Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Systemwahl für eine große Ersti-Runde
Ucalegon:
Eine Mitspielerin hat mich gebeten, mit ihr und fünf Rollenspiel-interessierten Neulingen mal eine Runde zu spielen. Termin ist nächste Woche.
In meine Tasche packe ich:
The One Ring - Kinstrife & Dark Tidings
Bekanntes Setting. Überschaubares System, gerade für große Gruppen. Deutsche Pre-Gens! Das Szenario ist, finde ich, das vielseitigste aus den Tales mit einer schönen Mischung aus Ermittlung, sozialer Interaktion, Reise und Kampf. Der Nachteil ist, dass es recht langsam Fahrt aufnimmt. Etwas mehr in medias res wäre mir da lieber. Gute Alternativen für TOR in dieser Konstellation?
Best Friends
Einfach, sozial, witzig und coolerweise genau auf 6 Leute (+ eine SL, wenn man möchte) zugeschnitten. Die Figurenerstellung ist ein sicherer Hit.
---
Kurz erwogen habe ich Dungeon World, weil sich das im Gegensatz zu dem vorgefertigt-starren TOR-Abenteuer der Gruppe anpasst. Nachteile: Ich muss mit 6 Leuten vorher die Playbooks durchgehen. Es läuft weitestgehend auf Klopperei hinaus und ist auch nicht so an-/beschaulich wie TOR. Andere PbtA-Spiele kommen wegen englischer Playbooks nicht in Frage.
Traveller ist mir hier zu anstrengend und mein Einstiegsszenario Zielorbit ohnehin zu simpel.
Für FFG Star Wars gilt dasselbe. So richtig coole Szenarios gibt es da, meine ich, nicht, oder?
3:16 werde ich glaube ich für den Fall einpacken, dass die Leute schlicht ein bisschen rocken wollen.
Horror-technisch kenne ich nichts, was zu so vielen noch vernünftig funktioniert und nicht nur zum Zuschauen verdammt.
Fiasco fällt zu siebt leider raus.
Das waren so meine Überlegungen. Habt ihr Anmerkungen, Tipps? Welche Systeme würdet ihr für so eine Runde nehmen und warum (außer "natürlich das Rollenspiel, das man am besten kennt, chrm chrm yadda yadda...")?
trendyhanky:
Ich würde die Frage gar nicht am SYSTEM festmachen.
Wichtiger ist:
a) kannst du die Kernregeln in weniger als 10 Minuten darstellen?
b) wähle das System, das du selbst am besten kennst. In dem du dich sicher fühlst, am wenigsen nachschlagen musst, das Meiste auswendig kennst und in dem du am einfachsten improvisieren kannst
Meine Erfahrung ist, dass Regeln oder Szenario sekundär sind. Es hängt zuallererst am SL, wie er das ganze Ding rüberbringt. In den Händen eines miesen SL ist auch das beste System und das geilste Abenteuer nix wert. Und ein SL, der in SEINEM System zuhause ist, es runterbrechen kann auf Newbies und der dafür brennt, kann sogar den letzten Mist leiten und zu Gold machen.
KhornedBeef:
-1 für Eingangspost lesen, hanky-panky ;)
Für Horror hat CoC7 mit Einsteigerregeln ganz gut funktioniert. Kommt halt drauf an, was das System leisten soll. Das wird ja wohl eher so werden, dass die Spieler was machen und wollen und du erstmal erklärst "Das wäre eine so-und-so-Probe, dafür guckst du dort auf den Bogen..". Und das kannst du runterladen. Fear Itself wäre sicher auch nicht verkehrt, auch mit ne großen Gruppe, aber das muss man halt erstmal haben.
Ucalegon:
--- Zitat von: hanky-panky am 15.10.2017 | 16:53 ---b) wähle das System, das du selbst am besten kennst.
--- Ende Zitat ---
::)
--- Zitat von: hanky-panky am 15.10.2017 | 16:53 ---Meine Erfahrung ist, dass Regeln oder Szenario sekundär sind. Es hängt zuallererst am SL, wie er das ganze Ding rüberbringt. In den Händen eines miesen SL ist auch das beste System und das geilste Abenteuer nix wert. Und ein SL, der in SEINEM System zuhause ist, es runterbrechen kann auf Newbies und der dafür brennt, kann sogar den letzten Mist leiten und zu Gold machen.
--- Ende Zitat ---
Nun, da gilt für mich das Gegenteil, sei es auf Cons, auf Vereinstreffen oder wie hier mit Neulingen: Ich verkaufe nicht mich, sondern das Rollenspiel, das gespielt wird - und das selbst logischerweise nur für einen kleinen Teil der Erfahrungen steht, die man bei der heutigen Systemvielfalt machen kann. Dementsprechend finde ich es sogar fahrlässig, Mist anzubieten. Aber die Diskussion gehört in einen anderen Thread. Hier habe ich schließlich ganz konkret nach Systemen bzw. Anmerkungen zu den von mir ausgesuchten gefragt.
Selganor [n/a]:
Wenn es auch erstmal "simpel" sein darf (vorgefertigte Charaktere, Plot ziemlich auf Schienen, eher weniger Moeglichkeiten statt von einer Unmenge an Optionen erschlagen zu werden wie das bei pbtA-Systemen gerne mal der Fall ist) dann schau doch mal in "Lugg und Trug" rein (ist seit gestern auch wieder in der Bibliothek in Mannheim zurueckgebucht ;) )
Das hatte ich mal beim Jugendrollenspieltreff getestet.
Ist zwar relativ "brettspielig" (Karten fuer viele Dinge statt auf dem Charakterbogen rumkritzeln, "Gummipunkte" und HP auch mit "Tokens" dargestellt), aber fuer einen ersten Einstieg vielleicht nicht schlecht wenn man noch dazu sagt, dass das Teil als "Fantasyfilm zum Nachspielen" verkauft wird und "normale" Rollenspiele einem dann viel mehr Moeglichkeiten lassen (wenn sie danach was anderes spielen wollen)
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