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Future History - möglichst plausibel oder lieber abgedreht?

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ArneBab:
Noch ein kurzer Nachtrag mit einer Quelle: Wirtschaftliche Kosten des Klimawandels:
https://www.helmholtz-klima.de/klimafakten/behauptung-die-oekonomischen-kosten-des-klimawandels-sind-marginal
⇒ 2°C zwischen 1 und 20% des Bruttoinlandsproduktes (1-20 Billionen Dollar)
⇒ 3°C zwischen 3 und 30%

Feuersänger:
Ja, das ist auch noch so ein Punkt wo man nur schreien möchte, wenn gewisse politische Kräfte Maßnahmen gegen den Klimawandel verhindern, weil sie angeblich zu teuer seien.
Anyway auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für all die Infos. ^^

Nochmal zum Thema Unbewohnbarkeit von Landstrichen:
Okay, Südeuropa ist vielleicht doch nicht ganz so krass wie befürchtet, jedenfalls was die Hitze angeht -- aber dafür wird es dort halt sehr trocken.
Arne hat mich aber noch darauf gestoßen, dass weite Teile Afrikas und Indiens mit extremen Hitzeperioden rechnen müssen -- d.h. jährlich über 40 Tage mit mehr als 40°C, und speziell in Indien kombiniert mit hoher Luftfeuchte für Wet Bulb Effekt -> da kannst du dann tagsüber überhaupt nicht aus dem Haus, weil du dann einfach innerhalb 30 Minuten stirbst.
Ein denkbares Szenario wäre nun, 1 Milliarde Inder umzusiedeln -- aber wohin? Das öffnet mehr als nur eine Dose Würmer.
Eine deutlich "sanftere" Alternative wäre, unterirdische Städte zu bauen, also im Wesentlichen Höhlen in Berge zu bohren in denen es auch im Sommer kühl bleibt.

In Redshift sehe ich den Status Indiens schon als einen der wichtigeren Blocks, aber das klappt nur wenn das Land als solches funktional bleibt und nicht durch die Klimakatastrophe komplett kaputtgefickt wird. Entsprechend muss ich eigentlich die Stellschrauben so tweaken, dass Indien ein Technologieführer mindestens in den Sektoren resiliente Landwirtschaft und Tiefbau->Habitatbau wird. Auch haben sie als Raumfahrtnation ein extrem starkes Interesse daran, den "Sonnenschirm" (also die Lagrange-Streulinse) so schnell wie möglich online zu bekommen. Nach der Lindner-Weisheit mit den dornigen Chancen hat Indien also quasi nur die "Wahl", entweder in einer humanitären Katastrophe ungekannten Ausmaßes unterzugehen, oder zu einem echten Big Player zu werden.

ArneBab:

--- Zitat von: Feuersänger am 18.12.2025 | 13:33 ---jährlich über 40 Tage mit mehr als 40°C, und speziell in Indien kombiniert mit hoher Luftfeuchte für Wet Bulb Effekt -> da kannst du dann tagsüber überhaupt nicht aus dem Haus, weil du dann einfach innerhalb 30 Minuten stirbst.

--- Ende Zitat ---
Feinheit dazu: nahe der Küste hohe Luftfeuchte und Hitze, im Inland Indiens eher extreme Hitze aber trockener -- in beiden Fällen bei 3°C Erwärmung gefährlich, bei 4°C größtenteils unbewohnbar.

Was helfen könnte ist aktive Kühlung von Tunnelsystemen mit Solaranlage + Klimaanlage. Damit ließe sich das auch dezentraler aufsetzen (jedes kleinere Höhlensystem mit eigener Kühlung und auch selbstständig begonnen). Allerdings ist der Großteil der Bevölkerung Indiens, gerade der ländlichen, wirklich arm. Da ist so eine Infrastruktur schon eine Herausforderung. Bei einem Pro-Kopf BIP von $3000 im Jahr (und einer Ungleichheit wie in Deutschland -- Gini-Koeffizient etwa 35) sind $200 für eine Balkonsolaranlage, die gerade so eine kleine Klimaanlage betreiben kann, schon eine Herausforderung.

WeepingElf:
Ich bastle auch an einem realistischen, aber doch optimistischen Nahzukunftsszenario. Da sind noch viele Fragen offen, aber die Probleme sind meiner Meinung nach lösbar, man kann sogar den überschüssigen Kohlenstoff wieder aus der Atmosphäre herausholen und damit was Sinnvolles anstellen, auch wenn die Technologien noch in den Kinderschuhen stecken und noch "zu teuer" sind. Man darf nicht vergessen: Kohlenstoff ist das vielseitigste Element des ganzen Periodensystems, damit kann man viele schöne Sachen machen, zum Verbrennen ist der viel zu schade!

Den einen oder anderen Curveball braucht man wahrscheinlich, um das hinzukriegen, vor allem eine Umkehr des gegenwärtigen Rechtstrends, aber wie hier schon gesagt wurde, kommen solche Curveballs ab und an mal vor. Die Menschheit ist schon mit den Nazis und dem Ozonloch fertig geworden, warum soll es nicht auch mit Klimakrise und Neuer Rechte gelingen? (Ich will jetzt hier aber nicht groß ins Politisieren einsteigen, aber ganz lässt sich das beim Basteln einer Future History eben nicht vermeiden.)

Nachtrag: In meiner Future History ist dieser "Curveball" die Global Progressive Action Conference (kurz GloPAC), auf der Vertreter verschiedener progressiver Organisationen - Parteien, Bürgerrechts-, Friedens-, Umweltschutzbewegungen etc.) zusammenkommen, um ein Bündnis zu schmieden und gemeinsam mit allen demokratisch legitimen Mitteln für eine bessere Welt zu kämpfen. Initiiert worden ist die GloPAC von einer obskuren Gruppe namens "Elven Nation", die für sich in Anspruch nimmt, ein uraltes indigenes Volk der Britischen Inseln zu sein.

1of3:
Ich habe C gewählt. Und finde 1975 gut. Damit wird klar, dass es schon jetzt gar nicht mehr so kommen kann.

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