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Future History - möglichst plausibel oder lieber abgedreht?
YY:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 02:00 ---Auch wenn sich daraus keine geeinte Weltregierung ergibt, sondern neu formierte Machtblöcke wieder ihr eigenes Süppchen kochen, reicht es für einen weltweiten Konsens zum "Long Game". (Das ist vielleicht das Unrealistischste am ganzen Setting, aber bite me -- ohne Long Game kann es den Rest meines Settings nicht geben.) Ein Plan zur Kolonisierung und wirtschaftlichen Erschließung des Sonnensystems, auch wenn hier in Jahrzehnten und Jahrhunderten gerechnet wird statt nur bis zur nächsten Parlamentswahl.
--- Ende Zitat ---
Wenn das gewünscht ist, käme es zeitlich ganz gut hin, dass das "Long Game" zwar aufgrund der entwickelten Massenträgheit weiterläuft, aber an vielen Stellen ordentlich kriselt.
Und im Kleinen wird es vom Great Reset bis 2200 einige Wellenbewegungen im Politikbereich gegeben haben zwischen idealistischem Aufbruch und verknöcherter Selbstbedienung. Da kann man sich die Welle setzen, wie man es gerade braucht.
So weit passt das doch.
Die "Schurkenstaaten" sind dann aber eher mehrheitlich klassische failed states oder Diktaturen?
Oder gibt es da auch einen hinreichend großen Neo-Ultrakapitalistischen Block (kurz NUB ;D), der bei der schönen neuen Paramarxistenwelt nicht mitmachen will?
Galatea:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 02:00 ---Bitte was? :D
--- Ende Zitat ---
https://www.youtube.com/watch?v=fn9KwssS2IA
Feuersänger:
--- Zitat von: YY am 15.12.2025 | 02:15 ---Oder gibt es da auch einen hinreichend großen Neo-Ultrakapitalistischen Block (kurz NUB ;D), der bei der schönen neuen Paramarxistenwelt nicht mitmachen will?
--- Ende Zitat ---
Joar, ungefähr in die Richtung geht der Gedanke. Allerdings sind halt in dieser Welt die Länder der (frei nach Lenin) Neuen Ökonomischen Politik am längeren Hebel, sodass sie einen NUB entsprechend sanktionieren können, sodass sich dann halt die Frage stellt wieviel Sinn es überhaupt noch macht da quer zu schießen.
Nebenbei, Failed States und Diktaturen mag es auch geben, aber diese werden eher weniger die große Rolle spielen. Somalia hat kein Raumfahrtprogramm.
Beispiel: Personal Wealth Cap (PWC), nominell bei sagen wir 100M€ in heutigem Geld. Also immer noch mehr als genug für ein Leben in Saus und Braus, aber weit davon entfernt ganze Medienlandschaften zu kontrollieren und Staatspolitik zu beeinflussen. Man lässt es solchen Kandidaten durchgehen, wenn sie zB ihren Reichtum unter Familienmitgliedern verteilen; es kommt nicht darauf an ob jemand in Wahrheit 100 oder 500 Mio kontrolliert - wichtig ist, dass er nicht über zig oder hunderte Milliarden verfügt.
Wenn sich da also ein Staat drüber hinwegsetzt und das PWC nichtmal ansatzweise durchsetzt, werden da halt die anderen Staaten entsprechende Maßnahmen ergreifen, von einem direkten Embargo gegen den Parasiten bis hin zu Sanktionen gegen den ihn beherbergenden Staat.
Ich würde also annehmen, dass sich da ein gewisses Gleichgewicht einstellt.
ArneBab:
Ich habe die 1-2 Curveballs ausgewählt, weil ich "was seit 1884 passiert ist" als die konservative Version sehe. Klar musst du dir neue Ideen für das ausdenken, was damals als extrem unerwartet gegolten hätte, aber es ist genug passiert, dass Plausibles schon gut abgedreht sein dürfte.
Durch Klimawandel wirst du auch massive Treiber haben. Sollte es zu 3°C Erwärmung kommen, brauchen die meisten Leute in Indien eine neue Heimat. Eine Milliarde Menschen umzusiedeln hat Anforderungen an globale politische Systeme, die unser System heute kaum tragen könnte.
Um verrückte Sachen plausibel erscheinen zu lassen, könntest du dann und wann Referenzen wie „wurde von vielen mit <echtes Ereignis 19xx> verglichen“ einweben ☺
PS: Es gibt schon heute konkrete Diskussionen über Wege, Demokratie auch bei Integration verfeindeter Gruppen tragfähig zu halten. Beispiele sind Gruppenspezifische Vetos und Quoten (wie bei der CDU/CSU, bei der der regionale Proporz extrem wichtig ist).
nobody@home:
--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 00:50 ---Erstmal das Wichtigste:
Die Welt von 2200 entsteht ja nicht von heut auf morgen, und ich möchte den Weg dahin schon definieren. Ich will jetzt mit der Future History zwar nicht 2025 anfangen, aber schon so spätestens ab 2075 etwa. Schwupp muss ich mir bereits überlegen was in 50 Jahren passiert. Oder nach nobody's Denkansatz überlegen, wie schräg unsere Welt auf jemanden aus 1975 wirkt. Das ist also ein ganz anderer Schnack als sich erst ab 175 Jahre von heute an Gedanken zu machen.
--- Ende Zitat ---
Schon klar, auch 175 Jahre verstreichen nicht von heute auf morgen, sondern unterteilen sich in entsprechend viele kleinere Abschnitte, die eigentlich jeder für sich betrachtet werden wollen. Andererseits können wir oft genug schon nicht vorhersehen, was jeweils die nächsten sechs Monate bringen mögen, und das so ziemlich einzige, auf das man sich beim Fortschreiben gegenwärtiger Trends halbwegs verlassen kann, ist, daß das auf Dauer nie gutgeht -- irgendwas, was einem die schöne Gesamtprognose verhagelt, passiert im Zweifelsfall lieber früher als später. ;)
Wenn die Sache einigermaßen optimistisch sein soll, dann würde ich mir als Lokalpatriot eigentlich nur wünschen, daß die EU oder eine vergleichbare Nachfolgeorganisation auch im Jahr 2200 noch existiert und nach wie vor einigermaßen demobürokratisch vor sich hinwurstelt -- oft frustrierend, aber letztendlich doch einigermaßen funktional und einer der größeren "Player" auf der Weltbühne. Denn wo's hinführt, wenn man der Einfachheit halber Sachen wie Gewaltenteilung und sonstige "Checks and Balances" über die Jahrzehnte hinweg zunehmend zugunsten einer "handlungsfähigeren" Zentralautorität aushöhlt, sehen wir aktuell gerade recht gut in den USA; da hat das Zuschanzen von Privilegien an das Amt des Präsidenten auch schon lange vor Trump begonnen und jetzt ernten wir die Konsequenzen. :P
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