89 am: 28.05.2008 | 15:18 »
@ Feuersänger:
Das haben die mir damals auch gesagt, da ich mir da aber auch nicht sicher war, hab ich's hier nicht gepostet.

Weiß da jemand näheres? Ballistische Gutachten etc.?  wtf?
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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #90 am: 28.05.2008 | 15:38 »

Ich habe mich Infomiert.

Nach Aussage einer Waffenexpertin aus dem Bekanntenkreis durchschlägt ein G3 sicher keinen Motorblock. Nach ihrer Aussage bräuchte man ein panzerbrechendes (Kriegs-)Scharfschützengewehr mit 8000 Joule aufwärts.

kA was das heißt....
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Wolf Sturmklinge

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #91 am: 28.05.2008 | 15:38 »
Solche Westen sind aber auch schwer und schränken die Beweglichkeit ein - und machen einen damit zu einem leichteren Ziel und senken die Chancen, natürliche Deckungen auszunutzen. Klar, als Doorgunner oder Bordschütze in einem Fahrzeug ist ein schwerer Individualschutz eine feien Sache, aber als Infanterist per pedes sind leichtere Lösungen vorzuziehen.
Diese Westen wurden im Kosovo_krieg von der Bundeswehr eingesetzt und das zusätzliche Gewicht fällt im Falle des Beschusses kaum ins Gewicht. Glaub mir, Du wirst richtig stark und schnell wenn Dir ne Kugel um die Ohren pfeift.

Was ich mit Waffen natürlich nie selbst ausprobiert habe, aber vom Hörensagen weiß ist, dass so eine
Kugel sich nicht in Luft auflöst, wenn sie durch jemand durchgeflogen ist, sondern noch durch eine ganze Reihe
anderer Menschen durchfliegen kann. Auch eine Pistolenkugel!

Mein Opa wurde im 2. Weltkrieg von einer (russischen ) Karabinerkugel getroffen. Das Projektil flog durch den Unterarm und durch den Oberschenkel. Gestorben ist er daran aber nicht. So einen Schock, wo man dran stirbt, hat er auch nicht dadurch bekommen. Diesen Schock kann man meines Wissens auch nur von Hochgeschwindigkeitsprojektilen bekommen. Normale Karabiner oder Sturmgewehre verschießt aber solche gar nicht.
Der Motorblock ist gegen konventionelle Waffen ab einer gewissen Entfernung eine gute Deckung, da das GEschoss durch den Block (und die befindlichen Hohlräume darin) mehrfach abgelenkt wird. Das ist natürlich keine Garantie.

Den "Stirbt am Schock" - Tod gibt es nicht, er konnte auch nie nachgewiesen werden. Es gab mal eine sehr gute Doku darüber im Fernsehen, ist aber schon ein, zwei Jahre her.

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #92 am: 28.05.2008 | 17:10 »
Luftgewehr auf Zielscheibe....es macht Spaß, aber ne Wii gefällt mir noch besser. ;D

Zum Thema Schockwelle im Körper: Ballistikgel hat dem menschlichen Körper sehr ähnliche Eigenschaften

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Re: Welche Erfahrungen habt ihr mit Schußwaffen?
« Antwort #93 am: 28.05.2008 | 22:55 »
das zusätzliche Gewicht fällt im Falle des Beschusses kaum ins Gewicht. Glaub mir, Du wirst richtig stark und schnell wenn Dir ne Kugel um die Ohren pfeift.

Deinen Worten entnehme ich, dass Du nie eine Schutzkombination der Bundeswehr (Mehler ST) getragen hast. Man schwitzt da drin wie ein Tier und kann nur in geradlinigem (und kurzem) Sprint auf Tempo kommen. Und wenn man unter Beschuss gerät und zum Erreichen der nächsten Deckung mehr als doppelt so lange braucht, hat man womöglich schon ein paar Treffer sitzen und darf sich Gedanken darüber machen, warum der Begriff "Schusssichere Weste" sachlich falsch ist und es eigentlich "Beschusshemmende Weste" heißt. ;)

Eine Weste der Schutzklasse SK4 (Schutz vor Munition mit Vollmantel und Hartkern aus Langwaffen) wiegt - je nach Austattung - bis zu 30 Kilogramm. Und selbst da kann es noch passieren, dass man entweder durch Projektilsplitter oder einfach durch die weitergeleitete kinetische Energie schwer verletzt wird.

Dabei möchte ich den SK4-Westen ihren Sinn nicht absprechen: Die Zahl der Toten und Verletzten im Kampfeinsatz ist nachweislich zurückgegangen. Allerdings gibt es keine Erhebungen, wie viele Soldaten erst deshalb verletzt oder getötet wurden, weil sie mit eingeschränkter Agilität feindliches Gebiet rödeln und zusätzlicher physischer Belastung (Hitzestau, Schwächung etc.) ausgesetzt sind - man weiß nur, dass etliche Soldaten trotz des vermeintlichen Vollschutzes getötet oder verletzt wurden.

Zitat
Der Motorblock ist gegen konventionelle Waffen ab einer gewissen Entfernung eine gute Deckung, da das GEschoss durch den Block (und die befindlichen Hohlräume darin) mehrfach abgelenkt wird. Das ist natürlich keine Garantie.

Nicht zu vergessen, dass viele Komponenten eines Motorblocks aus solidem Gußeisen oder kompakten Stahlteilen bestehen, die deutlich schwerer zu perforieren sind als bloßes Blech - um genau zu sein, sind sie selbst mit verbreiteten Langwaffen gar nicht zu perforieren. Das Dumme ist nur, dass der Querschnitt eines Motorblocks bei Pkw kleiner ist als der eines Menschen, wodurch der Schutz - dort, wo er existiert - zwar zuverlässig, die Deckung aber trotzdem nicht 100%ig ist.
I never wanted to know / Never wanted to see
I wasted my time / 'till time wasted me
Never wanted to go / Always wanted to stay
'cause the person I am / Are the parts that I play ...
(Savatage: Believe)