Medien & Phantastik > Sehen

Star Wars: Episode VIII - The Last Jedi

<< < (12/558) > >>

TaintedMirror:
Ich hoffe, dass sie mit dem Imperium und insbesondere Fin als Ex-Sturmtruppler sich noch mal etwas mehr bemühen, als im 7. Teil. Das hat mir persönlich den Film am meisten vermiest:
Zuerst soll er ja quasi ein von Kind auf ausgebildeter Soldat sein, aber er verhält sich die ganze Zeit komplett anders, als wäre er irgendwo in den Straßen einer Großstadt aufgewachsen. Sprache, Haltung und Handlungsweise sind absolut nicht die eines jahrelangen Soldaten.
Dann ist er ja geflohen, will er nicht töten wollte, aber als es gegen seine alten Kameraden geht (wo er doch zumindest ein paar Freunde haben sollte), ballert er die weg, wie sonst was. Hie erkennt man einfach keinen inneren Zwist, was ich als verschenktes Potential sehe.
Dass er am Ende einfach nur als McGuffin funktionierte, da er die Schwachstelle des Todesternes v3 kannte, weil er Hausmeisteraufgaben übernommen hat, war auch eher so meh.
Die  Pseudoromanze mit Rey wird hoffentlich nicht weiter ausgebaut, insbesondere da ich nicht sehe, dass diese sich irgendwie für ihn großartig interessiert. Da dann hoffentlich doch eine Beziehung mit den Latinopiloten (der ja auch im 7. Teil eher so am Rande vorkam. Schade eigentlich)

Und hoffentlich bekommt das Imperium mal ein paar interessante Gestalten. Die Babygesichter in ihren Führungsrängen und der kindische Streit zwischen Kylo und dem Admiral vor Snoke war eher ein Witz. Und Phasma hätte man komplett streichen können. Da kommt hoffentlich mehr.

Chiungalla:
Wenn Deine Interpretation/Deutung des Charakters nicht auf die Handlung im Film passt, warum bleibst Du dann dabei und kritisierst den Film, statt nach einer sehr offensichtlichen anderen Deutung zu suchen die ganz problemlos passt?

Das er grundsätzlich nicht töten will ist ja schon einmal sehr weit hergeholt. Was wir sehen ist, dass Fin keine unschuldigen wehrlosen exekutieren wollte. Das ist ja auch etwas das (hoffentlich) viele heutige Soldaten verweigern würden. Und er war vielleicht auch eher unglücklich mit der Starkiller Base, weil das eine Massenvernichtungswaffe ist die sich fast zwangsläufig auch gegen Milliarden Zivilisten richtet.

Daher hat er erst einmal die First Order verlassen und sich später den Rebellen angeschlossen, bzw. diese unterstützt um die Starkiller Base zu vernichten.

Das er nicht wirkt wie ein 100% durcherzogener Soldat macht diese Abspaltung ja noch wahrscheinlicher. Und Hausmeister der Starkiller Base wird man vermutlich auch nicht mit einer tadellosen Dienstakte als herausragender Stormtrooper. Das klingt eher nach einer Strafversetzung...


--- Zitat von: TaintedMirror am 20.04.2017 | 14:49 ---Und hoffentlich bekommt das Imperium mal ein paar interessante Gestalten.
--- Ende Zitat ---

Es gibt kein Imperium (mehr).

TaintedMirror:
Zivilisten oder zumindest Zivilpersonal war sicher genug auf der Starkillerbase. Plus die Rebellen am Anfang waren nicht unbewaffnet, sondern haben ebenfalls geschossen.
Ein Ausbildung von Kindheit an bleibt nicht ohne Rückstände. Selbst wenn er der schlechteste aller Soldaten dort war, war er doch immer noch ein Soldat. Das war quasi seine Familie dort auf der Base. Er kannte quasi niemanden außer den Soldaten dort (zumindest nach den Aussagen im Film zu urteilen). Es ist schwer vorzustellen, dass er deren Tod ohne irgendwelche Gewissensbisse hinnimmt.

Mit Imperium meinte ich deren Nachfolger. So viel Zeit ist ja nun auch nicht vergangen, dass wirklich alle Strukturen verschwunden sind. Immerhin tragen sie ja noch die Uniformen und haben anscheinend genug Ressourcen, um ihr Militär zu erhalten und eine dritte, noch größere Spacestation zu bauen.

Boba Fett:
TM: Star Wars ist ein Hollywood Blockbuster Film und keine tiefgreifende Charakterstudie.
Klar kann man das realistischer machen, aber das würden die meisten Kino-Besucher kacke finden.
Wenn es Dir nicht gefällt, guck es dir nicht an.

Chiungalla:
@TaintedMirror
Du machst eine Menge spekulativer Annahmen damit der Plot für Dich nicht passt. Und das Dir das nicht einmal auffällt, nachdem man Dich darauf aufmerksam gemacht hat, sollte Dir zu denken geben.

Es gibt Menschen die frühkindlicher Indoktrination und Erziehung sehr erfolgreich entkommen. Es gibt Kinder die von ihrer Familie weglaufen (auch ohne das die Familie eine Gruppe verrückter Massenmörder sein muss). Es gibt sogar Kinder die ihre Familien umbringen.

Wenn wir uns über menschliche Psychologie unterhalten (was Du hier gerade tust), dann sprechen wir immer nur von Tendenzen. Verhalten A ist wahrscheinlicher als Verhalten B. Wir sprechen eigentlich niemals von absoluten Gesetzmäßigkeiten wie Du es für Deine Argumentation annimmst. Absolute Aussagen sollte man in der Psychologie nicht erwarten und nicht machen.

Natürlich ist Fin die Ausnahme. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Er hat sich von seiner Familie und Heimat losgesagt, hat dabei seine Indoktrination und Ausbildung abgeschüttelt und kämpft jetzt gegen die Gruppierung die ihn groß gezogen hat. Das ist ungewöhnlich. Es ist aber nicht undenkbar oder unmöglich. Die ~99.999 anderen Sturmtruppler auf der Starkiller Base bleiben ihrer Ausbildung und Indoktrination treu (so weit wir wissen). Und Fin ist halt die 1:100.000 Ausnahme die wert ist länger als 2 Sekunden im Bild zu bleiben.

Was Du also hier eigentlich kritisierst ist, dass Episode VII einen (oder mehrere) sehr außergewöhnliche Charaktere beinhaltet. Und das hat sie mit fast jedem Buch und Film in den Genres Fantasy und Sci-Fi gemeinsam. Tatsächlich gab es glaube ich noch nicht einen gewöhnlichen Menschen in einer Star Wars Hauptrolle. Die Crew aus Rogue One ist noch am dichtesten dran, aber selbst die waren alle herausragende Individuen. Fin ist auch in anderer Hinsicht recht außergewöhnlich. Er ist ziemlich sicher Machtsensitiv, und das sind eh laut Kanon Heldenmaterial für die viele der Beschränkungen gewöhnlicher Menschen nicht gelten.

Ansonsten gilt was Boba Fett schreibt. Es gibt interessante Geschichten über normale Charaktere. Aber es gibt viele Genres in denen man das nicht erwarten sollte, weil die sich nun einmal um außergewöhnliche Charaktere drehen. Star Wars für außergewöhnliche Charaktere zu kritisieren ist so als würde man sich bei den X-Men über die Mutanten beschweren.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln