Autor Thema: Gamemastering (Brian Jamison)  (Gelesen 4224 mal)

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Offline asri

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Gamemastering (Brian Jamison)
« am: 14.04.2011 | 16:04 »
Hallo,

auf der Suche nach Infos zu Brian Jamisons Buch "Gamemastering" hab ich gesehen, dass er es unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht hat und es also kostenlos runterladbar ist: http://gamemastering.drupalgardens.com/ Das Buch gibt es auch als Paperback bei Amazon.

Eine kurze Rezension findet man unter http://www.wired.com/geekdad/2011/01/gamemastering/

Hat es schon jemand gelesen?
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Offline ArneBab

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #1 am: 15.04.2011 | 16:13 »
Gah, typisch. Da denkt man „cool, CC!“ und ignoriert die kleine Stimme im Hinterkopf, die sagt, dass CC erstmal „nur“ bedeutet, dass man es mindestens gratis weitergeben darf (die „Entwicklungsland-CCs“ mal ignoriert).

Und was liest man dann? CC by-nc-nd. Will heißen: Sag von wem es kommt (das ist OK), verdien kein Geld damit (das geht noch, heißt aber z.B. druck es nicht zum Selbstkostenpreis für deine Freunde) und änder’ es nicht (damit ist es nicht der geek spirit, von dem das Review spricht, sondern einfach nur die Erlaubnis, es weiterzugeben).

Vielleicht bin ich von Freier Software schon zu verwöhnt, was Rechte an digitalen Werken angeht. Ich hatte bei CC auf etwas gehofft, das Blogger und Rollenspielautoren remixen dürfen.

Aber immerhin ist es besser als das typische „all rights reserved“: Er kann dich nicht verklagen, wenn du das PDF weitergibst, denn er sagt dir offiziell, dass das OK ist.

Und wenn es so gut ist, wie das Intro verspricht, ist das ein Wert in sich.

…Das Buch fängt allerdings an mit „sorg dafür, dass deine Spieler von einem Spielertyp sind“ → Forge.

Beispiel: “I believe it is quite important for the GM to make absolutely sure that
everyone in the game is either a Storyteller or a Realist.”

Als Ideenquelle klingt es interessant, aber mir fallen direkt beim Überfliegen schon viele Dinge auf, die nach meiner Erfahrung zu ideologisch sind (geht nur so). Er beschreibt seinen Stil (schreibt er auch am Anfang). Der Stil ist aber nicht verallgemeinert.

Im Klartext: Er beschreibt eine Art zu leiten, eine Art Abenteuer zu planen, usw. Diese Möglichkeiten sind aber nur für diejenigen nützlich, die auf die genau gleiche Art spielen wollen wie er. Er lässt nicht viel Raum, den Stil abzuwandeln, aber ich denke wo der Stil passt, ist das Buch sehr nützlich, v.a durch sehr viele Beispiele (=Inspiration).
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Offline phlorian

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #2 am: 28.10.2013 | 21:27 »
Thread und Buch sind älter, aber vielleicht interessiert manchen, der über die Suchfunktion auf den Thread stößt, eine zweite Meinung (von jemandem der es gelesen hat und nicht nur überflogen):

Die OA-Debatte lass' ich mal außen vor. Das Buch ist in der Tat keine Darstellung aller oder auch nur mehrerer Stile des Spielleitens sondern lediglich sein persönlicher über lange Zeit gereifter Stil. Das allein würde ich dem Autor nicht negativ anrechnen wollen - die Art, mit welchem Alleingültigkeitsanspruch er diesen einen Stil beschreibt, ist allerdings zuweilen lästig, auch wenn er in der Einleitung schreibt "I invite you to approach this book with an eye towards adopting whatever makes sense for you. Chuck the rest."

Im Gegensatz zu ArneBab denke ich aber schon, dass man sehr wohl auch selektiv Nutzen aus dem Buch ziehen kann, da das Buch gut strukturiert ist. Es besteht aus drei Blöcken: Einmalige Vorbereitung (Charaktererschaffung, Welterschaffung etc.), regelmäßige Vorbereitung (Abentauerplanung), tatsächliches leiten einer Sitzung. Jeder dieser Blöcke enthält kompakte Kapitel, die mit konkreten Beispielen aufwarten.

Bei mir war es so, dass ich bei vielen Punkten dachte: "Ja klar - das mache ich genauso", bei vielen "Ah - das ist interessant/ sollte ich übernehmen/ werde ich probieren, bei vielen "nee - das halte ich für schlecht". Aber selbst bei dieser dritten Gruppe lohnt es sich einmal zu reflektieren, warum man das anders macht.

Offline sangeet

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #3 am: 30.10.2013 | 16:30 »
Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert, und ich hab mir auch den Print bei Amazon gekauft, obwohl ich das PDF vorher runter geladen hatte. Ich finde seine Ideen gut, vor allem, da er es auf das Wesentliche runter bricht, und die SL's ermutigt selber Welten und Abenteuer zu bauen, und nicht vorgefertigte Module runter zu beten.

Gut, die Lizenz, könnte man besser machen, aber es ist sein Werk, und ich finde es okay wenn er es insofern gegen Remixe schützt, es steckt da jede Menge Arbeit und sehr gute Ideen in dem Dokument.
Zusätzlich zeigt er auch auf wie man diese umsetzt. Es gibt natürlich viele Leute die sagen, sind ja "Basics" oder mach ich eh schon, etc... aber ich persönlich finde, es ist der beste SL Ratgeber auf dem Markt. (Und ich hab alle gelesen derer ich habhaft werden konnte.)
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Offline Rumpel

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #4 am: 30.10.2013 | 16:48 »
Gah, typisch. Da denkt man „cool, CC!“ und ignoriert die kleine Stimme im Hinterkopf, die sagt, dass CC erstmal „nur“ bedeutet, dass man es mindestens gratis weitergeben darf (die „Entwicklungsland-CCs“ mal ignoriert).

Und was liest man dann? CC by-nc-nd. Will heißen: Sag von wem es kommt (das ist OK), verdien kein Geld damit (das geht noch, heißt aber z.B. druck es nicht zum Selbstkostenpreis für deine Freunde) und änder’ es nicht (damit ist es nicht der geek spirit, von dem das Review spricht, sondern einfach nur die Erlaubnis, es weiterzugeben).

Vielleicht bin ich von Freier Software schon zu verwöhnt, was Rechte an digitalen Werken angeht. Ich hatte bei CC auf etwas gehofft, das Blogger und Rollenspielautoren remixen dürfen.


(Sorry für OT)
Ich glaube, du bist wirklich zu verwöhnt von freier Software.
Ich meine, da stellt jemand das Produkt seiner Arbeit kostenlos zur Verfügung, und du beschwerst dich, dass er die Bedingung stellt, dass du bitte kein Geld damit machen und es nicht ändern sollst?
Da bin ich ehrlich gesagt doch ein bisschen geschockt; ein ganz winziges bisschen Respekt für die Arbeit von Autoren wäre schon angemessen. Wenn ich etwas von mir kostenlos zur Verfügung stellen würde und sich einer dann beschweren, dass er es nicht ein bisschen umschreiben und über Amazon verkaufen darf, dann wäre ich richtig, richtig angepisst.
(OT Ende)

Danke für den Tipp - kannte ich noch nicht, und habe ich mir erst mal zum Reinlesen runtergeladen. Perspektiven aufs Spielleiten kann ich gerade gut gebrauchen.
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Offline Evil Batwolf

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #5 am: 31.10.2013 | 08:12 »
Bei mir war die Lektüre von Jamieson (letztes Jahr) ein echtes Aha-Erlebnis.

Mir ist damals durch die Lektüre klarer geworden, was ich mit Rollenspiel "erreichen" kann und was nicht. Was dann in der Folge dazu geführt hat, dass ich meine Pathfinderrunde drangegeben habe und jetzt den Fokus mehr auf charakterzentriertes, regelleichtes Zocken lege.

Und die feste Absicht habe, meine "taktischen" Bedürfnisse nicht mehr im Rollenspiel zu befriedigen, sondern demnächst in verstärkte Boardgame-Aktivitäten zu verlagern.

Offline D. Athair

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #6 am: 31.10.2013 | 09:08 »
sondern lediglich sein persönlicher über lange Zeit gereifter Stil.
Was macht seinen Stil aus?
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Online Weltengeist

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #7 am: 31.10.2013 | 09:57 »
Jetzt seid ihr schuld, dass ich mir das bestellt habe.. ;)
Über Geschmack kann man nicht streiten. Aber auf Tanelorn hindert das niemanden daran, es trotzdem zu tun.

Spielleitermotto: Ein Kaufabenteuer ist eine Geschichte, wie sie hätte passieren können, wenn man keine Spieler darauf losgelassen hätte.

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Liest derzeit: Diverse Stadtabenteuer, London-Bücher

Offline phlorian

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #8 am: 31.10.2013 | 21:12 »
Was macht seinen Stil aus?
Das ist der Inhalt des Buches - wenn ich es stark komprimiert sagen sollte: sehr detaillierte Charaktererschaffung gleich mit 'zugehörigen' NPCs, Bei der Welterschaffung nur das allernötigste (der Rest kann später passend hinzugefügt werden), Abenteuer als Folge von Konflikten auf die Gruppe zugeschnitten entwerfen, für jeden Konflikt muss es mehr als einen möglichen Lösungsweg geben, wiederkehrende NPCs, Nemesis, 'mach Deine Spieler glücklich', kein Metagaming.

Jamison verwendet übrigens den Begriff GC (gamemaster character) anstatt NPC, weil er die GCs auch 'gespielt' wissen will.

Offline Arldwulf

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #9 am: 1.11.2013 | 19:39 »
Ich hab es mir auch einmal vorgenommen und die kostenlose Version durchgeschaut. Begeisternd ist es aber sicher nicht. Mein Hauptproblem mit dem Buch ist: es ist schrecklich inkonsequent. Viele der beschriebenen Techniken führen genau zu dem was man eigentlich vermeiden wollte. Aufwand für den SL, Einschränkungen für die Spieler und die Storytiefe.

Erst wird sich zum Beispiel am Anfang über Railroading aufgeregt, doch sobald man zu den Tipps kommt fällt auf: viele der Tipps sind richtige Railroadingfallen. Das fängt bei der Charaktererschaffung gemeinsam mit dem SL an, geht über pack deine Spielercharaktere in eine Hierarchie damit sie einfach Befehle und Aufträge bekommen und der Benutzung von NSC aus der Vergangenheit der Charaktere als Autoritätspersonen.

Das wäre nicht schlimm wenn die Vor- und Nachteile der einzelnen Maßnahmen klar dargestellt würden und auch auf Gefahren hingewiesen würde. Doch stattdessen wird es beschrieben als könnte damit nichts schiefgehen.

Auch bei der Weltentwicklung ist dies zu sehen. Er stellt dort Mechaniken vor die unbedacht eingesetzt große Probleme verursachen können  - geht darauf aber nicht ein.

Als Folge davon wirkt auch das so erstellte Rohwerk der Spielwelten eher künstlich und konstruiert. Dabei ist dies gar nicht zwingend, mit etwas weniger "wenn ihr das hier macht kann gar nix schiefgehen" und mehr "wenn ihr das hier macht, achtet darauf das jenes hier nicht schief geht" wäre das ganze deutlich hilfreicher.

Offline phlorian

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #10 am: 6.11.2013 | 09:23 »
Streng genommen das eigentliche Thema verlassend: Was gibt es den besseres auf dem Markt, dasüber Anfängertipps hinausgeht?

Offline LordBorsti

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #11 am: 6.11.2013 | 11:29 »
Das Buch ist auf alle Fälle lesenswert, und ich hab mir auch den Print bei Amazon gekauft, obwohl ich das PDF vorher runter geladen hatte. Ich finde seine Ideen gut, vor allem, da er es auf das Wesentliche runter bricht, und die SL's ermutigt selber Welten und Abenteuer zu bauen, und nicht vorgefertigte Module runter zu beten.

Gut, die Lizenz, könnte man besser machen, aber es ist sein Werk, und ich finde es okay wenn er es insofern gegen Remixe schützt, es steckt da jede Menge Arbeit und sehr gute Ideen in dem Dokument.
Zusätzlich zeigt er auch auf wie man diese umsetzt. Es gibt natürlich viele Leute die sagen, sind ja "Basics" oder mach ich eh schon, etc... aber ich persönlich finde, es ist der beste SL Ratgeber auf dem Markt. (Und ich hab alle gelesen derer ich habhaft werden konnte.)

Streng genommen das eigentliche Thema verlassend: Was gibt es den besseres auf dem Markt, dasüber Anfängertipps hinausgeht?

Kennt ihr beide "Spielleiten" von Dominic Wäsch?

Mich würde interessieren, wie ihr "Gamemastering" im Vergleich zu dem Buch einordnen würdet.
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Offline ArneBab

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #12 am: 10.03.2014 | 17:58 »

(Sorry für OT)
Ich glaube, du bist wirklich zu verwöhnt von freier Software.
Ich meine, da stellt jemand das Produkt seiner Arbeit kostenlos zur Verfügung, und du beschwerst dich, dass er die Bedingung stellt, dass du bitte kein Geld damit machen und es nicht ändern sollst?

Ich bin verwöhnt von freier Kultur, das stimmt. Mag auch damit zusammenhängen, dass ich das, was ich mir wünsche, auch selbst mache.

Der Kommentar “gah, nc-nd” war eher an asri gerichtet: Bei der Nennung der Lizenz ist “Creative Commons” leider wenig aussgekräftig. Das kann alles bedeuten von „du darfst das PDF kostenlos weitergeben aber nichts damit machen“ über „verwende es für Werke, die auch frei sind“ bis „verwende mein Werk wie es dir gefällt, solange du schreibst, dass die Texte von mir stammen“.
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Offline asri

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #13 am: 11.03.2014 | 13:15 »
Bei der Nennung der Lizenz ist “Creative Commons” leider wenig aussgekräftig.

Stimmt schon - aber CC by-nc-nd ist wiederum kryptisch. Vermutlich hätte ich entweder nur "kostenlos runterladbar" schreiben sollen oder eben die genaue Lizenz plus Erklärung schreiben müssen.

Und ich kann selbst nicht genau sagen, wie vertraut ich 2011 mit CC-Lizenzen war. Die gängigen Kürzel kenn ich zwar mittlerweile, aber Details weiß ich auch nicht.
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Offline ArneBab

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #14 am: 11.03.2014 | 15:03 »
Stimmt schon - aber CC by-nc-nd ist wiederum kryptisch. Vermutlich hätte ich entweder nur "kostenlos runterladbar" schreiben sollen oder eben die genaue Lizenz plus Erklärung schreiben müssen.

Ich denke, kostenlos runterladbar trifft es am besten.

Du bist im Endeffekt über ein allgemeines Problem des Marketings von CC-Lizenzen gestolpert: Sie erwecken den Anschein, als würde CC viel bedeuten. Aber grundlegend heißt “CC-Lizenz” nur: Du darfst es in Tauschbörsen kostenlos weitergeben.

Das ist schon ein riesen Schritt im Vergleich zu all-rights-reserved, aber es sagt halt nichts über die Verwendbarkeit in eigenen Werken aus.

Es gibt CC-Lizenzen, die ein Werk als Freie Kultur markieren, aber lange wurde v.a. die Marke CC verbreitet (und CC hat empfohlen zu schreiben „unter einer CC-Lizenz“).

Zitat
Und ich kann selbst nicht genau sagen, wie vertraut ich 2011 mit CC-Lizenzen war. Die gängigen Kürzel kenn ich zwar mittlerweile, aber Details weiß ich auch nicht.

Dann versuche ich konstruktiv was dazu beizutragen:

- cc by: Mach was du willst, aber schreib meinen Namen dran.

- cc by-sa: Verbinde es mit eigenen Werken oder cc by, nenne meinen Namen und gib wieder unter cc by-sa frei.

- cc by-nc: Mach was du willst, aber verdien kein Geld¹

- cc by-nc-sa: by-sa + nc.

- cc by-nd: Nenne meinen Namen und änder es nicht.

- cc by-nc-nd: Nenne meinen Namen, änder es nicht und verdien kein Geld damit.

¹:  was “kein Geld” bedeutet ist unklar, wenn du sicher sein willst, solltest du also völlig die Finger davon lassen, wenn es irgendwas mit einem Thema zu tun hat, mit dem du Geld verdienst. Im Endeffekt hast du nur dann Rechtssicherheit, wenn du eine Rechtsabteilung hast oder wenn du wirklich gar keinen eigenen Nutzen davon hast. Ich persönlich halte cc nc für schädlich, weil es Leute dazu bringt, ihre Freizeit mit etwas zu verbringen, dass sie nicht professionalisieren können, wenn sie merken, dass das ihre Zukunft sein könnte, ohne erst selbst Startfinanzierung leisten zu müssen. Es ist eine Sackgasse. Ich habe das vor einiger Zeit mal ausführlicher aufgeschrieben: http://draketo.de/light/english/politics/free-culture-danger-noncommercial
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Offline asri

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #15 am: 11.03.2014 | 16:00 »
Um die Abschweifung (die ja auch im Zusammenhang mit diesem SL-Buch nützlich sein kann) mal auszuweiten: Mir ist - auch nach Lesen deines Blogbeitrags - nicht klar, wie weit "nc" geht: Dürfte ich das Buch von Jamison ausdrucken und zum Selbstkostenpreis verkaufen? Wo fängt "kommerziell" an?
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Offline ArneBab

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #16 am: 11.03.2014 | 16:39 »
Um die Abschweifung (die ja auch im Zusammenhang mit diesem SL-Buch nützlich sein kann) mal auszuweiten: Mir ist - auch nach Lesen deines Blogbeitrags - nicht klar, wie weit "nc" geht: Dürfte ich das Buch von Jamison ausdrucken und zum Selbstkostenpreis verkaufen? Wo fängt "kommerziell" an?

Dazu gab es von Creativecommons Umfragen, und die Antwort ist leider “das ist unklar”. Hier ist ein Bericht von 2008 (255 Seiten…): http://phlow.net/magazin/netzkultur/1002-creative-commons-untersuchung-was-bedeutet-non-commercial

Die aktuelle Haltung steht hier: http://wiki.creativecommons.org/Frequently_Asked_Questions#Does_my_use_violate_the_NonCommercial_clause_of_the_licenses.3F

Kurzform: “CC cannot advise you on what is and is not commercial use. If you are unsure, you should either contact the rights holder for clarification, or search for works that permit commercial uses.” ← anders gesagt: cc noncommercial bedeutet „lass es, es sei denn, du bist völlig sicher“, und frag den Autor.

Praktisch: Ich würde nichts machen, mit dem irgendwie Geld die Hände wechselt, ohne erst den Autor zu fragen. Der Autor wird es dir allerdings wahrscheinlich erlauben. Die Dynamik freier Lizensierung wird damit ausgebremst (handeln können, sobald dich eine Idee anspricht, ohne vorher im Wald alter, nicht mehr funktionierender E-Mail-Adressen nach einer noch funktionierenden Kontaktmöglichkeit suchen zu müssen), aber zumindest weißt du, dass es sinnvoll sein könnte zu fragen.
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Offline sangeet

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #17 am: 26.05.2014 | 13:57 »
Kennt ihr beide "Spielleiten" von Dominic Wäsch?

Mich würde interessieren, wie ihr "Gamemastering" im Vergleich zu dem Buch einordnen würdet.

Ja, das kenne ich auch, Dominik Wäschs buch zielt in meinen Augen zu sehr auf DSA Ab, und beschreibt wie man einer DSA ähnlichen Welt mehr leben /details einhaucht, und charaktere Interessanter gestaltet, das ist imho mehr Basis wissen, währen der Ansatz von Jameson da Globaler ist, entsprechende wirklich Praxis relevante Tipps gibt.

Meiner erfahrung nach, war es allerdings recht hilfreich,  sich zu überlegen, was man Spielern in die  Hand gibt, damit sie das Spiel gestalten können. Aus SL sicht, hat man  oft das Problem sich mit der alleinigen Verwantwortung für das Abenteur konfrontiert zu sehen, ich denke wenn Spieler etwas haben, wo sie sich einbringen können, was die gestaltung der Action ist, die ausserhalb ihres eigentichen Spieler Charakters ist, lebt eine Runde dadurch auf. Letztendlich steckt im FATE system eine fantastische Idee, wie man durch anspielen von Weltattributen bezogen auf seinen Charakter , eine Geschichte entwickeln kann.
Wenn Spieler also etwas vor sich haben, was sie greifen können, z.b. Spielkarten mit NPC's werden sie von Sich aus auf die Idee kommen, diese auch zu benutzen, das wirkt viel mehr wie ein eingetragener Kontakt auf der Rückseite eines Charakterbogens.

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Offline Dom

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #18 am: 26.05.2014 | 19:10 »
OT: Mein Buch ist nicht als DSA-Hilfe geplant, und DSA wird (IIRC) auch nur in der Übersicht der deutschen Systeme erwähnt. Aber wenn es als DSA-Hilfe taugt, habe ich ja was erreicht :-)

Offline LordBorsti

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #19 am: 27.05.2014 | 11:52 »
@sangeet: Haben wir das gleiche Buch gelesen?

Die Art, wie in den DSA Büchern das Spielleiten dargelegt wird, und Doms Leistil aus "Spielleiten" unterscheiden sich doch sehr. Ich bin ein großer Fan von Doms Buch aber als DSA-Spielleiter-Hilfe ist das Buch kaum geeignet. Es geht doch überhaupt nicht auf die zenralen DSA-Fragestellungen ein (dramatischer Plot, Metaplot, vorgefertigte Abenteuer)?
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Offline Quill

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #20 am: 12.06.2014 | 20:11 »
Also wenn man als DSA-SL ein spieltheoretisches Buch braucht, würde ich tatsächlich zur DSA-Publikation "Wege des Meisters" greifen. Ich hab das gelesen, das Buch von Wäsch und auch in das Buch von Robin D. Law reingeschaut und finde "Wege des Meisters" tatsächlich am besten.
(Wenn man DSA oder ähnliche Systeme spielt.)
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Offline Praion

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #21 am: 12.06.2014 | 20:14 »
Streng genommen das eigentliche Thema verlassend: Was gibt es den besseres auf dem Markt, dasüber Anfängertipps hinausgeht?

Play Unsafe ist ziemlich super finde ich.
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Offline Ginster

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #22 am: 12.06.2014 | 21:12 »
Unframed klingt ganz interessant.

Offline DerGreif

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #23 am: 26.06.2014 | 11:08 »
Um die Abschweifung (die ja auch im Zusammenhang mit diesem SL-Buch nützlich sein kann) mal auszuweiten: Mir ist - auch nach Lesen deines Blogbeitrags - nicht klar, wie weit "nc" geht: Dürfte ich das Buch von Jamison ausdrucken und zum Selbstkostenpreis verkaufen? Wo fängt "kommerziell" an?
Dazu gab es von Creativecommons Umfragen, und die Antwort ist leider “das ist unklar”. Hier ist ein Bericht von 2008 (255 Seiten…): http://phlow.net/magazin/netzkultur/1002-creative-commons-untersuchung-was-bedeutet-non-commercial

Die aktuelle Haltung steht hier: http://wiki.creativecommons.org/Frequently_Asked_Questions#Does_my_use_violate_the_NonCommercial_clause_of_the_licenses.3F

Kurzform: “CC cannot advise you on what is and is not commercial use. If you are unsure, you should either contact the rights holder for clarification, or search for works that permit commercial uses.” ← anders gesagt: cc noncommercial bedeutet „lass es, es sei denn, du bist völlig sicher“, und frag den Autor.

Praktisch: Ich würde nichts machen, mit dem irgendwie Geld die Hände wechselt, ohne erst den Autor zu fragen. Der Autor wird es dir allerdings wahrscheinlich erlauben. Die Dynamik freier Lizensierung wird damit ausgebremst (handeln können, sobald dich eine Idee anspricht, ohne vorher im Wald alter, nicht mehr funktionierender E-Mail-Adressen nach einer noch funktionierenden Kontaktmöglichkeit suchen zu müssen), aber zumindest weißt du, dass es sinnvoll sein könnte zu fragen.

Wenn Du das Buch für Freunde - quasi im Wege einer Sammelbestellung - drucken/ausdrucken lässt und ausschließlich den tatsächlichen Selbstkostenpreis verlangst (also Materialkosten bzw. Ersatz etwaiger Rechnungen, die Du selber begleichen musstest) ist das völlig unproblematisch. Erst wenn Du Dir Deine Arbeitszeit vergüten lässt oder nicht mehr nachvollziehbare Kosten mit Pauschalen ersetzen lässt, dann könnte das problematisch werden. Bei einem untypisch großen Freundeskreis, wäre das auch eventuell problematisch, und über das Internet öffentlich an Fremde würde ich diesen "Service" definitiv nicht anbieten wollen.

Aber die Lizenz erlubt es völlig unstrittig Dir, dass Du Dir das Ding drucken lässt oder ausdruckst. Damit ist das natürlich auch deinen Freunden erlaubt. Und dann kannst Du das auch für sie übernehmen.

Wichtig ist: bleibt auf (D)einen überschaubaren, klar abgegrenzten Freundeskreis beschränkt, biete das nicht in der Öffentlichkeit an und mache auf keinen Fall Gewinn damit, egal ob durch Pauschalvergütung von Aufwendungen, Ersatz Deines Arbeitsaufwandes oder ähnliches.
Wer kämpft kann verlieren.
Wer nicht kämpft hat schon verloren.

Bert Brecht

Offline sangeet

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Re: Gamemastering (Brian Jamison)
« Antwort #24 am: 7.08.2014 | 12:45 »
Unframed klingt ganz interessant.

Ich habe mir das Werk mal zum Gemüte geführt, und fand doch einige neue nützliche Artikel darin, insbesondere von Robin D Laws, und den von Vincent Baker waren sehr aufschlussreich, weil sie Narrative /Actor Techniken detailliert darstellen konnten. Insgesamt ein lohnenswerter kauf. (Ausserdem nett aufbereitet, so das man es auch auf einem Ebook reader gut lesen kann.)

Ich möchte an dieser Stelle auch noch mal ein Systemabhängiges Werk nennen:

http://www.amazon.com/OP-Vampire-Storytellers-Handbook/dp/1565040244/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1407408177&sr=1-2&keywords=storytellers+handbook

Was hier besonders gut beleuchtet wird, ist wie man Intriegen gestaltet, d.h. es gibt eine Erläuterung zur Hierarchie und wie man ein Politisches System aus "Gefälligkeiten" erstellt, und wie man dieses durch die Spieler Manipulieren lässt. Wenn man solch ein System mal erstellt hat, lässt sich darüber auch leicht improvisieren.


Desweiteren fand ich dieses Buch hier sehr Lesenswert:

http://www.amazon.com/Elements-Fiction-Writing-Conflict-Suspense/dp/159963273X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1407408367&sr=1-1&keywords=conflict+and+suspense

Richtet sich natürlich eher an Autoren, aber es spricht viele Kino beispiele an, und deren Narrative umsetzung, ich fand es ebenfalls sehr nützlich, weil es einem Eskalationen für Dialoge doch sehr nahe bringt.
« Letzte Änderung: 7.08.2014 | 12:48 von sangeet »
Alles schließt Nichts mit ein.