Pen & Paper - Spielsysteme > OD&D/AD&D/Klone & OSR
Rumpels dumme Fragen zur OSR
Wulfhelm:
--- Zitat von: Samael am 13.03.2017 | 13:03 ---Jemand ohne nicht. Der verlässt sich auf die OGL.
--- Ende Zitat ---
Das ist halt nur nicht rational, weil die genau so wenig Schutz davor bietet, unberechtigt verklagt zu werden. Um genau zu sein (und das hat der Fall Mayfair ja schön gezeigt) bietet das leichtfertige Arbeiten mit einer Lizenz überhaupt erst die nötige rechtliche Angriffsfläche. (Btw hat Kenzer ja auch eine Weile lang Dinge unter Lizenz von WotC veröffentlicht. Natürlich nicht die OGL oder irgend eine andere vorgefertigte Lizenz, sondern eine, die sie selber ausgehandelt haben.)
Es ist noch weniger rational, anzunehmen, dass ein Abenteuer, dass man als "kompatibel mit der ersten Edition des bekanntesten Fantasy-Rollenspiels" bewirbt, weniger rechtssicher ist als ein Abenteuer, das man mit "kompatibel mit Schnetzler&Schneider [das sich wiederum selbst als 'kompatibel mit der ersten Edition des bekanntesten Fantasy-Rollenspiels' bezeichnet]" bewirbt.
Die OGL ist es im Übrigen auch nicht, die Leuten erlaubt, Retroklone zu schreiben. Keines der geklonten Systeme wurde schließlich unter der OGL veröffentlicht. Die OGL bringt in dem Zusammenhang eigentlich nur eins: Dass man bestimmte D&D-spezifische Begriffe und Konzepte nicht umformulieren muss. Also man kann eine Magic Missile auch so nennen - wobei es in vielen solchen Fällen wiederum fraglich ist, ob man das nicht sowieso dürfte. Begriffe wie Ranger, Fighter und Armor Class kann auch jeder unbekümmert benutzen, obwohl TSR es früher versucht hat, dagegen vorzugehen (und damit wie zu erwarten krachen gegangen ist.)
Wulfhelm:
--- Zitat von: Pandelume am 13.03.2017 | 13:37 ---Zur Existenzberechtigung der Retroklone:
Zumindest S&W Complete halte ich als Proto-AD&D besser organisiert und verständlicher geschrieben als AD&D 1E, so gerne ich letzteres auch mag. My Humble Opinion.
--- Ende Zitat ---
Das ist mal ein vernünftiges und nachvollziehbares Argument für die Existenz von Retroklonen. :d
Rorschachhamster:
--- Zitat von: Wulfhelm am 13.03.2017 | 14:24 ---Die OGL ist es im Übrigen auch nicht, die Leuten erlaubt, Retroklone zu schreiben. Keines der geklonten Systeme wurde schließlich unter der OGL veröffentlicht. Die OGL bringt in dem Zusammenhang eigentlich nur eins: Dass man bestimmte D&D-spezifische Begriffe und Konzepte nicht umformulieren muss. Also man kann eine Magic Missile auch so nennen - wobei es in vielen solchen Fällen wiederum fraglich ist, ob man das nicht sowieso dürfte. Begriffe wie Ranger, Fighter und Armor Class kann auch jeder unbekümmert benutzen, obwohl TSR es früher versucht hat, dagegen vorzugehen (und damit wie zu erwarten krachen gegangen ist.)
--- Ende Zitat ---
Du übersiehst dabei aber einen wesentlichen Punkt der OGL, der gar nichts mit WotC/Hasbro an sich zu tun hat: Die OGL erlaubt das Nutzen der Inhalte durch Dritte in einer relativ einfachen und offenen Lizenz.
Sicherlich gäbe es da bessere Möglichkeiten, aber zusammen mit dem Rechtsschutz (und wenn er nur gefühlt nötig ist) und dem fehlenden Wissen um Alternativen, war das ein logischer Schritt für viele Erschaffer, die ja Wert auf das gemeinsame Wiederverwenden von Inhalten legten. Die Lizenz war ja eh schon da in den Systemen, teilweise schon genutzt durch die Erschaffer im D20-Umfeld.. Ob nun nötig oder nicht. ;)
Samael:
Tja Wulfhelm, dann spinnt die komplette OSR Szene. Vielleicht erklärst dus denen mal, ich bin ja kein Publisher.
Wulfhelm:
--- Zitat von: Samael am 13.03.2017 | 21:12 ---Tja Wulfhelm, dann spinnt die komplette OSR Szene.
--- Ende Zitat ---
Öh, nö. Schon allein wegen dem, was ich schon sagte: OSR und Retroklone sind nicht dasselbe. Dann gibt es da die Leute, die Retroklone aus vernünftigen Gründen (anderer Stil, subtile Verbesserungen in den Regeln, bessere Formulierungen, man möchte ein gedrucktes Produkt haben etc.) schreiben, was auch schon erwähnt wurde.
Aber Leute, die behaupten, Retroklone brauche man, um legal Abenteuer für frühere D&D-Versionen publizieren zu können, die... spinnen auch nicht. Aber sie haben unrecht.
P.S.: Ich muss natürlich zugeben, dass ich ganz zynisch auch den Vorteil von Retroklonen sehe, dass man ohne sich irgendwelche Mühe mit Regeldesign zu machen, ein Produkt herstellen kann, mit dem man Anerkennung und teilweise auch Geld verdienen kann. Aber das ist jetzt die private Meinung von jemandem, der von OSR einiges und von Retroklonen wenig bis gar nichts hält.
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