Autor Thema: Diskussionskultur im Tanelorn  (Gelesen 70482 mal)

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Offline Krestion

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #425 am: 27.09.2018 | 12:46 »
Danke für den Derailing-Artikel.
Darin habe ich alle Vorgehensweisen gefunden, die die oben geführte Kommunikaton aus dem Ruder laufen ließen.
Die Perspektive des Essayisten ist allerdings die des Nicht-Wohlwollend-Lesens und ich fürchte, alleine durch die Kenntnis der rhetorischen Mittel wird es mir jetzt sehr viel schwerer fallen, wohlwollend zu lesen. Zum Glück schreibe ich nur wenig im Forum und halte mich an die oben schon erwähnte Nicht- sofort-abschicken-Taktik. Ich glaube allerdings, dass es mir nicht als einzigem Forenbenutzer so geht, dass die Kenntnis der Techniken das Mißtrauen erhöht. Und ich kann auch leider keine Idee anbeiten, wie man einem vermeintlich entdecktem bösen rhetorischen Tiefschlag elegant ausweicht, ohne dem Gegner Diskussionsmitspieler durch Schweigen Recht zu geben. Hat jemand da die eine oder andere erprobte Idee?

Offline Issi

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #426 am: 27.09.2018 | 12:53 »
@
Boba
Das hat einen hohen Wiedererkennungswert  :D

Oder man liest zuerst im Verabschiedungs Strang mal wieder, dass sich jmd. für unbestimmte Zeit oder für immer verabschiedet, und fragt sich.....  :o...was habe ich denn jetzt wieder verpasst?
Antwort kommt dann meist: "Es gab wieder Detonations Strang X,  hast du das denn nicht mitbekommen?"

Ein Rollenspieler denkt sich dann halt:...."da hat jmd. seinen Willenskraftwurf gegen Diskutieren  nicht geschafft. Und ordentlich Schaden genommen "

Und meistens liest man dann doch nach, weil man wissen will, ob`s wirklich so schlimm war.
« Letzte Änderung: 27.09.2018 | 12:54 von Issi »

Offline Flamebeard

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #427 am: 27.09.2018 | 13:00 »
Danke für den Derailing-Artikel.
Darin habe ich alle Vorgehensweisen gefunden, die die oben geführte Kommunikaton aus dem Ruder laufen ließen.
Die Perspektive des Essayisten ist allerdings die des Nicht-Wohlwollend-Lesens und ich fürchte, alleine durch die Kenntnis der rhetorischen Mittel wird es mir jetzt sehr viel schwerer fallen, wohlwollend zu lesen. Zum Glück schreibe ich nur wenig im Forum und halte mich an die oben schon erwähnte Nicht- sofort-abschicken-Taktik. Ich glaube allerdings, dass es mir nicht als einzigem Forenbenutzer so geht, dass die Kenntnis der Techniken das Mißtrauen erhöht. Und ich kann auch leider keine Idee anbeiten, wie man einem vermeintlich entdecktem bösen rhetorischen Tiefschlag elegant ausweicht, ohne dem Gegner Diskussionsmitspieler durch Schweigen Recht zu geben. Hat jemand da die eine oder andere erprobte Idee?

Gerne. Meine Intention hinter dem Link war und ist vor allem, die Leute für ihr eigenes Verhalten zu sensibilisieren. Ob und in wie weit dies angenommen wird, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Und die Schreibweise des Übersetzers (das Original ist auf der Seite unten verlinkt) hält sich nahe am Original. Dabei ist sie durchweg ironisch/sarkastisch gemeint, um die entsprechenden Punkte durch Überhöhen der Missstände deutlich heraus zu arbeiten.

Bevor ich den Artikel kannte, war ein Gutteil der angeschnittenen Methoden aufgrund erlernten Verhaltens während Schule, Ausbildung und Arbeit in mein persönliches Verhalten integriert, schlicht und ergreifend, weil sie Resultate brachten. Auf die Idee, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist, wäre ich vorher nie gekommen, denn um mich herum hat sich ja jeder so verhalten, weil es Resultate brachte.

 Erst der Text hat mich nachdenken lassen. Darauf hin habe ich angefangen, aktiv zu schauen, wie ich mich in Diskussionen verhalte und was ich ändern sollte. Ich bin weit davon entfernt, meine Idealvorstellung von mir erreicht zu haben. Aber ich habe mich immerhin auf den Weg gemacht.
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Online First Orko

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #428 am: 27.09.2018 | 13:09 »
Bevor ich den Artikel kannte, war ein Gutteil der angeschnittenen Methoden aufgrund erlernten Verhaltens während Schule, Ausbildung und Arbeit in mein persönliches Verhalten integriert, schlicht und ergreifend, weil sie Resultate brachten. Auf die Idee, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist, wäre ich vorher nie gekommen, denn um mich herum hat sich ja jeder so verhalten, weil es Resultate brachte.

Das war auch so ziemlich mein Gedanke beim Überfliegen: Viele dieser Techniken werden ja unbewusst eingesetzt und nicht zwangsläufig, um eine Agenda durchzusetzen. Wenn man dann zBsp. glaubt, die "richtige" Meinung zu haben und es danach still wird, dann fühlt man sich bestätigt und setzt das nächstes Mal genauso um.

Daher ist es umso wichtiger mit wohlwollender Intention zu lesen. In einem solchen Fall konkret: Abgesehen von der Form, was ist der Inhalt - hat der Poster etwas zum Thema beizutragen? Wenn es um reine Provokation geht, komme ich mit der Frage dem meist auf die Spur und lande dann immer öfter bei der von Boba beschriebenen Reaktion (Blutdruck => Post im Notepad verfassen => nochmal lesen => post doch nicht absetzen).

Übrigens hat sich der Trick, den eigenen Post in einem externen Tool zu tippen und dann rüber zu kopieren für mich als unglaublich gutes Mittel zur Selbstüberprüfung erwiesen - Kann ich nur weiterempfehlen!
It's repetitive.
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Offline JollyOrc

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #429 am: 27.09.2018 | 14:10 »
Daher ist es umso wichtiger mit wohlwollender Intention zu lesen. In einem solchen Fall konkret: Abgesehen von der Form, was ist der Inhalt - hat der Poster etwas zum Thema beizutragen? Wenn es um reine Provokation geht, komme ich mit der Frage dem meist auf die Spur und lande dann immer öfter bei der von Boba beschriebenen Reaktion (Blutdruck => Post im Notepad verfassen => nochmal lesen => post doch nicht absetzen).

und im Ergebnis steht dann leider doch allzu häufig da, dass eine Diskussion per Provokation beendet wird, weil Die Vernünftigen[tm]*) lieber schweigen als drauf einzugehen. Ich habe deutlich mehr abgebrochene Beiträge als solche, die ich veröffentlicht habe, schlicht weil mir während der Entwurfsphase klar wurde, dass ich da nur auf eine (absichtliche oder auch nur unbewusste) Provokation einsteigen würde. (und auch dieser hier enthielt vor Veröffentlichung ein paar Absätze mehr :) )

Insofern wäre ich begeistert, wenn
  • sich mehr Leute Gedanken über den existierenden rhetorischen Werkzeugkasten machen würden und dann positiv danach handeln.
  • positive und hilfreiche Beiträge auch als solche "beklatscht" werden.
  • "schlechte" rhetorische Mittel aufgezeigt werden. Wer darauf beharrt, diese nicht zu korrigieren, wird in der Diskussion mindestens ignoriert.

Warum? Weil es dafür sorgt, dass die Leute, die sich Mühe geben, auch sicht- und spürbar dafür belohnt werden. Das wiederum gibt dann hoffentlich anderen einen Anreiz, sich ebenso Mühe zu geben. Und anders herum: Destruktives bzw. sorgloses Verhalten wird eben weniger mit Aufmerksamkeit belohnt, sondern eher durch Nichtbeachtung "abgestraft".

Grundsätzlich finde ich ja die Möglichkeit von Karmapunkten u.ä. ganz reizvoll um solche Systeme zu verstärken, allerdings bin ich mir auch bewusst, dass sowas nicht "mal eben" auf ein Forum aufgepropft werden kann. (Und sie eröffnen nochmal ganz andere Probleme...)


*) oder auch "die Resignierten"?
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Offline Isegrim

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #430 am: 27.09.2018 | 14:35 »
Leider ist es meiner Wahrnehmung nach so, dass die meisten (vermutlich inkl mir, allzu häufig) rhetorische Tricks etc va dann erkennen, wenn sie von der Gegenseite kommen. Ich denke, dass ließe sich in vielen Threads, die  zu dieser Diskussion geführt haben, nachvollziehen.

Hinweise auf solche Sachen werden deshalb selten als Aufforderung zu einer "guten" Diskussionsförderung gelesen, sondern als Argumente, die vom eigentlichen Sachthema wegführen, oder auch als persönliche Angriffe, da nicht die gebrachten Argumente im Vordergrund stehen, sondern das Verhalten des Argumentierenden.

Ist gut gemeint, aber ich glaub daher nicht, dass das wirklich was bringt.
Lusor lusori lupus.

Offline KhornedBeef

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #431 am: 27.09.2018 | 14:42 »
Hinweisen, nochmal erklären, nach bestem Wissen und Gewissen selbst argumentative Fehlleistungen vermeiden. Was soll sonst helfen? Das Verhalten in einer Diskussion zu kritisieren z.B. ist kein persönlicher Angriff.
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Ich vergeige, also bin ich.

"Und Rollenspiel ist wie Pizza: auch schlecht noch recht beliebt." FirstOrkos Rap

Offline Pyromancer

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #432 am: 27.09.2018 | 14:51 »
Man sollte sich auch klar machen, warum, und für wen man schreibt. Grundregel ist: Man kann niemanden überzeugen, der die Gegenposition einnimmt. Nicht im Internet. D.h. wenn man auf einen Beitrag antwortet um dort vorgebrachte Argumente zu widerlegen, dann sollte klar sein, dass das die Position dessen, der diese Argumente vorgebracht hat, nicht ein Stück verändern wird. Wenn man sich dessen vor, während, und nach dem Schreiben bewusst ist, dann nimmt das schon Mal ein ganzes Stück Druck aus der Sache.

Die Zielgruppe ist man selbst. Das kann aus narzisstischer Selbstverliebtheit entspringen, weil man sich selbst gerne reden hört bzw. gerne selbst geschriebenes liest, aber auch dazu dienen, eigene Gedanken und Argumente zu strukturieren und sie dadurch selbst besser zu verstehen - oder zu verstehen, dass man selbst eben NICHT Recht hat. Das sind für mich die schönen und produktiven Momente, wenn ich beim Verfassen einer Erwiderung oder beim Sortieren meiner Gegenargumente merke: Hoppla! Da hab ICH ja etwas nicht zu Ende gedacht! Erkenntnis-Gewinn!

Und die andere Zielgruppe sind die stillen Mitleser. Und für die ist z.B. ein zeilenweises Zerpflücken eines Gegen-Beitrages nicht sonderlich hilfreich. Wenn ich so einen Beitrag mit ganz vielen, kleinen Einzel-Zitaten sehe, dann scrolle ich da drüber, und ich wette, viele andere machen das auch so. Persönliche Angriffe ebenso - das bringt mir nichts. Nützlicher ist es da, den eigenen Standpunkt präzise darzustellen und zu untermauern, und vorgebrachte Argumente selbst nochmal zu formulieren, bevor man sie widerlegt. Ich hab gelegentlich den Eindruck, dass manche Poster gar nicht wissen, was ihr eigener Standpunkt ist. Da wird dann einfach irgend etwas zitiert und dann der eigene Senf dazu gegeben. Und das sind dann die Diskussionen, die sich in belanglosen Nebensächlichkeiten verlieren, wo es am Ende nur ums "gewinnen" der Diskussion geht. An dem Punkt haben aber schon alle "verloren", weil die Diskussion für alle unlesbar und uninteressant geworden ist, bis auf die 2-3 User, die sich da Zitatschlachten liefern, und die sich (siehe oben) eh nicht von irgend etwas überzeugen lassen.


Offline JollyOrc

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #433 am: 27.09.2018 | 14:53 »
Hinweise auf solche Sachen werden deshalb selten als Aufforderung zu einer "guten" Diskussionsförderung gelesen, sondern als Argumente, die vom eigentlichen Sachthema wegführen, oder auch als persönliche Angriffe, da nicht die gebrachten Argumente im Vordergrund stehen, sondern das Verhalten des Argumentierenden.

Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Ansonsten, was Pyromancer schreibt. Das ist hilfreich. Auch wenn ich in der Regel noch naiv hoffnungsvoll genug bin, dass sich Diskussionsteilnehmer auch im Internet aneinander annähern können.
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Offline Pyromancer

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #434 am: 27.09.2018 | 14:56 »
Auch wenn ich in der Regel noch naiv hoffnungsvoll genug bin, dass sich Diskussionsteilnehmer auch im Internet aneinander annähern können.

Wenn's passiert, ist es schön. Es schadet aber, wenn man mit der Erwartungshaltung auf einen Verfechter der Gegenposition zugeht, diesen von seiner Position abbringen zu können..

Online schneeland

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #435 am: 27.09.2018 | 15:09 »
Derailing für Anfänger

Der Text ist eine kritisch-sarkastische Betrachtung zeitgenössischer Diskussionskultur. Seitdem ich Geschriebenes nach Möglichkeit an diesem Text messe, bevor ich poste, kann ich mit mir selbst um einiges besser leben. Im Gespräch ist das immer noch schwierig, wird aber mittlerweile besser. Für alle, die mich am Wochenende auf dem Treffen kennen gelernt haben: Ja, ich war früher noch nerviger, besserwisserischer und generell unangenehmer. Ist aber ein "Work in progress" und wird langsam besser.

Der Text scheint mir nach erstem Eindruck, sagen wir mal, nicht unbedingt politisch neutral - entsprechend hätte ich Zweifel daran, dass das Durchlesen irgendwie deeskalierend wirkt, auch wenn ich die Absicht, problematische Diskussionsmuster aufzuzeigen, sehr sinnvoll finde.

Ansonsten stimme ich Pyromancer grundsätzlich zu: es hilft, wenn man nicht davon ausgeht, die Position des Anderen verändern zu können; es hilft außerdem, wenn man davon ausgeht, dass Position, die sich von der eigenen unterscheiden, oftmals nicht an einem Mangel an Aufklärung, sondern an unterschiedlicher Bewertung vorhandener Informationen liegen.

Praktisch ist aber das Einzige, was für mich halbwegs funktioniert, Selbstbeherrschung: immer wenn ich einen Anflug von "there's someone wrong on the Internet" verspüre oder ggf. sogar schon begonnen habe, eine Antwort zu tippen, von der ich aber ahne oder weiß, dass sie Eskalationspotential hat, verzichte ich auf das Schreiben und warte, ob ich das Ganze am nächsten Tag immer noch so relevant finde, dass ich antworten möchte (also quasi "strike while the iron is cold") - meist lautet die Antwort "nein".
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Offline JollyOrc

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #436 am: 27.09.2018 | 15:10 »
Wenn's passiert, ist es schön. Es schadet aber, wenn man mit der Erwartungshaltung auf einen Verfechter der Gegenposition zugeht, diesen von seiner Position abbringen zu können..

Meine persönliche Erwartungshaltung ist, dass mein Gegenüber zumindest daran interessiert ist, meine Position zu verstehen, also wissen möchte, warum ich behaupte, was ich behaupte. Im Idealfall findet man darüber mindestens einen kleinsten gemeinsamen Nenner.


Generell gilt es aber schon auch, herauszufinden, was gemeinsam anerkannte Fakten, disputierte Fakten und was Interpretation der Fakten und was Meinung ist. Wenn man das bei hitzigeren Diskussionen auftrennt, hat man meistens eine gute Chance, freundlich weiterzumachen.

"Heute ist Donnerstag" - Fakt, den wohl auch keiner anzweifelt

"Das ist auch der Geburtstag von Gary Gygax" - Behaupte ich gerade mal, das kann jetzt angezweifelt werden, und wir haben eine gute Chance, das zu klären.

"Damit ist das der Beste Tag überhaupt" - Die Kausalkette müsste ich jetzt mal herleiten, damit man mir da zustimmt. Und selbst dann ist das noch diskutierbar.

"Donnerstage sind meine Lieblingstage" - Pure Meinung. Die kann man teilen oder nicht, auf keinen Fall besteht aber eine sinnvolle Chance, mich davon abzubringen.

(Warum hab ich das geschrieben? Weil ich gerne dazulerne, und daher eben auch gerne von anderen an neue Themen und Sichtweisen herangeführt werde. Und das geht meiner Ansicht nach mit obiger Aufteilung besser. Mein Wunsch ist also, dass möglichst viele Menschen auch so schreiben.)
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

Offline Isegrim

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #437 am: 27.09.2018 | 15:15 »
Grundregel ist: Man kann niemanden überzeugen, der die Gegenposition einnimmt.(...)

Die Zielgruppe ist man selbst. (...)

Und die andere Zielgruppe sind die stillen Mitleser. (...)

Guter Punkt, aber mE fehlt da eine dritte Zielgruppe: Die aktiven Diskussionsteilnehmer, die den eigenen Standpunkt teilen. So mit Gruppenbildung und virtue signaling* und so. Leider keine Dinge, die ein Diskussionsklima unbedingt positiv beeinflussen, aber vorhanden ist es mE... ;)

* KA, ob ich den Begriff richtig verwende. Wenn gewünscht, kann ich das weirter ausführen, was ich damit meine.
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Offline YY

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #438 am: 27.09.2018 | 15:38 »
"Heute ist Donnerstag" - Fakt, den wohl auch keiner anzweifelt

"Das ist auch der Geburtstag von Gary Gygax" - Behaupte ich gerade mal, das kann jetzt angezweifelt werden, und wir haben eine gute Chance, das zu klären.

"Damit ist das der Beste Tag überhaupt" - Die Kausalkette müsste ich jetzt mal herleiten, damit man mir da zustimmt. Und selbst dann ist das noch diskutierbar.

Es war ein Mittwoch  ~;D
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Offline DeadOperator

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #439 am: 27.09.2018 | 15:54 »
Da ich gerade in eine Rollenspiel-Community reinwachse in der die Kultur eine deutlich andere ist als hier im Tanelorn, meine 2 Ct. dazu:

Ich lese hier mehr mit, als ich schreibe. Dabei kommt mir auch viel unter, was bei mir den inneren Facepalm auslöst. Allerdings konnte ich da einen dicken Unterschied bemerken: Ich reagiere komplett anders, wenn ich mit der Person schon mal gespielt habe (z. B. auf einem Treffen). Auch in der angesprochenen Community ist der größte Unterschied zum Tanelorn: Es dreht sich viel mehr um das gemeinsame Spiel. Bei "denen" meist online via Hangouts. Abgesehen davon dürfte die Community auch etwas kleiner sein. Ich kenne allerdings die aktuellen Zahlen hier im Tanelorn nicht.

Ich denke, es ist nicht weiter verwunderlich, dass man mit Menschen die man kennt anders - meist besser - umgeht als mit solchen, die man nicht kennt. Daher frage ich mich: Können wir irgendetwas tun, um unsere User mehr zusammenzubringen? Wäre die gezielte Förderung von Online-Treffen vielleicht ein Ansatz? Gibt es dazu bedarf?
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Offline JS

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #440 am: 27.09.2018 | 15:57 »
"Heute ist Donnerstag" - Fakt, den wohl auch keiner anzweifelt

Es ist eine Krux der heutigen Zeit, daß bereits solche Aussagen stets von irgendwem angezweifelt werden.
;D
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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #441 am: 27.09.2018 | 16:02 »
Hey JollyOrc, deine Korrekturbitte würde sich gut in der Signatur machen.

Offline Boba Fett

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #442 am: 27.09.2018 | 16:06 »
Daher frage ich mich: Können wir irgendetwas tun, um unsere User mehr zusammenzubringen? Wäre die gezielte Förderung von Online-Treffen vielleicht ein Ansatz? Gibt es dazu bedarf?

Wenn es Bedarf gibt, helfen wir gerne mit.

Wir hatten früher mal einen Teamspeak Server. Der ist irgendwann verwaist und als einige Backdoor Sicherheitsprobleme vekannt wurden, haben wir ihn abgeschaltet.
Aber ich mache gern sowas wieder. Und bin auch gerne mal dabei.
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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #443 am: 27.09.2018 | 16:07 »
Und es gibt ja seid kurzem auch einen "inoffiziösen" Discord...
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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #444 am: 27.09.2018 | 16:09 »
Wenn es Bedarf gibt, helfen wir gerne mit.

Cool, danke. Ich geh jetzt erst mal in mich, ob ich mir das wirklich geben will ;D. Vielleicht mach ich dann mal einen eigenen Faden auf...
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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #445 am: 27.09.2018 | 17:15 »
Hey JollyOrc, deine Korrekturbitte würde sich gut in der Signatur machen.

Recht haste!
Fürs Protokoll: Ich bitte hiermit ausdrücklich darum, mich in der Zukunft auf schlechte oder gar aggressive Rhetorik meinerseits hinzuweisen. Sollte ich das dann wider Erwarten als persönlichen Angriff werten, bitte auf diesen Beitrag hier verweisen und mir meine eigenen Worte um die Ohren hauen! :)

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #446 am: 27.09.2018 | 17:24 »
Recht haste!
Deine Signatur wirkt passiv-aggressiv auf mich, so als ob du dich für einen besseren Diskutanten hältst.

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #447 am: 27.09.2018 | 18:22 »
Und es gibt ja seid kurzem auch einen "inoffiziösen" Discord...

Da möchte ich auch drauf verweisen - ein Grund, das anzustoßen war für mich auch, die persönliche Kommunikation die mich - damals noch über den IRC - mit dem Forum verbunden und auch zu den Hessenstein-Treffen gebracht mal wieder in etwas moderner Gestalt wiederzubeleben zu versuchen.

Diese direktere "auch einfach mal zusammen rumblödeln" Ebene ist auch etwas, dass in den Alternativen zur Forenkommunikation, die in meinem rollenspielerischen Umfeld in Hannover  größeren Stellenwert besitzen - i.e., Facebook und WhatsApp-Gruppen (weiß der Himmel warum)  - besser zu laufen scheint als eben in einem klassischen Forum.

Achso, hier: Link zum entsprechenden Thread
« Letzte Änderung: 27.09.2018 | 18:25 von Suro »
Suro janai, Katsuro da!

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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #448 am: 27.09.2018 | 20:43 »
Deine Signatur wirkt passiv-aggressiv auf mich, so als ob du dich für einen besseren Diskutanten hältst.
Wohlwollend lesen!  :korvin:
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Re: Diskussionskultur im Tanelorn
« Antwort #449 am: 27.09.2018 | 23:52 »
Wohlwollend lesen!  :korvin:
Das war ein unzureichend gekennzeichneter Scherz - JollyOrc und ich sind gute Freunde.