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[Age of the rising Sun] Überlegungen zu einem Solarpunk-Setting
Waldviech:
Also ich denk ja auch, dass eine Art "Bedingungsloses Grundeinkommen" in dem Setting hervorragend ins Bild passt - im Übrigen auch bei den eher totalitär organisierten Staaten. Für die hätte ich im Übrigen eine Eins-A Hörspielempfehlung:
Die Reihe "Jonas - der letzte Detektiv". Ganz eigentlich ist das so eine Art "Proto-Cyberpunk" und eher auf der ziemlich dystopischen Seite der SF (allerdings mit dem für den Hörspielmacher Michael Koser so typischen schrägen Humor). Solche Elemente wie die "Volksrente", staatliche Wohnraumzuteilung gestaffelt nach Nützlichkeit und Status des Individuums, und, ganz großartig, einer "Kartellpolizei", die Konzernkriege anzetteln, wenn Megacons zu groß werden, passen meines Erachtens total super in die Judge-Dredd-Ecke.
Und zu Kardinals politischen Ausführungen: Klingt allesamt großartig und der "Neue Kalte Krieg" ist cool! Wobei derselbige diesmal sehr wahrscheinlich ohne nukleares Damoklesschwert der jederzeit möglichen Selbstauslöschung ablaufen wird.
Was die Vorläuferkultur und übernatürliche Kräfte angeht: Wäre schon sehr cool, sowas zu haben, da das gerade für den Pulpanteil des Ganzen tierisch passend ist. Und das muss dem bisherigen, eher an der Hard-Sci-Fi orientierten Ansatz nicht Mal widersprechen!
Was die "übernatürlichen Kräfte" angeht, finde ich beispielsweise diesen Ansatz hier ziemlich cool:
https://youtu.be/2sw1WLXkQQk
Wer von einem Siegel "geupgraded" wurde, der kann nicht unbedingt die Zeit anhalten oder zaubern, aber seine Wahrnehmung verschiebt sich ins vermeintlich Übernatürliche. Ein solcherart "übernatürlich Begabter" kann instinktiv Entfernungen auf den Milimeter genau schätzen, nimmt beiläufig Kleinigkeiten wahr, die andere Menschen niemals sehen würden, hat eine Reaktionszeit die erheblich schneller ist als die eines normalen Menschen, etc.pp.
Das Ergebnis wäre, dass "Übernatürliche" so ein bisschen rüberkommen würden, wie eine Mischung aus Sherlock Holmes und Neo aus Matrix. Sie könnten tatsächlich verschiedene Tabaksorten an der Grauschatierung von Aschepartikeln unterscheiden oder Kugeln ausweichen, weil sie vorher in Sekundenbruchteilen unterbewusst deren Flugbahn vorausberechnet haben.
Der Witz an der Sache: keine diese Fähigkeiten bricht irgendwelche Naturgesetze. Die Menschheit hat sogar schon Cyborgs mit ähnlichen Fähigkeiten erschaffen können. Nur ist es technisch Recht aufwendig, derartig begabte Cyborgs zu basteln - und wie es angehen kann, dass unmodifizierte Personen diese Kräfte entwickeln, nur weil sie einen 56 Millionen Jahre alten Blechstöpsel angefasst haben, stellt Wissenschaftler nach wie vor vor ein Rätsel.
Was die Silurkultur selbst angeht: die Menschen rätseln natürlich fieberhaft darüber, wohin diese fremde Vorgängerrasee verschwunden sein könnte und warum sie so spurlos verschwunden ist. Witzig wäre hier: die sind eigentlich überhaupt nicht verschwunden. Es sind sogenannte "Sleeping Giants"! Näher ausgeführt wird diese Idee hier:
https://youtu.be/v9sh9NpL4i8
Die Wesen der Silurkultur waren irgendwann so hoch entwickelt, dass sie ihre gesamte Art in eine Art "Matrix" gepackt haben. Sie existieren nach wie vor - aber in Form virtueller Energiewesen, die in Refugien Nähe des Erdkerns träumen und planen. Diese Refugien sind so tief, dass ihnen auch schlimmere, kosmische Katastrophen nichts können und die Hitze des Kerns wird sie fast bis zum Sankt-Nimmerleinstag mit mehr Energie versorgen, als sie je brauchen würden. Sie befinden sich dort unten in einer Art halbwachem "Schlummermodus" und warten ab, bis das Universum ihnen in einer seeeeeeeehr viel späteren Entwicklungsphase bessere Lebensbedingungen für ihre aus menschlicher Sicht bizarren Ansprüche bieten wird.
Im Laufe ihrer langen Entwicklung hatten sie einst ähnliche Fehler gemacht, wie die Menschheit und entwickelten daher die Philosophie, so wenig Einfluss auf das natürliche Ökosystem der Erde zu nehmen, wie möglich. Als sie weit genug entwickelt waren, ihre Refugien nahe des Kerns zu beziehen, dekonstruierten sie ihre Städte an der Erdoberfläche vollständig. Sie wurden nicht mehr benötigt und die Wesen wollten die Erde wieder sich selbst überlassen.
Im Übrigen waren sie Verwandte der heutigen Vögel. Ihre Art hatte sich aus krähenartigen Tieren entwickelt, kurz nachdem der Yucatan-Asteroid die Dinosaurier ausgelöscht hatte. Im verbrannten Ödland kurz nach der kosmischen Katastrophe waren Intelligenz und die Fähigkeit zur planvollen Ressourcennutzung plötzlich ein gewaltiger Selektionsvorteil. Aus Krähenvögeln, die in komplexen sozialen Strukturen zusammenlebten würden so im Laufe weniger Millionen Jahre vernunftbegabte Wesen von hoher Intelligenz. In Vorbildern gesprochen würden sie so etwas wie eine Mischung aus den Chozo aus Metroid und den Aliens aus "The Dig". (Dabei wäre anzumerken, dass sie sich während der frühen Phasen ihrer technischen Zivilisation zwischenzeitlich aber eher wie die Skekse aus Dark Crystal benommen haben)
Je nachdem, mit welchen Teilen dieser uralten Zivilisation Menschen in Kontakt kommen, kann ihre Rolle von "Cthulhu mit Federn" bis hin zu "Weise Mentoren aus einer älteren Rasse" reichen. In ihrem momentanen Zustand nehmen die Wesen der Silurkultur die Menschheit zwar vage zur Kenntnis und sind milde an ihr interessiert, aber konkrete Aktionen planen sie nicht - so lange die Menschheit nicht ihren Schlaf stört. Grob gibt gesagt gibt es drei verschiedene Meinungen zum Homo Sapiens:
- Menschen sind egal.
- Menschen sind wie wir früher. Sie können eine Gefahr werden!
- Menschen sind wie wir früher. Sie sind unsere jüngeren Geschwister und werden einst mit uns schlummern und darauf warten, dass das Universum anders wird.
Waldviech:
Kleiner Nachschlag: der Terminus mit der Silurkultur ist natürlich aus Dr.Who und passt hier als Benamsung nicht so wirklich optimal, da das angepeilte Erdzeitalter für die Vorgängerrasse bei uns nicht das Silur ist. Es wäre, das Waldviech hat es gerade gegoogelt, das Thanetium. Und "Die Thanetier" hat doch auch einen hübschen Klang für eine mysteriöse, vormenschliche Zivilisation.
Und um die ursprüngliche Idee mit "der Zivilisation, der es nicht gelang, ihren Klimawandel zu überleben" einzubauen: das mit den Schlafenden Giganten am Erdkern weiß ingame natürlich keine Sau.
Es ist Paläontologen gerade einmal seit sehr kurzer Zeit bekannt, dass es die Thanetier gegeben haben muss. Das diese Wesen den Klimawandel vor 56 Millionen Jahren nicht überlebt haben, ist für sie erst einmal die schlüssigste Annahme. Vielleicht würde ich sogar so weit gehen, zu setzen, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht einmal weiß, wie die Thanetier aussahen und was genau sie gewesen sein könnten, da man eben nur die Siegel, aber noch nie das Fossil eines Thanetiers gefunden hat.
Kardinal:
Fixe Zustimmung: Thanetier ist nicht nur korrekt, sondern klingt auch besser (vor allem weil ich dabei irgendwie an Tibeter und damit an Shamballa/Shangri-La erinnert werde :D ) - vor allem aber Zustimmung zu der offenen Frage nach Gestalt und Aussehen der Thanetier, die für die Wissenschaft des 23. Jh. idealerweise immer noch nicht viel mehr sein sollten als eine "Fringe" Theorie, die gerade im Begriff ist, so langsam anerkannt zu werden (ein wenig wie Wegeners Plattentektonik in den 1950ern - noch ein 50er Bezug, yay! ;) )
Waldviech:
50er-Bezüge sind immer gut! Oder meistens. Wobei ich das ja eher als Spätsechziger-Bezug sehen würde - so von wegen Däniken und Paläoastronautik. Aber das käme mehr oder weniger aufs selbe raus. ~;D
Kardinal:
"Wo sind die Thanetier?"
Diversen obskuren Indizien folgend haben einige wenige Wissenschaftler die Hyperborea-Hypothese so erweitert, dass sie nun davon ausgehen, eine Hochzivilisation wäre ca. 56Mya entweder untergegangen, hätte den Planeten verlassen oder sich gar in eine Art subterrane Bunkerexistenz in ewigen VR-Träumen zurückgezogen.
Close - but no cigar.
In Wahrheit haben die Thanetier tatsächlich den globalen Klimakollaps ihrer Epoche auf zwei Arten konfrontiert: Die eine Fraktion baute unzählige kleine autarke Refugien auf dem klimatisch milden Südkontinent (Antarktika), jede mit ganzen Bibliotheken von "Omninstrumenten", die selbst in einer auf primitves Niveau gesunkenen post-apokalyptischen Welt einen raschen Wiederaufbau ermöglichen würden - sei es durch physische Unterstützung krankhaft degenerierter Körper, sei es durch Steigerung kognitiver Fähigkeiten, sei es durch simplen Schutz vor Umwelteinflüssen und physischer Gewalt. Die andere aber vergrub sich wirklich in tiefster Tiefe in einem gewaltigen undurchdringlichen Bunkerkomplex, wo sie ihre Körper konservierten und ihre Geister in eine unsterbliche, gottgleiche Existenz in riesigen VR-Reichen überführten - nur eben nicht in der Tiefe des kollabierenden Planeten, den die andere Fraktion schon für sich beanspruchte. Sie fanden einen weit besseren Ort...
https://www.sciencedaily.com/releases/2019/06/190610100620.htm
https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/astronomie/massenanomalie-auf-dem-mond-koennte-asteroidenkern-aus-metall-sein-13373037
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