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Future History - möglichst plausibel oder lieber abgedreht?

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Feuersänger:
Erstmal das Wichtigste:


--- Zitat ---Bis 2200 ist ja noch ein bisschen Luft :D
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---175 Jahre in die Zukunft, hm? Na, da muß ich bloß um dieselbe Zeitspanne (also 1850) zurückdenken
--- Ende Zitat ---

Die Welt von 2200 entsteht ja nicht von heut auf morgen, und ich möchte den Weg dahin schon definieren. Ich will jetzt mit der Future History zwar nicht 2025 anfangen, aber schon so spätestens ab 2075 etwa. Schwupp muss ich mir bereits überlegen was in 50 Jahren passiert. Oder nach nobody's Denkansatz überlegen, wie schräg unsere Welt auf jemanden aus 1975 wirkt. Das ist also ein ganz anderer Schnack als sich erst ab 175 Jahre von heute an Gedanken zu machen.


--- Zitat von: KhornedBeef am 14.12.2025 | 23:46 ---Dieses "in der Zukunft sind wir alle Amerikaner, eigentlich"-Star-Trek-Ding ist von gestern.

--- Ende Zitat ---

Naja, der Zug ist ja schon lange abgefahren, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Die USA, die zu Star Trek- oder Heinlein-Hochzeiten als Vorbild dienten, sind ja schon lange tot. Und da mein Setting eher positiv-optimistisch sein soll, verbietet sich die Extrapolation der aktuellen ultracapitalist Hellscape von selbst.

Bisher habe ich da auch in erster Linie Prozesse umrissen. Punktuelle Ereignisse wie von Galatea genannt habe ich bislang eigentlich keine definiert, das sind sozusagen meine "Wildcards" um bestimmte Entwicklungen zu forcieren.

YY:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 00:50 ---Die Welt von 2200 entsteht ja nicht von heut auf morgen, und ich möchte den Weg dahin schon definieren. Ich will jetzt mit der Future History zwar nicht 2025 anfangen, aber schon so spätestens ab 2075 etwa. Schwupp muss ich mir bereits überlegen was in 50 Jahren passiert.

--- Ende Zitat ---

Ist schon klar, nur bist du damit immer noch um Größenordnungen besser aufgestellt als etwa ein Shadowrun, das mit seiner Timeline 10 Jahre in der Zukunft anfing (Zahl aus der Luft gegriffen)...wobei dort natürlich die futurologische Messlatte offensichtlich völlig fehl am Platz ist. Angelegt wurde und wird sie trotzdem ständig.
Bis dir das in Sachen Veraltung auf die Füße fällt, hast du schon vergessen, dass du daran mal gebastelt hast ;D


Aber mit positiv-optimistisch ist doch die Stoßrichtung schon klar.
Da wäre vielleicht die erste Frage, ob du das so utopisch anlegen willst, dass es langfristig gut funktionierende Großinstitutionen gibt oder ob die dann vorhandenen einfach nur faktisch bedeutungslos sind und daher keinen übermäßig großen Mist machen können. Oder ob man die bewusst klein hält - das wäre wohl aber auch schon wieder ein ordentliches Maß an politischem Utopismus.
Sprich: da hätte ich schon den plausiblen Weg. Der ist aber nicht optimistisch genug, bleibt die Wahl zwischen arg und absurd optimistisch ;D


Ansonsten musst du in irgendeiner Form hinter den population collapse gucken und dir überlegen, was du mit dem Finanzsystem machst (das wird wohl auch zusammenhängen).

Galatea:
Sieg der tschechoslovakischen Armee über die Russen in einem Schiffsgefecht auf dem Baikalsee, die zweite Pazifikschwadron und die Schlacht von Tushima (und die folgende japanische Dominanz im Pazifikraum, die die Grundlagen für den zweiten Weltkrieg im Pazifik gelegt hat), die desaströse britische Kampagne in Galipoli (die direkt zur Gründung der Türkei geführt hat), die Crew des japanischen Flugzeugträgers Taiho die ihr Schiff nach dem Austreten von Kerosindämpfen infolge eines Torpedotreffers komplett durchlüftet und es dabei unbeabsichtigt in die größte schwimmende Air-Fuel-Bombe der Welt verwandelt (die dann wenig überraschend auch kurz darauf explodiert), der Vorfall bei Karansebes als sich die österreichische Armee in einer nächtlichen Panik ohne Feindeinwirkung mehr oder weniger selbst geschlagen hat (inwieweit der Vorfall übertrieben ist kann debatiert werden, aber dass die Osmanen die Österreicher anschließend lockerflockig von der strategisch wichtigen Position runtergetreten haben, deutet schon daraufhin dass der Vorfall bei den Österreichern Folgen hatte), dass von den zwei amerikanischen Flugzeugträgern die in Pearl Harbor hätten sein sollen einer auf Trainingsmission war und einer wegen Antriebsproblemen zwei Tage verspätet war, dass die Alliierten diese EINE einzelne Waldstrasse nach Frankreich nicht vernünftig befestigt/verteidigt haben weil sie dachten da KANN man mit einer Panzerarmee garnicht durchkommen, usw...

Ehrlich gesagt ist die Geschichte so voller absurder Ereignisse, die teils den Lauf der Geschichte massiv verändert haben, dass es schwerfällt ein glaubhaftes Setting zu bauen, weil jedem Leser soviel Inkompetenz und dummer Zufall einfach unrealistisch erscheint.

Sternschnuppe:
Geschichte wiederholt sich. Ein Blick zurück und du weißt was wieder auftauchen kann und wahrscheinlich wird.
Wenn mehrere Generationen vergangen sind, in der ein bestimmtes Ereignis nicht stattgefunden hat, ist die Bereitschaft groß, sich dann wieder darauf einzulassen - siehe z.B. Kriege.

Feuersänger:
Jo, das habe ich auch vor, ich versuche beides so gut ich es verstehe zu berücksichtigen. Und ja, das geht auch alles Hand in Hand.

Wohlgemerkt: so völlig utopisch darf es halt nicht werden, denn dann gäbe es praktisch kein Konfliktpotential mehr und somit wird die Sache langweilig.

Was die Weltbevölkerung angeht: nach aktuellen Daten hat Indien bereits jetzt so ziemlich den Peak erreicht, wird jdf nicht mehr wesentlich weiter wachsen. Afrika wächst noch während so ziemlich der ganze Rest der Welt schrumpft. Nach aktuellen Projektionen dürfte auch Afrika bis ca 2100 das Bevölkerungswachstum einstellen - könnte auch schneller gehen - und dann sähe es quasi so aus, dass die Weltbevölkerung nach wie vor 8 Milliarden beträgt: 4 in Afrika und 4 im Rest der Welt.

Der Knackpunkt wird sein: irgendwann bis spätestens 2070 wird es eine Weltrevolution geben, die politisch und wirtschaftlich erstmal alles auf den Kopf stellt. Sie wird zwar im Ganzen nicht von Dauer sein, es reicht aber für einen "Great Reset". Auch wenn sich daraus keine geeinte Weltregierung ergibt, sondern neu formierte Machtblöcke wieder ihr eigenes Süppchen kochen, reicht es für einen weltweiten Konsens zum "Long Game". (Das ist vielleicht das Unrealistischste am ganzen Setting, aber bite me -- ohne Long Game kann es den Rest meines Settings nicht geben.) Ein Plan zur Kolonisierung und wirtschaftlichen Erschließung des Sonnensystems, auch wenn hier in Jahrzehnten und Jahrhunderten gerechnet wird statt nur bis zur nächsten Parlamentswahl.

Finanzsystem wird entsprechend mit der Weltrevolution umgekippt. Wichtige Eckpunkte sind zB Vermögensdeckel, genossenschaftlich orientiertes Wirtschaftsmodell, Grundeinkommen durch Automatisierungsdividende, solche Sachen. Dies ist dann in einigen Blöcken voll oder weitgehend implementiert, während andere sich drum herum wiggeln wollen, aber der grobe Rahmen ist da.
Wobei ich da eben noch nicht so ganz einig bin, wieviel "Villain States" ich drin haben will.


--- Zitat ---Sieg der tschechoslovakischen Armee über die Russen in einem Schiffsgefecht auf dem Baikalsee
--- Ende Zitat ---

Bitte was?  :D


--- Zitat ---Ehrlich gesagt ist die Geschichte so voller absurder Ereignisse, die teils den Lauf der Geschichte massiv verändert haben, dass es schwerfällt ein glaubhaftes Setting zu bauen, weil jedem Leser soviel Inkompetenz und dummer Zufall einfach unrealistisch erscheint.
--- Ende Zitat ---

Das ist allerdings wahr.

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