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Aufstiegsgeschwindigkeit und -methoden bei D&D

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Taktikus:
@Boba Fett Also quasi eine Selbsthifegruppe fürs RP-Spielen, auch nicht schlecht.

Zed:
Es ist in meinen Augen ein großer Verdienst der 3e, die meisten Probleme des AD&D-Stufen-Systems und -Aufstiege zu bereinigen. AD&D war in dieser Beziehung ein wirres Konvolut an Mechanismen:

• Unterschiedliche XP-Voraussetzungen für Stufenaufstieg anstatt einheitliche Erfahrungsstufen bei vernünftiger Progression der Fähigkeiten je Klasse
• Mal exponentieller, mal linearer Anstieg der XP-Schwellen zum Stufenaufstieg anstatt arithmetische Progression
• Unterschiedliche Rettungswurfklassen anstatt nachvollziehbare Steigerungen der Rettungswürfe (Magiekundige verbesserten ihre Rettungswürfe alle 5 Stufen, Kämpfer:innen jede 2. Stufe  :o )
• Level-Caps und Klassenverbote für Nicht-Menschen, die keine nachvollziehbare In-Game-Begründung hatten
• Multiklassen parallel zum verrückten Dual-Klassen-System (ich habe nur diese deutsche Erläuterung gefunden)

Dass man in DnD keine "Lehrkräfte" braucht, um sich zu entwickeln, finde ich richtig. Ein Herausnehmen der Charaktere aus dem Abenteuerleben, um ihnen Lern-Lebensphase zu geben, die wohl nie so ausgespielt wurden, wie das Abenteurern, fühlt sich für mich wie eine immersionsbrechende, nur den Regeln geschuldete Lebensphase an. Umso nerviger, je unterschiedlicher die Charaktere ins Training gehen müssen.

nobody@home:

--- Zitat von: Fezzik am 17.12.2025 | 11:05 ---Aber ist es nicht auch so, das irgendeine Veränderung stattfinden soll ?
Wenn die Figur gar keine Form von Steigerung und sei es nur, durch im Spiel gelebte Reputation, erhält. Wo ist dann die Motivation für Kampagnen ? Ich mein, ich spiele oft One Shots. Macht schon Spaß, aber manchmal ist
"besser" werden auch toll.

--- Ende Zitat ---

Veränderung sicher. Aber ständiges Schneller-Höher-Weiter (und dann am besten noch mit ebenso ständigen Gegner- und Kampagnenanpassungen, damit das Hamsterrad nur ja nicht zum Stillstand kommt)? Da würde ich schon sagen, daß das für mich dieser Tage eher zweitrangig ist -- es gibt ja durchaus reichtlich Charakterkonzepte, die weitgehend bis komplett ohne auskommen und sich dann mit gerade diesem Ansatz sogar eher schlecht vertragen.

Ein Beispiel, das mir da gerade insbesondere durch den Kopf geht, wäre jemand, der sich aus welchem Grund auch immer genötigt sieht, sich "nochmal völlig neu zu erfinden". Mit dem D&D-Ansatz geht das normalerweise einfach nicht, weil nicht vorgesehen; einmal schon errungene Stufen wird man da zumindest ohne ausgesprochene "unnatürliche" Kunstgriffe (z.B. geeignete Untote in frühen Editionen) niemals wieder los, sondern die hängen einem halt bis ans Lebensende wie ein Mühlstein am Hals.

Skaeg:

--- Zitat von: Fezzik am 17.12.2025 | 11:05 ---Ich habe ja einige Kampagnen mit D&D geleitet und es gibt natürlich diesen Tempounterschied zwischen prä 3.x und ab da. Gefühlt ist es aber 3E "schlimmer" geworden.
Unsere Labyrinth Lord Kampagne endete nach 2 Jahren in ca. Stufe 6, das war gut, hat von der Story gepasst und für mich als SL und für die Spieler fühlten sich die SC mächtig innerhalb der Welt an. Dabei habe ich XP für Schätze, Monster und Missionsziele vergeben.
Wenn man jetzt reine In Game- Zeit als Maß anlegt, verging da schätze ich ein dreiviertel Jahr.
--- Ende Zitat ---
Das ist für mich schon irgendwie ein Missverhältnis, wenn IRL mehr Zeit vergeht als in-game. Ist bei meiner 5e-Kampagne aber leider auch so. In-game einschließlich Ellipsen ungefähr ein Jahr, IRL mehr als zwei. (Aber halt von Stufe 3 auf Stufe fast-15 in der Zeit).

Skaeg:
Ich nehme mal den für mich am stärksten themenrelevanten Punkt an den Anfang.

--- Zitat von: Zed am 17.12.2025 | 11:38 ---Dass man in DnD keine "Lehrkräfte" braucht, um sich zu entwickeln, finde ich richtig. Ein Herausnehmen der Charaktere aus dem Abenteuerleben, um ihnen Lern-Lebensphase zu geben, die wohl nie so ausgespielt wurden, wie das Abenteurern, fühlt sich für mich wie eine immersionsbrechende, nur den Regeln geschuldete Lebensphase an. Umso nerviger, je unterschiedlicher die Charaktere ins Training gehen müssen.
--- Ende Zitat ---
"Lehrkräfte" oder "Training" sind ja keine notwendigen Bestandteile einer gemesseneren Progression. Wobei es schon etwas seltsam ist, dass z.B. Wizards, die absoluten Bücherlerner unter den Magieanwendern, bei 5E trotzdem beim Stufenaufstieg neue Sprüche spontan aus dem Kopf entwickeln. Aber naja.

Aber relevanter ist für mich die Zeit.
a.) Ist es für mich eher wenig interessant, ständig in Betrieb stehende Abenteuerlösungsmaschinen zu spielen, die keine Pause kennen oder brauchen.
b.) Finde ich es auch nicht immersiv oder plausibel, im Frühjahr als eine Kampagne als Karate Kid anzufangen und im Herbst als X-Man zu beenden.

Ich möchte in einer richtigen Kampagne einen Lebensabschnitt meines Charakters von zumindest ein paar Jahren abdecken - und keinen frenetischen Dungeoneering-Dauerrausch von ein paar Wochen oder Monaten. Und ganz, ganz ehrlich: Wenn man die weniger actionreichen Abschnitte nicht vernünftig mit Leben und Aktivitäten füllen könnte, fände ich das rollenspielerisch ziemlich arm.


--- Zitat ---Es ist in meinen Augen ein großer Verdienst der 3e, die meisten Probleme des AD&D-Stufen-Systems und -Aufstiege zu bereinigen. AD&D war in dieser Beziehung ein wirres Konvolut an Mechanismen:
• Unterschiedliche XP-Voraussetzungen für Stufenaufstieg anstatt einheitliche Erfahrungsstufen bei vernünftiger Progression der Fähigkeiten je Klasse
--- Ende Zitat ---
Hard disagree. Besonders wegen der Folgen. Damit hat "Du musst für diesen Kampagnenabschnitt exakt Level X haben" den Anfang genommen.


--- Zitat ---• Mal exponentieller, mal linearer Anstieg der XP-Schwellen zum Stufenaufstieg anstatt arithmetische Progression
--- Ende Zitat ---
Ist das so wichtig? Man schaut in der Tabelle nach, wie viele XP man zur nächsten Stufe braucht.


--- Zitat ---• Unterschiedliche Rettungswurfklassen anstatt nachvollziehbare Steigerungen der Rettungswürfe (Magiekundige verbesserten ihre Rettungswürfe alle 5 Stufen, Kämpfer:innen jede 2. Stufe  :o )
--- Ende Zitat ---
Okay, das war wirklich ziemlicher Unsinn, insbesondere da man dann mehrere Stufen gewartet hat, um dann zwei Punkte in allen Kategorien auf einmal zu bekommen.  :think:
Das soll mir mal ein eingefleischter OSR-Anhänger erklären: Was da der weise Sinn war. Überhaupt sind die Saves das prä-3rd-Element, das mir am wenigsten gefällt. Habe aber für meinen eigenen BF-basierten Kitbash den Einzel-Save von S&W (mit geglätteter Progression) genommen. 


--- Zitat ---• Level-Caps und Klassenverbote für Nicht-Menschen, die keine nachvollziehbare In-Game-Begründung hatten
• Multiklassen parallel zum verrückten Dual-Klassen-System (ich habe nur diese deutsche Erläuterung gefunden)
--- Ende Zitat ---
Bei ersterem sehe ich noch ein bißchen Sinn: Erstens, Menschen gegenüber Demi-Humans etwas zu bevorteilen, zweitens, bestimmte Stereotypen (ob man die nun mag oder nicht) zu fördern.
Letzteres (also Dual Class) finde ich aber auch bescheuert. Vermutlich kam an irgend einem Punkt des Designprozesses die Beschwerde auf, dass nur Demi-Humans multiclassen dürfen. Daraufhin hat dann jemand gesagt: "Okay, meinetwegen, dann dürfen Menschen auch sowas ähnliches, aber es darf nicht genau so sein und muss mit kleinteiligen, unlogischen Nachteilen belegt werden." Und letzten Endes haben sie damit nur ein Einfallstor für Powergamer produziert, gerade in Computerspielen wie BG. 

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