Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Holycleric sucht wieder/immer noch "sein" System
Der Nârr:
HârnMaster klingt schon ziemlich nach dem, was du suchst.
Was dein Problem mit dem ausgewürfelten Beruf angeht: Du musst auf die Tabellen ja gar nicht würfeln, du darfst dir auch ausdrücklich einen Beruf aussuchen. Man würfelt oder wählt zunächst den Beruf der Eltern und dann den eigenen. Das lässt sich also schon machen, wenn man bereits bei Start der Generierung ein Bild im Kopf hat, was man spielen möchte. Nur bei den Attributen kann man natürlich noch Pech haben. Alternativ wendet man die Regeln zum Character Design an.
Wenn du mit HârnMaster dennoch nicht gut klar kommst, kannst du Hârn ja auch einfach mit BRP bespielen, falls dir das besser zusagt. Wenn du nur Glorantha ablehnst, spricht eigentlich sowieso nichts gegen BRP, da BRP ja ein Universal-Regelwerk ist das sogar für andere Genres funktioniert. Aufgrund des modularen Baukasten-Systems kannst du das System auch recht einfach an deine Wünsche anpassen, etwa mit mehr Detailgrad bei den Wunden.
Alternativ gibt es ja noch etliche BRP-Derivate wie Mythras, Clockwork & Chivalry etc.
Bildpunkt:
Wie wäre es mit den Dark Ages Basic Rules?
Also Vampire the Dark Ages ohne Vampire;
https://www.drivethrurpg.com/product/89815/Dark-Ages-Basic-Rules?cPath=1_13
Leonidas:
Regelseitig kannst Du alles, was Du suchst, mit Mythras abbilden. Ein Setting liefert das Grundregelwerk nicht mit, insofern wäre Dein BRP-Ausschlusskriterium, nämlich Glorantha, kein Hinderungsgrund.
Tegres:
--- Zitat von: Holycleric5 am 12.10.2019 | 22:28 ---Welche Systeme fallen definitiv raus?
- BRP: Ich werde einfach nicht mit der Welt Glorantha und den Kulten warm
--- Ende Zitat ---
Damit fällt aber nur Runequest, nicht die gesamte BRP-Familie raus. Ich würde mich für BRP in der Inkarnation von Cthulhu 7 stark machen. Den Cthulhu-Anteil kann man dabei problemlos weglassen. Nimm einfach das Buch "Cthulhu Mittelalter" und/oder "Cthulhu im Wandel der Zeiten" (Nur für die Charaktererschaffung geeignet, keine Hintergrundinfos!) für eine mittelalterliche Hintergrundwelt.
Ansonsten gibt es noch Mythras, was mir zwar persönlich nicht so gefällt, mit "Mythic Britain" aber direkt eine frühmittelalterliche Low-Fantasy-Kampagne bietet.
--- Zitat von: Holycleric5 am 12.10.2019 | 22:28 ---Was suche ich?
- Das Setting sollte eher mittelalterliche Fantasy sein, gerne wenig bis keine Magie. Auch EDO-Spielerrassen sind kein Muss, Menschen reichen mir vollkommen. Weibliche Charaktere sollten ebenso als "Helden" möglich sein wie männliche Charaktere (was, wenn ich mich richtig erinnere, z.B. in Pendragon nicht der Fall ist)
Check für Cthulhu 7 und Mythras
- Es sollte einen spürbaren Unterschied zwischen dem geben, wie kompetent der Charakter zu Beginn in seinen Fertigkeiten ist und wie hoch er am Ende steigen kann. (Einen Startwert von 6 und ein "Cap" bei 10 (wie z.B. Attribute und Fertigkeiten bei Arcane Codex) fände ich z.B. suboptimal)
Eingeschränkter Check für Cthulhu 7 und Mythras. Bei ersterem werden Fertigkeiten gesteigert, die erfolgreich angewandet werden. Dann wird eine Probe gemacht, bei der der aktuelle Wert überwürfelt werden muss. Gelingt das, steigert die sich Fertigkeit mit 1W10. ABER das lässt sich sehr leicht und flexibel hausregeln. Die Verbesserungsprobe kann einfach weggelassen werden und der Steigerungswert gefixt werden. Alternativ kannst du freie Steigerungspunkte vergeben. Attribute zu steigern ist zwar vom System nicht vorgesehen, stellt aber kein Problem dar, wenn du z.B. freie Steigerungspunkte vergibst. Zu Mythras müssen andere was schreiben, da bin ich mir gerade unsicher.
- "Neue Spezialfertigkeiten" sollten sich in Grenzen halten. Mir reicht eine Steigerung der "Standart"- und "Kampffertigkeiten".
Sowas von Check für Cthulhu 7 und Mythras
- Kämpfe sollten spürbare Auswirkungen in Form von Abzügen verursachenden Verletzungen (z.B. knochenbrüche, Blutungen) haben. Außerdem sollten die Verletzungen nicht nach einer Nacht wieder verschwinden. Reines Hitpoints-Runterkloppen ist nicht mehr meine Welt.
Check für Mythras und eingeschränkter Check für Cthulhu. Regeltechnisch gibt es bei Cthulhu 7 schwere Wunden, die einen Bewusstlos werden lassen können. Sonst aber keine Abzüge geben. Es lässt sich hausregelseitig aber sehr gut ergänzen, dass schwere Wunden einen Maluswürfel auf alles geben.
- Das System sollte es auch in Print geben, nicht nur als PDF
Check für Cthulhu 7 und Mythras
- der Spielleiter soll auch normal Proben würfeln [Numenera und Unity sind somit z.B. raus]
Check für Cthulhu 7 und Mythras
Was für Charaktere würde unsere Gruppe in dem System gerne spielen?
Den Minenarbeiter, der nach dem Arbeitstag im Steinbruch ein bisschen den Umgang mit Keule oder Kampfstab übt.
Die Händlerin, die neben ihrem Tagesgeschäft nach Möglichkeiten zum Aufstieg in ihrer Gilde strebt.
Der Mönch, der gerne die höheren Weihen empfangen möchte. (Mönch im Sinne von "Priester", nicht im Sinne von "Meister des waffenlosen Kampfes")
Die Söldnerin, die in eine Meuchlergilde eintreten möchte, um mit den erlangten Künsten einen finsteren Kult zur Strecke zu bringen.
Dreimal Check für Cthulhu 7 und Mythras
--- Ende Zitat ---
Generell haben W100-Rollenspiele aus meiner Sicht den riesigen Vorteil sehr leicht (so wie OSR-Spiele) verhausregelt zu werden, da es viele kleine Stellschrauben gibt, an denen man spielen kann, aber nicht muss.
Unbemerkte Angriffe sollen immer kritisch treffen können? Kein Problem, für es als Regel ein.
Du willst, dass Gegner bei hohen Verlusten darüber nachdenken, wegzulaufen? Kein Problem, lass sie eine Willenskraft-/Mana-Probe machen.
Das System ist zu tödlich? Gib einfach den Charakteren (aber nur den Charakteren) die doppelten Trefferpunkte.
Du willst häufiger kritischer Erfolge und Patzer? Lass alle Pasche über dem Wert Patzer und unter dem Wert kritische Erfolge haben (was den coolen Nebeneffekt hat, dass Anfänger häufiger patzen und Profis häufiger kritische Erfolge verbuchen).
All diese Regelungen wird das System problemlos aushalten.
Außerdem haben W100-Spiele aus meiner Sicht den Vorteil, dass du im Kampf gegen menschliche Gegner immer die Möglichkeit hast, sie mit einem Schlag zu erledigen. Hit-Point-Runtergekloppe wird es allein deshalb nicht geben, weil weder die Charaktere noch die Gegner viele Trefferpunkte haben.
PS: Leonidas ist ein Ninja.
Blizzard:
--- Zitat von: Holycleric5 am 12.10.2019 | 23:43 ---@ Blizzard
Shadows of Esteren müsste ich mir nochmal anschauen. Es hat ja auf jeden Fall Wundabzüge. Wie sieht es mit "Kritischen Treffern", Knochenbrüchen u.ä. aus?
Waren SC und NSC "symmetrisch" oder verwenden NSC "andere" Regeln
--- Ende Zitat ---
Ich wollte zuerst schreiben: " Und es hat auch noch Sanity-Points". Aber nachdem du bei WarHammer schon geschrieben hast, dass dir das mit dem Wahnsinns-& Geisteskrankheiten nicht zusagt, ist das wohl eher kein weiterer Pluspunkt für SoE. Bei mir wäre es definitiv einer.
Was den Rest (kritische Treffer, Knochenbrüche, "Symmetrie zwischen NSC und SC") anbelangt: Da müsste ich selbst auch nochmal nachschauen, das kann ich dir leider so ad hoc nicht beantworten, weil mein letztes Mal SoE (leiten) nun auch schon wieder über 1 Jahr her ist und ich mich seither nicht mehr so wirklich damit beschäftigt habe. Allerdings bin ich derzeit voll mit der Vorbereitung für die Convention in einigen Tagen ausgelastet, so dass ich dafür wahrscheinlich erst nach der Convention Zeit haben werde.
Abgesehen davon kann aber sicher auch ohne dieses ganze Sanity-Geschichte spielen (in SoE vermutlich noch eher als in WarHammer). Das habe ich zumindest in meinen SoE Einstiegs-/Anfangsrunden so gemacht, dass die ganze Trauma-Geschichte erstmal keine Rolle gespielt hat.
Ansonsten: Bei der Art von Charakteren, die du spielen möchtest, war mein 1. Gedanke: WarHammer Fantasy 2nd. Ja, ich weiß, du magst die Alte Welt und die Sache mit dem Chaos und den Wahnsinns-&Geisteskrankheiten nicht. Was aber wäre, wenn du einfach das Regelgerüst samt den Karrieren aus WarHammer 2nd übernimmst und einfach auf ein mittelalterliches Setting deiner Wahl überträgst? Und die Sache mit Wahnsinns-& Geisteskrankheiten einfach weglässt? WarHammer 2nd hat ja darüber hinaus eine kritische Treffertabelle für Kämpfe, bei der vom Knochenbruch über den abgehackten Arm bis hin zum sudden death alles mit dabei ist. Ob da jetzt auch Wundabzüge mit dabei sind, weiß ich grade nicht, aber sowas ist ja ansonsten auch schnell gehausregelt.
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