Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Ein paar Gedanken zu Alignment
Wolf Sturmklinge:
"Gesinnung ist die Einstellung des Herzens, und so bitter das manchmal sein mag, man kann nicht immer seinem Herzen folgen..."
Meisterdieb:
In den Gruppen, in denen ich spiele, benutzen wir die Alignements. Wir halten uns zwar nicht sklavisch dran, sondern als mehr oder weniger grobe Anleitung zum Verhalten.
Im Großen und Ganzen passt dieses Schema in die ganze "Schubladen"-Art des (A)D&D Systems. Genauso wie es genau definierte Klassen gibt oder Spruchlevel oder Stufen, genauso gibt es halt die Alignements.
Aber da auch nicht alle Kämpfer gleich sind, müssen auch nicht alle, die das gleiche Alignement haben, auch dasselbe Verhalten an den Tag legen.
Aber durch das Alignement gibt es einfach ein paar Regeln, an die man sich hält. Ich finde, so hat man ein weiteres ,objektiveres System, um beurteilen zu können, ob das Verhalten eines Charakters angemessen ist oder nicht. Natürlich gibt es immer wieder die Erklärung des Spielers, "in dieser Situation mein Character so handeln muss,weil blablabla" und das mag auch eine ausreichende sein, aber es gibt oft genug Spieler, die ihre Charaktere mal so oder so agieren lassen, wie es ihnen(den Spielern) grade passt, obwohl ihr Character so etwas nicht machen würde (wie sie in anderen Situationen oft genug beteuern).
Meiner Meinung nach ist das Problem nicht das Alignementsystem an sich, sondern die Spieler, die -aus welchen Gründen auch immer- einfach das falsche(unpassende) Alignement gewählt haben. Genauso wie ein Spieler eines MAgiers, der sich beschwert, dass er im Nahkampf nichts einstecken kann, besser einen Kämpfer oder Mönch gewählt hätte, so sollte ein Spieler, der sich durch das von ihm gewählte Alignement eingeengt fühlt, tief in sich gehen und überlegen, ob er wirklich das passende Alignement gewählt hat.
Zum Alignementsystem von Palladium, das weiter oben kurz angesprochen wurde. Im Prinzp ist es dem Alignementsystem von D&D sehr ähnlich, sie werden nur anders bezeichnet. ;D
Im Ernst, abgesehen davon, dass es kein True Neutral gibt sind alle D&D Alignements vertreten. Aber sie werden sehr gut beschrieben.
Good: Proncipled ist Lawful Good
" Srupulous ist Neutral Good
Selfish : Unprincipled ist Chaotic Good
" Anarchist ist Chaotic Neutral
Evil Miscreant ist Neutral Evil
" Aberrant ist Lawful Evil/Neutral Evil
" Diabolic ist Chaotic Evil
Cyberdance:
Mein eigenes System, Clansblut, teilt Gesinnungen in die innere Motivation und die äußere Fassade. Es gibt drei Gesinnungen: Gut, Ego und Böse.
Jemand der Gut-Ego ist wäre also z.B. innerlich ein moralisch integrer Mensch der seinem Bedürfnis nach Ordnung und Harmonie aber in der phyisischen Welt mit eher wahllosen Mitteln (was funktioniert wird gemacht) gerecht wird.
Gut-Gut ist dann also der ultimative Pfadfinder (entspr. Rechtschaffen Gut), der auch nur harmonische und integre Wege zur Verwirklichung seiner Ziele sucht.
Gut-Böse ist jemand, der eine schmale Gratwanderung zwischen Idealismus und Fanatismus geht. Die richtigen Ideale und Wünsche sind da aber die Methoden sind bedenklich, um es sanft zu formulieren (Batman oder der Punisher wären Gut-Böse nach Clansblut :) ).
Mit den Gesinnungen in D&D halte ich es genauso. Rechtschaffen, Neutral und Chaotisch sind die Wege mit denen der Char seinem inneren Antrieb gerecht wird. Gut, Neutral und Böse zeigen, wie es in seinem Herzen in Sachen Harmonie und Disharmonie aussieht. So bringe ich das auch den Spielern nahe.
Auf diese Weise sind die Gesinnungen keine Gleise, auf denen der Char zwangsläufig fahren muss - sie sind lediglich eine Orientierungshilfe für die schwierigen moralischen Fragen. Auch ein rechtschaffen guter Charakter kann mal einen schlechten Tag haben, wissentlich gegen das Gesetz handeln (wenn er dafür einen guten Grund hat) oder ungewöhnliche Aggressivität an den Tag legen. Ebenso kann auch ein neutral böser Char einen weichen Punkt haben, an dem er mal etwas selbstloses tut ohne dass ihn das gleich zu einem guten Menschen macht.
Gutes ist mehr als das fehlen von Bösem und Böses ist nicht zwangsläufig eine nimmerendende Kette von Greueltaten.
Darüber hinaus sagt die Gesinnung auch nur wenig über die Persönlichkeit des Helden aus. Der rechtschaffen gute Paladin kann trotzdem nach außen kalt wie Eis und ein arroganter Mistkerl sein, auch wenn er stets das richtige tut und sich nichts zu schulden kommen lässt. Vielleicht ist das ein Schutzmechanismus, den er um sich errichtet hat oder vielleicht will er keine Schwäche vor dem Bösen zeigen etc. pp. Persönlichkeiten sind viel komplexer als eine einfache Gesinnung, die nur Teil des Ganzen ist. Der Char könnte seine Gesinnung ändern aber seine Persönlichkeit würde im Kern gleich bleiben.
yossarian:
D&D ohne Alignment-System kann ich mir schlecht vorstellen, allerdings ist es in der alten AD&D Variante zu starr. Die meisten Spielleiter, die ich kenne, hielten es aber schon in den frühen 90ern eher locker...und ein Charakter mit einer hohen Intelligenz darf immer weiter als fünf Minuten in die Zukunft denken und sein Verhalten entsprechend anpassen, auch wenn er CEevilevilevilraaaah ist. Ich habe damals einen NE Nekromanten gespielt, der super mit dem NG Waldläufer klarkam - einfach weil er ihn BRAUCHTE - und umgekehrt. Wir können uns immer noch gegenseitig umlegen, wenn wir zuhause sind...
Ausserdem kann man das System schön dramatisch nutzen. Der Gruppenkleriker macht auf Verdacht mal so ein Detect Evil auf dem Marktplatz, und die ganze Stadt leuchtet auf wie ein Weihnachtsbaum - EIN WEIHNACHTSBAUM DES BÖSEN!
Wer mit den Gesinnungen nicht klarkommt, kann ja immer noch CN wählen. Nachdem man mit dieser Gesinnung nun nicht mehr alle 24 Stunden würfeln muss, ob man spontan Selbstmord begeht (so ähnlich wurde sie damals erklärt...) und den Freigeist/ Anarchist abdeckt, sind damit fast alle Entscheidungen begründbar.
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