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[RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Wretguard

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Outsider:
Akt I
- Zeit des Zorns -
Wretguard
Viele der Türen der Häuser die leer zu stehen scheinen, sind mit einem weißen X gekennzeichnet, welches über die ganze Tür gemalt wurde. Die Farbe ist alt, blättert ab, aber sie ist noch da und steht im Kontrast zum dunklen Holz.

Ihr biegt nach links ab und überquert einen Platz.

Ein kurzes Stück weiter entlang des Weges liegt ein Anwesen das aus einem Zweistöckigen Haupthaus besteht welches rechts und links von flacheren Bauten flankiert wird und ein "U" bildet. In der Mitte des Platzes zwischen den Gebäude befindet sich eine kleine Schmiede. Rund, mit einem Ofen in der Mitte. Das Dach besteht aus Kupfer und wird von Säulen getragen von denen Werkzeuge herabhängen. Werkbänke zwischen den Säulen bilden die Arbeitsfläche. Wo keine Bänke sind ist Platz für einen großen Amboss auf dem schon so manches Stück geschmiedet wurde.

Der Geruch nach Holzfeuer und Vieh liegt in der Luft. Hinter dem Haus der Hagtorns liegen Weideflächen und ein Bereich für Hühner, mit Stall und hoher Palisade, so dass man zwar das Gackern hören, die Tiere aber nicht sehen kann. Die Hagtornbullen jedoch sind nicht zu übersehen. Riesige, zottige Tiere mit breiten Schädeln welche in Ausladenden Hörnern enden. Das Fell ist pechschwarz und hängt lang herunter.

Der linke Flügel scheint Unterkunft der Sklaven und ein Stall zu sein. Sote deutet euch an eure Pferde dort abzustellen, man wird sich um sie kümmern. Gleiches gilt für den Wagen. Dann führt er euch zum Haupthaus.

Man blickt euch hinterher, aus den dunklen Fenstern, dem Schatten. Die Leute hier bekommen wohl nicht oft Fremde zu Gesicht. Anders als die Grimme Sklaven scheinen die Menschen hier distanzierter zu sein, die Frauen heben kaum die Köpfe, die Männer vermeiden direkte Blicke.

Kaum das ihr aus dem Sattel seit führt Sote euch schon zum Haupteingang, eine zweiflügelige Tür hinter der es weiter in das Haus geht. Alles ist robust, auch wenn man den ehemaligen Reichtum noch erahnen kann ist es bei weitem nicht so opulent oder extravagant wie bei Oktar. Dies ist eine Grenzlandsiedlung, sie ist funktionell und seit Jahren dem Niedergang geweiht. Wo bei Oktar Teppiche und Läufer lagen sind hier blanker Stein und Bohlen. Hinter der Tür liegt ein weiter, offener Bereich aus dem zwei Treppen rechts und links in das obere Stockwerk führen. Eine Feuerstelle in der Mitte spendet Licht und Wärme. Kerzen an den Wänden helfen die Schatten zu vertreiben.

Eiligen Schrittes folgt ihr Sote in einen weiteren Raum, hinter der Eingangshalle in dem eine lange Tafel steht. Eine große Feuerstelle in der Mitte ist jetzt kalt und nur ganz an den Enden glimmt etwas Holz. An der Stirnseite gibt es eine kleine Erhebung, dort steht ein einzelner aus Eichenholz geschnitzter Stuhl, leer. Tomus ist noch nicht eingetroffen. An der Seite des Stuhls steht eine einzelne Wache, in Rüstung den Zügen nach könnte es ein Bruder von Tomus sein.

Als Gylfi über die Schwelle der Halle tritt fällt sein Blick auf das Schwert welches über dem Stuhl an der Rückwand der Halle auf zwei Haken ruht. Das Feuer flankierender Fackeln spiegelt sich in dem Metall von Knauf und Parierstange. Der Griff ist mit feinem Leder umwickelt. Der alte Skwilde fühlt sich als würde er fallen, als hätte ein Vogel oder Fabelwesen, ein Greif der Mittlande vielleicht ihn hoch hinaufgetragen über die Wolken nur um ihn fallen zu lassen, seinen Körper am Boden zu zerschmettern.

Er sieht die Wolken und wie die Erde auf ihn zurast, Schwindel steigt in ihm auf. Er durchbricht die Wolken und unter ihm das weite Land. Eine einzelne Bergspitze sticht aus einer Reihe von Bergen hervor, ein wahrhaft mächtiger Berg, höher als alles um ihn herum. Der Name kommt den Skwilden in den Sinn auch wenn er nicht weiß woher er ihn kennt. Der große Eisenzahn, in grauer Vorzeit als das Geschlechte der Menschen noch keine wichtige Rolle in Trudvang spielte. Es ist die Zeit der Drachen, Zwerge und Elfen. Ein Krieg tobt dort unten. Trolle setzen den Zwergen arg zu, welche ihre Stadt tief in die Wurzeln des Gebirges gegraben hatten. Der Kampf steht auf der Schneide, die kleinste Veränderung kann das Glück zu Gunsten der Zwerge oder der Trolle kippen. Doch es ist ein wanderndes Volk der Menschen, die Hurs welche den Zwergen in ihrem Kampf mit den Trollen zur Seite stehen. Der Zwergenkönig Angor und sein Gefolge können die Trolle besiegen. Als Arkan Koraljon jedweden Lohn oder Schatz ablehnte dem ihn die Zwerge für seine Hilfe anboten und klar wurde das er rein aus Hilfsbereitschaft und Güte geholfen hatte schmiedete Angor persönlich ihm ein Schwert.

Man kann eintausend Jahre graben und doch keine Mithrakaader finden. Das Metall ist so selten wie es mächtig ist und nur Meisterschmiede können es bearbeiten. Der kleinste Fehler und es verdirbt, nur ganz wenige Feuer sind heiß genug dass es sich dem Willen eines Schmiedes unterwirft. So entstand Koraljons Herrscherklinge, eine Langschwert, vom Heft bis zur Spitze aus Mithraka gefertigt, geschmiedet von den Zwergen uralter Zeiten. Arkan beging noch viele Heldentaten bevor er das Schwert an seinen Erben übergab, das Blut des Königs fällt auf einen Stein und Gylfi kann sehen wie es in den Ritzen versickert, sich teilt. Gesichter erscheinen erst langsam, dann immer schneller, je weiter der Blutstropfen durch den Stein sickert, bis er am Ende ein Kind sieht.

Das vierte uneheliche Kind eines Dorfältesten, gehalten von einer Mutter die bereits in den Nebeln der Zeit verblasst. Es mag dünn sein, aber in den Adern dieses Kindes fliest das Blut von Arkan Koraljon, das Kind ist der letzte Erbe der Herrscherklinge welche die Hagtorns zu bewahren einst geschworen hatten.

Es dröhnt im Kopf des Skwilden, Stimmen brüllen auf ihn ein.

Be at peace,
have faith,
fate can be decided,
The Child of Light shall
Come
a son of man
our shepard
Dann Dinge die er nicht versteht bevor die Stimmen ein letztes mal klar werden.

Where the Copper Kingdoms
falls,
The Son of Light awaits,
the shepard meets the
Daughter of Fate.
Dann ist es vorbei, der Blick des Skwilden klärt sich wieder und er blickt auf den Fackelschein der sich im Schwertknauf spiegelt. Das Feuer tiefer Essen so unermesslich heiß, das Drachen selbst es gegeben haben müssen war nötig um das Schwert zu bearbeiten.

Hinxe:
Gylfi
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Gylfi sank auf die Knie, den Blick starr auf das Schwert des Arkan Koraljon gerichtet. Tränen liefen ihm über die Wangen, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Ihn erfüllte eine sengende Hitze, die ihn nicht verbrannte. Eine Hitze, von der er wusste, dass sie ihm von den flowras gesandt wurde.

Jedoch waren es weder die wärmende Berührung der Magh noch der weißglühende Mut des Halawen, die durch seinen alten Körper fuhren. Es war eine gänzlich neue Ehrfahrung für den skwilden. Die Empfindung, das wusste er mit absoluter Sicherheit, stammte von Majne, dem ersten König Majnjords aus der Zeit der Altvorderen. Ihm war, als ginge die Hitze, die beim Schmieden des Schwerts gebunden worden war, auf Geheiß des sagenhaften Regenten auf ihn und seine Gefährten über.

Der königliche Majne steht für Kameradschaft und Schutz in der Gemeinschaft der Treuen. Er sicherte das Überleben der Seinen gegen Troll, Riese und Drache. Wie passend, dass er mir angesichts der Klinge eines Kriegers wider die Trolle erscheint!

Der Alte zückte sein Messer und entblößte den linken Arm. Es zierten schon zwei ältere Narben den schmächtigen Oberarm. Weiter auf das an der Wand hängende Schwert blickend erhob er sich. Nun wandte er sich Aeryn und Hírngar zu. Abwechselnd blickte er ihnen fest in die Augen, mit dem Waldläufer beginnend. Mit tragender und tiefer Stimme intonierte er: "Oh Majne, erster König von Majnjord, ich frohlocke angesichts Deiner Offenbarung an mich, einen unwürden bruid. Ich gelobe, dass ich mit meinen bescheidenen Kräften immer danach streben will, mich Deiner Ideale würdig zu erweisen. Die Treue der Gefährten, die einen von Dir gesegneten Trank teilen, soll mir heilig sein, niemals werde ich sie verraten. Wer mit mir von einem Becher trinkt, der Dir geweiht wurde, die sei mir Schwester, der sei mir Bruder. Man nenne mich Blutsverräter, sollte ich darin fehlen! Dein Zorn komme über mich! Aeryn Auli und Hírngar aus Ysholt sollen Zeugen sein, dass ich, Gylfi Strypatunga, diesen Schwur leiste."

Mit einer raschen Bewegung fügte sich Gylfi dann einen Schnitt zu, parallel zu den Narben, die ihn bereits schmücken. Er schien keinen Schmerz zu fühlen, sondern lächelte glücksselig seine beiden Gefährten an, während Blut an seinem Arm herablief und auf den Boden der Halle tropfte. Kurz musste er an den Blutstropfen in der Vision denken.

Schließlich richtete er das Wort an Elfe und Waldläufer: "Majne schickte mir eine Vision. Ich sah den ersten Träger jenes Schwertes." Er deutete auf die Waffe, welche an der Rückwand der Halle hing. "Ich sah Alle, die ihm folgten. Ich sah auch den letzten Träger, der es erst noch führen wird. Das Kind des Lichts wird kommen und mit Arkans Klinge gegen die schwarze Sonne kämpfen." Bei den letzten Worten schaute er nur noch Hírngar an.

pharyon:
Aeryn Aulí
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Als Aeryn merkte, dass Gylfi auf die Knie sank, wollte sie ihm schon helfen, bemerkte dann jedoch, dass er glücklich schien und Tränen seine Wangen herabliefen. Das hielt sie zurück und sie beobachtete den Skwilden - und Hírngar - weiter.

Nachdem Gylfi von seiner Vision und der enthaltenen Offenbarung gesprochen hatte, war Aeryn verunsichert. Nicht wegen des Schwurs, den Gylfi gegeben hatte. Sie würde den Becher mit ihm Trinken. Die Botschaft beschäftigte sie. Und ob sie mit dem Kind zwischen den Soldaten zusammenhing.

Aeryn schaute Gylfi fragend an. Erwartest du jetzt etwas von mir? Schwörende Worte? Dann entschied sich die Dyfir und schob eine Strähne ihres silberweißen Haares aus ihrem Blickfeld. Sie schaute Gylfi und Hírngar ernst und zuversichtlich an.

"Habt Dank für eure Worte. Zu eurem Schwur: Gerne werde ich den Becher mit Euch trinken, auch ich werde Euch nicht verraten, doch stets treu zur Seite stehen, mit Klinge und Kraft, mit Sinn und Verstand, mit ganzem Herzen. Was Eure Offenbarung betrifft: Könnt ihr uns mehr über das Kind des Lichts verraten? Hat es schwarze Haare? Trägt es ein weißes Kleid? Wirkt es unbefleckt trotz Armut? Ist es von bösem Geist verdorben oder gutem Geist erfüllt?"

Gerade bei den letzten Worten senkte Aeryn ihre Stimme, so dass bestenfalls nur ihre Gefährten sie verstehen konnten. Das Anwesen war groß, aber für die Verhältnisse einfach und eher ärmlich eingerichtet. Worte konnte hier weit getragen werden. Während sie mit ihren Gefährten sprach und ihrren Antworten lauschte, versuchte Aeryn stets auch die Umgebung im Blick zu behalten und ungebetene Lauscher auszumachen. Dabei wirbelten ihr viele Gedanken durch den Kopf.

Welche Rolle spielt Miri? Welche Hírngar? Wer ist das Kind des Lichts? Und welche Rollen sind Gylfi und mir zugedacht?

klatschi:
Hírngar
In der Halle der Hagtorns in Wretguard

Ebenso wie Aeryn zuckte auch Hírngar, als Gylfi auf die Knie ging, was ist mit ihm? Tut ihm etwas weh? Aber dann sah er die Verzückung auf dem Gesicht des skwilden, sah seinen Blick auf das Schwert und zögerte. Der Rest war wie eine Trance, er schaute dem Ritual eines Mannes zu, der wusste was er tat, der - so deutete Hírngar die Narben - nicht das erste Mal von so einer Vision begleitet wurde. Hírngar verstand instinktiv, dass hier Geschehnisse am Werk waren, die Mächte beinhalteten, die er nicht einordnen konnte.
Was sah er? Was ist das für eine Reise?

Unwillkürlich begann er wieder, auf der Innenseite seiner Lippe zu kauen. Ja, einen Trank. Einen Schwur eines Bundes. Das kann ich. Aeryns Worte, dass sie den Becher mit Gylfi teilen wolle, bestätigte Hírngar nur mit einem entschlossenem Nicken. Ja, Gylfi Strypatunga, ich werde diesen Bund mit dir schließen, sollte es sagen.

Und dann blickte Gylfi ihn an.
Und in Hírngars Kopf gingen seine Worte um. Ich sah den ersten Träger jenes Schwertes. Ich sah Alle, die ihm folgten. Ich sah auch den letzten Träger, der es erst noch führen wird. Das Kind des Lichts wird kommen und mit Arkans Klinge gegen die schwarze Sonne kämpfen. Und endlich verstand Híngar. Und er nickte.
"Miri," sprach er lautlos aus, den Blick fest auf Gylfi gerichtet.

Outsider:
Bevor Gylfi oder irgendjemand anders reagieren kann poltert die Wache los, welche sprachlos ob des Schauspiels mit immer größer werdenden Augen zugesehen, ihren Posten aber nicht verlassen hatte. Die Ringe seines Kettenhemdes klirren, der Fuß des Speers schlägt hart auf das Holz des Bodens. Dumpf dröhnt das Geräusch durch das Haus.

„Was für ein Ritual vollführt ihr in der Halle meines Bruders, welchen Zauber wirkt ihr!?“

Unverhohlenes Misstrauen schwingt in der Stimme mit, was man dem Mann aber nicht übelnehmen kann. Es passiert nicht jeden Tag das ein Fremder sich den Arm vor seinen Augen aufschneidet.

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