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[Star Reeves] Das Space Western Rollenspiel
Doc-Byte:
--- Zitat von: Schleicher am 27.02.2026 | 07:24 ---Siehst du Ähnlichkeit? Sagen zwar nicht Western aber fühlen tue ich es.
--- Ende Zitat ---
Ich würde auf den ersten Blick sagen, sie beziehen ihre Inspiration in Teilen aus ähnlichen oder identischen Quellen wie ich, was sie da zeigen wirkt auf mich aber eine ganze Spur mehr over the top als Star Reeves. Das kann aber auch an dem quietschebunten Trailer liegen. - Oder D&D an sich. :think:
Letztlich sagt der Trailer von denen auch nur bedingt etwas darüber aus, wie sie sich das konkrete Spiel vorstellen, während Star Reeves eine sehr klare Linie hat, was das "offizuielle" Setting für die SCs betrifft. Oft sieht man ja interessante Settings und dann bekomtm man gesagt: Ihr könnt damit spielen, was immer ihr wollt aka baut euch selber was. Auch das muss nicht schlecht sein, ich finde einen gewissen Fokus aber u.U. hilfreich dabei, sich im Setting zurechtzufinden.
--- Zitat von: Galatea am 27.02.2026 | 09:50 ---Mein Problem ist eher, dass die so ein wenig den Eindruck machen, als ob sie halt da sind, weil man das Trope "Quasi-Aliens" bei einem Science Fiction Rollenspiel erwartet.
--- Ende Zitat ---
Naja, ohne Nicht-Menschen gäbe es keine United Fed... ähm, keinen Terranischen Sternenbund und der ist ja schon ein ziemliches Kernelement des Settings. - Deshalb spreche ich von einem vielleicht zu starken Blick auf die funktionale Ebene. Genauso wären die Neuen Gtrenzwelten in meinen Augen auch weniger interessant ohne ein paar Einheimische, die zuerst da waren. - Ohne die jetzt in Ecke der indigenen Völker drängen zu wollen.
--- Zitat von: Galatea am 27.02.2026 | 09:50 ---Ich denke aber auch, dass man mit denen richtig coole Sachen machen kann, die das Setting bereichern. Wichtig sind dabei auch die kleinen Sachen, wie z.B. Schlafröhren für Schlangenspezies oder Warnschilder anderer Natur für Spezies, die farbenblind sind aber dafür Infrarot/UV/Ultraschall/o.ä. nutzen (die sehen ja keine "normalen" Signalfarben).
Auch so banale Dinge wie "wer darf was essen" können interessant werden, v.a. bei Hyperspezialisten wie Space-Koalas - ist schon blöd, wenn man auf der letzten Ration in irgendeinem Dorf ankommt und alles was es gibt sind unverdauliche Blätter, die dazu noch giftig sind.
--- Ende Zitat ---
Der Punkt ist halt, dass sie rein biologisch bewusst realtiv menschenählich gehalten sind. Andere Kulturen sind natürlich völlig erwartbar und das könnte man sicherlich auch mehr ausbauen. Hier scheint durch, dass ich mich in dem Punkt doch recht stark an dem Vorbild von Star Trek orrientiere, gleichzeitig aber versuche, eigenständig zu sein. Sicherlich ein gewisser Spagt. :-\
--- Zitat von: Skeeve am 27.02.2026 | 10:28 ---"verschiedene Alien-Spezies mit unterschiedlichsten Bedürfnissen" mein erster Gedanke dabei: https://en.wikipedia.org/wiki/Sector_General
Ich habe jetzt keine Ahnung ob das als Inspiration etwas taugt, aber wollte ich mal loswerden den Gedanken...
--- Ende Zitat ---
Das scheint mir tatsächlich stärker in die Richtiung zu gehen, die Galatea vorschwebt.
Doc-Byte:
--- Zitat von: Galatea am 27.02.2026 | 09:50 ---Weil, sind wir mal ehrlich, das Setting BRAUCHT sie jetzt nicht zwingend.
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In nicht mehr übermüdetem Zustand ist mir klar geworden, dass das Setting die Nicht-Menschen tatsächlich braucht. Zum einen steht der Sternenbund mit seinen diversen Spezies als Mitglieder für den positiven Aspekt der Verständigung im Setting und zum anderen können fremde Spezies wie die Krull als Antagonisten verwendet werden, ohne dass man die Menschheit in diverse Gruppen zersplittern muss, was wieder die Idee einer positiven Zukunft für die Menschheit als Ganzes untergraben würde.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Doc-Byte am 28.02.2026 | 17:12 ---In nicht mehr übermüdetem Zustand ist mir klar geworden, dass das Setting die Nicht-Menschen tatsächlich braucht. Zum einen steht der Sternenbund mit seinen diversen Spezies als Mitglieder für den positiven Aspekt der Verständigung im Setting und zum anderen können fremde Spezies wie die Krull als Antagonisten verwendet werden, ohne dass man die Menschheit in diverse Gruppen zersplittern muss, was wieder die Idee einer positiven Zukunft für die Menschheit als Ganzes untergraben würde.
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Finde ich gut so :d
Galatea:
--- Zitat von: Doc-Byte am 28.02.2026 | 17:12 ---In nicht mehr übermüdetem Zustand ist mir klar geworden, dass das Setting die Nicht-Menschen tatsächlich braucht. Zum einen steht der Sternenbund mit seinen diversen Spezies als Mitglieder für den positiven Aspekt der Verständigung im Setting und zum anderen können fremde Spezies wie die Krull als Antagonisten verwendet werden, ohne dass man die Menschheit in diverse Gruppen zersplittern muss, was wieder die Idee einer positiven Zukunft für die Menschheit als Ganzes untergraben würde.
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Dann sollten die aber wirklich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen, sowohl was Verhalten/Kultur angeht, als auch ihre Fähigkeiten.
Like, holy cow, du hast Spezies die können Infrarot sehen und sogar Ultraschall verwenden - das ist ein so krasser Wechsel in der Wahrnehmung, da kannst du die Spieler nicht einfach sich selbst überlassen. Die Spezies mit ihrer Wärmesicht können z.B. Gaslecks erkennen und "normale" Tarnung kann man gegen die vergessen, mit entsprechend trainierten Sinnen können die sogar Leute mit Fieber in einer Menge identifizieren (oder jemanden, der vor kurzem gerannt ist und dadurch auch eine höhere Körpertemperatur hat).
Die Spezies mit Ultraschall haben eine völlig andere Wahrnehmung was Oberflächenstrukturen angeht, können teilweise abschätzen welche Konsistenz Gegenstände haben (fest, weich, fluffig, oder ob eine Kiste leer/voll ist) und Farbtarnung kann man sich bei denen völlig sparen, dafür ist Ultraschall (zumindest wenn man sich ausschließlich darauf verlässt) beim feuern auf Ziele mit zunehmender Entfernung echt problematisch (weil Wahrnehmung begrenzt durch Schallgeschwindigkeit) und es ist ein AKTIVES Wahrnehmungssystem, d.h. es kann von anderen wahrgenommen/entdeckt werden - wenn man aktiv mit seinem Ultraschall rumpingt kann man sich das Anschleichen direkt sparen.
Was Spezies mit Elektrofeldwahrnehmung so in einem Raumschiff wahrnehmen ist noch schwieriger auszumalen ("der Raum fühlt sich heute komisch an, wir sollten mal die Energiekoppler checken"), die dürften aber u.a. in der Lage sein im Boden vergrabene Energiekabel zu finden, zumindest wenn sie ihre Sinne entsprechend trainieren.
Und auch in einer "positiven Gesellschaft" dürften so Sachen wie (unbewusste/unbeabsichtigte) Diskriminierung noch immer ein gewisses Thema sein und Auswirkungen haben. Wenn beispielsweise die Space-Koalas, weil sie so süß und knuffig sind von anderen Spezies unbeabsichtigt oft ein wenig wie Kinder behandelt werden und dadurch das Gefühl haben nicht so ganz ernst genommen zu werden, dann wird das bei vielen Vertretern dieser Spezies dazu führen, dass sie möglichst offiziell-autoritär oder martialisch auftreten (Business Suit oder mit Knochen/Stacheln/Patronen behängt), während andere diesen Eindruck absichtlich verstärken (und sich gezielt dumm stellen), um mit kleineren krummen Dingen durchzukommen.
Das führt sowohl innerhalb der Spezies als auch in der Interaktion mit Außenstehenden zu Reibung und eröffnet Möglichkeiten für interessante Interaktionen und Konflikte.
Doc-Byte:
--- Zitat von: Jiba am 22.02.2026 | 16:37 ---[...]
--- Ende Zitat ---
Ich hatte hier einen "langen" Text stehen, der Punkt für Punkt auf deinen Post geantwortet hat, aber nach mehrfachem drüber schlafen, habe ich mich entschieden, das "Quote Spiel" nicht noch mehr in die Länge zu ziehen. :)
Was ich aus deinem Post herauslese ist, dass wir zwei sehr unterschiedliche Perspektiven haben: Du schiehst das ganze Thema aus professioneller Sicht. Von diesem Standpunkt aus, kann ich deine starken Vorbehalte und Bedenken gegenüber die KI Technologie absolut verstehen und nachvollziehen.
Was du aber auch tust, ist, deine professionellen Maßstäbe auf Star Reeves zu übertragen, wobei du Ansprüche stellst, die nichtmal (alle) von Verlagen veröffentliche Rollenspiele (vollständig) erfüllen. Einerseits fühle ich mich geehert, dass du Star Reeves (bei entsprechender Weiterentwicklung) trotz aller Bedenken zutraust, ein deratiges Niveau erreichen zu können. Andererseits sehe ich Star Reeves derzeit immer noch als DIY Hobbyprojekt ohne nennenswertes Budget für "Zukäufe". Entsprechend ist das der Maßstab, an dem ich das derzetige Ergebnis von (mit Unterbrechungen) jetzt fast 15 Jahren Entwicklung (die letzten ca. 6, 7 davon sehr intensiv) messe.
Auch und gerade angesichts dieser langen Entwicklungszeit, will ich das Buch in absehbarer Zeit zu einem "Abschluss" bringen. Ich denke daher, dass es der derzeit sinnvollste Weg ist, die Überarbeitung auf Basis des Feedbacks zuende zu brigen und Star Reeves dann als 1. Edition zu veröffentlichen. (Was ich streng genommen schon mindestens 1x getan habe... ;D) Denn wenn ich weiterhin nur still vor mich hinwerkel und hin und wieder mal was im Forum poste, wird Star Reeves auch niemand spielen. Mit einer 1. Edition habe ich was Konkretes vorzuweisen, kann es präsentieren und vielleicht genug Menschen damit begeistern, dass sich eine 2. Edition auf einem wirklich "professionellen Level" (auch in Bezug auf das Artwork) nicht nur ideell, sondern auch finanziell lohnt bzw. zumindest kein "Subventionsprojekt" wird. Zumal es auch darum geht, den Kopf frei für andere / neue Projekte und Ideen zu bekommen (Die vielleicht irgendwann mal auch ein Nu Texas Quellenbuch sein könnten, wer weiß das jetzt schon? :think:).
Was nochmal das Thema mit dem "generischen KI Look" angeht, habe ich verstanden, worauf du hinaus willst. Ich muss allerdings sagen, dass weder dieser noch die von dir aufgeführten Gegenbeispiele meinen persönlichen Geschmack treffen, aber das war ja nicht der Punkt an der Sache. Ich verstehe, worauf du hinaus willst. :d
Einen Punkt wollte ich auch noch aufgreifen, fällt mir gerade ein: Du sprichts viel von "Kunst", auch in Bezug auf das Gesamtprodukt "Rollenspielbuch". Ich sehe das vielleicht auch etwas nüchterner, denn für mich ist ein Rollenspielbuch in erster Instanz ein Gebrauchsobjekt. Ein Spiel / eine Spielanleitung, ja fast schon ein Handbuch. Natürlich gibt es künstlerische Teilaspekte bei so einem Buch, aber in meinen Augen ist das eher ein Nebeneffekt und die primäre Intention eines Rollenspiebuchs ist nicht, ein "Kunstwerk" zu schaffen, sondern zunächst einmal ein funktionales Spiel. Im Zweifel muss da ein Autor also eher ein guter Didaktiker sein und erst danach ein Künstler". - Ich glaube, auch hier führt unsere unterschiedliche Perspektive zu "kommunikativen Schwierigkeiten".
Was deine inhaltliche Kritik angeht, sehe ich die völlig losgelöst von der grundsätzlichen KI Thematik. Das ist dann auch Kritik, mit der ich arbeiten kann. Auf Teile davon bin ich ja vorab schon eingegenen, andere muss ich gedanklich noch verarbeiten, um sie ggf. später aufzugreifen. Auf jeden Fall bedanke ich mich für das konstruktive Feedback und verstehe jetzt, dass dein Tonfall nicht persönlich gemeint ist, sondern sich aus "gewissen Thematiken" und persönlichen Perspektiven ergeben hat.
Können wir uns auf dieses Fazit verständigen? :)
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