Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
5e - Änderungen/Neue Optionen an/für Ability Score Zuweisung angekündigt
nobody@home:
--- Zitat von: Rumpel am 25.07.2020 | 18:21 ---Etwas spät, aber weil mir der Punkt doch recht wichtig ist: m.E. beißen sich Gut und Böse als klare Kategorien eines kosmischen Dualismus ganz und gar nicht mit alles andere als dualistischen Konzepten von Völkern und Charakteren; das sieht man ganz gut bei einer der großen D&D-Inspirationen, Moorcocks Ewigem Helden; die Figuren sind da durchaus schicksalhaft verstrickt mit den Kräften wie Ordnung und Chaos, das bestimmt aber nicht ihre persönliche Gesinnung (schon gar nicht in Bindung an ihr jeweiliges Volk); die Melnibonéer sind kulturell mit dem Chaos verwandelt, aber gerade Elric ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man als Individuum damit so seine Probleme haben kann.
Bei Tolkiens Orks, die unmittelbar durch das Böse geschaffene bzw. pervertierte Geschöpfe sind, mag das etwas anderes sein; aber grundsätzlich gibt es da kein Problem, und es steckt (siehe wiederum Elric) ja durchaus viel dramatisches Potenzial in dem Konzept, dass Gut und Böse kosmisch betrachtet absolut sein mögen, dass aber nicht-göttliche intelligente Wesen gerade die besondere Eigenschaft haben, sich selbst im Spannungsfeld der beiden Konstanten verorten zu können.
--- Ende Zitat ---
Moorcock ist da gerade kein gutes Beispiel, denke ich, weil Ordnung und Chaos bei ihm eben nicht einfach nur Such-und-Ersetze-Versionen von "gut" und "böse" sind. Statt dessen können beide für "Normalsterbliche" ganz mehr oder weniger ehrlich als Verbündete oder Feinde auftreten, im Übermaß wäre beides gleichermaßen tödlich für Leben, wie wir es kennen, und in der einen oder anderen späteren Geschichte scheinen mir sogar Andeutungen zu fallen, daß selbst der ganz große kosmische Krampf zwischen beiden Seiten letztendlich auch nur eine eigentlich völlig überflüssige Ablenkung von Wichtigerem ist und hauptsächlich einfach ihren Mangel an Reife aufzeigt. In Sachen Großer Kosmischer Moralmaßstab also Fehlanzeige.
Achamanian:
--- Zitat von: nobody@home am 25.07.2020 | 19:25 ---Moorcock ist da gerade kein gutes Beispiel, denke ich, weil Ordnung und Chaos bei ihm eben nicht einfach nur Such-und-Ersetze-Versionen von "gut" und "böse" sind. Statt dessen können beide für "Normalsterbliche" ganz mehr oder weniger ehrlich als Verbündete oder Feinde auftreten, im Übermaß wäre beides gleichermaßen tödlich für Leben, wie wir es kennen, und in der einen oder anderen späteren Geschichte scheinen mir sogar Andeutungen zu fallen, daß selbst der ganz große kosmische Krampf zwischen beiden Seiten letztendlich auch nur eine eigentlich völlig überflüssige Ablenkung von Wichtigerem ist und hauptsächlich einfach ihren Mangel an Reife aufzeigt. In Sachen Großer Kosmischer Moralmaßstab also Fehlanzeige.
--- Ende Zitat ---
Ich meinte auch nicht, dass Chaos und Ordnung mit Gut und Böse gleichzusetzen wären, sondern dass man den Widerstreit großer kosmischer Prinzipien in einem Setting haben kann, ohne dass Völker oder Individuen zwangsläufig fix der einen Seite zuzuordnen sein müssen.
Achamanian:
und OT:
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--- Zitat von: nobody@home am 25.07.2020 | 19:25 ---scheinen mir sogar Andeutungen zu fallen, daß selbst der ganz große kosmische Krampf zwischen beiden Seiten letztendlich auch nur eine eigentlich völlig überflüssige Ablenkung von Wichtigerem ist und hauptsächlich einfach ihren Mangel an Reife aufzeigt. In Sachen Großer Kosmischer Moralmaßstab also Fehlanzeige.
--- Ende Zitat ---
Welche Sachen meinst du denn da im Speziellen? Von Bek mit der Rolle, die Luzifer da hat, geht ja in die Richtung, aber von den ganz neuen Moorcock-Sachen habe ich noch nix gelesen - wird er da noch deutlicher?
nobody@home:
--- Zitat von: Rumpel am 25.07.2020 | 19:30 ---Ich meinte auch nicht, dass Chaos und Ordnung mit Gut und Böse gleichzusetzen wären, sondern dass man den Widerstreit großer kosmischer Prinzipien in einem Setting haben kann, ohne dass Völker oder Individuen zwangsläufig fix der einen Seite zuzuordnen sein müssen.
--- Ende Zitat ---
Na ja, problematisch wird das aus meiner Sicht genau dann, wenn man die kosmischen Prinzipien mit menschlichen Werturteilen wie "gut" und "böse" zu identifizieren und damit die eigenen meist hoch subjektiven Vorstellungen zu Großen Objektiven Wahrheiten (TM) aufgeblasen auf den unschuldigen Kosmos zu projizieren versucht. (Ist doch schon nachgerade übergriffig, so was. ;)) Ich habe an sich nichts gegen große kosmische Fraktionen/Camps/Wasauchimmer als solche, nur die moralische und sonstige Bewertung derselben möchte ich mir dann doch selber vorbehalten.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)...da dachte ich in erster Linie an den meines Wissens letzten Teil der Hawkmoon-Saga, "Die Suche nach Tanelorn". Also gar nicht mal so neu (Original 1975, deutsche Erstfassung vier Jahre später), folgt nur halt auf eine Reihe von anderen Ewiger-Held-Geschichten, die mir persönlich zum Teil deutlich früher in die Hände gefallen sind als gerade die.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Rumpel am 25.07.2020 | 19:30 ---Ich meinte auch nicht, dass Chaos und Ordnung mit Gut und Böse gleichzusetzen wären, sondern dass man den Widerstreit großer kosmischer Prinzipien in einem Setting haben kann, ohne dass Völker oder Individuen zwangsläufig fix der einen Seite zuzuordnen sein müssen.
--- Ende Zitat ---
Jo, kannst du ja auch. Das steht ja außer Frage. Menschen etc. können ihre Seite wählen. Es geht ja um die andere Seite der Frage: Wesen, die diese Wahl nicht haben (sollen).
Der Punkt ist doch: diese Wahl kann man in der Fiktion eben auch streichen. Wenn z.B. alle Engel und Dämonen, als Beispiele intelligenter und reflektierender Wesen, sich ihre Gesinnung aussuchen können, macht dieser ganze Kosmos keinen Sinn mehr. Insofern kann die Gesinnungsfreiheit sich nicht (allein) aus der Intelligenz oder der Fähigkeit zur Reflektion herleiten.
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