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Herr der Ringe - Die Serie - Die Ringe der Macht
caranfang:
--- Zitat von: Gwynplaine am 12.09.2022 | 16:30 ---Was mich aber wirklich stört ist, dass die Serie offenbar keinen eigenen visuellen Stil findet. Klar gibt es da Vorbilder aus den Filmen und den Zeichnungen vor allem von John Howe und Alan Lee.
--- Ende Zitat ---
wenn man weiß, dass diese beiden auch an der Serie mitgearbeitet haben, sollte einen das eigentlich nicht überraschen, oder?
YY:
--- Zitat von: Gwynplaine am 12.09.2022 | 16:30 ---was ich wirklich für dieses Budget sehr unkreativ finde.
--- Ende Zitat ---
Diese zwei Dinge sind eben, wenn überhaupt, dann nur über ein paar Ecken miteinander verbunden.
Zed:
Mir gefällt der "Mut zur gefüllten Lücke", den die Creator der Serie zeigen:
Bislang unbekannte, aber nicht unlogische Elben als Wächter im Menschenland; die noch nicht sesshaften Hobbits Haarfüße und ihre teils fremdartigen, teils vertrauten Bräuche. Das Hantieren mit den ausgestellten Rätseln, wer und wo Sauron ist, und wer der Meteormann, könnte etwas weniger sein.
Die ganze Schauspielabteilung ist durchweg hervorragend (der Elb Arondir hat für mich Elbencharisma hoch 3 und zeigt, dass die Vulkanier geklaute Elben sind), Ausstattung und Produktionsdesign (Orks: Brrr) sind auch top.
Die Drehbücher zeigen für mich "bloß" nette (Galadriel springt dem Paradies von der Schippe) bis gute Einfälle (wie verdirbt man eine Zwergenfreundschaft, und wie kittet man sie?), aber zwischen all den Erwartungen ist es sicher nicht einfach, den richtigen Weg zu finden. Der Weg, den sie genommen haben, macht "Die Ringe der Macht" für mich zu einer der besten Fantasyserien, die es zur Zeit gibt, aber noch lange nicht zu einem Stoff, der an die Filme herankommt.
Die Serie hat für mich genügend Potential, um dran zu bleiben, auch wenn sie sich "nur als eine gute" Fantasyserie und nicht als angemessenes Tolkienerbe herausstellen sollte.
Arldwulf:
--- Zitat von: caranfang am 12.09.2022 | 09:37 ---Wie wenig Erfahrung man im Hochmittelalter mit Farbigen hatte, erkennt man auch an der Figur des Feirefiz im Parzival.
--- Ende Zitat ---
Das Beispiel hast du ja schon ein paar mal genannt. Aber haut das überhaupt hin? Feirefiz wurde von Eschenbach ja als "scheckig" beschrieben weil sein Name auf Alt-Französisch "bunter Sohn" bedeutet. Was wiederum aber eigentlich auf die Heraldik zurück geht und auf schwarz-weiß karierte Schilde. Eschenbach übernahm diese Musterung für Feirefiz Aussehen - inwieweit das tatsächlichen Vorstellungen von Schwarzen entsprach oder einfach nur seine Idee anhand des Namens ist sei mal dahingestellt.
Wie viel Aussagekraft über das Bild von Farbigen im Mittelalter sollte man solch einer eher auf den Namen zurückgehenden Darstellung überhaupt zugestehen? Nur um das mal als Beispiel zu nennen: Etwa zur gleichen Zeit wurden einige tausend Sarazenen nach Italien umgesiedelt, in der Schweiz lebten ohnehin schon welche und in Spanien war die Reconquista in vollem Gang während vom Magdeburger Dom ein schwarzer Heiliger runterschaute und der Kaiser Triumphzüge von seinem Elefanten und den orientalischen Führern selbigen Tieres anführen ließ und sich überall in Europa schwarze Madonnen zu verbreiten begannen.
Verglichen mit unserem Mittelalter oder auch Tolkiens Beschreibung ist die Serie immer noch ziemlich "white washed" - selbst die laut Tolkien eher arabisch angehauchten Südländer repräsentiert mit Halbrand ja ein blondgelockter Londoner.
Gwynplaine:
--- Zitat von: caranfang am 12.09.2022 | 16:41 ---wenn man weiß, dass diese beiden auch an der Serie mitgearbeitet haben, sollte einen das eigentlich nicht überraschen, oder?
--- Ende Zitat ---
Das weiß ich und habe ich ja auch nicht kritisiert ;-)
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