Medien & Phantastik > Lesen
Eskapismus-Debatte und der Stand von Fantasy in Deutschland
Kowalski:
--- Zitat von: Alex am 25.11.2016 | 18:32 ---Ich will mich nicht um Defintionen streiten, aber es gibt einige phantastische Literatur, die Hochliteratur ist.
Homers Ilias
Ziemlich alles von Kafka
Shakespeares Sommernachtstraum
Dann noch Storm, Hoffmann, Poe, Wells, ...
Vielleicht eignet sich das was wir unter Fantasy verstehen nicht als Hochliteratur (ohne jetzt eine Position einnehmen zu wollen).
--- Ende Zitat ---
Umm. Es gibt Ausnahmen. UND zumindest Homers Ilias wurde damals als wahr angenommen.
Kafka und Shakespeare sind Allegorien/Transpositionen.
Storm und Poe beschreiben Horrorgeschichten/Albträume kontemporär.
Wells würde ich NICHT zur Hochliteratur zählen. Es ist zwar ein Klassiker im Genre SF, ebenso wie Verne, aber das als Hochliteratur zu bezeichnen finde ich verwegen.
--- Zitat von: Crimson King am 23.11.2016 | 14:47 ---Selbst wenn man ganz elitär eine Abgrenzung von Hoch- und Nicht-so-Hochliteratur vornehmen möchte, ist das Genre oder wie du es nennst die Gattung kein geeignetes Merkmal dafür.
--- Ende Zitat ---
Naja, Pulp-Fiction Romane würde ich nur in Ausnahmen in Richtung Hochliteratur schubsen.
--- Zitat von: Infernal Teddy am 25.11.2016 | 18:59 ---International stehen da auch so sachen dabei wie Tolkien, Rowling, Herbert, Asimov, Huxley...
--- Ende Zitat ---
Tolkien? Nein
Rowling? Nein
Herbert? Nein
Asimov? Selten
Huxley? Ja
Orwell? Ja
Bradbury? ja
Infernal Teddy:
Weltliteratur =/= Hochliteratur
Alex:
Die Diskussionsatmosphäre ist hier recht angenehm, daher beteilige ich mich überhaupt daran. Ich bin vor allem von der E- und U-Literatur-Diskussion geschädigt.
Ich empfinde die deutsche Literaturszene als extrem snobistisch, bspw. würde niemand in Belgien darüber diskutieren, ob Comics literarisch wertvoll sind. Kannst sich jemand das in Elke Heidenreich Literatursendung vorstellen?
Ähnlich verläuft die Diskussion vielerorts, was literarisch wertvoll (sprich: Hochliteratur) ist und was nicht. Es gibt einfach Genres die per se nicht literarisch wertvoll sein dürfen (nicht mein Standpunkt), dazu gehören in erste Linie die Fantasy, aber auch SciFi und Krimis. In den Feuilleton-Blättern großer Tageszeitung gibt es ein solche Besprechung nur, wenn der Verlag auch ordentlich Werbung schaltet.
Bspw. in der Zeit gibt es immer noch Werbung für Druckkosten-Zuschuss-Verlage, das ist ähnlich wie wenn im Börsenmagazin Tipps für Anlagebetrug veröffentlicht werden würden.
El God:
Ich kann diese Haltung verstehen. Aber angesichts der Erfolge von Pulp-Fantasy im Verhältnis zu denen der intelligenteren, kreativeren Werke kann man schon das große Jammern bekommen. Aber auch das kann eine selbsterfüllende Prophezeihung sein: Weil niemand glaubt, dass sich out-of-the-box-Kram besser verkauft, macht sich niemand im Marketing dafür stark. Und weil die Publikumsverlage das Marketing dominieren und diese bekanntlich in der Auswahl der verlegten Bücher sehr konservativ sind, ist auf absehbare Zeit keine Änderung in Sicht.
6:
--- Zitat von: Dolge am 25.11.2016 | 23:37 ---Ich kann diese Haltung verstehen. Aber angesichts der Erfolge von Pulp-Fantasy im Verhältnis zu denen der intelligenteren, kreativeren Werke kann man schon das große Jammern bekommen. Aber auch das kann eine selbsterfüllende Prophezeihung sein: Weil niemand glaubt, dass sich out-of-the-box-Kram besser verkauft, macht sich niemand im Marketing dafür stark. Und weil die Publikumsverlage das Marketing dominieren und diese bekanntlich in der Auswahl der verlegten Bücher sehr konservativ sind, ist auf absehbare Zeit keine Änderung in Sicht.
--- Ende Zitat ---
Interessanterweise hatte Marcel Reich-Ranicki eigentlich genau das im Fokus, als er das literarische Quartett gemacht hatte. Es schien damals sogar ähnlich funktioniert zu haben wie heutzutage Will Wheatons TableTop bei Brettspielen.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln