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Zeitreise-Paradoxon

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Der Läuterer:
Das Zeitreise-Paradoxon ist für mich schon immer ein faszinierender Aspekt im Rollenspiel gewesen.
Es gibt viele Aspekte, was passieren könnte.


Angenommen die Chars sollen eine Bedrohung in der Vergangenheit beseitigen und werden zurück in der Zeit geschickt. Auftrag erledigt. Sie kommen wieder in der Gegenwart an, doch niemand kennt sie, von einer Bedrohung weiss auch niemand etwas und Dank bekommen sie auch nicht.


Man reist zurück und gewinnt von da an jede Wette und kennt die Ziehungen jeder Lotterie in der Gegenwart.

Man reist zurück und macht Erfindungen, die ein anderer erst viel später machen würde.

Man reist zurück und rettet einen Menschen vor dem Tod (Krankheit, Unfall, Mord, Katastrophe).

Man reist zurück und berühmte Werke aus Kunst und Literatur tragen auf einmal den Namen des Zeitreisenden.

Man reist zurück und stellt fest, dass die Geschichte bislang völlig falsch wiedergegeben wurde.

Man reist zurück und beseitigt einen 'bösen' Menschen, um die Geschichte positiv zu verändern.


Wie nutzt Ihr Zeitreisen (wenn überhaupt) und wie geht Ihr dabei mit dem Paradoxon um?

bobibob bobsen:
Ich hatte mal ein Abenteuer für Numenera gemacht in dem ein Wesen aus der Zukunft in die Gegenwart der SC reist und dort Leute umbringt die sich seiner Mutter gegenüber respektlos verhalten haben.
Sc die zeitreisen unternehmen habe ich immer nur eingesetzt um sie an großen Ereignissen in der Vergangenheit teilhaben zu lassen und somt Zusammenhänge zu erläutern, die man sonst in der gegenwart nicht verstehen würde.
Verändern konnten die da aber nichts.

6:
Es gibt ein Rollenspiel (Continuum), bei dem diese Paradoxe ein sehr wichtiger Teil des Spieles und überhaupt des Kampfes gegen andere Zeitreisende ist. Paradoxe die einem selbst betreffen (im Spiel FRAGs genannt) sorgen dafür, dass man selber immer weniger real wird und ab einem bestimmten FRAG-Wert aus der Realität komplett verschwindet.
Haben wir mehrmals gespielt und macht sehr viel Spass wenn man sich auf die Prämisse einlässt.

Holothuroid:
In unserer Zauberschulrunde haben die SCs zuletzt die Geschichte geändert.

- Es gab einen verzauberten Wald in der Nähe der Schule, der Verboten(TM) war.
- Darin fand sich der Kern jenes Rituals mit dem Vargar vor ein paar hundert Jahren das Land Keter angegriffen haben.
- Das Ritual nimmt den Wald gewissermaßen aus der Zeit. Es ist dort quasi immer vor 300 Jahren als das Ritual gerade Fahrt aufnimmt.
- Die SCs gehen in den Wald beenden das Ritual.
- Ohne das Ritual werden die Vargar schließlich ein Vasallenstaat Keters.
- Der Prinz von Keter muss niemals kreativ werden, um die Bedrohung der Vargar zu kontern, und entwickelt daher nicht die Theorie der Zauberformeln und so Späße wie Schutzkreise und Teleports.
- Die Charaktere verlassen den Wald und erkennen, dass sich die Geschichte verändert hat. Insbesondere wird Magie auf einmal anders unterrichtet.
- Die Charaktere, insbesondere der vargische Austauschschüler, sowie die sehr beflissene Schülerin, die ihre Noten einbrechen sieht, finden das suboptimal. (Dass auf diese  Weise der totale Bodycount der Auseinandersetzung niedriger war, spielt in den Betrachtungen keine Rolle.)
- Die Charaktere packen einige der alternativen Zauberbücher ein, fliegen mit einem Drachen und Helikopter zum Wald und hindern ihre früheren Personas daran das Ritual zu hindern.
- Sie fliegen dann auf Drachen und Helikopter aus dem Wald heraus.
- Alles ist so wie vorher, plus ein paar Zauberbücher, 1 Drache und ein Helikopter, der merkwürdigen Treibstoff braucht.

Rollenspielotter:
Angenommen wir sind technisch irgendwann so weit jede Kausalität (Aktion-Reaktions-Schema) zu verstehen und zu beeinflussen, dann könnte man von unserem jetzigen Zeitpunkt zurückrechnen und entsprechend einer Zeitreise beeinflussen. Dann verändern die SCs etwas in der Zeit. Wenn sie nach der gleichen Methode wieder in die Zukunft reisen, heißt das aber auch, das alle Handlungen der Menschen (auch bzgl der neuen Zeitachse) vorherbestimmt sind.
Dann wäre das Leben aber sinnlos (weil vorherbestimmt) und Menschen wären weder gut noch schlecht (weil ihre Handlungen schon feststehen). Das größte Paradox wäre also vielleicht diese Auflösung.

Ansonsten gibt es meiner Ansicht  nach keine Paradoxa, da man mit jeder Änderung der Vergangenheit oder dem Wissen über die Zukunft eine neue Zeitachse schafft. Somit gäbe es keine Paradoxa.

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