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[Alien] TLW - Akt I – Neuen Horizonten entgegen
pharyon:
Arthur Nicholas Douglas
USCSS Solovetsky Island - Kantine
"Okay, Raketenwerfer, hmmm? Mal schauen, was wir haben." Nachdem er seine Tasse Tee getrunken und die Daten, die ihm John überreicht hatte, gelesen hat, begibt sich Arthur an ein Terminal. Als er die Durchsage an die Crew macht, schaut er John kurz an, konzentriert sich dann aber auf seine Worte.
"An alle Besatzungsmitglieder der Solovetsky Island, Besprechung der anstehenden Mission in dreißig Minuten. Wir versammeln uns alle in der Kantine. Es gibt Neuigkeiten aus der Heimat." Damit beendet Arthur die Durchsage und setzt sich zu John an den Tisch. "Dann warten wir mal ab. Weißt du, ob noch jemand an Bord gekommen ist? Haben wir Gäste?" Arthur schenkt sich Mineralwasser in ein Glas ein und trinkt es zur Hälfte aus. "Falls ja, müssen wir sie bald von Bord bringen."
Dann widmet sich Arthur seinem Padd, versucht das, was er der Crew sagen möchte, etwas zu strukturieren. Auch damit er wichtige Punkte nicht vergisst.
Wir müssen bald los. Alle müssen dann auf den Punkt bereit sein.
Outsider:
Keines der Crewmitglieder der Solovetsky Island braucht wirklich dreißig Minuten. Nach und nach trudeln alle ein oder lungern in den Gängen rund um die Kantine herum. Sie wissen, was es heißt, wenn der Captain sagt 30 Minuten. Das heißt nicht jetzt, nicht in 15 und nicht in 35 Minuten. Aber alle sind neugierig. Sind es doch die ersten Neuigkeiten seit einer gefühlten Ewigkeit. Auch wenn die letzten Jahre im Kryoschlaf vergangen sind, jeder der den Weltraum bereist, hat sich das Denken „war doch erst gestern“ abgewöhnt. Nein, es war nicht gestern, es sind über 1000 Tage vergangen seitdem es das letzte mal eine Nachricht gab die man als aktuell bezeichnen konnte.
Fast auf die Minute genau füllt sich die Kantine und Arthur und John blicken in gespannte Gesichter. Der Mühsal des Aufwachens ist verflogen, auch wenn es bald wieder heißt „…ab ins Eisfach…“ denn der Flug zu eurem Ziel wird noch mal kurz über 20 Tage Flug im Sprungmodus bedeuten bis ihr in die Nähe von KOI-2650.01 gelangen werdet.
Das Geklapper und Gerücke der Stühle hört auf, die Gespräche verstummen und alle Augen sind auf Arthur gerichtet.
pharyon:
Arthur Nicholas Douglas
USCSS Solovetsky Island - Kantine, mit der Besatzung
Arthur wartet ab, bis sich alle gesetzt und sich etwas zu trinken, und manche auch etwas zu essen, geholt haben. Er lächelt. Nicht übertrieben fröhlich, auch nicht unecht. Du hast dir das lange zurecht gelegt, also los.
"Zunächst werde ich unsere neue Mission kurz vorstellen, anschließend die Neuigkeiten aus unseren Heimaten mitteilen. Danach... unterhalten wir uns offen. Zum Schluss erteile ich die Befehle und Sie machen sich an die Umsetzung." Kurze Pause.
"Unser Ziel ist Gorhams Kolonie, KOI-2650.01. Es handelt sich um eine Bergbaukolonie, gegründet 2067 von J. V. Gorham. Laut den verfügbaren Aufzeichnungen wurde hier terraformiert, aber wir wissen nicht, wie es da jetzt aussieht. Die Bevölkerung wurde im Jahr 2100 auf 1.002.235 Kolonisten gezählt. Abgebaut wurden Pentlandit, Eisenerz und einige Spurenelemente. Die tiefste Borstelle ist mit einer Tiefe von 23 km angegeben.
Die Kolonie führte nicht-einheimisches Leben ein, sogenannte Harvester, die bei den Bergbauarbeiten helfen sollten. Diese Lebensform war auf dem Planeten LV-797 Tartarus heimisch und konnte abgerichtet und im Bergbau eingesetzt zu werden. Bei den Harvestern handelt es sich um eine Wurmartige, unterirdisch lebende Kreatur von 8-9 Metern länge und einem durchschnittlichen Gewicht von 3,5 Tonnen. Riesen-Regenwürmer, könnte man sagen.
KOI-2650.01 umkreist einen roten Riesenstern. Erdübliche Schwerkraft, die Tageslänge beträgt 36 Stunden. Das Klima ist trocken mit starken Winden und häufigen Sandstürmen. Die Temperaturen erreichen am Tag maximal 10°C und sinken in der Nacht auf den Gefrierpunkt ab. Durch die geringe Achsneigung sind Tag- und Nachtlänge mit je 18 Stunden fast identisch.
Unsere Mission ist eine Erkundung und eine humanitäre Unterstützung. Wir schauen, was es in der Kolonie gibt und ob jemand sofort Hilfe benötigt. Wenn wir niemanden mehr finden, überprüfen wir, ob sich der Planet zur Wiederbesiedelung eignet. Oberste Priorität hat dann die Black Box der Kolonie. Die Log Disk muss geborgen werden, damit wir den Verlauf der letzten 75 Jahre rekonstruieren können.
Nach Abschluss der Mission wird ein detaillierter Bericht von uns erwartet, unter anderem mit Bezug auf wissenschaftliche Forschungsmöglichkeiten, untersuchenswertes Leben und natürlich über alle weiteren Möglichkeiten für wissenschaftliche, kommerzielle oder finanzielle Nutzung. Soviel zur Mission.“
Arthur atmet kurz durch, nimmt einen Schluck von dem noch warmen Kaffee, und wartet kurz, bis die Aufmerksamkeit aller wieder bei ihm liegt.
"Zu den Neuigkeiten: Die Vereinigen Americas und die UPP befinden sich im Krieg. Die Kämpfe sind im Grenzraum ausgebrochen, es hat eine Invasion der UPP auf Kruger 60 stattgefunden, soweit wir wissen. Das stellt eine Verletzung der DMZ dar und hat zu weiteren Kampfhandlungen geführt. Außerdem hat sich die Koloniewelt New Albion aus dem Three World Empire gelöst und ihre Unabhängigkeit erklärt. Allem Anschein nach hat es noch keine Feindseligkeiten zwischen den 3WE und dem New Albion Vertretungen gegeben. Es ist aber möglich, dass das 3WE einen Militäreinsatz zur Absetzung der Regierung auf New Albion in Erwägung zieht. Ich weiß, das sind nicht die Neuigkeiten, die wir gerne gehört hätten.
Als Vorsichtsmaßnahme werden zwei SEV bei der USCSS Iyanla belassen und nur die Typhoon und die Solovetsky Island zur Erkundung der alten Welten ausgesandt.
Wir stammen alle aus unterschiedlichen Herkünften, unsere Zugehörigkeiten liegen sehr unterschiedlich. Aber wir sind alle Besatzung der Solovetsky Island und unser aller Überleben hängt davon ab, dass wir gut zusammenarbeiten und uns professionell vertrauen können. Wenn Sie also Fragen haben oder etwas zu diesen Neuigkeiten anmerken möchten, sprechen Sie bitte jetzt offen oder mich vor dem Abflug an. Sobald wir unterwegs sind, erwarte ich, das politische Differenzen keinen bedeutsamen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Crew und die Mission haben. Wer fängt an?"
Und damit liegt der Ball bei euch. Macht was draus. Arthur schaut in die Runde und wartet ab, in welche Richtung sich die Crew bewegt. Ein erster Härtetest.
Outsider:
Vom Rand der Kantine aus beobachten die zwei Working Joes James und Sophie die Versammlung. Die zwei lebendigen Schaufensterpuppen mit ihren toten und kalten Gesichtern gehören irgendwie dazu, sind aber doch nur Syntheten und klar als solche zu erkennen. Der Unterschied zwischen Gaius und dem den beiden könnte größer nicht sein. Welche Variante bei den Menschen in ihrer Nähe für mehr Unwohlsein sorgt ist umstritten. So stehen sie einfach da, unbeweglich, ohne Emotionen, ohne Regung fast könnte man sie für Statuen halten. Statuen die aber von einem Augenblick auf den nächsten zum Leben erwachen und ihrer Arbeit nachgehen.
Die Crew reagiert verhalten auf die News. Die Mission wird freudig kommentiert, positive Spannung liegt in der Luft, doch die ebbt schnell wieder ab als Arthur die Neuigkeiten von zuhause erzählt. Immerhin bricht kein Tumult aus, der Kreis ist kleiner und vielleicht weniger idealistisch besetzt, auch wenn es Präferenzen gibt. Vielleicht sind die News auch einfach zu viel. Die Mission, der Krieg zuhause und alle müssen es erst einmal sacken lassen was sie da gehört haben.
Emily Quintana ergreift als erste das Wort:
„Solange uns hier keiner dazu verpflichtet Kriegsanleihen zu kaufen ist wohl alles okay. Die UPP soll die Finger von den Kolonien lassen und was in ein paar Jahren ist, wenn wir zurück sind wird man dann sehen. Das passiert in einer anderen Zeit!“
Teils zustimmendes Nicken, aber auch Gegrummel besonders von Dudgeon und Koblenz die aber zu diesem Zeitpunkt keine echte Erwiderung geben. Amir und ihre Marines schauen sich kurz an als es um die 3WE und das NAPRO geht, aber es bleibt dabei.
Tan Blatchman der ICC-Inspektor räuspert sich und erhebt sich von seinem Sitz.
„Captain…“ richtet er das Wort an Arthur „…vielen Dank für das Update aus der Heimat und das Kurzbriefing der Mission!“ Dann wendet er sich an die Crew und seine Stimme nimmt einen offiziellen, sehr belehrtenden Tonfall an „Wie sie sich sicher vorstellen können hat eine Kolonie von über eine Millionen Einwohner und ein Planet mit außerirdischen Lebensformen über einen Zeitraum von 75 Jahren sicher die eine oder andere Sonderbarkeit hervorgebracht welche unter die Aufsicht der ICC fällt. Ich kann nur alle daran erinnern, dass alles was sie da finden genaustens zu erfassen, zu katalogisieren und zu melden ist!“
Ein kichern kommt aus den Reihen, ein paar verdrehen die Augen.
„Danke, dass wäre erst einmal alles!“ Endet Blatchman und setzt sich wieder, mit dem stoischen Blick eines Mannes der eine ungeliebte Wahrheit ausgesprochen hat. Kein Weg führt an der ICC vorbei.
pharyon:
Arthur Nicholas Douglas
USCSS Solovetsky Island - Kantine, mit der Besatzung
Arthur schaut Blatchman kurz an, lächelt, wartet. Nach zwei, drei Sekunden richtet er sich an ihn. "Vielen Dank, Mr. Blatchman. Wir kennen die Vorschriften, aber es schadet nicht, sich kurz daran zu erinnern. Sie haben recht, wir müssen genau sein, sollten uns keine schweren Fehler erlauben. Dokumentation und Erfassung kann für später noch wichtig werden. Also ja, es wird auch ungeliebte Arbeit anfallen, die dennoch wichtig ist."
Er macht eine kurze Pause, wartet die ausgestoßenen Seufzer und verdrehten Augen ab, fährt dann fort. "Mir ist jedoch am allerwichtigsten, dass wir alle nach Möglichkeit unsere Mission heil überstehen. Deshalb bereiten Sie bitte mit dem vorhandenen und verfügbaren Wissen Vorgehensmaßnahmen vor für folgende Notfallszenarien: medizinisch-mikrobiologisch-chemisch, biologisch, sozial-psychologisch, technisch-elektronisch. Inklusive, wie wir unser Einsatzteam ideal aufstellen. Sie dürfen dazu Kleingruppen bilden. Bevor wir wieder in die Stasekammern gehen, möchte ich für jedes Sicherheitskonzept einen ausgearbeiteten Vorschlag auf meinem Padd. Teilen Sie sich auf, so dass jedes Problemfeld bearbeitet wird. Falls Ihnen noch ein Szenario einfällt, dass ich ausgelassen habe, teilen Sie mir das mit. Dudge, Mr. Tsukuda, schauen Sie, was wir über die Flugroute wissen müssen, welche Gefahren oder Hindernisse auf dem Weg liegen werden oder eintreten könnten."
Neue Pause, ein Schluck Kaffee.
"Ich weiß, das ist nicht der sexy Part des Jobs. Bereiten Sie uns gut vor, damit wir alle den Spaß haben können." Arthur lächelt in die Runde, schiebt den Stuhl etwas zurück. "Wegtreten."
Das beschäftigt sie hoffentlich konstruktiv und lässt die Gedanken nicht so oft zur Heimat wenden.
"Wer mich sprechen will, ich bin in 15 Minuten wieder hier." Damit wendet er sich ab und geht in Richtung MU/TH/ER.
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