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Alltagstätigkeiten mit Proben - Sinn?
Pyromancer:
--- Zitat von: Ifram am 9.02.2019 | 16:40 ---@Pyromancer
Als SL weiß ich ein paar Dinge mehr. Ob etwas wichtig wird, gehört meistens dazu, ob es unwichtig bleiben muss nicht.
--- Ende Zitat ---
Ja klar. Als SL kannst du forcieren, dass bestimmte Dinge wichtig werden (das kann der Spieler übrigens auch). Und trotzdem besteht das Spiel meiner Erfahrung nach nicht nur aus Dingen, von denen die SL sicher weiß, dass sie später wichtig werden. Da wird z.B. die Haarfarbe des NSCs erwähnt - relevant für die "Geschichte"?
--- Zitat --- Also einfach andersrum denken, dann verstehst du und kannst dir die überhebliche Erklärung vom Prinzip Rollenspiel nächstes Mal sparen.
--- Ende Zitat ---
Danke.
Maischen:
Ich habe das überhaupt nicht als überheblich empfunden, was Pyromancer geschrieben hat. Das ist halt ein Spielstil, den einige nicht pflegen, einige nicht kennen, und einige ggf. nicht wollen. Eine Möglichkeit für interessante Entwicklungen ist das allemal.
Boba Fett:
Wenn der Busfahrer mit einer Fertigkeitschance von 80% unfallfrei ankommen würde, würde niemand mitfahren...
(das ist natürlich überspitzt dargestellt)
Generell würfeln wir bei uns nur, wenn die Resultate irgend eine Situation beeinflussen.
Wenn jemand ein Möbelstück baut, genug Holz vor der Hütte hat und genug Zeit hat und das ganze ansonsten für das, was die meisten als „Plot“ verstehen, irrelevant ist, warum sollte man da einen Würfelwurf und ggf. Regelkonsultation verschwenden?
„Was machst Du da?“
„Ich pinkel meinen Namen in den Schnee!“
„Würfel mal auf ‚Lesen und Schreiben‘!“
...
Wir würfeln solche Dinge höchstens, wenn sie keine Routine darstellen.
Das heisst bei uns, es wird gewürfelt:
- wenn der Spieler das unbedingt möchte,
- wenn erschwerende Bedingungen die Situation ungewöhnlich gestalten,
- wenn das Resultat in irgendeiner Form die weitere Entwicklung der erspielten Story beeinflußt.
Und bei uns bedeutet nicht jeder mißlungene Wurf ein völliges Scheitern der Probe.
Dementsprechend würfeln wir nicht bei jeder Rast auf Kochen oder Jagen (oder sowas).
(eigentlich spielen wir auch nicht mal jede Rast aus, da wird das belanglose abgekürzt)
Auch der Tischler, der ein Möbelstück fertigt, würfelt nicht unbedingt - und wenn dann kann es sein, dass das Resultat nur anzeigt, wie gut er sein Werkstück hinbekommt und nicht, ob er es überhaupt hinbekommt oder nur Holzverschnitt fertigt.
Wenn ein Barde abends in der Kneipe aufspielt, kann er würfeln, wenn er möchte. Wenn er dem König oder irgendeinem Musikkenner vorspielt, sieht das anders aus. Oder wenn er verletzt ist und sein Spiel die Kost und Logis der mittellosen Gruppe sichern soll.
Dementsprechend werden die meisten Alltagsfertigkeiten, falls sie überhaupt in den von uns gespielten Systemen existieren, eher ignoriert. Man schreibt sich nach Klärumg mit dem Spielleiter halt „kann kochen“ auf und im Notfall wird eben ein Würfelwurf gehandwedelt...
Und mal ganz ehrlich: sollte ein Spieler in die Vita seines Charakters „war vor dem Einstieg ins Abenteuerleben der persönliche Leibkoch vom Kaiser Berengar III.“ schreiben, dann ist das doch eher eine Bereicherung, an die man viele Abenteuersituationen anknüpfen kann. Sowas sollte man doch eher belohnen und nicht durch „das musst Du jetzt aber auch mit Fertigkeiten nachbauen. ich will mindestens 75% der Xp in Kochkünste investiert sehen!“ bestrafen.
Und ja - auch das war wieder überspitzt...
Tegres:
Ich lasse als SL würfeln, wenn nicht selbstverständlich ist, dass etwas geschafft (oder auch nicht geschafft) werden kann. Das können gegebenenfalls auch Alltagstätigkeiten kein, wenn diese nämlich unter Zeitdruck oder anderen erschwerenden Bedingungen durchgeführt werden müssen.
Wenn jemand "Nähen" als Fertigkeit hat und während einer Rast seinen Mantel flicken will; nur zu, das klappt. Wenn jemand mit der gleichen Tätigkeit einer Wunde verschließen möchte, um jemanden vor dem Verbluten zu wahren; da hätte ich dann gerne eine erfolgreiche Probe.
Quaint:
Wo ich Proben für Alltagstätigkeiten teilweise auch sehr sinnvoll finde, ist, wenn längere Zeiträume abgedeckt werden und es auch mehr um Effizienz geht als um geschafft-nicht geschafft. Gerade bei so Downtime-Angelegenheiten.
Also meinetwegen weiß man, man hat jetzt 2 Wochen Zeit, und einer aus der Gruppe hilft solange in der Taverne aus, und hofft vielleicht genug Geld für einen Heiltrank zu verdienen. Da kann es dann schon viel Sinn machen, mal Charisma oder sowas zu würfeln, wie gut das Trinkgeld so ausfällt.
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