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[Infinity] "Shadowrunner" und Konsorten...

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Waldviech:
Und der nächste Threat zu Infinity. Muahaha....😈.
Die interessante Frage diesmal: wie könnte eine "Shadowrunner-Szene" im Infinity-Universum aussehen?  Aufgrund des sehr artverwandten cyber- und postcyberpunkigen Vibes, den Shadowrun und Infinity beide ausstrahlen, gibt es mehr als nur ein paar Parallelen. Die Nomads ticken eh schon reichlich ähnlich wie diverse Subkulturen in Shadowrun, es gibt ein blühendes "Söldnerunwesen" und Megacorps geben sich auch mal unfairer die Kante (grad, wenn man sich Ecken wie Humans Edge so anschaut). Es wäre also auch in Infinity recht stimmig, wenn in irgend einer dunklen Kneipe ein "Johnson" ein Team von Berufskriminellen für einen "Run" anheuert.
Aber es gibt natürlich eine ganze Reihe von Unterschieden, von den offensichtlichen wie Raumfahrt, Aliens oder Magie (bzw. dem Fehlen derselben) mal ganz abgesehen.
- Das Setting ist auf andere Art düster.  Verglichen mit Shadowrun erscheint die "normale" Welt von Infinity erstmal vergleichsweise hell, was Alltagsleben, Umwelt etc.pp. angeht.
- Mega- und Hypercorps sind NICHT die Topdogs des Settings. Wohl kein Großkonzern könnte es sich leisten, auch nur zu versuchen, sich ernsthaft mit den interplanetaren Großmächten anzulegen. Es gibt Spielregeln, die nur da gebrochen werden können, wo die Großmächte nicht ganz genau hinschauen Nomadschiffe, Humans Edge, Grenzhabitate, etc.pp.)
- auch "Runner" wären wohl kaum so richtige Topdogs und spielen in einer Liga unter den Agenten, die in der Wilderness of Mirrors ihr Unwesen treiben.

Ist ne "Shadowrunnerszene" unter solchen Umständen überhaupt im eigentlichen Sinne möglich? Und wenn ja, was wäre wohl deutlich anders als in Shadowrun? (Wie gesagt - davon abgesehen, dass es bei Infinity bessere Raumschiffe gibt ;) )

Odium:
Hallo Waldviech,

deine Begeisterung für das Setting finde ich richtig gut :)

Eine Shadowrunnerszene kann ich mir in Infinity absolut vorstellen, aber nicht überall.
Pan Oceania ist ja eine Lobbykratie, in der die großen Konzerne das Sagen haben. Da die Konzerne natürlich auch untereinander in Konkurrenz stehen passen Shadowrunner doch super nach NeoTerra oder auch in die Metropolen Yu Jings.
Die SubMondo Fraktion bietet sich dafür ja auch super an und die Nomaden sind ja quasi der Runnerstaat :D
Problematisch könnte nur sein das erfolgreiche Runner wohl schnell mit den großen Kräften in Berührung kommen, da die militärischen Einheiten ja auch zum Schutz von Forschungseinrichtungen u.ä. genutzt werden.

Aber wo genau siehst du denn den Unterschied zwischen Shadowrunnern und freien Agenten wie sie z. B. von Geheimdiensten angeheuert werden (wie im Infinity Comic Outrage)?
Das Geheimagentendrama geht doch schon ziemlich in die Richtung eines Shadowruns, oder siehst du das anders?

Waldviech:
Joah, Infinity ist schon was Feines. ☺
Und zu den Unterschieden, die ich zu Shadowrun sehe: Ich denke da an vorderster Stelle an die Geschmacksrichtung und den Flair. Shadowrun ist, obgleich das von Edition zu Edition variiert, eine nicht unwesentliche Spur dreckiger und pessimistischer. Trotz Magie und Hightech spielen gesellschaftliche Zersplitterung und Verfall eine sehr bedeutende Rolle. In Infinity ist zuerst mal auch einiges hier und da den Bach runtergegangen, aber im Großen und Ganzen hat die Menschheit sich nicht nur wieder berappelt, sondern floriert wie nie zuvor. Schmuddel-Cyberpunk ist zwar vorhanden, aber ein ziemlich fetter Löwenanteil der menschlichen Spezies lebt wirklich gut. Und wenn da jetzt nicht gewisse Aliens an die Tür klopfen würden...
Ein anderer, sich unterscheidender Aspekt ist IMHO die Perspektive auf "Das System" und Gegenkulturen. Bei Shadowrun ist die Perspektive mehr oder weniger die, dass die korrupten Megakons ein fieses Übel sind, eine Riesen Menge Leute unter ihrer Herrschaft abgehängt und ausgebeutet werden. Runner und Punks, die gegen dieses System kämpfen sind (vergleichsweise) klar die Guten. In Infinity wirkt das etwas anders: Ja, die Großmächte kochen alle ihr eigenes Süppchen und haben reichlich korrupte Dreckecken. Insgesamt kommen sie aber weniger mies rüber als die SR-Megacons, da bei ihnen unterm Strich kein so offenkundiges Dystopia bei rauskommt (selbst Yu-Jing würde ich im Vergleich eher als "minder-dystopisch" einstufen). Die offensichtlich brutalen Schmuddelstellen scheinen vor allem da zu sein, wo die "Rebellen gegen das System" das Szepter schwingen - also in irgendwelchen Atek-Favelas oder auf den Nomad-Raumschiffen. Das lässt, etwas anders als bei Shadowrun, weit mehr Platz für die Deutung, dass die "Punk-Rebellen" vielleicht doch nur ein Haufen verplanter Spinner sind.

Oder konkreter auf freischaffende Agenten bezogen: Ich glaube, bei Infinity fehlt dem Ganzen der "punkige Underdog-Aspekt", zumindest wenn man sich nicht grad unter Nomads bewegt.

Odium:
Ja, das punkige ist in Infinity kein großes Thema, aber das liegt denke ich auch an der Sichtweise des Settings.
Shadowrun aus Sicht der Konzerner wäre auch deutlich freundlicher.

Auch wenn es den meisten Leuten unglaublich gut geht in Infinity: Geht das nicht auch zu Lasten ihrer Freiheit? Was darf ein Bürger Pan Oceanias wirklich ohne aus dem System zu fallen? Was darf man in Yu Jing ohne zu verschwinden? Daraus könnte man doch eine schöne Gegenbewegung erschaffen?
Rebellen in Yu Jing (JSA und deren Freunde z.B.) oder Verfechter von Privatsphäre bei PanO (die nicht direkt zu den Nomaden gehen wollen).
In Haqqislam sind die Rebellen (Kum Biker) zumindest schon Teil des Systems...

Es gibt diese gesellschaftlichen Bruchstellen in Infinity meiner Ansicht nach schon, aber die offizielle Betrachtungsweise ist halt eine andere :)

BobMorane:
In den letzten Versionen von Shadowrun sind die Runner ja auch nicht mehr die Punks die gegen das System rebellieren. Runner werden da ja als hochqualifizierte Profis dargestellt, die zwar im gewissen Maß außerhalb der Gesellschaft stehen, aber gleichzeitig von dieser profitieren und wenig Interesse an einer Änderung des Status Quo haben.

Das wiederum lässt sich auch gut bei Infinity umsetzten.

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