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"Ecken und Kanten" in Videospielen / RDR2
First Orko:
*hihi*
Ich stelle mir gerade vor, dass man bei GTA die Verkehrsregeln einhalten muss, sonst macht man (ganz realistisch!) die Cops auf sich aufmerksam - und die gucken dann auch mal (ganz realistisch!) in den Kofferraum - wo natürlich (realistischerweise) die Waffen lagern...
Die Folge: Spieler streiten sich in der nächsten GTA-Version um Parkplätze, vergessen wo ihr Auto steht, hupen ander an, wenn sie nicht einparken dürfen... herrlich!
~;D
(DAS wäre doch mal ein Aprilscherz - geltende Verkehrsregeln bei GTA!)
LushWoods:
--- Zitat von: YY am 14.11.2018 | 00:11 ---Erwähnt sei hier erst einmal, dass ich es nicht aus persönlichem Erleben kenne, aber das Phänomen zu erkennen und zu beschreiben traue ich mir dennoch zu.
--- Ende Zitat ---
Ich brech grad so ab ... ;D
YY:
--- Zitat von: Jiba am 14.11.2018 | 08:26 ---Kennst du eigentlich Mark Browns exzellenten Vlog Game Maker‘s Toolkit?
--- Ende Zitat ---
Jetzt schon - danke ;)
--- Zitat von: JS am 14.11.2018 | 08:41 ---Mir fiel auch schon vor langem auf, wie skurril selektiv viele Rezis und Bewertungen zu Computerspielen sind, gerade die Rezis in den großen Gazetten und Portalen. Wenn ich mir vor dem Kauf daher ein breiteres Bild erschließen möchte, muß ich schon auf mehrere Rezis, Youtube, Foren und Kommentare zugreifen.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist ja gerade im Filmbereich nichts anderes.
Im Grunde bringt mir eine Rezension erst was, wenn ich den Rezensenten bzw. dessen Geschmack schon kenne oder er mir ausufernd erklärt, was er warum gut oder schlecht findet.
Da sind mir die Jungs vom Gamespodcast auch ganz sympathisch, weil die immer so schön über 100er- oder 10er-Wertung nach Checkliste lästern - teils als gebrannte Kinder durch frühere Tätigkeit bei Gamestar & Co.
--- Zitat von: Menthir am 14.11.2018 | 09:15 ---RDR2 hat frappierende, spielerische bzw. spielmechanische Macken?
Was sind die denn im Detail? Ich spiele es zur Zeit, habe aber noch nicht eine Rezension dazu gelesen.
Ich habe allerdings auch nie das Gefühl gehabt, dass GTA und der Open-World-Ansatz sich gebissen haben. ;)
--- Ende Zitat ---
Aus dem Gedächtnis:
Die erwähnte begrenzte Schnellreise (was diesmal wirklich Absicht war, aber trotzdem keine gute Entscheidung ist),
die erwähnte begrenzte Pfiffreichweite fürs Pferd (hat der Vorgänger besser gemacht...),
das völlig hirnrissige Bounty-System (das eher ein Geldstrafen-System ist),
die wirre Bewertung von Straftatbeständen und "allwissende" Sheriffs/Deputies,
"schlauchige" Missionen, wo man kein Jota vom Weg abweichen kann und oft noch nicht mal gesagt bekommt, was alles zum Scheitern der Mission führt (das beißt sich mMn mit dem Open-World-Ansatz und genau dieses Problem hatten alle GTA-Teile auch),
Spawnen von neuen Gegnern in kürzester Entfernung (auch so ein Klassiker aus der GTA-Reihe)
das hakelige, nicht speicherbare Inventar beim Thema Waffen am Pferd,
Steuerung und NSC-Verhalten (wenn man es nicht schafft, unfall- und konfliktfrei durch St. Denis zu kommen, weil einem diese beiden Faktoren dermaßen Steine in den Weg legen, dann stimmt was nicht),
ludonarrative Dissonanz durch enorme Bargeldsummen ab dem mittleren Spiel, die aber keinen Einfluss auf die plotmäßig postulierte Armut haben,
zig kleine Mechaniken, die nur deswegen nicht enorm nerven, weil man sie selten "bedienen" muss - Essen, Schlafen, Rasieren, wetterangepasste Kleidung tragen, Waffenreinigen, Pferd pflegen (mit wie vielen verschiedenen Aktionen?)...mit teils absurden Auswirkungen, wenn man sich nicht drum kümmert,
und die ganzen kleinen Sachen, wo man dann doch bewusst auf "Realismus" pfeift oder offensichtlich mal so gar nicht nachgedacht hat, was man da gerade tut. Der Wiederbelebungstrank fürs Pferd als Beispiel für ersteres und als Beispiel für zweiteres die Tatsache, dass man sich zwar in Nullzeit umziehen kann, aber nicht auf dem Pferd, wenn dieses gerade zu schnell ist (Wtf? ;D) - oder das alte Thema Looten, wo man von einem Gegner drei Schuss und einen Vierteldollar einsammeln kann ::)
Ganz vieles davon hätte man wesentlich besser machen können, wenn es eine große Liste an Optionen gäbe, was man in welcher Form im Spiel haben will - bis an den Punkt, wo zwei Spieler gefühlt völlig unterschiedliche Spiele spielen.
So ist RDR2 ein unsortierter Haufen Kram, mit dem man seinen Spaß haben kann, der aber selbst nicht so recht weiß, wo er hin will:
Tolles Spielzeug, schlechtes Spiel.
Nebenbei fand ich diesen und die beiden verlinkten "Briefe" lesenswerte Stimmen zu RDR2.
Ich hoffe zumindest, dass in 1-2 Jahren die "öffentliche" Rezeption von RDR2 ein bisschen von den überbordenden Lobhudeleien weg kommt.
Es ist nämlich ein Spiel, das eine einzige Sache richtig gut macht und ganz viele andere erstaunlich schlecht. Wenn da der Titel "game of the generation" drangeklebt wird, setzt das für das eine oder andere Studio, das sich an einem ähnlichen Spiel versucht, nicht so wirklich die richtigen Anreize.
Andererseits ist dieser Titel auch wieder nur die logische Konsequenz aus dem aktuellen Stand der AAA-Open-World-Spiele. RDR2 ist wohl wirklich zumindest der Einäugige unter den Blinden.
--- Zitat von: LushWoods am 14.11.2018 | 10:44 ---Ich brech grad so ab ... ;D
--- Ende Zitat ---
Warum?
Mit "nicht aus persönlichem Erleben kennen" war RDR2 gemeint.
Mir selbst unfundierte Scheiße einreden kann ich natürlich ;D
--- Zitat von: KhornedBeef am 14.11.2018 | 09:00 ---Da muss man ja auch unterscheiden zwischen Güte zum Zocken jetzt (GzZj) und historischem Wert. Wenn etwas zu seiner Zeit ein großer Sprung in bestimmten Punkten ist, dann wird darüber halt geredet.
--- Ende Zitat ---
Das sind verwandte Themen, über die ich gerne nachdenke, aber über die sich über eine Nennung von zig Beispielen hinaus eher schlecht diskutieren lässt.
Also die Fragen, wie gut oder schlecht Spiele altern (und warum) und was der "historische Wert" in Sachen Spieldesign mit der Qualität und dem Unterhaltungsfaktor des konkreten Spiels zu tun hat.
Feuersänger:
Okay, ich weiß jetzt schon, dass RDR2 nichts für mich wäre. ^^
Allgemein gesagt, mich nervt es wenn Computerspiele sich selbst künstlich in die Länge ziehen. Zum Beispiel durch sinnlose Lauferei, die quasi nur den Stundencount nach oben treiben soll und keinen spielerischen Mehrwert bietet. Ebenso hasse ich künstliche Schwierigkeit, wie etwa durch hakelige Steuerung.
Ferner finde ich es behämmert, wenn die Spielengine willkürlich eigentlich triviale Dinge unmöglich macht - so wie in all diesen 3D-Titeln, in denen der Held zwar meinetwegen einen Drachen erschlagen, durch die Zeit reisen oder massenweise NSCs hypnotisieren kann, aber ein 1 Meter hoher Lattenzaun ein unüberwindliches Hindernis darstellt. So wie es mich schon seit den 90ern in Grafikadventures gestört hat, wenn man für ein Puzzle bspw einen langen Stock benötigt hat, aber es musste genau der eine lange Stock mit Itemnummer #40c8df sein, und ein ebenfalls im Inventar befindlicher Besen ging nicht.
Letztens habe ich ja Pathfinder Kingmaker angespielt, und jetzt warte ich erstmal bis es fertig gepatcht ist. Aber schon im 1. Kapitel haben mich einige Dinge gestört. Etwa die meines Erachtens völlig willkürliche Zuweisung von Alignment-Dialogoptionen. Bist du Lawful Good, darfst du zwischen zwei zerstrittenen Eingeborenenstämmen keinen Frieden stiften, weil du die dazu nötige Dialogoption nicht auswählen kannst -- du musst mindestens eine Seite auslöschen. Genozid ist für Lawful Good also kein Problem. Aber verschluckst du eine Libelle, ist das Chaotic Evil.
srsly, wtf?
Noir:
--- Zitat ---Zum Beispiel durch sinnlose Lauferei, die quasi nur den Stundencount nach oben treiben soll und keinen spielerischen Mehrwert bietet
--- Ende Zitat ---
Das ist bei RDR2 schlicht nicht der Fall. Zwar muss man manchmal schon lange Strecken überwinden (die man aber durch den Zug oder mit der Postkutsche abkürzen kann - letzteres ist übrigens tatsächlich eine Schnellreise von Ort zu Ort), nie ist dieser Weg aber nur stumpfes in die Länge ziehen. Man findet ständig irgendwelche NSCs, die um Hilfe bitten. Sidequests ohne Ende. Banditenüberfälle. Sehenswürdigkeiten. Ich hatte bisher nicht eine einzige Reise, bei der ich nichts spielrelevantes gefunden habe. Und nichts davon ist Pflicht. Man kann einfach an dem Mann vorbeireiten, der gerade von einer Klapperschlange gebissen wurde. Oder man hilft ihm. Diesen trifft man dann in einer Stadt wieder und als Dankeschön kauft er dir was beim Waffenhändler. Oder die Banditen, die urplötzlich eine Kutsche aus dem Dickicht auf den Weg steuern und dich so aufhalten und dann angreifen. Oder die Frau, die von ihrem toten Pferd eingeklemmt wurde ... oder die Postkutsche, die gerade überfallen wird ... oder oder oder oder oder ...
Die Welt lebt in RDR2 lebt halt tatsächlich. Es passieren Dinge, während du von A nach B reitest.
Die Macher haben genau den richtigen Grad an Realismus gefunden. Zum Beispiel:
Ja ... man muss ein erlegtes Tier immer wieder mit Animation häuten, aufheben und auf das Pferd legen. Nein ... man muss es aber nicht erst noch extra festzurren. Das macht das Spiel automatisch. Ja, man muss jeden einzelnen Körper plündern (inkl. Animation), wenn man die Habseligkeiten seiner Feinde einstreichen möchte. Nein, man muss das aber nicht für jede Patrone tun (die werden einfach eingesammelt).
Man kann RDR 2 sicherlich Dinge vorwerfen ... aber ich glaube, dass RDR 2 so nah an ein "perfektes Spiel seiner Art" herangekommen ist, wie bisher kein anderes.
--- Zitat ---die wirre Bewertung von Straftatbeständen und "allwissende" Sheriffs/Deputies
--- Ende Zitat ---
Stimmt auch nur so halb. Es gibt ein Ehresystem und je nachdem, wie du dich verhälst, reagieren die Menschen auf dich. Ich hab ein fettes 300 Dollar Kopfgeld in der einen Provinz ... in der nächsten finden mich die Leute trotzdem noch super, weil mein Ehrelevel recht hoch ist. In der nächsten Stadt werde ich bereits beim betreten von den Passanten gebeten, keinen Ärger zu machen. Und eine Stadt weiter, werd ich direkt von Kopfgeldjägern einkassiert.
--- Zitat ---die erwähnte begrenzte Pfiffreichweite fürs Pferd (hat der Vorgänger besser gemacht...)
--- Ende Zitat ---
Das kommt so selten vor ... hatte ich bisher exakt 2 mal. Und je nachdem wie tief die Verbundenheit mit deinem Pferd ist, desto größer ist die Reichweite. Und die Verbundenheit steigt recht schnell.
--- Zitat ---"schlauchige" Missionen, wo man kein Jota vom Weg abweichen kann und oft noch nicht mal gesagt bekommt, was alles zum Scheitern der Mission führt (das beißt sich mMn mit dem Open-World-Ansatz und genau dieses Problem hatten alle GTA-Teile auch),
--- Ende Zitat ---
Stimmt halt auch nur teilweise. Ich hab gestern eine Mission in 2 verschiedenen Art und Weisen beendet. Einmal schleichend. Und einmal als Terminator. Einen gewissen Schlauchfaktor haben die Missionen natürlich. Aber man hat schon einige Auswahlen.
--- Zitat ---das hakelige, nicht speicherbare Inventar beim Thema Waffen am Pferd,
--- Ende Zitat ---
Ziemlich übertrieben. Man muss mit den Schultertasten durch das Inventar "scrollen" ... hakelig ist daran nichts. Und bisher ging es da auch immer um wenige Augenblicke, die das heraussuchen das richtigen Items dauert.
Wie gesagt ... RDR 2 hat mit Sicherheit seine kritikwürdigen Punkte ... aber man muss halt nun wirklich nicht alles auf die Goldwaage legen.
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