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Beobachtung in Blogs, Rezensionen usw.: Warum geht es nicht ohne Abwertung?

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Mr. Ohnesorge:
Bei vielem stimmeich dir zu, aber das hier sehe ich anders:


--- Zitat von: unicum am 27.03.2026 | 09:15 ---"
Früher war Journalismus so das man versucht hat neutral zu bleiben, das finde ich heute kaum mehr im Jorunalismus selbst. In den ganzen Blogs und sogenannten "Sozialen" Medien (die ja auch irgendwie den Anspruch haben "Jornalistisch zu sein *hüstel*) wo man eben nicht mal den anspruch hat Neutral zu sein und seine Meinung darstellen kann wird das dann eben auch so benutzt das man seine persöhnliche Meinung veralgemeinert zu "Das ist so!"

--- Ende Zitat ---

Jeder Artikel/ Blogpost/ Rezension ist immer von der Meinung bzw. Agenda der Verfasserin gefärbt. Das war schon immer so, denn wie soll das auch anders möglich sein?

Seba:
Ja, man kann seine Biases nicht abstellen. Aber fairerweise sollte man versuchen, sie zu identifzieren, zu reflektieren und dann vor allem auch jeder Rezension klar voranzustellen.

Es ist sehr wichtig, die Biases zu kennen, um einordnen zu können, was die Rezension aussagt. So gibt es zum Beispiel Leute, bei denen ich weiß, dass mir das Produkt gefallen wird, wenn sie es verreißen.

Aus Autorensicht: Verrisse kann man einfach viel unterhaltsamer schreiben. Das ist ein nicht zu verachtender Grund. Es macht mehr Spaß und ergibt lustigere Texte.

Grundsätzlich finde ich, dass man immer erstmal loben sollte, wenn Leute überhaupt irgendwas zur Veröffentlichung bringen. Das ist alles schon nervenaufreibend genug. Ein bisschen Respekt vor dem kreativen Schaffen, das in der Regel in der Freizeit passiert, ist immer angebracht. Deshalb muss man nicht alles toll finden. Aber bitte respektieren.

MfG,
Seba


Zed:

--- Zitat von: Mr. Ohnesorge am 27.03.2026 | 14:02 ---Jeder Artikel/ Blogpost/ Rezension ist immer von der Meinung bzw. Agenda der Verfasserin gefärbt. Das war schon immer so, denn wie soll das auch anders möglich sein?

--- Ende Zitat ---

Das ist unbestritten, denke ich.

Aber etwas, dass "Rezension" genannt wird, ist etwas anderes als eine "persönliche Geschmacksäußerung". Als Textgattung folgt sie bestimmten Prinzipien. Und die persönlichen Vorlieben und Abneigungen gegenüber bestimmten Rollenspielsystemarten sollten bei Rezensionen so gut wie möglich herausgehalten und/oder sehr kenntlich gemacht werden, meine ich.

First Orko:

--- Zitat von: Alter Weißer Pottwal am 27.03.2026 | 12:37 ---Ein bisschen Polemik gehört zu einer guten Rezension dazu. Viel schlimmer halte ich Rezensionen bei denen immer alles toll ist und dadurch die Kunden getäuscht werden, weil die Rezensenten Angst haben, die Gefühle der Autoren zu verletzen.

--- Ende Zitat ---

Nur ist die Idee, man könne sich ja auch respektvoll darüber austauschen, dass man unterschiedliche Meinungen und Bewertungen über dieselbe Sache hat etwas völlig Anderes als Täuschung von Kunden mittels "Kuschelrezension"  ;)

Luxferre:

--- Zitat von: Raven Nash am 27.03.2026 | 12:24 ---Wobei man noch ergänzen sollte, dass die moralische/intellektuelle/etc. Überlegenheit durch die Sozialen Medien massiv aufgeblasen wird/wurde, weil eben jeder Idiot genug Leute findet die ihm applaudieren, egal welchen Mist er verzapft.
In früheren ZeitenTM fehlte das, wodurch die Leute doch eher auf dem Teppich blieben, was den Wert ihrer Ansichten angeht.

--- Ende Zitat ---

Es ist viel einfacher, seine Echokammer/Filterblase/ideologischen Tunnel zu finden und seine eigene, grundsätzlich erstmal beschränkte, Meinung verstanden, wertgeschätzt und unterstützt zu sehen.
Ob das nun OSR vs SCHERZ oder D&D vs DSA oder links vs rechts ... mein Problem, und das kolportiere ich ja nicht zum ersten Male, ist der Mangel an Ambiguitätstolerenz. Also einfach mal andere Ansichten oder Meinungen stehen zu lassen und zu akzeptieren, dass Andere aus guten Gründen anders denken, fühlen oder meinen.
Das fällt bei so unilateralen Konsum-Medien besonders auf.
Ein Podcast, in dem Leute völlig unterschiedlicher Meinung zum Thema zusammenkämen wäre doch mal cool!

Dann noch eine weitere Beobachtung: Leute, die eine/ihre einfache Meinung als superior darstellen und andere Dinge abwerten, sind oftmals recht einfache Gemüter. Das können promovierte Geisteswissenschaftler genau so sein, wie studierte Kaufleute oder Bauhelfer. Der Bildungsgrad oder die Intelligenz meine ich mit "einfaches Gemüt" nicht. Vielmehr meine ich das Breitsitzen in der eigenen Komfortzone.
Mir fällt der Umgang mit solchen Menschen zusehends schwer. Insbesondere, wenn die sich einen wissenschaftlichen Anstrich geben, obwohl es purer esoterischer Kokolores ist.


Den Beitrag von Weltengeist, samt Ergänzung von flaschengeist, sollte man irgendwie highlighten  :headbang:

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