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Alltagstätigkeiten mit Proben - Sinn?
Scimi:
Wenn etwas gewürfelt wird, dann wird es dadurch ins Scheinwerferlicht gerückt. Dann erwarte ich, dass das auch irgendeine Relevanz für die Story hat. Das muss nicht unbedingt eine regelmechanische oder taktische Auswirkung sein, aber es sollte zumindest thematisch noch einmal irgendwie aufgegriffen werden. Wenn ein Buch oder ein Film ein besonderes Detail hervorheben, würde ich ja auch erwarten, dass das nochmal irgendwie eine Rolle spielt.
Aber ich lasse auch oft genug Proben würfeln, einfach um zu sehen, welchen Weg eine Situation nimmt, die so oder so verlaufen könnte, ohne dass das mehr als kosmetische Auswirkungen auf den Szenarioablauf hat. Es kann halt eine ganz andere Geschichte sein, wenn das Dorf die Gruppe freundlich aufnimmt anstatt sie misstrauisch zu beäugen, auch wenn das für die Tavernenpreise, den Ghulangriff in der kommenden Nacht und die Katakomben unter dem alten Turm überhaupt keine Auswirkungen hat…
Derjayger:
Besonders viel Spaß macht es mir, wenn ich nur für meinen Char würfle, ohne es den anderen mitzuteilen, dann störe ich auch niemanden mit langen Regelsuchen oder mit "habe ich jetzt 19 oder 20 Pfeile hergestellt?".* Die Konsequenzen kann ich ja auch als nicht-SL umsetzen, z.B. ein bisschen** Geld wegstreichen/hinzufügen oder einen kleinen Twist in die Erzählung bringen (wenn dass Tische beim Fest gelobt werden oder zusammenkrachen).
Dieses Kleinklein gibt mir den Immersions-/Simulations-/Miniaturwelt-Beobachtungs-Kick, der zu meinen Hauptinspirationen zählt, warum ich überhaupt mit Rollenspielen angefangen habe.
* Ein Grund, warum ich so viel mit GURPS anfangen kann :d
** Damit hatte noch kein SL ein Problem. Wir haben aber auch ein bisschen Player-Empowerment abgesprochen. Man sollte es halt nicht über Bauerngaming-Niveau tun, dann ist es safe. Guter Test: Kannst du ein Brettspiel im Mehrspieler-Modus auch solo spielen, ohne es total seltsam zu finden? (z.B. Agricola - je nach Starthand ist eine "KI" dann halt der Bäcker, einer der Schweinezüchter, usw) Wenn ja, dann ist das ein gutes Zeichen für die nötige Fairness/Distanz.
(Ziemlich nerdig, wenn ich das so lese ::) Ach ist das schön)
nobody@home:
--- Zitat von: Derjayger am 9.02.2019 | 13:55 ---Guter Test: Kannst du ein Brettspiel im Mehrspieler-Modus auch solo spielen, ohne es total seltsam zu finden?
--- Ende Zitat ---
Hmmm...ja, kann ich, vorausgesetzt, es gibt ein Zufallselement, das die Sache nicht allzu vorhersagbar macht. Schach gegen mich selbst ist beispielsweise nicht so der Renner. ;)
Ifram:
Dabei verliere ich immer. Ich spiele leider zu gut für mich.
Pyromancer:
--- Zitat von: Ifram am 9.02.2019 | 12:45 ---Sollte es für den weiteren Geschichten-Verlauf irrelevant sein, ob man an einem wackeligen Tisch gesessen hat, kann man sich die Würfelei auch sparen.
--- Ende Zitat ---
Woher willst du das den vorher wissen, was hinterher noch für die "Geschichte" relevant wird? Wenn du einen Roman schreibst, dann kann da hinterher noch ein Lektor drübergehen und anmerken, dass der wackelige Tisch nichts beiträgt und gestrichen werden kann. Das kann der aber nur machen, weil er den ganzen Roman vorliegen hat. Das ist bei normalem Rollenspiel aber nicht so.
Die Tatsache, dass der Tisch wackelt (oder eben nicht) ist erst einmal nur ein weiteres Detail, eine Ausgestaltung der Szene, die dabei helfen kann, dass bei den Spielern ein Bild im Kopf entsteht - wie z.B. die Beschreibung von NSCs auch.
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