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Autor Thema: Die Rolle der Magie im Abenteuer  (Gelesen 778 mal)

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Offline Pyromancer

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Die Rolle der Magie im Abenteuer
« am: 28.06.2016 | 17:22 »
Bei uns in der Gruppe haben sich jetzt zwei diametral unterschiedliche Ansichten bezüglich Magie herauskristallisiert:

1) Magie ist etwas ganz Besonderes und Gefährliches und Geheimnisvolles, und Magi "auf Abenteuer" setzen Magie nie oder nur im allergrößten Notfall ein.

2) Die Magi beschäftigen sich "unter der Woche" 12-18 Stunden am Tag mit Magie; das erste, was Magi machen, wenn sie aufwachen, ist zaubern. Stoßen sie auf ein Problem, dann ist der erste Reflex erst einmal, es mit Magie zu erschlagen.

Wie seht ihr das und wie wird das bei euch in der Gruppe gehandhabt?

Online Chiarina

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #1 am: 28.06.2016 | 17:28 »
Kann das sein, dass die Vertreter dieser beiden Richtungen recht unterschiedliche Charaktere gebaut haben?
Typ 1 klingt nach Spezialisten mit wenigen mächtigen formalen Zaubern.
Typ 2 klingt nach Generalisten mit Vorteilen im Bereich der spontanen Magie.
Funktionieren tut bei Ars Magica beides. Stört es euch denn, dass es beide Auffassungen gleichzeitig gibt? Tendenziell kenne ich das auch und dann lästert eben die eine Art von Magier ein wenig über die andere und andersherum.
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Online korknadel

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #2 am: 29.06.2016 | 08:31 »
Wenn ich mich an unsere grandiose AM-Runde recht erinnere, haben wir eher zu Typ 2 tendiert. Ja, Magie ist zwar was total Besonderes, aber so haben sich die Magi halt ensprechend auch gefühlt, als diejenigen, die darin eingeweiht waren. Und so manches Problem wurde dann auch mit magischer Gewalt gelöst.
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Offline KhornedBeef

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #3 am: 29.06.2016 | 08:41 »
Klingt nach heller/dunkler Seite der Macht. Warum sollte es nicht beide Philosphien geben?
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Offline Pyromancer

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #4 am: 29.06.2016 | 14:04 »
"Wirkliche" Probleme gibt es keine, ich war nur neulich irritiert, dass wir zwei Abende für die Lösung eines Problems gebraucht haben, dass die beteiligte Magierin in 20 Minuten hätte lösen können - mit einem Spruch, den sie sogar formulaic hat. Anders herum irritiert wohl einige Mitspieler, dass mein Charakter wirklich jedes noch so kleine Problem mit Magie erschlägt und auch so niedrigstufige, unnütze Sprüche wie "im Regen trocken bleiben" spontan raushaut.  8)
Und mich interessiert eben, wie das andere Gruppen bzw. Charaktere so sehen. Prinzipiell sind diese unterschiedlichen Ansichten ja auch ein guter Aufhänger für Rollenspiel.

Offline Bad Horse

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #5 am: 29.06.2016 | 14:20 »
Wir tendieren auch zur zweiten Variante - hängt ein bisschen vom Magier ab, klar, und von den Umständen, aber generell ist Magie nun mal da, um benutzt zu werden. Dafür gibt es solche kleinen Sprüche zum Trockenbleiben oder Imdunkelnsehen ja.

Wir hatten auch schon Fälle, in denen der Magier ein bisschen betriebsblind war und ein Problem mit Magie lösen wollte, für das es eine ganz einfache mundane Lösung gegeben hätte (Companion in den See gefallen, Magierin: "Hm, Rego Corpus, bin ich darin gut genug?" Anderer Magier: *wirft dem Companion ein Seil zu*).

Dass jemand nicht zaubert, weil Magie ja etwas Erhabenes und Gefährliches ist, kommt aber eher selten bis gar nicht vor.
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Online Chiarina

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Re: Die Rolle der Magie im Abenteuer
« Antwort #6 am: 29.06.2016 | 14:26 »
In Kassel gibt es einen Zauberer mit Magic Addiction. In Wiesbaden gibt es einen Zauberer mit Twilight Prone. Die beiden überlegen sich schon, ob sie jetzt zaubern, oder ob es nicht auch anders geht. Ansonsten ist´s bei uns aber ähnlich wie bei Bad Horse. Es wird relativ viel spontan gezaubert... in beiden Runden. In der Wiesbadener Ars Magica Gruppe finden zumindest einige Spieler auch sichtbar Vergnügen daran, mit niedrigstufigen spontanen Sprüchen größere Probleme zu beheben. Ich denke, das System lädt dazu ein, warum also nicht?

Spannend wird´s bei diesen Charakteren, wenn Gegner oder Hindernisse ins Spiel kommen, die übernatürliche Ursprünge haben. Dann zeigt es sich, ob ihre spontane Magie ausreicht um gegnerische Might (oder ein gegnerisches Parma magica) zu überwinden. Solange das aber nicht der Fall ist, sind die spontanen Zauberer bei uns auch oft federführend.
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