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[Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel

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Galatea:

--- Zitat von: Doc-Byte am 28.02.2026 | 17:12 ---In nicht mehr übermüdetem Zustand ist mir klar geworden, dass das Setting die Nicht-Menschen tatsächlich braucht. Zum einen steht der Sternenbund mit seinen diversen Spezies als Mitglieder für den positiven Aspekt der Verständigung im Setting und zum anderen können fremde Spezies wie die Krull als Antagonisten verwendet werden, ohne dass man die Menschheit in diverse Gruppen zersplittern muss, was wieder die Idee einer positiven Zukunft für die Menschheit als Ganzes untergraben würde.
--- Ende Zitat ---
Dann sollten die aber wirklich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen, sowohl was Verhalten/Kultur angeht, als auch ihre Fähigkeiten.

Like, holy cow, du hast Spezies die können Infrarot sehen und sogar Ultraschall verwenden - das ist ein so krasser Wechsel in der Wahrnehmung, da kannst du die Spieler nicht einfach sich selbst überlassen. Die Spezies mit ihrer Wärmesicht können z.B. Gaslecks erkennen und "normale" Tarnung kann man gegen die vergessen, mit entsprechend trainierten Sinnen können die sogar Leute mit Fieber in einer Menge identifizieren (oder jemanden, der vor kurzem gerannt ist und dadurch auch eine höhere Körpertemperatur hat).
Die Spezies mit Ultraschall haben eine völlig andere Wahrnehmung was Oberflächenstrukturen angeht, können teilweise abschätzen welche Konsistenz Gegenstände haben (fest, weich, fluffig, oder ob eine Kiste leer/voll ist) und Farbtarnung kann man sich bei denen völlig sparen, dafür ist Ultraschall (zumindest wenn man sich ausschließlich darauf verlässt) beim feuern auf Ziele mit zunehmender Entfernung echt problematisch (weil Wahrnehmung begrenzt durch Schallgeschwindigkeit) und es ist ein AKTIVES Wahrnehmungssystem, d.h. es kann von anderen wahrgenommen/entdeckt werden - wenn man aktiv mit seinem Ultraschall rumpingt kann man sich das Anschleichen direkt sparen.
Was Spezies mit Elektrofeldwahrnehmung so in einem Raumschiff wahrnehmen ist noch schwieriger auszumalen ("der Raum fühlt sich heute komisch an, wir sollten mal die Energiekoppler checken"), die dürften aber u.a. in der Lage sein im Boden vergrabene Energiekabel zu finden, zumindest wenn sie ihre Sinne entsprechend trainieren.

Und auch in einer "positiven Gesellschaft" dürften so Sachen wie (unbewusste/unbeabsichtigte) Diskriminierung noch immer ein gewisses Thema sein und Auswirkungen haben. Wenn beispielsweise die Space-Koalas, weil sie so süß und knuffig sind von anderen Spezies unbeabsichtigt oft ein wenig wie Kinder behandelt werden und dadurch das Gefühl haben nicht so ganz ernst genommen zu werden, dann wird das bei vielen Vertretern dieser Spezies dazu führen, dass sie möglichst offiziell-autoritär oder martialisch auftreten (Business Suit oder mit Knochen/Stacheln/Patronen behängt), während andere diesen Eindruck absichtlich verstärken (und sich gezielt dumm stellen), um mit kleineren krummen Dingen durchzukommen.
Das führt sowohl innerhalb der Spezies als auch in der Interaktion mit Außenstehenden zu Reibung und eröffnet Möglichkeiten für interessante Interaktionen und Konflikte.

Doc-Byte:

--- Zitat von: Jiba am 22.02.2026 | 16:37 ---[...]
--- Ende Zitat ---

Ich hatte hier einen "langen" Text stehen, der Punkt für Punkt auf deinen Post geantwortet hat, aber nach mehrfachem drüber schlafen, habe ich mich entschieden, das "Quote Spiel" nicht noch mehr in die Länge zu ziehen. :)

Was ich aus deinem Post herauslese ist, dass wir zwei sehr unterschiedliche Perspektiven haben: Du schiehst das ganze Thema aus professioneller Sicht. Von diesem Standpunkt aus, kann ich deine starken Vorbehalte und Bedenken gegenüber die KI Technologie absolut verstehen und nachvollziehen.

Was du aber auch tust, ist, deine professionellen Maßstäbe auf Star Reeves zu übertragen, wobei du Ansprüche stellst, die nichtmal (alle) von Verlagen veröffentliche Rollenspiele (vollständig) erfüllen. Einerseits fühle ich mich geehert, dass du Star Reeves (bei entsprechender Weiterentwicklung) trotz aller Bedenken zutraust, ein deratiges Niveau erreichen zu können. Andererseits sehe ich Star Reeves derzeit immer noch als DIY Hobbyprojekt ohne nennenswertes Budget für "Zukäufe". Entsprechend ist das der Maßstab, an dem ich das derzetige Ergebnis von (mit Unterbrechungen) jetzt fast 15 Jahren Entwicklung (die letzten ca. 6, 7 davon sehr intensiv) messe.

Auch und gerade angesichts dieser langen Entwicklungszeit, will ich das Buch in absehbarer Zeit zu einem "Abschluss" bringen. Ich denke daher, dass es der derzeit sinnvollste Weg ist, die Überarbeitung auf Basis des Feedbacks zuende zu brigen und Star Reeves dann als 1. Edition zu veröffentlichen. (Was ich streng genommen schon mindestens 1x getan habe... ;D) Denn wenn ich weiterhin nur still vor mich hinwerkel und hin und wieder mal was im Forum poste, wird Star Reeves auch niemand spielen. Mit einer 1. Edition habe ich was Konkretes vorzuweisen, kann es präsentieren und vielleicht genug Menschen damit begeistern, dass sich eine 2. Edition auf einem wirklich "professionellen Level" (auch in Bezug auf das Artwork) nicht nur ideell, sondern auch finanziell lohnt bzw. zumindest kein "Subventionsprojekt" wird. Zumal es auch darum geht, den Kopf frei für andere / neue Projekte und Ideen zu bekommen (Die vielleicht irgendwann mal auch ein Nu Texas Quellenbuch sein könnten, wer weiß das jetzt schon? :think:).

Was nochmal das Thema mit dem "generischen KI Look" angeht, habe ich verstanden, worauf du hinaus willst. Ich muss allerdings sagen, dass weder dieser noch die von dir aufgeführten Gegenbeispiele meinen persönlichen Geschmack treffen, aber das war ja nicht der Punkt an der Sache. Ich verstehe, worauf du hinaus willst. :d

Einen Punkt wollte ich auch noch aufgreifen, fällt mir gerade ein: Du sprichts viel von "Kunst", auch in Bezug auf das Gesamtprodukt "Rollenspielbuch". Ich sehe das vielleicht auch etwas nüchterner, denn für mich ist ein Rollenspielbuch in erster Instanz ein Gebrauchsobjekt. Ein Spiel / eine Spielanleitung, ja fast schon ein Handbuch. Natürlich gibt es künstlerische Teilaspekte bei so einem Buch, aber in meinen Augen ist das eher ein Nebeneffekt und die primäre Intention eines Rollenspiebuchs ist nicht, ein "Kunstwerk" zu schaffen, sondern zunächst einmal ein funktionales Spiel. Im Zweifel muss da ein Autor also eher ein guter Didaktiker sein und erst danach ein Künstler". - Ich glaube, auch hier führt unsere unterschiedliche Perspektive zu "kommunikativen Schwierigkeiten".

Was deine inhaltliche Kritik angeht, sehe ich die völlig losgelöst von der grundsätzlichen KI Thematik. Das ist dann auch Kritik, mit der ich arbeiten kann. Auf Teile davon bin ich ja vorab schon eingegenen, andere muss ich gedanklich noch verarbeiten, um sie ggf. später aufzugreifen. Auf jeden Fall bedanke ich mich für das konstruktive Feedback und verstehe jetzt, dass dein Tonfall nicht persönlich gemeint ist, sondern sich aus "gewissen Thematiken" und persönlichen Perspektiven ergeben hat.

Können wir uns auf dieses Fazit verständigen? :)

Doc-Byte:

--- Zitat von: Galatea am 28.02.2026 | 22:38 ---Dann sollten die aber wirklich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen, sowohl was Verhalten/Kultur angeht, als auch ihre Fähigkeiten.
--- Ende Zitat ---

Bei Verhalten und Kultur stimme ich dir zu. Die Fähigkeiten relativieren sich in meinen Augen ein wenig durch das SciFi Setting, wo derartige Fähigkeiten halt auch über die Verwendung entsprechender Technologie wie Sichtbrillen und Scanner zu erlangen ist. - Aber natürlich sind deine Überlegungen trotzdem nicht irrelevant. Vielleicht sogar im Gegenteil noch wichtiger, das potentiell jeder diese Fähigkeiten auf die eine oder ander Art erlangen kann. Vielleicht wäre hier als ein allgemeiner Hinweis zum Umgang mit speziellen Sinnen der praktikablere Weg. :think:


--- Zitat von: Galatea am 28.02.2026 | 22:38 ---Und auch in einer "positiven Gesellschaft" dürften so Sachen wie (unbewusste/unbeabsichtigte) Diskriminierung noch immer ein gewisses Thema sein und Auswirkungen haben. Wenn beispielsweise die Space-Koalas, weil sie so süß und knuffig sind von anderen Spezies unbeabsichtigt oft ein wenig wie Kinder behandelt werden und dadurch das Gefühl haben nicht so ganz ernst genommen zu werden, dann wird das bei vielen Vertretern dieser Spezies dazu führen, dass sie möglichst offiziell-autoritär oder martialisch auftreten (Business Suit oder mit Knochen/Stacheln/Patronen behängt), während andere diesen Eindruck absichtlich verstärken (und sich gezielt dumm stellen), um mit kleineren krummen Dingen durchzukommen.
Das führt sowohl innerhalb der Spezies als auch in der Interaktion mit Außenstehenden zu Reibung und eröffnet Möglichkeiten für interessante Interaktionen und Konflikte.
--- Ende Zitat ---

Das ist ein sehr komplexes Thema. Ein guter Hinweis, aber den muss ich gedanklich erstmal eine Weile verarbeiten, bevor ich konkrete Schlüsse daraus ziehen kann. :d

Galatea:

--- Zitat von: Doc-Byte am  3.03.2026 | 19:19 ---Bei Verhalten und Kultur stimme ich dir zu. Die Fähigkeiten relativieren sich in meinen Augen ein wenig durch das SciFi Setting, wo derartige Fähigkeiten halt auch über die Verwendung entsprechender Technologie wie Sichtbrillen und Scanner zu erlangen ist. - Aber natürlich sind deine Überlegungen trotzdem nicht irrelevant. Vielleicht sogar im Gegenteil noch wichtiger, das potentiell jeder diese Fähigkeiten auf die eine oder andere Art erlangen kann. Vielleicht wäre hier als ein allgemeiner Hinweis zum Umgang mit speziellen Sinnen der praktikablere Weg. :think:
--- Ende Zitat ---
Ja, die Fähigkeiten relativieren sich in ihrer Besonderheit, weil sie im Prinzip jeder haben kann, aber man sollte so ein paar Sachen schon auf dem Schirm haben. Eine Hinweisseite wäre definitiv keine schlechte Idee.

Gerade Ultraschall ist extrem anders dadurch dass es ein aktives Wahrnehmungssystem ist, Distanzverzögerung hat und Oberflächenstrukturen und Oberflächenschwingungen wahrnehmen kann. Mit Ultraschall kann man beispielsweise prinzipiell auch Hohlräume hinter Wänden erkennen, weil die Oberfläche dort eine völlig andere Resonanz hat als eine dicke Wand (bei tapezierten Wänden schwierig, aber wenn es nur ein einfaches Stahlblech ist fällt das schon sehr auf). Und Kommunikation ist damit durchaus auch möglich.


--- Zitat von: Doc-Byte am  3.03.2026 | 19:19 ---Das ist ein sehr komplexes Thema. Ein guter Hinweis, aber den muss ich gedanklich erstmal eine Weile verarbeiten, bevor ich konkrete Schlüsse daraus ziehen kann. :d
--- Ende Zitat ---
In der Hinsicht dürften v.a. "positive" Stereotypen interessant sein (sowas wie "alle Asiaten sind gut in Mathe" oder "Menschen mit Behinderung sind immer so lebensfroh").
Die dürften sich etwas länger halten als die negativen Varianten, einfach weil man denen mehr Beachtung schenkt.

Galatea:

--- Zitat von: Doc-Byte am  3.03.2026 | 19:19 ---Das ist ein sehr komplexes Thema. Ein guter Hinweis, aber den muss ich gedanklich erstmal eine Weile verarbeiten, bevor ich konkrete Schlüsse daraus ziehen kann. :d
--- Ende Zitat ---
Das Hauptproblem ist Dinge zu finden, die im Prinzip für eine Spezies tendenziell typisch sind (also sprich der biologische Einfluss bzw. die biologischen Gegebenheiten und ihr Einfluss auf allgemeines Verhalten), sich aber nicht allein aus der größeren Kultur ergeben in der sie aufwachsen (die ja oft Multi-Spezies sein dürfte) - die ist was eigenständiges, die jeweils nochmal auf das Grundthema drauf kommt.

Klar gibt es immer Ausnahmen (Alien, das bei Menschen aufwächst und keine Eigenspeziesvorbilder hat) und manche Spezies sind sich ähnlicher als anderen, aber so ein gemütlicher vegetarischer Hyperspezialist dürfte schon grundlegend ein etwas anderes Mindset haben als ein aktiver Jäger, genauso wie ein Lauerjäger (Katze) ein anderes Mindset haben dürfte als ein Hetzjäger (Mensch).
Was auch in kaum einem System mit anthropomorphen Spezies berücksichtigt wird ist, dass Menschen im Gegensatz zu anderen Tieren/Tiermenschen vielleicht nicht so stark und schnell sind, aber ABARTIG ausdauernd. Es gibt nur wenige Tiere, die bei einem Marathon mit einem Menschen mithalten können, ohne irgendwann vor Überhitzung umzukippen.

Deine Kulturen gefallen mir prinzipiell, ich finde sie aber auch etwas dünn und bin mir bei einigen nicht sicher, ob sie sich überhaupt als "Kultur" im engeren Sinne qualifizieren.
Das liest sich insgesamt eher wie eine Liste typischer SC-Backgrounds. Tatsächlich haben viele der Kulte mehr von Kulturen als die "Kulturen" selbst.
Schön btw, dass deine Claner nicht ganz so gehirnamputiert sind wie Kerensky's Clownshow. >;D

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