Das Tanelorn spielt > [Ruin Master] Snow Saga

[RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden

(1/12) > >>

Outsider:
Akt I
- Zeit des Zorns -
Auf dem Kupferweg nach Norden
Der Landstrich nördlich von Storhavn war für die Maßstäbe der Wildlande dicht besiedelt auch wenn es nur ein paar Weiler und drei größere Farmen waren an denen ihr vorbeikommen würdet. Sote machte euch Hoffnung darauf, dass ihr hier noch öfters mit einem Dach über den Kopf als Schlafplatz rechnen konntet. Gerade auf den größeren Farmen mit so wohlklingenden Namen wie Grünwall, Saatheim oder Outhelm würde man euch sicherlich freundlich empfangen. Die Farmen lagen nur wenige Meilen ab vom Kupferweg und wenn ihr die Nächte nicht in Regen und Kälte verbringen wolltet waren das Alternativen die sich anboten.

Das Land war geprägt durch die Hügel von "Ulve und Strafe" in deren Herzen die Festung-Stadt Hallwind thronte. Die Hügel waren sanft ansteigende Kuppen die mit wenigen ausnahmen nicht sonderlich hoch waren und deren Gipfel allesamt frei von Fels und mit saftigem Grün bedeckt waren, welches jetzt jedoch von blasser fahler Farbe war und sich vor dem kalten Wind beugte. In den Einschneidungen und Tälern zwischen den Hügel gab es eine große Anzahl von Auen und Flussläufen die mit dem ständigen Regen angeschwollen und teilweise über die Ufer getreten waren doch der Kupferweg war auch dafür ausgelegt. Mal führte eine weitläufige Brücke über das Gebiet oder es war ein Damm errichtet worden, welcher Durchlässe für das eilende Wasser hatte aber die Straße soweit erhob, das sie nicht überschwemmt wurde. 

Meist wart ihr alleine auf der Straße und das Land schien Menschenleer. Nur selten traft ihr andere Reiter oder mal einen Wagen. Meist Menschen mit Geschäften auf den Gehöften und Weilern oder Reisende wie euch die von Hallwind nach Storhavn oder zurück wollten.

Dieser, der dritte Morgen eurer Reise, unterschied sich kaum von denen davor. Ihr konntet die Sonne im Osten aufgehen sehen, bevor sie sich über die Wolken erhob, verblasste und nur ein graues trübes Licht übrigblieb. Starke Winde fegten über die Hügel und trieben die Wolken in wilden Fetzen über den Himmel, was dazu führte, dass immer wieder heftige Schauer niedergingen. Die eisigen Winde verwandelten die Tropfen in Eiskristalle welche schneidend auf euch einprasselten nur um so schnell zu verebben wie sie gekommen waren. 

Hinxe:
Gylfi
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind

Der Wechsel vom luxuriösen Leben als Gast in Oktar Grimmes Hallen zum entbehrungsreichen Dasein als Reisender auf dem Kupferweg fiel Gylfi leicht. Er war selber überrascht und brauchte eine Weile, um zu verstehen, woran es lag. Immerhin bestimmen wir, wo es hingeht. Immerhin sehen wir, dass wir vorankommen. Der Wald hatte tiefe Spuren in Gylfi hinterlassen.

Gleich zu Beginn der Reise hatte der alte skwilde Sote Heilung angeboten, auch um mit dem Boten ins Gerspräch zu kommen. Schließlich stellte er dem Sklaven die Fragen, die ihm schon seit dem Raum der Runen im Kopf herumgingen.

"Sag Sote, wer genau ist dieser Haldur Ouvar? Wessen Mann ist er? Werden wir ihn in Wretguard sprechen können? Wurden seine Angaben überprüft?" Gespannt beobachtete Gylfi sein Gegenüber und hoffte auf erhellende Antwort.

Outsider:
Sote war mehr als glücklich über die angebotene Hilfe. Wie ihr gelernt hattet war es Sklaven verboten selbst um Gefallen für sich zu bitten, die ihnen nicht von alleine gewährt wurden. Die Wunden der Auspeitschung waren notdürftig versorgt worden, aber die Verbände mussten regelmäßig gewechselt werden um Entzündungen zu vermeiden und selbst ohne das waren sie unheimlich schmerzhaft.

Sote ließ sich nichts anmerken und war vollkommen überrascht von der Güte und Gnade die ihr ihm entgegenbrachtet. Er hatte euch bis dahin zwar für Ausländer gehalten, aber für hochgestellte unter den Jarls so wie Oktar euch behandelte. Kaum jemand der sich für die Belange eines Sklaven interessierte. Gylfis Behandlungen brachten ihm deutliche Linderung und er war nur allzu gern bereit all eure Fragen zu beantworten. Er betonte immer wieder, dass er zu fast allen in Wretguard etwas sagen konnte, kannte er die Familien doch sehr gut.

„Haldur Ouvar ist der Scharfrichter und Rechtsprecher von Wretguard, einen Posten den schon seine Vorfahren und Vorvorfahren innehatten. Tomus hat niemanden ausgeschickt um die Angaben von Haldur zu überprüfen. Haldur genießt ein hohes Ansehen und um ehrlich zu sein, sein Posten als Richter und Vollstrecker macht es schwer ihm zu widersprechen. Vielleicht…“ Sote muss kurz über seine Worte nachdenken „…vielleicht hat der Fylkjarl inzwischen jemanden geschickt. Er ist kein schlechter Mensch, aber seine Gier steht ihm immer wieder im Weg, wisst ihr!?“

„Haldur ist dem Hagtorn Clan treu ergeben, seine Familie stellt die Hirdmänner des Clans, alles versierte Krieger und der Name hat eine lange Geschichte in der Gegend rum um Wretguard. Wäre das Schicksal im wohlgesonnen gewesen hätte Haldur jetzt vielleicht Fylkjarl sein können oder sogar der einzig wahre König der Wildlande. Ouvar der Enthaupter ist sein Vorfahre, der Saga nach diente er den Königen der Wildlande schon als Scharfrichter. Es gibt einen Vers über ihn!“

Sote räuspert sich, seine Augen glänzen vor Freude das er etwas vortragen darf und Gylfi ihm zuhört.

Ouvar der Enthaupter.
Des Kupfers Mann.
So stark, so groß, gerecht war seine Hand.
Der Gesetzlosen Weg war lang und gewunden.
Dem Tod, unserer Herrin, konnte niemand widerstehen.
Am Ende der Reise, von nun an bis in alle Ewigkeit
Trennt sein Hieb den Kopf vom Körper.
Hoch auf dem Hügel des Scharfrichters weht sein Umhang.
Die Klinge so scharf, der Hieb so kühn fielen unter ihm Männer wie Frauen.
Alt und Jung, die Köpfe an die hunderte zählen.
Er ist der Schnitter.
Er ist der Ender von Blutlinien, den Ouvar ist sein Name.
Ouvar der Enthaupter.
„Die Sagas berichten das Ouvar der Enthaupter zu seiner Zeit von den Menschen gemocht wurde und möglicherweise wäre er der nächste König der Wildlande geworden.“

Sote erzählt weiter.

„Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Eines Tages brannte sein Haus nieder und seine ganze Familie kam in den Flammen um. Viele glaubten die Seelen der Toten die unter seinen Hieben gestorben waren, wären zurückgekommen und wollten Rache. Er selbst erlitt schwere Verbrennungen und als er sich von Hügel des Scharfrichters zurück nach Wretguard schleppte soll ein Ioi auf ihn aufmerksam geworden sein, der ihm einen Pakt anbot, dafür würde der Ioi ihm seine Familie zurückgeben. Welcher Natur der Pakt war ist nicht überliefert, doch Ouvar der Enthaupter soll abgelehnt haben. Manch einer ist der Meinung, das waren nur Fieberträume des Mannes, aufgrund seiner schweren Verbrennungen. Die zu überleben allerdings schon ein Wunder war.“

„Das ist die Geschichte zum Vorfahren und ob wahr oder nicht die Leute glauben mal mehr mal weniger daran. Wer widerspricht schon jemanden dessen Vorfahr den Pakt eines Ioi abgelehnt hat? Oder, wie andere meinen, den Pakt eingegangen ist. Jedenfalls, rate ich euch diese Geschichten um seine Vorfahren nicht in Gegenwart von Haldur Ouvar zu erwähnen, die Ouvars reagieren sehr genervt auf diese alten Sagas und Gerüchte. Wer kann es ihnen verübeln.“

pharyon:
Aeryn
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind

Der Aufbruch kam Aeryn gelegen. Endlich nehmen wir unser Schicksal wieder in unsere Hände. Aufmerksam hörte sie Sote zu, wenn er erzählte. Und wechselte sich mit den anderen beiden beim Versorgen der Wundverbände ab. Die Informationen über Haldur Ouvar sog sie in sich auf, genauso wie den Vers über dessen Vorfahr. Meistens hielt sie jedoch auf dem Weg Ausschau nach Hindernissen und Gefahren.

Bei einer Rast, während sie seine Wunden versorgte und Sote Essen und Trinken reichte, erkundigte sich Aeryn bei Sote. "Sagt, was könnt Ihr über Euch und Eure Familie erzählen? Welche Handwerke beherrscht ihr, wie groß ist Eure Familie und geht es allen gut? Und: Was könnt ihr uns über Wretguard erzählen? Gibt es dort demnächst besondere Tage? Wie viel Wachen hat es dort? Was für Handwerke werden dort vornehmlich betrieben?" Aeryn lächelte den Sklaven an und gab ihm zu verstehen, dass er ihr keine falschen Antworten geben konnte und daher frei (frei!) war, so viel oder wenig zu erzählen, wie er mochte. Aufmerksam hörte sie ihm zu, während sie die Umgebung ihrer Truppe nie ganz aus den Augen ließ.

Outsider:
Über das knackende und wärmende Feuer hinweg blickt Sote in den dunklen Himmel über euch. Es wirkt kurz so als würde ein Hauch von Schwermut einen Schatten über seine Züge legen, doch dann blickt er zu Aeryn rüber und das Lächeln kehrt in sein Gesicht zurück.

„Ich habe nur noch meinen Vater Greld, er steht ebenfalls in den Diensten der Hagtorns. Meine Mutter starb früh und Geschwister sind mir nicht vergönnt. Die Hagtorns sind gut zu uns Sklaven, keine unnötigen Schläge oder Schikanen, sie behandeln uns fast wie freie Wildländer. Mein Vater…“ ein verschmitztes, spitzbübisches Lächeln schleicht sich auf das Gesicht des Sklaven „…ist ein ziemlicher Schwerenöter, er hat etwas, ach…“ Sote seufzt „…dem die Frauen nicht widerstehen können. Er ist vorsichtig, aber sie stehen einfach auf ihn, manchmal glaube ich…“ Sote senkt seine Stimme „…Huld ist gar nicht Tomus Sohn, in seinem Herzen kommt er eher nach meinem Vater, was uns zu Halbgeschwistern machen würde. Aber das habe ich euch nie erzählt!“

Verschwörerisch blickt der Sklave in die Runde.

„Huld hat es nicht leicht, Tomus Brüder, seine Onkel haben es auf ihn abgesehen. Mehr als eine Nacht hat er sich unter ihren Schlägen in den Schlaf geweint. Er behandelt die Sklaven nicht gut, was er von seinen Onkeln bekommt gibt er an uns weiter. Er könnte ein guter Mensch sein, aber die Umstände…“ hier verstummt Sote, hat er doch vielleicht schon zu viel erzählt.

„Feiertage stehen nicht an in nächster Zeit. Wretguard ist ziemlich klein, nur noch ein paar Familien mit vielleicht ein dutzend Hirdmänner die alle von den Ouvars gestellt werden. Früher war Wretguard mal ein Basislager für die Bergleute und Steiger, jetzt stehen viele Häuser leer. Handwerk wird ebenfalls kaum betrieben, wir haben eine Schmiede, die ist in der Hand der Hjelms. Die Hjelms sind nach den Hagtorns die zweitgrößte Familie in Wretguard und ebenfalls sehr umgänglich. Ihre Sklaven sind fast freie Männer, aber das Familienoberhaupt Turulf ist sehr alt, mehr als siebzig Winter hat er auf dem Buckel und keiner glaubt das er diesen Winter noch überleben wird. Was dann aus den Hjelms wird wissen nur die Götter. Sein erstgeborener Hedar, der Schmied von Wretguard wird die Familiengeschicke dann übernehmen, das glauben jedenfalls alle. Aber irgendetwas ist falsch an Hedar, als Kind hatte ich wirklich Angst vor ihm. Alle Kinder von Wretguard hatten das und die Kindermädchen nannten ihn nur den Schrecken um uns Angst zu machen in ihren gute Nacht Geschichten. Ihr wisst schon, wenn ihr nicht schlaft holt euch Hedar der Schrecken und macht mit euch das gleiche wie mit den Tieren!“

Ein Schauer läuft über Sotes Rücken.

„Früher ist er immer durch die Felder gestreift und hat kleine hilflose Tiere, Frettchen, Hasen und Feldmäuse gefangen und zu Tode gequält und dabei immer so irre gekichert. Erst als er mit zwölf in der Schmiede anfing hörte das auf, aber ihr könnt es in seinen Augen sehen, er ist…“ Sote sucht nach Worten „…anders. Das trifft es wohl am besten!“

„Die Hagtorns züchten Rinder, die sogenannten Hagtorn Rinder, sie haben auch Schweine und Hühner. Neben meiner Aufgabe als Bote arbeite ich auch viel mit dem Vieh. Wir haben drei Bullen, wirklich riesige Berge von Tieren und nicht ungefährlich, zwölf Kühe nennen die Hagtorns ihr Eigen und mehr als dreißig Frostschweine und über einhundert Hühner. Die Hühner sind mir die liebsten. Sie scharren und legen Eier, sind immer freundlich und umgänglich. Ich mag sie!“

„Als letztes wären da noch die Norim Familie, das Oberhaupt ist Hakka und seine Frau heißt Linn. Ich habe Tomus mal sagen hören, dass er meinte Hakkas Frau wäre eine Elfe aber ich weiß nicht was er damit gemeint hat. Linn ist blind und Hakka viel älter als er sein sollte. Manche behaupten er wäre schon über zweihundert Jahre alt und wäre schon alt gewesen als die Alten noch Kinder waren, aber ich kann mir das schwer vorstellen. Ihre Tochter Maria ist die Heilerin des Ortes!“

Jetzt kommt Sote ein wenig ins schwärmen und sein Blick wandert zum Horizont.

„Sie ist weit und breit die schönste Frau in Wretguard, ach in dem ganzen Landstrich, etwas an ihr zieht einen in ihren Bann, vielleicht ihre Augen oder ihr gütiges Wesen. Huld…“ jetzt starrt Sote auf den Boden „…ist schwer verliebt in sie, ich meine wer ist das nicht, wenn man sie sieht ist es wie der Sonnenaufgang über eine Sommerwiese. Das Licht ist warm, die Luft mild, der Duft von Gräsern und wildem Mohn liegt in der Luft, noch ist es Kühl aber ihre heilenden Berührungen haben die Kraft der Sonnenstrahlen und wärmen die Haut. Ach…“ Sote seufzt erneut „…ich schweife ab. Jedenfalls Hulds Liebe wird nicht erwidert und das bricht ihm das Herz. Der Junge hat es echt nicht leicht!“

„Die Norims sind Jäger und Fischer, sie verkaufen eingelegten und Trockenfisch, nähen Kleidung aus Fellen und stellen Fallen her. Alles zu vernünftigen Preisen, ihr werdet in den Wildlanden keine bessere Qualität finden und sie werden euch keinen Heller zu viel kosten."

„Ich sollte natürlich die Familie Sorva nicht vergessen, das sind Sklaven denen man die Freiheit geschenkt hat. Dafür sind sie die Totengräber von Wretguard und leben in der Kapelle am Rande des Friedhofs. Die sind auch ein wenig komisch, deren Oberhaupt Remi ist verflucht. Angeblich soll er einen Jungen lebendig begraben haben, nicht mit Absicht…“ fügt Sote schnell hinzu „…es war ein Unglück, aber jetzt wird er von diesem Jungen heimgesucht! Rilja, Tomus erste Frau, hat mir das erzählt und sie neigt nicht dazu zu tratschen!“

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln