Autor Thema: Millennium's End / Technothriller Conversion  (Gelesen 931 mal)

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Offline Porta Stellaris

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Millennium's End / Technothriller Conversion
« am: 16.07.2014 | 21:03 »
Hallo,

ich arbeite seit kurzem an meiner ersten Setting-Konvertierung für Savage Worlds und wollte mal ein paar meiner Gedanken teilen und die ein oder andere Frage loswerden.
Millennium's End von Charles Ryan (veröffentlicht 1991) ist ein Technothriller Setting, das im Jahr 1999 in einer alternativen Welt spielt, in der alles ein wenig dunkler und dreckiger ist als es in Wirklichkeit gekommen ist. Aus urheberrechtlichen Gründen will ich mich aber nur lose am Setting anlehnen und keine echte Konvertierung von Millennium's End hinlegen.

Kurz zum Hintergrund: Die SC arbeiten für BlackEagle / BlackEage, eine Mischung aus Detektei und Söldnerbroker, die vom Objektschutz bis zum Auftragsmord wirklich fast alles anbieten.

Meine Interpretation des Settings
Millennium's End stellt die Charaktere auf die Überholspur des Lebens in einem übermotorisierten Kleinwagen mit störrischer Lenkung und schlechten Bremsen. Die Bezahlung ist super, der Lebensstandard hoch, der Coolnesfaktor ebenso - auf der anderen Seite kann jeder Auftrag der letzte sein, und die Charaktere kriegen Dinge zu sehen, von denen sie lieber nichts gewusst hätten. Das moralische Dilemma, dass die Charaktere oft genug "böse Dinge" tun, weil sie dafür bezahlt werden, schwingt in den meisten Aufträgen mit. Und so unmoralisch, wie sich die Charaktere verhalten, reagiert auch ihre Umwelt auf sie. Letzten Endes befinden sich die Charaktere in einer persönlichen Abwärtsspirale, genauso wie die Welt, in der sie agieren. In den meisten Abenteuern gibt es ein überraschendes Element, sei es, weil der Auftraggeber eine geheime Agenda hat, oder eine zusätzliche Partei auf den Plan tritt, deren Ziele zunächst nicht eindeutig erkennbar sind. Das sind sicherlich Parallelen zu Shadowrun erkennbar, eben ohne Magie, Cyber- und Bioware.

Schwerpunkte in Abenteuern
Der Schwerpunkt ist eindeutig taktischer Natur - Schießereien spielen in jedem Abenteuer, das ich in die Finger gekriegt habe, eine zentrale Rolle. Diese Kämpfe lassen sich mit SW-Regeln sehr gut abwickeln.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind investigative Fähigkeiten wie Kontakte nutzen, Umhören, Recherchieren und Ermitteln. Auch da habe ich keine Probleme, das mit SW-Bordmitteln abzubilden.
Bei dem dritten Standbein, Eindringen in geschützte Anlagen, kommt der Knackpunkt. Schlösser knacken ist ja ganz schön und gut, allerdings spielen auch Computer und elektronische Sicherheitssysteme in Millennium's End eine wichtige Rolle, und der Schritt, auch das Hacken von Computersystemen über eine allgemein Einbruch-Fertigkeit abzuwickeln, erscheint mir etwas zu radikal. Weitere Aktivitäten, wie z.B. das Fälschen von Ausweisen und elektronischen Zertifikaten, konnte ich auch so nicht direkt einer Fertigkeit bei SW zuordnen (vielleicht noch Überreden...).
Mein Lösungsansatz ist folgender:
Schlösser knacken wird in Einbrechen umbenannt. Das umfasst nicht nur das Knacken und Aushebeln von mechanischen Sperren (auch ein elektronisches Schloss hat eine mechanische Komponente), sondern auch das Einschätzen, welche Werkzeuge für wirklich dicke Schlösser gebraucht werden, und wie lange es dauern wird, ein Schloss zu knacken (bei einem Einbruch eigentlich der wichtigste Aspekt: wie lange dauerts?). Ferner kann mit der Fertigkeit auch eine Alarmanlage bewertet und ausgehebelt werden.
Angriffe auf eine IT-Infrastruktur, das Ausspähen und Manipulieren der selben läuft über Wissen (Hacken).
Für Fälschen wollte ich zunächst eine eigene Fertigkeit einführen, da solche Aktivitäten aber meistens off-Kamera ablaufen, bin ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen, ein Talent  daraus zu machen (Fälscher, +2 auf Verstandsproben zum Manipulieren und Erstellen von Ausweisen und Zertifikaten).

Jetzt gibt es eine Grauzone zwischen der Anwendung von Einbrechen und Wissen (Hacken), wenn Sicherheitssysteme zu einem vernetzten System mit einer Computersteuerung zusammengeschaltet werden - Ich meine damit nicht die heimische Alarmanlage, sondern ein komplettes Netzwerk aus Sensoren und Zugangskontrollen, wie man es bei einer Bank oder einem Großkonzern erwarten würde. Nach meiner Vorstellung könnte der Einbrecher dort nur die mechanischen Sperren aushebeln, wäre aber gegen die Alarmsysteme machtlos - dafür braucht er einen Hacker zur Seite.

Haltet ihr das für zu aufgedröselt? Ich war schon am Überlegen, ob Hacken nicht als Ausprägung in anderen Fertigkeiten aufgehen kann (Umhören, Einbrechen, etc.) .

Bin gespannt auf eure Kommentare.



Offline ManuFS

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Re: Millennium's End / Technothriller Conversion
« Antwort #1 am: 16.07.2014 | 22:13 »
Das Setting klingt für mich, als würdest du entweder mit Streets of Bedlam bereits gut bedient sein, oder dort auf jeden Fall viele Anregungen finden können. :)
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Offline LushWoods

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Re: Millennium's End / Technothriller Conversion
« Antwort #2 am: 16.07.2014 | 22:23 »
Eine Mischung aus SoB und Agents of Oblivion könnte hier helfen.
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Offline Kardohan

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Re: Millennium's End / Technothriller Conversion
« Antwort #3 am: 16.07.2014 | 22:53 »
Agents of Oblivion reicht hierfür vollkommen. Das ist die Agenten/Special Ops Toolbox, deren einzelne Teile gut aufeinander abgestimmt und per Stellschrauben einzustellen sind.
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Kardohan klingt immer so als ob er einen gerade lynchen will, wenn es darum geht Regeln zu erklären, das muss man einfach überlesen, dann sind die Posts super  ~;D  --- Dragon

Offline Porta Stellaris

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Re: Millennium's End / Technothriller Conversion
« Antwort #4 am: 21.07.2014 | 16:56 »
Danke für die Antworten. Agents of Oblivion trifft das Thema schon ganz gut, da spare ich mir einiges an Arbeit.