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Shadowrun: Capital Files "Volume/03 - White Russian Nights"

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Doc Letterwood:
Zago&Vadim

Die Gesichter, die Big Eye ihnen gezeigt hatte, sagten ihnen nichts. Trotzdem spulte sich immer wieder die Szene vor Vadims innerem Auge ab. Weizmann, die beiden Kleiderschränke, die ihm folgten. Die blonde Normtussi im Vordergrund und der "Handwerker" über ihr. Warum drehten die Norms immer solchen stereotypen Drek?

Als Zago vor dem "Perestroika" hielt, war Vadim noch kein bisschen schlauer, schätzte aber, dass die Welt einfach zu kompliziert war, um auch noch komplizierte Pornos haben zu müssen.

Marovs Wagenkolonne stand auf dem Hinterhof, und er sah Andrei, wie er mit Mondgesicht plauderte. Streng genommen plauderte Mondgesicht eigentlich nicht. Niemals. Höchstens, wenn er gefragt wurde. Und Andrei fragte eben nicht. Er plauderte.

Messiah - virtuell unterwegs im "Gum"

Nichts interessantes. Eine Kamera am Eingang, eine an der Hintertür. Der Innenraum der Bar noch leer, aber es war ja auch noch früh...gerade kam ein Barkeeper mit zwei vollen Kästen "BALTIKA"-Bier hinaus auf den dreckigen Innehof und stellte sie auf den Berg leerer Bierkisten. Dann warf er einen Lolly in den Hof, den er scheinbar gerade leergelutscht hatte, und stiefelte gemächlich wieder hinein. Die Vorbereitungen für einen weiteren langweiligen Abend in einer osteuropäischen Kneipe mitten in Köln.

The_Kossack:
Mit Zago im Prestroika

Vadim zuckte die Schultern - grobschlächtige Leibwächter gab es im Katalog, genau wie Huren oder virtuelle Spielzeuge. Und die Typen azfzutreiben, machte sicher auch keinen großen Sinn - erstens konnten die sich wehren, zweitens wußten sie vermutlich auch nichts weiter. In dem Job war primär interessant, ob das Geld auf dem Ebbie angekommen war oder nicht.

Er nickte Zago zu, hob grüßend kurz die Hand und trabte hinter Zago her. Wagen. Perestroika. Er hatte die starke Vermutung, daß Zago einen Plan hatte, einen Ansatzpunkt oder irgendwas, mit dem er arbeiten konnte. Und Zago würde ihm auf der Basis genug erzählen, damit er selbst wußte, womit sie zu rechnen hatten.

Aber, Hölle, war das alles kompliziert. Kein Wunder, daß sich seine militärische Karriere in den unteren Rängen beendet hatte - er hatte einfach nicht die Art Gehirn, die es brauchte, um zu den Planern und Strategen zu gehören. Taktik, okay, davon verstand er ein bißchen was, aber Strategie?

Doc Letterwood:
Zago und Vadim im "Perestroika"

Marov saß in seinem "Büro", das mehr einem Wohnzimmer glich. Die mit Stahplatten verkleideten Fensteröffnungen ließen kein Sonnenlicht von außen eindringen - dafür brannten die kleinen Deckenstrahler wie kleine Atomsonnen. Die Klima-Anlage tat ihr Möglichstes, um wenigstens für ein bisschen Kaltluft zu sorgen.

Als Mondgesicht die beiden Besucher ankündigte, hob Marov seinen Kopf und winkte bedächtig. Sie mögen reinkommen. Er brütete über einer Mail aus Odessa. Der Kontaktmann bestätigte die Ankunft von Kaiser und dem Team, die Erledigung des ersten Auftrages.

Marov wirkte zufrieden, als Zago und Vadim eintraten und Mondgesicht die Tür hinter ihnen schloss. Sie waren mit dem Mafiadon alleine.

The_Kossack:
Im Perestroika in Marovs Büro

Vadim ließ Zago als ersten eintreten, fiel einen Schritt zurcük, schloß die Tür und nahm bei der Tür Aufstellung - nah genug, um jedem Eindringling sofort Paraoli bieten zu können, aber entspannt genug, um es nicht zu einer Beleidigung zu machen. Er wollte dienstbeflissen aussehen, nicht paranoide.

Enkidi Li Halan (N.A.):
Er war sich nicht ganz sicher, ob Marovs Gesichtsausdruck ihn erleichtern oder noch mehr beunruhigen sollte. Zago beugte sich über den Tisch, sie tauschten einen kräftigen Händedruck aus, dann sank der Ork in einen der abgewetzten Ledersessel.

Er setzte Marov – so detailgetreu wie möglich ohne ihn zu langweilen – auseinander, was sie mittlerweile herausgefunden hatten, Weizmanns Portfolio, dass er im Gum, Vaks Territorium, verschwunden war, den Chip der Zago zugespielt worden war, das alles bis hin zu seinem Gespräch mit Brille. Als er geendet hatte, trat ein kurzer Moment der Stille ein, in dem nur das Summen der Klimaanlage zu hören war.
Zago musterte Marov, studierte seine Mimik, wie er es so oft tat.
Dann, mit gesenkter Stimme, in der ein ernster Tonfall mitschwang:

"Ich mache mir Sorgen dich, Aleksej."

"Die AGC kocht etwas aus, und jetzt wo Vak aus dem Weg ist..."
Zago lehnte sich zurück, die Stirn in Falten. Seine Finger trippelten leise über die Stuhllehne.
"...könntest du in ihrer Schußlinie landen. Brille weiss, dass ich nach Weizmann suche. Er wusste es schon vor unserem Treffen, ich nehme mal an, er hat eins und eins zusammengezählt."
Die Rivalitäten in der Familie waren dem Konzern bekannt, sie nutzen sie für ihre Zwecke. Im Osten konnten man ohne die Hilfe der Vory nicht Fuß fassen, aber nicht jedem Don schmeckte das. Es war nie gut, wenn sich Konzerne in die Angelegenheiten der Familie einmischten.

"Brille sieht wohl einen Vorteil darin, dass außer den konzerneigenen Kräften noch ein unabhängiges Team nach Weizmann sucht." Zago zuckte die Schulter. "Nicht gerade die dümmste Taktik. Er kann sich zurücklehen, beobachten und hoffen, dass etwas für ihn dabei herausspringt. Ohne große Anstrengung, ohne, dass er sich die Hände schmutzig machen muss. Aber ich bin mir sicher, dass er sich wieder melden wird, wenn Weizmann auftaucht."

Er musterte Aleksej eindringlich.

Weizmann hatte die Hilfe von Vak angenommen, war aber gleichzeitig ein wichtiger Aktivposten der AGC. Ihn in die Hände zu bekommen würde für Marov bedeuten, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: dem Rivalen eins auszuwischen, und ein Druckmittel gegen den Konzern in der Hand zu haben. Nicht gerade das ungefährlichste Spiel. Und noch immer passste etwas nicht an dem Bild.

Zago brannte eine Frage auf der Zunge. Aber er würde sie erst stellen, wenn es an der Zeit war.
 

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